Comic

Neuschnee für Mister Freeze

DC Comics

Titel: Night of the Owls – First Snow

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV/Jason Fabok

Erschienen: 2012 (Batman Annual #1), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„You claim to act out of love, but I don’t thing you even understand the meaning of the emotion!“ (Batman)

Nach dem Neustart des DC Universums (The New 52) hat auch Mister Freezes Origin ein Update bekommen. Im Tie-in zum ersten Batman-Event, Night of the Owls, kann man es nachlesen. Die Änderungen:

  • Die traurige Kindheit wurde durch eine glückliche ersetzt, aber Fries wurde zum Muttermörder gemacht.
  • Nicht Gothcorp, sondern Bruce Wayne war der Arbeitgeber von Victor Fries, als er an einer Heilung für Nora arbeitete und seine Experimente unvollendet abbrechen musste.
  • Nora ist nicht Victors Frau, sondern eine Fremde, die schon länger eingefroren wurde und über die Fries promoviert hat.

Victor Fries bildet sich also lediglich ein, dass er „seine“ Frau rächen müsse. Er ist von einer tragischen zu einer lediglich armseligen Figur geworden, auch wenn er zunächst bessere Startbedingungen zu haben scheint. So beginnt er etwa als deutlich attraktiverer Mann. Als Mister Freeze trägt er einen Irokesenschnitt und einen Anzug mit freien Armen. (Der Anzug wird von Wayne Corp angefertigt, ebenso wie die rote Brille.) Warum es ihm nicht zu warm wird, kann man sich so erklären: Er kann aus seinem Körper heraus Kältestrahlen erzeugen. Warum er dann trotzdem Zugang zur Wasserleitung braucht, um aus Arkham auszubrechen, und sich vom Pinguin eine Eiskanone holen muss, ist wohl ein Geheimnis aus den Untiefen des Plot Holes.

Wie dem auch sei: Freeze wurde zudem auch vom Rat der Eulen benutzt, um die Talon-Krieger zu erschaffen. Nightwing und Robin versuchen, ihn aufzuhalten. Doch nur Batman schafft es. Er konfrontiert ihn mit der Wahrheit und Schlägen. Doch sie sind es nicht, die Freeze ausknocken, sondern ein Modul, das Freeze einheizt. Der Glashelm bleibt diesmal heil.

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Legends of the Dark Knight: Snow

DC Comics

Titel: Snow (dt. Schnee)

Autor/Zeichner: Dan Curtis Johnson, J.H. Williams III/Seth Fisher

Erschienen: 2005 (Legends of the Dark Knight #192-196), Paperback 2007; dt. Panini 2006 (Paperback)


„Why is the Bat fighting me? I’m not his enemy … they are. Those criminals … and murderers.“ (Victor Fries)

Victor Fries hat zwei Probleme: Der Wissenschaftler soll eine Waffe bauen, will aber nicht. Außerdem hat er eine kranke Frau. Es sieht nicht gut für sie aus. Also nimmt er die Medizin in die eigene Hand und will sie mittels seiner Maschine, die keine Waffe sein soll, heilen. Das geht schief. Die Frau erfriert im Eisklotz. Daraufhin versucht er, ihr in den Tod zu folgen. Aber weil sie ihm in einer Vision als eine Art Eisfee erscheint, wird er lieber zu Mister Freeze und kämpft gegen seine ehemaligen Kollegen, um zu verhindern, dass die Waffe wieder gebaut und verkauft wird.

In der Zwischenzeit hat Batman andere Sorgen: Er verfolgt einen Gauner namens Peter Scotta Und weil die Polizei ihm dabei nicht helfen will und er alleine nicht klarkommt, stellt er ein Team von No-Name-Outsidern zusammen, um den Mann zu kriegen. Zunächst läuft alles glatt, doch dann tanzt einer aus der Reihe und ruiniert auch die Ermittlungen der Polizei. Schließlich geht Fries gegen Scotta vor, weil dieser Interesse an der Waffe hat. Fries will also keine Rache. Er will der Held sein, der Schlimmeres zu verhindern versucht. Tragischerweise ist er verblendet, er hat den Sinn für die Realität verloren.

