Comic

Der tragische Mister Freeze

DC Comics

Titel: Batman – Mr. Freeze

Autor/Zeichner: Paul Dini/Mark Buckingham

Erschienen: 1997 (One-shot), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„I have done nothing to deserve this punishment. I’m an innocent man. One of the few true innocents in this city.“ (Mister Freeze)

Mister Freeze läuft Amok in Gotham: Mit seiner Frostkanone schießt er wild um sich, um das Böse aus der Stadt auszumerzen, die er für die Hölle hält. Selbst Robin wird vereist. Dass Batman dagegen vorgeht und dabei gegen Eisbären und einen Seeleoparden kämpft, ist nur die Rahmenhandlung. Der Kern der Story sind die Rückblenden, die Mister Freeze eine tragische Vorgeschichte geben, die von der Version in The Animated Series inspiriert ist.

Victor Fries hat schon als Kind gerne Tiere in Eiswürfel eingefroren, um ihre Schönheit zu bewahren. Seine Eltern fanden das gar nicht lustig und steckten ihn in ein Heim. Der Junge wurde ein Leben lang gemobbt, bis er an der Uni die Liebe seines Lebens fand: Nora. Die beiden verliebten sich, heirateten, eine Weile war alles gut, bis Nora unheilbar krank wurde. Victor suchte sich einen neuen Job bei Gothcorp, um die Rechnungen fürs Krankenhaus bezahlen zu können. Als die Lage verzweifelt schien, legte er sie auf Eis – in einen Kryo-Schlaf. Doch weil das Projekt gestrichen wurde, gab es Ärger, als Victor sich wehrte, wurde er mit der Flüssigkeit kontaminiert, die ihn so wärmeempfindlich machte.

Im Kälteanzug wurde Fries zu Freeze und beging Rache mit der Frostkanone. Nachdem Batman ihn aufhielt, schwor er, sich auch an ihm zu rächen: „I will find whatever you treasure most … and destroy it in front of your eyes …“ Das Opfer wurde schließlich Robin.

Eine ähnliche Prämisse hat auch die BTAS-Folge Cold Comfort (ebenfalls von 1997), in der ein verbitterter Mister Freeze Amok läuft, um den Menschen wegzunehmen, woran ihr Herz am meisten hängt. Hier sieht sich der Schurke sogar wegen seiner Opferrolle als Unschuldiger, der im Recht ist, über andere zu richten. Eine interessante Entwicklung. Zum ersten Mal kann man den Charakter auch in der Haupt-Continuity der Comics ernst nehmen. Ein Umstand, der jedoch von der Darstellung von Mister Freeze im Film Batman & Robin (1997) wieder zunichte gemacht wurde.

(Bemerkenswert, dass dieses Comic (neben One-shots zu Bane, Batgirl und Poison Ivy) den Film mitbewerben sollte. Die Enttäuschung dürfte nach dieser Lektüre groß gewesen sein, wie sehr Comic und Film sich unterschieden.)

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Todbringendes Eis

DC Comics

Titel: Frozen Assets

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1995 (Batman #525), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Mal wieder die Sache mit dem ewigen Leben dank Eis. Mal wieder der Helm. Mal wieder ein Kühlschrank. Mal wieder Poesie.

Mister Freeze verspricht drei alten Menschen, ihr Leben einfrieren zu können, bis die Wissenschaft den Tod besiegt hat. Doch seine Motive sind nicht edel: In Wahrheit schert er sich nicht um ihr Wohlergehen, sondern will nur an ihr Geld. Die drei kennen Freeze’s kriminelle Vergangenheit und trauen ihm nicht. Daraufhin besucht er einen nach dem anderen von ihnen mit der Frostkanone. Als ob es nicht schon reichen würde, dass er Eisberge als Spuren hinterlässt, hat sich Freeze jetzt auch Visitenkarten zugelegt, auf denen „0°“ (null Grad) steht – soll wohl besonders cool sein.

Batman und Robin kommen dem Mörder auf die Spur (wie schnell das immer gehen kann, wenn Schurken so dick auftragen), Batman zerschlägt im Kampf wieder Freezes Helm und setzt ihn in einen Kühlschrank. Ist ihm nicht kalt genug. Aber ein Verlierer muss nehmen was kommt. Dem Schurken ist einfach nicht zu helfen, wenn er nicht aus seinen Fehlern lernt und endlich in bruchsicheres Glas investiert.

