Luthor zeigt Superman seinen Jurassic Park

DC Comics

Titel: Superman versus Luthor/Luthor’s Undersea City

Autor/Zeichner: Jerry Siegel/Paul Cassidy

Erschienen: 1940 (Superman #4), Paperback 2016 (Superman: The Golden Age Vol. 2)


Der glatzköpfige Kerl auf dem Cover sieht aus wie ein alter Bekannter. Aber nein, es ist nicht Lex Luthor, der vor den zusammenfallenden Säulen davonläuft. Und auch wenn das Bild an den biblischen Samson erinnert: Es ist nicht Superman, der da einen Tempel einreißt. Die Story geht ganz anders. Aber am Ende läuft es dennoch darauf hinaus, dass Luthor die Flucht ergreift.

Die Story geht so: Zum ersten Mal in der Geschichte von Metropolis erschüttert ein Erdbeben die Stadt. Häuser fallen in sich zusammen. Offenbar aber nicht das Gebäude, in dem der Daily Planet (der hier umbenannte „Daily Star“) untergebracht ist. Clark soll eine Story darüber schreiben (seltsam, dass man das einem Reporter im Katastrophenfall, einer Breaking News-Lage, noch sagen muss). Erst dann kommt er auf die Idee, sich als Superman nützlich zu machen und Menschen zu retten.

Anschließend findet er heraus, dass das Beben von einer neuen Waffe der Armee verursacht wurde, die während eines Tests über die Stränge schlug. Clark will den Erfinder interviewen, aber der schlägt ihn bewusstlos und wirft ihn aus dem Fenster. Lösung: Es ist nicht der Erfinder, sondern einer von Luthors Schergen – der echte Wissenschaftler ist entführt. Als aus Clark Superman wird, will ihn Luthor mit einer Bombe erledigen, was natürlich fehlschlägt.

Superman beeindruckt Luthor.

Daraufhin bietet ihm Luthor, dessen Gesicht plötzlich auf einem Baumstamm erscheint, einen Wettbewerb an. Wenn seine Erfindungen Superman besiegen, muss Superman den Weg für Luthor freimachen. Superman sagt zu, ohne dass bei dem Deal für ihn herausspringt. So rennt Superman schneller als Luthors Flugzeuge, springt höher als sie, stemmt selbst die schwersten Gewichte und überlebt Granaten, Kanonenkugeln und Giftgas.

Luthor ist tief beeindruckt. Offenbar hat er vergessen, dass selbst die grünen Strahlen, die er kurz zuvor in Action Comics #23 verschossen hat, Superman nichts anhaben konnten und der Held sogar seine fliegende Festung zu Fall gebracht hat. Luthor kapituliert, lässt den entführten Wissenschaftler frei und haut ab. Superman folgt ihm zu seinem Versteck, muss einen Steinschlag und Wölfe abwehren, schließlich vernichtet er das Versteck und die Beben-Maschine – und Luthor ist spurlos verschwunden (wie schon sein Vorgänger Ultra-Humanite).

Luthor erscheint auf einer Rakete.

Doch schon in der nächsten Geschichte kehrt er zurück. Diesmal noch größer: mit einer Unterwasserstadt, Dinosauriern und einer Riesenratte. Wieder beginnt es mit einem ungewöhnlichen Naturphänomen: weltweit versiegen die Ölquellen. Als Superman rennt Clark nach Oklahoma. Eine Rakete verfolgt ihn, Luthors Gesicht erscheint darauf und warnt ihn, sich um seinen Kram zu kümmern. Aber wie kann Luthor wissen, wo Superman hin will? Woher weiß er überhaupt, wo Superman ist?

Superman vs. T-Rex: Ist das schon Tierquälerei?

Wie dem auch sei: Lois Lane kommt dazu, damit Superman jemanden zum Retten hat. Lois und Clark werden entführt, Clark befreit sie, man fliegt  zu Luthors Unterwasserstadt, die aus dem Meer auftaucht. Superman rettet Lois vor einem Flugsaurier und besagter Riesenratte, dann erklärt ihm Luthor alles in Ruhe, prahlt mit seinem Jurassic Park und bietet ihm wieder einen Deal an: Wenn Superman sich ihm anschließt, wird er bei der Unterwerfung der Welt gnädiger sein. Superman denkt drüber nach.

Superman denkt über Luthors Angebot nach.

Doch als kurz darauf Lois in einen Säuretank geworfen werden soll, ist die Bedenkzeit vorbei: Superman wirft einen Handlanger in die Säure (noch ein Toter), prügelt sich mit einem Tyrannosaurus Rex, weil Luthor das so will, am Ende fallen aber die Dinos über Luthor her, während die Armee Gasbomben über ihm abwirft.

Superman rettet Lois vor der Säure.

