Comic

Alles über Batmans Seile

The Mystery Rope

DC Comics

Titel: The Mystery Rope

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1951 (Batman #67)


In den 50ern haben die Leser alles erfahren, was sie über Batman wissen wollten: über seine Vorgeschichte, über seine Kostüme, das Batmobil, seine Batarangs, seinen Gürtel. Und offenbar haben sie auch erfahren, was nie jemand wissen wollte, zum Beispiel über sein Seil. Oder besser gesagt: seine Seile. Was gibt es zu diesem Stück Schnur zu sagen? Eine Menge. Vollmundig steht es auf dem Cover: „Now it can be told! The 100 Secrets of Batman’s Silken Rope!“ Jedenfalls ist es genug, dass man eine ganze Geschichte drumherum – Achtung: Kalauer! – stricken kann.

Die Prämisse: Die Gotham Historical Society will in ihrer Jahresausstellung Batmans bestes Seil zeigen. Es gibt ja ständig irgendwelche obskuren Ausstellungen in Gotham, meistens angreichert mit übergroßen Modellen der Ausstellungsstücke, deren Herstellung teurer sein dürfte als der Rest der Shows, aber sei’s drum. Diesmal soll es ein Seil sein. Ich weiß wirklich nicht, wer sich so etwas anschauen will, selbst wenn es Batmans Seil ist.

Aber daraufhin überlegen alle, von Robin über Gordon bis Alfred, welches besondere Seil man zeigen soll: Ewa das elastische, das gegen den Joker nützlich war (Achtung: Symbolik!), oder das weiße, das im Schnee nicht auffällt? Oder das hohle, das auch als Atemröhrchen im Wasser dienen kann? Oder ist es das aus purem Gold?

Wie dem auch sei: Am Ende überrascht Batman mit seiner Auswahl. Er bringt einfach zwei große Drahtspulen mit. Banaler Draht? Was soll das? Batman erklärt nichts. Was für eine herbe Enttäuschung! Doch am Ende dienen die Drahtspulen als Elektromagnet, um den Gauner Jinx zu fassen, der eine Stahlweste trägt. Und schon wird aus banalem Draht ein Draht mit Erinnerung. Bat-Wire, sozusagen. Ein Fall fürs Museum.

Ich spare mir an dieser Stelle die Bemerkung, dass man das alles auch hätte einfacher haben können.

>> Batman 1950-1959

Nightwing: Wie alles (noch mal) begann

DC Comics

Titel: Nightwing – Year One

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Scott Beatty/Scott McDaniel

Erschienen: 2005 (Nightwing #101-106), Hardcover 2020


Nachdem Robin und Batgirl ihre Year-One-Behandlung bekommen haben, war auch Nightwing dran. Das Autorenteam Chuck Dixon und Scott Beatty war gleich, nur der Zeichner war ein anderer: Scott McDaniel. Und das Ganze war DC auch keine eigene Miniserie wert, sondern erschien bloß als Sechsteiler in der regulären Nightwing-Serie. Trotzdem wurde die Storyline nun, zu Robins 80-jährigem Jubiläum, mit einem Deluxe-Hardcover neu aufgelegt. Lohnt sich das?

Erzählt wird eine alternative Geschichte zu der von 1984, als Dick Grayson erstmals von Robin zu Nightwing wurde. Lief damals die Emanzipation einvernehmlich mit Batman ab, wird sie hier eingeleitet von einem Konflikt. Robin kommt zu spät zu einem Einsatz gegen Clayface, weil er vorher bei den Titans beschäftigt war. Der Schurke hat ein Kind entführt (sein eigenes, wie sich später herausstellt). In Eis und Schnee und in der Kanalisation gelingt es Robin zwar zweimal, Clayface auszuschalten, aber am Ende macht ihm Batman Vorwürfe, er sei nicht mehr da, wenn er ihn brauche. Daher schmeißt Batman ihn raus. „You’re fired.“ – Als wär’s ein Job. Und die neue Uniform soll Dick auch gleich in der Bathöhle lassen.

Der erste Nightwing: ein Held von Krypton. (DC Comics)

Planlos auf der Suche nach sich selbst kehrt Dick Grayson zunächst, wie üblich, zu seinen Wurzeln zurück: zu Haleys Zirkus. Aber vorher stattet er noch Clark Kent einen Besuch ab. Nachdem Dick Superman hilft, einen Selbstmordattentäter zu fassen, erzählt ihm Clark von einem legendären Helden von Krypton: Nightwing. (In „Superman in Kandor“ in Superman #158, 1963, war Superman selbst einst unter dem Namen unterwegs, nach der Crisis änderte sich das.)

