Batman und Wonder Woman beim Autorennen

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: The Widow-Maker

Autor/Zeichner: Mike Sekowsky

Erschienen: 1970 (The Brave and the Bold #87), Paperback 2018 (Batman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1)


Batman beim Autorennen? Mit Bat-Helm samt Logo und Ohren, mit flatterndem Cape im Rennauto, auf dem der Name WAYNE prangt? Und Diana Prince alias Wonder Woman jagt im Auto nebenher? So einiges mutet in dieser Geschichte sehr verkehrt an. Aber der Reihe nach.

Im Jahr 1969 verlor Wonder Woman ihre Kräfte und ihr Kostüm und bekämpfte als Diana Prince in Weiß das Verbrechen, während sie nebenher eine Modeboutique betrieb. Ihr Mentor wurde I Ching, ein blinder Chinese, der sie auch hier begleitet, als sie sich bei einem Autorennen in Frankreich eine Modenschau ansieht.

Bruce Wayne flirtet mit Diana Prince

Zufällig ist auch Bruce Wayne da, weil er gerade selbst beim Rennen mitfährt. Er weiß, dass Diana Wonder Woman, sie aber nicht, dass er Batman ist. Bruce will trotzdem mal Hallo sagen. Nicht nur weil Amerikaner im Ausland zusammenhalten müssen (!), sondern auch, weil sie „very, very pretty“ ist (!!). Also baggert Playboy Bruce drauflos, auch wenn er gar kein Playboy mehr sein will.

Zufällig findet Diana heraus, dass ein deutscher Rennfahrer namens Willi van Dort, der den „Widow Macher“ fährt, jeden umlegt, der seinen Sieg gefährdet – in dem Fall Bruce. Der nimmt es zunächst mit Willis Handlangern selbst auf, als sie nachts in seine Werkstatt einbrechen, um sein Auto zu sabotieren. Als er Diana und Ching sieht, lässt er sich helfen, damit die anderen nicht hinter sein Geheimnis kommen. Dabei leidet das Ego: „I can’t let a woman and a blind man rescue me — My male ego won’t let me!“ Man sieht: Macho Batman ist noch nicht wirklich in der Moderne angekommen.

Warum Diana kein Rennen fahren darf

Bruce bekommt einen Schlag auf den Kopf und darf auf ärztliche Anweisung hin nicht mehr Rennen fahren. Diana will für ihn übernehmen, doch Bruce weist sie ab mit den Worten: „You don’t have a racing licence, among other things!“ Was diese „anderen Dinge“ sein sollen, bleibt offen, aber man kann es sich denken: Diana ist eben kein Mann. Und der einzige Mann, der mit Bruce Wayne mithalten kann, ist Batman – daher lässt er lieber ihn für sich antreten. Er tut so, als würde er dafür James Gordon anrufen. Zum Glück tut er nur so, denn der Polizeichef hat sicher Besseres zu tun. Batman aber anscheinend nicht, denn er stürzt sich samt Publicitymeute ins Rampenlicht und setzt sich in ein Auto, auf dem WAYNE steht, ohne dass auch nur jemand Verdacht schöpft.

Leider ist Willi auch nicht gut auf Batman zu sprechen, der der Held einst den Vater, einen größenwahnsinnigen Schurken, hochgenommen hat. Während Batman also das Rennen fährt, versucht Willi mit allerlei schmutzigen Tricks, ihn auszuschalten. Seltsamerweise merkt das sonst niemand. Um ganz sicher zu gehen, hat Willi rund um die Rennstrecke seine Leute aufgestellt, die Batmans Reifen zerschießen sollen. Diana fährt also herum und schaltet die Attentäter aus, während Batman sich gegen Klingen, Blendattacken und Ölspuren wehren muss.

Den Platten kriegt dann Diana, doch alle Probleme lösen sich von selbst, denn Willi wird unabsichtlich von seinem eigenen Lakaien ins Jenseits befördert. Egal, denn Hauptsache Batman siegt. Und ohne eine Träne für den Toten zu vergießen fragt für Bruce, ob Diana mit ihm essen will. Ja, sagt sie, aber nur wenn er die Kaution für sie zahlt, denn sie ist wegen Autodiebstahl dran …

Auch abgesehen vom Chauvinismus: eine selten dämliche Story.

