Superman stirbt (zum ersten Mal)

DC Comics

Titel: The Death of Superman

Autor/Zeichner: Jerry Siegel/Curt Swan

Erschienen: 1961 (Superman #149), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years)


„At last!!“ (Lex Luthor)

Superman ist nicht erst 1992 beim Kampf mit Doomsday gestorben. Schon 31 Jahre früher hat sein Schöpfer Jerry Siegel seinen Tod durchgespielt – als „Imaginary Tale“, eine Art Vorläufer der Elseworlds-Geschichten, die außerhalb der regulären Continuity spielten. Bemerkenswert ist, wie konsequent diese Idee durchgespielt wird.

Allein der Plan dahinter könnte teuflischer nicht sein: Lex Luthor findet im Knast einen Steinbrocken, der sich als „Element Z“ herausstellt. Luthor überredet den Gefängnisdirektor, das Labor benutzen zu dürfen und entwickelt ein Heilmittel gegen Krebs. Alle sind skeptisch, aber Luthor hat offenbar nur die besten Absichten – selbst Superman wird überzeugt und mit seiner Hilfe kommt Luthor frei.

Superman wird daraufhin sogar zu Luthors Bodyguard, denn ständig versuchen ihn Gangster zu erledigen, weil Luthor sich weigert, Superman für sie zu töten. Lex kriegt sogar eine Signaluhr wie Jimmy Olsen, schließlich – als alles nichts nützt – baut Superman ihm sogar eine Station im Weltall, damit er ungestört forschen kann.

Und dann kippt alles. Luthor lockt Superman in die Falle, bestrahlt ihn mit Kryptonit und tötet ihn. Supermans Freunde Lois, Jimmy und Perry White müssen dabei zusehen. Lex will daraufhin die Welt beherrschen.

Alles trauert um Superman: Helden, Freunde, Leute aus der ganzen Welt und des Universums. Supergirl nimmt Lex Luthor fest und bringt ihn in die Flaschenstadt Kandor, wo Luthor verurteilt wird, ihn die Phantomzone verbannt zu werden. Luthor bietet der Stadt noch an, sie wieder auf Normalgröße zu bringen, wenn sie von der Vollstreckung des Urteils absehen, aber Kandorianer machen keine Deals mit Mördern. Lex wird verbannt. Und Superman bleibt tot. Ohne Hintertür. (Außer dem Hinweis, dass es nur eine Imaginary Story ist.)

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Neues von Batman und Superman beim „DC Black Label“

DC hat eine neue Reihe von Comics angekündigt, in der bekannte Autoren und Zeichner Storys außerhalb der Continuity erzählen: DC Black Label. Im August soll es losgehen mit dem bereits erwähnten Superman: Year One von Frank Miller und John Romita Jr., einem Dreiteiler über die Anfänge des Helden.

Zu der ersten Welle von Comics gehören neben zwei Wonder Woman-Comics auch zwei Batman-Comics: Last Knight on Earth von Scott Snyder und Greg Capullo sowie Batman: Damned von Brian Azzarello und Lee Bermejo, die zusammen bereits Batman/Deathblow und Joker gemacht haben (von Bermejo stammt auch Batman: Noel).

Während Last Knight on Earth in einem postapokalyptischen Szenario spielt, in dem Batman in der Wüste aufwacht und den sprechenden Kopf des Jokers in einem Glas mit sich herumträgt, trifft Batman in Damned auf Constantine. Erscheinungsdaten wurden bislang nicht genannt.

Unter dem Black Label erscheint auf The Other History of the DC Universe von John Ridley (12 Years A Slave), in der es um Figuren wie John Stewart, Extraño, Vixen, Supergirl, Katana und Rene Montoya geht, die Minderheiten vertreten. Diese Miniserie ist für Winter 2018 angekündigt.

Überdosis schützt vor Rückenleiden

Fällt immer mit der Tür ins Haus: Bane.

Titel: Bane

Drehbuch: Mitch Brian

Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series, S02E10)


„Er hat meinen Wagen ruiniert, Alfred. So etwas regelt man unter Freunden am besten persönlich.“ (Batman)

Ein Jahr nach dem Knightfall, als Bane Batmans Rückgrat gebrochen hat, tauchte der Schurke schon in der Zeichentrickserie Batman: The Animated Series auf. Allerdings in einer entschärften Variante und ohne weitgehende Folgen für Batman.

Ein Fall für die Vollkasko.

