Batman (Comic-Serie)

Joker und Riddler sind sich nicht grün

„The Riddler is tired of Jokes. The Joker is tired of riddles“, schreibt Tom King bei Twitter. Der Autor der Batman-Serie kündigt damit seine neue Story an: The War of Jokes and Riddles, einen Achtteiler, der am 21. Juni 2017 in Batman #25 beginnt. Die Zeichnungen werden von Mikel Janin stammen.

Die Geschichte spielt ein Jahr nachdem Batman seine Karriere begonnen hat (Zero Year). „A year after he began, Batman thinks he understands the pain and power of Gotham. And the war comes, and he learns he knows nothing.“ Dabei soll Gotham gespalten und zerstört werden. Wie auf einem der Cover zu sehen ist, werden dabei auch viele andere klassische Schurken wie Scarecrow, Mad Hatter, Pinguin und Two-Face eine Rolle spielen.

War Games: Tausend Seiten Langeweile

Titel: War Games Vol. 1-2 (früher: War Drums, War Games, War Crimes)

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2004-2005; Paperbacks 2004-2006 (5 Bände), 2015-2016 (2 Bände); dt. Panini 2005 (diverse Hefte)


„War is not a game. It’s an abomination. And this must be stopped.“ (Batman)

Die Kurzfassung: Ein Bandenkrieg bricht in Gotham aus, Black Mask übernimmt die Unterwelt.

SPOILER: Stephanie Brown wird zu Robin, wird aber schnell gefeuert und stirbt bald darauf, nachdem sie von Black Mask gefoltert wird.

Bilanz: Zwei Bände mit über 1000 Seiten, auf denen zu wenig Spannendes passiert – verschwendete Lesezeit.

Die ausführliche Fassung:

Tim Drake hat keine Lust mehr. Er hat als Robin hingeschmissen. Ein Ersatz muss her, da steht auch schon die erste Aspirantin auf das Amt des Wunderknaben bereit: Stephanie Brown, Tochter des Schurken Cluemaster, ehemals als Spoiler unterwegs. Kaum bricht sie in die Bathöhle ein und steht im selbstgenähtem Kostüm vor Batman, ist sie engagiert. Bei Tim hat Batman noch gezögert und mit sich gehadert, immerhin war gerade erst Jason Todd im Einsatz draufgegangen. Aber beim ersten Mädchen in der Rolle scheint er keine Skrupel zu haben. Warum, erfährt man später: sie ist bloß Kanonenfutter.

Ja, ich weiß: strenggenommen ist Stephanie nicht der erste weibliche Robin. Vor ihr gab es Carrie Kelley, allerdings nur im alternativen Universum von The Dark Knight Returns (auch wenn sie kürzlich Eingang in den Kanon fand, aber das ist eine andere Geschichte). Spoiler-Robin ist aber die erste in der regulären Continuity. Es ist allerdings bezeichnend: Wenn Robin ein Mädchen wird, dann nur für kurze Zeit. So geht Stephanie Brown leider nur als Fußnote in die Comic-Geschichte ein. Alfred Pennyworth kommentiert das so:

„One has difficulty adjusting to the recurrent personnel changes, what with Robin, and the Robin before her …“

Die Handlung von War Games lässt sich Zeit. Das erste Drittel (ursprüglich War Drums genannt) baut nur allmählich die Geschichte in Gang. Ein Gang-Krieg hier, Mr. Freeze da, eine Pest frisst Menschen auf, der Pinguin macht Waffendeals, Robin darf sich beweisen und wird nach ein paar Tagen gefeuert, während Tim Drake Liebeskummer hat und sich woanders Trost sucht. Kurz gesagt: ziemlich schleppend und belanglos.

