Detective Comics

Die Comicserie „Detective Comics“ erscheint seit 1937. In Ausgabe 27 hatte Batman 1939 seinen ersten Auftritt. Anfangs handelte es sich noch um eine Anthologieserie, die sich Batman mit anderen Helden teilte.

Die gute Seele von Crime Alley: Leslie Thompkins

DC Comics

Titel: There Is No Hope in Crime Alley

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Dick Giordano

Erschienen: 1976 (Detective Comics #457)


Am Jahrestag der Ermordung seiner Eltern dreht Batman seine Runden auf der Straße Park Row, besser bekannt als Crime Alley. Einst eine florierende Gegend für Wohlhanbende, ist es jetzt ein Ghetto. Batman, der die Runde jedes Jahr macht, räumt ein bisschen auf: Zuerst hindert er zwei Diebe, ein Autoradio zu stehlen, dann fragt er sie nach einer gewissen Leslie Thompkins.

Eine Messerattacke später, die Batman abwehrt, findet er die Frau, als die alte Dame von zwei Straßenräubern ihre Handtasche abgenommen kriegen soll. Thompkins lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie hat Geld für arme Kinder aus der Nachbarschaft gesammelt, damit sie eine Chance auf ein besseres Leben bekommen. Die Verbrecher kümmert das wenig. Batman geht dazwischen. Als einer ihm eine Pistole vorhält, kommen Batmans böse Erinnerungen hoch und er prügelt dem Kerl fast die Seele aus dem Leib.

Leslie Thompkins

Wir erfahren: Leslie Thompkins war damals die Frau, die den jungen Bruce nach dem Tod seiner Eltern getröstet hat. Sie sagt Batman, dass dieses Ereignis für sie der Antrieb ist, solche Tragödien zu verhindern. Sie will, dass Batman eines Tages überflüssig wird. Batman lobt sie als Hoffnung von Crime Alley und bedankt sich mit einem Kuss auf die Stirn. Bald darauf staunt Alfred über einen Batman, der im Schlaf lächelt. Ein seltener Anblick.

Batman und Thompkins

Über Leslie Thompkins erfährt man bei ihrem ersten Auftritt noch nicht viel. Sie ist noch nicht die aufopferungsvolle Ärztin. Später stellt sich heraus, dass sie Thomas Wayne gekannt hat. Erst in Batman Special #1 (1984) erfährt sie, dass Batman Bruce Wayne ist (obwohl man diesen Schluss schon bei ihrem ersten Treffen ziehen kann).

Batman & Leslie

In Batman: The Animated Series taucht sie erstmals in der Episode Appointment in Crime Alley (S01E26) auf. Die Story (verfasst von Gerry Conway) lehnt sich zwar an ihrem ersten Comic-Auftritt an, aber läuft deutlich dramatischer und persönlicher ab. Leslie Thompkins weiß um Batmans Geheimnis, er hat jedes Jahr um 20 Uhr eine Verabredung mit ihr, um der ermordeten Eltern zu gedenken.

Batman & Roland Daggett

Doch an einem Abend kommt einiges dazwischen: Roland Daggett, Inbegriff des bösen Kapitalisten, will die Häuser der Park Row illegal sprengen, damit er dort ein Einkaufszentrum errichten kann. Dazu vertreibt er die Bewohner aus ihren Häusern. Als Thompkins Zeugin wird, wird sie in einem der mit Sprengstoff gespickten Gebäude gefesselt.

Schluss mit illegalen Böllern

Batman muss eine Mutter mit Kind vor den Schurken retten, dann eine Geiselnahme beenden, schließlich auch eine außer Kontrolle geratene Straßenbahn mit dem Batmobil aufhalten (ein wahres Highlight). Emotionaler Höhepunkt ist aber das Ende: Nach getaner Arbeit legt Batman zwei rote Rosen an der Stelle hin, an der seine Eltern gestorben sind. Leslie Thompkins tröstet ihn, wie sie ihn schon als Kind getröstet hat.

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Wie der Vater, so der Sohn

DC Comics

Titel: The First Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Detective Comics #235), Paperback 2009 (The Black Casebook)


„I wanted to take him alive … to stand trial for his crimes … but his own guilt convicted him!“ (Batman)

Warum ist Bruce Wayne zu Batman geworden? Klar: Wegen der Fledermaus, die durchs Fenster flog. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist, dass Bruce Waynes Vater Thomas bereits ein Fledermauskostüm getragen hat. Bei einem Maskenball, der unter dem Motto „Flying Creatures“ stattfand. Dick Grayson findet das Kostüm zufällig, dazu passend einen Film und ein Tagebuch.

Während sich die beiden die Dokumente ansehen, entfaltet sich die Rückblende: Während der Party wird Thomas entführt, um dem Gangster Lew Moxon eine Kugel aus dem Leib zu holen. Weil Wayne befürchtet, danach selbst eine Kugel verpasst zu bekommen, wehrt er sich und als Moxon vor Gericht kommt, sagt Wayne gegen ihn aus. Moxon rächt sich, indem er die Waynes von Joey Chill (!) erschießen lässt. Bruce wird verschont, damit er gegen Chill aussagt und nicht gegen Moxon.