Bemerkenswert: Zuerst beeindruckt Superman Luthor, dann versucht Luthor Superman zu beeindrucken, um ihn auf seine Seite zu ziehen. Luthor will Supermans Anerkennung, aber er hat keine Chance. Trotzdem versucht er es. Und trotzdem spielt Superman mit. Man fragt sich aber die ganze Zeit: Warum zum Teufel macht er das? Warum packt er sich den Rotschopf nicht einfach, wie er es auch mit anderen Verbrechern macht, und liefert ihn bei der Polizei ab? Die Antwort kann man sich denken: Weil Luthor immer eine Chance braucht, um wiederzukehren.

Luthors Unterwasserstadt taucht auf.

Die Comics des Golden Age scherten sich nicht um Glaubwürdigkeit. Ihre Sache war es, das Unglaubliche darzustellen. Gerade am Anfang musste man Superman ständig Gelegenheit geben, sich als der weit Überlegene zu behaupten. Deshalb zerlegt er alles, was sich ihm in den Weg stellt mit Leichtigkeit und lässt keinen Kampf aus. Für Superman ist alles nur ein Spiel. Und in Luthor hat er einen besonderen Spielkameraden gefunden, einer der zumindest vom Anspruch her auf Augenhöhe mit ihm ist.

Mehr zum Thema:

Noch einmal The Killing Joke

 

DC Comics

Zum 30-jährigen Jubiläum bringt DC im September eine neue Luxus-Ausgabe eines Klassikers heraus: Absolute Batman: The Killing Joke. Die Hardcover-Edition bekommt einen edlen Schuber und enthält Alan Moores und Brian Bollands Comic in drei Fassungen: in der neuen als auch in der alten Kolorierung von John Higgins sowie als 128-seitiges Script zum Lesen. Als Bonus gibt es Geschichten aus Batman: Black & White #4 („An Innocent Man“), Countdown #31, Who’s Who in the DC Universe #13 sowie Cover und Skizzen von Brian Bolland. Insgesamt soll die Ausgabe 128 Seiten umfassen.

Damit gibt es bereits drei Editionen: Vor zehn Jahren erschien bereits eine 64-seitige Deluxe Edition im Hardcover (die mit neuer Kolorierung), vor zwei Jahren eine Noir-Ausgabe in Schwarz-weiß, die ebenfalls die „An Innocent Man“-Story von Bolland enthielt. Allerdings fehlte bisher in jeder Ausgabe die Vorlage für die Story: „The Man Behind the Red Hood“ (Detective Comics #168, 1951). Und ärgerlicherweise wird sie wohl auch in der Absolute-Ausgabe fehlen.

Auf dem deutschen Markt hat Panini 2016 das Buch zusammen mit der Zeichentrick-Adaption auf Blu-ray herausgebracht, 2017 folgte eine Neuausgabe in neuer deutscher Übersetzung. In der für diesen Sommer angekündigten Batman Graphic Novel Collection soll The Killing Joke ebenfalls vertreten sein. Frühere Ausgaben sind 2001 und 2008 bei Panini erschienen.

Persönliche Anmerkung: Ein alter Witz wird nicht besser, je öfter man ihn erzählt. Und dieser wirkt schon lange abgestanden.

>> Mehr Batman-Neuerscheinungen 2018

Batman, der Terminator

Batman mit Verkabelungsproblemen.

Titel: His Silicon Soul (dt. Seelen aus Silizium)

Drehbuch: Marty Isenberg, Robert N. Skir

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series S01E62)


Als Einbrecher ein Lager für Elektroteile aufsuchen, bricht plötzlich Batman aus einer Kiste aus und überführt sie. Doch etwas stimmt nicht mit ihm: Es stellt sich heraus, dass er ein Roboter ist. Das überrascht ihn selbst. Er kommt nach Wayne Manor, er erinnert sich an seine Eltern, an Alfred, aber als Alfred die Kabel aus dessen Brust hängen sieht, ist er schockiert.

Robo-Batman erkennt seinen Vater.

Nachdem der Roboter-Batman weg ist, taucht der echte Batman auf. Seine Vermutung: der falsche Batman ist ein Duplikat aus Karl Rossums HARDAC-Fabrik – allerdings müsste sie vor Monaten zerstört sein. Rossum hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen und pflanzt jetzt Gemüse an. Als sich herausstellt, dass der böse Computer HARDAC im künstlichen Batman fortbesteht und immer noch alle Menschen durch Roboter ersetzen will, kommt es zum Unvermeidlichen: Batman kämpft gegen den Roboter-Batman.

Terminator-Batman mit Schwert.

Wie schon in der herausragenden Doppelfolge Heart of Steel spielt auch diese Episode mit dem Horror von künstlichen Lebensformen. Diesmal wird Batman zu einer Art Terminator mit roten Augen, der sich sein menschlich wirkendes Gesicht nur wie eine Gummimaske über den stählernen Schädel stülpt. Am Ende ist er nur noch halbgesichtig unterwegs. Doch er ist nicht nur ein Monster, sondern ein Wesen mit einem eigenen Bewusstsein und Gefühlen. So kommt es dazu, dass Batman sich am Ende fragt, ob diese Maschine nicht vielleicht doch eine Seele hatte …

Mehr zum Thema:

Lex Luthors Vorgänger: Der Ultra-Humanite

Der Ultra-Humanite stellt sich vor.