Was an dieser Neufassung von Freeze’s Origin am meisten auffällt, ist ein ungewöhnlicher Zeichenstil, der sich nur schwer einordnen lässt. Einerseits sind die Linien sehr präzise, klar und so streng, dass es den Figuren an Leben fehlt, andererseits gibt es immer wieder Ausfälle ins Karikaturenhafte. Da erscheinen schon mal Köpfe gestaucht untereinander wie in einem Totempfahl oder es kommt auch schon mal Rauch aus den Ohren des wütenden James Gordon. Batman wirkt alles andere als heldenhaft, eher wie ein unbeholfener Trampel, ohne Grazie und Würde. Man gewinnt zuweilen den Eindruck, das Ganze könnte eine Parodie sein, wenn die Story nicht so bierernst wäre. (Und so langweilig.)

Insgesamt ist Snow eine eigenartig unentschlossene Angelegenheit, die versucht, ins Altbekannte neue Aspekte hineinzubringen, aber dann doch zum Status quo zurückkehrt. Und diesen Kalauer kann ich mir nicht verkneifen: Diese Geschichte lässt einen ziemlich kalt.

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Superman erinnert an amerikanische Werte

DC Comics

In den 50ern wurde ein Poster verbreitet, auf dem Superman Kinder vor Rassismus warnt: Die USA seien ein Land, das sich aus Menschen verschiedener Herkünfte und Religionen zusammensetze, sagt er. Amerika bedeutet Vielfalt – dem zu widersprechen ist unamerikanisch, so die Nachricht darunter. Bereits 1949 hat der DC-Vorgänger National Comics diese Grafik auf Schulbuch-Hüllen drucken lassen. DC hat das Poster nun restauriert und neu auf seiner Website veröffentlicht.

Zur Erinnerung: Die Schöpfer von Superman, Jerry Siegel und Joe Shuster, waren Juden. Was ebenso für die Batman-Schöpfer Bob Kane und Bill Finger gilt. Und Superman selbst ist – trotz seines menschlichen Aussehens – nicht mal ein Geschöpf der Erde. Man kann sich also keine bessere Comicfigur für die Vermittlung amerikanischer Werte vorstellen.

DC Comics

Supermans „Code for Buddies“

Auch in den Comics rief Superman mehr zur Toleranz auf, etwa in der Kurzgeschichte „Code for Buddies“, erschienen z.B. in Star Spangled Comics #130 (1950). Darin setzt er sich gegen Antisemitismus und Rassismus ein. Er erteilt Kindern eine Lektion, indem er ihnen zeigt, dass auch jüdische Soldaten im Zweiten Weltkrieg für Freiheit und gegen Intoleranz gekämpft haben.

DC Comics

Supermans Botschaft ist klar: Es sollte niemals eine Rolle spielen, welcher Religion ein Mensch angehört, welche Hautfarbe er hat oder wo seine Eltern geboren sind.

Auch ein „Übermensch“ steht nicht über der Menschlichkeit. Im Gegenteil: Er geht mit bestem Beispiel voran.

Mehr zum Thema:

Legends of the Dark Knight: Cold Snap

Titel: Cold Snap

Autor/Zeichner: J. Torres/David Lopez

Erschienen: 2005 (Legends of the Dark Knight #190-191), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„Some say the world will end in fire,
Some say in ice.
From what I’ve tasted of desire
I hold with those who favor fire.
But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To say that for destruction ice
Is also great
And would suffice.“ (Robert Frost)

Mister Freeze klaut Diamanten. Und Pinguine. Und eine Lilie. Und eine nicht allzu wertvolle Statue. Und all das wird – nach alter Freeze-Gewohnheit – in Eisblöcke eingefroren. Was das soll? Der Schurke stattet damit sein kaltes Grab aus, nach dem Vorbild altägyptischer Pharaonen will er all diese Dinge mit ins Jenseits nehmen. Freeze plant, sich selbst zu töten, indem er sich selbst noch kälter einfriert. Batman versucht, ihn davon abzubringen.

Bruce Wayne erzählt die Geschichte seinem Butler Alfred bei einer heißen Tasse Kaffee, angereichert mit einigen Kalauern, als Reminiszenz ans gute alte Silver Age, in dem Mister Freeze seinen wortspielreichen Anfang nahm.