Nach diesem zähen Auftakt geht die eigentliche War Games-Story los. Nachdem es bei einem Treffen der Gangster-Bosse zu einer Schießerei kommt, bei der die meisten getötet werden, bricht ein Bandenkrieg in der ganzen Stadt aus. Das Treffen hat Stephanie Brown einberufen, um Batman zu beweisen, das sie das Verbrechen in Gotham beseitigen kann. Falsch gedacht, es endet in einer Katastrophe. Auch für sie. Und auch narrativ. So wird das Lesen selbst zum Kampf.

Der erste Akt von War Games, mit dem der erste Band (500 Seiten!) schließt, ist nichts als eine große Prügelei:

  • Batman vermöbelt Gangster
  • Nightwing vermöbelt Gangster
  • Catwoman vermöbelt Gangster
  • Robin vermöbelt Gangster
  • Batgirl vermöbelt Gangster
  • neue Heldinnen wie Onyx und Tarantula vermöbeln Gangster

Eintönig? Ja, so ging es mir auch. Aber so geht es im zweiten Band (600 Seiten!) weiter. Bis irgendwann endlich der Hauptschurke auftaucht: Black Mask. Zu lange hält man mit ihm hinterm Berg, dann ist er plötzlich da, ohne großen Auftritt – und als Batman dahinterkommt, ist es keine Überraschung mehr, weil der Leser es längst weiß, ohne dass er selbst rätseln musste. Das hätte man eleganter lösen können. Aber immerhin ist Black Mask, ein grausamer, sadistischer wie wortgewandter Schurke, das Einzige an dieser Story, das Interesse weckt.

Alles weitere ist entbehrlich. Zu viele Charaktere tummeln sich da (Hush! Deadshot! Scarecrow!), die die dünne Story mehr mit unnötigen Schlägereien ausbremsen als sie voranzubringen. Batman wirkt mal wieder sehr unsympathisch, weil herrisch, als er auch noch der Polizei vorschreiben will, was sie zu tun hat, und danach bei ihr in Ungnade fällt. Dabei ist die eigentlich spannende Prämisse, dass der Mann, der an alles gedacht hat, unfreiwillig zum eigentlichen Auslöser der Krise wird. Aber hier wird die Idee verschenkt.

Der Schlussteil, War Crimes, ändert an dem Gesamteindruck wenig: er liest sich wie ein Epilog, der sich noch mehr zieht als das Ende von Herr der Ringe III. Das Finale enttäuscht, Black Mask und Joker gehen in einer Seitengasse wegen einer Nichtigkeit aufeinander los, Batman mischt sich ein, es geht kindisch zu wie auf dem Pausenhof. Da kann auch die überraschende Wendung am Ende nicht mehr helfen. Sie braucht uns ebenso wenig zu jucken wie die über 1000 Seiten davor.

>> Batman 2000-2011

Monströses Desaster

DC Comics

DC Comics

Titel: Night of the Monster Men (dt. Die Nacht der Monster-Menschen)

Autor/Zeichner: Steve Orlando, Tom King, James Tynion IV, Tim Seeley/Riley Rossmo, Roge Antonio, Andy MacDonald

Erschienen: 2016 (Batman #7-8, Nightwing #5-6, Detective Comics #941-942), Hardcover 2017, dt. Panini 2017


„I don’t run from my monsters. I embrace them.“ (Batman)

Vier riesige Monster fallen über Gotham her  und zerstören sinnlos die Stadt. Batman und seine Familie (Batwoman, Nightwing, Clayface, Spoiler, Orphan, Gotham Girl, Duke Thomas) halten sie auf. Dahinter steckt Hugo Strange. Und die einzige Frage, die sich ständig aufdrängt: Warum ruft niemand die Justice League zur Hilfe? Die darf erst am Ende aufräumen helfen. Seltsam.

