Detective Comics

Die Comicserie „Detective Comics“ erscheint seit 1937. In Ausgabe 27 hatte Batman 1939 seinen ersten Auftritt. Anfangs handelte es sich noch um eine Anthologieserie, die sich Batman mit anderen Helden teilte.

Der Erste ist nicht immer der Beste

DC Comics

Titel: The Original Batman

Zeichner: Dick Sprang

Erschienen: 1953 (Detective Comics #195)


In Gotham City gibt es ein bestimmtes Gesetz: Es darf nur einen Batman geben. Auch wenn niemand weiß, dass Bruce Wayne Batman ist, und es schwer nachprüfbar ist, wer die Maske trägt, darf niemand sonst als das Original Verbrechen bekämpfen. Doch plötzlich taucht ein zweiter Batman auf, der statt eines Capes zwei steife Flügel hat und das Fledermaus-Symbol nicht auf der Brust, sondern am Gürtel trägt. Dieser ältere Herr namens Hugo Marmon behauptet, der erste Batman zu sein. Denn er hat als Zirkusartist bereits diesen Namen getragen.

Die Geschichte stimmt. Gesetzestreu wie Batman ist, müsste er also aufhören, aber Marmon erlaubt ihm, das Kostüm weiterhin zu tragen. Mehr noch: Er will ihm beweisen, dass das Original besser ist als der Imitator. Zuerst vollführt er einen Hochseilakt ohne Netz zwischen zwei Wolkenkratzern. Doch die Menge ist nicht angetan: Dieser Angeber kann keine Verbrecher bekämpfen!

Also versucht sich Marmon in diesem Gewerbe. Dabei lässt er sich von Gaunern reinlegen. Irgendwelche Typen behaupten einfach nur besorgte Bürger zu sein und Marmon glaubt ihnen jedes Wort. Batman und Robin ahnen Böses, verfolgen den alten Möchtegernhelden und helfen ihm zweimal aus der Patsche, als er durch Ungeschicklichkeit die Bösen entkommen lässt. Da wird Marmon wütend und entzieht Batman seine Lizenz, ein Batman zu sein.

Batman aber weiß sich zu helfen: Er kratzt an dessen Ego. Er wird zum Zirkusartisten, stellt sich dabei ziemlich tollpatschig an, Marmon kriegt das mit und wird sauer. Man tauscht wieder die Rollen: Der Alte geht zurück in den Zirkus, Batman und Robin kümmern sich um die Bösen. Um die Gauner zu täuschen, steigt Batman in das Kostüm des Alten …

Die Geschichte zeigt: Die ersten sind nicht immer die Besten. Thomas Edison erfand nicht die Glühbirne, Google nicht die Suchmaschine und Facebook nicht das Soziale Netzwerk – und trotzdem setzten sie sich durch. So ist es auch mit Batman. Auch er hatte seine historischen Vorläufer: Von Zorro bis hin zu The Shadow. Und auch der erste Batman-Entwurf, als Bob Kane ihm steife Flügel verpasste, war es nicht, der sich durchgesetzt hat. Darum geht es hier zwar nicht explizit, aber indem ein Batman vor dem Batman erfunden wird, wird deutlich, dass er eben kein Original ist – aber auch dass es darauf gar nicht ankommt. Denn der Batman, wie wir ihn kennen, ist vielleicht nicht der Erste, aber einfach der Beste.

>> Batman in den 50ern

Detective Comics: 80 Years of Batman – Das steckt drin

DC Comics

Am 13. März veröffentlicht DC seine Anthologie Detective Comics: 80 Years of Batman – Deluxe Edition. Enthalten sind darin die ersten Auftritte von Batman, Robin, Batwoman, Bat-Mite und Batgirl, sowie der Schurken Two-Face, Riddler, Clayface und Man-Bat. Darüber hinaus werden auch die Auftritte anderer Comic-Helden wie Slam Bradley, Air Wave, Boy Commandos, Martian Manhunter und des Manhunters der 70er, Paul Kirk, abgedruckt.

Von Paul Levitz, Denys Cowan und Bill Sienkiewicz wird es eine neue Geschichte geben, außerdem die Original-Layouts der Batman-Story aus Detective Comics #200, illustriert von Lew Sayre Schwartz. Einzelne Batman-Essays stammen von Cory Doctorow, Neil Gaiman, Glen David Gold, Dennis O’Neil sowie der ehemalige Police Chief von San Diego, Shelley Zimmerman, und Pulp-Historiker Anthony Tollin.

Der Sonderband wird 29,99 US-Dollar kosten.