Batman und Robin versuchen, das Unrecht wieder gut zu machen, indem sie Moxon mit dem Vorwurf konfrontieren, aber der stellt sich dumm. Am Ende tritt Batman im Kostüm seines Vaters vor Moxon, der kriegt einen Schreck, gesteht und läuft auf die Straße – und wird von einem Lkw erfasst. Glückliche Fügung für Batman: Er konnte erneut, wie schon bei Joe Chill, seine Eltern rächen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen.

Die Geschichte hat fünf Jahrzehnte später Grant Morrison zu seinem Batman R.I.P. inspiriert …

>> Batman in den 50ern

Als Bruce Wayne zu Robin wurde

DC Comics

Titel: When Batman Was Robin

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1955 (Detective Comics #226)


Jeder hat mal klein angefangen. Batman sogar sehr klein: als Robin. Ja, tatsächlich, Bruce Wayne war der erste Robin, lange bevor er Batman wurde. Wir erfahren es zusammen mit Dick Grayson, als Batman ein Paket mit seinem alten Kostüm geschickt bekommt.

Seine Geschichte geht so: Als Kind bewunderte Bruce den Police Detective Harvey Harris, der es mit seinen gelösten Fällen sogar auf die Titelseiten schaffte. Bruce, der damals noch beide Eltern hat, will bei ihm in die Lehre gehen, aber er befürchtet, abgewiesen zu werden. Und weil er davon ausgeht, dass Harris ein verantwortungsvoller Erwachsener ist, der denkt, dass Kinder sich nicht mit Verbrechern anlegen sollten, beschließt Bruce, seine Identität zu verstecken.

Eine Maske hätte zwar gereicht, aber Bruce schneidert sich ein rot-grün-gelbes Kostüm mit einem R auf der Brust. Warum? Das wird leider nicht erklärt. Bruce wird zum Stalker, indem er Harris verfolgt, um ihn zu beeindrucken. Er hilft ihm sogar, einen Verdächtigen zu fassen. Weil Harris ihn für so brillant wie ein Rotkehlchen hält (wer hätte gedacht, dass diese Vögel so schlau sind?), nennt er ihn Robin und nimmt ihn als Schüler auf.

Erste Lektion: absoluter Gehorsam! Jawohl, Sir! Zweite Lektion: keine. Denn Streber-Robin weiß bereits alles aus Kriminologie-Büchern. Selbst Boxen hat er schon gelernt. Also darf Robin seinem Lehrer dabei helfen, Gauner dranzukriegen, die Sammler erpressen, sich versichern zu lassen. Zuerst geht es um Modellschiffe, dann um Uhren und schließlich um historische Fahrzeuge. Robin gibt sein bestes, aber er macht Fehler und am Ende lernt er die dritte Lektion: Er muss noch viel lernen.

Am Ende muss Robin Harris versprechen, erst wieder Verbrechen zu bekämpfen, wenn er voll ausgebildet ist. Robin verspricht es und schickt ihm als Versicherung sein Kostüm. Als Bruce erwachsen ist, bekommt er es per Post zurück – denn Harris hat längst herausgefunden, wer Robin wirklich war. „He was a greater detective than I!“, sagt Batman am Ende.

Was er nicht sagt: Dass Harris auch der bessere Erzieher war. Denn statt dass Bruce Wayne sein Mündel Dick Grayson nachts ausschlafen lässt, damit er fit für die Schule ist, gefährdet er Nacht für Nacht dessen Leben mit gefährlichen Abenteuern, bei denen er regelmäßig fast draufgeht. Diese Vorgeschichte soll zwar den Robin-Mythos erklären, lässt ihn aber noch viel fragwürdiger erscheinen, denn die Moral, die hier den jungen Lesern mitgegeben wird, widerspricht Batmans eigener Praxis.

>> Batman in den 50ern

Der Erste ist nicht immer der Beste

DC Comics

Titel: The Original Batman

Zeichner: Dick Sprang

Erschienen: 1953 (Detective Comics #195)


In Gotham City gibt es ein bestimmtes Gesetz: Es darf nur einen Batman geben. Auch wenn niemand weiß, dass Bruce Wayne Batman ist, und es schwer nachprüfbar ist, wer die Maske trägt, darf niemand sonst als das Original Verbrechen bekämpfen. Doch plötzlich taucht ein zweiter Batman auf, der statt eines Capes zwei steife Flügel hat und das Fledermaus-Symbol nicht auf der Brust, sondern am Gürtel trägt. Dieser ältere Herr namens Hugo Marmon behauptet, der erste Batman zu sein. Denn er hat als Zirkusartist bereits diesen Namen getragen.

Die Geschichte stimmt. Gesetzestreu wie Batman ist, müsste er also aufhören, aber Marmon erlaubt ihm, das Kostüm weiterhin zu tragen. Mehr noch: Er will ihm beweisen, dass das Original besser ist als der Imitator. Zuerst vollführt er einen Hochseilakt ohne Netz zwischen zwei Wolkenkratzern. Doch die Menge ist nicht angetan: Dieser Angeber kann keine Verbrecher bekämpfen!

Also versucht sich Marmon in diesem Gewerbe. Dabei lässt er sich von Gaunern reinlegen. Irgendwelche Typen behaupten einfach nur besorgte Bürger zu sein und Marmon glaubt ihnen jedes Wort. Batman und Robin ahnen Böses, verfolgen den alten Möchtegernhelden und helfen ihm zweimal aus der Patsche, als er durch Ungeschicklichkeit die Bösen entkommen lässt. Da wird Marmon wütend und entzieht Batman seine Lizenz, ein Batman zu sein.