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Clayface wird Superman

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DC Comics

Titel: The Clayface Superman

Autor/Zeichner: Dave Wood/Jim Mooney

Erschienen: 1964 (World’s Finest #140), Hardcover 2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 2)


Es beginnt – mal wieder – mit einem Knastausbruch. Matt Hagen hat eine Flasche mit seinem Zaubermittel (verwandelt als Maulwurf) im Hof des Gefängnisses vergraben, nun gräbt er es wieder aus, trinkt und macht sich als Geier auf und davon. Dann braut er sich erst mal neues Zeug zusammen, das aber nur fünf Stunden wirkt. Genug, um verwandelt als Hund, sich eine wertvolle Briefmarkensammlung zu schnappen.

Batman und Robin jagen auf Whirlybats hinterher, versuchen ihn wieder mit einem Lasso einzufangen, doch er kommt als Delfin davon. Das Dynamische Duo scheint nicht dazu zu lernen. Aber es zählt ja zum Glück, was unterm Strich raus kommt. Und es mag woh an dieser Erfolgsquote liegen (100 Prozent), dass sie von der Stadt mit einem eigenen Batman Day geehrt werden. Doch dann klaut Clayface die goldene Batman-Trophäe.

Zum Glück ist Superman da! Doch als Clayface den Stählernen heranfliegen sieht, kommt ihm die beste Idee überhaupt: Er nimmt die Form von Superman an. Und siehe da: Mit der Form kommen auch sämtliche Superkräfte hinzu! Nachdem ein Duell im Untentschieden endet, raubt Clayface-Superman Banken, Geldtransporter, Museen, Juweliere aus und da er vor lauter Gier vergessen hat, eine Tasche einzupacken, die groß genug ist, wirft er das Raubgut auf die Straße und rollt es im Asphalt ein. Doch mit dem riesigen Swag-Wrap kommt er nicht weit.

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Clayface-Superman rollt seinen Swag-Wrap. (DC Comics)

Denn mit den Superman-Kräften kommen auch die Schwächen: Clayface knickt ein vor Kryptonit. Superman bringt beim zweiten Mal ein Stück rotes Kryptonit mit, das Clayface durchdrehen lässt. Zuerst will er ein Passagierschiff versenken, dann zerreißt er Elektroleitungen und schließlich entdeckt er Batmans Geheimidentität und schreibt sie in die Luft – die größte anzunehmende Katastrophe in einem Batman-Comic früher Jahre.

Doch bevor das Geheimnis publik wird, lassen auch schon die Kräfte nach. Fünf Stunden sind rum. Und zum Glück kann sich Hagen später an nichts mehr erinnern. Glück gehabt.

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Batman gegen Kindesmissbrauch

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DC Comics

Titel: Batman: The Ultimate Evil (dt. Das Geschäft des Bösen)

Autor/Zeichner: Neal Barrett Jr./Denys Cowan

Erschienen: 1995 (Zweiteiler), dt. Carlsen 1997


„… I haven’t been fighting crime, Alfred — I’ve been fighting criminals.“

Manchmal kommt es vor, dass Batman nicht nur gegen Superschurken kämpft, nicht nur gegen Verbrecher, sondern es auch mit dem Wurzel allen Übels zu tun bekommt. In The Ultimate Evil stellt er sich die Frage: Wie werden Menschen überhaupt zu Verbrechern? Durch Armut? Nicht nur, sondern oft durch ihre Misshandlung bzw. den Missbrauch als Kinder.

Diese Lektion erteilt die Sozialarbeiterin Debra Kane Bruce Wayne. Sie arbeitet für die Gotham Child Protective Services und führt Bruce in eine Parallelwelt, die ihm bisher fremd war: Sozialbausiedlungen, in denen Väter ihre Kinder schlagen oder sexuell missbrauchen. „It’s not sick, Bruce, it’s evil!“, sagt sie. Doch nicht alle diese Opfer würden kriminell. Man habe immer eine Wahl.

Verkaufte Kinder

Batman begibt sich in die tiefsten Abgründe dieser Problematik. Ein Sträfling erzählt ihm von Kinderpornografie, Zwangsprostitution von Minderjährigen (also sexuelle Ausbeutung) und Kinderhandel. Batman ermittelt daraufhin undercover, sein Weg führt ihn in eine fiktive Diktatur in Südostasien, wo Menschen in Armut ihre Kinder an Kriminelle verkaufen. Diese Kinder werden sexuell missbraucht und ausgebeutet. Batman führt eine Rebellion gegen die Verbrecher an, die auch politische Unterdrücker sind.

Das allein ist harter Stoff – härter als alle Gewaltexzesse, die man sonst von Superhelden-Comics kennt, denn selten werden Kinder als Opfer des Schlimmsten gezeigt. Hier ist allein das Reden darüber und die reine Andeutung in Bildern so furchtbar, dass man es sich nicht ausmalen will. Zudem ist man abgestoßen davon, wie abgebrüht die Beteiligten über das Thema sprechen, als wäre es nur ein Geschäft unter anderen. Ein jungfräuliches Kind für 24 Stunden zur freien Verfügung zu kaufen, ist für die Profiteure nur eine Frage des Preises. Kinder werden nicht nur zur Ware, sondern zum Wegwerfprodukt – menschenverachtender geht es nicht.

Martha Wayne gegen Pädophile

Leider ist die Geschichte nicht ganz stringent erzählt. Anfangs geht es mehr um verschiedene Facetten des Verbrechens auf der Straße, wohl damit Batman auch etwas zu tun hat, bevor es zur Hauptsache kommt. Doch als Alfred Bruce zeigt, dass bereits Bruces Mutter Martha gegen einen internationalen Ring von Pädophilen ermittelt hat und deswegen zusammen mit Ehemann Thomas ermordet wurde, wird das Pathos übertrieben: Bruce hat daraufhin ein persönliches Motiv und leistet einen Schwur, als würde es nicht reichen, dass ein Verbrechensbekämpfer sich eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt annimmt, einfach weil es sein Job ist.

Batman rettet also einige Kinder und lässt den Pädodophilen-Ring zerstören – das ist alles gut gemeint, und man kann durchaus diesmal gelten lassen, dass vor allem der gute Wille zählt und der Mut, so ein hartes Thema in einem Mainstream-Comic zu verhandeln, ohne zu verharmlosen oder zu vereinfachen. Denys Cowans rauhe, sperrige Zeichnungen passen dazu sehr gut. Es soll nichts schöngezeichnet werden.

Über 220 Millionen Opfer weltweit

Die letzten fünf der rund 100 Seiten beschreiben in einem Nachwort eindrücklich die Hintergründe, wie frei Kindersex-Tourismus in Südostasien in den 80ern und 90ern beworben und zu wenig dagegen getan wurde. Aktuellere Zahlen sind erschreckender: Die Vereinten Nationen schätzten 2009, dass weltweit 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen unter 18 Jahren zum Sex gezwungen werden (Quelle: UNICEF). Im Jahr 2020 hat es in Deutschland laut Polizeilicher Kriminalstatistik 14.500 Fälle von Kindesmissbrauch gegeben (ein Anstieg von 6,8 Prozent), 18.761 Fälle von Missbrauchsabbildungen – ein Anstieg von 53 Prozent. Laut Schätzungen waren oder sind pro Schulklasse ein bis zwei Kinder sexueller Gewalt ausgesetzt (Quelle: BKA).

Jedes einzene Opfer ist eines zu viel. Dagegen ist selbst Batman machtlos. Aber ein Comic wie dieses kann dafür sensibilisieren. Es wäre an der Zeit, es nachzudrucken oder zumindest das Thema wieder aufzugreifen.

Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch0800-22 55 530 (kostenfrei und anonym)

Hinweis: The Ultimate Evil basiert auf dem gleichnamigen Roman von Andrew Vachss, der aber nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Auf Englisch ist er noch zu kaufen.