Das erste Batman-Event im Rebirth-Zyklus enttäuscht durch eine langweilige Prämisse (Riesenmonster? Gähn!) und eine banale Story mit noch banalerem Finale. Hier wurden die bisherigen klassischen Geschichten um Hugo Strange (Batman and the Monster Men, Prey, Strange Apparitions) zu einer vermischt und nur dadurch gesteigert, dass die Monster noch größer, fieser und … monströser gemacht wurden. Aber das führt bloß dazu, dass die Helden zu Katastrophenhelfern werden und vor lauter Action jegliche Psychologie auf der Strecke bleibt, obwohl die Monster angeblich für Batmans Ängste stehen sollen. Da hilft es nichts, dass Hugo Strange ein verrücktes Universalgenie ist und im Batman-Kostüm auf einem Thron aus Psychologie-Büchern sitzt – am Ende siegt der Held, ohne dass es zu einem richtigen Duell gekommen ist.

Grafisch bleibt Night of the Monster Men so durchschnittlich wie seine Geschichte. Was aber irgendwann zu viel wird, ist diese knallbunte Kolorierung, vor allem der penetrante Pink-Stich am Ende. Mit Rebirth will DC ja wieder mehr Optimismus in die Comics bringen, aber das ist eindeutig zu viel des Guten. Es täte den Comics besser, in neue Ideen zu investieren.

Was bisher geschah:

Batmans neue Super-Freunde

DC Comics

DC Comics

Titel: I Am Gotham (Batman Vol. 1) (dt. Ich bin Gotham)

Autor/Zeichner: Tom King/David Finch, Mikel Janin, Ivan Reis u.a.

Erschienen: 2016 (Batman #1-6, Batman Rebirth #1), Paperback 2017, dt. Panini 2017 (Paperback)


„Who’s going to catch you in Gotham?!“

Jede Stadt hat ihre Beschützer: Metropolis hat Superman, Gotham hat Batman – aber was, wenn über Gotham plötzlich ein Flugzeug abgeschossen wird, es auf die Stadt zurast und kein Superman helfen kann? Dann ist Batman ziemlich aufgeschmissen. Mit technischen Tricks kann er vielleicht das Schlimmste verhindern, aber nicht mehr sich selbst retten. Doch in so einer Situation tauchen aus dem Nichts zwei fliegende Superhelden auf und gehen Batman zur Hand: sie nennen sich „Gotham“ und „Gotham Girl“ und tragen diamantförmige Symbole mit einem G in Frakturschrift auf der Brust.

Nicht gerade einfallsreich, zugegeben. Und der beste Detektiv der Welt kommt auch schnell hinter die Masken der beiden Neulinge und stattet ihren Eltern als Matches Malone einen Besuch ab. Wie dem auch sei: die Geschwister Gotham haben die nobelsten Absichten – und Batman vertraut ihnen auch ohne große Erklärungen über ihre Herkunft und Beweggründe. Er verlässt sich wohl auf seinen Instinkt. Und so arbeitet das Dynamische Trio zusammen mit dem Azubi-Robin Duke Thomas, der noch Dauerdienst in der Bathöhle schieben muss, bevor er ins gelbe Kostüm steigen darf. (Wer Duke ist, erfährt man im Prolog von Batman Rebirth #1, mit dem der Band beginnt, der aber auch in Batman Vol. 10: Epilogue und Detective Comics Vol. 9: Gordon at War enthalten ist.)

Passend zum Zeitgeist der Realität haben die Helden vor allem mit Terrorismusbekämpfung zu tun: in Gotham sind Selbstmordattentäter mit Bomben unterwegs und verbreiten die Botschaft der Furcht. Auch Solomon Grundy darf mal wieder beim Chaos mithelfen. Dahinter stecken aber Hugo Strange und der Psycho Pirate (siehe Crisis on Infinite Earths) – aber was Strange vorhat, das wird hier noch nicht geklärt.