Vor Lex Luthor gab es einen anderen Glatzkopf, der die Weltherrschaft an sich reißen wollte: der Ultra-Humanite, Supermans erster Superschurke. Er war konzipiert (wie so viele Schurken) als das Gegenteil des Helden, in diesem Fall alt und schwach, im Rollstuhl sitzend. „Super“ bzw. „ultra“ ist an ihm nur sein Verstand – auch wenn er sich nicht unbedingt klug anstellt, um seine Ziele zu erreichen. Nur in sechs Ausgaben erscheint er (Action Comics #13, 14, 17, 19-21) bis er in Heft 23 von dem Luthor abgelöst wird.

Der Ultra-Humanite fängt bescheiden an. Die erste Story, in der er auftaucht (Action Comics #13), beginnt zunächst mit ganz gewöhnlichen Kriminellen: Die Cab Protective League ist eine Erpresserbande, die andere Taxifahrer dazu zwingt, ihr gegen Gebühr beizutreten. Im Finale trifft Superman auf den weißgekleideten Greis in einer Holzhütte. Er stellt sich als Kopf einer Reihe von bösen Unternehmen vor, der sein Genie einem wissenschaftlichen Experiment zu verdanken habe. Superman, sagt er, habe bereits öfter seine Pläne durchkreuzt. Aber welche das gewesen sein sollen, bleibt offen.

Die Kreissäge zersplittert bei Superman.

Der Ultra-Humanite betäubt Superman zunächst mit einem Stromschlag und versucht ihn dann mit einer Kreissäge zu töten, aber die zerspringt, sobald sie auf seinen Kopf auftrifft. Die Helfer des Schurken bringen ihn in einem Flugzeug weg, Superman lässt es abstürzen, doch vom Ultra-Humanite findet er im Wrack keine Spur. (Dass er drei Leben auf dem Gewissen hat, scheint ihn auch nicht zu kümmern.)

Ultra-Humanite nimmt Superman gefangen.

In Action Comics #14 verläuft es ähnlich: Wieder geht es um Transportmittel, diesmal die U-Bahn. Eine Firma hat beim Tunnelbau gepfuscht. Zwei Gauner versuchen, einen Zeugen zum Schweigen zu bringen, indem sie ihn vor den Zug werfen wollen. Superman rettet ihn. Nicht, indem er – wie er es später tun würde – die Bahn aufhält, sondern indem er sich das Opfer schnappt und vor dem Zug herläuft. Superman ist zwar superstark, aber noch nicht so stark. (Fliegen kann er auch noch nicht.)

Superman findet heraus, wer dahintersteckt, erzwingt ein Geständnis vom Schuldigen und folgt den Gaunern in ihr Versteck – da verschwindet plötzlich der Fluchtwagen in die Unsichtbarkeit. Superman folgt den Reifenspuren in eine verlassene Scheune und tappt in eine Falle – also wie beim ersten Mal. Er wird vom Ultra-Humanite in einem Kristall gefangen genommen, befreit sich aber sofort daraus. Der Schurke verschwindet spurlos im Erdboden.

Mehr Schein als Sein: der Ultra-Humanite.

Und auch in Action Comics #17 beginnt die Story mit einer missglückten Beförderung: Superman rettet die Passagiere eines Schiffes in Seenot, auf dem ein Feuer ausgebrochen ist. Erst auf Seite acht erfährt er, dass es Sabotage war. Ein zunächst Unbekannter will von der Schifffahrtsgesellschaft fünf Millionen Dollar erpressen. Clark geht der Sache nach und erkennt die Stimme des Ultra-Humanite, nur dass dieser ohne Erklärung nur noch „Ultra“ genannt wird. Mit dem letzten Teil seines Namens hat er auch seine letzten Haare verloren.

Ultras Handlanger versuchen, Clark durch Einschüchterung zum Schweigen zu bringen, Superman befördert ihren Wagen auf das Dach eines Hauses. Bei der Geldübergabe droht ihm Ultra mit einer Säurepistole, doch als Superman ihm furchtlos entgegenkommt, prallt er gegen eine Wand aus durchsichtigem Metall – eine weitere Erfindung des Verbrechergenies. Und als Superman auch dieses Hindernis überwindet, verschwindet der Schurke im Nichts, denn das Bild von ihm erweist sich als Projektion.

Die Ultra-Seuche

Ultra plant den Massenmord.

Das Schema wird in Action Comics #19 gebrochen. Ultra ist hier kein einfacher Erpresser mehr, der im Hintergrund die Fäden zieht und am Ende mit seinen Tricks überrascht, sondern ein ausgemachter Schurke, der eine Seuche auf die Stadt loslässt: die Purple Plague. Die Menschen sterben wie bei der Pest. Ein Wissenschaftler will ein Gegenmittel finden. Ultra will nicht mehr die Welt beherrschen, sondern plant, die Menschheit auszurotten, um eine neue Rasse zu erschaffen. Seine Helfer haben offenbar kein Problem damit, selbst Teil dieser unerwünschten Spezies zu sein.