Batman aber weiß sich zu helfen: Er kratzt an dessen Ego. Er wird zum Zirkusartisten, stellt sich dabei ziemlich tollpatschig an, Marmon kriegt das mit und wird sauer. Man tauscht wieder die Rollen: Der Alte geht zurück in den Zirkus, Batman und Robin kümmern sich um die Bösen. Um die Gauner zu täuschen, steigt Batman in das Kostüm des Alten …

Die Geschichte zeigt: Die ersten sind nicht immer die Besten. Thomas Edison erfand nicht die Glühbirne, Google nicht die Suchmaschine und Facebook nicht das Soziale Netzwerk – und trotzdem setzten sie sich durch. So ist es auch mit Batman. Auch er hatte seine historischen Vorläufer: Von Zorro bis hin zu The Shadow. Und auch der erste Batman-Entwurf, als Bob Kane ihm steife Flügel verpasste, war es nicht, der sich durchgesetzt hat. Darum geht es hier zwar nicht explizit, aber indem ein Batman vor dem Batman erfunden wird, wird deutlich, dass er eben kein Original ist – aber auch dass es darauf gar nicht ankommt. Denn der Batman, wie wir ihn kennen, ist vielleicht nicht der Erste, aber einfach der Beste.

>> Batman in den 50ern

Detective Comics: 80 Years of Batman – Das steckt drin

DC Comics

Am 13. März veröffentlicht DC seine Anthologie Detective Comics: 80 Years of Batman – Deluxe Edition. Enthalten sind darin die ersten Auftritte von Batman, Robin, Batwoman, Bat-Mite und Batgirl, sowie der Schurken Two-Face, Riddler, Clayface und Man-Bat. Darüber hinaus werden auch die Auftritte anderer Comic-Helden wie Slam Bradley, Air Wave, Boy Commandos, Martian Manhunter und des Manhunters der 70er, Paul Kirk, abgedruckt.

Von Paul Levitz, Denys Cowan und Bill Sienkiewicz wird es eine neue Geschichte geben, außerdem die Original-Layouts der Batman-Story aus Detective Comics #200, illustriert von Lew Sayre Schwartz. Einzelne Batman-Essays stammen von Cory Doctorow, Neil Gaiman, Glen David Gold, Dennis O’Neil sowie der ehemalige Police Chief von San Diego, Shelley Zimmerman, und Pulp-Historiker Anthony Tollin.

Der Sonderband wird 29,99 US-Dollar kosten.

Leider hat DC nur eine Liste von Zahlen angekündigt hat, aber keine Storytitel. Davon ausgehend, dass die ersten Auftritte von Figuren gesammelt werden, habe ich folgende Liste der Comics erstellt, allerdings bleiben einige Zweifel:

  1. Slam Bradley: „The Streets of Chinatown“ (#1, 1937)
  2. The Crimson Avenger: „Block Buster“ (#20)
  3. Batman: The Case of the Chemical Syndicate (#27, 1939)
  4. Batman and „Robin the Boy Wonder“ (#38, 1940)
  5. Air Wave: „Case of the Missing Evidence“ (#60)
  6. Boy Commandos: „The Commandos Are Coming“ (#64)
  7. Batman: „The Crimes of Two-Face“ (#66)
  8. Batman: „The Riddler“ (#140)
  9. Pow-Wow Smith: „The Origin of Pow-Wow Smith“ (#151)
  10. Roy Raymond: „The Land of Lost Years“ (#153, 1949)
  11. Martian Manhunter: „The Strange Experiment of Dr. Erdel“ (#225, 1955)
  12. Batman: „The Batwoman“ (#233, 1956)
  13. Batman: „… Meets Bat-Mite“ (#267, 1959)
  14. Batman: The Challenge of Clay-Face (#298, 1961)
  15. Batman: „The Mystery of the Menacing Mask!“ oder Elongated Man: „Ten Miles to Nowhere!“? (#327, 1964)
  16. Batman: „The Million Dollar Debut of Batgirl!“ (#359, 1967)
  17. Batman: „Challenge of the Man-Bat!“ (#400, 1970)
  18. Manhunter: „The Himalayan Incident“ (#437, 1973)
  19. „The Coming of the Creeper“ (#443, 1974)
  20. Batman: „There is No Hope in Crime Alley!“ (#457, 1976) [Erster Auftritt: Leslie Thompkins]
  21. Batman: „The Deadshot Ricochet“ (#474, 1977)
  22. Batman: „Night of the Body Snatcher“ oder Bat-Mite: „Bat-Mite’s New York Adventure“? (#482, 1979)
  23. Batman: „To Kill a Legend“ (#500, 1981)
  24. Batman: „The Night of Thanks, But No Thanks!“ (#567, 1986)
  25. Batman: „The Honored Dead“ (#742, 2000)
  26. Detective Comics #27 (The New 52, 2014)

Unsicher bin ich mir bei #327 und #482. Aus #327 wurde die Batman-Story bereits im Jubiläumsband Batman: A Celebration of 75 Years (2014) abgedruckt, allerdings erhielt Elongated Man in der Ausgabe seine erste Back-up-Story. Die Batman-Geschichte aus #482 enthält nichts Besonderes, allerdings wurde die Bat-Mite-Story in dem Paperback The Greatest Batman-Stories Ever Told (1988) nachgedruckt. (Die Ausgabe ist die erste des Redakeurs Paul Levitz.)