Der Mister Freeze des 21. Jahrhunderts ist kein Verbrecher mehr, der Diamanten klaut, um sich zu bereichern. Er klaut auch keine Kunst mehr, um sich daran zu erfreuen. Er opfert sich nicht selbstlos für das Wohl seiner Frau, er will keine Rache mehr  und er richtet nicht mehr über andere. Er hat jegliches Ziel im Leben verloren. Deshalb zieht er die Folge daraus und strebt nach der Selbstauslöschung. Aber Freeze geht nicht einfach dahin, ohne Schaden um sich herum anzurichten – und andere in den Tod mitzunehmen. Tragischer geht es nicht mehr.

>> Liste der Mister Freeze-Comics

Neue Batman-US-Comics: Vorschau auf 2018

Im nächsten Jahr erwarten uns viele weitere Batman-Comics: Scott Snyders All-Star Batman geht zuende, zugleich bekommen wir von ihm eine Story mit dem neuen Sidekick The Signal (Duke Thomas). Zu erwarten sind noch Sammelausgaben zu den neuen Mini-Serien Batman: White Knight, Dark Prince Charming und Creature of the Night – alles noch ohne Erscheinungsdatum. Parallel zu den Sammelbänden erscheinen noch das Batman-Event DC Metal und das Watchmen-Crossover Doomsday Clock.

Im Januar wird die kurzlebige Serie Anarky (1999) als Paperback neu aufgelegt. Bisher war nur die erste Mini-Serie über den Schurken in einem Sammelband erschienen.

Das Jahr 2018 wird im Zeichen von Superman stehen: der feiert nämlich seinen 80. Geburtstag. Dazu erscheint im April die 1000. Ausgabe von Action Comics, die zudem noch von einer fast 400-seitigen Deluxe-Edition begleitet wird.

Von Batman-Autor Tom King erscheint im März außerdem ein Comic über Mister Miracle, ebenfalls im März soll Green Lantern: Earth One herauskommen.

Rebirth-Titel sind kursiv geschrieben.

Januar

  • Batman Beyond Vol. 2 (Paperback)
  • Batman: Shadow of the Bat Vol. 3 (Paperback)
  • Batman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1 (Paperback)
  • Tales of the Batman: Alan Brennert (Paperback)
  • Anarky: The Complete Series (Paperback)

Februar

  • Batman: Legacy Vol. 2 (Paperback)
  • Batman: The Golden Age Vol. 4 (Hardcover)
  • Batman and the Outsiders Vol. 2 (Hardcover)
  • DC Meets Looney Tunes (Paperback)
  • Robin: Year One – Deluxe Edition (Hardcover)

März

  • All-Star Batman Vol. 3: First Ally (Hardcover)
  • All-Star Batman Vol. 2: Ends of the Earth (Paperback)
  • Batman and Harley Quinn (Paperback)
  • Batman: New Gotham Vol. 2 (Paperback)
  • Batman: Super Powers (Paperback)
  • Batman: Tales of the The Man-Bat (Paperback, enthält Showcase ’94 #11, Man-Bat #1-3, 1996; Man-Bat #1-5, 2006)
  • Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Vol. 2 (Paperback)
  • Tales of the Batman: Gene Colan Vol. 2 (Hardcover)

April

  • Detective Comics Vol. 5: A Lonely Place of Living (Paperback)
  • Batman Arkham: Hugo Strange (Paperback)
  • Batman Noir: The Dark Knight Strikes Again (Hardcover)
  • Batman ’66 Meets Wonder Woman ’77 (Paperback)
  • Batman: The Dark Knight Detective Vol. 1 (Detective Comics #575-578, Full Circle) (Paperback)
  • Batman: Gothic (New Edition) (Paperback)

Mai

  • Batman Vol. 5: Rules of Engagement (Paperback)
  • Batman & The Signal (Paperback)
  • Batman: Detective Comics: The Rebirth Deluxe Edition Book 2 (Hardcover)
  • Dark Days: The Road to Metal (Hardcover)
  • The Shadow/Batman (Hardcover)
  • Batman: Ghosts (Sam Kieth, Paperback)
  • Batman Knightfall Omnibus Vol. 3 – Knightsend (Hardcover)

Juni

  • Detective Comics Vol. 6: Fall of the Batmen (Paperback)
  • Dark Nights: Metal (Deluxe Edition)
  • Dark Nights: Metal – The Nightmare Batmen (Hardcover)
  • Batman Rebirth Deluxe Edition Vol. 2
  • Batman Beyond Vol. 3
  • The Golden Age Omnibus Vol. 5 (Hardcover)

