Batmans letztes Weihnachten

DC Comics

Titel: The Batman’s Last Christmas

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #184)


Tut mir leid: Dieser Titel allein dürfte schon die Erinnerung an einen Weihnachts-Evergreen wecken und euch einen schrecklichen Ohrwurm verpassen. Aber keine Sorge, ich baue diesmal kein passendes Musikvideo ein – dieses Blog hat ja immer noch einen guten Ruf zu verlieren. Der Song würde hier auch gar nicht passen, schon das Cover verspricht großes Drama: „My parents deserved to die – and the Batman must die as well!“, schreit Batman am Grab seiner Eltern und reißt sich die Maske vom Gesicht. Wie konnte es dazu kommen?

Eigentlich ist Batman kurz vor Weihnachten damit beschäftigt, Santa Claus zu spielen, indem er Waisenkindern einen Sack voller Geschenke vorbeibringt. Dann bittet ihn Commissioner Gordon um Hilfe, um den Gangsterboss „Spurs“ Sanders zu fassen. Dessen Buchhalter wollte Beweismittel an die Polizei übergeben, aber die wurden abgefangen. Batman findet Sanders Handlanger, da dieser zum Glück ein auffälliges Kostüm trägt: als Weihnachtsmann. Eigentlich nichts ungewöhnliches so kurz vor Weihnachten, aber Batman erkennt ihn sofort auf der Straße, weil er nun mal Batman ist.

Kaum ist der Übeltäter überwältigt, schlägt Batman die Akte auf und liest, dass sein Vater, Thomas Wayne, Sanders Geld geliehen haben soll, damit dieser zum Boss aufsteigen kann. Als der falsche Weihnachtsmann Batman erschießen will, taucht aus dem Nichts Huntress auf und rettet ihm das Leben. Huntress ist Helena, die Tochter von Bruce und Selina von Erde 2. Da sie einsam ist, will sie Weihnachten mit ihrem Onkel von Erde 1 verbringen. Sie fragt sich, was für ein Geschenk sie ihm besorgen könnte, wenn er doch alles hat.

Doch Bruce hat andere Sorgen: Sein Vater war anscheinend ein Krimineller. Was tun? Da bringt ihn Helena auf eine brilliante Idee: Du bist Detektiv, finde es heraus! Stimmt, sagt Bruce, so mach ich’s. Erste Station: der ehemalige Buchhalter seines Vaters. Dessen Aufzeichnungen bestätigen, dass Thomas regelmäßig 10.000 Dollar abgehoben hat, ohne sie zu erwähnen. Spurs soll das Geld erhalten haben. Zweite Station: ein Besuch bei Spurs, der beweist die Affäre mit einem Tonband, auf dem Thomas zu hören ist.

Bruce hat dann genug: Er verdammt den eigenen Vater, er sei nicht besser als die schlimmsten Verbrecher, dann schmeißt er als Batman hin, weil er sonst ein ebenso großer Heuchler wäre. Bruce zieht sich also zurück in die High Society, wo er umgarnt von schönen Frauen schmollt und einsam bleibt. Ein Leben ohne Batman ist möglich, aber sinnlos.

Als dann der falsche Weihnachtsmann vom Anfang fast ermordet wird, rettet Huntress ihm das Leben, Bruce sieht es und erkennt: Er ist Batman nicht seinem Vater zuliebe, sondern um Menschenleben zu retten und andere vor seinem Schicksal zu bewahren. Dann erinnert er sich ein sein letztes Weihnachten mit den Eltern und erkennt, dass der Buchhalter der Schurke ist, der den Namen Wayne in den Schmutz gezogen hat.

Und so hat Helena doch ein Geschenk für den Onkel: Sie hat Batman seinen Glauben und seine Bestimmung wiedergegeben. Batman erneuert seinen Schwur am Grab der Eltern.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

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Robin allein gegen den Joker

DC Comics

Titel: Robin Vol. 2: Triumphant

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Tom Lyle, Bob Smith

Erschienen: 1991-1993 (Batman #465, 467-469, Robin II: The Joker is Wild #1-4, Robin III: Cry of the Huntress #1-6), Paperback 2016