(Autor Doug Moench bringt wieder seine Vorliebe fürs Dichten ein, indem er die zwei Handlanger, die Ice und Cube heißen, miteinander reimen lässt. Soll wohl ein Comic Relief sein, nervt aber unglaublich.)

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Eiskalte Rache (zweiter Versuch)

DC Comics

Titel: Cold Cuts

Autor/Zeichner: Jeff O’Hare/Roderick Delgado

Erschienen: 1988 (Detective Comics #595), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Nachdem Mr. Freeze’s genialer Racheplan an Gotham nicht geklappt hat, kommt jetzt die Rache an Batman. Das geschieht jedoch ziemlich zufällig. Zufall eins: Eine Laserkanone wird geschaffen, mit der man präzise durch alles schneiden kann. Zufall zwei: Mister Freeze büchst aus dem Knast aus. Da er aus Arkam dortin verlegt wurde, um sich wieder besser in die Gesellschaft eingliedern zu können, die aber keine Kältezelle einrichten konnten, wird er im Kühlraum der Küche aufbewahrt. Trotzdem steckt er aber in seinem Kühlanzug. Das soll verstehen wer will. Jedenfalls nutzt er eine Lebensmittellieferung aus, um abzuhauen.

Er bricht im Laser-Labor ein, Batman folgt ihm, Freeze nimmt ihn gefangen und fängt an, ihn mit dem Laser zu zerhacken. Wie es sich für sadistische Schurken gehört, die ihre Rache eiskalt auskosten wollen, fängt er erstmal klein an: mit einem Spitzohr, dann mit dem Gürtel. Zufall drei: ein Batarang fällt heraus. Zufall vier: Batman fängt ihn und wirft ihn aus dem Handgelenk so, dass (Zufall fünf) ein großer Eiszapfen getroffen wird, dieser herunterfällt (Zufall sechs) und dann auch noch irgendeine wichtige Leitung trifft, die einen Kurzschluss verursacht (Zufall sieben). Alles explodiert, Freeze’s Helm geht (wieder) zu Bruch, Batman rettet ihn mit der Eiskanone vor den Flammen.

Dumm gelaufen, aber das Glück ist eben auf Batmans Seite. Und Mister Freeze bleibt einfach ein Versager.

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Eiskalte Rache

DC Comics

Titel: The Glacier Under Gotham

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton

Erschienen: 1984 (Batman #375), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Mister Freeze ist frustriert. Seine Verbrecherkarriere war bisher ziemlich erfolglos. Im Grunde ist er – trotz des Namenswechsels – immer der gleiche Mister Zero geblieben, eine Null. Da halfen auch weder Branchen- noch Stilwechsel. Jetzt will er nur noch Rache. Und die serviert man bekanntlich – Achtung Kalauer! – am besten eiskalt. Gotham City soll eingefroren werden. Weil ihm die Fantasie offenbar nicht genug ist, engagiert er erstmal einen Zeichner, der das Vorhaben erstmal auf Papier inszenieren soll, bevor es in die Tat umgesetzt wird. Da Mister Freeze zwar eine große Eiskanone gebaut hat, die aber immer noch nicht groß genug ist für sein Projekt, nutzt er die Waffe zunächst einmal für einen spektakulären Bankraub. Batman und Robin (Jason Todd) kommen vorbei, folgen der Eisspur und verhindern Schlimmeres, retten zwei Jungfern in Nöten und Batman bekommt einen Kuss als Belohnung.

Eigentlich ziemlich unspektakulär. Freeze legt eine ziemlich erbärmliche Performance hin. Damit man das gleiche nicht über Autor Doug Moench sagen kann, hat er sich die Mühe gemacht, das kurze Abenteuer mit einem Gedicht auszuschmücken, in das die banale Handlung gebettet ist. Das Profane im Kleid des Poetischen – das ist etwas albern und rettet diesen Charakter nicht vor der Unglückseligkeit.

(Das Cover, das Robin im Eis zeigt, hat nichts direkt mit der Geschichte zu tun, deutet aber an, dass Bruce Wayne das Sorgerecht für Jason Todd verlieren wird, aber das ist eine andere Geschichte.)