Der neue Batman-Autor Tom King (der neben Grayson auch die grandiose Irak-Kriegs-Serie Sheriff of Babylon geschrieben hat) legt mit I Am Gotham einen furiosen Start hin: einfallsreich und voller Humor, die Tradition im Blick, aber auch stets ironisierend. Damit erweist er sich als würdiger Nachfolger von Scott Snyder. Allein das erste Kapitel, in dem Batman das Flugzeug umzulenken versucht, ist auch dann äußerst spannend, wenn man weiß, worauf es hinausläuft. Weitere Highlights: Alfred im Batman-Kostüm und eine Reihe geschrotteter Batmobile. Zeichner David Finch (Batman: The Dark Knight und Forever Evil) liefert eine solide Arbeit mit typisch klaren Linien und einigen prachtvollen Splash-Pages hin, auch wenn die Mimik seiner kraftstrotzenden Figuren nicht immer überzeugt. Er ist kein so einfallsreicher Künstler wie sein Vorgänger Greg Capullo.

Allerdings ist die Story etwas zu sprunghaft, ein paar Seiten mehr hätten ihr gut getan, dafür endet sie im Grunde schon nach fünf von sechs Kapiteln, der Schluss ist bloß ein etwas sentimentaler Epilog, der für die Trauerbewältigung von Gotham Girl verschenkt wurde. Und vor allem liest sich I Am Gotham nicht so sehr wie eine abgeschlossene Geschichte, sondern bloß wie ein Auftakt zu Größerem: Darin angelegt sind bereits das Crossover Night of the Monster Men sowie die Fortsetzungen I Am Suicide und I Am Bane. Wie gut die Stücke zusammenpassen, werden wir später beurteilen müssen.

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Joker verkleidet sich als Clown

DC Comics

DC Comics

Titel: The Case of the Joker’s Crime Circus

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Batman #4)


„Odd, how that clown reminds me of someone.“ (Bruce Wayne)

Diese Idee scheint so naheligend. Dass der Joker nicht früher drauf gekommen ist! Aber manchmal sieht man eben das Offensichtliche nicht, auch wenn es vor der eigenen Nase liegt. Der Joker veranstaltet ein paar Zirkusvorstellungen in den Häusern der Reichen. Er selbst verkleidet sich – wer hätte das gedacht – als Clown. Kurz darauf sind die Reichen etwas ärmer. So geht das ein paar Mal – und keiner kommt auf die Idee, dass das etwas mit diesem seltsamen Zirkus zu tun hat, der durch die Häuser zieht.

Da muss erst Batman in seiner zivilen Verkleidung als Bruce Wayne kommen, um der Sache nachzugehen. Dieser Clown der Truppe kommt unserem Helden auch sehr bekannt vor, aber beim besten Willen: Er kommt einfach nicht drauf, wer das sein könnte. Es mag wohl daran liegen, dass der Joker, der ohnehin so ein Allerweltsgesicht hat, seine lange Nase rot gefärbt hat. Sie wirkt anscheinend so täuschend und ablenkend wie Clark Kents Brille. Man ändert nur eine Sache an seinem Gesicht – und schon wird man nicht mehr erkannt.

Okay, der beste Detektiv der Welt ist hier nicht in Höchstform. Aber am Ende reicht es trotzdem, um die Bande zu erwischen. Zugegeben: Batman ist davon ausgegangen, dass der Joker tot ist. Der Schurke spielt damit, indem er als falsches Gespenst Verwirrung stiftet. Letztendlich stürzt er doch wieder in einen Abgrund, in dem ihn das Wasser auffängt bis zur nächsten Geschichte. War wohl doch keine so gute Idee mit dem Zirkus …

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Affenzirkus mit Joker

DC Comics

DC Comics

Titel: Time to Monkey Shine

Autor/Zeichner: Andy Kubert/Andy Clarke

Erschienen: 2013 (Batman #23.1: The Joker)


Zum Event Forever Evil brachte DC den Villain’s Month: einige Sonderausgaben der regulären Serien wurden jeweils einem Schurken gewidmet. Batman #23.1 gehörte dem Joker. Erzählt werden zwei Geschichten. Die eine ist eine rührselige Vorgeschichte, die andere eine schräge Story um einen Affen. Welche soll ich zuerst erzählen? Die erste erzählt von Jokers schwieriger Kindheit. Großgezogen von einer tyrannischen Tante wurde der kleine Junge mit Bleiche gebürstet. In der zweiten Story erinnert der Joker sich an damals und beschließt es besser zu machen. Weil er kein Kind hat, entführt er ein Gorillajunges aus dem Zoo und zieht es groß … Muss ich noch mehr sagen?