Leider hat DC nur eine Liste von Zahlen angekündigt hat, aber keine Storytitel. Davon ausgehend, dass die ersten Auftritte von Figuren gesammelt werden, habe ich folgende Liste der Comics erstellt, allerdings bleiben einige Zweifel:

  1. Slam Bradley: „The Streets of Chinatown“ (#1, 1937)
  2. The Crimson Avenger: „Block Buster“ (#20)
  3. Batman: The Case of the Chemical Syndicate (#27, 1939)
  4. Batman and „Robin the Boy Wonder“ (#38, 1940)
  5. Air Wave: „Case of the Missing Evidence“ (#60)
  6. Boy Commandos: „The Commandos Are Coming“ (#64)
  7. Batman: „The Crimes of Two-Face“ (#66)
  8. Batman: „The Riddler“ (#140)
  9. Pow-Wow Smith: „The Origin of Pow-Wow Smith“ (#151)
  10. Roy Raymond: „The Land of Lost Years“ (#153, 1949)
  11. Martian Manhunter: „The Strange Experiment of Dr. Erdel“ (#225, 1955)
  12. Batman: „The Batwoman“ (#233, 1956)
  13. Batman: „… Meets Bat-Mite“ (#267, 1959)
  14. Batman: The Challenge of Clay-Face (#298, 1961)
  15. Batman: „The Mystery of the Menacing Mask!“ oder Elongated Man: „Ten Miles to Nowhere!“? (#327, 1964)
  16. Batman: „The Million Dollar Debut of Batgirl!“ (#359, 1967)
  17. Batman: „Challenge of the Man-Bat!“ (#400, 1970)
  18. Manhunter: „The Himalayan Incident“ (#437, 1973)
  19. „The Coming of the Creeper“ (#443, 1974)
  20. Batman: „There is No Hope in Crime Alley!“ (#457, 1976) [Erster Auftritt: Leslie Thompkins]
  21. Batman: „The Deadshot Ricochet“ (#474, 1977)
  22. Batman: „Night of the Body Snatcher“ oder Bat-Mite: „Bat-Mite’s New York Adventure“? (#482, 1979)
  23. Batman: „To Kill a Legend“ (#500, 1981)
  24. Batman: „The Night of Thanks, But No Thanks!“ (#567, 1986)
  25. Batman: „The Honored Dead“ (#742, 2000)
  26. Detective Comics #27 (The New 52, 2014)

Unsicher bin ich mir bei #327 und #482. Aus #327 wurde die Batman-Story bereits im Jubiläumsband Batman: A Celebration of 75 Years (2014) abgedruckt, allerdings erhielt Elongated Man in der Ausgabe seine erste Back-up-Story. Die Batman-Geschichte aus #482 enthält nichts Besonderes, allerdings wurde die Bat-Mite-Story in dem Paperback The Greatest Batman-Stories Ever Told (1988) nachgedruckt. (Die Ausgabe ist die erste des Redakeurs Paul Levitz.)

Wenn ich mit dieser Liste richtig liege, handeln neun oder zehn von 26 Geschichten nicht von Batman. Das ist zwar kein Problem für eine Detective Comics-Anthologie, die mehr zu bieten hat als Batman, aber dafür führt der Titel „80 Years of Batman“ in die Irre. Außerdem wirkt die Auswahl nach dem Prinzip der ersten Auftritte gegen Ende beliebig: Da taucht plötzlich eine Deadshot-Story auf (die erste, die den Schurken im neuem Look zeigt), die schon in Batman: A Celebration of 75 Years (2014) erschienen ist, Detective #567 gilt als erste in der neuen Continuity nach dem Reboot der Crisis on Infinte Earths, Ausgabe #742 ist die erste nach dem No Man’s Land-Event, aber hat bis auf einen neuen Look nicht viel Historisches zu bieten. Detective Comics #27 von 2014 (erschienen zu Batmans 75-jährigem Jubiläum) ist allerdings ein Highlight – allerdings nur, wenn sie hier auch ganz nachgedruckt wird.

Genauso gut, oder eher noch lieber, hätte man „The Doomsday Book“ (Detective Comics #572, 1987) nachdrucken können, in der Batman auf Sherlock Holmes trifft.

>> Details zu Detective Comics #1000

Batmans erster Trip ins Wunderland

DC Comics

Titel: Tweedledum and Tweedledee

Autor/Zeichner: Don Cameron/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Detective Comics #74)


Batman und Alice im Wunderland – das gehört einfach zusammen. Ich kann mir noch nicht erklären, warum. Aber angefangen hat es früh. Und nicht erst mit dem Mad Hatter, sondern mit Tweedledum und Tweedledee.

Die beiden, Dumfree und Deever Tweed, sind Cousins, die sich zum verwechseln ähnlich sehen: Beide sind dick, haben Knollennasen und tragen gern lila Anzüge. Und sie sind erfinderische Gauner. Während der eine Pelze raubt, holt sich der andere Diamanten. Als Batman und Robin über einen Übergrößen-Händler herausfinden, dass es sich nur um die Tweeds handeln kann, tappen sie in eine Falle und werden durch elektromagnetische Strahlung festgehalten.

Die Cousins haben sich umgezogen für einen Wohltätigkeits-Kostümball (es geht um Kriegsanleihen), den sie zu überfallen gedenken. Natürlich sind die verkleidet wie für ihre Rollen bei Alice im Wunderland, ein Komplize trägt ein Märzhasenkostüm, der andere eine Hasenmaske und Zylinder – der erste Mad Hatter. Sie gewinnen mit ihren Kostümen den ersten Preis und wollen noch mehr, da springen Batman und Robin wie Springteufel aus einer riesigen Geschenkpackung und schlagen alle zusammen.

Tweedledum und Tweedledee kehren in Batman #24 (1944) zurück. In diesem Heft lassen sie sich in einer Kleinstadt zum Bürgermeister wählen und üben auch das Amt des Richters aus, sie sperren Batman und Robin ins Gefängnis und betrügen die Gemeinde mit einer falschen Goldmine. Mit Alice im Wunderland hat das Ganze nichts zu tun – es ist eine ganz gewöhnliche, überkonstruierte Gaunerei.