Juli

August

  • Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles II
  • Batman by Doug Moench & Kelley Jones Vol. 2
  • Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 2
  • Batman: The Caped Crusader Vol. 1 (Ten Nights of the Beast/A Death in the Family)
  • Batman ’66 Omnibus

September

  • Batman: Preludes to the Wedding (Paperback)
  • Detective Comics Vol. 7: Batmen Eternal (Paperback)
  • Batman: White Knight (Paperback)
  • Batman Arkham: Penguin
  • Batman: The Brave & the Bold: The Bronze Age Omnibus Vol. 2
  • Prelude to Knightfall (Paperback: Vengeance of Bane, Batman #484-491, Detective Comics #654-658)
  • Knightfall Vol. 1 (Paperback)
  • Knightfall Vol. 2 (Paperback)
  • The Arkham Saga Omnibus
  • Absolute Batman: The Killing Joke
  • Gates of Gotham Deluxe Edition (Paperback)
  • The Court of Owls Saga (Essential Edition) (Paperback)
  • The Arkham Saga Omnibus (Hardcover)
  • Sins of the Father (Paperback)
  • Bane: Conquest (Paperback)

Oktober

  • Batman Vol. 7
  • Detective Comics: The Rebirth Deluxe Edition Book 3
  • Knightquest: The Crusade Vol. 1
  • Knightquest: The Crusade Vol. 2
  • The Complete Silver Age Newspaper Comics Slipcase Set (Paperback)

November

  • The Brave and the Bold: Batman and Wonder Woman (Hardcover)
  • Creature of the Night (Hardcover)
  • The Dark Prince Charming (Hardcover)
  • Knightquest: The Search (Paperback)
  • Batman by Francis Manapul & Brian Buccellato Deluxe Edition
  • Haunted Knight New Edition (Paperback)

Dezember

  • Batman: The Rebirth Deluxe Edition Book 3
  • Detective Comics Vol. 8 (Paperback)
  • Knightsend (Paperback)
  • The Golden Age Omnibus Vol. 6

(Der Artikel wurde zuletzt am 21.3.2018 aktualisiert.)

Batman-Splitter #7: Wenn Batman lacht

Batman kann alles. Außer Spaß haben. Batman ist der Griesgram, der Miesepeter, der Spielverderber schlechthin. Ein verbitterter Rächer, der nichts als sein Trauma im Hinterkopf und seine Mission vor Augen hat. Verblendet, fanatisch und absolut humorbefreit. Als das Gegenteil vom bunten Strahlemann Superman konzipiert, haftet Batman das Image des düsteren Gesellen an. Wenn Batman lacht, wird’s gruselig. Dann ist er nicht er selbst. Er steht unter Fremdeinfluss, wie etwa unter dem des Joker-Gases. Oder er ist der Joker selbst. In diese Richtung geht es im derzeit laufenden Event Dark Nights: Metal. Neue Zeichnungen und Cover zeigen mit dem neuen Schurken The Batman Who Laughs eine Fusion aus Batman und dem Joker.

Der Name spielt auf den Film „The Man Who Laughs“ von 1928 an, dessen Hauptfigur Bill Finger einst als Inspirationsquelle für die Schöpfung des Jokers diente. Ein Mann, der nicht anders als grinsen kann – eine Perversion des Lachens. Doch der Joker hat mit der Zeit viel von seinem Schrecken eingebüßt. Deshalb ließ man ihn 2011 sich das Gesicht abschneiden und kurz darauf wieder anheften. Mit dem Man Who Laughs wird das Konzept erneut gesteigert, indem man den Joker in ein Gothic-mäßiges Batman-Kostüm steckt und seine Augen von einem stacheligen Metallreif verdecken lässt. Damit wird auch das Konzept des Dunklen Ritters pervertiert: Batman ist zwar dadurch auch im Inneren so düster wie er nach Außen wirkt, aber sein fieses Grinsen lässt den Aufzug absurd erscheinen.

detective comics 38 (DC Comics)