Tim Drakes Bewährungsprobe geht weiter. Diesmal darf er Batman dabei helfen, einen Bandenkrieg aufzuhalten. Oder vielmehr: Er darf nicht. Denn nachdem ein Junge, der als Robin kostümiert wurde, tot aufgefunden wird, will Batman Tim raushalten, um ihn nicht zu gefährden. Dass er ihn auch dann jedes Mal gefährdet, wenn er mit ihm Verbrecher zusammenschlägt, scheint ihn sonst wenig zu kümmern. Egal. Hinter der Rachedrohung steckt der Schurke King Snake (Sir Edmund Dorrance), der in der ersten Robin-Miniserie (siehe Robin Vol. 1) in Hong Kong die Pest ausbrechen lassen wollte, aber von Robin und Shiva aufgehalten wurde. Eigentlich ist der Mann mit dem Schlanentattoo gestorben, hat sich aber von dieser kleinen Misslichkeit schnell wieder erholt. Jetzt führt er in Gotham die Ghost Dragons an.

Es wird mit großen Waffen geschossen. Am Ende ist auch Batman im Kreuzfeuer. Robin rettet ihn, weil er sich – ganz in der Tradition – dem Hausarrest wiedersetzt. Trotzdem gibt es Schelte. Batmans Leben retten hin oder her: Befehl ist Befehl.

Tim Drake trifft den Joker

Im zweiten Teil des Bandes, der zweiten Robin-Miniserie, tritt Tim gegen den Joker an – und zwar allein, weil Batman sich irgendwo auf der Südhalbkugel herumtreibt. Na ja, nicht ganz allein: Zum Glück hat er noch Alfred und Gordon. Der Joker büchst mal wieder aus Arkham aus, als er Besuch von seiner „Mutter“ bekommt und keiner der schwerbewaffneten Polizisten und Sicherheitsleute auf die Idee kommt, die Frau gründlich zu überprüfen oder wenigstens nachzuschauen, ob es sich um eine Frau handelt.

Dann entführt der Joker einen Computer-Spezialisten und lässt ihn mit einem Virus Chaos in Gotham verbreiten: Strom fällt aus, Beamte bekommen keinen Lohn. Seine Forderung: eine Milliarde Dollar, überbracht von Batman persönlich. Aber der ist bekanntlich nicht verfügbar, also muss sich Robin etwas einfallen lassen.

Eine vierteilige Joker-Story hört sich schon dem Namen nach wie das Herzstück dieses Bandes an, aber warum eigentlich? Doch nur wegen des Promi-Faktors. Der Joker ist hier der typische Chaosstifter, der schlechte Witze reißt. Sein Erstaunen darüber, dass Robin immer noch oder wieder lebt, nachdem er ihn umgebracht hat (Death in the Family), bleibt leider folgenlos. Und dann gibt es noch die üblichen Löcher im Plot, wenn der Joker etwa mit einem Schneepflug abhaut und Robin nicht einmal daran denkt, ihn zu verfolgen oder wenigstens von der Polizei verfolgen zu lassen – man müsste doch nur der Schneespur folgen.

Robin trifft Huntress

In der längsten Geschichte des Bandes, Robin III: Cry of the Huntress, trifft Robin auf – ihr ahnt es – Huntress. Gemeinsam kämpften sie gegen KGBeast und (schon wieder) King Snake. KGBeast arbeitet für eine Art russische Mafia, die Falschgeld drucken will – „Eurodollar“, was aber anscheinend nicht echte Eurodollars meint, sondern eher etwas wie den Euro – die Währung der Zukunft, angeblich die stabilste der Welt.

Das muss uns auch gar nicht sehr kümmern, denn das Wichtigste ist der emotionale Kern: Tim Drake wird auf das alles aufmerksam, als eine hübsche junge Frau in die Fänge der Bande gerät, ihr Vater getötet wird und dann auch (augenscheinlich) sie. Robin ist also dank der Liebe hochmotiviert, den Fall zu lösen. Ohne Batman. Dafür mit Huntress. Was Batman gar nicht gut fände, aber zum Glück hält Alfred dicht.

Und dann hat Robin noch Ärger in der Schule. Nicht nur, dass die ganzen Nachtschichten aufs Gemüt drücken, auch die Verletzungen geben Anlass zur Sorge. Eine Vertrauenslehrerin verdächtigt Bruce Wayne, Tim zu misshandeln. Vater Drake, der sich in seiner Rolle zurückgesetzt fühlt, will Tim wieder zurück auf ein Internat schicken – in Metropolis.