Die beiden Widersacher tauchen erst wieder in den 70ern auf und schließen sich 2008 der Wonderland Gang an, in der auch andere Alice-Figuren wie der Mad Hatter zusammenkommen.

Mehr Batman im Wunderland:

80 Jahre Batman: Neues zu Detective Comics #1000

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Am 27. März 2019 ist es soweit: Dann erscheint Detective Comics #1000. Wie DC ankündigt, soll die Jubiläumsausgabe 96 Seiten umfassen und 9,99 US-Dollar kosten. Das Cover stammt von Jim Lee und zeigt die Batman-Familie, die die bekanntesten Schurken in der Bathöhle besiegt hat: Batman hält den Joker im Würgegriff, Robin hockt auf einem liegenden Bane – und leider schwingt sich auch Harley Quinn durch den Hintergrund. Ohne sie scheint es heute nicht mehr zu gehen …

Arkham Knight (DC Comics)

In dem Heft wird eine neue Storyline von Peter J. Tomasi und Doug Mahnke beginnen, in der die Figur des Arkham Knight in das DC-Universum eingeführt werden soll, ein neuer Schurke aus dem Game und der Mini-Serie Arkham Knight: Genesis (2015). In der Rüstung steckt Jason Todd (Robin II). Ob das auch in den Comics der Fall sein wird, ist unklar.

Darüber hinaus soll das Heft zehn Kurzgeschichten folgender Batman-Veteranen enthalten:

  • Kevin Smith & Jim Lee
  • Brian Michael Bendis & Alex Maleev
  • Warren Ellis & Becky Cloonan
  • Paul Dini & Dustin Nguyen
  • Denny O’Neil & Steve Epting
  • Christopher Priest & Neal Adams
  • Geoff Johns & Kelley Jones
  • Tom King, Tony Daniel & Joëlle Jones
  • Scott Snyder & Greg Capullo
  • James Tynion IV & Alvaro Martinez

Die O’Neil-Story soll eine Fortsetzung von „There’s No Hope in Crime Alley“ (Detective Comics #457, 1976) sein, in der die Ärztin Leslie Thompkins ihren ersten Auftritt hatte. Dass Kevin Smith nach Jahren zu Batman zurückkehrt, lässt hoffen, dass er längst angekündigte Trilogie, die mit Cacophony und The Widening Gyre begann, bald endlich abschließt (auch wenn die beiden ersten Teile nicht überzeugt haben).

DC hat auch einige Variant-Cover veröffentlicht: Abgesehen von den üblichen Verdächtigen wie Frank Miller, Tim Sale, Jock und Greg Capullo haben einige Künstler Reminiszenzen an die Batmen früherer Epochen gezeichnet: Bruce Timm verneigt sich mit einer Hommage an Jerry Robinson, Steve Rude hat ein prächtiges Cover zu Batmans Anfangszeit gemalt, Michael Cho versammelt die kuriosesten Batman-Kostüme des Silver Age, auch Urgesteine wie Jim Steranko und Bernie Wrightson tragen Variants im Oldschool-Stil bei.

Zu Detective Comics #1000 soll auch der Sammelband Detective Comics: 80 Years of Batman mit Reprints vieler klassischer Ausgaben erscheinen.

Ra’s al Ghul: Wie alles begann (Teil 3)

Titel: Tales of the Demon

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Michael Golden, Don Newton

Erschienen: 1978-1980 (DC Special Series #15, Detective Comics #485, 489, 490), Paperback 1991


Was bisher geschah: Ra’s al Ghul will Batman zu seinem Nachfolger machen und mit seiner Tochter Talia verheiraten (Tales of the Demon, Teil 1). Nachdem die ersten Versuche scheiterten und Ra’s ins Gefängnis kam, hat Ra’s einen Mord an Talia und ihm selbst inszeniert und Batman als Schuldigen dastehen lassen (siehe Detective Comics #444-448). Ra’s kam als falsche Leiche frei. Batman und Talia lieben immer noch einander, aber das ist zum Scheitern verurteilt.

Was jetzt geschieht: Ra’s al Ghul entführt Batman und erklärt ihn und Talia zu Mann und Frau. Dass Batman nicht einwilligt, spielt keine Rolle. In seiner Kultur, sagt Ra’s, reiche die Zustimmung der Braut und ihres Vaters. (Ich frage mich, in welcher Kultur das irgendwie praktikabel sein kann, aber sei’s drum.) Auch wenn Talia für ihn alles ist, was eine Frau sein soll (schön, intelligent, loyal), kann Batman diese Ehe nicht ernst nehmen.

Aber das Unfassbare geschieht in der Hochzeitsnacht: Batman schlägt Talia bewusstlos. Einfach so. Mit der Faust ins Gesicht. Dass er dabei um Verzeihung bittet, macht es kein bisschen besser. Batman schlägt seine Geliebte! Und das im Jahr 1978 – dagegen ist sein „Quiet or papa spank“ gegenüber Catwoman (Batman #1, 1940) harmlos.

Batman schlägt Talia K.O.