Wenn ich mit dieser Liste richtig liege, handeln neun oder zehn von 26 Geschichten nicht von Batman. Das ist zwar kein Problem für eine Detective Comics-Anthologie, die mehr zu bieten hat als Batman, aber dafür führt der Titel „80 Years of Batman“ in die Irre. Außerdem wirkt die Auswahl nach dem Prinzip der ersten Auftritte gegen Ende beliebig: Da taucht plötzlich eine Deadshot-Story auf (die erste, die den Schurken im neuem Look zeigt), die schon in Batman: A Celebration of 75 Years (2014) erschienen ist, Detective #567 gilt als erste in der neuen Continuity nach dem Reboot der Crisis on Infinte Earths, Ausgabe #742 ist die erste nach dem No Man’s Land-Event, aber hat bis auf einen neuen Look nicht viel Historisches zu bieten. Detective Comics #27 von 2014 (erschienen zu Batmans 75-jährigem Jubiläum) ist allerdings ein Highlight – allerdings nur, wenn sie hier auch ganz nachgedruckt wird.

Genauso gut, oder eher noch lieber, hätte man „The Doomsday Book“ (Detective Comics #572, 1987) nachdrucken können, in der Batman auf Sherlock Holmes trifft.

>> Details zu Detective Comics #1000

Batmans erster Trip ins Wunderland

DC Comics

Titel: Tweedledum and Tweedledee

Autor/Zeichner: Don Cameron/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Detective Comics #74)


Batman und Alice im Wunderland – das gehört einfach zusammen. Ich kann mir noch nicht erklären, warum. Aber angefangen hat es früh. Und nicht erst mit dem Mad Hatter, sondern mit Tweedledum und Tweedledee.

Die beiden, Dumfree und Deever Tweed, sind Cousins, die sich zum verwechseln ähnlich sehen: Beide sind dick, haben Knollennasen und tragen gern lila Anzüge. Und sie sind erfinderische Gauner. Während der eine Pelze raubt, holt sich der andere Diamanten. Als Batman und Robin über einen Übergrößen-Händler herausfinden, dass es sich nur um die Tweeds handeln kann, tappen sie in eine Falle und werden durch elektromagnetische Strahlung festgehalten.

Die Cousins haben sich umgezogen für einen Wohltätigkeits-Kostümball (es geht um Kriegsanleihen), den sie zu überfallen gedenken. Natürlich sind die verkleidet wie für ihre Rollen bei Alice im Wunderland, ein Komplize trägt ein Märzhasenkostüm, der andere eine Hasenmaske und Zylinder – der erste Mad Hatter. Sie gewinnen mit ihren Kostümen den ersten Preis und wollen noch mehr, da springen Batman und Robin wie Springteufel aus einer riesigen Geschenkpackung und schlagen alle zusammen.

Tweedledum und Tweedledee kehren in Batman #24 (1944) zurück. In diesem Heft lassen sie sich in einer Kleinstadt zum Bürgermeister wählen und üben auch das Amt des Richters aus, sie sperren Batman und Robin ins Gefängnis und betrügen die Gemeinde mit einer falschen Goldmine. Mit Alice im Wunderland hat das Ganze nichts zu tun – es ist eine ganz gewöhnliche, überkonstruierte Gaunerei.

Die beiden Widersacher tauchen erst wieder in den 70ern auf und schließen sich 2008 der Wonderland Gang an, in der auch andere Alice-Figuren wie der Mad Hatter zusammenkommen.

Mehr Batman im Wunderland:

80 Jahre Batman: Neues zu Detective Comics #1000

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Am 27. März 2019 ist es soweit: Dann erscheint Detective Comics #1000. Wie DC ankündigt, soll die Jubiläumsausgabe 96 Seiten umfassen und 9,99 US-Dollar kosten. Das Cover stammt von Jim Lee und zeigt die Batman-Familie, die die bekanntesten Schurken in der Bathöhle besiegt hat: Batman hält den Joker im Würgegriff, Robin hockt auf einem liegenden Bane – und leider schwingt sich auch Harley Quinn durch den Hintergrund. Ohne sie scheint es heute nicht mehr zu gehen …

Arkham Knight (DC Comics)

In dem Heft wird eine neue Storyline von Peter J. Tomasi und Doug Mahnke beginnen, in der die Figur des Arkham Knight in das DC-Universum eingeführt werden soll, ein neuer Schurke aus dem Game und der Mini-Serie Arkham Knight: Genesis (2015). In der Rüstung steckt Jason Todd (Robin II). Ob das auch in den Comics der Fall sein wird, ist unklar.

Darüber hinaus soll das Heft zehn Kurzgeschichten folgender Batman-Veteranen enthalten:

  • Kevin Smith & Jim Lee
  • Brian Michael Bendis & Alex Maleev
  • Warren Ellis & Becky Cloonan
  • Paul Dini & Dustin Nguyen
  • Denny O’Neil & Steve Epting
  • Christopher Priest & Neal Adams
  • Geoff Johns & Kelley Jones
  • Tom King, Tony Daniel & Joëlle Jones
  • Scott Snyder & Greg Capullo
  • James Tynion IV & Alvaro Martinez

Die O’Neil-Story soll eine Fortsetzung von „There’s No Hope in Crime Alley“ (Detective Comics #457, 1976) sein, in der die Ärztin Leslie Thompkins ihren ersten Auftritt hatte. Dass Kevin Smith nach Jahren zu Batman zurückkehrt, lässt hoffen, dass er längst angekündigte Trilogie, die mit Cacophony und The Widening Gyre begann, bald endlich abschließt (auch wenn die beiden ersten Teile nicht überzeugt haben).

