Comic

Von Batman zu Man-Bat (Teil 3)

DC Comics

Titel: Beware the Eyes of Baron Tyme/Fugitive from Blind Justice/Peal of the Devil-Bell/Scream of the Gargoyle

Autor/Zeichner: Gerry Conway, Martin Pasko/Steve Ditko, Pablo Marcos

Erschienen: 1976 (Man-Bat #1-2, Detective Comics #458-459)


Im Jahr 1976 bekam Man-Bat sogar eine eigene Serie. Sie hielt allerdings nur zwei Ausgaben durch. Immerhin wurde die Geschichte später in zwei Ausgaben von Detective Comics zu Ende erzählt. Das Besondere am ersten Heft: Es ist das einzige Mal, dass Spider-Man-Co-Schöpfer Steve Ditko Batman zeichnet – und er zeichnet ihn einzigartig, meist mit einem schwarzen Gesicht, das bis auf die Augen im Schatten verschwindet.

Zunächst wird Francine Langstrom wieder rückfällig, weil sie von einem Schurken namens Baron Tyme manipuliert wird, um für ihn Morde zu erledigen. Dieser bunt gekleidete Typ residiert in einem Schloss und spielt mit schwarzer Magie, um Macht anzuhäufen. Außerdem hat er ein paar fiese Illusionstricks drauf.

Als Batman auf Francines She-Bat-Eskapaden aufmerksam wird, will er zunächst Man-Bat ausschalten, doch nach einiger Erklärung heilen sie Francine und Man-Bat zieht alleine los, um den bösen Baron zu besiegen. Ihm ist es wichtig, sich von Batman zu emanzipieren: Er will nicht mehr auf dessen Hilfe angewiesen sein.

Im zweiten Heft kriegt es Man-Bat mit dem Ten-Eyed-Man zu tun, einem Attentäter, der seine Augen in den Fingerspitzen trägt (was erhebliche Nachteile hat, wenn er seine Hände benutzt). Er bekommt den Auftrag, Man-Bat zu töten, weil jemand ein persönliches Problem mit Vigilanten und anderen Monstern hat.

Während Langstroms Freunde eine Party für ihn feiern, muss er als Man-Bat den Attentäter zur Strecke bringen. Und dann wird es albern. Der Schurke hält sich bei einer Explosion die Hände vor seine blinden Augen – und wird dadurch erst recht blind. Orientierungslos fällt er vom Hochhaus. Man-Bat macht sich keine große Mühe, hinterherzuspringen, um ihn zu retten.

Kurz darauf (in Detective Comics #458) wird Francine wieder kontrolliert von einem Schurken, verwandelt sich wieder in She-Bat und folgt dem Ruf einer Glocke zu einer alten Kirche. Ein Dämon in Menschengestalt lockt sie und Man-Bat her, um sie zu steinernen Gargoyles zu machen. Wieder hat alles eine magische Vorgeschichte rund um Flüche usw., die allerdings den Leser nicht zu bezaubern vermag.

Wieder muss Man-Bat seine Frau retten (Detective Comics #459). Wieder bleibt sie bei all dem das passive Opfer. Ihre Superkräfte gelten als Fluch, weil sie immer wieder von bösen Mächten missbraucht werden. Kirks Kräfte hingegen dienen heldenhaften Zwecken. Die Geschichte über die beiden erschöpft sich in Wiederholung, da es an interessanten neuen Ideen fehlt. Das ist zwar schade, aber am Ende vielleicht doch das geringere Übel, dass dieses Konzept eingestellt wurde.

In den Jahren 1977 und 1978 tauchte Man-Bat allerdings regelmäßig in der Serie Batman Family auf (ab Ausgabe #11), ein Konzept, das eine Zeit lang auch in Detective Comics fortgesetzt wurde.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

€1,00

Von Batman zu Man-Bat (Teil 2)

Titel: Man-Bat Madness/Man-Bat Over Vegas/King of the Gotham Jungle

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Frank Robbins, Irv Novick

Erschienen: 1971, 1972, 1974 (Detective Comics #416, #429, Batman #254)


Kirk Langstrom und Francine heiraten endlich doch. Und Batman steht daneben als Trauzeuge und ist erleichtert: „They’re so blissfully human now …“ Nachdem sich beide in monströse Fledermausmenschen verwandelt haben (Detective Comics #400, 402, 407), leben sie wieder Normalität. Oder versuchen es wenigstens. Zur Sicherheit schenkt Batman ihnen einen Koffer voller Gegenmittel – falls es zu einem Rückfall kommen sollte.