Huntress hat dagegen mit Sexismus zu kämpfen. Jedenfalls macht sie ständig feministische Bemerkungen, was unfreiwillig komisch wirkt, weil sie selbst in einem tief ausgeschnittenen Badeanzug herumläuft. Der praktische Nutzen der nackten Haut bleibt fraglich – besonders in der Kälte, die hier offenbar herrscht. Erst recht fragt man sich, wie sie es hinbekommt, dass ihr Umhang so weit von ihrem Schultern absteht – und wozu.

Und so bleibt auch der zweite Robin-Band zu Tim Drake ein solides Stück 90er-Jahre Nostalgie auf einem mittelmäßigem Niveau von leichter Unterhaltung.

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DCs nächste Phase: „Infinite Frontier“

Das Cover zu „Infitinite Frontier“ von Dan Jurgens und Mikel Janín. (DC Comics)

Anfang 2021 pausiert DC seine Serien zwei Monate lang für das große Event Future State, danach geht es offenbar in einer neuen Richtung weiter. Zum Auftakt bringt der Verlag am 2. März 2021 den One-shot Infinite Frontier #0 heraus, ein 64-seitiges Special mit Kurzgeschichten, die der Startpunkt für eine Reihe weiterer Geschichten sind, darunter die kommende Joker-Solo-Serie von James Tynion IV und Guillem March.

Ansonsten übernimmt Brian Michael Bendis (Batman Universe) nach seiner Superman-Verpflichtung die Serie Justice League, es wird eine neue Storyline um Wonder Woman geben, auch die Titans und Stargirl kriegen in dem Special eigene Geschichten – falls ihr das wissen wolltet.

Autor Joshua Williamson kündigt an, das Heft werde sich anfühlen wie der Beginn einer neuen Ära für DC, in der alles möglich sei. Von einem erneuten Reboot ist nicht die Rede, das gab es ja auch erst 2011 mit The New 52, gefolgt von dem Soft-Reboot DC Universe Rebirth 2016. Andererseits: Es ist schon wieder fast ein Jahrzehnt rum – und unendliche Geschichten verlangen hin und wieder nach einem Neustart. Die Nummerierung der Serien soll aber allem Anschein nach wie gewohnt weiterlaufen, also sind keine allzu großen Umstürze zu erwarten. Noch nicht.

Die Uhr des Verbrechens

Alle 24 Stunden ein Verbrechen mit Ansage: Batman gegen Clockmaster. (DC Comics)

Titel: The Crimes of the Clockmaster

Autor/Zeichner: Jerry Coleman/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1961 (Batman #141)


„A twisted criminal mind like his is capable of anything!“

Nachdem wir schon Schurken wie Clock und diverse Clock Kings und einen Time Commander kennengelernt haben, kommt nun ein weiterer Zeitschurke: der Clockmaster. Der schickt der Polizei einen Kasten mit einer Crime Clock, die alle 24 Stunden mit einem Rätsel ein Verbrechen ankündigt. Batman und Robin bringen das Ding (ohne es vorher auf Sprengstoff zu untersuchen) in die Bathöhle.

Uhrenschurken tragen gern Glatze: Clockmaster. (DC Comics)

Als die Crime Clock sich zum ersten Mal öffnet, erscheint ein Gebäude mit einem Strand auf dem Dach. Das führt sie zu einem Nachtclub, der von Gaunern ausgeraubt wird. Doch als Batman und Robin die Räuber festnehmen, behaupten sie, sie wüssten nichts von einem Clockmaster, sie seien von einem gewissen „Handy“ angeheuert worden. Das Ganze ist nur eine Masche, mit der der Clockmaster von seinem wahren Ziel ablenkt.

Als nächstes erscheint in der Crime Clock ein Schädel mit einem Würfel, auf dem die Buchstaben P und T stehen. Skull plus P plus T ergibt Sculpt und das kann (was sonst?) nur die National Scuplting Exhibit sein. Also los, wieder das gleiche Spiel, wieder kein Hinweis auf den Schurken. Schließlich erscheint ein Ofen mit einer Blume darin – ab zur Gotham Baking Company (als ob es nur eine Bäckerei in der Großstadt gäbe)! Doch der Clockmaster hat es auf eine Juwelenausstellung abgesehen.