Dabei ist ein lächelnder Batman – historisch betrachtet – gar nicht mal so ungewöhnlich. Zwar war der Dunkle Ritter am Anfang, als er noch ein Einzelgänger war, noch sehr düster, aber schon sehr früh, änderte sich seine Erscheinung – und blieb drei Jahrzehnte lang so. In seinem erstem Jahr (1939 bis 1940) huscht Batman kaum ein Lächeln über die Lippen. Aber dann, im April 1940, kommt Robin. Und siehe da: Batman strahlt regelrecht auf dem Cover von Detective Comics #38, das den Sidekick einführt. Er lacht – genauso wie der junge Mann neben ihm. Robin bringt Batman das Lachen bei. Und das soll ihm so schnell nicht vergehen. Mit Robin wird alles leichter, heiterer, lässiger. In den 40er, 50er und 60er Jahren ist die Comicwelt knallbunt und fröhlich. Im Grunde geht es in den Geschichten nur darum, diesen Status quo wiederherzustellen. Und das gelingt den Superhelden spielend: Egal, ob das Dynamische Duo alleine kämpft oder mit Superman. Zwischen den Helden besteht nur äußerlich ein Unterschied, in ihrem Aussehen und Fähigkeiten, aber ihre Mentalität ist gleich. Passend dazu sind die Sprechblasen voller Kalauer.

Detective Comics #332 (1964, DC Comics)

Interessanterweise folgt kurz nach der Einführung von Robin auch der erste Auftritt des Jokers. Mit der kindlichen Fröhlichkeit hält auch ein falsches Lachen in die Comics Einzug, das im grotesken Widerspruch zu den willkürlichen Morden des Schurken steht. Doch auch der wird bald gezähmt zu einem harmlosen Clown, der Menschen nicht mehr mit einem Lächeln tötet, sondern nur noch ärgert. Der Joker – nicht mehr als eine Witzfigur, die Batman mehr nervt als schockiert. Der Held ist immer der, der zuletzt lacht.

The Dark Knight Returns: Batman & Joker (DC Comics)

Erst in den 70ern wird es wieder ernster und düsterer. Nach und nach vergeht Batman das Lachen. Bis hin zum ultimativen Tiefpunkt, der in der Comicgeschichte ein Höhepunkt ist: Frank Millers The Dark Knight Returns. Doch auch in dieser knallharten Dystopie mit seinem gebrochenen Helden, findet Batman noch die Kraft zu einem Lächeln. Doch es ist nur noch das müde Lächeln eines vom Todestrieb gelenkten Zynikers, der nichts mehr zu verlieren hat. Als der Joker endlich tot neben ihm liegt, ist aber Schluss mit lustig: „Stop laughing“, sagt Batman zu der Leiche seines Erzfeindes. Selbst das brennende Skelett des Jokers scheint noch zu lachen. Dem verletzten und gebrochenen Batman ist der Anblick sichtlich unheimlich.

Batman lacht nicht mehr. Der Held, der Gute der Geschichte, ist ein Dunkler Ritter mit finsterem Gemüt. Das Gelächter ist den Bösen und den Irren überlassen. Gotham City ist von daher eine verkehrte Welt, in der bunte Clowns Kinder töten und teuflisch, dämonenhaft wirkende Schreckgespenster sie davor bewahren. Der erste Eindruck ist falsch. Wer hier lächelt, der täuscht. Er grinst eigentlich hinterlistig und führt Schlimmes im Schilde. Wer grimmig dreinschaut, stellt sich als Retter in der Not heraus.

Im Jahr darauf, 1987, beweist Batman in der regulären Serie Selbstironie: Er lacht schallend, als er sieht, dass jemand die Reifen des Batmobils gestohlen hat. „And Batman does something he has never done before, in Crime Alley …“, heißt es in Batman #408, bevor er auf den Dieb, Jason Todd, den späteren Robin, trifft.

batmobile-second-chances

Ohne Räder, aber offenbar lustig: Das Batmobil in „Second Chances“.

Ein Jahr später, 1988, macht Alan Moore einen Schritt zurück: In The Killing Joke erzählt er davon, wie der Joker das Lachen lernte. Der Comic endet damit, dass der Joker, von Batman überführt, einen Witz erzählt – und Batman mit ihm darüber lacht. Die Situation ist absurd: Gerade hat der Joker noch Barbara Gordon verkrüppelt und ihren Vater beinahe in den Wahnsinn getrieben, Batman müsste das Lachen also allen Grund haben, spaßbefreit zu sein. Aber am Ende gehen die Gefühle so sehr mit ihm durch, dass er sich sogar vor Lachen an den Schultern des Joker festhält, fast kumpelhaft wirkt es. Manche haben das so gelesen, dass Batman den Joker am Ende mit bloßen Händen tötet – aber dafür gibt es keinen eindeutigen Beleg.