Allerdings ist unsere Talia nicht nachtragend. Nachdem Batman Ra’s an einem Diamantenraub gehindert hat, bewahrt sie Batman vor einer tödlichen Kugel und widersetzt sich ihrem Vater und gibt Batman den obligatorischen Abschiedskuss, als wäre nichts gewesen. Und tatsächlich sieht man nicht einmal einen blauen Fleck in ihrem Gesicht. Übrigens trägt sie in dieser Szene nur einen Bikini – warum auch immer. Beziehungsstatus: It’s complicated …

In den restlichen drei Kapiteln (Detective Comics #485, 489, 490) geht es dann weniger um Ra’s al Ghul als um die League of Assassins und ihren Anführer Sensei. Die ehemalige Batwoman Kathy Kane, die jetzt einen Zirkus betreibt, wird von den Attentätern ermordet. Da erscheint Ra’s am Tatort und Batman vermutet, dass er Kathy gegenüber Sensei als Bedrohung dargestellt hat. Klar ist nur: Ra’s versucht, totale Kontrolle über die League zu bekommen.

Ohne auch nur kurz um seine einstige Gefährtin zu trauern oder ein Wort in Gedenken über sie zu verlieren, jagt Batman den Attentäter: Bronze Tiger, einen Martial Arts-Meister mit Tigermaske. Als Batman ihn im Duell fast besiegt, will Sensei ihn umbringen lassen, der Tiger protestiert, dann will Sensei auch ihn töten lassen und Batman muss ihm das Leben retten.

Schließlich plant Sensei, Religionsvertreter bei einem Friedenstreffen zu töten. Wie es sich für Terroristen gehört, geht er nicht den einfachsten Weg, sondern will das Haus mit einem Erdbeben zum Einsturz bringen. Ein Geologe soll ihm dabei helfen. Und dann wird es absurd: Auf der Flucht vor den Bösen platzt der Geologe in ein Bingo-Spiel rein und zerstört auf der Nummernanzeige zwei Zahlen. Der Vorfall steht dann in der Zeitung, Alfred liest Bruce den Artikel vor und dann schließt Bruce, dass der Mann ihm damit einen Ort auf der Karte vermitteln wollte. Er hätte auch einfach die Polizei anrufen können. Aber wie gut, dass Alfred so aufmerksam die Panorama-Seiten liest und Batman Gedanken von Wirrköpfen lesen kann …

Noch absurder endet eine Verfolgungsjagd auf einem Rummelplatz: Ein Attentäter entführt den Geologen und fährt mit ihm erstmal Achterbahn. Vielleicht hätte jemand dem Mann mal sagen sollen, dass er damit nicht weit kommt, aber Batman hat natürlich wieder mal eine halsbrecherische Herausforderung zu meistern. Er hätte allerdings einfach warten können, bis der Wagen wieder am Ausgangspunkt zurück ist.

Batmans Spoiler-Warnung

Und als man denkt, es geht nicht mehr blöder, legt Dennis O’Neil noch einen drauf: Als sich Batman mit dem Batgyro dem Versammlungsort der Religionsvertreter nähert, ordnet James Gordon ohne zu zögern an, auf ihn zu schießen. Batman stürzt ab. Als er kurz darauf Gordon trifft, scheint er allerdings nicht nachtragend zu sein. Allerdings scheint Gordon seinem Freund auch dann nicht zu vertrauen, als dieser ihn vor den kommenden Gefahren warnt. Batman wird ziemlich sauer. Sensei nutzt die Chance und haut ab.

Als am Ende Ra’s auftaucht, ist immer noch nicht klar, ob er mit dem Mord an Kathy Kane zu tun hat. Batman will ihn festnehmen, aber da schießt ihm Talia einen Betäubungspfeil in den Rücken. Später wacht er bei ihr in einem idyllischen Landhaus auf und alles scheint vergeben und vergessen. (Vielleicht weil er noch Gewissensbisse wegen des Schlags hat?) Von Talia überredet gönnt sich Batman mal einen Tag Ruhe. Was das bedeutet, bleibt der Fantasie der Leser überlassen.

Damit enden die Tales of the Demon so unbefriedigend wie unüberzeugend. Abgesehen von der fragwürdigen Handlung erschließt sich nicht, was Batman, der sonst so Unbestechliche, an Talia findet. Er weiß nichts über sie, außer dass sie ihn mehrfach belogen und hintergangen hat, sie ist alles andere als loyal, sondern extrem sprunghaft, aber im Zweifel dem Vater ergeben. Kurz: Wenn sie keine Verbrecherin ist, ist sie zumindest eine Helferin. So eine Beziehung ist toxisch. Batman fällt hier mehr aus der Rolle als er es bei Catwoman und anderen Frauen getan hat. Das muss wohl wahre Liebe sein …

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

Ra’s al Ghul: Wie alles begann (Teil 2)

 

Titel: Bat-Murderer/Break-In At The Big House/Slaughter in Silver/Enter: The Creeper/Bedlam Beneath the Big Top

Autor/Zeichner: Len Wein/Jim Aparo, Ernie Chan

Erschienen: 1975 (Detective Comics #444-448), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


„The Batman has gone stark, raving mad!“

Was bisher geschah: Der mysteriöse Ra’s al Ghul hat herausgefunden, dass Batman Bruce Wayne ist (Tales of the Demon, Teil 1). Er hat ihn mit einer fingierten Entführung seiner Tochter Talia und von Robin getestet, um ihn zu seinem Wunschnachfolger und Schwiegersohn zu erklären. Daraus wurde nichts. Batman durchschaute, dass Ra’s nichts Gutes vorhat und hat ihn im Duell zur Strecke gebracht.