Man teilt sich diesmal auf: Robin eilt also zur Bäckerei, fällt scheinbar auf die Finte rein. Aber Batman erscheint in der Juwelenausstellung und erwischt den Clockmaster auf frischer Tat. Der Hinweis sei nämlich ein doppelter gewesen, behauptet Batman. „To me, rocks in a stove meant hot rocks … criminal slang for stolen diamonds!“ Aber so sei das gar nicht gemeint gewesen, behauptet der Clockmaster. Ein unbewusster Hinweis? Wer kann schon erahnen, wozu so verdrehte Köpfe fähig sind …

(Übrigens: In derselben Ausgabe kämpfen Robin und Batgirl gegen The Moth.)

>> Batman 1960-1969

Batman und Plastic Man bringen Weihnachten zurück

DC Comics

Titel: The Night the Mob Stole X-Mas!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Joe Staton, Jim Aparo

Erschienen: 1979 (The Brave and the Bold #148)


Weihnachten klauen? Wer die Geschichte vom Grinch kennt, der weiß, das geht doch gar nicht. Aber bei Batman geht bekanntlich alles, oder zumindest soweit, dass er es verhindern kann. Doch zunächst werden Zigaratten geklaut. Ein Laster voller illegal geschmuggelter Kippen wird leergeräumt, der Fahrer getötet – das Werk sogenannter Buttlegger.

Doch dann wird auch noch die berühmte Weihnachtsauslage des Lacey Department Store gestohlen. „What would the holiday be without it?? Beautiful!“, denkt sich Batman beim Vorbeifahren mit dem Batmobil. Tja, und dann ist die ganze Deko kurz darauf plötzlich weg – gestohlen! Und dabei wurde noch Plastic Man entführt, der als Weihnachtsmann verkleidet Spenden gesammelt hat. Doch dann gelang es ihm, trotz eines Schlages auf den Hinterkopf, noch eine Botschaft für Batman in den Schnee zu schreiben.

Fein rausgeputzt zu Weihnachten: Plastic Man und Batman in der Autowaschanlage. (DC Comics)

Batman folgt dem Laster der Diebe mit dem Whirlybat, an der nächsten Tankstelle versucht er, die Gauner zu überwältigen, aber dann landet er in einem Becken voller Diesel – Plastic Man muss ihn retten. Einen Besuch in der Autowaschanlage später folgen die beiden Helden der Spur nach Florida, wo die Bande (die zufällig auch hinter dem Buttlegging steckt) die Weihnachtsdeko aus Gotham aufgestellt hat, um eine andere Bande damit zu beeindrucken – damit will Gangster Big Jake Doyle kurz vor seinem Tod Frieden mit der Konkurrenz schließen. (Plastic Man soll Weihnachtsmann spielen.)

Batman und Plastic Man als Weihnachtsdeko für Gauner. (DC Comics)

Doch die Sache ist nur ein Trick, um die Konkurrenz auszuschalten. Kaum sind die Gäste da, werden sie mit Kugeln durchlöchert. So zumindest der Plan. Denn zum Glück lassen sich Batman und Plastic Man vorher von den Gaunern (scheinbar) gefangen nehmen. Dadurch können sie das Schlimmste verhindern. Plastik Man bläst sich zu einem Riesenkissen auf, dann wird er zur Schneekanone. Schließlich zwingen die Helden die Gauner dazu, Gotham seine Weihnachtsdeko zurückzubringen.

Worum es in Gotham zu Weihnachten geht. (DC Comics)

„Batman, it’s a miracle!“, sagt der Bürgermeister. „You cracked the buttlegging ring and saved the city’s holiday!“ Na ja, eigentlich sollte die Botschaft einer solchen Geschichte lauten: Weihnachten braucht den ganzen Klimbim nicht, es geht bei dem Fest doch um menschliche Werte. Aber nein, hier dient Batman bloß als Wiederbeschaffer von Werbung für ein Konsumunternehmen. Anders als beim Grinch lautet die Moral also: Weihnachten kann man nicht klauen – solange es einen Batman gibt.

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Eine neue Serie für den Joker

Schon wieder Joker? Jetzt auch noch mit eigener Serie. (DC Comics)

An Joker-Material mangelt es derzeit nicht wirklich. 2017 kämpfte er gegen den Riddler, 2018 vereitelte er Batmans Hochzeit mit Catwoman (oder trug zumindest dazu bei), in diesem Jahr gab es den großen Joker-War. Und dann trat er noch in allen Batman-Titeln von DC Black Label auf: vom White Knight über Killer Smile bis hin zu Three Jokers in diesem Jahr. Die Auftritte in Filmen lasse ich mal beiseite. Denn es reicht langsam mit dem Clown, oder?

Nein, denkt sich DC, noch lange nicht. Daher gibt der Verlag dem Joker eine eigene fortlaufende Serie. In The Joker ist der Titelheld auf der Flucht, er ist der meistgesuchte Mann der Welt, nicht nur Commissioner James Gordon ist hinter ihm her. Geschrieben wird das Ganze von James Tynion IV, der gerade die Batman-Hauptserie verantwortet (siehe Their Dark Designs) und auch den Joker War geschrieben hat, gezeichnet wird es von Guillem March.

Außerdem wird die Serie eine Back-up-Story über den neuen Joker-Sidekick Punchline enthalten. Hier holt sich Autor Tynion Verstärkung von Co-Autor Sam Johns und Zeichnerin Mirka Andolfo, die bereits den Punchline-One-shot illustriert hat. Die Story: Die Antiheldin wird Insassin von Blackgate, während Harper Row alias Bluebird versucht, ihren Bruder davor zu bewahren, unter Punchlines schlechten Einfluss zu kommen.

The Joker wird 40 Seiten pro Heft umfassen und 4,99 US-Dollar kosten. Geplanter Start ist am 9. März 2021.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Joker seine eigene Serie bekommt. Seine erste hatte er bereits von 1975 bis 1976. Sie war geprägt von Albernheiten und hielt gerade mal nur neun Ausgaben durch. Eine zehnte wurde zwar gezeichnet, aber nicht mehr gedruckt – bis 2019 im Joker-Bronze-Age-Omnibus.

>> Liste der Joker-Comics


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Neue Anthologie-Serie: „Batman: Urban Legends“

DC Comics

Am 16. März 2021 startet DC mit Batman: Urban Legends eine neue Anthologie-Serie, in der sich neue Autoren und etablierte Kreative an Nebenfiguren aus Batmans Welt erproben dürfen. In den ersten sechs Ausgaben erzählt Chip Zdarsky (Detective Comics #1027) zusammen mit Eddy Barrows eine Batman-Red HoodStory. Jason Todd untersucht eine neue Droge, die Gotham City heimsucht. Das soll sein Leben „für immer“ verändern, heißt es in der Ankündigung …

Matthew Rosenberg und Ryan Benjamin setzen Batman #101 fort. Darin geht es um den Berufsmörder Cole Cash alias Grifter. Dann gibt es noch eine Harley-Quinn-Story von Stephanie Phillips and Laura Braga, in der auch Poison Ivy vorkommt, sowie einen Dreiteiler über die Outsiders von Brandon Thomas und Max Dunbar, in der Black Lightning, Katana und Metamorpho auftreten.

Batman: Urban Legends erscheint im Prestige-Format und soll 7,99 US-Dollar pro Ausgabe kosten.

Mehr zum Thema: Batman Black and White Vol. 5


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Flashpoint mal anders

DC Comics

Titel: Tales From the Dark Multiverse: Flashpoint

Autor/Zeichner: Bryan Hitch

Erschienen: 2020 (One-Shot)


Die wohl krasseste Szene aus Flashpoint ist die, in der sich Barry Allen in der veränderten Zeitlinie auf einen elektrischen Stuhl setzt, um sich mittels Blitz und Chemikalien wieder zum Flash zu machen. Schwerverbrannt überlebt er und bekommt seine Kräfte zurück. Glück gehabt. Aber was wäre, wenn er diesen Wahnsinn nicht überlebt hätte? Diese Frage stellt sich Bryan Hitch in der Tales From the Dark Multiverse-Variante der Geschichte.

Barry Allen stirbt – und Eobard Thawne, der böse Reverse Flash, taucht an seiner Stelle auf, der Übeltäter, der dafür verantwortlich ist, dass die Welt vor die Hunde geht: Atlantis und Themyscira, also Aquaman und Wonder Woman führen Krieg gegeneinander, Batman ist Thomas Wayne, der gegen Martha Wayne als Joker kämpft, nachdem ihr Sohn Bruce erschossen wurde, Superman ist in Gefangenschaft usw.