Superman wird Ultras Sklave

Superman wird am Ende von Ultra gefangen genommen und scheinbar seines Willens beraubt. Aber er tut nur so und zerstört das Flugzeug, das die Seuche verbreiten soll. Als Ultra Superman mit einer Kanone erschießen will, zieht ihn Superman vor den Lauf und Ultra stirbt. Das ist ganz klar Mord, kaltblütig und unnötig, aber Superman zeigt wieder keine Reue.

Superman tötet Ultra.

Die Ultra-Frau

Doch der Tod bedeutet in Superheldencomics bekanntlich nicht zwangsläufig das Ende. Und so kommt es in Action Comics #20 und 21 zu einem bizarren Nachspiel. Ultras Gehirn steckt im Körper einer Frau, der Schauspielerin Dolores Winters. Clark wird für den Daily Star nach Hollywood geschickt. Bei einer Studio-Tour verhindert er ein Attentat auf das Leben der Schauspielerin. Sie will es ihm mit einem Interview danken, aber dazu kommt es nicht. Plötzlich ist sie wie verwandelt, entführt eine Gesellschaft auf einem Schiff und verlangt ein Lösegeld von fünf Millionen Dollar.

Dolores ist Ultra

Superman folgt dem Geld zu einem U-Boot, dann in eine Unterwasserhöhle. Erst ganz am Ende erkennt er beim Blick in Dolores‘ Augen den Schurken Ultra. Das ist bemerkenswert, weil eigentlich nur sein Gehirn verpflanzt wurde, zugleich ist das eine Panel, das Dolores Blick zeigt, das einzige ohne Text. Natürlich verschwindet Ultra-Dolores wieder im Nichts.

In der letzten Ausgabe versucht der Schurke in Frauengestalt noch einmal sein Glück mit Erpressung, allerdings mit stark reduziertem Preis. Ultra droht, Metropolis auszulöschen, und verlangt dafür nur zwei Millionen Dollar. Ultra entführt dazu einen Wissenschaftler, der herausfindet, wie man Atome spaltet. In Ultras riesigem Geheimversteck, das einer Festung gleicht kämpft Superman gegen Roboter, die er so spielend zerlegt wie alles andere.

Schließlich zwingt ihn Ultra, für ihn Juwelen zu stehlen. Das bringt wiederum die Menschen gegen ihn auf. Die Armee hält ihn für den Schurken und beschießt ihn. Superman kümmert sich nicht um seinen Ruf, sondern bahnt sich seinen Weg. Die Stadt gleicht einem Kriegsgebiet. Seltsam, dass sich mehr um einen unverwundbaren Juwelendieb zu kümmern scheinen, als um den Kerl, der soeben ein Hochhaus hat einstürzen lassen … Schließlich aber sind die Steine egal, weil Superman Ultra auch ohne sie aufhält. Konfrontiert mit seiner Niederlage, stürzt sich der Schurke in einen Vulkankrater, Superman wirft noch ein paar Felsbrocken hinterher und lässt den Vulkan ausbrechen – wohl um ganz sicherzugehen.

Damit ist die Geschichte von Ultra(-Humanite) für eine Weile beendet. Aber schon in der übernächsten Ausgabe wird er abgelöst von Lex Luthor. In gewisser Weise kann man sagen, dass Ultra nur der Prototyp für Luthor war. Kein ausgereifter Charakter, nicht einmal eine klar umrissene Figur, mehr eine Art Experimentierfeld, das ständig modifiziert wurde. Kein Wunder, dass ihn Superman nie zu fassen kriegt – dem Leser dürfte es genauso gehen.

Zuerst sitzt der Schurke in einem Stuhl, später in einem Rollstuhl, mal hat er am Hinterkopf Haare, dann wieder nicht, er hat keinen richtigen Namen, mal nennt er sich „the Ultra-Humanite“, mal nur „Ultra“, mal will er die Weltherrschaft, dann nur schnödes Geld, dann will er die Menschen auslöschen, um eine neue Rasse zu erschaffen, am Ende – als er in einem Frauenkörper steckt – geht es ihm wieder nur um Geld. Nur sein weißer Kittel bleibt gleich, als wäre er ein Symbol für das unbeschriebene Blatt, das der Ultra-Humanite bleibt.

Der Wandel zur Frau hat ihn ohnehin in eine Sackgasse gesteckt: Mit dem Körperwechsel ist ihm jegliche Wiedererkennbarkeit abhanden gekommen. Er ist bloß ein austauschbarer Bösewicht geworden, dem es an Beständigkeit fehlt. (In den 80ern bekommt er sogar einen Affenkörper.) Zwar hat sich auch Luthor verändert – er verlor seine Haare und wurde irgendwann mehr Geschäftsmann als Wissenschaftler, schließlich sogar Politiker -, aber lange Zeit blieb Luthor der glatzköpfige Mad Scientist, der Superman hasst und ihn vernichten will. Der perfekte Gegenspieler.