Bane ist hier ein Auftragskiller, der für den Gangsterboss Rupert Thorne Batman ermorden soll. Preis: fünf Millionen Dollar in Diamanten. Zunächst nimmt er sich (wie im Comic) Killer Croc vor, um zu Batman zu gelangen. Croc landet mit gebrochenem Arm und Bein im Knast. Statt daraufhin Batman anzugreifen, zerlegt Bane zunächst eigenhändig das Batmobil. Es muss ja noch spannend bleiben.

Frankensteins Supersoldat: Banes Erschaffung.

Batman findet heraus, dass Bane aus einem Gefängnis für Lebenslängliche (Pena Dura) ausgebrochen ist, wo an ihm ein Serum für Supersoldaten ausprobiert worden war.

Kann nicht gesund sein: Bane auf Droge.

Der Zweite, der mit Bane konfrontiert wird, ist Robin. Der Sidekick schlägt sich zwar zunächst ganz gut, wird aber schließlich von Bane entführt. Batman verfolgt ihn auf ein Schiff von Thorne, wo es endlich zum Zweikampf kommt. Die Bewegungen erinnern sehr an einen Wrestling-Kampf, was bei Banes Aufmachung natürlich naheliegt. Batman schießt ihn über Bord, aber der kehrt zurück.

Batman hat Rücken.

Bane ist der überlegenere Kämpfer, aber Batman weigert sich, aufzugeben. Schließlich kommt es zu der Variation der ikonischen Szene, in der Bane Batman übers Knie legt. Aber bevor Batmans Rücken Schaden nehmen kann, überlädt der Held die Venom-Zufuhr und Bane erleidet eine Überdosis. Alles noch mal gut gegangen.

Finger weg von Drogen …

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Knightfall #5: Broken Bat

Bane bricht Batman in Knightfall. (DC Comics)

Bane befreit alle Insassen aus Arkham Asylum und in Gotham bricht das Chaos aus. Der angeschlagene Batman nimmt sich einen nach dem anderen vor: Mad Hatter, Ventriloquist (Bauchredner), Szasz, Firefly, Poison Ivy und noch ein paar Zweitligisten. Helfen lassen will er sich nicht, aus falschem Stolz heraus meint er, alles allein zu schaffen. So denkt übrigens auch Bane, der Batman für sich haben will, nur dass der besser in Form ist (auch dank der Droge Venom) und Hilfe von Handlangern in Anspruch nimmt. Joker und Scarecrow verbünden sich, entführen den Bürgermeister Krol und lassen ihn unter Einfluss von Angstgas noch mehr Unheil stiften. Auch die Polizei kommt nicht mehr hinterher. Am Ende, als Batman den Bürgermeister gerettet hat, steht Batman noch erschöpfter da als am Anfang. Dann lässt Bane auch noch seine Schergen Trogg, Zombie und Bird auf ihn los. (Zwischendurch wird noch Robin von Bane gefangen genommen, nachdem er sich befreit hat, überwältigt er den Riddler.)

Man fragt sich: Was soll noch alles passieren? Kann es noch schlimmer werden? Ja, es kann: Bane will Batman brechen. Und beim Showdown in der Bathöhle passiert genau das. Das Finale ist dramatisch und furios: Alfred ist sein erstes Opfer, dann schlägt er Batman das letzte Bisschen Lebenskraft aus dem Körper und bricht ihm schließlich das Rückgrat. Dabei zerlegt Bane einige Symbole aus Wayne Manor und der Bathöhle, die alte Uhr, die Vitrine, in der Jason Todds Robin-Kostüm aufbewahrt wird, er lässt den Riesenpenny auf Batman fallen.

Nicht von ungefähr wurde der finale Stoß so ikonisch, dass er in den folgenden Jahren totzitiert wurde:

Azrael #37, Detective Comics #740, Batman: The Dark Knight #6. (DC Comics)

Aber auch über die Cover hinaus scheint es kaum einen Auftritt von Bane zu geben, bei dem er nicht jemanden übers Knie legt – oder selbst den Rücken gebrochen bekommt. Im Jahr 2012 wurde das Comic-Ereignis in The Dark Knight Rises verfilmt. Noch in I Am Suicide (DC Rebirth) springt er zunächst Batman ins Kreuz, dann revanchiert sich Catwoman mit der gleichen Geste. Bei aller Liebe zur Tradition und Verehrung für Figur: Dadurch nutzt sich die ikonische Szene zum Klischee ab.