DC hat auch einige Variant-Cover veröffentlicht: Abgesehen von den üblichen Verdächtigen wie Frank Miller, Tim Sale, Jock und Greg Capullo haben einige Künstler Reminiszenzen an die Batmen früherer Epochen gezeichnet: Bruce Timm verneigt sich mit einer Hommage an Jerry Robinson, Steve Rude hat ein prächtiges Cover zu Batmans Anfangszeit gemalt, Michael Cho versammelt die kuriosesten Batman-Kostüme des Silver Age, auch Urgesteine wie Jim Steranko und Bernie Wrightson tragen Variants im Oldschool-Stil bei.

Zu Detective Comics #1000 soll auch der Sammelband Detective Comics: 80 Years of Batman mit Reprints vieler klassischer Ausgaben erscheinen.

Ra’s al Ghul: Wie alles begann (Teil 3)

Titel: Tales of the Demon

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Michael Golden, Don Newton

Erschienen: 1978-1980 (DC Special Series #15, Detective Comics #485, 489, 490), Paperback 1991


Was bisher geschah: Ra’s al Ghul will Batman zu seinem Nachfolger machen und mit seiner Tochter Talia verheiraten (Tales of the Demon, Teil 1). Nachdem die ersten Versuche scheiterten und Ra’s ins Gefängnis kam, hat Ra’s einen Mord an Talia und ihm selbst inszeniert und Batman als Schuldigen dastehen lassen (siehe Detective Comics #444-448). Ra’s kam als falsche Leiche frei. Batman und Talia lieben immer noch einander, aber das ist zum Scheitern verurteilt.

Was jetzt geschieht: Ra’s al Ghul entführt Batman und erklärt ihn und Talia zu Mann und Frau. Dass Batman nicht einwilligt, spielt keine Rolle. In seiner Kultur, sagt Ra’s, reiche die Zustimmung der Braut und ihres Vaters. (Ich frage mich, in welcher Kultur das irgendwie praktikabel sein kann, aber sei’s drum.) Auch wenn Talia für ihn alles ist, was eine Frau sein soll (schön, intelligent, loyal), kann Batman diese Ehe nicht ernst nehmen.

Aber das Unfassbare geschieht in der Hochzeitsnacht: Batman schlägt Talia bewusstlos. Einfach so. Mit der Faust ins Gesicht. Dass er dabei um Verzeihung bittet, macht es kein bisschen besser. Batman schlägt seine Geliebte! Und das im Jahr 1978 – dagegen ist sein „Quiet or papa spank“ gegenüber Catwoman (Batman #1, 1940) harmlos.

Batman schlägt Talia K.O.

Allerdings ist unsere Talia nicht nachtragend. Nachdem Batman Ra’s an einem Diamantenraub gehindert hat, bewahrt sie Batman vor einer tödlichen Kugel und widersetzt sich ihrem Vater und gibt Batman den obligatorischen Abschiedskuss, als wäre nichts gewesen. Und tatsächlich sieht man nicht einmal einen blauen Fleck in ihrem Gesicht. Übrigens trägt sie in dieser Szene nur einen Bikini – warum auch immer. Beziehungsstatus: It’s complicated …

In den restlichen drei Kapiteln (Detective Comics #485, 489, 490) geht es dann weniger um Ra’s al Ghul als um die League of Assassins und ihren Anführer Sensei. Die ehemalige Batwoman Kathy Kane, die jetzt einen Zirkus betreibt, wird von den Attentätern ermordet. Da erscheint Ra’s am Tatort und Batman vermutet, dass er Kathy gegenüber Sensei als Bedrohung dargestellt hat. Klar ist nur: Ra’s versucht, totale Kontrolle über die League zu bekommen.

Ohne auch nur kurz um seine einstige Gefährtin zu trauern oder ein Wort in Gedenken über sie zu verlieren, jagt Batman den Attentäter: Bronze Tiger, einen Martial Arts-Meister mit Tigermaske. Als Batman ihn im Duell fast besiegt, will Sensei ihn umbringen lassen, der Tiger protestiert, dann will Sensei auch ihn töten lassen und Batman muss ihm das Leben retten.

Schließlich plant Sensei, Religionsvertreter bei einem Friedenstreffen zu töten. Wie es sich für Terroristen gehört, geht er nicht den einfachsten Weg, sondern will das Haus mit einem Erdbeben zum Einsturz bringen. Ein Geologe soll ihm dabei helfen. Und dann wird es absurd: Auf der Flucht vor den Bösen platzt der Geologe in ein Bingo-Spiel rein und zerstört auf der Nummernanzeige zwei Zahlen. Der Vorfall steht dann in der Zeitung, Alfred liest Bruce den Artikel vor und dann schließt Bruce, dass der Mann ihm damit einen Ort auf der Karte vermitteln wollte. Er hätte auch einfach die Polizei anrufen können. Aber wie gut, dass Alfred so aufmerksam die Panorama-Seiten liest und Batman Gedanken von Wirrköpfen lesen kann …

Noch absurder endet eine Verfolgungsjagd auf einem Rummelplatz: Ein Attentäter entführt den Geologen und fährt mit ihm erstmal Achterbahn. Vielleicht hätte jemand dem Mann mal sagen sollen, dass er damit nicht weit kommt, aber Batman hat natürlich wieder mal eine halsbrecherische Herausforderung zu meistern. Er hätte allerdings einfach warten können, bis der Wagen wieder am Ausgangspunkt zurück ist.

Batmans Spoiler-Warnung

Und als man denkt, es geht nicht mehr blöder, legt Dennis O’Neil noch einen drauf: Als sich Batman mit dem Batgyro dem Versammlungsort der Religionsvertreter nähert, ordnet James Gordon ohne zu zögern an, auf ihn zu schießen. Batman stürzt ab. Als er kurz darauf Gordon trifft, scheint er allerdings nicht nachtragend zu sein. Allerdings scheint Gordon seinem Freund auch dann nicht zu vertrauen, als dieser ihn vor den kommenden Gefahren warnt. Batman wird ziemlich sauer. Sensei nutzt die Chance und haut ab.

Als am Ende Ra’s auftaucht, ist immer noch nicht klar, ob er mit dem Mord an Kathy Kane zu tun hat. Batman will ihn festnehmen, aber da schießt ihm Talia einen Betäubungspfeil in den Rücken. Später wacht er bei ihr in einem idyllischen Landhaus auf und alles scheint vergeben und vergessen. (Vielleicht weil er noch Gewissensbisse wegen des Schlags hat?) Von Talia überredet gönnt sich Batman mal einen Tag Ruhe. Was das bedeutet, bleibt der Fantasie der Leser überlassen.

Damit enden die Tales of the Demon so unbefriedigend wie unüberzeugend. Abgesehen von der fragwürdigen Handlung erschließt sich nicht, was Batman, der sonst so Unbestechliche, an Talia findet. Er weiß nichts über sie, außer dass sie ihn mehrfach belogen und hintergangen hat, sie ist alles andere als loyal, sondern extrem sprunghaft, aber im Zweifel dem Vater ergeben. Kurz: Wenn sie keine Verbrecherin ist, ist sie zumindest eine Helferin. So eine Beziehung ist toxisch. Batman fällt hier mehr aus der Rolle als er es bei Catwoman und anderen Frauen getan hat. Das muss wohl wahre Liebe sein …

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

Ra’s al Ghul: Wie alles begann (Teil 2)

 

Titel: Bat-Murderer/Break-In At The Big House/Slaughter in Silver/Enter: The Creeper/Bedlam Beneath the Big Top

Autor/Zeichner: Len Wein/Jim Aparo, Ernie Chan

Erschienen: 1975 (Detective Comics #444-448), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


„The Batman has gone stark, raving mad!“

Was bisher geschah: Der mysteriöse Ra’s al Ghul hat herausgefunden, dass Batman Bruce Wayne ist (Tales of the Demon, Teil 1). Er hat ihn mit einer fingierten Entführung seiner Tochter Talia und von Robin getestet, um ihn zu seinem Wunschnachfolger und Schwiegersohn zu erklären. Daraus wurde nichts. Batman durchschaute, dass Ra’s nichts Gutes vorhat und hat ihn im Duell zur Strecke gebracht.

Was jetzt geschieht: Als Batman eine neue Bande an einem Juwelenraub hindern will, entpuppt sich zuerst die Anführerin als Talia al Ghul, Tochter von Ra’s al Ghul. Und als Batman sie festhalten will, wirft sie ihm seine Pistole zu und flieht. Er hält sie auf, indem er ihr in den Rücken schießt. Talia stirbt und die Polizei will Batman wegen Mordes festnehmen.

Moment mal: Wie kann das sein? Aber die Beweislage ist eindeutig: Batman hat auf Talia gezielt und sie erschossen. Doch Batman beteuert seine Unschuld: Jemand habe ihn da reingeritten. Er flieht vor der Polizei und sucht im Knast Ra’s al Ghul auf. Doch kaum spricht er ihn an, erschießt dieser sich selbst. Jetzt wird Batman wegen zweier Morde gejagt. Was ist hier los?

Nach einem Intermezzo um einen Silber-Schmuggler, das nichts mit der Handlung zu tun hat (Detective Comics #446), trifft Batman auf den Creeper, der ihn zuerst dingfest zu machen versucht und dann mit ihm gegen Löwen kämpft. Als Batman das Grab von Ra’s al Ghul öffnet, ist es zunächst leer und als die Polizei eintrifft, scheint doch eine Leiche darin zu liegen.

Schließlich führt die Spur zu einem Zirkus. Doch der ist nur Fassade des Schurken. Ra’s tarnt sich als Strongmen-Zwerg, Talia als Schlangenbeschwörerin (und damit auch als verführerische Eva). Mir ist nicht klar, was der ganze Aufwand soll, aber am Ende kommt alles so, wie man es sich längst gedacht hat: Ra’s hat das alles sehr aufwendig (und überkompliziert) inszeniert, damit Batman zum gesuchten Verbrecher wird und sich, da ihm keine andere Wahl bleibt, dem Schurken anschließt. Batman sagt natürlich nein, er prügelt sich, der Zirkus geht in Flammen auf, Ra’s verschwindet.

Am Ende meint Talia, Batman dürfe sich geehrt fühlen: „You are honored, beloved! My father would go to such extremes for no other man!“ Doch Batman ist angewidert. Spätestens hier müsste er merken, dass Talia keine Frau für ihn ist. Aber schon bei ihrem ersten Wiedersehen können sie nicht die Finger voneinander lassen – es ist zum Verzweifeln …

Diese Geschichte fehlt leider in dem Sammelband Tales of the Demon. Zugegeben: Sie hat ihre Schwächen, aber nicht mehr als die anderen. Dabei ist sie zumindest wichtig, um zu erfahren, wie Ra’s al Ghul aus dem Gefägnis gekommen ist. Aber leider lässt eine vollständige Ausgabe dieser Comics aus den 70ern noch auf sich warten. So klafft eine Lücke.

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

Ra’s al Ghul: Wie alles begann (Teil 1)

DC Comics

Titel: Tales of the Demon

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Bob Brown, Neal Adams, Irv Novick

Erschienen: 1971-1972 (Detective Comics #411, Batman #232, 235, 240, 242, 243, 244), Paperback 1991


Die Geschichte von Ra’s al Ghul beginnt ungewöhnlich geheimnisvoll. In den ersten Auftritten erfährt man so gut wie nichts über die Herkunft, Fähigkeiten und die Motive des Schurken. Er bleibt ein mysteriöser Machtmensch – und seltsamerweise stellt Batman auffallend wenig Fragen, um das Rätsel zu klären.

Batman trifft zuerst dessen Tochter Talia, nachdem sie von Doctor Darrk, dem Anführer der League of Assassins, entführt worden ist (Detective Comics #411). Mit dieser tödlichen Geheimorganisation hatte es Batman bereits in Detective Comics #405-406 (1970) zu tun. Ein Hinweis führt ihn nach Asien, wo er gefangengenommen und mit Talia eingesperrt wird. Die Hintergründe bleiben vage. Sie erklärt ihm, dass Darrk irgendein Geschäft mit ihrem Vater hatte. Batman darf sie dann gegen einen Stier verteidigen. Doch als er Darrk der Polizei übergeben will, zückt der Schurke ein Messer, Talia schießt auf ihn und er fällt vor einen Zug.

DC Comics

Erst in Batman #232 trifft Batman Ra’s al Ghul. Zuerst wird Robin von Unbekannten entführt, dann taucht plötzlich Ra’s in der Bathöhle mit seinem Diener Ubu auf, erklärt ihm, dass er Batmans wahre Identität herausgefunden habe und dass auch Talia entführt worden sei (schon wieder). Batman soll ihm helfen, sie wiederzufinden. Eine Spur führt sie nach Kalkutta. Batman muss gegen einen Leoparden kämpfen und sich beim Bergsteigen gegen Attentäter wehren.

Doch dann wird ihm klar: Die ganze Sache stinkt. Talia ist nicht entführt, Ra’s hat den Aufwand nur betrieben, um Batman zu testen. Er will Batman zu seinem Nachfolger und zum Schwiegersohn machen – Talia sei verliebt in ihn. Und im letzten Panel zeigt sie es ihm, indem sie ihn küsst. Batman schaut entsetzt. Aber mehr passiert nicht. Die Geschichte ist plötzlich zu Ende und erst drei Ausgaben später sehen wir Ra’s und Talia wieder, allerdings seltsamerweise ohne dass die ganze Nachfolge- und Heiratsthematik eine Rolle spielt.

DC Comics

In Swamp Sinister (Batman #235) bekommt Bruce Wayne eine Leiche per Post zugeschickt, kurz darauf taucht Ra’s al Ghul auf und bittet mal wieder um Hilfe. Batman soll eine Chemikalie wiederfinden, die dazu benutzt werden kann, eine tödliche Seuche herzustellen. Diese hat ihm ein ehemaliger Mitarbeiter gestohlen. Wieder hilft ihm Talia und am Ende gibt es wieder ein Küsschen auf die Wange. Batman ist nicht besonders erfreut, denn Talia hat sich hier als mordlüstig erwiesen. Aber sie ist sich sicher, dass sich seine Meinung bald ändern werde.

In Vengeance for a Dead Man (Batman #240) beginnt die Story damit, dass Batman bei einer Ermittlung in einem Mordfall auf Talia trifft (wieder gibt’s einen Schmatzer). Der Leiter einer Forschungseinrichtung wurde ermordet und der Leiche wurde das Gehirn entfernt. Der Mörder ist schnell gefunden, aber als Talia ihm ein Wahrheitsserum verabreichen will, drückt sie ihm ein Amnesie-Mittel rein – aus Versehen, wie sie behauptet.

Batman glaubt ihr kein Wort. Er verfolgt sie, als sie mit dem U-Boot in ein Unterwasser-Versteck ihres Vaters. Ra’s al Ghul hat das Gehirn des Toten nicht nur konserviert, sondern auch zum Sprechen gebracht, weil es für ihn wertvolle Informationen über die US-Außenpolitik hat. Diese könnten ihm helfen, mit seiner Organisation eine bessere Welt zu schaffen, und dazu gehört, dass Batman Talia zur Frau nimmt.

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Erst jetzt sagt Batman Ra’s die Meinung: Er will nicht. „You’re mad … Insane with the need for power! I’ve never realized it until this moment!“ Manchmal hat auch der weltbeste Detektiv eine lange Leitung. Und offenbar hat Batman, der sonst so gründlich Nachforschungen anstellt, seine Hausaufgaben nicht gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass er abgelenkt war, in Gedanken bei Talia. Indirekt gesteht er ihr, dass er sie so liebt wie sie ihn. Aber Vater und Tochter schaffen es, abzuhauen noch bevor Batman etwas dagegen tun kann – und auch bevor das Gehirn Ra’s sagen kann, was er wissen will. Ist wohl doch nicht so wichtig, denn es geht später ja auch ohne.