Mehr zum Thema:

Knightfall #7: Knightquest – The Crusade

Bruce Wayne ist gebrochen und im Rollstuhl auf Reisen, Bane ist besiegt, jetzt macht Jean-Paul Valley als Batman die Stadt sicher. Oder vielmehr unsicher. Denn der einst zum Killer indoktrinierte junge Mann weiß noch immer nicht, wer er eigentlich ist und hat sich und seine Programmierung nicht im Griff. Aber da niemand da ist, um ihm auf die Finger zu schauen, kann er machen, was er will. Gotham dient ihm dabei als Spielwiese seiner Selbsterkenntnis.

Das verlassene Wayne Manor verkommt, nicht einmal die Bathöhle macht der Neue sauber. Nach Batmans Kampf gegen Bane liegen immer noch die Scherben der Robin-Vitrine herum, aber vorsichtshalber hat er schon mal den Durchgang zu Tim Drakes Haus zugemauert. Reine Sicherheitsmaßnahme, versteht sich. Heißt aber auch ganz klar: Robin ist unerwünscht. JP macht lieber sein eigenes Ding. Zum Beispiel ein neues Batmobil testen, das auf den Schienen der U-Bahn fährt. 300 Meilen pro Stunde im Tunnel? Das kann nur schiefgehen … Aber zum Glück tauchen zwei Bösewichte auf, die einen Zug voller Geld entführen wollen, da kann JP nach Herzenslust Wildwestheld spielen.

Ach ja, und dann ist da noch die Selbsterkenntnis. Dazu steigt JP nackt in einen Tank voller Wasser, wo er halluziniert. Netter Nebeneffekt: der Leser erfährt noch einmal in Kürze, was bisher geschah. JP bekommt von seinem eingebildeten St. Dumas gesagt, er müsse seinen Kreuzzug als Batman weiterführen. Und da JP macht, was man ihm sagt, legt er los. Gegen Gangsterbosse, gegen neue Schurken wie den Tally Man und einen Profikiller namens Mekros, der genauso wie er konditioniert ist zum Töten und eine Rüstung trägt. Lauter Routine-Aufgaben, im Vergleich zu Bane alles Leichtgewichte, aber der neue Batman tut sich dennoch schwer damit. Aber auch nicht zu schwer, die meisten sind nach zwei Ausgaben erledigt.

Catwoman und Joker

Der neue Batman lässt sich von Catwoman betören, es kommt zu einem körperbetonten Duell, das auf einem Missverständnis beruht. JP hält Selina Kyle für eine Terroristin, die Menschen mit einem Nervengas ermorden will, aber ihre Absichten sind ganz andere. Eine belanglose und zu lang erzählte Episode. Ganz ähnlich die mit dem Joker. Der dreht nämlich einen Film, in dem Batman sterben soll. Aber das Unternehmen ist so halbherzig umgesetzt, dass es nie wirklich um Leben und Tod geht (außer für ein paar unwichtige Nebenfiguren). Joker ist hier bloß wieder Clown, der seine nervigen Späße treibt. Batman bricht ihm am Ende beide Arme – aber dem Joker reichen auch seine Beine, um gefesselt aus einem Krankenwagen zu entkommen …

JP offenbart sich ein paarmal mehr als Fanatiker, der sich selbst nicht im Griff hat. Immer wieder erscheint ihm sein Vorbild St. Dumas und schärft ihm die Wichtigkeit seines Kreuzzugs ein. Später auch sein Vater, der einst als Racheengel Azrael unterwegs war. JP ist hin- und hergerissen. Der Sohn geht äußerst brutal vor, er prügelt besinnungslos auf seine Gegner ein, zerfetzt ihnen das Gesicht mit seinen Klauen und muss sich zusammenreißen, sie nicht zu töten. Andere lässt er laufen, weil sie ihm nicht der Mühe wert erscheinen. Ein Sozialleben hat er nicht. Statt zu schlafen, bastelt er immer wieder an seiner Rüstung rum. Im Laufe der Storyline verändert er ihr mehrmals ihr Design und macht sie zu einer Waffe.

Der Fall Abattoir

Den größten Teil nimmt die Jagd nach Abattoir ein, einem Serienkiller, der es auf seine Familienmitglieder abgesehen hat. Dieser Plot, der mit Batman #505 beginnt, erstreckt sich fast über die zweite Hälfte von The Crusade, involviert neben einigen nervigen Nebenfiguren auch Clayface 3 und Lady Clayface – und ermüdet auch sehr bald. Allerdings kommt es in Batman #508 zu einem entscheidenden Wendepunkt: JP lässt Abattoir sterben. Und dadurch stirbt auch ein weiteres Opfer des Serienkillers. In der Folge hat Commissioner Gordon genug von diesem neuen Batman. JP ist das egal, er rüstet erneut auf – zum letzten Kampf mit dem Profikiller Gunhawk (noch so einer!). Und am Ende taucht Bruce Wayne wieder auf, eigentlich will er sich zur Ruhe setzen. Aber als er sieht, was JP angerichtet hat, stellt er ihn zur Rede und beschließt, seinen Stellvertreter zu entmachten …

The Crusade ist weniger eine Storyline mit einer zusammenhängenden Handlung, sondern eine Reihe von kurzen Geschichten, die nur zum Teil aufeinander Bezug nehmen. Der Spannungsbogen liegt vielmehr in der Entwicklung des Charakters Jean-Paul Valley zum Psycho, der sich nur wenig von seinen Gegnern unterscheidet. Allerdings: So dramatisch ist die Veränderung nun auch wieder nicht. JP tötet Abattoir nicht, er hadert einfach zu lange mit sich, sodass der Killer irgendwann selbst in den Tod stürzt. Dass Batman nicht selbst zum Killer wird, zeigt sich darin, dass er kurz darauf Gunhawk verschont.