Aber zurück zum Ursprung: Für Batman wird Bane zu einem Trauma so wie einst der Mord an seinen Eltern oder der Verlust von Jason Todd. Interessant ist, dass Bane im Gegensatz zu anderen Schurken keine Vorgeschichte mit Batman hat. Er ist einfach plötzlich da und rücksichtslos macht er Batman fertig, zuerst psychisch und dann körperlich, ohne persönlich einen Groll gegen ihn zu hegen. Bane hat schlimmer gelitten als Bruce Wayne und hat sich selbst daraus befreit, er ist ebenso besessen, er ist im geistig ebenbürtig und körperlich überlegen. Bane verkörpert damit die reine Willkür des Bösen und steht auch für Batmans Machtlosigkeit. So kommt es zur ultimativen Demütigung. Batman zu töten wäre zu einfach, deshalb lässt Bane ihn als gebrochenen Mann leiden. Ein denkwürdiges Stück Comic-Geschichte.

Knightfall: Broken Bat (Batman #491-497, Detective Comics #659-663) ist vollständig im Paperback Knightfall Vol. 1 enthalten sowie in Knightfall Bd. 1 von Panini.

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SubZero und Batman Ninja auf Blu-ray

Der Animationsfilm Batman & Mr Freeze: SubZero (dt. Eiszeit) wird laut Warner Bros. am 27. März 2018 in den USA auf Blu-ray erscheinen. Der 1998 erschienene Film ist der zweite, der sich an Batman: The Animated Series anschließt. Der erste, Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom, 1993), ist im im vergangenen Jahr auf Blu-ray herausgekommen. Eine deutsche Veröffentlichtung beider Filme ist noch nicht angekündigt. Der dritte Film, Mystery of the Batwoman (dt. Rätsel um Batwoman), ist bereits seit Jahren auf Blu-ray verfügbar – allerdings nicht in einer deutschen Fassung.

Der 67-minütige SubZero wird als Bonus unter anderem auch die vier Mr. Freeze-Folgen aus der Serie bzw. aus dem Animated Universe enthalten: „Heart of Ice“, „Deep Freeze“, „Cold Comfort“, „Meltdown“ (Batman Beyond). Damit werden mehr als 80 Minuten geboten, die zusammen mit dem Film eine mehr als zweistündige Saga bilden. Allerdings sollen sie nur in „Standard-Auflösung“ scheinen, heißt es in der Produktbeschreibung. Das ist insofern bedauerlich, als dass in diesem Jahr, so jedenfalls die Ankündigung, die Animated Series ebenfalls auf Blu-ray erscheinen soll.

Außerdem gibt es einen Starttermin für den ersten DC-Anime: Batman Ninja soll am 8. Mai 2018 in die Läden kommen. Auch dieser Film wurde noch nicht für Deutschland angekündigt.

Superman liebt eine Meerjungfrau

DC Comics

Titel: The Girl in Superman’s Past

Autor/Zeichner: Bill Finger/Wayne Boring

Erschienen: 1959 (Superman #129), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years)


Vor Lois Lane und nach Lana Lang gab es noch eine andere Frau in Supermans Leben: Lori Lemaris. Zunächst erschien sie ihm als Kommilitonin im Rollstuhl, stellte sich aber schnell als Meerjungfrau heraus. Superman will sie sogar heiraten und seine Superheldenrolle für sie aufgeben, aber es kommt ganz anders.

Es beginnt auf dem Campus: Clark Kent rettet sie einmal, als sie einen Abhang hinunterrast, dann noch einmal aus dem Wasser, aber das scheint nur so, denn sie ist ja in ihrem Element und redet mit einem Riesen-Octopus.

Daraufhin träumt der frisch verliebte Clark davon, sie durchs Weltall zu fliegen, ihr Porträt in einen Berg zu meißeln und eine Musikkapelle rund um die Welt zu transportieren, die ein Liebeslied spielt, das er selbst komponiert. Hals über Kopf gesteht er ihr seine Geheimidentität – aber Lori weiß es längst. Kurz verdächtigt er sie der Spionage, aber als ein Damm bricht und Lori ihre Schwanzflosse zum Einsatz bringt, erklärt sie ihm, dass sie aus Atlantis stammt.

