Batman (Comic-Serie)

Die erste Comic-Serie, die allein Batman gewidmet ist, erscheint seit 1940.

Joker gegen Riddler: Krieg ohne Pointe

DC Comics

Titel: The War of Jokes and Riddles (dt. Der Joker/Riddler-Krieg)

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Clay Mann

Erschienen: 2017 (Batman #25-32), Paperback 2017 (Batman Vol. 4)


„What’s the difference between a joke and a riddle? (…) The answer is ‚Who cares?'“ (Selina Kyle)

Ein Jahr nach dem Zero Year: Dem Joker ist der Humor abhanden gekommen. Egal, was er auch tut, er kann nicht mehr lachen. Auch wenn er Komiker vorsprechen lässt, auch wenn er wahllos irgendwelche Leute umbringt. Der Riddler, der im Knast einsitzt, hat auch keinen Spaß mehr an Rätseln, auch wenn ihn die Polizei ständig um Hilfe bittet, welche für sie zu lösen. Und der Grund für die Miseren der beiden ist Batman. Riddler bricht aus dem Knast aus, kommt zum Joker und schlägt ihm einen Pakt vor. Der Joker lehnt ab, schießt auf den Riddler – und damit beginnt ein Krieg, bei den sich Batmans Rogue Gallery in zwei Lager spaltet …

Es gibt einige bemerkenswerte Momente in dieser Story: Das Vorsprechen der Komiker bei Joker. Riddlers Gefängnisausbruch. Ein Abendessen der Kontrahenten bei Bruce Wayne. Einen Exkurs zu Kite-Man, der dem lächerlichen Schurken eine ernst zu nehmende Tiefe verleiht. Es gibt Fan-Service wie eine Variation der Joker-Spiegel-Szene aus Tim Burtons erstem Batman-Film, einen Pinguin, der an Danny DeVito aus Batman Returns erinnert und eine Anspielung auf den ersten Auftritt des Jokers in Batman #1. Außerdem sind die präzisen Zeichnungen von Mikel Janin und Clay Mann wie immer beeindruckend.

Aber: Trotz allem hat die Geschichte bei mir nicht funktioniert. Warum? Es gibt einen Grundsatz beim Schreiben: Show, don’t tell. Das heißt: Werde konkret, lass Charaktere handeln und sprechen, erzähle nicht einfach, was sie denken, fühlen und tun. Autor Tom King kennt diesen Grundsatz, wie jeder Profi. Und dennoch ist sein War of Jokes and Riddles meistens eine reine Nacherzählung, in der er Batman in zu vielen Captions einfach nur reden lässt, statt der Handlung mehr Raum zu geben, sich entwickeln zu lassen. Der Krieg bleibt abstrakt, wir sehen kaum etwas davon, er wird nur behauptet, aber selten gezeigt – auch nicht in seiner Wirkung auf Gotham und seine Einwohner. Einzig ein dreitägiger Kampf zwischen den Profikillern Deathstroke und Deadshot bekommt ein paar Seiten gewidmet, aber auch der bleibt spannungsarm, weil man nie das Gefühl hat, dabei zu sein, zu distanziert wirkt das alles.

Das andere große Problem bildet die Motivation der Figuren. Es ist etwas müßig, beim Superhelden-Genre das Maß der Wahrscheinlichkeit anzulegen, aber jede noch so fantastische Story braucht ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit innerhalb ihrer Ansprüche und Möglichkeiten. Hier ist es nicht nur fragwürdig, warum Joker und Riddler sich so verbittert bekriegen, sondern auch dass sich wirklich alle großen Schurken auf eine der beiden Seiten schlagen und sich souveräne Einzelgänger wie Two-Face oder Poison Ivy als Handlanger bzw. Soldaten einspannen lassen. Tom King zeigt uns nicht, wie es dazu kam, er spart die Rekrutierung einfach aus – so wie vieles andere.

So bleibt The War of Jokes and Riddles da sprunghaft, wo es interessant geworden wäre. Stattdessen gibt es seitenweise Gräueltaten, Dialoge zwischen und Monologe von Joker und Riddler. Und obwohl viel geredet wird, bleiben ihre Motive dennoch schwammig und dadurch wirkt der große Krieg sehr bemüht. Auch die Lösung und Auflösung am Ende überzeugen (mich) nicht. Und sowohl Bruce Waynes Fahrlässigkeit als auch Batmans Handeln bleiben (mir) unverständlich.