Andy Kubert ist ein toller Zeichner, aber seine Schreibkunst taugt hier nichts. Jokers Vorgeschichte ist ein Klischee, das er nicht braucht, die Affen-Story ist so bescheuert, dass wir sie nicht brauchen. Immerhin die Zeichnungen von Andy Clarke sind stark, vor allem in den Rückblenden, wenn er seinen nüchternen, klaren Stil gegen einen expressionistischen eintauscht.

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Oden an den Dunklen Ritter

DC Comics

DC Comics

Titel: Epilogue (Batman Vol. 10)

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV, Tom King/Greg Capullo, Roge Antonio, ACO

Erschienen: 2016 (Batman #51-52, Batman Annual #4, Batman: Futures End #1, Batman Rebirth #1), Hardcover 2016


„Gotham must always have a Batman. No matter what happens to me. Always.“ (Bruce Wayne)

Eigentlich war mit dem letzten Batman-Band alles gesagt: die Story war auserzählt, als Bruce Wayne wieder zu Batman wurde (siehe Batman Vol. 9: Bloom). Ein perfekter Abschluss von The New 52, danach hätte man zu Rebirth übergehen können. Aber weil DC unbedingt 52 Hefte seiner Hauptserien vollkriegen wollte, musste man auch die letzten beiden Batman-Ausgaben irgendwie füllen.

Entstanden sind zwei Abschiedsgeschichten: Scott Snyder verabschiedet sich von der Serie mit einer Hommage an den Dunklen Ritter, indem er ihn durch die Stadt ziehen lässt, um nach der Ursache für einen Stromausfall zu suchen. Er trifft auf alte Weggefährten und Schurken, fährt ein neues schnittiges Batmobil und begegnet einem Mann, der sein Leben wieder in den Griff bekommen hat, nachdem er vom rechten Weg abgekommen ist. Es ist weniger eine Story als eine Meditation mit prächtigen Zeichnungen von Greg Capullo und viel Nachdenklichkeit.

Die letzte Story, von James Tynion IV, springt zurück in die Anfangsjahre von Bruce Wayne, der in sein Tagebuch eine Reihe von Regeln eintrug, wie er nach dem Tod seiner Eltern weiterleben kann. Ein neuer Schurke versucht, das Buch zu stehlen, um es auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Aber daraus wird nichts. – Eine nette Anekdote mit einer netten Pointe.

Die dritte Story, Annual #4, springt zurück in die Zeit als Bruce Wayne sein Gedächtnis verloren hatte (Batman Vol. 8: Superheavy) und Arkham bereits wieder aus Wayne Manor ausgezogen war (siehe Arkham Manor). Bruce, Alfred und Julie Madison werden von Mr. Freeze, Riddler und Clayface heimgesucht. Bruce muss sich dafür verantworten, Batman gesponsert zu haben. – Noch so eine Anekdote, die schnell erzählt und schnell verdaut ist.

Weil diese drei Geschichten ziemlich dünn ausfallen, hat DC noch Füllmaterial hinzugefügt: Eine Episode aus Futures End, die man sich sparen kann, wenn man das Event nicht verfolgt, und das Special Batman Rebirth #1. DC versucht damit, für seine nächste Phase zu werben, aber angesichts dessen, dass das Heft bereits in Detective Comics Vol. 9 (Gordon at War) abgedruckt war und in Batman Vol. 1 (Rebirth) wieder abgedruckt sein wird, ist das eine ärgerliche Doppelung.