Was jetzt geschieht: Als Batman eine neue Bande an einem Juwelenraub hindern will, entpuppt sich zuerst die Anführerin als Talia al Ghul, Tochter von Ra’s al Ghul. Und als Batman sie festhalten will, wirft sie ihm seine Pistole zu und flieht. Er hält sie auf, indem er ihr in den Rücken schießt. Talia stirbt und die Polizei will Batman wegen Mordes festnehmen.

Moment mal: Wie kann das sein? Aber die Beweislage ist eindeutig: Batman hat auf Talia gezielt und sie erschossen. Doch Batman beteuert seine Unschuld: Jemand habe ihn da reingeritten. Er flieht vor der Polizei und sucht im Knast Ra’s al Ghul auf. Doch kaum spricht er ihn an, erschießt dieser sich selbst. Jetzt wird Batman wegen zweier Morde gejagt. Was ist hier los?

Nach einem Intermezzo um einen Silber-Schmuggler, das nichts mit der Handlung zu tun hat (Detective Comics #446), trifft Batman auf den Creeper, der ihn zuerst dingfest zu machen versucht und dann mit ihm gegen Löwen kämpft. Als Batman das Grab von Ra’s al Ghul öffnet, ist es zunächst leer und als die Polizei eintrifft, scheint doch eine Leiche darin zu liegen.

Schließlich führt die Spur zu einem Zirkus. Doch der ist nur Fassade des Schurken. Ra’s tarnt sich als Strongmen-Zwerg, Talia als Schlangenbeschwörerin (und damit auch als verführerische Eva). Mir ist nicht klar, was der ganze Aufwand soll, aber am Ende kommt alles so, wie man es sich längst gedacht hat: Ra’s hat das alles sehr aufwendig (und überkompliziert) inszeniert, damit Batman zum gesuchten Verbrecher wird und sich, da ihm keine andere Wahl bleibt, dem Schurken anschließt. Batman sagt natürlich nein, er prügelt sich, der Zirkus geht in Flammen auf, Ra’s verschwindet.

Am Ende meint Talia, Batman dürfe sich geehrt fühlen: „You are honored, beloved! My father would go to such extremes for no other man!“ Doch Batman ist angewidert. Spätestens hier müsste er merken, dass Talia keine Frau für ihn ist. Aber schon bei ihrem ersten Wiedersehen können sie nicht die Finger voneinander lassen – es ist zum Verzweifeln …

Diese Geschichte fehlt leider in dem Sammelband Tales of the Demon. Zugegeben: Sie hat ihre Schwächen, aber nicht mehr als die anderen. Dabei ist sie zumindest wichtig, um zu erfahren, wie Ra’s al Ghul aus dem Gefägnis gekommen ist. Aber leider lässt eine vollständige Ausgabe dieser Comics aus den 70ern noch auf sich warten. So klafft eine Lücke.

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

Ra’s al Ghul: Wie alles begann (Teil 1)

DC Comics

Titel: Tales of the Demon

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Bob Brown, Neal Adams, Irv Novick

Erschienen: 1971-1972 (Detective Comics #411, Batman #232, 235, 240, 242, 243, 244), Paperback 1991


Die Geschichte von Ra’s al Ghul beginnt ungewöhnlich geheimnisvoll. In den ersten Auftritten erfährt man so gut wie nichts über die Herkunft, Fähigkeiten und die Motive des Schurken. Er bleibt ein mysteriöser Machtmensch – und seltsamerweise stellt Batman auffallend wenig Fragen, um das Rätsel zu klären.

Batman trifft zuerst dessen Tochter Talia, nachdem sie von Doctor Darrk, dem Anführer der League of Assassins, entführt worden ist (Detective Comics #411). Mit dieser tödlichen Geheimorganisation hatte es Batman bereits in Detective Comics #405-406 (1970) zu tun. Ein Hinweis führt ihn nach Asien, wo er gefangengenommen und mit Talia eingesperrt wird. Die Hintergründe bleiben vage. Sie erklärt ihm, dass Darrk irgendein Geschäft mit ihrem Vater hatte. Batman darf sie dann gegen einen Stier verteidigen. Doch als er Darrk der Polizei übergeben will, zückt der Schurke ein Messer, Talia schießt auf ihn und er fällt vor einen Zug.

DC Comics

Erst in Batman #232 trifft Batman Ra’s al Ghul. Zuerst wird Robin von Unbekannten entführt, dann taucht plötzlich Ra’s in der Bathöhle mit seinem Diener Ubu auf, erklärt ihm, dass er Batmans wahre Identität herausgefunden habe und dass auch Talia entführt worden sei (schon wieder). Batman soll ihm helfen, sie wiederzufinden. Eine Spur führt sie nach Kalkutta. Batman muss gegen einen Leoparden kämpfen und sich beim Bergsteigen gegen Attentäter wehren.