Er geht drastischer mit seinen Gegnern um, lässt Wayne Manor verlottern und schottet sich von der Batman-Familie ab. Dennoch bleibt er ein empathischer Held, der einige Male sogar Kinder rettet. So ganz leuchtet die Dringlichkeit also nicht ein, ihn abzusetzen. Außer, dass er nicht freiwillig gehen will. Bruce Wayne hat viel zu leichtsinnig sein Erbe einem unberechenbaren und labilen Mann anvertraut. Der zweite große Fehler nach Bane.

Muss man The Crusade lesen, das immerhin über 600 Seiten lang ist? Nicht unbedingt ganz. Es gibt viele Ausgaben, die man überspringen kann, wenn man ungeduldig ist. Wichtig wird es erst ab Batman #505. Aber auch schon vorher gibt es einige interessante Momente: Batmans Raserei durch die U-Bahn-Schächte, seine Konfrontation mit Robin. Und die klaren Zeichnungen von Graham Nolan und auch die abseitigen von Vincent Giarrano (Shadow of the Bat) sind wahre Hingucker. Die Gunhawk-Episode lässt sich sogar als sozialkritischer Kommentar auf den Waffen-Irrsinn der USA lesen: Wozu braucht Gotham, die Mord-Hauptstadt, eine Waffenmesse? Ein Seitenhieb, der leider immer noch aktuell ist …

The Crusade ist im Paperback Knightfall Vol. 2: Knightquest (2012) sowie im Knightfall Omnibus Vol. 2 (2017) erschienen. Eine deutsche Ausgabe fehlt bislang.

Mehr zu Knightfall:

Batman heiratet und trifft Black Lightning

DC Comics

Im Sommer wird es soweit sein: Batman und Catwoman heiraten in Batman #50. In den beiden Ausgaben zuvor wird es in der Story The Best Man darum gehen, dass der Joker versucht, das zu verhindern, indem er Batman entführt. Im Mai und Juni werden zudem fünf One-Shots erscheinen, die das Prelude to the Wedding bilden: Robin Vs. Ra’s al Ghul, Nightwing Vs. Hush, Batgirl Vs. The Riddler, Red Hood Vs. Anarky, Harley Quinn Vs. The Joker.

Alle Ausgaben werden verfasst von Tim Seeley und gezeichnet von jeweils verschiedenen Künstlern. Die fünf Cover werden aber von Rafael Albuquerque stammen und zusammen eine Einheit bilden.

DC Comics

Außerdem gibt es neues von der Serie Detective Comics zu vermelden: Autor James Tynion IV wechselt zu Justice League: No Justice, ab Ausgabe 982 übernimmt Bryan Hill (Postal, Cyberforce) die Serie. Im Juni beginnt die fünfteilige Story „On the Outside“, in der Batman auf Black Lightning trifft. Der Superheld erlebt gerade mit der gleichnamigen TV-Serie (bei uns auf Netflix) ein umjubeltes Comeback. 1983 war er bereits in Batmans Team The Outsiders.

Von James Tynion IV erscheinen in diesem Jahr noch die Bände A Lonely Place of Living (April), Fall of the Batmen (Juni) sowie im Herbst der wahrscheinlich letzte, noch unbenannte Teil.

Superman kommt ins Grübeln

DC Comics

Titel: Must There Be A Superman?

Autor/Zeichner: Elliot S. Maggin/Curt Swan

Erschienen: 1972 (Superman #247), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years)


„For years I’ve been playing Big Brother to the human race! Have I been wrong?“ (Superman)

Superman wird verurteilt wegen Verbrechen gegen die Menschheit? Das Cover von Superman #247 ist sehr dramatisch: Dort die Guardians of the Universe (Chefs der Green Lanterns), in der Mitte ein Superman, der sehr verzweifelt aussieht. Mit dem Inhalt hat das aber wenig zu tun.

Nach einem aufopferungsvollen Einsatz im All wird Superman von einer Green Lantern gerettet. Kaum regeneriert, erteilen die Wächter ihm eine Lektion: Supermans Handlungen verhindern, dass sich die Menschen weiterentwickeln. Beim Rückflug zur Erde hinterfragt er sich selbst, ob die Menschen nicht zu abhängig von ihm geworden sind.