Insgesamt wirkt der Abschlussband der Serie ziemlich mager – sowohl an Seiten als auch inhatlich. Kein Lesemuss, eher eine Ergänzung wie auch bereits der Resterampe-Band Graveyard Shift.

>> Batman 2011-2019


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Weihnachten mit Batman: Trost für die Einsamen

DC Comics

DC Comics

Titel: The Loneliest Men in the World

Autor/Zeichner: Don Cameron/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Batman #15)


„It was a stroke of genius, throwing that chicken! Your salary is doubled!“

Das Cover irriert: Batman bedient ein Maschinengewehr? Und Robin hilft beim Nachladen? Das Bild hat nichts mit dem Inhalt des Heftes zu tun, Batman erschießt schon lange niemanden mehr. Aber in der Realität des Erscheinungsjahres 1943 herrscht Krieg – und das Cover fordert die Leser dazu auf, Kriegsanleihen zu kaufen, um die Kugeln (gegen die Nazis und Japaner) weiter fliegen zu lassen.

Auch im Heft geht es um Nazis – aber das soll hier erstmal nicht interessieren. Denn es geht auch um Weihnachten. Und da zeigt sich Batman als selbstloser Wohltäter. Batman und Robin wollen an Heiligabend die Einsamsten glücklich machen: einen alten Portier, einen Komiker, einen Leuchtturmwärter. Das Batplane wird zum Batschlitten umgerüstet.

Batmans Weihnachtsschlitten

Batmans Weihnachtsschlitten

Für Aufregung sorgt der Gangster Dirk Dagner, der Batman töten – und dabei auch noch Reibach machen will. Zuerst versucht er mit seiner Bande, ein paar Bonzen bei einer Party auszurauben, dann stehlen sie das wertvolle Witze-Archiv des Komikers – ja, sie lassen sich nicht einmal davon abhalten, dass das Ding in einem riesigen Schrank steckt. (Wie bekommen sie den nur weg?) Und schließlich wollen sie ein Schiff mit Kriegsgütern ausrauben. Das Wie muss niemanden interessieren, denn dazu kommt es nicht. Dank Batman. Aber sie hätten sich bestimmt etwas einfallen lassen, denn auch sonst ist Dirk Dagner ziemlich ausgebufft: Die obligatorische Todesfalle für Batman ist besonders tricky – ebenso wie Batmans Lösung dafür …

Am Ende, wenn die Schurken mit Schleife bei der Polizei abgeliefert sind und Weihnachten gefeiert wird, kommt die Moral: Der einsamste Mensch der Welt sei Dirk Dagner, weil er voller Gier und Hass sei und daher wie ein wildes Tier weggesperrt gehöre, sagt Batman. Er verdiene kein frohes Weihnachten.

Bei Verbrechern hört also das Mitgefühl auf. Wie gesagt: Es sind raue Zeiten, es herrscht Krieg …

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Weihnachten mit Batman: Ein Vater als Geschenk

DC Comics

DC Comics

Titel: Christmas

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1942 (Batman #9)


„The Batman is going to play Santa Claus!“ (Bruce Wayne)

Heiligabend. Bei einem Besuch im Waisenhaus trifft Bruce Wayne den kleinen Timmy Cratchit, der sich vom Weihnachtsmann wünscht, er möge ihm seinen Vater wiederbringen. Doch der Vater steckt im Knast – lebenslänglich wegen Mordes. Batman macht sich daraufhin auf zum Gefängnis, wo er sich von dem Insassen Bob Cratchit erzählen lässt, er säße zu Unrecht ein. Batman und Robin glauben ihm und nehmen sich den Gauner Hal Fink vor, der schuldig sein soll. Obwohl sich das Dynamische Duo mit Fäusten, Tintenfässern und Kleiderhaken gegen seine Bande wehrt, wird es überwältigt.

