Batman gegen Signalman

Kampf auf der Waage: Batman gegen Signalman (DC Comics)

Titel: The Signalman of Crime/The Return of Signalman/Signalman Steals the Spotlight

Autor/Zeichner: Bill Finger, Len Wein/Sheldon Moldoff, Ernie Chan

Erschienen: 1957/1959, 1976 (Batman #112/124, Detective Comics #466)


Auch wenn der Riddler in den 50ern nicht in den Comics auftauchte, gab es immer wieder Schurken, die Batman mit rätselhaften Hinweisen beschäftigten. Einer von denen war Signalman, keine Eintagsfliege, aber wie der Riddler kam er auch nur zweimal vor, bis er in den 70ern ein kurzes Revival erlebte. Wobei: Das stimmt nicht ganz. Aber der Reihe nach.

Es beginnt mit Phil Cobb, einem Kleinganoven mit großen Ideen. Er kommt nach Gotham, um Karriere als Krimineller zu machen. Aber das ist gar nicht so leicht: Man muss sich erst einmal einen Namen machen, um mitmischen zu dürfen – ein Widerspruch in sich, denn wie soll man sich einen Namen machen, wenn man nicht mitmischen darf. (Das ist übrigens auch das Dilemma des Künstlers.) Doch als Cobb das Batsignal am Himmel sieht, wird es auch ihm zum Zeichen. Er will sich Respekt verschaffen, indem er beweist, schlauer zu sein als Batman.

Der Herr der Symbole: Signalman triumphiert (kurz). (DC Comics)

Cobb schlüpft in ein gelb-rot/orangenes Kostüm mit einer Sonne auf der Brust, gestreifter Unterhose und unzähligen Symbolen auf dem Cape. Als Signalman schickt er Batman ein Zeichen: einen Besen mit einem Atomsymbol. Die Spur führt zu einer Hobby-Ausstellung. Signalman entkommt auf raffinierte Weise, indem er die Schilder zweier Türen vertauscht. So steht Batman plötzlich vor einer Besenkammer, statt Signalman durch den Ausgang zu folgen. Derlei getäuscht und gedemütigt, macht sich Batman gar nicht erst die Mühe, die andere Tür zu öffnen. Signalman hat triumphiert!

Die nächste Spur (ein Tannenbaum) führt ihn zum Planetarium, wo der Schurke einer alten Dame die Halskette stehlen will. Es kommt zum symbolträchtigen Höhepunkt in der Halle der Sternzeichen, wo Signalman die Waage besteigt und mit dem Symbol des Schützen, einem Pfeil, wirft. Dann entkommt er mit einem Fallschirm.

Das Finale findet auf hoher See statt. Signalman sperrt Batman und Robin auf einem Schiff ein. Sie befreien sich dank der Symbole auf Flaggen und Signalman haut mit dem Bat-Launch (einem Motorboot) ab. Doch dann übersieht er eine Boje, rammt einen Felsen und seine Flucht endet. Pointe: Der Signalman hat ein Zeichen übersehen …

The Return of Signalman

Noch einmal Kampf auf der Waage: Batman gegen Signalman.

Zwei Jahre später flieht Cobb aus dem Knast und versucht wieder, in der Unterwelt Gefallen zu finden. Aber mit einem Versager wie ihm will niemand etwas zu tun haben. Also auf ein Neues. Signalman schickt banale Hinweise, Batman und Robin spüren ihn auf, er ist erstaunt und flieht. Es geht auf ein Showboat, ein Filmset und schließlich zur Polizeiausstellung. Diesmal gelingt es Signalman tatsächlich, eine wertvolle Kette zu stehlen.

Am Ende will er eine Sammlung von Polizeimarken klauen, weil sie Batman geschenkt werden soll. Wenn Signalman Batmans Eigentum besitzt, so denkt er, wird ihn die Unterwelt respektieren. Dass die Sammlung aber noch gar nicht Batman gehört, ist dabei nicht so wichtig. Es kommt zum Kampf auf einem Riesenmikroskop und wieder landet Signalman auf einer Riesenwaage – dort endet es dann. Natürlich wieder sehr symbolträchtig: Am Ende siegt immer die Gerechtigkeit, auch wenn die Waage strenggenommen kein Symbol der Polizei, sondern der Justiz ist, aber mit Zeichendeutung sollte man es nicht so genau nehmen.