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Ein langer Trailer für Justice League

„You Can’t Save the World Alone“, lautet das neue Motto des Justice League-Films, der im November in die Kinos kommen soll. Man kann die Welt nicht allein retten. Also versuchen es die fünf Superhelden gemeinsam: Batman, Wonder Woman, Flash, Aquaman und Cyborg. Auf der San Diego Comic Con wurde nun ein neuer, vier Minuten langer Trailer vorgestellt, der noch mehr zeigt: mehr Action, mehr Sprüche, den Schurken und eine Andeutung. Superman kehrt zurück.

Weitere Erkenntnisse zum DC Extended Universe von der Comic-Con:

  • Suicide Squad 2 kommt.
  • Es wird einen Justice League Dark-Film geben.
  • Der Flash-Film wird Flashpoint heißen und auch auf dem gleichnamigen Comic-Event basieren.
  • Es wird einen Batgirl-Film von Joss Whedon geben.
  • Es wird einen Wonder Woman 2-Film geben.
  • Schon vor der Comic-Con verkündete The Batman-Regisseur Matt Reeves, dass er ein neues Drehbuch schreiben wird, statt das von Ben Affleck zu verwenden. Wann der Film kommt, ist noch unklar.

Grant Morrison kehrt nach Arkham zurück – und nach Themyscira

Batman #666 (DC Comics)

Autor Grant Morrison wird seine Batman-Story Arkham Asylum: A Serious House on Serious Earth fortsetzen. Wie der Autor auf der San Diego Comic-Con angekündigt hat, soll der zweite Teil in der Zukunft spielen, die er einst in Batman #666 (2007, erschienen in Batman and Son) für Damian Wayne entworfen hat. Gezeichnet wird der 120 Seiten-Band von Chris Burnham, der bereits an Batman Incorporated (2010-2013) mit Morrison zusammengearbeitet hat. Ein Erscheinungstermin steht noch nicht fest. Arkham Asylum, 1989 erschienen, ist eines der ungewöhnlichsten und anspruchsvollsten Batman-Comics. Es ist weniger eine Story, als eine kritische Analyse von Batman, verstörend illustriert von Dave McKean.

Außerdem hat Morrison sein nächstes Werk vorgestellt: Den zweiten Teil von Wonder Woman: Earth One, das als Trilogie geplant ist.

„Dark Nights: Metal“ – die Playlist zum Comic

DC Comics

Für alle, die gerne beim Comiclesen Musik hören oder sich dazu einstimmen wollen, hat Batman-Autor Scott Snyder eine Spotify-Playlist zu seinem Batman-Event „Dark Nights: Metal“ veröffentlicht. 61 Songs, vier Stunden Musik, von Hard Rock bis Heavy Metal. Mit dabei sind Klassiker wie Black Sabbath über Led Zeppelin, Jimi Hendrix, Queen und Metallica, aber auch zeitgenössische Bands wie The White Stripes und Queens of the Stone Age. Eine Ausnahme bildet ein Funk-Stück von Ike & Tina Turner. Für den bekennenden Elvis-Fan Snyder durfte auch der King nicht fehlen, von ihm ist „Suspicious Minds“ in der Liste.

Was das alles mit Batman zu tun hat, erfahren die Leser frühestens am 16. August, wenn „Dark Nights: Metal“ startet – an Elvis‘ 40. Todestag.

 

Batman wird zum Eis-Zombie

DC Comics

Titel: There’ll Be a Cold Time in the Old Town Tonight!

Autor/Zeichner: Len Wein/John Calnan

Erschienen: 1979 (Batman #308), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Nachdem seine Ansätze als Bankräuber und Kunstdieb gescheitert sind, hat Mister Freeze bei seinem dritten Versuch eine neue Mission: Ewige Jugend durch Frost. Er verspricht sie reichen Leuten, die lassen sich naiverweise von ihm einfrieren, aber weil ihre Hirne dabei Schaden erleiden, werden sie zu Eiszombies, die ihm willenlos dienen. Doch das ist nur Mittel zum Zweck: denn Freeze hat sein kaltes Herz für eine junge, schöne Frau erwärmt: Hildy. (Die steht aber gar nicht auf ihn, sondern benutzt ihn nur.)