Superman macht aber zunächst weiter wie gehabt. Er interveniert auf einer Plantage, wo Mexikaner ausgebeutet werden, dann aber überlegt er es sich nochmal, will nichts dagegen tun. Als aber die Erde bebt, beendet er es nicht nur, sondern baut auch ihre zerstörten Häuser wieder auf. Superman moralisiert: Ja, er kann helfen, wo Menschen machtlos sind, aber man könne nicht immer auf ihn zählen, in der Regel müssten sie sich um sich selbst kümmern. „What you really need is a super-will to be guardians of your own destiny!“

Damit ist Superman zwar einerseits Helfer, aber auch Überbringer der ur-amerikanischen Botschaft, dass man sein Schicksal selbst in der Hand habe und man nur durch harte Arbeit alle seine Träume erfüllen könne. Wer sich die Realität ansieht, weiß, dass das Mumpitz ist. Superman ist zwar selbst ein „illegaler Einwanderer“, aber er hat ja leicht reden: Er ist mit Superkräften gesegnet. Für sein Glück musste er nie hart arbeiten.

Die Story zeigt, in welchem Spannungsverhältnis Superman mittlerweile steht: Einerseits ist er immer noch der Retter in der Not, andererseits erkennt er, dass er nicht die Lösung für alle Probleme sein kann. Einerseits kann er inspirieren und moralisieren, andererseits wirkt er dadurch überheblich, wenn er den Leuten sagt, was sie zu tun haben. Gutgemeinte Ratschläge mögen Hilfe zur Selbsthilfe sein. Aber es zeigt auch, wie machtlos Superman ist, wenn es um die wahren Probleme der Menschheit geht.

Mehr zum Thema:

König Joker und der Fensterputzer

Titel: The Great Pretender/King Joker

Autor/Zeichner: James Robinson/Christian Alamy

Erschienen: 1994 (Showcase ’94 #1-2)


„I’ve a ‚clown to the left of me and a joker to the right‘.“ (Joe White)

Es gibt Comics, die vergisst man, sobald man sie gelesen hat. Es gibt Comics, die in Erinnerung bleiben – im Guten oder Schlechten. Und es gibt Comics, die Eindruck hinterlassen, ohne dass man sagen kann, warum. Sie hinterlassen ein seltsames Gefühl. Vielleicht sind das die interessantesten. Autor James Robinson hinterlässt eigentlich immer Eindruck mit seinen Werken. Egal, ob mit Blades oder Face the Face – er schreibt herausragend.

Für die Serie Showcase ’94 schrieb er einen Zweiteiler über den Joker, dessen Geschichte sich nicht in der bloßen Nacherzählung erschöpft. Da ist zum einen ein Joker mit langen Haaren, der bei einem Massaker Babys mit einer Probe seines Giftes zum Grinsen bringt. Und plötzlich – Szenenwechsel – ist da ein junger Fensterputzer, Joe White, der im Krankenhaus aufwacht, nachdem er von einer Leiter gestürzt ist. Joe lebt in einem Gotham, das einem düsterem Märchenreich gleicht. Hier regiert der Joker als König und residiert auf Schloss Arkham. Batman ist ein schwarzer Dämon, der gegen ihn kämpft, um die Macht zu erlangen.

Joker und Joe

Das muss ein Traum sein, denkt sich Joe und eifert seinem Vorbild nach. In der Nacht schminkt er sich wie der Joker und schlachtet seine Frau ab. Er fliegt mit einem fledermausförmigen Hängegleiter (nach Da Vinci-Vorbild) nach Arkham, wo er auf einen monströsen Joker trifft: nackt, muskelbepackt, mit riesigen Klauen und einem Totenkopfgesicht. Da taucht plötzlich Batman auf, der gegen den Joker kämpfen will. Doch den Kampf nimmt stattdessen Joe auf …

Blauer Dämon: Batman

Die Auflösung am Ende: Was wir sehen, ist Jokers Traum, verursacht durch ein Wahrheitsserum. Dashaben ihm Jokers Handlanger verabreicht, um herauszufinden, wo er das Geld versteckt hat, das sie ihm abknöpfen wollen. Joker rächt sich auf grausamste Weise, weiß aber die Abwechslung zu schätzen, die ihm bereitet wurde.

Der Zweiteiler ist eine beklemmende Fantasie, in der Jokers Innenwelt abstrahiert wird. Ein seltener Einblick in eine verdrehte Welt voller Horror. Herausragend gezeichnet. Interessant erzählt. Offen für Interpretationen. So leicht wird man damit nicht fertig.

Mehr zum Joker:

Der Bulle und das Spitzohr

Bullock im Visier

Titel: A Bullet for Bullock (Zahltag)

Drehbuch: Michael Reaves

Erschienen: 1995 (Batman: The Animated Series S02E02)


Jemand versucht, Harvey Bullock umzubringen. Nachdem mehrere Attentate auf ihn gescheitert sind, bittet er Batman um Hilfe – widerwillig, denn er hält bekanntlich nicht viel von dem „Spitzohr“. Batman sieht sich die Liste der Verbrecher an, die es auf Bullock abgesehen haben könnten. Es kommt zum Showdown gegen einen Drogenhändler, Batman und Bullock bilden ein gutes Team, ein ungewöhnliches dynamisches Duo. Aber am Ende ist der Übeltäter einer, mit dem man als allerletztes gerechnet hätte.