Doch dann wird ihm klar: Die ganze Sache stinkt. Talia ist nicht entführt, Ra’s hat den Aufwand nur betrieben, um Batman zu testen. Er will Batman zu seinem Nachfolger und zum Schwiegersohn machen – Talia sei verliebt in ihn. Und im letzten Panel zeigt sie es ihm, indem sie ihn küsst. Batman schaut entsetzt. Aber mehr passiert nicht. Die Geschichte ist plötzlich zu Ende und erst drei Ausgaben später sehen wir Ra’s und Talia wieder, allerdings seltsamerweise ohne dass die ganze Nachfolge- und Heiratsthematik eine Rolle spielt.

DC Comics

In Swamp Sinister (Batman #235) bekommt Bruce Wayne eine Leiche per Post zugeschickt, kurz darauf taucht Ra’s al Ghul auf und bittet mal wieder um Hilfe. Batman soll eine Chemikalie wiederfinden, die dazu benutzt werden kann, eine tödliche Seuche herzustellen. Diese hat ihm ein ehemaliger Mitarbeiter gestohlen. Wieder hilft ihm Talia und am Ende gibt es wieder ein Küsschen auf die Wange. Batman ist nicht besonders erfreut, denn Talia hat sich hier als mordlüstig erwiesen. Aber sie ist sich sicher, dass sich seine Meinung bald ändern werde.

In Vengeance for a Dead Man (Batman #240) beginnt die Story damit, dass Batman bei einer Ermittlung in einem Mordfall auf Talia trifft (wieder gibt’s einen Schmatzer). Der Leiter einer Forschungseinrichtung wurde ermordet und der Leiche wurde das Gehirn entfernt. Der Mörder ist schnell gefunden, aber als Talia ihm ein Wahrheitsserum verabreichen will, drückt sie ihm ein Amnesie-Mittel rein – aus Versehen, wie sie behauptet.

Batman glaubt ihr kein Wort. Er verfolgt sie, als sie mit dem U-Boot in ein Unterwasser-Versteck ihres Vaters. Ra’s al Ghul hat das Gehirn des Toten nicht nur konserviert, sondern auch zum Sprechen gebracht, weil es für ihn wertvolle Informationen über die US-Außenpolitik hat. Diese könnten ihm helfen, mit seiner Organisation eine bessere Welt zu schaffen, und dazu gehört, dass Batman Talia zur Frau nimmt.

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Erst jetzt sagt Batman Ra’s die Meinung: Er will nicht. „You’re mad … Insane with the need for power! I’ve never realized it until this moment!“ Manchmal hat auch der weltbeste Detektiv eine lange Leitung. Und offenbar hat Batman, der sonst so gründlich Nachforschungen anstellt, seine Hausaufgaben nicht gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass er abgelenkt war, in Gedanken bei Talia. Indirekt gesteht er ihr, dass er sie so liebt wie sie ihn. Aber Vater und Tochter schaffen es, abzuhauen noch bevor Batman etwas dagegen tun kann – und auch bevor das Gehirn Ra’s sagen kann, was er wissen will. Ist wohl doch nicht so wichtig, denn es geht später ja auch ohne.

Danach betreibt Batman einen immensen Aufwand, um Ra’s al Ghul zu finden. Zuerst inszeniert er Bruce Waynes Tod, dann nimmt er die Identität eines Gauners an, der auf der Flucht vor ihm von einem Querschläger getötet wird: Matches Malone. (Das Alter Ego soll ihm später noch viele gute Dienste bei Undercover-Ermittlungen erweisen.)

DC Comics

Als Matches verhindert er, dass einer von al Ghuls Schergen, Lo Ling, einen Wissenschaftler entführt, Harris Blaine, weil er an „etwas“ arbeite, was ihm nützlich sei. Wieder bleibt dieses Etwas vage. Batman bittet Blaine, ihm dabei zu helfen, Ra’s al Ghul aufzuhalten. Alleine schaffe er es nicht, bisher sei es nur zum Unentschieden zwischen ihnen gekommen, aber er müsse besiegt werden, weil er besessen von weltweiter Macht sei und eine Diktatur des Verbrechens errichten wolle.

Hier könnte man stutzig werden: Was hat Batman eigentlich gegen Ra’s? Und was genau hat er gegen ihn in der Hand? Batman hat Ra’s vorgeworfen, unmenschlich gehandelt zu haben, indem er das Gehirn zum Sprechen brachte. Aber Ra’s wandte ein: „It it inhuman to prolong life in whatever form?“ Der Punkt geht klar an ihn: Er hat ein Bewusstsein vor dem Tod bewahrt. Das Ganze mag zwar geschmacklos erscheinen, aber getötet hat er bislang nicht. Angegriffen haben seine Leute nur Batman, aber das nur als Reaktion auf sein Eindringen. Und mehr als Andeutungen hat Ra’s über seine Pläne auch nicht gemacht. Worüber regt sich Batman eigentlich auf? Ist er noch nachtragend wegen Robins Entführung? Auch wenn sie prinzipiell justiziabel gewesen wäre, war die ganze Sache bisher ziemlich harmlos …

DC Comics

Batmans Motiv bleibt also noch schleierhafte als das seines Gegners. Aber zunächst ist da die Sache mit dem Handlanger Ling. Batman rettet ihm das Leben, aber weil Ling jetzt bei zwei Herren in einer Lebensschuld steht und sich das nicht verträgt, entscheidet sich Lings Loyalität in einem Messerduell mit Batman. Gemeinsam mit Blaine fliegt er als Matches in die Schweiz, wo Ra’s untergetaucht ist. (Wieder Berge!) Ihnen schließt sich die Skifahrerin Molly Post an, die auch noch eine Rechnung mit dem Schurken offen hat.