The Killing Joke (DC Comics)

Das nächste Mal bringt Harley Quinn Batman richtig zum Lachen – wenn auch unfreiwillig. In Mad Love (1994) schildert sie Batman, der kopfüber gefesselt über einem Piranha-Becken hängt, ihren Wunsch von einem Leben mit dem Joker. Batman bricht in schallendes Gelächter aus (Harley erschaudert). Es dient der taktischen Einschüchterung, damit Harley verunsichert wird und den Joker herbeiholt, der Batman daraufhin aus der Falle rettet. Trotz seines grundsätzlich ernsten Tones und seiner düsteren Inszenierung lächelt Batman in The Animated Series, auf der Mad Love basiert, sogar ziemlich oft.

Mad Love (1994, DC Comics)

Wenn der moderne Batman lacht, dann höchstens zurückhaltend, wenn er schallend lacht, dann wissen wir: er kann nicht er selbst sein. Oder er wird wahnsinnig, wie etwa in der Story Venom (Legends of the Dark Knight #16), wo der Held zum Drogensüchtigen wird und sich unkontrolliert freut, wenn er an seinen Stoff gekommen ist.

Batman: Venom (DC Comics)

Das Lachen ist etwas, das Batman seinem Alter Ego, Bruce Wayne überlässt. Er setzt die fröhliche Maske auf, um den Milliardär und Lebemann zu spielen. Das Lächeln ist – wie bei seinen Feinden – bloß Fassade, um von seinen wirklichen Absichten abzulenken. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, auch Wayne ist nicht sicher vor den bösen Einflüssen des Jokers: In der Neufassung der ersten Joker-Story, The Man Who Laughs, ist es Bruce Wayne, der vom Joker-Gas infiziert lachen muss. Und in Batman Beyond: Return of the Joker fällt sogar noch der alte Bruce Wayne dem Gas zum Opfer. Darin besteht mittlerweile der Horror von Batman: Wenn hier jemand lacht, dann stimmt etwas nicht. Am meisten gilt das für Batman selbst. Für Spaß sind andere zuständig.

Batman Beyond: Return of the Joker


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DC-Helden treffen Watchmen in „Doomsday Clock“

„The End is Nigh“, stand einst auf dem Schild von Walter Kovacs alias Rorschach, der durch die Straßen von New York ziehend den drohenden Weltuntergang ankündigte. Wer Watchmen gelesen (oder den Film gesehen hat), weiß, dass es nicht so schlimm geworden ist – allerdings ließ das Ende die Möglichkeit offen. Seit dem Start von DC Rebirth wissen wir, dass das nicht das Ende der Geschichte ist. Batman fand den Button des Comedian in seiner Höhle, Dr. Manhattan hat irgendwas mit all dem zu tun. Batman und The Flash sind dem Rätsel bislang nachgegangen. Ende des Jahres beginnt die langerwartete Fortsetzung: Doomsday Clock wird eine zwölfteilige Mini-Serie werden, geschrieben von Geoff Johns (Flashpoint, Batman: Earth One) und gezeichnet von Gary Frank (Batman: Earth One, Superman: Secret Origin). Und auf dem ersten Cover wird zu lesen sein: „The End is Here“.

Die erste Ausgabe erscheint am 22. November 2017 in den USA und soll laut DC 40 Seiten umfassen. Preis: 4,99 US-Dollar. Wem das zu teuer ist (60 Dollar für die gesamte Serie), wird wohl bis zum Jahr 2019 (!) warten müssen, bis die Serie voraussichtlich gesammelt in einem Band erscheinen wird (wenn es keine Verzögerungen gibt). Für die einen wird Doomsday Clock eine harte Abwägung gegen Kosten und der Befriedigung der Neugier. Für die anderen eine Gewissensfrage, ob man die (nicht von Alan Moore autorisierte) Fortsetzung eines ein Comic-Meisterwerks wie Watchmen überhaupt lesen sollte oder ob das Frevel wäre.