Von Signalman zum Blue Bowman

Batman & Robin gegen Blue Bowman

Signalman als Blue Bowman (DC Comics)

Dann scheint es vorbei zu sein mit Signalman. Ist es auch. Denn Cobb macht etwas, das selten ist unter Superschurken: Er schult um und legt sich eine neue Masche zu. Er lernt Bogenschießen und wird zum Blue Bowman (Batman #139, 1961), eine Art böser Robin Hood, bzw. böser Green Arrow, denn von dem hat Cobb sich inspirieren lassen. Gleich als erstes bekommt Batman einen Boxhandschuhpfeil ins Gesicht geschossen, Batman wird eingewickelt mit einem Bumerangpfeil, später, in einer Kerzenfabrik, fliegt ein Kreissägenpfeil.

Doch nachdem sich Batman und Robin aus ihren Wachsfallen befreit haben, zeigt Batman, welche Tricks er auf Lager hat: Mit einem „Saw-Tooth-Batarang“ zerreißt er das Netz des Bowman, ein „Fire-Prevention Batarang“ verhindert ein Feuer, ein „Spinning Batarang“ dreht sich offenbar wie von Zauberhand durch die Luft und wirbelt Federn auf, die den Bowman gegen eine Zielscheibe prallen lassen. Damit ist Cobbs zweite Karriere wieder nach kurzer Zeit beendet.

Rückkehr ins Spotlight

Batman vs. Signalman in Detective Comics #466 (1976)

Batman vs. Signalman in Detective Comics #466 (1976) (DC Comics)

15 Jahre später kommt es dann zum Comeback als Signalman. Und das bemerke Jnswerterweise ohne einen neuen Look – selbst die gestreifte Unterhose bleibt gleich. Zu Beginn lässt er es richtig krachen: Zwei Züge lässt er kollidieren, um an einen Diamanten zu kommen. Batman hat eigentlich keine Lust, sich darum zu kümmern, würde sich lieber ein Spiel im Fernsehen ansehen, aber da geht es James Gordon genau so – Pflicht ist Pflicht, was soll man machen?

Schließlich kommt Batman aber doch noch zum Spiel: Signalman raubt die Einnahmen aus dem Stadion und entkommt, indem er über eine Anzeige einen falschen Feueralarm auslöst. Zeichen kann er. Dann klaut er auch noch einem Jungen eine Trophäe, die ihm von der Polizei überreicht wird – aber nur bis auch Batman auftaucht. (Woher? Warum? Man weiß es nicht.) In der Turnhalle liefern sie sich einen akrobatischen Zweikampf. Signalman entkommt wieder durch ein Ablenkungsmanöver, diesmal mit einem kleinen Feuerwerk – aber das lenkt auch Batman so sehr ab, dass der Schurke ihn ausknocken kann.

Symbolträchtiger geht’s nicht: Signalman fesselt Batman im Bat-Signal.

Signalman bringt Batman aufs Dach des Polizeihauptquartiers und fesselt ihn im Bat-Signal selbst. Dort eingeschlossen soll er verbrennen, wenn die Polizei den Scheinwerfer wieder einschalten sollte. Symbolträchtiger geht’s nicht. Nur: Warum sollte man Batman damit rufen wollen, wenn er doch entführt worden ist? Das fragen die Polizisten auch Gordon, aber er erinnert noch an die Nebenfunktion des Signals: Es soll den Schurken Angst einjagen. Und immerhin hat der Signalman einen Symbol-Fetisch …

Batman springt am liebsten durch Glas.

Doch noch bevor das Schlimmste eintreffen kann, befreit sich Batman selbst und bricht – na klar – durch das Glas. Um Hilfe rufen wäre auch eine Option gewesen, immerhin hat er auch Gordon nahen gehört, aber man muss ja in der Rolle bleiben und seinem Ruf gerecht werden. Am Ende will Signalman sich mit einem Oldtimer davonmachen, Batman springt drauf, da kommt Signalman vom Weg ab und stürzt in den Abgrund. Er hat mal wieder das wichtigste Zeichen von allen übersehen: das Schild mit der Aufschrift „Dead End“.

Aber tot ist der symbolträchtige Schurke damit noch lange nicht. Im Jahr 1981 taucht Signalman in Justice League #195-197 auf, wo er sich mit anderen Schurken verbündet. Aber das ist eine andere Geschichte.

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