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DC Fandome am 16. Oktober 2021

Da es auch im zweiten Corona-Jahr keine San Diego Comic-Con gab, veranstaltet DC wieder sein eigenes Fan-Event im Netz: DC Fandome soll am 16. Oktober als Livestream viel Neues bieten, darunter natürlich Trailer neuer Kinofilme. DC Fandome ist kostenlos und wird unter anderem mit deutschen Untertiteln gezeigt. In Mitteleuropa geht es um 19 Uhr los.

DC verspricht einen neuen Trailer zu The Batman, einen ersten Blick auf Black Adam (mit Dwayne Johnson in der Titelrolle), einen Sneak Peak auf The Flash (mit Michael Keaton und Ben Affleck als Batmen) und einen Blick hinter die Kulissen zu Aquaman and the Lost Kingdom sowie Shazam! Fury of the Gods. Bis auf den letzten sollen alle diese Filme im Jahr 2022 ins Kino kommen, der zweite Shazam 2023.

Noch keine Infos gibt es zum geplanten Batgirl-Film, der ebenfalls 2022 erscheinen soll, allerdings nur auf HBO Max. Leslie Grace soll die Hauptrolle spielen, J.K. Simmons ist wieder als James Gordon vorgesehen. Das Drehbuch stammt von Christina Hodson, die bereits Birds of Prey und The Flash geschrieben hat.

In Sachen Animation gibt es Vorschauen auf die neue Serie Batman: Caped Crusader und auf zwei Filme: Injustice, nach dem gleichnamigen Game und der Comicserie, sowie den Heist-Movie Catwoman: Hunted.

Wonder Woman und Batgirl lieben Batman

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman & Batgirl: In the Coils of Copperhead

Autor/Zeichner: Bob Haney/Bob Brown

Erschienen: 1968 (The Brave and the Bold #78), Paperback 2018 (Batman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1)


Als Ende der 60er die Batmania tobte – oder bereits abflaute – wurde The Brave and the Bold zu einer Serie mit Batman-Team-ups. Nach illustren Gestalten wie Plastic Man und Atom bekommt Batman nicht nur erstmals in der Serie eine weibliche Kampfgefährtin zur Seite gestellt, sondern gleich zwei von der Sorte: Wonder Woman und Batgirl! Warum ich das betone? Nun, weil es der Autor selbst heraushebt, als wäre es etwas Besonderes. Der Subtext liest sich so: Wenn schon eine Frau, dann müssen schon zwei her, um mit den Männern mitzuhalten.

Vielleicht liegt es daran, dass der Gegner eine Schlange ist – und das ging in der Menschheitsgeschichte bekanntlich von Anfang an nie gut. Aber jetzt gibt es eben Double Trouble. Die Schlange ist Copperhead, ein Mann im Vipernkostüm, der einer Königin (von was wird nicht gesagt) die Tiara klaut. Commissioner Gordon ist ziemlich sauer, dass Batman ihn hat entwischen lassen. Also überlegt der Held haarscharf, wo Copperhead als nächstes zuschlagen könnte: wahrscheinlich will er Montezumas Helm. Gut geraten.

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Wonder Woman lässt es alle Welt wissen: Sie liebt Batman. (DC Comics)

Doch zwei Tage später tauchen die Frauen auf und machen alles komplizierter. Wonder Woman fliegt über Gotham und schreibt mit Rauch „I LOVE BATMAN“ in die Luft. Kurz darauf erscheint Batgirl und macht darauf „ONLY I LOVE BATMAN – BATGIRL“ draus. Es beginnt der Kampf der Liebestollen. Batman muss mit dem Whirlybat dazwischengehen und dann sogar Batgirl vor einem Sturz retten. Die beiden benehmen sich wie zwei verrückte Waschweiber.

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Wonder Woman setzt Batman ein Denkmal aus Gold. (DC Comics)

Batman erteilt beiden eine Abfuhr: „We’d make an incongruous pair!“, sagt er zu Wonder Woman, und zu Batgirl: „It wouldn’t be a match!“ Dessen völlig ungeachtet beginnt ein Wettbewerb um Batmans Gunst – die Presse schaut zu. Wonder Woman schleppt Schätze heran, Batgirl schenkt ihm ein pinkes Batmobil, Wonder Woman fertigt eine Batman-Statue in Überlebensgröße aus Gold an, Batgirl schenkt ihm ein neues Cape. Beide kaufen ihm einen mit Diamanten besetzten Allzweckgürtel.

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Fataler Kuss: Wonder Woman entbrennt für Batman. (DC Comics)

Derweil geht Copperhead einkaufen, ohne zu bezahlen: im Museum. Batman wird sofort alarmiert, er eilt hin, aber da ist die Schlange schon weg, ohne den Helm gestohlen zu haben. Da wird klar: Das ganze Theater mit den Heldinnen war bloß inszeniert, um den Dieb in falsche Sicherheit zu wiegen. Zurück bei den Frauen, geht der Wahnsinn wieder von vorn los – und zwar schlimmer als zuvor. Denn als Wonder Woman Batman küsst, entbrennt sie wirklich in Liebe für ihn und Batgirl wird eifersüchtig. Sie lassen ihn nicht mehr weg. Copperhead nutzt seine Chance und klaut Montezumas Helm.

Während die Frauen weiterkämpfen, hört der Schurke, dass Batgirl ihre Geheimidentität und die von Wonder Woman irgendwo aufgeschrieben hat. Er eilt zum Versteck, WW folgt ihm, vernichtet die Beweise, dann betäubt er sie mit Schlangengift, später knockt er auch Batgirl aus. Batman wird im Kampf ebenfalls vergiftet, er kann gerade noch so den Gegner ausschalten. Dann rettet Batgirl ihrem Geliebten mit einem Gegengift das Leben.

Die Sache mit der Liebe haben sich die beiden Furien auf der letzten Seite anscheinend aus dem Kopf geschlagen. Als die Arbeit getan ist, düsen sie ab und bieten noch ihre Hilfe für weitere Abenteuer an. Aber Batman sagt höflich: „I know, but I’ll call you, girls — don’t you call me!“

Die Frauen haben sich also mit dieser peinlichen Aktion wenigstens halb bewährt. Den Bechdel-Test haben sie nicht bestanden.

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Clayface wird zu Batman – und andersrum

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DC Comics

Titel: The Secret of Clayface’s Power

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Detective Comics #312)


Ein Déjà-vu: Wieder bricht Matt Hagen aus dem Knast aus, wieder verwandelt er sich in Clayface, wieder geht er auf Beutezug. Diesmal beginnt er – sehr passend – als Raubvogel. Und dann: als Batman! Clever, darauf hätte man früher kommen können, zuletzt hatte es nur zu einer Riesenfledermaus gereicht (Detective Comics #304), jetzt gibt er sich als Batman aus, marschiert in eine Bank, fingiert eine Bombendrohung und spaziert mit einem Koffer voller Geld raus.

Zum Glück ist gerade das Dynamische Duo in der Gegend (immer diese Zufälle!) und der wahre Batman kann dem Betrüger einen rechten Haken verpassen. Dann mutiert Clayface zu einem Riesenhummer und fliegt als Pterodactylus (Flugsaurier) mit der Beute davon.

Nächster Coup: mal wieder ein Kunstraub. Clayface verbündet sich mit einem Komplizen, der sich als Bildhauer ausgibt und eine falsche Statue an eine Sammlerin verkauft. Die Statue zeigt einen „man of mars“, ein sechsarmiges Monster. Kaum ist es Teil der Sammlung, will Clayface etwas Wertvolles mitgehen lassen, aber da eilen schon die Helden herbei. Clayface wird zu einem großen Kugelfisch und dann zu einem Riesenbohrer, bevor er wieder abhaut – zurück zur Zaubergrotte, die ihm seine Kräfte für 48 Stunden verleiht.

Kampf der Formwandler

Als Batman ihm folgt, fallen beide hinein und – analog zum Beginn – bekommt Batman Clayfaces Kräfte. Dann wird es richtig wild: Clayface wird zu einem T-Rex, Batman zu einem Pogo-Stick (!), Clayface zu einem Elefanten, Batman  zu einem Stachelschwein, Clayface zu einem Batarang (!) usw., bis nicht mal Robin mehr durchblickt, wer wer ist, als ein Nashorn auf einen Eisbären zurennt. Der Eisbär wird zum Baumstumpf, ein anderer Baum bekommt plötzlich einen Arm und knockt Clayface aus.

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Kampf der Formwandler: Clayface gegen Batman. (DC Comics)

Die Erklärung ist höchst interessant: Batman ist in den Wald geflohen, verwandelte sich in eine Kreissäge, formte blitzschnell aus einem Baum einen Eisbären, verwandelte sich selbst in einen Baum und wartete, bis Clayface in seiner Nähe war …

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Batman als Stachelschwein, Clayface als Elefant und Batarang. (DC Comics)

Dann ist ja alles klar. Matt Hagen geht zurück in den Knast, die Grotte mit dem Zauberschlamm wird versiegelt und das war’s dann mit Clayface. Aber nein: Matt Hagen hat noch eine Flasche mit dem Zeug versteckt. Na gut, dann bis zum nächsten Mal!

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Dieser Baum haut Clayface um. (DC Comics)

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Drachentöter in Barcelona

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DC Comics

Titel: Batman in Barcelona: Dragon’s Knight

Autor/Zeichner: Mark Waid/Diego Olmos

Erschienen: 2009 (One-shot), Paperback 2010 (Batman International)


Bei manchen Comics hat man den Eindruck, dass nicht so sehr eine interessante Idee für eine Geschichte im Vordergrund stand, sondern lediglich der Wille zu einem Ort. Ähnlich wie James Bond reist auch Batman immer wieder zu exotischen Schauplätzen rund um die Welt, er war etwa schon in Schottland und in Hong Kong, 2009 war eben Barcelona an der Reihe. Wahrscheinlich, um spanische bzw. katalanische Fans zu gewinnen.

Denn die Story dahinter ist dünn: Killer Croc flieht aus Arkham Asylum. Sein Blut verrät, dass er unter dem Einfluss einer Droge von Scarecrow und Mad Hatter stand. Offenbar ist er jetzt noch gefährlicher, da verrückt. Die beiden Schurken haben Croc eingeredet, er habe ein Ziel, nämlich der wiedergeborene Drache zu sein, den einst Sankt Georg getötet hat. (Warum? Wohl nur zum Spaß.) Croc hat sich daraufhin vorgenommen, sich an dem Ritter zu rächen und ist nach Katalonien gereist, da Georg der Schutzpatron des Landes und der Stadt Barcelona ist.

Croc hätte genauso gut nach Albanien, Äthiopien, England, Litauen, Malta, Montenegro, Portugal, Serbien, Sizilien oder Russland fahren können, aber es ist eben Barcelona geworden. Vielleicht, weil es dort auch ein Volksfest Georg zu Ehren gibt. Um die Aufmerksamkeit des Ritters auf sich zu ziehen, tötet er Frauen. Also düst Batman hinterher, macht als Bruce Wayne ein wenig Sightseeing (wie schon in Schottland), trifft eine alte Bekannte wieder, die er versetzt, und kämpft gegen den „Drachen“ Killer Croc.

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Wie einst Georg und der Drache: Batman gegen Killer Croc. (DC Comics)

Wie gut, dass sich der Gegner ein paar Sehenswürdigkeiten als Schauplätze aussucht: das Hospital de Sant Pau, die Ramblas und am Ende klettert er auf die Basilika Sagrada Família, die man auch auf dem Cover von Jim Lee sieht. Im Finale sieht man dann Batman auf einem Motorrad, dem modernen Pferd, und bewaffnet mit einem Speer auf Croc zujagen, drei immer größer werdende Panels werden dafür verwendet, und weil das ikonografische Zitat so schön ist, darf Batman schließlich Croc noch einmal mit einem Schwert abstechen – eine weitere Splash Page, noch eine Seite des dünnen Heftes gefüllt.

Die Auflösung (ACHTUNG SPOILER): Killer Croc hat nur so getan, als wäre er verrückt! Und Bruce Wayne tut nur so, als wäre er oberflächlich und unzuverlässig, denn er hat seine Bestimmung längst gefunden: Drachentöten. Entwicklung? Erkenntnis? Mehrwert? Batman und damit auch wir waren mal in Barcelona. Die Tourismusbehörde wird es DC danken.