Und dann ist sie weg. Und Clark ist wieder allein, allein. Warum, wird nicht ganz klar. Lori muss halt zurück zu ihren Leuten. War mehr oder weniger nur ein Studentenaustausch. Wenn auch nur einseitig, um zu sehen, was die Leute an der Erdoberfläche so treiben. Was sie herausgefunden hat und inwiefern das für ihr Volk von Interesse ist – man erfährt es nicht. Im Grunde war sie also doch eine Spionin! Aber wer will es schon so genau nehmen, wenn Liebe im Spiel ist …

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DC Nation #0: Vorschau auf Batman, Superman und „No Justice“

DC Comics

Drei Tage vor dem Free Comic Book Day, am 2. Mai, kommt DC Nation #0 heraus, ein 32-seitiges Comicheft, das eine Vorschau auf drei kommende Höhepunkte bietet: Batman #50, die Mini-Serie Man of Steel von Brian Michael Bendis und Scott Snyders vierteilige Miniserie Justice League: No Justice. Bei Batman kehrt der Joker zurück und macht seinem Erzfeind und Catwoman wieder das Leben schwer. Die Superman-Geschichte, die als Prequel zu Man of Steel dienen soll, von Bendis soll von José Luis García-López gezeichnet werden.

DC Nation #0 soll im US-Handel 25 Cent kosten, zum digitalen Download wird es kostenlos angeboten. Das Heft soll am 6. Juni als Promo-Magazin fortgeführt werden.

Justiz mit dem Holzhammer

Richter mit Hammer

Titel: Judgment Day (dt. Der Richter)

Drehbuch: Rich Fogel, Alan Burnett

Erschienen: 1999 (The New Batman Adventures S01E24)


„Ich bin das Gesetz.“ (Der Richter)

Die letzte Folge von Batman: The Animated Series (bzw. The New Batman Adventures, wie die dritte Staffel heißt) führt einen neuen Gegner ein: den Richter. Ein gesichtsloser Unbekannter mit weißer Perücke und schwarzer Robe, der andere Schurken zur Rechenschaft zieht. Der Pinguin bekommt das Schwert zu spüren, Killer Croc den Hammer, Two-Face wird zum Erstickungstod verurteilt. Zwei Mal kann Batman das Schlimmste verhindern.

Richter mit Schwert

Der Richter hat Batmans Talent, aus dem Nichts aufzutauchen (auch auf einem fahrenden Auto) und eben dorthin wieder zu verschwinden (auch von einem Brückenpfeiler aus), er bekommt das Wohlwollen eines Staatsanwalts, der die lasche Gesetzgebung kritisiert, aber konsequent ist der Vigilant nicht. Denn keiner der Verurteilten wird hingerichtet. Auch wenn Batman nicht eingreift: Der Pinguin landet nur im Krankenhaus, ähnlich glimpflich kommt der Riddler davon. Na gut, wir haben es immer noch mit einer Kinderserie zu tun. Und auch im Comic dürfen die Erzschurken nicht draufgehen – man braucht sie noch.

Die Auflösung liegt nahe, ist aber gelungen, denn hier wird ein tragischer Charakter konsequent weiterentwickelt. Da macht es auch nichts aus, dass das Richter-Konzept stark an das Phantom aus dem ersten BTAS-Film, Mask of the Phantasm, erinnert.

Two-Face in Arkham

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Knightfall #4: Das zweite Vorspiel

Bevor wir endlich zum eigentlichen Knightfall-Epos kommen, schauen wir uns noch zwei Vorgeschichten an, die in Detective Comics #654-658 (1992 – 1993) erzählt werden. Auch diese waren bisher nicht im Paperback gesammelt worden und sind erstmals im Knightfall Omnibus Vol. 1 enthalten (einzeln kann man sie auch digital bei Comixology bekommen). (UPDATE: Diese Kapitel sind 2018 im US-Paperback Prelude to Knightfall erschienen.)

Die ersten drei Ausgaben handeln von Ulysses Hadrian Armstrong, einem Jungen, der aus einer Militärakademie ausbricht, um einen Bandenkrieg in Gotham zu starten. Ulysses wird von seinen Mitschülern geschlagen, Trost findet er in Büchern über Kriegsstrategien und nachdem er alles gelesen hat, fackelt er die Bibliothek samt Schule ab. Im Gotham arbeitet er sich in einer Gang hoch, indem er sie an Waffen kommen lässt, lässt sich „General“ nennen und übernimmt andere Gangs – dabei geht er über Leichen. Schließlich stürmt er das Polizeipräsidium, um an noch mehr Waffen und an Drogen zu kommen.

Batman hat mit dem Jungen leichtes Spiel. Dennoch bricht er nach dem Einsatz erschöpft zusammen. Alfred zwingt ihn dazu, mehr Zeit als Bruce Wayne zu verbringen, aber auch da gibt es wieder etwas zu tun: er muss sich gegen Industriespionage wehren. Erst brechen Diebe bei Waynecorp ein, dann wird Lucius Fox von einem Mann (Cypher) bedroht, der ihn mit Psycho-Manipulation in den Suizid treiben will. Bruce Wayne muss wieder Batman werden, aber wie gut, dass Robin und Azrael ihm helfen.