Bullock, der Detective, der laut Alfred aussieht wie ein ungemachtes Bett, wird hier seinem Ruf überaus gerecht. Wir erfahren, dass er in einem Drecksloch mit Kakerlaken wohnt und dieses auch noch mehr herunterkommen lässt. Bullock ist der Donut-essende Grobian, der zwar Batman nicht ausstehen kann, aber der selbst nicht immer nach den Regeln spielt. Allerdings ist er eine ehrliche Seele, die ihren Beruf sehr ernst nimmt. Damit ist er eigentlich vom gleichen Schlag wie Batman, auch wenn es ihm an Grazie fehlt.

Die Folge (die übrigens auf Detective Comics #651 von 1992 basiert) vereint alle guten Eigenschaften, die die Serie ausmachen: glaubhafte, lebensnahe und sympathische Charaktere, eine gute Chemie zwischen den Helden und eine interessante Story. Ganz besonders fällt die Musik auf, die ungewöhnlicherweise im Jazz-Stil gehalten ist und eine wunderbare Variation des Batman-Themas bietet. Für so eine Liebe zur Animation muss man heute schon ins Kino gehen.

Mehr zum Thema

Knightfall #6: Who Rules the Night

Nachdem Bane Batman besiegt hat, wirft er ihn in Gotham von einem Hochhaus auf die Straße und verkündet, über die Stadt zu herrschen. Bruce Wayne überlebt auch diesen Sturz, wird von Alfred, Tim und Jean Paul Valley mit einem falschen Krankenwagen abgeholt und in der Bathöhle medizinisch versorgt. Ihn ins Krankenhaus zu bringen, ist keine Option, weil dann – so Alfred – der Mensch Bruce Wayne sterben würde. Robin besorgt ein wichtiges Medikament, die Polizei hilft dabei. Und um Bruce Wayne glaubwürdig verunglücken zu lassen, verschrotten Robin und Alfred einen Porsche.

Bruce begeht einen fatalen Fehler: Mit seinem Segen wird Jean Paul Valley von Azrael zu Batman – und der übertreibt es gleich vom ersten Einsatz an mit der Gewalt. Parallel dazu sehen wir, wie Banes Schergen Gothams Unterwelt zusammenschießen und ihre Herrschaft ausbauen. Obwohl er sich von Bane fernhalten soll, nimmt der neue Batman die Herausforderung an. Er findet Bane, wird zunächst furchtbar verdroschen und geht dabei fast dabei drauf. Dann gibt er das alte Kostüm auf, legt sich eine Rüstung mit Klauen zu und bei der Revanche findet Bane seinen Meister …

Bruce Wayne ist innerhalb kürzester Zeit wieder fit genug, vom Rollstuhl aus böse Buben zusammenzuschlagen, auch wenn er dabei wieder fast draufgeht und nur mit Glück davonkommt. Die Bösen entführen nämlich Dr. Kinsolving und Jack Drake, Tim Drakes Vater. Der Grund liegt im Dunklen. Bruce folgt der Spur nach Santa Prisca, nur Alfred kommt mit. Bruce, du lernst es nie …

Zwei Tie-Ins behandeln Nebenschauplätze, die für die Handlung nicht wichtig sind: In einer Rückblende erfahren wir, dass Batman vor kurzem noch eine Begegnung mit Two-Face hatte, der ihn gefangen nahm und ihn vor ein selbst inszeniertes Gericht stellte. Ein Tie-in handelt davon, wie Scarecrow versucht, mittels Gedankenkontrolle sich die Stadt untertan zu machen und zum Gott der Angst aufzusteigen. Während Batman ihm nachjagt, entkommt Anarky aus dem Knast und versucht, nicht nur Scarecrow, sondern auch Batman auszuschalten, weil er ihn für den Ursprung des Bösen in Gotham hält. In beiden Geschichten werden die Entstehungsgeschichten der Schurken rekapituliert, wobei Autor Alan Grant sich dabei zu sehr bei der ersten Scarecrow-Story bedient.

Interessant ist, dass beide Nebenstorys das gleiche Thema haben: Batman ist der Böse. Und tatsächlich erbringt Jean Paul Valley auch den Beweis dafür. Allerdings bringt erst dessen Rücksichtslosigkeit Bane zu Fall. Das erste Drittel des Knightfall-Epos endet mit einem großen Finale, dessen Endkampf sich zwar von der Symbolträchtigkeit her nicht mit Bruce Waynes Niederlage messen lassen kann, dafür aber genauso spannend ist.

Knightfall: Who Rules the Night (Detective Comics #664-666, Batman #498-500, Showcase ’93 #7-8, Shadow of the Bat #16-18) ist vollständig im Paperback Knightfall Vol. 1 (2012) enthalten sowie in Knightfall Bd. 2 von Panini.

Mehr zu Knightfall: