König Joker und der Fensterputzer

Titel: The Great Pretender/King Joker

Autor/Zeichner: James Robinson/Christian Alamy

Erschienen: 1994 (Showcase ’94 #1-2)


„I’ve a ‚clown to the left of me and a joker to the right‘.“ (Joe White)

Es gibt Comics, die vergisst man, sobald man sie gelesen hat. Es gibt Comics, die in Erinnerung bleiben – im Guten oder Schlechten. Und es gibt Comics, die Eindruck hinterlassen, ohne dass man sagen kann, warum. Sie hinterlassen ein seltsames Gefühl. Vielleicht sind das die interessantesten. Autor James Robinson hinterlässt eigentlich immer Eindruck mit seinen Werken. Egal, ob mit Blades oder Face the Face – er schreibt herausragend.

Für die Serie Showcase ’94 schrieb er einen Zweiteiler über den Joker, dessen Geschichte sich nicht in der bloßen Nacherzählung erschöpft. Da ist zum einen ein Joker mit langen Haaren, der bei einem Massaker Babys mit einer Probe seines Giftes zum Grinsen bringt. Und plötzlich – Szenenwechsel – ist da ein junger Fensterputzer, Joe White, der im Krankenhaus aufwacht, nachdem er von einer Leiter gestürzt ist. Joe lebt in einem Gotham, das einem düsterem Märchenreich gleicht. Hier regiert der Joker als König und residiert auf Schloss Arkham. Batman ist ein schwarzer Dämon, der gegen ihn kämpft, um die Macht zu erlangen.

Joker und Joe

Das muss ein Traum sein, denkt sich Joe und eifert seinem Vorbild nach. In der Nacht schminkt er sich wie der Joker und schlachtet seine Frau ab. Er fliegt mit einem fledermausförmigen Hängegleiter (nach Da Vinci-Vorbild) nach Arkham, wo er auf einen monströsen Joker trifft: nackt, muskelbepackt, mit riesigen Klauen und einem Totenkopfgesicht. Da taucht plötzlich Batman auf, der gegen den Joker kämpfen will. Doch den Kampf nimmt stattdessen Joe auf …

Blauer Dämon: Batman

Die Auflösung am Ende: Was wir sehen, ist Jokers Traum, verursacht durch ein Wahrheitsserum. Dashaben ihm Jokers Handlanger verabreicht, um herauszufinden, wo er das Geld versteckt hat, das sie ihm abknöpfen wollen. Joker rächt sich auf grausamste Weise, weiß aber die Abwechslung zu schätzen, die ihm bereitet wurde.

Der Zweiteiler ist eine beklemmende Fantasie, in der Jokers Innenwelt abstrahiert wird. Ein seltener Einblick in eine verdrehte Welt voller Horror. Herausragend gezeichnet. Interessant erzählt. Offen für Interpretationen. So leicht wird man damit nicht fertig.

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