Als Thawne (mit roter Hose) erscheint, übernimmt er die Herrschaft über die USA und verspricht, Frieden zu schaffen. Dazu schaltet er zunächst die Konkurrenz aus und tötet eine Reihe von Superschurken und Helden wie Cyborg. Doch der kluge Cyborg hat ein Backup seines Geistes erstellt und verbündet sich mit Batman, um Thawne auszuschalten, dafür befreien sie ihre Geheimwaffe: Superman!

ACHTUNG SPOILER!!!

Damit tun sie genau das, was auch schon in Flashpoint passiert. Der Unterschied: Batman tötet am Ende Superman, aber nicht den Reverse Flash. Warum? Damit am Ende der Schurke die Vergangenheit erneut in eine andere Richtung lenken kann: Keiner der Waynes stirbt, sondern Joe Chill selbst kriegt die Kugel ab.

Nach einer passablen Variation von Knightfall und einem unnötigen wie bemühtem Neuaufguss von Hush ist mit Flashpoint ein weiterer moderner Klassiker dran, der in einer Elseworlds-Manier neu erzählt wird. Routiniert, mit vielen erklärenden Sprechblasen und wie immer ordentlichen Zeichnungen von Altmeister Bryan Hitch, prächtigen Splash Pages, in denen es vor Action und Gastauftritten nur so wimmelt.

Okay, das Prinzip der Dark Multiverse-Storys hätten wir damit verstanden, aber richtigen Mehrwert bietet es nicht, außer uns die gleiche Geschichte noch mal, aber eben etwas anders zu verkaufen. Mit 52 Seiten dient dieses Heft nur als eine Art Teasing für neue Leser, die wohl Lust bekommen sollen, das Original zu kaufen. Als solches ist es in Ordnung, aber Fans müssen dafür keine 6,99 US-Dollar zahlen – und schon gar keine Lebenszeit dafür investieren.

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Robin wird ein Tag gestohlen

The Man Who Stole Time

DC Comics

Titel: The Man Who Stole Time

Zeichner: Jim Mooney

Erschienen: 1949 (Star Spangled Comics #97)


Im Knast muss sich Clock immer wieder dieselben blöden Sprüche seiner Mitinsassen anhören („The clock is doin‘ time!“), dabei könnten sie durchaus fieser sein und ihm zum Beispiel reinreiben, dass er wegen eines Kindes einsitzt. Dann bricht der Herr der Uhren wieder aus und diesmal will er Rache! Er will seine Zeit zurück, die er im Knast verschwendet hat. Beginnen will er mit dem Raub einer Sekunde.

The Clock stiehlt eine Sekunde – beim Baseball. (DC Comics)

Doch hier ist „second“ im übertragenen Sinne gemeint: Er stiehlt den „second base sack“ auf einem Baseballfeld. Dann bewirft er Robin mit Baseballs. Der nimmt sich einen Schläger und feuert zurück. „I should be able to use a bat! After all, I do work with the Batman, so I could be called Batboy!“ Daraufin ist Clock ziemlich eingeschüchtert: „I don’t know which are more deadly … the balls or the puns!“ Jedenfalls finden das die Zuschauer amüsanter als das Spiel selbst. Clock haut ab mit einer Walze und versteckt sich in der Trommel. Wieder dient alles nur der Ablenkung, um das Eintrittsgeld zu rauben.

Als nächstes stiehlt Clock eine Minute. Und das geht so: Ein reicher Mann isst gerne Dreiminuten-Eier und feuert seinen Koch, als sie zu weich sind. Dazu konnte es kommen, weil Clock die Minute in einer Sanduhr gestohlen hat. Dann bewirbt der Schurke sich selbst als Koch, knockt den Millionär mit Gas aus und holt eine Puppe mit einem Stundenglas aus dem Tresor. 10.000 Dollar verlangt er dafür. Als Robin das Lösegeld überbringen will, fällt er durch eine Falltür und wird mit Gas zugedröhnt.

Robin bittet seinen Fan-Club um Hilfe. (DC Comics)

Clock sagt, er solle sich vorstellen, wie es ist, über zwei Meter groß zu sein. Dann träumt Robin davon, ein riesiges Man Wonder zu sein und Gauner zu vermöbeln. Durch diesen Tagtraum stiehlt Clock ihm einen Tag. Als Robin wieder aufwacht, findet er eine runde Uhr ohne Zifferblatt in seiner Zelle. Das Ticken macht ihn fast wahnsinnig, er schläft ein und als er wieder aufwacht, kommt er frei. Ein Tag ist vergangen. In der Zwischenzeit hat Clock eine Woche gestohlen. Als nächstes soll ein Monat dran sein.