Mister Freeze bekämpft den Sommer

DC Comics

Titel: Fire and Ice

Autor/Zeichner: Robbie Morrison/Charlie Adlard

Erschienen: 2005 (Gotham Knights #59),  Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„I hate summer … especially in Gotham.“ (Mister Freeze)

Mister Freeze und Batman sind in einer Eiskugel gefangen, während um sie herum ein Feuer schwelt. Batman ist zudem ans Eis gefesselt. Während seine Fesseln schmelzen, beschlägt Freeze’s Helm. Wie ist es dazu gekommen: Freeze ist mal wieder Amok gelaufen, indem er Menschen im Park vereiste. Das sollte aber nur der Auftakt sein, um auch den Rest der Stadt kalt zu stellen. Mister Freeze, so erfahren wir, mag halt keinen Sommer. Und besonders Gotham im Sommer. Denn zu der Jahreszeit geht es besonders kriminell zu. Freeze will mal wieder den Retter spielen, indem er die Menschen von falschen Hoffnungen befreit. Batman aber macht ihm klar, dass es dem Schurken nur mal wieder um Nora geht, die im Sommer krank geworden ist.

Es sind die bekannten Themen und Motive, die hier neu vermischt werden. Nur am Ende wird ein neuer Aspekt eingeführt: Batman und Freeze müssen zusammenarbeiten, um aus dem Gefängnis aus Feuer und Eis wieder heil rauszukommen. Schluss: der Sommer hat gewonnen. Batman lächelt, Freeze schmollt.

>> Liste der Mister Freeze-Comics

Neue Mini-Serie: Batman – Creature of the Night

DC Comics

DC hat für den Herbst eine neue Mini-Serie angekündigt: Batman: Creature of the Night, ein Vierteiler von Autor Kurt Busiek and Zeichner John Paul Leon. Die Prämisse ähnelt der von Superman: Secret Identity, das ebenfalls von Busiek stammt: Es versetzt das Konzept von Batman in eine „reale“ Welt, in der der Held bislang nur als Fiktion existiert. Die Geschichte spielt 1968 in Boston, Protagonist ist der Junge Bruce Wainwright, ein Batman-Fan, der seine Eltern verliert wie Bruce Wayne. Plötzlich scheint die Trauer und Wut Gestalt anzunehmen – in der Form von Batman, der die Straßen vom Verbrechen befreit. „It’s a story about loss and confronting your inner demons in the face of that loss that takes a turn towards the unusual when a familiar-looking crimefighter begins to appear on the city streets“, heißt es in der Ankündigung. Die ersten Bilder zeugen bereits von einem zumindest visuell interessanten Werk.

DC Comics

Batman: Creature of the Night startet am 29. November 2017 in den USA.

Cover (DC Comics)

Zusammen mit den Mini-Serien Batman: White Knight und Batman: Dark Prince Charming verspricht es ein interessanter Herbst für Batman-Leser zu werden.

Duke Thomas wird The Signal

DC Comics

Zu Batman gehört ein Robin. Der erste wurde Nightwing, der zweite starb und wurde als Red Hood wiederbelebt, der dritte wurde Red Robin, der vierte starb, wurde wiederbelebt und macht jetzt sein eigenes Ding. Zwischendrin gab es noch das ein oder andere Mädchen. Nicht nur als Robin, sondern auch als Batgirl, Huntress, Spoiler, Orphan etc. Im Zero Year wurde ein neuer Charakter eingeführt: Duke Thomas, ein Jugendlicher, dessen Eltern später unter den Folgen des Joker-Gifts leiden, hat sich zunächst im Team We Are Robin versucht. Batman hat ihn als Sidekick ausgebildet, er bekam ein gelbes Kostüm, aber noch keinen Namen. Von Robin wollte Batman nicht sprechen, sondern „etwas Neues“ ausprobieren. Duke blieb zunächst in der Bathöhle, in All-Star Batman durfte er Batman auch im Feld gegen Two-Face helfen.

Jetzt ist es raus: Duke Thomas wird als The Signal Gothams Beschützer am Tag sein. Eine dreiteilige Mini-Serie namens Batman and The Signal startet am 8. November 2017. Geschrieben wird sie von Tony Patrick und Scott Snyder, gezeichnet von Cully Hamner.