Aber weil Gangster einen im Comic nicht einfach abknallen können, sondern das Töten meist dramatisch inszenieren müssen, bekommen die Helden noch eine Überlebenschance. Die Gauner schleppen die bewusstlosen Körper von Batman und Robin aufs Dach und werfen sie in einen Wassertank. Sie entkommen, werden von einem falschen Weihnachtsmann verraten, wehren sich mit Schneebällen.

Batman #9: Christmas

DC Comics

Am Ende holt Batman ein Geständnis von Fink heraus, indem er sich als Geist des Mordopfers verkleidet. Dickens lässt grüßen. Und nachdem der falsche Santa Claus gezwungen wird, im Waisenhaus aufzutreten, wird er zum Guten bekehrt – und kommt auf Bewährung frei.

Trotzdem kommt bei Robin keine Weihnachtsstimmung auf. Er beneidet die Waisenkinder um ihre Weihnachtsfeier. Batman gibt sich zunächst hartherzig: „Sorry, Robin! But we crimefighters don’t have time for that sort of thing! That’s our penalty, I guess!“ Doch dann führt Batman ihn zu Commissioner Gordons Haus, wo er mit Linda Page schon auf sie wartet. Moral: Santa Claus gibt es wirklich, wenn wir das, wofür er steht, in unser Herz lassen. Nein, gemeint sind nicht Kapitalismus und Coca-Cola, sondern Selbstlosigkeit und Nächstenliebe.

So endet die erste Batman-Weihnachtsgeschichte.

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Batmans Ritt auf dem Hai

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker’s Five-Way Revenge

Autor/Zeichner: Denny O’Neil/Neal Adams

Erschienen: 1973 (Batman #251), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Without the game that the Batman and I have played for so many years, winning is nothing! He shall live… until I can destroy him properly!“ (Joker)

Für vier Jahre war der Joker erledigt. Nach den albernen Comics und der TV-Serie der 60er, in denen er bloß ein nerviger Clown war, hat DC Batmans Erzfeind eingemottet. 1973 kehrte er wieder zurück – auch zurück zu seinen Wurzeln. Denn der Joker ist hier, was er schon zu Beginn seiner Verbrecherkarriere war: ein Serienmörder. Er beseitigt fünf seiner ehemaligen Gangmitglieder. Mit Joker-Gas, mit explodierenden Zigarren und auch einem Hai (wegen der Ähnlichkeit des Lächelns).

Höhepunkt ist das Finale, in dem Batman auf dem Hai reitet und ihn mit einer Kette bezwingt. Diese Sequenz wurde in die Batman: The Animated Series-Episode The Laughing Fish verwendet, die wiederum auf einer späteren 70er-Comic-Story beruht. Aber wie es zu diesem Finale kommt, ist alles andere als spektakulär. Batman läuft herum wie ein blutiger Anfänger und lässt sich zunächst von einem beliebigen Gauner von hinten niederschlagen, kurz darauf nochmal vom Joker. Da ist es selbst dem Joker zu blöd, Batman zu töten, weil es zu einfach wäre.

Aber es wird nicht besser: am Ende kommt Batman in das Aquarium zum Hai, weil er sich fesseln lässt, um eine Geisel zu retten. Der Batman, den wir kennen und lieben, hätte dem Joker einfach eine reingehauen und im gleichen Atemzug die Geisel befreit. Aber nein, der Batman der 70er geht lieber baden – und vertraut darauf, dass der Joker sein Versprechen hält und die Geisel freilässt. So naiv war Batman nicht einmal im Silver Age. Zum Schluss kriegt der Held den Schurken nur, weil der Joker auf der Flucht ausrutscht. Schwache Leistung.

Trotz allem gilt The Joker’s Five-Way Revenge als Klassiker – auch weil darin zum ersten Mal erwähnt wird, dass der Joker aus einem Irrenhaus ausgebrochen ist. Das heißt hier noch „State Hospital for the Criminally Insane“. In Batman #258 wird es Arkham heißen.

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