Jeder der vier macht sich auf der Quest nützlich und als sie endlich zu Ra’s Versteck vordringen, ist ihr Gegner tot. Kurz darauf wird er in der Lazarus-Grube versenkt und wiederbelebt. Wahnsinnig verfolgt er die vier Helden, verletzt Ling und schlägt Batman K.O., dann haut er mit Talia in einem Hovercraft ab. Molly versucht ihn aufzuhalten, aber wird dabei verletzt. Batman muss sich um sie kümmern und kann Ra’s nicht weiter verfolgen.

DC Comics

Er findet ihn kurz darauf trotzdem: in der Sahara. Ra’s zollt dem Detective seinen Respekt und bietet ihm eine Chance: Es kommt zu einem Duell mit Schwertern. Batman kämpft oben ohne, aber mit Maske. Batman wird von einem Skorpion gestochen, Ra’s überlässt ihn dem Tod, aber Talia verabreicht ihm bei einem letzten Kuss ein Gegenmittel und so kann Batman doch – mit einem finalen Faustschlag – triumphieren.

Talia kommt natürlich ungeschoren davon. Es gibt sogar noch einen großen Abschiedskuss. Warum er sie verschont, bleibt auch hier unklar. Batmans Urteilskraft scheint bei ihr sehr getrübt zu sein. Allerdings scheint es sich von selbst zu verstehen, dass ihre Liebe keine Zukunft hat. Immerhin liefert Batman Ra’s den Behörden aus.

Damit endet die erste große Ra’s al Ghul-Story. Bemerkenswert ist, dass diese Geschichte zwar über ganze sieben Ausgaben erzählt wird, aber nicht direkt hintereinander. Zwischen den ersten Kapiteln liegen stets mehrere Ausgaben, erst die letzten drei bilden eine durchgehende Story. Erst nach und nach werden Informationen preisgegeben, aber die eine große Erklärung gibt es nicht. Vieles bleibt offen, vor allem, was Ra’s überhaupt will und wie er es erreichen will.

Am Ende erklärt er selbst, dass er sich weder für einen Kriminellen noch ein Genie hält, sondern für einen Künstler: „I have a vision … of an earth as clean and pure as a snow-swept mountain … or the desert!“ Er will auf der Erde Harmonie herstellen. Wie das gehen soll, bleibt unklar. Die Vernichtungspläne, für die er später berüchtigt sein wird, formuliert er hier noch nicht. Aber Batman bleibt dabei: Ra’s ist irre. Das muss wohl der untrügliche Instinkt des Detektivs sein.

(Fortsetzung folgt.)

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics


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Schlechtes Karma für Batman

DC Comics

Titel: On the Outside

Autor/Zeichner: Bryan Hill/Miguel Mendonca

Erschienen: 2018 (Detective Comics #982-987), Paperback 2018 (Detective Comics Vol. 8)


„… they make me weaker“ (Bruce Wayne)

Es geht auch anders. Batman muss zum Beispiel kein Einzelkämpfer sein. War er in 80 Jahren sogar nur selten. Egal, ob Robin, ein Polizist wie James Gordon oder Alfred – Batman hatte fast immer irgendwie Hilfe. Deshalb gibt er den Teamgedanken auch nicht auf, nachdem seine Batman-Familie auseinandergefallen ist (siehe Fall of the Batmen/Batmen Eternal). Er will ein neues Team zusammenstellen. Und dafür sucht er sich Hilfe bei Black Lightning.

Es ist nicht schwer zu erraten, wie das Team heißen wird: The Outsiders. Die Superheldengruppe hat es bereits 1983 und dann immer wieder in neuen Zusammensetzungen gegeben. Black Lightning, der als Jefferson Pierce als Lehrer arbeitet, soll zunächst Babysitter für Cassandra Cain, Barbara Gordon und Duke Thomas spielen, und sie von einem neuen Schurken fernhalten: Karma.

Der kann nicht nur Gedanken lesen, sondern ist auch ein ruchloser Mörder: zuerst muss ein Viewtube-Star daran glauben, dann eine Moderatorin, schließlich entführt er eine ganze Schulklasse. Batman stellt zwar ein Team zusammen, aber will es trotzdem alleine mit Karma aufnehmen. Seine Begründung: Seine Gefährten machen ihn schwächer. Eine bittere Erkenntnis. Klar, dass der Plan an beiden Seiten nicht aufgeht.

Nach sieben ermüdenden Detective-Comics-Bänden ist auch On the Outside keine Pflichtlektüre geworden, aber der neue Autor Bryan Hill zeigt hier trotzdem, dass es auch anders gehen kann. Weniger Text, weniger Nebenschauplätze, ein sympathischer Gaststar (Black Lightning) und ein Gegner, der Batman dazu bringt, sich selbst zu hinterfragen und herauszufordern. In einer Sequenz sehen wir auch einen neuen Aspekt von Bruce Wayne: Um nachzudenken rast er einfach mal in zivil im Sportwagen durch die Gegend und hält, als ihm ein Geistesblitz kommt, mit quietschenden Reifen an einem Abhang. Life on the edge …

Die Mischung stimmt und auch dank des klaren Zeichenstils und knalliger Farben ist diese Vorbereitung zu der neuen Outsiders-Serie (erscheint nächstes Jahr als Paperback) ein spannendes wie kurzweiliges Vergnügen und macht Lust auf mehr.