Und das tut es natürlich auch. Zwar verspricht Kirk seiner Frau, nie wieder an Fledermäusen herumzuexperimentieren, doch kaum hört er aus dem Nachbarlabor Ultraschall, fragt er sich: Was war so falsch daran, mehr sein zu wollen als nur ein Mensch? Nichts! Und schon mixt er sich eine neue Man-Bat-Formel zusammen.

In der Oper bringen ihn die hohen Töne der Musik dazu, sich wieder in Man-Bat zu verwandeln. Batman verfolgt ihn in eine U-Bahn, Menschen kommen in Gefahr, Batman appelliert an Kirks Menschlichkeit. Aber auch wenn Man-Bat bei der Rettung der Zivilisten hilft, will er kein Abklatsch von Batman mehr sein – sondern der einzig wahre Batman. Er fliegt nach Hause und will sein neues Serum schlucken, doch Batman hat es gegen sein Gegenmittel eingetauscht.

Ein paar Ausgaben später wird Francine rückfällig. Ein Atombombenversuch scheucht Fledermäuse aus einer Höhle auf und kurz darauf treibt ein Vampir sein Unwesen in Las Vegas – ein Mann stirbt. Vampirfledermäuse? Unwahrscheinlich. Da die Langstroms in der Nähe sind, zieht Batman den naheliegenden Schluss. Francine ist zum Vampir-Man-Bat mutiert, nachdem eine Vampirfledermaus sie gebissen hat.

Im Zweikampf erweist sie sich als zähe Gegnerin. Als Monster bringt sie sogar fast ihren Mann um. Der will sie daraufhin erschießen, aber Batman weiß eine bessere Lösung: eine Bluttransfusion. Allzusehr scheint Kirk seine Frau nicht zu lieben …

Und schließlich, zwei Jahre später in Batman #254, sind alle schlechten Erfahrungen und guten Vorsätze vergessen: Kirk Langstrom experimentiert wieder an Fledermäusen herum und denkt sich: Eigentlich wollte er doch Batman helfen! Sollte er wieder sein Glück versuchen? Ja, warum eigentlich nicht?

Als Batman wieder Pech hat mit einer Bande von Einbrechern, mischt sich Langstrom wieder als Man-Bat ein. Diesmal kontrolliert er angeblich sein Serum. Er bringt den Hubschrauber der Gauner zum Absturz und hält sie von der Flucht ab. Kirk erkennt, dass es mehr braucht als Superkräfte, um das Verbrechen zu bekämpfen. Batman scheint plötzlich auch kein Problem mit der monströsen Verwandlung zu haben und hält ihm keine Standpauke. Er stellt Kirk in Aussicht, dass sie mit mehr Teamwork ein unschlagbares Paar werden könnten.

Und was ist mit Francine? Spielt keine Rolle mehr. Bat-Business ist eben Bro-Business.

 

Mehr zum Thema:

Von Batman zu Man-Bat (Teil 1)

Titel: Challenge of the Man-Bat/Man or Bat/Marriage Impossible

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Neal Adams

Erschienen: 1970-1971 (Detective Comics #400, 402, 407), Paperback 2004/2019 (Batman Illustrated by Neal Adams Vol. 2/Batman by Neal Adams: Book Two), 2017 (Batman Arkham: Man-Bat)


Wenn man bedenkt, dass Schurken meist das Gegenteil des Helden darstellen, dann verwundert es, dass die Batman-Autoren erst nach 31 Jahren auf die naheliegendste aller Ideen kamen: einen echten Fledermausmann. Zur Jubiläumsausgabe von Detective Comics #400 bekam Batman es mit Man-Bat zu tun – einer Variation des Jekyll & Hyde-Themas, des Werwolf-Mythos und auch Dracula spielt hier hinein.

Die Geschichte handelt von Kirk Langstrom, einem Zoologen, der eine Ausstellung zu nachaktiven Tieren im Museum vorbereitet. Dazu erschafft er überlebensgroße Modelle von Fledermäusen. Und er tut es anscheinend ganz allein. Nebenbei findet er trotzdem die Zeit für Privatforschung. Denn Langstrom ist ein Batman-Fan, der seinem Vorbild nacheifern will, indem er es übertrifft. Also injiziert er sich ein Serum, das er aus Fledermäusen gewonnen hat.