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80 Jahre Wonder Woman: Comics zum Jubiläum

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DC Comics

Am 21. Oktober 1941 erschien All-Star Comics #8, darin zum ersten Mal: Wonder Woman. Neben Superman und Batman ist sie die dritte der großen Drei von DC Comics. Längst ist sie nicht nur eine Ikone, sondern auch ein Vorbild für Mädchen und Frauen, mit Gal Gadot ist sie fürs Kino verewigt und damit einem noch breiterem Publikum bekannt. DC feiert das 80-jährige Jubiläum der Amazonenprinzessin mit einer Reihe von Neuerscheinungen.

Wie auch schon bei Superman und Batman üblich, gibt es eine Anthologie mit (80 Years of the Amazon Warrior) mit den (angeblich) besten und wichtigsten Storys (erscheint am 14. September). Erfreulicherweise ergänzt sich der Band gut mit dem Jubiläumsband, der vor fünf Jahren erschien. Außerdem erscheint am 5. Oktober ein Special mit Kurzgeschichten: Wonder Woman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular. Zu den Autoren zählen Becky Cloonan, Michael W. Conrad, Jordie Bellaire, Mark Waid, Tom King, Steve Orlando, G. Willow Wilson, Amy Reeder, Vita Ayala und Stephanie Phillips.

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DC Comics

Aber das ist noch längst nicht alles. Am 28. September kommt eine weitere Anthologie heraus: Wonderful Women of the World würdigt weitere Role Models wie Beyoncé, Serena Williams, Ruth Bader Ginsburg, Greta Thunberg und die pakistanische Frauenrechtlerin Malala Yousafzai.

Bei DC Black Label erscheint nach Dead Earth die zweite Wonder-Woman-Miniserie: Im Dreiteiler Wonder Woman Historia: The Amazons erzählen Kelly Sue DeConnick  and Phil Jimenez von der Entstehung der Amazonen durch die griechischen Göttinnen. Das erste Heft erscheint am 19. Oktober.

Und dann ist da noch das monatliche Seriengeschäft: Die übergroße Ausgabe Wonder Woman #780 (12.10.) handelt von Dianas Rückkehr nach den Ereignissen von Death Metal, in dem sie eine Schlüsselrolle gespielt hat. Die neue Königin von Themyscira, Nubia, bekommt ihre eigene Serie ab dem 5. Oktober. Derzeit erscheint auch die Anthologieserie Wonder Woman Black & Gold, die am 26.10. ihre fünfte und vorletzte Ausgabe bekommt (analog zu Batman Black and White und Harley Quinn: Black and White and Red).

Für junge Leserinnen gibt es eine neue Ausgabe der Serie Wonder Girl (26.10) sowie Wonder Woman: Adventures of Young Diana Special (12.10.). Am 19. Oktober bringt DC zudem drei Gratis-Comics heraus: Wonder Woman #1 von Greg Rucka and Liam Sharp enthält das erste Kapitel der Rebirth-Storyline „The Lies“, darüber hinaus erscheinen weitere Auszüge aus eigenständigen Werken: Wonder Woman: Tempest Tossed und Diana Princes of the Amazons.

Ferner kommen neue Sammelausgaben von Miniserien heraus:

  • Wonder Woman: Agent of Peace Vol. 1: Global Guardian (#1-10): 21.9.
  • Sensational Wonder Woman (#1-6): 5.10.

Das Batman-Projekt widmet sich bald Wonder Womans Anfängen in ihren ersten Abenteuern der 40er und den Team-ups mit Batman in der Serie The Brave and the Bold.

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Joshua Williamson übernimmt Batman-Serie

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Batman #117-118 (DC Comics)

Das Aus kam überraschend: James Tynion IV hört als Autor der Serie Batman mit Ausgabe #117 auf. Fear State wird also seine letzte Batman-Storyline sein. Tynion verlässt damit auch DC Comics, um sich auf seine eigenen Comic-Kreationen zu konzentrieren. Er hat einen Exklusivvertrag mit Substack, einer Plattform für bezahlten Newsletterversand, abgeschlossen und vertreibt seine Comics künftig darüber.

Der 33-Jährige, der seit zehn Jahren für DC arbeitet, hat die Flaggschiff-Serie von Tom King übernommen und über 30 Ausgaben geschrieben, darunter den Joker War. Zuvor hat er 50 Ausgaben für Detective Comics verfasst sowie an Batman Eternal und Batman & Robin Eternal mitgeschrieben. Für seine Arbeit wurde er in diesem Sommer mit dem Eisner-Award geehrt.

Sein Nachfolger bei Batman wird Joshua Williamson, wie der Autor auf Twitter verkündet. Seine erste Storyline wird „Abyss“ (Abgrund) heißen, nach dem neuen Schurken, um den es gehen soll. Das Cover zu Batman #119 zeigt eine Gestalt mit Maske, Kapuze und Sense, was sehr an Phantasm/Phantom aus dem Zeichentrickfilm erinnert. Die Figur verwendet gerade Tom King in Batman/Catwoman wieder. Gezeichnet wird die Story von Jorge Molina. Er verleiht Batman wieder das gelbe Oval auf der Brust, das mit den 90ern verschwand und vorübergehend z.B. in Doomsday Clock wieder zu sehen war.

Williamson war bereits Autor der Serien The Flash (The Button) und Batman/Superman (#1-15). Derzeit erscheinen von ihm Robin und das Event Infinite Frontier.

Clayface wird zur Fledermaus

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DC Comics

Titel: The Return of Clayface

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1962 (Detective Comics #304)


Matt Hagen hat versprochen zurückzukehren, nun ist er aus dem Knast ausgebrochen. Der zweite Clayface (erstmals erschienen in Detective Comics #298, 1961) sucht erneut die geheime Grotte auf, in der ein verzaubertes Schlammbecken ihn zum Formwandler macht – aber nur für 48 Stunden. Fürs Erste genug, um sich neue Reichtümer zu verschaffen. Clayface wird zum Hai und schwimmt in die Stadt, um Gehälter einzusacken, die er sich nicht verdient hat. Die Symbolik ist offensichtlich: Es geht um reine Gier.

Zufällig fahren Batman und Robin vorbei. Batman versucht, Clayface mit dem Bat-Seil einzufangen – nicht sehr schlau, Herr Detektiv. Clayface entschlüpft ihm aber nicht, sondern verwandelt sich in einen Riesenkreisel und wirbelt Batman ins Hafenbecken. Dann wird er zum Pegasus und fliegt mit 60.000 Dollar davon – Startkapital, um sich ein Haus zu kaufen und wie ein reicher Mann zu leben. Eine wilde Phantasie hat der Mann auf jeden Fall.

Heuschrecke klaut Rembrandt

Eine Woche später ist Batman immer auf der Suche nach dem Schurken, kann nicht schlafen. Als Bruce Wayne entspannt er sich im exklusiven Pharaoh-Club, wo ihm Professor Colton einen Freund vorstellt: John Royce. Ein anderes Clubmitglied namens Phipps bekommt einen Rembrandt nach Haus geliefert. Bruce schaut bei ihm vorbei, doch dann entpuppt sich Phipps als Clayface. Bruce zieht sich um, schießt mit einer Eiskanone, doch ohne Wirkung – Clayface wird zur Riesenheuschrecke und haut mit dem Rembrandt ab.

Später täuscht der Schurke ihm auch noch vor, John Roye zu sein. Er hält Professor Colton im Keller gefangen, um das Geheimnis des Schlamms („Protoplasma“) zu lösen. Batman und Robin befreien ihn. Clayface taucht auf und verwandelt sich in eine riesige Fledermaus – Batman soll mit seinem eigenen Symbol geschlagen werden. Doch Batman hat seine Eiskanone dank des Zauberschlamms verbessert und kann den Schurken auf Eis legen, bis der wieder im Knast auftaut.

Beim nächsten Mal, verrät uns der Held, wird der Trick aber nicht mehr klappen.

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