Batman kommt dem Schurken auf die Spur und es kommt, wie es auch die Male davor gekommen ist: Er wird auf Eis gelegt. Batman wird also selbst zum Eiszombie! Wer jetzt enttäuscht ist, wie schlecht Batman – im Vergleich zu früher – vorbereitet ist, der irrt. Denn statt Streusand und einer integrierten Heizung hat er Make-up dabei, um sich weiß anzumalen, damit er wie ein Eiszombie aussieht und so Freeze täuschen kann. Fragt sich nur, wann und wie er das schafft – ganz zu schweigen davon, woher er von den Eiszombies weiß. Naja, im Zweifel gilt: weil er halt Batman ist …

Am Ende ist die Lösung ganz einfach: Ein Schlag gegen Freeze’s Helm, den er immer noch trägt, obwohl er schon beim ersten Auftritt als geheilt galt. Der ist nämlich nicht aus Panzerglas, wie seine Eiskammern. Egal: Schicker Anzug übrigens, der nicht nur besser den eiszapfenförmigen Körper betont, sondern in weiß-blau mehr der Eis-Ästhetik enspricht. Aber hilft alles nix, wenn man am falschen Ende spart …

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Dunkler Ritter als Märchenprinz

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DC Comics

Im Herbst kommt mal wieder ein grafisch ambitioniertes Batman-Comic auf den Markt: DC hat den Zweiteiler Batman: The Dark Prince Charming von Enrico Marini angekündigt. Marini hat bereits französische Historiencomics wie Der Skorpion, Die Adler Roms und Der Stern der Wüste (auf deutsch bei Carlsen erschienen) umgesetzt. Jetzt wird er erstmals eine Batman-Story schreiben und illustrieren. In The Dark Prince Charming entführt der Joker ein Mädchen und Batman muss unter Zeitdruck herausfinden, wo sie ist – für Batman eine persönlich Angelegenheit … (Auch Catwoman soll eine Rolle spielen.)

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DC Comics

Der erste Teil soll soll am 1. November 2017, Teil zwei im Frühling 2018 erscheinen. Die ersten Bilder sind schon mal sehr beeindruckend. Da kann man nur hoffen, dass sich nicht wiederholt, was bereits bei Batman: Europa passiert ist. Auch das war eine Joker-Story, die (unter europäischem Einfluss) toll aussah, aber ansonsten enttäuschte.

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DC Comics

Green Lantern landet 2018 auf Erde eins

DC Comics

Seit sieben Jahren gibt es schon Earth One, die lose Reihe von DC Comics, in der die bekanntesten Superhelden einen neuen Anstrich außerhalb des regulären Universums bekommen. Aber bislang sind in diesen sieben Jahren bloß sieben Ausgaben erschienen: drei über Superman, zwei über Batman (Teil 1, Teil 2), eins über Wonder Woman und sogar zwei über die Teen Titans, noch bevor andere Helden aus der erste Reihe zu ihrem Recht kamen. Aquaman und Flash wurden vor zwei Jahren angekündigt, aber seitdem war davon nichts mehr zu hören.

Jetzt aber wird es konkreter: Green Lantern: Earth One Vol. 1 soll am 20. März 2018 kommen, hat DC versprochen und zum Beweis gleich das Cover mitgeliefert. Geschrieben und gezeichnet werden soll es von dem Paar Corinna Bechko and Gabriel Hardman. Beide haben die Image-Serie Invisible Republic geschaffen und an Star War Legacy zusammengearbeitet. Hardman war auch als Concept Artist für den Film Interstellar verantwortlich.

Und diesen Ansatz von realistischer Science-Fiction soll auch der Green Lantern: Earth One verfolgen. Hal Jordan soll kein Pilot, sondern ein Astronaut sein. Zugleich will man sich auf die Wurzeln des Charaktes im Silver Age zurückbesinnen. Bechko wird so zitiert:

„Hal Jordan is a smart, capable person with a space and science background who has a lot of untapped potential even before he finds the ring. That means he’s going to approach everything the ring does from the perspective of a scientist, but he’s going to employ it for action and adventure. The result for us as writers is the opportunity to fully embrace the science fiction aspects of the story in a way that would be impossible with a lot of other characters.“

Ein dritter Batman-Teil soll auch irgendwann mal kommen, aber dafür gibt es nicht einmal ein Datum. Allerdings: Sollte wie bisher alle drei Jahre ein Band herauskommen, könnte es 2018 auch für Batman wieder so weit sein. Es wäre zu wünschen, denn die beiden bisherigen Ausgaben gehörten zu den besten Batman-Comics des 21. Jahrhunderts.