Zurück im Zirkus: Dick Grayson als Nightwing. (DC Comics)

Im Zirkus wird Dick wieder kurz Trapezkünstler, bekommt ein blau-schwarzes Kostüm verpasst und trifft auf Deadman (Boston Brand). Und damit nicht nur geredet und monologisiert wird, darf Dick seine Kräfte mit einem ausgebrochenen Löwen messen. Danach hat Dick seine neue Identität gefunden: Nightwing. Dass das Zirkuskostüm trotz Maske Rückschlüsse auf seine Identität zulassen könnte, fällt ihm nicht ein.

Nightwings erste Bewährungsprobe

Und so macht sich der neue Held einen Namen: Er stellt sich Commissioner James Gordon vor, dann dessen Tochter Barbara (Batgirl), gemeinsam erleben kleine Abenteuer, indem sie sich mit dem Pinguin und Kleinganoven anlegen. Zwischendurch bekommt der Joker zwei Finger in die Augen gesteckt. Batman verfolgt das alles mit, während er bereits mit Jason Todd einen neuen Robin trainiert. Dann bereitet er eine Bewährungsprobe vor, die die ganze Batman-Family involviert – es geht gegen Killer Croc.

Was nach viel Story klingt, läuft im Wesentlichen sehr episodisch und beliebig ab. Es dauert vier Ausgaben, bis eine richtige Handlung zu erkennen ist. Bis dahin verfolgt man bloß viel Retro- und Introspektion, während sonst nicht viel passiert und die Action nur dazu dient, nicht einzuschlafen. Im Gegensatz zu Robin und Batgirl Year One fehlt das Drama und schließlich auch die Dringlichkeit, diesen neuen Origin zu erzählen. Früher oder später hätte wohl auch Nightwing dran sein müssen, aber das liest sich, trotz einiger Schmunzelmomente, eher wie eine routinierte Pflichtübung ohne zündende Idee. Und dank der Zeichnungen von Scott McDaniel sieht es auch so aus (bin kein Fan).

Lohnt sich Nightwing: Year One? Wenn man kein Riesenfan ist, lautet die Antwort: nein.

>> Robin-Comics

Batman 2021: „Future State“

Batman

„Future State: The Next Batman“ #1 von Ladrönn (DC Comics)

DC hat für Januar 2021 mal wieder Großes angekündigt. Im Januar und Februar werden die regulären Comic-Serien pausieren für das Event Future State. Stattdessen werden mehrere Miniserien und Specials erscheinen, das betrifft alle Helden.

Für Batman bedeutet das Folgendes: Future State spielt mehrere Jahre in der Zukunft. Gotham City wurde von einer Einheit von Gesetzeshütern übernommen, dem Magistrate. Roboter namens Cybers patrouillieren durch die Stadt und halten ein repressives Regime aufrecht. Maskierte Helden wie Schurken sind illegal. Der Anführer des Magistrate nennt sich Peacekeeper One, dessen Identität aber ein Geheimnis ist.

Batman in „Future State“ (DC Comics)

Batman wird für tot gehalten. (Spoiler: Ist er aber nicht.) Dafür tritt ein neuer an seine Stelle: Tim (Jace) Fox, Sohn von Lucius Fox und Bruder von Luke Fox, der bereits als Batwing aufgetreten ist. Die Figur ist nicht neu, Tin Fox trat bereits in Batman #313 (1979) auf. Außerdem wird er auch in der neuen Anthologieserie Batman: Black & White vorkommen.

DC Comics

Die vierteilige Batman-Miniserie The Next Batman wird eine Anthologie bilden: Die Hauptstory wird von Autor John Ridley (12 Years a Slave) geschrieben, in der ersten Ausgabe von Nick Derington gezeichnet, der mit seinem lakonischen Stil bereits ein wunderbares Batman Universe gezaubert hat. In der Serie wird es insgesamt vier weitere Storylines geben: Outsiders (angeführt von Katana), Arkham Knights, Batgirls (mit Cassandra Cain und Stephanie Brown) und Gotham City Sirens. Jedes Heft soll 64 Seiten umfassen und alle zwei Wochen herauskommen. Die erste Ausgabe ist für 5. Januar 2021 geplant.

Batman in „Future State“ (DC Comics)

Ein Vierteiler mit dem überaus kreativen Titel Dark Detective (von Mariko Tamaki und Dan Mora) wird von Bruce Wayne handeln. Auch hier werden Begleitstorys enthalten sein: Grifter und Red Hood. Darüber hinaus erscheinen fünf Zweiteiler: Batman/Superman, Catwoman, Harley Quinn, Nightwing und Robin Eternal. Die Hefte sollen 32 Seiten umfassen.

Weitere Infos und die gesamte Comicliste für Januar gibt es bei Newsarama sowie bei DC.

UPDATE 25.11.2020: Eine Vorschau auf Future State gibt es in einer Sonderausgabe von DC Nation.