Eigentlich will er nur besser hören und im Dunkeln sehen, aber dann stellt er fest, dass auch sein Körper sich verändert: Langstrom bekommt Riesenohren, Fell und schließlich auch Flügel. Als Man-Bat hilft er anfangs noch Batman, der desen Aussehen für eine Maske hält. Dann will Langstrom den Mutationsprozess stoppen, aber sobald die Verwandlung komplett ist, wehrt sich sein neues Ich gegen jeden Eingriff. Aus Langstrom ist die Bestie Man-Bat geworden. Und was tun Monster wie diese? Sie schnappen sich eine Schönheit, die sie auf ihre Seite ziehen wollen – und zwar durch Nötigung.

In dem Fall ist das Francine, Langstroms Verlobte. Im dritten Teil zwingt er sie vor den Traualtar. Batman will das verhindern, ohne dass klar wird, warum. Der Mann, der sich anzieht wie eine Fledermaus, hat wohl etwas gegen Mischwesen und -ehen. Vielleicht auch, weil dieser Man-Bat zufällig seine Batcave entdeckt hat.

Francine hingegen ist anfangs noch gewillt, sich an den neuen Anblick ihres Geliebten zu gewöhnen, doch das reicht Man-Bat nicht. Er will, dass sie ihn genauso toll findet, wie er ist. Also macht er auch sie zum Fledermausmenschen.

Batman will Langstrom jedenfalls lieber von seiner Bürde „heilen“, auch wenn Langstrom sie nicht als Bürde ansieht. Erst als Batman ihm das Gegenmittel in die Blutbahn jagt und aus Man-Bat wieder Langstrom wird, sieht es Langstrom so wie Batman: „I was inhuman!“

Mehr zum Thema:

Robin auf Abwegen

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol. 1

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Rick Burchett

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #1-10), Paperback 2016


Two-Face soll noch eine Chance bekommen: ein neues Gesicht, eine neue Partnerin. Bruce Wayne will ihm dabei helfen, doch als der Joker davon hört, tut er alles, um das Glück zu verhindern. Er erzählt Harvey, dass sich Bruce an dessen Frau ranschmeißt. Und als dann auch noch Harley Quinn eine Ente in die Zeitung setzt, dass die beiden verlobt seien, sind bei Harvey alle guten Absichten vergessen.

Mit dieser starken Story beginnen die Batman and Robin Adventures, die Nachfolgeserie der Batman Adventures, die wiederum auf The Animated Series basiert. Wie gewohnt liefert das Team von Paul Dini, Ty Templeton und Rick Burchett eine Sammlung von Kurzgeschichten vor, die der legendären Zeichentrickserie gerecht werden.

Naturgemäß spielt Robin eine große Rolle: Eine Falschmeldung, in der es heißt, Batman hätte Robin gefeuert, führt dazu, dass lauter Robin-Aspiranten in der Stadt unterwegs sind und das Dynamische Duo bei der Arbeit behindern. Harley Quinn und Poison Ivy machen Robin zu ihrem willenlosen Sklaven. Und der Joker bringt den Wunderknaben zum Lachen. Darüber hinaus haben auch Pinguin, Ra’s al Ghul und der Bauchredner starke Auftritte.

Auch wenn die Comics für ein jüngeres Publikum gedacht sind, können auch erwachsene Leser ihren Spaß daran haben, vor allem wenn sie Fans der ebenfalls sehr reifen Animationsserie sind. Die meisten Storys sind einfallsreich und unterhalten auch mit Humor. Vor allem die Zeichnungen von Rick Burchett reißen mit ihrer Schlichtheit und Dynamik mit. Das alles macht den Band zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.

Mehr zum Thema:

Die rebellischen Musterknaben

super sons

DC Comics

Titel: Superman/Batman: Saga of the Super Sons

Autor/Zeichner: Bob Haney/Dick Dillin u.a.

