Batman in einem Husch

Tales from the Dark Multiverse: Batman: Hush #1

DC Comics

Titel: Tales from the Dark Multiverse: Hush

Autor/Zeichner: Phillip Kennedy Johnson, Dexter Soy

Erschienen: 2020 (One-shot)


Was wäre wenn … Bruce Wayne beim Mord seiner Eltern nicht allein gewesen wäre, sondern in Begleitung von Thomas Elliot und seinen Eltern? Dann wäre Bruce bei den Elliots aufgewachsen, Bruce und Thomas wären wie Brüder gewesen, aber Bruce wäre verrückt geworden, mit dem Ergebnis, dass Bruce zu einer Art Hush-Version von Batman mutiert wäre.

Wie bitte? Ja, so läuft das in aller Kürze bei Tales from the Dark Multiverse: Hush, DCs Versuch, einen modernen Batman-Klassiker neu zu erzählen – in einer Art Elseworlds-Manier, wie schon bei Knightfall geschehen. Auch hier ist Gotham eine Dystopie, in der das Verbrechen in der High Society regiert und die Bürger in einem Polizeistaat in Schach hält. Thomas Elliot ist Senator, anscheinend mit Präsidentschafts-Ambitionen, außerdem mit Talia al Ghul zusammen, die ihren Vater getötet und die League of Assassins übernommen hat.

Elliot feiert in Gesellschaft von Jason Todd, einem Waffenhändler (an der Seite von Dinah Drake), Staatsanwalt Harvey Dent und Oswald Cobblepot. Da wird er nach Arkham gerufen, das von Dr. Crane geleitet wird und wo er an Patienten herumexperimentiert. Einer davon ist Bruce Wayne, der als Resultat davon nun tot ist. Jedenfalls scheint es so, denn kurz darauf gehen in Arkham die Lichter aus und ein mumienhaft bandagierter Batman mit roten Augen metzelt Crane nieder und dann begeht er einen Anschlag auf Elliots Hubschrauber.

Nebenbei erfahren wir, dass Barbara Gordon (ein blindes Orakel) eine Gruppe von Outsiders anführt, um ihren toten Vater zu rächen und das Regime zu stürzen. Dabei legt sie sich aber mit „Gray Son“ an, der als Talon den Status Quo mit dem Schwert aufrecht erhält – bis er auf Hush trifft.

Abgehetzt und oberflächlich

Das alles klingt nach einer Menge Stoff und es hätte vielleicht Potenzial für epische Breite, aber leider muss das alles in 52 Seiten abgehetzt werden. Also wird man in eine fremde verkehrte Welt geworfen, mit Informationen bombardiert und dann wieder mit einem abrupten Ende hinausgestoßen. Was man mit Bildern nicht erzählen kann, wird mit vielen Worten nachgetragen, was ebenso ermüdend wie uninspiriert ist.

Im Grunde sehen wir also bloß einem simplen Rachefeldzug zu, der sich ohne Probleme vollzieht, denn für Hindernisse ist ja kein Raum. Auch die Beziehung von Thomas und Bruce, das emotionale Zentrum der Original-Hush-Storyline, bleibt oberflächlich, die Auflösung am Ende kryptisch und unbefriedigend. Statt hier mehr zu erklären, wird eine ganze Seite wird verschwendet zu erzählen, wem alles Bruce seine tollen Fähigkeiten zu verdanken hat – was für die Handlung überhaupt keine Rolle spielt.

Recycling von Bewährtem

Es stellt sich die Frage, wozu man überhaupt eine so runde Geschichte wie Hush noch einmal, aber anders erzählt. Die einzige Antwort, die mir darauf einfällt, ist keine befriedigende: Es ist leicht verdientes Geld, ein bewährtes Rezept zu recyceln und in ein Häppchen zu packen, das ohne Vorwissen schnell konsumiert ist. Als nächstes erwartet uns ein solcher Remix von Flashpoint.

Und so kann ich am Ende nur etwas Positives über dieses Heft sagen, was sich jedes Mal wie ein Trostpreis anhört, aber keineswegs den Leser für sein Geld entschädigt: schön gezeichnet.

>> Batman 2020

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s