Zum Schluss gibt es noch kurzes, aber prächtig düster von Sebastian Fiumara gezeichnetes Wiedersehen mit Deacon Blackfire aus der großartigen Mini-Serie The Cult. Auch dieser Schurke konfrontiert ihn mit einem fundamentalen Vorwurf: Batman kämpft einen vergeblichen Kampf gegen Gothams Fluch. Allerdings fällt die Antwort darauf oberflächlich aus.

>> Batman 2011-2019

Die Rache der Schlammgesichter

DC Comics

Titel: The Mud Pack

Autor/Zeichner: Alan Grant/Norm Breyfogle

Erschienen: 1989 (Detective Comics #604-607), Hardcover 2015 (Legends of the Dark Knight: Norm Breyfogle Vol. 1)


Im Jahr 1989 gibt es vier Mal Clayface: Basil Karlo, den Schauspieler, Matt Hagen, den ersten Gestaltenwandler, Preston Payne, der im Schutzanzug und Sondra Fuller alias Lady Clay. In The Mud Pack bringt Basil Karlo, der gerade aus dem Knast entlassen wurde, alle Clayfaces zusammen. Warum? Um reich zu werden und Rache an Batman zu nehmen.

Doch schon mit Matt Hagen scheitert es. Karlo kratzt zwar alles an Zauberschlamm zusammen, den er finden kann, aber auch mit Wasser will ihm sein Golem nicht zum Leben erwachen. Den Rest der Story verbringen Matts Überreste als traurige Schlammskulpur, die von einem Löffel gestützt wird.

Wie der Zufall es will, bricht zur gleichen Zeit Preston Payne aus Arkham aus. Lady Clay erwartet ihn schon und bringt ihn zu Karlo. Sie hat die Form und die Kräfte der Superheldin Looker (von den Outsiders) angenommen. Natürlich verschanzt man sich in einem stillgelegten Kino, dem natürlichen Lebensraum des alten Schauspielers, wo alte Horrorplakate an den Wänden hängen.

Man raubt also eine Bank aus. Und Lady Clay tritt als Batman auf. Beim nächsten Überfall geht es Batman gegen Batman – und der echte sieht Robin wieder, den toten Jason Todd. Schließlich wird er entführt und im Kino mit allen anderen Traumata konfrontiert.

Am Ende stellt sich heraus, dass Basil Karlo den ganzen Aufwand nur betreibt, um sein eigenes Leben zu retten und zum ultimativen Clayface zu werden. Mit den Blutproben von Clayface III und IV lässt er sich zum Monster machen.

Eine starke Story, wäre da nicht der Auftritt der echten Looker. Ihr Name ist so dämlich wie ihr Kostüm. Aber sie kann so ziemlich alles, was die Handlung voranbringt. Deshalb darf sie Batman retten und ihm im Kampf gegen den Schurken helfen. Clayface III und IV verlieben sich Hals über Kopf, was nicht einmal der Autor ernst nimmt. In Knightfall: The Crusade werden sie eine Familie gründen, aber das ist ein anderes Thema … Schade ist nur, dass die Story nicht ihr Potenzial ausschöpft und auch Clayface II handeln lässt.

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Todesfalle unter Freunden

DC Comics

Titel: Night of Penguin

Autor/Zeichner: Paul Dini/Don Kramer

Erschienen: 2006 (Detective Comics #824), Paperback 2007 (Batman: Detective), 2018 (Batman Arkham: Penguin)


Nachdem Batman mal wieder einer von Pinguins Todesfallen entkommt (er hängt über einem Becken voller hungriger Seehunde), wird er zur großen Neueröffnung der Iceberg Lounge eingeladen. Der Pinguin will ihm beweisen, dass er ein ehrlicher Geschäftsmann geworden ist. (Warum dann die Todesfalle? Nur ein kleiner Spaß unter Freunden, wohl der alten Zeiten wegen.) Batman geht als Bruce Wayne hin, begleiten lässt er sich von einer oberflächlichen Frau, eine bessere Gesellschaft leistet ihm Lois Lane.

Der Pinguin offenbart sich als nicht ganz ehrlicher Geschäftsmann, indem er 38 Dollar für Iceberg-Lounge-Shirts verlangt. Schluss mit lustig ist aber, als mal wieder ein Mann in seinem Casino zu viel Geld gewinnt. Mr. ZZZ, ein Ganove, der es trotz Narkolepsie fertig bringt, Poker zu spielen. Batman findet heraus, dass dahinter ein Trick und eine Entführung steckt und beschafft dem Pinguin die Kohle wieder.

Schön und sauber gezeichnet, ein paar kleine Schmunzler – ein enette Lektüre für zwischendrin, mehr ist Paul Dinis kleine Episode leider nicht. Nach dem ungewöhnlichen Auftakt sackt die Story leider ins Anekdotisch-Banale ab. Batman rettet Pinguins Geld? Das muss wirklich niemanden interessieren.

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