Erschienen: 1972-1980, 1999 (World’s Finest #215, 216, 221, 222, 224, 228, 230, 231, 233, 238, 242, 263), Paperback 2017


Was wäre, wenn Superman und Batman Söhne hätten? Die Antwort auf diese Frage fällt ernüchternd aus: Dann hießen die Söhne Clark Jr. und Bruce Jr., würden genauso aussehen wie ihre Väter und auch die gleichen Kostüme tragen. Kurz: Sie wären Superman und Batman. Na ja, Superman Jr. wäre nur halb so stark wie sein Vater, denn immerhin ist er dank einer menschlichen Mutter nur ein halber Kryptonier, er könnte auch nur springen und nicht fliegen. Aber Batman 2 wäre im Grunde wie das Original, nur eben einfältiger.

Wenn da nur nicht die Väter wären! Denn denen gefällt es gar nicht, dass die beiden Helden spielen wollen. Aus ihnen soll mal was Anständiges werden (also nicht so wie ihre Väter). Clark und Bruce sorgen sich um ihre Söhne, ebenso wie die Mütter, deren Identität wir kurioserweise nie erfahren. Aber diese konservative Einstellung dient nur dazu, dass sich die beiden als Rebellen behaupten können. Sie pfeifen auf ihre Väter und ziehen auf einem Motorrad durchs Land, um Abenteuer zu erleben – auf den Spuren von Easy Rider. Erster Stop: Sparta City, wo sie einen Verbrecherring hochnehmen wollen.

Was also tun, wenn die Kleinen bocken? Vorsichtsmaßnahmen treffen! Superman erschafft sicherheitshalber eine temporäre Parallelstadt, in der sich die beiden austoben können. Um den Gangsterboss zu erledigen, täuschen die Super Sons sogar ihren eigenen Tod vor – mit Erfolg. Doch was nützt das, wenn die Stadt bloß Fake war? Egal, sagt Superman, da die Aufgabe schwerer war als die Realität, haben sich die Junioren erst recht bewiesen. Außerdem sei der echte Gangster an einem Herzinfarkt gestorben. Ach ja, am besten sind immer noch die Probleme, die sich in Wohlgefallen auflösen …

Wie schon Green Lantern und Green Arrow sind Superman und Batman Jr. für die soziale Sache unterwegs. Sie gehen gegen einen skrupellosen Unternehmer vor, der Grubenarbeiter wie Sklaven hält und sie setzen sich für einen Stamm von Inuit ein. Die wohl interessanteste, weil philosophischste Geschichte handelt von der Frage, ob der Mensch gut sei oder nicht. Unsere Helden begleiten zwei Wissenschaftler, die einen isolierten Stamm in der Antarktis untersuchen. Batman schlägt sich auf die Seite des Forschers, der beweisen will, der Mensch sei schlecht. Dabei setzt der Mann sehr fragwürdige Methoden ein und Batman muss seine Haltung überdenken. Am Ende gibt es sogar eine überraschend uneindeutige Antwort auf die Ausgangsfrage. Damit ist der Tiefgang dieser „Saga“ allerdings erschöpft.

Die Söhne erweisen sich selbst als radikal, als sie Batman und Superman anklagen, sich nicht um die wahren Probleme der Welt zu kümmern. Obwohl der Vorwurf haltlos ist, spricht eine Jury die World’s Finest absurderweise schuldig und sie kommen in einen Knast, der nur von Stacheldraht zusammengehalten wird. Die Väter revanchieren sich, indem sie sich vor ihren Söhnen als Green Arrow und Flash ausgeben, später täuscht Batman sogar seinen Tod vor. Es bleibt ein angespanntes Verhältnis, das nie zu einer richtigen Lösung kommt.

Die Super Sons haben auch meist anderes zu tun. Sie erleben haarsträubende Abenteuer auf der ganzen Welt und einmal sogar mit Lex Luthor auf einem fernen Planeten. Ein beliebtes Motiv sind die Geisterstädte: Im einem Abenteuer kommen die Nachwuchshelden durch eine leere Stadt, die von Aliens heimgesucht wurde, in einer anderen finden sie eine Westernwelt voller Schießwütiger vor, eine Stadt wird von Frauen beherrscht.

Das allein wäre noch nicht schlimm, wenn die Feministinnen nicht so männerfeindlich wären und drakonische Strafen für Bagatellen und sogar Wohltaten verhängen würden. Clark und Bruce Jr. kommen ins Gefängnis, weil sie einer Frau das Leben retten wollten. Am Ende stellt sich heraus, dass auch diese Frauen unter dem Einfluss eines bösen Aliens standen. Bruce beweist sich als Macho, als er die Frauen schließlich mit einem forcierten Kuss „heilen“ will. Heute nennt man das einen sexuellen Übergriff … Die radikal-liberalen Super Sons sind also auch nichts anderes als Instrumente des Establishments weißer Männer und damit ganz und gar keine Späthippies im Geiste von Easy Rider.

Aber was lesen wir da überhaupt? Sind es Imaginary Tales, handelt es sich um die Zukunft oder eine Parallelwelt? Ein Hinweis darauf findet sich nicht. Eine Geschichte von Dennis O’Neil erklärt am Ende: Die Super Sons sind nur eine Computer-Simulation von Superman. Dann erkennt die Simulation aber, dass sie eine ist und die Söhne brechen in die reale Welt aus, nur um Chaos zu stiften und sich wieder selbst auszulöschen. Ganz am Ende werden die Super Sons als Elseworlds-Figuren wiederbelebt. Verwirrend, aber schließlich irrelevant, denn diese bemühten und oft lächerlichen Gedankenexperimente sind entbehrlich.

>> Liste der World’s Finest-Comics

Batman gegen Thor

Titel: The Hammer of Thor/The Second Life of Batman/Batman’s Super-Partner

Autor/Zeichner: Bill Finger, Jerry Coleman/Sheldon Moldoff, Dick Sprang

Erschienen: 1959 (Batman #127)


Die Batman-Hefte der 50er waren wahre Wundertüten: Sie enthielten drei Geschichten und manchmal waren sogar alle ganz interessant. So wie in Ausgabe 127, denn darin trifft Batman auf den nordischen Donnergott Thor – und zwar drei Jahre bevor Jack Kirby diese Figur für Marvel Comics erschafft (allerdings hat Kirby bereits 1957 eine Thor-Version bereits für DC geschrieben, in Tales of the Unexpected #16, aber das nur am Rande).

Als es in Gotham gewittert, stoßen Batman und Robin auf einen Typen mit geflügeltem Helm, der mit einem bumerangartigen Hammer eine Bank aufbricht. Das Dynamische Duo will ihn aufhalten, aber kommt nicht gegen ihn an. Thor verschwindet mit der Beute. Batman und Robin treffen auf Henry Meke, den Betreiber eines privaten Kuriositätenmuseums, dem kürzlich eine Nachbildung von Thors Hammer gestohlen wurde.

Kurz darauf schlägt Thor wieder zu, hält zwei Bankräuber auf, um selbst fette Beute zu machen – mit dem Geld will er Vater Odin einen Tempel bauen. Wieder besiegt sie der Gott mit seinem Hammer. Danach erinnert sich Meke plötzlich: Eines Tages hat ein Meteorit den Hammer getroffen und ihn in Thor verwandelt. Als er beim nächsten Gewitter wieder zum Gott mutiert, wirft er den Hammer nach Batman, der duckt sich weg, der Hammer trifft einen Stromkasten, verliert seine Macht und Meke wird wieder normal.

In der zweiten Story, „The Second Life of Batman“, geht Bruce Wayne der Frage nach: Was wäre, wenn seine Eltern nicht ermordet worden wären? Dazu lässt er sich von einem Wissenschaftler eine alternative Welt simulieren, in der er zwar ein guter Athlet ist, aber sonst nur sein Leben genießt. Bei einem Kostümfeier mit dem Thema „Flying Creatures“ (die in Wahrheit Thomas Wayne abgehalten hat), taucht Bruce als Superman auf. Doch ein ungebetener Gast verkleidet sich als „Blue Bat“ (der aussieht wie Batman) und verlangt alles Geld von den Gästen. Zum Glück taucht der echte Superman auf und auch Bruce macht sich nützlich so gut er kann, um die Gauner aufzuahlten.

Doch Blue Bat entkommt, schlägt später Bruce und droht ihm mit noch mehr Prügeln, sollte Bruce nicht von ihm ablassen. Aber Bruce denkt nicht dran. Mit guter alter Detektivarbeit spürt er Blue Bats Geheimversteck auf, zieht dessen Ersatzkostüm an, lockt die Polizei zum nächsten Tatort und überwältigt den Schurken.