Danach betreibt Batman einen immensen Aufwand, um Ra’s al Ghul zu finden. Zuerst inszeniert er Bruce Waynes Tod, dann nimmt er die Identität eines Gauners an, der auf der Flucht vor ihm von einem Querschläger getötet wird: Matches Malone. (Das Alter Ego soll ihm später noch viele gute Dienste bei Undercover-Ermittlungen erweisen.)

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Als Matches verhindert er, dass einer von al Ghuls Schergen, Lo Ling, einen Wissenschaftler entführt, Harris Blaine, weil er an „etwas“ arbeite, was ihm nützlich sei. Wieder bleibt dieses Etwas vage. Batman bittet Blaine, ihm dabei zu helfen, Ra’s al Ghul aufzuhalten. Alleine schaffe er es nicht, bisher sei es nur zum Unentschieden zwischen ihnen gekommen, aber er müsse besiegt werden, weil er besessen von weltweiter Macht sei und eine Diktatur des Verbrechens errichten wolle.

Hier könnte man stutzig werden: Was hat Batman eigentlich gegen Ra’s? Und was genau hat er gegen ihn in der Hand? Batman hat Ra’s vorgeworfen, unmenschlich gehandelt zu haben, indem er das Gehirn zum Sprechen brachte. Aber Ra’s wandte ein: „It it inhuman to prolong life in whatever form?“ Der Punkt geht klar an ihn: Er hat ein Bewusstsein vor dem Tod bewahrt. Das Ganze mag zwar geschmacklos erscheinen, aber getötet hat er bislang nicht. Angegriffen haben seine Leute nur Batman, aber das nur als Reaktion auf sein Eindringen. Und mehr als Andeutungen hat Ra’s über seine Pläne auch nicht gemacht. Worüber regt sich Batman eigentlich auf? Ist er noch nachtragend wegen Robins Entführung? Auch wenn sie prinzipiell justiziabel gewesen wäre, war die ganze Sache bisher ziemlich harmlos …

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Batmans Motiv bleibt also noch schleierhafte als das seines Gegners. Aber zunächst ist da die Sache mit dem Handlanger Ling. Batman rettet ihm das Leben, aber weil Ling jetzt bei zwei Herren in einer Lebensschuld steht und sich das nicht verträgt, entscheidet sich Lings Loyalität in einem Messerduell mit Batman. Gemeinsam mit Blaine fliegt er als Matches in die Schweiz, wo Ra’s untergetaucht ist. (Wieder Berge!) Ihnen schließt sich die Skifahrerin Molly Post an, die auch noch eine Rechnung mit dem Schurken offen hat.

Jeder der vier macht sich auf der Quest nützlich und als sie endlich zu Ra’s Versteck vordringen, ist ihr Gegner tot. Kurz darauf wird er in der Lazarus-Grube versenkt und wiederbelebt. Wahnsinnig verfolgt er die vier Helden, verletzt Ling und schlägt Batman K.O., dann haut er mit Talia in einem Hovercraft ab. Molly versucht ihn aufzuhalten, aber wird dabei verletzt. Batman muss sich um sie kümmern und kann Ra’s nicht weiter verfolgen.

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Er findet ihn kurz darauf trotzdem: in der Sahara. Ra’s zollt dem Detective seinen Respekt und bietet ihm eine Chance: Es kommt zu einem Duell mit Schwertern. Batman kämpft oben ohne, aber mit Maske. Batman wird von einem Skorpion gestochen, Ra’s überlässt ihn dem Tod, aber Talia verabreicht ihm bei einem letzten Kuss ein Gegenmittel und so kann Batman doch – mit einem finalen Faustschlag – triumphieren.

Talia kommt natürlich ungeschoren davon. Es gibt sogar noch einen großen Abschiedskuss. Warum er sie verschont, bleibt auch hier unklar. Batmans Urteilskraft scheint bei ihr sehr getrübt zu sein. Allerdings scheint es sich von selbst zu verstehen, dass ihre Liebe keine Zukunft hat. Immerhin liefert Batman Ra’s den Behörden aus.

Damit endet die erste große Ra’s al Ghul-Story. Bemerkenswert ist, dass diese Geschichte zwar über ganze sieben Ausgaben erzählt wird, aber nicht direkt hintereinander. Zwischen den ersten Kapiteln liegen stets mehrere Ausgaben, erst die letzten drei bilden eine durchgehende Story. Erst nach und nach werden Informationen preisgegeben, aber die eine große Erklärung gibt es nicht. Vieles bleibt offen, vor allem, was Ra’s überhaupt will und wie er es erreichen will.

Am Ende erklärt er selbst, dass er sich weder für einen Kriminellen noch ein Genie hält, sondern für einen Künstler: „I have a vision … of an earth as clean and pure as a snow-swept mountain … or the desert!“ Er will auf der Erde Harmonie herstellen. Wie das gehen soll, bleibt unklar. Die Vernichtungspläne, für die er später berüchtigt sein wird, formuliert er hier noch nicht. Aber Batman bleibt dabei: Ra’s ist irre. Das muss wohl der untrügliche Instinkt des Detektivs sein.

(Fortsetzung folgt.)

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics


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