Mehr zum Thema: Neue DC-Events im Dezember und Januar

(Der Artikel wurde am 12.12.2020 aktualisiert.)

Der Batman der Zukunft kehrt zurück

DC Comics

Titel: The Batman of Tomorrow

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1955 (Detective Comics #216)


Drei erfolgreiche Raubzüge haben Batman und Robin aufzuklären, jedes Mal hatten die Gauner Hilfe von Innen, aber zunächst gilt es, zu einem Benefizball für ein neues Krankenhaus zu gehen. Dort hat jemand das überdimensionale Modell des Hospitals auf ein wackeliges, dreibeiniges Podest gestellt, direkt an einer hohen Treppe, sodass nur ein kleiner Stoß genügt, um damit die ganze geladene Gesellschaft zu gefährden. Und so kommt es auch: Das Ding stürzt die Treppe hinunter, Bruce Wayne hält es auf, verrenkt sich dabei aber den Arm.

Während alle Aufmerksamkeit abgelenkt ist, schnappen sich Gauner die Perlenketten der Damen. Zum Glück hat Reporterin Vicky Vale zufällig ein Bild vom Verdächtigen geschossen. Doch Batman kann der Sache nicht nachgehen, denn wenn Vicky seinen kaputten Arm sieht, erfährt sie seine Geheimidentität. Was tun? Ein Ersatz muss her. Wäre das die Serie World’s Finest, würde Batman Superman um den Gefallen bitten. Aber stattdessen holt man noch weiter aus: Warum nicht den Batman der Zukunft fragen?

Batman und Robin kennen bereits Brane Taylor, den blonden Batman aus dem Jahr 3054 (bzw. 3051 in Batman #67, 1951). Wie gut, dass Brane ein „super-scientific radio“ dagelassen hat, mit dem man ihn rufen kann. Kurz darauf erscheint eine gelbe Kugel, Brane kommt raus und übernimmt den Part seines Vorbilds.

Batman flirtet mit Vicky Vale

Das geht natürlich nicht ohne Probleme, denn Brane muss sich zunächst daran gewöhnen, dass Batmobile nicht über Züge springen können. Außerdem flirtet er ganz schön heftig mit Vicky Vale – eine Eigenschaft, die man vom prüden Batman so gar nicht kennt. Das macht auch die Reporterin misstrauisch. Außerdem fällt ihr etwas an diesem Batman auf, das eindeutig anders ist.

Brane setzt ganz auf die Technik der Zukunft: Er verfolgt ein Flugzeug mit seinen eingebauten Düsen, die ihn fliegen lassen, später wiederholt er das mit einem Pferd. Außerdem kann er sich unsichtbar machen. Robin muss Babysitter spielen, dass Brane mit diesen Aktionen nicht vor Vicky auffliegt.

Nachdem der Fall gelöst ist, kommt Vicky aber mit ihrem Beweis, dass dieser Batman ein Betrüger ist: Der Neue ist größer als das Original! Aber nein, sagt Batman, das liege nur daran, dass er hohe Absätze trage. Dann ist ja alles klar. Aber was ist mit Batmans Arm? Der ist auf wundersame Weise geheilt, „thanks to your scientific massage“, sagt er zu Brane, als er im letzten Moment wieder für ihn einspringt. Wenn die Heilung so schnell ging, hätte man dann nicht einfach warten können, bis Batman wieder fit ist? Dann hätte man sich die ganze Aufregung mit dem Doppelgänger gespart?

Na klar, aber dann gäbe es diese Geschichte nicht.

>> Batman 1950-1959


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Robin trifft den Batman der Zukunft

Robin in „The Lost Legion of Space“ (DC Comics)

Titel: The Lost Legion of Space

Autor/Zeichner: Bill Finger/Dick Sprang

Erschienen: 1951 (Batman #67)


Kaum ist Robin gerade allein in der Bathöhle, da taucht aus dem Nichts eine große Kugel auf, aus der Batman springt. Doch es ist nicht Bruce Wayne, sondern Brane Taylor, der Batman aus dem Jahr 3051. (Einen Batman namens „Brane“ aus dem Jahr 3000 traf das Dynamische Duo bereits in Batman #26, 1944, aber daran scheint sich keiner mehr zu erinnern.) Weil sich sein Robin das Bein gebrochen hat, ist er 1050 Jahre in die Vergangenheit gereist, um sich den ersten Robin für einen Einsatz auszuborgen. Dick Grayson zögert nicht lange und folgt Brane in die Zukunft.

Der Bat-Belfry im Jahr 3051. (DC Comics)

Dieser Batman hat sein Hauptquartier in keiner Bathöhle, sondern in einem Turm, dem Bat-Belfry. Das ist nicht nur lustig, weil „bats in the belfry“ im Englischen eine Redensart für Wahnsinn ist, sondern weist auch tatsächlich in die Zukunft von Batman, wenn dieser 1969 in den Wayne-Tower zieht und 2016 baut er auch einen „Belfry“ für die Bat-Family auf. Wie dem auch sei: Auch der Batman der Zukunft hat sein Zuhause mit reichlich Trophäen dekoriert (und dazu auch mit abstrakter Kunst), außerdem folgt er seinem Vorbild nach, indem er sein Alter Ego als reichen und faulen Nichtsnutz inszeniert.

Batman und Robin auf Vulcan

Batman jagt gerade den Schurken Yerxas. Er will mit dem Mineral Vulcanite, das auf dem Asteroiden Vulcan abgebaut wird, eine Superwaffe herstellen. Vulcan kreist noch näher um die Sonne als Merkur, also ist es dort noch heißer und trockener als in der Sahara, sagt Batman. Stimmt, es dürfte dort eigentlich völlig lebensfeindlich sein, aber die beiden geraten nicht mal ins Schwitzen, obwohl sie ihre Kostüme tragen.

Sie geben sich als Sträflinge aus, die sich als Batman und Robin ausgegeben haben. Gleich zu Beginn werden sie gefragt, warum sie dann wie Batman und Robin angezogen sind. Die Begründung: Zur Strafe, damit sie sich nie wieder so anziehen. Obwohl das die dämlichste Begründung aller Zeiten ist, wird sie trotzdem geglaubt. Doch das ist nur der Anfang einer vor Fantasie nur so sprühenden Story mit steinefressenden Monstern, Wachrobotern, die sich mit einem Steinwurf umprogrammieren lassen und gedankenlesenden Häftlingen, die sich von einem bemalten Luftballon erschrecken lassen. Ach ja, und Robin fesselt am Ende die Schurken mit einem Lasso, im Vorbeiflug mit einem Raumschiff – die Geschichte trotzt jedem Naturgesetz.

Am Ende entlarvt der Schurke Yerxa Batman als Brane Taylor. Doch als der nur rumstammelt, springt plötzlich der wahre Batman (Bruce Wayne) ins Bild und rettet den Tag. Natürlich sind sofort alle überzeugt, dass der Typ unter der Maske wirklich Batman ist. Robin sei Dank, er hat mit der Zeitmaschine Bruce hergeholt. Beim nächsten Treffen darf Brane dann Bruce ersetzen.

>> Batman 1950-1959


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Gothams Nächte sind langweilig

Gotham Nights #18, 15, 16 (DC Comics)

Wo haben sich Batman und Catwoman eigentlich das erste Mal kennengelernt? Auf einem Schiff, einem Dach, auf der Straße? Wir wollen das nicht weiter erörtern, denn das Tom King in seiner Batman-Serie bereits zu Genüge und darüber hinaus getan (The Wedding) und verfolgt das jetzt auf einer zwölfteiligen Spielwiese namens Batman/Catwoman. In Gotham Nights #15 wird eine neue Fassung erzählt: Bruce Wayne und Selina Kyle begegneten sich bereits als Jugendliche auf einer Polizeiwache. Der Bonzenjunge kommt schnell frei, während Selina hocken bleibt. Pech gehabt, wenn man arm ist.

Ansonsten sieht man Catwoman in der Gegenwart wieder Juwelen rauben. Man könnte meinen, sie sei darüber hinaus, aber wenn wir ehrlich sind, erwarten die Fans trotzdem das alte Spiel: Batman jagt Catwoman über die Dächer, während sie mit einem Säckchen Diamanten davonrennt. Also wird genau das geboten. Aber mit einem Twist (ACHTUNG: SPOILER!): Catwoman hat alles nur inszeniert, damit Batman ihr hilft. Hätte sie nicht einfach fragen können? Ja, aber dann – ihr ahnt es schon – wäre es nur halb so interessant. Also gar nicht.

Anekdoten aus Batmans Welt

Na ja. Ansonsten bietet Gotham Nights eine Reihe schnell verdauter Häppchen: Killer Croc bekennt sich als Monster wegen schlechter Jugenderfahrungen, der Pinguin beschäftigt Helfer in lächerlichen Pinguinkostümen, Batman verbündet sich mit Swamp Thing, um Scarecrow Angst einzujagen, die Bat-Family verhindert ein Attentat auf Bruce Wayne, Batwoman besiegt Lord Death Man mit einer Zementfalle, Batgirl schlägt sich mit dem nervigen Creeper rum (blöde Figur) und Robin (Damian Wayne) langweilt sich in der Bathöhle, während Batman dem üblichen Justice-League-Stuff nachgeht (epische Schlachten im All kämpfen und so), aber dann zieht er noch einmal mit ihm los – es ist nämlich „Take your kid to work day“.

Das alles bewegt sich auf dem Niveau durchschnittlicher Anekdoten. An einer Stelle ist Gotham Nights sogar eine regelrechte Mogelpackung: In einer Story jagt Deathstroke Jimmy Olsen durch Metropolis und wird von Supergirl aufgehalten – das hat absolut nichts mit Batman und Co. zu tun.

Einziger Lichtblick ist die Story um Two-Face, der elf Polizisten Morde anhängt und dann Commissioner Gordon trifft, der ihn nach dem Warum ausfragt. Keine Sensation, aber immerhin nicht ganz stumpfsinnig.

Nach einer Pause von fast zwei Monaten dachte ich schon, dass Gotham Nights mit Ausgabe 17 eingestellt wurde, aber am 5. Oktober ist dann wieder eine erschienen. Man hätte die Serie nicht vermisst.

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Die Rückkehr des Calendar Man

Batman vs. Calendar Man

DC Comics

Titel: A Caper a Day Keeps the Batman at Bay

Autor/Zeichner: Len Wein/Walt Simonson

Erschienen: 1979 (Batman #312), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


Mit der großen Retro-Welle in den 70ern tauchten nicht nur klassische Schurken wieder auf, sondern auch einige obskure Gestalten, wie Signalman, Kite-Man oder Calendar Man. Wir erinnern uns: vier Gaunereien an vier Tagen, jede für eine Jahreszeit (Detective Comics #259, 1958). Nun ist er wieder da, dieses Mal lässt er sich von Wochentagen inspirieren.

Calendar Man als Mond(tag). (DC Comics)

Am Montag bricht er als Mond verkleidet in ein Planetarium ein, um Briefmarken zu stehlen, die Astronauten bei ihrem Mondflug entwertet haben. (Wer kommt auf so eine Idee? Len Wein!) Am Dienstag raubt er verkleidet als Tiw, Gott des Krieges, das Gothamer Militärmuseum aus, am Mittwoch ist er als Odin verkleidet, denn Wednesday kommt von Woden/Wodan/Wotan/Odin. In dieser Gestalt fährt er ein fettes Motorrad mit acht Rädern, weil Odin auf dem achtbeinigen Pferd Sleipnir unterwegs war. Man kann bei diesem offensichtlichen Unsinn dieser Geschichte sogar etwas lernen.

Nachdem die Verfolgungsjagd scheitert, ist Batman fest entschlossen, den Calendar Man am Donnerstag zu schnappen. Gordon wäre auch mit Sonntag zufrieden, er meint nämlich zu wissen, dass der Schurke einen Obelisken des Sonnengottes Ra stehlen will. Aber Irre sind nicht so leicht zu durchschauen. Am Donnerstag bricht der Calendar Man als Donnergott Thor verkleidet in einer Kunstgalerie ein, um das Gemälde „The Storm King“ zu stehlen (ohne Rahmen). Als Batman auftaucht, wirft Thor ihm einen Hammer entgegen, Batman weicht aus, schlägt ihn zu Boden, da stößt der Schurke mit seinem Helm ein betäubendes Ultraschall-Signal aus. (Er hätte es ahnen können, findet Batman, aber da ist er etwas zu streng mit sich selbst.) Batman kann das Signal mit einem Hammerwurf ausschalten, ist danach aber kaum fähig, wieder aufzustehen.

Calendar Man als Thor (Donnerstag). (DC Comics)

Der Arzt verordnet Bruce Wayne später Bettruhe, Alfred passt auf ihn auf. Und so kann der Calendar Man ungehindert am Freitag als Frigga (Göttin der Liebe und Zukunft) eine Hochzeitsgesellschaft ausrauben. Am Samstag (Saturday) hat er ein besonders aufwendiges Kostüm: Saturn, inklusive Ring um den Kopf und Ringe schießende Kanonen an beiden Armen. Bei all dem Aufwand kann man sich wieder fragen: Woher hat er die Ressourcen für all das? Und wenn er sie hat, warum begeht er dann Verbrechen? Könnte man die Erfindungen nicht gewinnbringend verkaufen? Ach egal, ich geb’s auf …

Calendar Man als Saturn. (DC Comics)

Am Sonntag hat Bruce genug vom nutzlosen Daliegen: Er verlässt das Bett, wird zu Batman und stellt Calendar Man am Bahnhof. Diesmal trägt dieser kein bescheuertes Kostüm, sondern einen braunen Anzug. Warum? Weil der Sonntag bekanntlich ein Ruhetag ist. (Von wegen Sonnengott!) Hier ist der Schurke nicht ganz konsequent, denn er wechselt vom Register der „heidnischen“ (nordischen und römischen) Mythologie in die jüdisch-christliche, aber auch das nur teilweise, denn er besteigt am Sonntag einen Zug namens „Western Sun Express“. Darauf muss man erst einmal kommen.

Aber Batman kann das. Er kann ja bekanntlich alles. Sogar erahnen, wann sein Gegner am erwarteten Ort auftaucht. Perfektes Timing. Calendar Man lebt vielleicht nach dem Kalender, aber Batman nach der Uhr – und die läuft stets präzise und wie es ihm passt.

Neuer Look, gleicher schlechter Stil: Calendar Man. (DC Comics)

Apropos laufen: Der Calendar Man gibt sich nicht geschlagen, sondern flieht durch einen Tunnel. Als er wieder draußen ist, hat er sich in Windeseile umgezogen. (Aber warum, wenn doch Ruhetag ist?) Er trägt jetzt ein rotweißes Kostüm mit lauter Kalenderblättern als Cape, einem Zahlengürtel und als wäre das nicht genug noch einen Kalenderblatt auf dem Kopf. Nach kurzer Verfolgungsjagd wirft Batman einen Batarang, legt eine Weiche um und knockt seinen Gegner mit einem umschwenkenden Signalfähnchen um.

>> Batman 1970-1979


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Was Batarangs alles können: alles

Batman, Robin, Batarangs

The 100 Batarangs of Batman (Detective Comics #244, 1957) (DC Comics)

Titel: The 100 Batarangs of Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Detective Comics #244)


Der Batarang gehört von Anfang an zu Batman: Bereits in Detective Comics #31 (1939) hat er ihn zum ersten Mal benutzt (damals noch Baterang genannt). Es ist eine elegante Waffe aus zivilisierteren Zeiten, die Batman anstelle von Schusswaffen benutzt – könnte man meinen. Doch bereits in eben dieser Ausgabe benutzt Batman am Ende eine Pistole, um einen Vampir zu erschießen. Und es ist nicht das letzte Mal, dass er tödliche Gewalt anwendet (siehe Batman #1). Aber das war nur am Anfang so.

18 Jahre später erfahren die Leser: Batman hat nicht nur ein Modell des Batarangs, sondern 100 verschiedene. Auf dem Cover sind nur fünf zu sehen. Der „Flash Bulb Batarang“ erzeugt Blitzlicht, der „Seeing Eye Batarang“ hat eine integrierte Minikamera, der „Police Whistle Batarang“ konnte einmal Commissioner Gordon das Leben retten, weil er beim Fliegen einen warnenden Pfiff abgibt, und der „Magnet Barang“ hat eine besondere Anziehungskraft, die Metallplatten im Flug einfach mitnimmt.

Kurz gesagt: Mit Batarangs kann man so ziemlich alles machen. Sogar die Naturgesetze umgehen. Batman und Robin erzählen sich eine Anekdote nach der anderen, weil ein Batman-Sammler von Ganoven um einen Film gebracht wurde, der Batman beim Batarang-Werfen zeigt. Batman vermutet, dass sie sich seine Technik abschauen wollen, um Verbrechen zu begehen. Dabei befürchtet er, sie könnten seine Geheimwaffe, den Batarang X, stehlen.

Batmans Geheimwaffe: der Batarang X. (DC Comics)

Zumindest im ersten Punkt liegt er richtig: Die Ganoven bauen einen Haufen Bomben-Batarangs und planen, damit fette Beute zu machen. Wie das gehen soll, wenn sie dabei alles in die Luft jagen, erschließt sich nicht richtig. Aber noch bevor der Plan näher ausgeführt werden kann, kommen ihnen Batman und Robin in die Quere. Batman benutzt den Batarang X selbst: Es handelt sich dabei um einen Riesenbatarang, mit dem Batman per Katapult (vom Batmobil aus) durch die Luft fliegen kann. Warum nicht das Batplane benutzen? Weil der Batarang X lautlos ist …

Batman entfernt die Sprengladungen von den Batarangs und baut sie so um, dass sie zu ihren Angreifern zurückkehren, sprich: sie selbst treffen. Einer der Gauner ist ganz verblüfft: „When we try to throw the Batarangs, they come back to hit us!“ Kein Wunder: Batarang kommt von Boomerang. Fangen wäre eine Option. Aber so wird das Verbrechen mal wieder mit seinen eigenen Waffen geschlagen.

Der erste Batarang: Ein Geschenk von Lee Collins. (DC Comics)

Bei der Gelegenheit erfahren wir auch, wie Batman auf den Batarang gekommen ist: Noch vor seiner Zeit mit Robin hat er einen Dieb zu einem Zirkus verfolgt, da hat er den Bumerang-Werfer Lee Collins kennengelernt, der ihm geholfen hat, den Dieb zu fassen. Collins wirft den Bumerang, lenkt den Dieb für nur eine Sekunde ab, aber das reicht Batman, um dem Gesuchten einen Kinnhaken zu verpassen. Collins bringt Batman das Werfen bei und fertigt für ihn den ersten Batarang an.

>> Batman 1950-1959


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Die abgründige Schönheit des Lächelns

DC Comics

Titel: Joker: Killer Smile

Autor/Zeichner: Jeff Lemire/Andrea Sorrentino

Erschienen: 2019-2020 (Joker: Killer-Smile #1-3, Batman: The Smile Killer #1), Hardcover 2020


„Laughter … That is true beauty.“ (Joker)

Wir haben ein Joker-Problem. Es gibt zu viel von ihm. Nicht nur in der regulären Serie taucht er ständig auf, auch in Specials und Miniserien. Und das liegt nicht nur am 80-jährigen Jubiläum in diesem Jahr. Keiner der Batman-Titel, die DC unter seinem Black Label herausgebracht hat, kommt ohne den Joker aus (z. B. Damned, Harleen, White Knight). Gleich drei Miniserien tragen seinen Namen, eine weitere ist angekündigt.

Eine davon ist der Dreiteiler Joker: Killer Smile. Eigentlich müsste man das mit einem Seufzen zur Ketnnis nehmen, wären da nicht die Macher: Jeff Lemire und Andrea Sorrentino sind so etwas wie ein Traumpaar der Comicbranche, gemeinsam haben sie nicht nur Green Arrow und Old Man Logan, sondern auch die Horrorserie Gideon Falls geschaffen. Und jede dieser Serien ist dank Sorrentinos Meisterschaft ein Genuss für sich. Der Zeichner versteht es nicht nur, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen, sondern reizt das Medium auch jedes Mal auf überraschende Weise aus, indem er mit Layouts experimentiert, Anordnungen fragmentiert und durcheinander wirft. Seine Seiten sind wahre Kunstwerke.

Der böse Clown Mr. Smiles

Und so wird auch in Killer Smile die Erwartung gebrochen: Statt den Joker mal wieder gegen Batman antreten und seine schwierige Beziehung zu ihm auszuloten (gähn!), wird eine kleine, fast schon intime Geschichte erzählt. Der Joker wird in Arkham von Dr. Ben Arnell behandelt. Während der Therapie gesteht der Joker ihm, dass er immer nur im Sinn gehabt habe, Schönheit in die Welt zu bringen – der Schurke verkannter als Künstler oder vielmehr Unterhalter, wie er sich selbst nennt. Der Psychiater ist ebenfalls ein Idealist, der sich einen Durchbruch erhofft, der nicht nur den Joker von seiner Psychose heilt, sondern auch Erkenntnisse bringt, die anderen helfen können. Doch die Geduld seiner Vorgesetzten ist am Ende: Er bekommt nur noch zwei Wochen Zeit.

Das eigentliche Problem jedoch: Arnell nimmt die Arbeit mit nach Hause. Der Joker verfolgt ihn in Gedanken, er kann nachts nicht schlafen, hat Albträume, im Wachzustand sieht er Morde, wo keine sind. Und dann ist da noch ein unheimliches Kinderbuch von dem bösen Clown Mr. Smiles, das er seinem Sohn vorlesen soll und von dem er sich fragt, wo es eigentlich herkommt.

DC Comics

Was ist hier los? Und wer behandelt hier eigentlich wen? Das sind die Fragen, die die Spannung erzeugen und am Ende auf eine furchterregende Eskalation hinauslaufen. So gruselig das Ganze inszeniert ist, so bildgewaltig und mitreißend ist es auch. Sorrentino erweist sich erneut als Virtuose des Visuellen und Lemire lässt ihm mit seiner aufs Nötigste reduzierten Geschichte viel Spielraum, sich zu entfalten. Da gibt es Panels in Form von Zähnen und Fischen, Seiten aus einem Kinderbuch, die wie von einem anderen Künstler geschaffen zu sein scheinen.

Der Joker wird hier mystifiziert als eine Urgewalt, als eine Art Krankheit, die jeden infiziert und korrupiert, mit der sie zu tun hat. Keine neue Facette (vgl. Azzarellos Joker), aber eine, in der sich die Leser wiederfinden und sich fragen können: Warum eigentlich sind WIR so fasziniert von dieser Figur? Vielleicht weil er so ungreifbar bleibt – und daher der perfekte Schurke ist.

Batman und der Smile Killer

Auch Batman ist davor nicht gefeit. Im One-shot Batman: The Smile Killer lernen wir, dass schon der junge Bruce Wayne Bekanntschaft mit Mr. Smiles gemacht hat – in einer TV-Show für Kinder. Wenn auch einer ziemlich seltsamen Show, in der die Handpuppe Kinder dazu auffordert, mit einer möglichst großen und scharfen Schere zu basteln. Nachdem Bruce Mr. Pouts gezeichnet hat (eine Art Batman), soll er sich ein Auge ausstechen. Seine Mutter kann ihn gerade noch davor bewahren. Allerdings verpasst sie ihm eine Ohrfeige.

Jahre später jagt Batman den Joker und findet sich plötzlich selbst als Patient in Arkham wieder. Batman soll nur eine Illusion sein, sagt ihm sein Mitinsasse, Ben Arnell. Das Motiv ist vertraut: Man kennt es aus The Last Arkham, sowie aus Dreams in Darkness (BTAS S01E28), außerdem bedient sich die Story bei Motiven aus Identity Crisis (Detective Comics #633, 1991) bzw. Perchance to Dream (BTAS S01E30). Hier jedoch wird es zugespitzt: Der kleine Bruce soll, in Clownsschminke, seinen Vater erschossen haben. Seitdem wird er von James Gordon behandelt. Hier wird eine Shutter-Island-Story draus. So scheint es zumindest …

Denn es endet offen, wenn man überhaupt von einem Ende sprechen kann, selbst das bleibt offen. Und so lässt einen dieser Schlussteil mit einem Rätsel zurück. Wird es eine Fortsetzung geben? So verlockend es scheint: Vielleicht wäre es besser, wenn manche Rätsel ungelöst bleiben. So bleibt man als Leser selbst in dieser kafkaesken Situation gefangen. Und damit hätte man immerhin eine weitere Joker-Story mit Mehrwert. Eine, die sich traut, die Grenzen des Erzählbaren weiter auszureizen. Bis hin ins Irrationale.

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Robin geht Solo

DC Comics

Titel: The Teen-Age Terrors

Zeichner: Win Mortimer

Erschienen: 1947 (Star Spangled Comics #65), Hardcover 2005 (Robin Archives Vol. 1)


Sieben Jahre nach seinem ersten Auftritt (Detective Comics #38) macht sich Robin selbstständig: in der Serie Star Spangled Comics. Schon auf dem Cover ist das symbolträchtig markiert: Hier tritt der Wunderknabe nicht nur aus Batmans Schatten, er macht sich auch los vom Dynamischen Duo. Batman taucht nur in einem Panel auf. Alfred inspiziert in der Hall of Trophies ein sonderbares Messer und fragt nach der Herkunft. Batman deutet an, dass sich dahinter ein Fall verbirgt, den Robin allein gelöst hat. Dann erzählt Robin die Story.

Dick erwischt einmal drei Jungs bei einem Einbruch, als sie gerade Pelze stehlen wollen. Nach kurzem Kampf liefert er die drei bei der Polizei ab. Dort erfährt er, dass sie gerade aus einer Besserungsanstalt kommen, der Boyville Reform School. Wirkt eher wie eine Schule für Kriminelle, sagt sich Robin – und er soll Recht behalten. Zuerst schaut er sich dort als Robin um, dann geht er mit dem Segen von Commissioner Gordon undercover.

Verbrechen zahlt sich nicht aus

Als Dynamite Denny verschafft er sich bei den Mitschülern zunächst mit der Faust Respekt. Dann wird der Mechaniker Joe Beasley auf ihn aufmerksam. Der bringt den Jungs nachts im Keller bei, wie man in Häuser einbricht. Dick spielt mit, beweist Talent, doch als er bei seiner ersten Aktion mit zwei Gaunern Musikinstrumente stehlen soll, wechselt er die Klamotten und vereitelt den Plan als Robin – fast buchstäblich mit Pauken und Trompeten.

Joe ist nicht erfreut. Am nächsten Tag trichtert er den Kindern ein, dass Gauner wie Millionäre leben: Sie brauchten nicht zu arbeiten oder früh aufzustehen und sie kriegten alles für lau. Dick widerspricht, da holt Joe mit dem Messer nach ihm aus. Zwei Hiebe strecken Joe nieder. Dick zerreißt seinen Pullover und offenbart sich den anderen als Robin – unnötig, aber unser Wunderknabe ist eben eitel. Als Joe ihn erschießen will, lässt Robin eine Lampe auf ihn fallen.

Nein, Verbrechen zahlt sich nicht aus, sagt er seinen Kumpels. Wenn es das täte, wären sie nicht in der Besserungsanstalt und die Gefängnisse wären leer. Selbst wenn einer 50-mal davonkommt, verliert er alles auf einmal, wenn er einmal geschnappt wird. – Das überzeugt die Jungs, ein neues Leben anzufangen. Tatsächlich ist später aus allen etwas geworden, bestätigt Batman am Ende. Doch zu sehen ist nur sein Schatten. Batman spricht aus dem Off. Diese Bühne gehört ganz Dick Grayson.

Damit beginnt eine fünfjährige Solokarriere, die Robin in jeder weiteren Ausgabe von Star Spangled Comics bis zur letzten (130) verfolgen darf. Das Dickens’sche Motiv der Verbrecherschule für Kinder kehrt im Zusammenhang mit Robin in den 80ern wieder, bei Jason Todd in Second Chances.

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