Das ist auch deshalb schade, weil damit eine grundsätzlich interessante Idee verheizt wurde. So wirkt der Comic nur wie der feuchte Traum eines Fanboys, der sich ausmalt, wie cool es wäre, wenn der Joker und der Riddler gegeneinander Krieg führten, aber nicht genug Fantasie und Fähigkeiten entwickeln, aus der Idee eine durchdachte, spannende und vielleicht sogar innovative Geschichte zu schreiben.

Coole Prämissen, schwache Umsetzungen – Superhelden-Comics sind leider voll davon.

Hier eine andere Meinung:

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Drei Weihnachtsmänner für Batman

DC Comics

Titel: The Search For Santa Claus

Autor/Zeichner: Bill Finger/Win Mortimer

Erschienen: 1945 (Batman #33)


Batman und Robin sind an Heiligabend mit einem Rentierschlitten unterwegs und wollen Geschenke verteilten. Da rekrutieren sie drei Aushilfsweihnachtsmänner, drei Männer, die gerade darüber jammern, welches Unrecht ihnen widerfahren ist. Der eine ist ein Schauspieler, der im Alter keine Rollen mehr bekommt – dem kommt es gerade recht, Santa Claus zu sein. Ein anderer saß jahrelang zu Unrecht für einen Mord im Knast. Der dritte wurde von seinen Erben in die Klapse gesteckt, um abzukassieren, obwohl er gar nicht irre ist, jetzt ist er abgehauen.

Der Letzte ist der Wichtigste in dieser Geschichte, denn seine Erben bekommen seinen Ausbruch mit und beschließen, ihn umzulegen. Weil da aber noch zwei andere als Weihnachtsmann verkleidet herumlaufen, entführen sie alle drei. Was natürlich keinen Sinn ergibt, weil es einfacher wäre, allen dreien zunächst die Maske vom Gesicht zu reißen, aber so wird es dramatischer, wenn am Ende alle drei sich gegenseitig schützen, indem sie sich dazu bekennen, der Gesuchte zu sein.

Batman und Robin wurden da schon von den Schurken in Rollstühlen gefesselt. Nachdem sie sich befreit haben, kommt es zum Finale im Theater, wo Batman und Robin die drei Schurken auf der Bühne verprügeln, während die Kinder zusehen. Einen falschen Santa Claus befördert Batman mit einem Kinnhaken in einen Schornstein – was ihn in die Nähe von Superman rücken dürfte.

Am Ende findet jeder der drei Unglücklichen zurück ins Leben, mit neuen Aufgaben und neuen Jobs. Und die Moral von der Geschicht: Santa Claus gibt es wirklich – als Geist, der Licht in die Leben der Menschen bringt. Das Gleiche könnte man natürlich auch über Batman sagen …

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Abzocke beim Weihnachtsbaumkauf

DC Comics

Titel: A Christmas Peril

Autor/Zeichner: Don Cameron/Jerry Robinson

Erschienen: 1944 (Batman #27), Hardcover 2017 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 4)


„I never thought anybody could be mean enough to turn christmas into a racket!“ (Robin)

„We’ll teach them the proper spirit!“ (Robin)

Bruce Wayne und Dick Grayson kaufen sich einen Weihnachtsbaum. Acht Dollar? Das ist selbst für einen Millionär zu viel – denn der preisbewusste Wayne weiß, dass so ein Baum nicht mehr wert ist als einen Dollar. Aber die Preise sind Wucher, weil eine Bande sie Verkäufer dazu zwingt, um sich daran zu bereichern.

Das geht natürlich nicht, dass Leute aus dem Fest eine Abzocke machen, also steigen Bruce und Dick in ihre Kostüme und stellen den Gaunerboss zur Rede. Der aber redet sich heraus, indem er die Verantwortung an den Millionär Scranton Loring abgibt. Der ist ein minderjähriger Erbe, der alle Qualitäten eines Scrooge hat. Selbst für seinen Onkel, der sich ihm am Weihnachtsabend im Santa Clause-Kostüm präsentiert, hat der Bengel nichts übrig. Hauptsache, die Zahlen stimmen.

Batman und Robin spielen daraufhin die guten Geister, die ihn eines besseren belehren. Aber was bei Charles Dickens im Reich der Fantastik funktioniert, wird hier zur Freiheitsberaubung, Kindesentführung und -gefährdung. Der Zweck heiligt die Mittel – das ist das Vigilantenprinzip, aber niemand kommt auf den Gedanken, dass er damit genauso rücksichtslos handelt wie Scrooge Loring. Denn: Solange das Motiv edel ist, so die Logik dahinter, kann man Menschen auch zu ihren Glück zwingen …

Das Dynamische Duo führt dem Jungen also die Opfer seiner Abzocke vor: die Geschädigten, die Armen und Kranken. Loring knickt immer mehr ein. Erst gibt er Almosen, dann übernimmt er ganze Arztrechnungen, schließlich wird er bekehrt. Die Gauner haben mittlerweile seinen Onkel (Santa Claus) entführt und wollen ihn abknallen, weil er sie davon abhalten wollte, Loring auszunehmen. Batman und Robin verprügeln die Verbrecher, befreien Santa Claus und gehen Geschenke shoppen. Mit dem fliegenden Bat-Schlitten verteilt der geläuterte Jungmillionär die Gaben an Kinder im Krankenhaus und sagt, er habe das Geheimnis wahren Glücks erfahren. Jetzt will er sein Vermögen nur noch für andere ausgeben.

Hoffentlich wird er dabei von Bruce Wayne beraten, der trotz seiner spendablen Art um den Wert eines Weihnachtsbaums weiß …

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Zirkus um Two-Face

Titel: Two-Face, Part 1: The Face Schism/Part 2: Schismed Faces (dt. Die Zerreißprobe)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1996 (Batman #527-528), Hardcover 2014 (Batman by Doug Moench and Kelley Jones Vol. 1), 2017 (Two-Face: A Celebration of 75 Years); dt. Dino 1998 (Batman #9)


„We all wear two faces. What counts is what they mask.“

Two-Face bricht aus Arkham Asylum aus – mit dem Entschluss, alte Rechnungen zu begleichen. Er bricht in Harvey Dents alte Wohnung ein, knallt den Mieter ab und holt alte Akten aus der Wandverkleidung, weil Staatsanwälte die gerne für alle Fälle dort deponieren. Damals konnte Dent den Zirkusdirektor Lockhart nicht des Mordes überführen, aber überzeugt von dessen Schuld, will er den Mann zur Rechenschaft ziehen.

Günstigerweise ist der Zirkus in der Stadt. Ungünstigerweise fällt aber die Münze schon wieder auf die falsche Seite (oder vielmehr günstig für Lockhart). Daher versucht Two-Face, die Siamesischen Zwillinge namens „Schism“ dazu zu überreden. Denn die beiden werden in der Freakshow vorgeführt und von Lockhart misshandelt …

Batman torkelt ziemlich planlos über das Zirkusgelände, kämpft gegen einen Kraftmenschen und einen Messerwerfer und weil das zu schnell geht, um zwei Comichefte zu füllen, gibt es für beide auch eine zweite Chance (Two-Face gefällt das). Was Two-Face aber nicht gefällt, ist dass er sich wieder mal um alles selbst kümmern muss. Er schminkt sich als Clown und schießt auf Batman. Aber – jetzt kommt’s: nur einmal. Und in die Brust. Wie bitte? Das ist nicht nur nachlässig, das ist überaus schlampig. Und halbherzig. Wie diese ganze Geschichte, die vor Albernheiten in grotesker Aufmachung nur so strotzt.

Armer Harvey! Er hätte Besseres verdient …

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Als Batman gegen Nazis kämpfte (Teil 5)

DC Comics

Titel: The Year 3000

Autor/Zeichner: Joseph Greene/Dick Sprang

Erschienen: 1944 (Batman #26), Hardcover 2017 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 4)


„We must never forget that the past reveals our past mistakes and glories both!“ (Brane)

Während des Zweiten Weltkriegs hat Batman gegen Nazi-Spione im eigenen Land gekämpft und gegen Nazi-Soldaten in Atlantis, sogar in einem dystopischen Szenario gegen Nazi-Besetzer. Im fünften Abenteuer geht der Kampf in der fernen Zukunft weiter – und im Weltall. Diese Science-Fiction Geschichte handelt auf den ersten Blick nicht wirklich von Nazis: Es fehlen die Deutschen, Hitler und Hakenkreuze. Trotzdem geht es um sie, wenn auch nur im Gewand der Allegorie.

Führer Fura

Im Jahr 3000 leben die Menschen auf der Erde in Frieden, haben sich der Wissenschaft zugewandt und treiben Handel mit Außerirdischen. Da fallen Invasoren vom Saturn über die Erde her: Die grünen Männchen mit Segelohren tragen den Ringplaneten als Abzeichen und folgen ihrem Alleinherrscher, der den Namen Fura trägt, was in der englischen Aussprache nicht zufällig wie „Führer“ klingt. Die Aliens unterwerfen die Menschen in einem „Blitzkrieg“ und stecken sie in Konzentrationslager. Spätestens hier wird klar, dass wir uns nicht in einer futuristischen Fantasiewelt befinden, sondern in der Gegenwart des Zweiten Weltkrieges.

Zwei blauhaarige junge Männer, Brane und sein jüngerer Freund (?) Ricky, finden in einer Zeitkapsel aus dem Jahr 1939 nicht nur Dokumente, die sie an den US-Freiheitskampf erinnern, sondern auch an die Heldentaten von Batman und Robin. Kurzerhand werden die beiden jungen Männer zu freiheitsliebenden Patrioten, legen sich Kostüme zu und proben den Aufstand. Als Guerillakrieger gehen sie mit gutem Beispiel voran, andere folgen ihnen in den bewaffneten Widerstand, die Aliens werden vertrieben. Doch das reicht nicht: Es kommt zum Showdown auf dem Saturn, bei dem sich herausstellt, dass die Saturnbewohner nicht alle böse sind, und dass Fura bloß über eine Roboter-Armee geherrscht hat. Fura stirbt beim Kampf im Weltall, indem er erfriert.

Ende 1944 befanden sich die USA noch im Krieg, aber in dieser Story wird bereits der Friedensprozess vorweggenommen. In dieser Allegorie sind die Aliens vom Saturn nur Opfer eines Schurken geworden, der sie unterjocht hat. Seine Krieger sind keine Menschen, sondern bloß Marionetten. Am Ende jubeln beide Seiten, Erdlinge und Außerirdische über das Ende des Krieges und der Diktatur.

Brane ist selbstverständlich ein direkter Nachfahre von Bruce Wayne (daher auch der Name) und er hat ebenso ein Problem damit, seiner Liebsten seine Geheimidentität offenzulegen, weshalb sie ihn zunächst für einen Feigling hält. Erst als er sich öffentlich dazu bekennt, Batman zu sein, wird auch sie bekehrt.

Ganz abgesehen davon ist The Year 3000 auch die erste Story, in der nicht Bruce Wayne der Held ist, sondern ein alternativer Batman. Damit wurden die späteren „Imaginary Stories“ und „Elseworlds„-Comics vorweggenommen.

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Two-Face und die Maske des Pharao

Titel: Free Faces/Binary Brains/Double Crosses/About Faces

Autor/Zeichner: Doug Moench/Tom Mandrake, Gene Colan

Erschienen: 1986 (Detective Comics #563-564, Batman #397-398), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two-Face)


„Fate has cursed me with duality — and I decided long ago that it is my ugly evil side which dominates! Similarly, Batman’s fate-given destiny is to oppose evil and ugliness.“ (Two-Face)

Harvey Dent hat in Arkham ein neues Hobby: Bildhauerei. Am liebsten Form er Batman-Büsten, die er zur Vollendung gerne halbseitig entstellt. Mittels dieses neu entwickelten Talents bricht Two-Face aus, stiehlt zwei identische Supercomputer und lässt sich ausrechnen, wo er als nächstes zuschlagen soll. Ein Münzwurf entscheidet. Seine Ziele tragen stets ein „two“ oder „double“ oder „twin“ im Namen. Aber braucht es wirklich einen Computer, um herauszufinden, dass Gotham eine Twin Towers Bank hat? Eigentlich ist Two-Face dank seines immer gleichen (wenn auch nicht bewährten) Modus Operandi der alte Gauner geblieben – und damit auch berechenbar. So spannend der Charakter wegen seiner Spaltung ist, so langweilig ist er auch in seinem Handeln. Einen großen Plan hat Two-Face nicht.

Batman hingegen schon. Er holt sich Hilfe von Circe, einer Maskierten, deren Gesicht von Black Mask entstellt worden ist. Zusammen versuchen sie, Harvey Dent in eine Falle zu locken. Ihm wird die Aussicht auf eine wundersame Heilung durch Magie aus dem Alten Ägypten verheißen. Doch als sich Two-Face die Totenmaske eines Pharao aufsetzt und Circe ihn zu hypnotisieren versucht, geht die Sache nach hinten los …

Harvey Dent erscheint mit einem wieder heilen Gesicht, doch dann reißt er sich das Make-up herunter und es offenbart sich ein total entstelltes – er hat sich eine doppelte Maske geformt. (Wozu der Aufwand?) 

Two-Face hat sich für das Böse entschieden. Er kann, so sagt er, seine Münze so oft werfen, bis er ein Resultat bekommt, das ihm gefällt. Das ist eine neue Entwicklung: Harvey ist nicht mehr Sklave seiner Münze. Seine böse Seite herrscht über ihn.

Armer Harvey!

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Bewährungsprobe für Two-Face

Titel: Half A Hero …/Is Better Than None!

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1982 (Batman #346/Detective Comics #513), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two Face)


„–there are two sides to every story!“

Weil Two-Face keine Bewährung bekommt, bricht er aus dem Knast aus. Er schafft das, indem er die Wärter mit seinem Münzwurf hypnotisiert. Wie er den Rest mit den Gittern, Schlössern und Mauern geschafft hat, bleibt ein Rätsel. Aber halten wir uns nicht an Details auf: Er nistet sich in einem Halfway House ein, einem sogenannten Übergangshaus für Ex-Knackis auf dem Weg zur Besserung. Aber der tragische Harvey pflegt dort bloß seine alten, schlechten Angewohnheiten: Er teilt das Haus in eine luxuriöse, saubere sowie eine schäbige Seite und beheimatet dort zwei Gangs, von denen eine sauber und eine schäbig herumläuft.

Batman hat zunächst keine Ahnung, wo er suchen soll, aber dank einer zündenden Idee, kommt er doch darauf, sich das Übergangshaus anzusehen – was anscheinend niemandem sonst eingefallen ist. (Wo sind die alten Bewohner hin? Wo die Angestellten? Was ist eigentlich los mit dem Justizvollzug in Gotham? Noch so ein ungelöstes Rätsel…) Für Batman wird das Haus zur Todesfalle. Er wird mit einem Gas bewusstlos gemacht und eingesperrt und auch fast abgeknallt, aber jedes Mal, wenn Harvey ihn erschießen will, fällt seine Münze auf die unversehrte Seite.

Als das Glück ihn verlässt, entkommt der machtlose Held durch einen Trick: Er formt sich aus einem Stück Plastik eine Gesichtshälfte, mit der er Two-Face in gewisser Weise den Spiegel vorhält. Two-Face wird an sein eigenes Trauma erinnert, bekommt Mitleid, öffnet die Tür – und wird zum Dank ausgeknockt. Wieder reicht nur ein Hieb. Ins Gesicht. Immer auf die Schwachstelle … Armer Harvey!

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Harvey Dent wird rückfällig

Batman #81 (DC Comics)

Titel: Two-Face Strikes Again

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1954 (Batman #81), Paperback 2008 (Batman vs. Two-Face), Hardcover 2017 (Two-Face: A Celebration of 75 Years)


„This proves I was meant to be a criminal! Fate has decreed it!“ (Harvey Dent)

Armer Harvey Dent! Als hätte er nicht schon genug als Two-Face gelitten, musste er gleich dreimal erleben, wie andere sich in den Schurken verwandelt haben. Mal war es sein eigener Butler, mal ein korrupter Theatermanager, der Dent mit der Masche für ihre eigenen Verbrechen verantwortlich machen wollte, mal war es ein Schauspieler, der Dent spielen sollte und dabei selbst verunstaltet wurde.

Jetzt aber holt ihn das Schicksal wieder ein – und zwar endgültig. Als Harvey Dent Einbrecher auf frischer Tat ertappen will, wird er von einer Explosion wieder entstellt. Harvey meint, es müsse Schicksal sein. Zur Sicherheit wirft er noch mal eine Münze, der zerkratzte Kopf landet oben – also geht wieder alles von vorne los.

Two-Face sucht Leute auf, die von Berufs wegen zwei Gesichter haben: einen Clown, einen Taucher, einen Lincoln-Schauspieler und einen Poker-Spieler. Es gibt zwei spektakuläre Szenen mit einem riesigen Billardtisch und auf einer hohen Statue, schließlich kommt es zu einem dramatischen Finale: Two-Face bindet Batman und Robin auf eine Riesenmünze und wirft sie mit einem Katapult auf Stacheln. Eigentlich unfair, weil den Gesetzen der Physik zufolge die schwere Seite unten landen müsste, aber daran zeigt sich bereits, dass Two-Face bei aller 50:50-Besessenheit und Schicksalsgläubigkeit doch eher zur bösen Seite tendiert.

Wie dem auch sei: Unsere Helden landen natürlich oben. Die Erklärung dafür hat mit Physik nichts zu tun (Radios in den Gurten, die als Elektromagnete dienen), also lassen wir das mal unkommentiert. Die Story endet mit einer pseudowissenschaftlichen Erklärung, bei der sich Batman und Robin mal wieder selbst auf die Schulter klopfen. Aber niemand verschwendet auch nur ein Wort über Harvey Dent, diese tragische Figur, die vom Pech verfolgt wird und dadurch wieder ihre zweite Chance verpfuscht hat.

Armer Harvey! Jetzt erwarten ihn erstmal 17 Jahre Knast, bis er wieder zurückkehren darf …

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Der Fluch von Two-Face

DC Comics

Titel: The New Crimes of Two-Face!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1951 (Batman #68)


„Your strength is greatly overrated, Batman!“ (Two-Face)

Die Geschichte Two-Face ist so bekannt, dass das Fernsehen daraus einen Film macht. Der Schauspieler Paul Sloane soll die Hauptrolle von Harvey Dent spielen. Doch als ihm in der entscheidenden Gerichtsszene falsche Säure ins Gesicht geschüttet werden soll, ist es echte! Der Ausstatter hat sich so dafür gerächt, dass seine Frau ihn für Sloane sitzengelassen hatte. Das hat weitreichende Folgen: Sloane sieht jetzt nicht nur aus wie der echte Two-Face, er benimmt sich auch so. Einen Münzwurf später ist es entschieden: Er muss sein Leben dem Verbrechen widmen. Verbrechen mit einem Bezug zur Dualität.

Two-Face ist kein Einzelschicksal mehr, er wird zu einem übertragbaren Konzept (vgl. Batman #50). Die janusköpfige Münze scheint eine Art Fluch zu sein, ein böser Geist, der von anderen Besitz ergreift. Batman verfolgt Sloane, es kommt zum Kampf mit einem Schwert und einem Stück Eisenbahngleis. Batman verspricht ihm Heilung durch plastische Chirurgie, aber Sloane will lieber weiter Karriere mit vorhersehbaren Straftaten machen. Selbst ein Appell von Harvey Dent kann daran nichts ändern.

So geht es immer weiter bis zum Showdown auf einem zweimastigen Schoner. Batman steigt in einen Tauchanzug und wird zu Frogman. Es kommt zum Gerangel mit Two-Face. Batman lässt sich überwältigen und gefangennehmen wie ein Amateur. Doch da erinnert Batman ihn an die Münze: Das Schicksal soll entscheiden, ob Two-Face ihn töten soll. Fällt die Münze auf die Kante, muss er ihn leben lassen. Den Rest kann man sich denken. Batman, der alte Fuchs, hat die Münze gegen eine andere ausgetauscht.

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Harvey Dents Albtraum wird wahr

DC Comics

Titel: The Return of Two-Face!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1948 (Batman #50), Hardcover 2017 (Two-Face: A Celebration of 75 Years)


„… certainly I am the weirdest creature that ever lived …“ (Two-Face)

Harvey Kent heißt jetzt Dent. Und er schläft schlecht. Obwohl er von seiner Doppelgesichtigkeit geheilt ist, verfolgt ihn Two-Face bis in die Träume. Kurz darauf kehrt der Schurke zurück, aber Harvey Dent scheint nichts davon zu wissen. Als Batman und Robin ihn ausfragen wollen, entdeckt er Kostüm und Maske bei sich und vermutet, dass er wieder rückfällig geworden sein könnte. Er schlägt die beiden bewusstlos und haut ab, um sich selbst zu heilen. Auch Batman geht von einer gespaltenen Persönlichkeit aus.

Da Two-Face ein ziemlich berechenbarer Schurke ist, findet ihn das Dynamische Duo im Zirkus, wo Siamesische Zwillinge mit teurem Kopfschmuck gezeigt werden. Two-Face entkommt. Das Finale spielt sich in Gilda Dents Atelier ab, wo eine riesige Büste von Harvey Dent steht, entstellt durch den alten Two-Face. Es wird nicht klar, was der Böse dort will (das Werk zu stehlen könnte schwierig werden), aber Batman dient es als günstige Kulisse, um ihn zu besiegen, indem er ihn von Harveys Büste stürzt: „Somebody once said you were off your head … and right now you are!“

Am Ende offenbart sich Two-Face als Dents Butler Wilkins, der sich nur verkleidet hat, um sich zu bereichern und seinem Arbeitgeber die Schuld zuzuschieben. Seine Münze war manipuliert: Beide Seiten waren zerkratzt, damit das Böse immer siegt. Armer Harvey! Aber es ist nochmal alles gut gegangen …

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