Finale in der Kalenderdruckerei. (DC Comics)

Robin trommelt daraufhin die Kinder aus dem Robin Fan Club zusammen, um ihm zu helfen, Clock zu fassen. Mit gemeinsamer Detektivarbeit verhindern sie, dass er den „Puzzle of the Month Club“ plündert. Clock will schließlich ein Jahr stehlen, indem er die Druckplatte für einen Kalender mitgehen lässt. Es endet mit einer Verfolgungsjagd über ein paar riesige Kalenderblätter und Clock landet auf dem 1. Januar. Frohes Neues Jahr – im Knast.

Damit endet die wenig ruhmreiche Karriere des Zeitschurken.

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Zwei Retter an Heiligabend

DC Comics

Titel: Have Yourself a Deadly Little Christmas

Autor/Zeichner: Len Wein/John Calnan

Erschienen: 1979 (Batman #309), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


Am Weihnachtsabend rauben drei Jungs einer jungen Frau die Handtasche. Es sind zwar nur fünf Dollar drin, aber es ist ihr letztes Geld. Dann taucht aus dem Nichts Blockbuster auf, ein starker, stummer Riese, vermöbelt die drei und macht sich auf, der Frau die Handtasche wiederzubringen. Doch kaum ist die zu Hause, versucht sie sich mit Schlaftabletten umzubringen. Einst ist sie mit großen Hoffnungen in die Großstadt gekommen, aber ihre Träume sind geplatzt, sie sieht sich gescheitert und will nicht mehr leben.

Vorher ruft sie aber noch bei der Polizei an, um sich zu verabschieden – sie hat sonst niemanden, den sie anrufen könnte. (Geht es noch trauriger?) Zum Glück ist gerade Batman da, der Commissioner Gordon sein alljährliches Weihnachtsgeschenk vorbeibringt: Pfeifentabak. (Heute wäre ein solches Geschenk undenkbar.) Kaum fragt Batman die Selbstmörderin, was los ist, legt sie auch schon auf. Zum Glück kann der Anruf zurückverfolgt werden.

Der planlose Helfer

Doch Blockbuster kommt Batman zuvor, findet die Frau, als sie gerade in Ohnmacht fällt und bringt sie weg. Leider kann man sich keinen ungeeigneteren Retter in der Not vorstellen. Denn kaum trifft der tumbe Riese beim Krankenhaus ein, überlegt er es sich anders – zu schlecht sind seine Erinnerungen an Ärzte. Als Batman ihn findet, zeigt sich: Zwei Retter sind eindeutig einer zu viel. Vor allem weil Batman sich nicht gerade auf gewaltfreie Kommunikation versteht. Im Kampf zieht er den Kürzeren. Blockbuster geht mit der Jungfer in Not weiter, bittet einen Weihnachtsmann um Hilfe. Doch kaum sagt der was von Krankenhaus, nimmt der Retter die Frau wieder mit. Einen richtigen Plan für eine Alternative scheint er nicht zu haben.

Erstaunlich, dass die Frau immer noch lebt und bei Schnee und Kälte nicht längst erfroren ist. Zwischendrin wacht sie sogar auf, nur um kurz darauf wieder in Ohnmacht zu fallen. Auf dem gefrorenen Gotham River kommt es zur finalen Prügelei mit Batman. Eisschollen brechen, die Jungfer erwacht wieder und gerät erneut in Not – sie droht, ins kalte Wasser zu fallen. Wieder rettet Blockbuster sie: Er springt auf die Eisscholle, wirft sie Batman zu und fällt selbst ins Wasser, ohne dass sich jemand um seine Rettung schert.

Am Ende findet die junge Frau ihren Lebenswillen wieder. Doch als sie fragt, wie ihr verunglückter Retter geheißen hat, verweigert Batman ihr die Auskunft: „Is it important? Why not just call him the spirit of Christmases yet-to-be!“ Der arme Tölpel bekommt nicht einmal das Mindestmaß an Ehre, das ihm zusteht.

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Wen Depressionen oder Suizidgedanken plagen, kann sich Hilfe holen: Die TelefonSeelsorge in Deutschland ist rund um die Uhr unter den Nummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 zu erreichen (gebührenfrei).