DC Comics

Gegenüber den Batman-Ausgaben, die den ersten Teil des Vorspiels bilden, bleiben die Detective-Kapitel entbehrlich. Zwar ist die erste Story um den jungen General spannend erzählt, es geht ziemlich brutal zur Sache und es gibt auch ein zynisches wie verstörendes Ende. Aber weder diese noch die andere Story fügen der Rahmenhandlung etwas Wesentliches hinzu. Batmans Burnout ist nur am Rande Thema, im Grunde ist er hier noch ziemlich handlungsfähig. Es wirkt eher so, als hätte Lucius Fox wieder Urlaub nötig: Nach der Entführung durch Black Mask ist es das zweite Mal kurz hintereinander, dass er einem Verbrecher zum Opfer fällt.

Azrael erweist sich in Finale zwar als Retter in letzter Sekunde, aber auch als unberechenbarer Psycho, der Batman nicht gehorcht und Einbrecher mit einer Kettensäge traktieren möchte. Wir sehen auch kurz Bane, der Batman aus sicherer Entfernung beobachten lässt und beschließt, dass jetzt Schluss mit lustig ist. Davon später mehr.

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Per Zufall nach Krypton

DC Comics

Titel: Superman’s Return to Krypton

Autor/Zeichner: Jerry Siegel/Wayne Boring

Erschienen: 1960 (Superman #141), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years)


„… it all seems like a strange, incredible dream!“ (Superman)

Krypton ist Geschichte, zerstört, erledigt. Nur noch eine Erinnerung. Aber es ist einfach zu verlockend, es auf sich beruhen zu lassen. Also gibt es Rückblenden. Immer wieder dieses Bild: die Rakete, die von einem explodierenden Planeten startet, um den letzten Überlebenden auf die Erde zu retten. Superman durfte es mal selbst mitansehen. Aber er war unsichtbar und konnte nichts ausrichten. Jahre später reiste er wirklich zurück. Und die Story liest sich so surreal wie eine Kette von Träumen – oder wie ein wilder Trip auf Halluzinogenen.

Superman erforscht im All ein außerirdisches Wesen, das so groß und rund ist wie ein Planet, aber ausgestattet mit Extremitäten und einem Rüssel. Als der Mann aus Stahl dem Alien folgt, durchbricht er aus Versehen die Zeitbarriere, reist in die Vergangenheit und landet auf Krypton. Die rote Sonne raubt ihm die Kräfte. Bald darauf findet er sich auf dem Set eines Science-Fiction-Films wieder und wird wegen seines Kostüms für einen Schauspieler gehalten. Dass er weder im Drehbuch noch im Drehplan steht, scheint niemanden zu kümmern. Superman spielt einfach mit. Der Film ist aber so realistisch, dass ein echtes Raumschiff verwendet wird …

Ähnlich abgedreht geht es immer weiter. Aber zum Kern der Story: Superman trifft seine Eltern. Und er verliebt sich in eine Schauspielerin, die – wie Superman es schon vermutet – die Initialen L.L. trägt: Lyla Lerrol. Superman verliebt sich so sehr in sie, dass für ihn das Universum erst jetzt Sinn ergibt, er will sie sogar heiraten und mit ihr auf dem todgeweihten Planeten sterben. Aber das alles nur so lange, bis sich für den Zeitreisenden eine Gelegenheit bietet, sich zu verdrücken und zur Erde der Gegenwart zurückzukehren. Das geht dann auch so schnell und unemotional wie die Ankunft …

Krypton entfaltet sich als surreale Kulisse: Wir sehen ein Tal der Regenbogen, Juwelenberge, Goldvulkane, doppelköpfige Löwen-Paarhufer, Künstler, die Bilder mit Gedankenkraft herstellen. Superman lernt im Schlaf, wie man Raketen konstruiert, baut einen Roboter, der Stahl verbiegen kann, und verhilft mit einem Gewehrschuss durchs All seinen künftigen Zieheltern dazu, zusammenzukommen. (Als wären sie es sonst nicht.)Erst dann stellt sich die Frage für Superman, ob er das Schicksal ändern kann. Kann er nicht. Versucht es trotzdem. Aber dann kommt Brainiac dazwischen, der Kandor klaut. Und noch eine Verkettung weiterer, absurder Zufälle, die ihn zurückbringen.

Puh … was für ein Trip! Superman kommt es vor wie ein Traum. Und da alle Handlung ohne Wirkung bleibt, war es am Ende wohl auch nicht mehr als das.

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