Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Batman v Superman: Aufarbeitung einer Katastrophe

Was ist bloß schiefgelaufen, dass der Film Batman v Superman – Dawn of Justice so ein Reinfall geworden ist? Die Schauspieler reden die negativen Kritiken schön, verweisen auf die wichtigeren Fan-Stimmen. Der kommerzielle Erfolg gibt den Machern allerdings Recht. Regisseur Zack Snyder kann sich die Kritik nicht erklären, weil er sich als Comic-Fan sieht, der bloß versucht hat, den Vorlagen gerecht zu werden. „It is what it is“, sagt er schließlich resigniert, als wollte er sagen: Besser kann ich’s nicht. Eine schwache Entschuldigung für seine Unfähigkeit, wenn man beteuert, man habe sich bemüht.

Nur Ben Affleck schweigt und blickt traurig vor sich hin – enttäuscht vom Resultat oder von der Reaktion? – jedenfalls als lastete die Bürde auf seinen Schultern. In diesem verkorksten DC Extended Universe wird er den nächsten Batman-Film drehen müssen. Oje, „Batfleck“ ist zu bedauern.

„Hello darkness, my old friend …“

Superman von der Kette gelassen

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman Unchained

Autor/Zeichner: Scott Snyder/Jim Lee, Dustin Nguyen

Erschienen: 2013-2015 (Mini-Serie #1-9, Paperback 2015/2016) dt. Panini 2015 (Serie)/2016 (Paperback)


„You’re living in a place between. Don’t you see that? A limbo that can’t last.“ (Wraith)

„Your whole life is on a collision course with reality.“ (Wraith)

Raumstationen fallen vom Himmel, Wolkenkratzer stürzen ein – dahinter steckt die Terror-Organisation Ascencion – und Superman muss sich um alles allein kümmern. Dann attackiert ihn auch noch General Lane und hetzt eine Superwaffe auf ihn, den Außerirdischen Wraith, eine lebende Atombombe, die schon lange darauf wartet Superman zu töten. Zunächst beschützt Wraith ihn, dann verhaut er ihn ein bisschen, dann lädt er ihn zu sich nach Hause ein, dann haut man gemeinsam ein paar Roboter kaputt, tauscht Tipps aus, schließlich gibt’s wieder Keile untereinander. Parallel zu diesem Spielchen bricht Superschurke und Erzfeind Lex Luthor aus dem Hochsicherheitsgefängnis aus (man hat es ihm sehr leicht gemacht) und versucht erneut, in aller Seelenruhe (Homer lesend und Origami faltend) Superman nun wirklich und endgültig umzubringen. Und am Ende gibt’s noch eine Alien-Invasion …

Aber davor versucht es noch General Lane, indem er über Supermans Festung der Einsamkeit herfällt. Parallel dazu dringt Wraith in die Bathöhle ein – und dort kommt es zu einer herrlichen Verwüstung: Batman wirft zunächst das Batplane auf den Schurken, dann alle Batmobile, die es je gab (kein Problem, da sie versichert sind). Wonder Woman kommt zur Hilfe und erschlägt Wraith mit dem Riesenpenny („Penny for your thoughts“), Wraith schlägt zurück mit dem Robo-Dinosaurier. Reiner Unsinn – aber wegen der Verspieltheit ist die Episode lesenswert, auch wenn Batman in der Story eigentlich keine Funktion hat.

Superman Unchained ist der Versuch von Autorenwunderkind Scott Snyder, nach Batman auch den anderen großen DC-Helden zu der Größe zu verhelfen, die ihm gebührt. Ob es gelingt, kommt darauf an, welche Ansprüche man stellt. Es ist, wie oben beschrieben, eine Story, in der viel zu viel passiert, aber eigentlich geht es die meiste Zeit um Keilereien im Großformat: Zuerst Superman gegen Wraith in der Horizontalen, einmal um den Globus, dann in der Vertikalen, ins All und zum Erdmittelpunkt. Die Alien-Bedrohung im Finale wird etwas lieblos abgehandelt. Superman mus selbst zur Bombe werden, um die Invasoren zu vernichten – er opfert sich, ohne Fragen zu stellen. Die Handlung wirkt beliebig. Star-Zeichner Jim Lee illustriert das Ganze zwar in der gewohnten epischen Qualität – larger than life -, aber an diesem detailversessenen Stil hat man sich mittlerweile sattgesehen. Aufgelockert wird der Stil durch die Kapitel von Dustin Nguyen, der einen etwas ‚künstlerischeren‘ Einschlag hat.

Panini

Panini

Immerhin bemüht sich Snyder mit der Backstory aus Clarks Jugend in Smallville um ein wenig Charaktertiefe. Und mit Lex Luthors Monolog gelingt ihm auch eine interessante, weil äußerst kritische Analyse der Figur:

„… Superman, whoever he is, is trial and error. (…) He avoids a situation and it worsens; next time, he involves himself. The point I’m making is that Superman doesn’t stand for anything. He’s just a man, stumbling through life. He’s not a great beacon, he’s barely a candle, lighting a path for himself the best he can. And as we all know, eventually … candles go out.“

Superman als Fehlender, der seinen Weg durch die Dunkelheit sucht – das ist ein treffendes Bild. Man muss ihn wohl so darstellen, wenn man ihn von seinem Pfadfinder-Image abbringen will. Er soll mehr Mensch als Übermensch sein. Das Dilemma ist: Als Suchender nach sich selbst scheint der Charakter nie irgendwo anzukommen, wodurch sich diese Ichfindung schnell erschöpft. Wenn er aber seinen Charakter definiert, wirkt er zu perfekt – und damit auch langweilig. Dass man diesen Widerspruch nicht auflösen kann, wird wohl immer das Problem an Superman bleiben.

Update zu DC Rebirth

Rebirth One Shot Cover (DC Comics)

Rebirth One Shot Cover (DC Comics)

Nach dem Reboot kommt Rebirth. Vor fünf Jahren startete das DC Universum neu unter dem Label „The New 52“. Im Mai 2016 beginnt DC Rebirth, ein neuer Versuch, es alten und neuen Lesern recht zu machen. Nun hat DC Comics bei der Wondercon weitere Details bekannt gegeben. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten:

  • Alle Serien werden neu nummeriert: Die meisten fangen wieder bei #1 an, die ältesten Titel Detective Comics und Action Comics kehren zur ursprünglichen Nummerierung zurück.
  • Zu jeder Haupt-Serie erscheinen zunächst einmalige Rebirth-Specials.
  • Ein 80-Seiten One-Shot zu Rebirth erscheint am 25. Mai.
  • Die Haupt-Serien sollen zweimal pro Monat erscheinen.

Zu Batman:

  • Die Serie Batman wird künftig von Tom King geschrieben und von David Finch (Batman: The Dark Knight, Forever Evil) und Mikel Janin (Grayson, Justice League Dark) gezeichnet. King hat bereits Grayson geschrieben, außerdem zwei Ausgaben für Robin War und ein Green Lantern-Tie-In zu Darkseid War. Start ist am 1. Juni mit Batman Rebirth #1.
  • Für Detective Comics wurde James Tynion IV als Autor verpflichtet, der schon für Batman, Batman Eternal und Batman & Robin Eternal verantwortlich war. Die Zeichnungen werden von Eddie Barrows and Alvaro Martinez stammen. Los geht es im Juni.
  • Der bisherige Batman-Autor Scott Snyder bekommt eine neue Serie mit dem Titel All-Star Batman, unter dem sich schon Frank Miller und Jim Lee austoben durften (mit einer umstrittenen und nie abgeschlossenen Story). Zu den Zeichnern werden John Romita Jr., Jock (The Black Mirror) und Sean Murphy gehören. Start ist im August.
  • Batman Beyond wird, wie zuvor, von Dan Jurgens geschrieben und Bernard Chang gezeichnet. Terry McGinnis soll zurückkehren. Die Serie startet im Oktober und erscheint einmal im Monat.

Das spannendste Projekt verspricht All-Star Batman zu werden: Scott Snyder will wieder einen neuen Blick auf den Helden werfen. In der Story begibt sich Batman mit Two-Face auf eine Art Road Trip, auf der Flucht vor verschiedenen klassischen Schurken. In dem folgenden Video erzählt der Autor selbst darüber. Es verspricht interessant zu werden.

 

DC Comics

DC Comics

  • Justice League wird künftig von Bryan Hitch geschrieben, das Zeichnen übernehmen Tony Daniel (Batman) and Fernando Pasarin. Es geht los im Juni, weiter geht es im Zwei-Wochen-Rhythmus. Außerdem wird es noch die Justice League of America geben, mit einem noch nicht feststehenden Kreativ-Team
  • Die neue Serie Trinity, die von Superman, Batman und Wonder Woman handeln wird, übernimmt der Autor und Zeichner Francis Manapul (Detective Comics). Start ist im September, erscheinen soll das Heft monatlich einmal.
  • Außerdem wird die alte Elseworlds-Idee der Super Sons wiederaufgegriffen, also die Söhne von Superman and Batman bilden ein Team. Beginn ist im September, wer’s macht ist noch so unklar wie die Frage, ob die Idee eine Serie trägt.

Ein Wort zu Superman: Er macht optisch wieder einige Veränderungen durch. Er verliert den Kragen, den er seit 2011 hatte, die Stiefel werden blau, der rote Gürtel bleibt, aber die rote Unterhose bleibt weg. Dan Jurgens, der Superman einst in den Tod geschickt hat, übernimmt Action Comics. Peter J. Tomasi (Batman & Robin, Detective Comics) schreibt die Superman-Serie. Außerdem wird es Superwoman, Supergirl und einen New Superman aus Japan geben.

Treffer beim ersten Versuch

Beim Lego Movie (2014) war Batman der eigentliche Held: Ein sympathischer Angeber und Frauenheld, der sich durch seine Abenteuer stümpert. Bereits 2013 hat der Lego-Batman einen Direct-to-Video-Film bekommen, 2017 soll der neue Lego Batman Movie im Kino erscheinen. Der erste Trailer macht jedenfalls mehr Lust darauf als auf Zack Snyders nächsten Brachialfilm Justice League, mit dem er zum dritten Mal versuchen wird, den größten DC-Helden gerecht zu werden. Als Lego-Parodie scheint es jedenfalls einfacher zu klappen. Ein wenig mehr Humor könnte vielleicht auch den ernstgemeinten Real-Filmen aus der Misere helfen.

Michael Keaton gegen Christopher Reeve

Jede Zeit hat ihre Helden. Im Comic wie im Kino. Je nachdem, wann man zum ersten Mal mit Superman oder Batman in Berührung gekommen ist, ist die jeweilige Version die prägende – und damit auch wichtigste. Daher ist für viele Christopher Reeve aus dem Film von 1978 immer noch der Superman-Darsteller schlechthin. Und auchwenn Michael Keaton nicht ganz so überzeugte, ist Tim Burtons Batman (1989) vergleichbar einflussreich gewesen – aber nur bis Christopher Nolans Neuinterpretation Batman Begins mit Christian Bale in der Titelrolle. Dass Reeves Superman immer noch nachwirkt, ist dem Umstand geschuldet, das weder davor noch danach der Figur eine überzeugendere und vor allem ikonischere Inkarnation im Film vergönnt war (siehe Batman v Superman).

Aber seien wir ehrlich: Die ersten Superman- und Batman-Filme waren Ausgeburten ihrer Zeit und abseits von Nostalgie und Schwelgerei in Kindheitserinnerungen gibt es daran einiges auszusetzen. Denn eigentlich ist Superman ein ziemlich weichgespültes (und weichgezeichnetes) Märchen mit hohem Trash-Faktor, kaum Action, einem bescheuerten Plot, überzeichneten Figuren und einem spießigen Oberlangweiler als Helden, der seine Superkräfte nicht einmal mit einem Gegner gleichen Ranges messen darf.

Burtons Batman hingegen stakst in einem steifen Gummi-Anzug durch die Gegend, in dem er sich kaum bewegen kann, der sich sonst cool und unnahbar gebende Bruce Wayne fällt mit Ausrastern aus der Rolle, Jack Nicholson spielt mehr oder weniger nur sich selbst als Joker und kommt aus dem irren Gelächter nicht mehr heraus usw. Die Screen Junkies haben all das in zwei Honest Trailern zusammengeschnitten und wie immer wunderbar ironisch kommentiert. Und sie zeigen, dass Jack Nicholson gar nicht mal der definitive Joker ist, sondern nur ein Abklatsch von Cesar Romero aus den 60ern – und spätestens seit Heath Ledger haben wir für Jack höchstens ein müdes Lächeln übrig.

In dieser Gegenüberstellung der Honest Trailer dürfen die Fans entscheiden, welcher Klassiker als nächstes besprochen werden soll: Superman Returns oder Batman Returns.

Batman v Superman: Das ist Selbstmord

Batman versus Superman, Teil 24: Dawn of Justice (2016)

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: Batman v Superman – Dawn of Justice

Regie/Drehbuch: Zack Snyder/Chris Terrio, David S. Goyer

Erschienen: 2016


„Ich bin ein Freund Ihres Sohnes.“ (Batman zu Martha Kent)

Was ist der Reiz von Comicverfilmungen? Genauer gesagt: von Superhelden-Verfilmungen? Es geht darum, gezeichneten Figuren Leben einzuhauchen. Sie mit echten Darstellern, also Menschen, der Realität ein wenig näher zu bringen. Und den Zuschauer ein wenig mehr dem Unmöglichen. Superheldenfilme sind dem Rezipienten etwas näher als Comics. Sie geben die Aussicht auf einen besseren, stärkeren und edleren Menschen. Sie enthalten das Versprechen: Auch du könntest ein Superheld sein, ein Gott. Wie Christopher Reeve und Christian Bale. Oder neuerdings: wie Henry Cavill und Ben Affleck. Alles, was es dazu braucht, ist ein schickes Kostüm und ein paar Spezialeffekte aus dem Computer. – So scheint es jedenfalls.

Bei dem ersten Gipfeltreffen von Batman und Superman im Kino geht es genau darum: um den Kampf zwischen Mensch und Gott. Superman ist ein zweifelhaftes Wesen zwischen Erlöser und Bedrohung, Batman agiert als Korrektiv und Katastrophen-Prävention. Man kann sich kaum einen besseren Konflikt für einen großen Film vorstellen, ausgetragen von zwei der ikonischsten Figuren. Und Batman v Superman hat auch sonst alles, was es braucht, um diesen Konflikt glaubhaft und packend auszutragen. Und dennoch macht der Film alles falsch.

Kaum Aufarbeitung

Zunächst: Er ist schlicht langweilig. Regisseur Zack Snyder schafft es zu keinem Zeitpunkt, für seine Geschichte Interesse zu wecken. Er scheint sich selbst auch für keinen Charakter zu interessieren – immer noch, denn das war schon bei Man of Steel das Problem. In Sachen Farbgebung hat man zwar aus den Fehlern gelernt, nun ist alles in Sepia getaucht statt in Grau, aber die Fortsetzung macht fast genauso wenig Spaß wie der Vorgänger. Der neue Film ist überfrachtet mit öden Subplots, führt wichtige Charaktere wie Lex Luthor und Wonder Woman kaum ein, entwickelt sich schwerfällig und wenn es endlich zur Hauptsache, dem Kampf der Titelhelden kommt, hat Snyder bereits jegliche Spannung verspielt. Statt den Kulturschock und den Schaden stärker aufzubereiten, den die Vernichtungswelle durch Superman und Zod hinterlassen hat, tritt ein kaum ausgeführter, aber umstrittener Einsatz Supermans gegen irgendwelche Terroristen in den Vordergrund.

Das Gleiche passiert auch mit Batman: Abgesehen davon, dass seine Keilerei mit Superman viel zu kurz kommt, tritt der dahinterstehende Konflikt zu schnell in den Hintergrund, als die Entführung von Martha Kent durch Lex Luthor alles verdrängt. Dass der zum Äußersten bereite Batman seine Mordabsichten an Superman vergisst, sobald er erkennt, dass Supermans Mutti, die zufällig auch Martha heißt, in Gefahr ist, überzeugt wenig. Ben Affleck füllt die Rolle als grauer Batman mit Dreitagebart zwar gut aus, aber diese Rolle ist bedenklich. Dass Batman überhaupt zum Bruch seines einzigen Tabus bereit ist, wird nie thematisiert, geschweige denn problematisiert. Auch wenn er am Ende – viel zu spät – klassischerweise gegen Schurken kämpft, scheint er keine Skrupel zu haben, über Leichen zu gehen.

Kino mit der Brechstange

Zack Snyder zitiert fleißig die Tradition, Frank Millers The Dark Knight Returns und Dan Jurgens‘ The Death of Superman, zum Teil Wort für Wort und Bild für Bild, aber setzt kaum bemerkenswerte eigene Impulse. Stattdessen tut er das, wofür er immer schon bekannt war: Kino mit der Brechstange. Martialische Auftritte von Batman im Batmobil und Rüstung, Muskelspielchen von Superman, ein an Blitzen und Explosionswellen überladenes Finale gegen das seelenlose Monster Doomsday. Die Zerstörungsorgie ist ebenso ermüdend wie bei Man of Steel, nur dass es dieses Mal keine zivilen Opfer zu geben scheint. Am Ende bleibt nur noch eine Staubwolke übrig. Der Tod von Superman lässt einen kalt – weil Snyder noch nie darin investiert hat, mit diesem Charakter warm zu werden. Da hilft auch nicht die plötzlich vorausgesetzte Beziehung zu Lois Lane.

Lois ist ebenso wie Wonder Woman bloß schmückendes Beiwerk. Klassische Nebencharaktere und potenzielle Sympathieträger wie Perry White und Alfred bleiben ebenso blass. Bei Lex Luthor kann auch ein fähiger Schauspieler wie Jesse Eisenberg nichts daran ändern, dass die Figur nicht über das Klischee eines verrückten Wissenschaftlers hinausgeht. Sein irres Gestammel nervt so sehr, dass man schmerzlich den genialen wie eiskalten Geschäftsmann aus den Comics vermisst. Über ihn erfährt man ebensowenig wie über das Schicksal des verfallenen Wayne Manor.

Letztlich krankt der Film auch an seinem Anspruch, eine neue Justice League zu etablieren und damit Interesse für die Fortsetzung zu wecken. Bruce Waynes Vision von einem apokalyptischen Kampf gegen eine Allianz von Superman und dem Schurken Darkseid (nur angedeutet durch das Omega-Symbol, Paradämonen und das Teufelsgemälde) wirkt zusammenhanglos wie ein Fremdkörper; gerade comicfremde Zuschauer dürften damit wenig anzufangen wissen. Auch die bemühte Einführung anderer „Metawesen“ wie Aquaman, Flash und Cyborg bremst den Fluss der Handlung unnötig aus. Hiermit will DC schnell zu Marvel aufschließen, packt aber bloß zu viel Stoff in einen Film, statt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Die Lust an DC-Kino ist vergangen

Noch bevor es mit der großangelegten Justice League weitergehen kann, ist das DC Extended Universe ein Rohrkrepierer. Zack Snyder kann mit den DC-Helden nicht umgehen. DC Comics kann keine Filme. Ja mehr noch: Es zerstört im Kino seinen eigenen Mythos. Außer Christopher Nolans Dark Knight-Trilogie und Watchmen ist Warner Bros. im neuen Jahrtausend kein sehenswerter DC-Film gelungen: Schon Superman Returns und Green Lantern, ganz zu schweigen von Catwoman, sind große Fehlschläge gewesen. Das Reboot des Filmuniversums mit Man of Steel enttäuschte mit einer schwachen Vorstellung. Batman v Superman sollte das besser machen, es sollte der Film des Jahres werden, nun ist er die größte Enttäuschung des noch jungen Jahrhunderts der Filmsuperhelden – und lässt nichts mehr von Zukunftsprojekten wie Wonder Woman und vor allem Justice League erwarten.

Ein Satz von Alfred, den er zu Bruce Wayne sagt, erweist sich als treffende Bilanz für die Filme: „Das ist Selbstmord.“ So bleibt einem Fan nur, die Highlights in angenehmer Erinnerung zu behalten, die bereits in den Trailern gezeigt wurden, und sich vorzustellen, wie aus diesen vielversprechenden Elementen ein fantastischer oder wenigstens viel besserer Film hätte werden können. Alle richtigen Zutaten waren da, nur wurden sie falsch zusammengemischt. Zu hohe Erwartungen wurden geweckt, zu viele Versprechen nicht eingehalten. Die Lust auf mehr ist dahin. DC sollte sich lieber auf seine Kernkompetenz Comics konzentrieren und Warner sollte seine Filmhelden lieber in die Hände von Marvel legen. Die wüssten damit so viel mehr anzufangen.

>> Batman-Filme und -Serien

>> Weitere Beiträge in der Serie Batman versus Superman

Dark Knight III und Batman Europa auf deutsch

Während die Veröffentlichung von Dark Knight III – The Master Race sich hinzieht (mittlerweile wurde die Mini-Serie zum zweiten Mal verschoben), hat Panini optimistischerweise ein deutsches Veröffentlichungsdatum genannt: Am 21. Juni 2016 soll das erste Heft erscheinen. Nicht nur, dass es die gleiche Länge wie das US-Format haben wird (36 Seiten), es soll auch mit einem beigefügten Mini-Comic erscheinen. Mit einem Preis von 4,99 Euro wird es deutlich günstiger als die Original-Ausgabe sein (5,99 Dollar). Eine wichtige Änderung scheint es zu geben: Um  offenbar unangenehme Assoziationen mit der deutschen Vergangenheit zu vermeiden, verzichtet der Verlag auf den Untertitel, der mit „Herrenrasse“ zu übersetzen wäre …

Die vierteilige Mini-Serie Batman Europa bringt Panini in zwei Heften á 68 Seiten heraus. Start ist am 3. Mai 2016. Die gebundene US-Ausgabe erscheint am 13. April 2016.

Batman v Superman: Ukulele gegen Dudelsack

Der Kampf zwischen Batman und Superman kann auch gewaltfrei verlaufen: als Wettstreit der Musiker. Batman spielt seine Main Theme auf der Ukulele, Superman stihelt ihm mit John Williams auf dem brennenden Dudelsack die Show. Ein Video von The Unipiper.

Das dynamische Trio

Batman versus Superman, Teil 23: The Batman/Superman-Story (2007)

Das dynamische Trio: Batman, Superman und Robin. (Warner Bros.)

Das dynamische Trio: Batman, Superman und Robin. (Warner Bros.)

Titel: The Batman/Superman-Story

Drehbuch: Alan Burnett, Steve Cuden

Erschienen: 2007 (The Batman S05E01-02 (E53-54))


No man in a tin can is going to beat the Man of Steel.“ (Lex Luthor)

Als Superman zu Besuch in Gotham City ist, hetzt ihm Lex Luthor Metallo auf dem Leib. Glücklicherweise sind Batman und Robin in der Nähe, um dem Stählernen den Maschinenmann mit dem Kryptonitherz vom Leib zu halten. Superman zeigt seine Dankbarkeit, indem er einen Röntgenblick unter Batmans Maske wirft (vgl. World’s Finest, 1997). Batman ist nicht erfreut. Doch das war nur der Auftakt von Lex‘ Racheplan: Danach beauftragt er Batmans halbe Rogues Gallery, um Superman auszuschalten – Black Mask, Bane, Mr. Freeze und Clayface. Weil auch hier wieder das dynamische Trio triumphiert, kommt Plan C zum Einsatz. Lex bringt Superman dank einer Mischung aus Kryptonitstaub und Poison Ivys Gift in seine Kontrolle. Daraufhin müssen Batman und Robin gegen Superman kämpfen. Batman behilft sich mit Kryptonit, das er Superman fieserweise in den Pyjama steckt, später steigt der Dunkle Ritter in seine Panzerrüstung, unterstützt wird von Robin, der mit Raketenantrieb durch die Gegend fliegt – und schließlich ist es auch dieser „Rockin‘ Robin“, der mit Raketen dem Kampf der Titanen ein Ende bereitet. Als Superman wieder zur Besinnung kommt, verbünden sich die drei gegen Lex, der mit einer Roboter-Armee die Weltherrschaft anstrebt …

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Die Animationsserie The Batman hat im Vergleich zu der klassischen Serie aus den 90ern keinen Stil: ein grauenhafter Vorspann, völlig überzeichnete Charaktere, ein kindliches Szenario, Anbiederung an die Tradition ohne nennenswerte eigene Akzente zu setzen. Aber die Doppelfolge The Batman/Superman-Story hat durchaus Unterhaltungswert. Wenn man davon absieht, dass hier bloß abgestandene Motive wiederaufgewärmt, möglichst viele Figuren zusammengepfercht werden und die ganze Handlung unvermittelt und unmotiviert einsetzt, kann man sich wenigstens an der Action berauschen. Denn wen interessieren Plot und Charaktere, wenn man die beiden größten Superhelden von DC endlich dabei sieht, wie sie sich gehörig vermöbeln? In den bisherigen Episoden der Superman Animated-Serie hat es das nicht gegeben. Bemerkenswert ist auch der ungewöhnliche Rollentausch: Nicht Batman, sondern Superman ist hier der einsame Wolf, der keine Lust auf Teamwork hat. So muss ihn Batman erst dazu überreden, der Justice League beizutreten. Am Ende wird „Big Blue“ etwas geselliger und vertraut sogar Batman ein Stück Kryptonit an. Ende gut, alles gut: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

In diesem Sinne beenden wir (vorerst) unsere Serie und freuen uns auf kindliche Erwachsenenunterhaltung beim Kinofilm Batman v Superman.

Alle Teile der Serie Batman versus Superman zum Nachlesen:

Weitere Begegnungen und Kämpfe zwischen Batman und Superman:

Verjüngt dank Superman

Batman versus Superman, Teil 22: The Demon Reborn (1999)

Superman und Batman: Ein gutes Team.

Superman und Batman: Ein gutes Team.

Titel: The Demon Reborn (dt. Verbündet gegen den Dämon)

Regie/Drehbuch: Dan Riba/Rich Fogel

Erschienen: 1999 (Superman: The Animated Series S03E11)


„There might be something to this partnership business after all.“ (Superman zu Batman)

Ein drittes Mal kommen Superman und Batman in der Animations-Serie zusammen, als es um Ra’s al Ghul geht. Dieser überfällt einen Zug, um an einen indianischen Zauberstab zu kommen. Damit will er Superman seiner Kräfte berauben, um so wieder verjüngt zu werden. Der Rest der Story ist simpel: Batman greift ein, um seinen Kumpel zu retten. Von den drei Begegnungen der beiden Helden in der Superman-Serie ist dies zwar die schwächste, da es an bemerkenswerten Situationen oder Dialogen fehlt, aber immer noch handelt es sich um eine sehenswerte Folge.

Am Ende können die beiden Helden endlich ein wenig Sympathie füreinander aufbringen.

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