Kurz darauf ist der Entschluss gefasst: Er widmet sein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen. Das Kostüm behält er, um es zu einem Symbol für Gerechtigkeit umzuwidmen. Nachdem die Simulation beendet ist, kommt Bruce zu dem Schluss, dass er auch unter anderen Umständen dasselbe Leben für sich gewählt hätte. „There’d always be a Batman!“

In der dritten Story bekommen Batman und Robin beim Kampf gegen den Joker Unterstützung von einem neuen Helden: the Eagle, einem Unbekannten in einem Adlerkostüm. Dahinter verbirgt sich Alfred, der durch Zufall Superkräfte bekommen hat. Aber zum Glück nur vorübergehend, denn als Alfred helfen will, geht eigentlich alles nur schief …

>> Batman 1950-1959

Neue Serie: The Batman’s Grave

Batmans Grave

DC Comics

Kurz vor der San Diego Comic-Con 2019 überschlagen sich die Meldungen zu Batman. Nachdem DC ein Joker-Comic von Jeff Lemire und Andrea Sorrentino verkündet hat, ist jetzt eine Maxiserie von Warren Ellis und Bryan Hitch in Arbeit. The Batman’s Grave wird sie heißen, zwölf Teile umfassen und am 9. Oktober 2019 starten.

Batman's Grave #1

DC Comics

Die Story klingt noch etwas vage: Während Alfred Pennyworth jede Woche das Grab der Waynes pflegt, versetzt sich Batman in den Verstand eines Mordopfers, dessen Gesicht zur Hälfte zerstört ist. Batman identifiziert sich auf psychotische Weise mit Mordopfern. Er begibt sich in ihre Leben und wird besessen von jedem Detail ihrer Tode.

Ellis und Hitch haben bereits gemeinsam an The Authority (1999-2000) gearbeitet. Ellis hat auch einige Batman-Storys geschrieben, darunter ein Crossover mit Planetary, „Infected“ (Legends of the Dark Knight #83–84), eine Batman Black and White-Geschichte und zuletzt eine für Detective Comics #1000. Hitch hat Batman zuletzt für seine Justice League gezeichnet.

Batmans Grave

DC Comics

Knightfall 2.0: Tales of the Dark Multiverse

Im Oktober startet DC eine neue Comic-Reihe: Tales of the Dark Multiverse wird klassische Storylines neu interpretieren. Das Konzept erinnert an DCs frühere Elseworlds-Reihe. Den Anfang machen Scott Snyder und Kyle Higgins, die zusammen mit Javier Fernandez Knightfall variieren werden. Die Geschichte spielt 30 Jahre nachdem ein gebrochener Bruce Wayne beim Versuch gescheitert ist, wieder Batman zu werden. Jean-Paul Valley hat als Saint Batman eine Schreckensherrschaft errichtet, in der Kriminelle ständig den Tod fürchten müssen. Doch es gibt Hoffnung: The Son of Bane.

Jeff Loveness, Brad Walker und Andrew Hennessy erzählen eine Variante von The Death of Superman. Darin wird Lois Lane zum Eradicator und nimmt Rache an allen, die Superman haben sterben lassen. Mit gottgleichen Kräften will sie die Herrschaft der Supermänner beenden, noch bevor sie beginnt.

Knightfall erscheint am 16. Oktober 2019, The Death of Superman am 30. Oktober. Jeder Band wird im Prestige-Format herauskommen, 48 Seiten umfassen und 5,99 US-Dollar kosten. Dazu werden Nachdrucke von Batman #497 und Superman #75 erscheinen, die für einen Dollar zu haben sind.

Weitere Tales of the Dark Multiverse werden unter anderem Infinite Crisis, Blackest Night und New Teen Titans: The Judas Contract sein.

 

Batman gegen Aliens

batman/aliens

DC Comics

Titel: DC Comics/Dark Horse: Aliens

Autor/Zeichner: Ron Marz, Ian Edgington, Mark Schultz/Bernie Wrightson, Staz Johnson, Ariel Olivetti

Erschienen: 1997, 2002, 2007 (Batman/Aliens #1-2, Batman/Aliens II #1-3, Superman/Batman vs. Aliens/Predator #1-2, WildC.A.T.S./Aliens #1), Paperback 2016


Batman kann alles. Er wird mit jedem Gegner fertig. Sogar mit denen, die weit über seiner Liga liegen. Sogar mit den Aliens der Alien-Filme. Aber was damals Ripley geschafft hat, ist für Batman ein Kinderspiel. Das beweist er gleich drei Mal.

Die erste Batman/Aliens-Story liest sich wie ein typischer Alien-Film: Ein Haufen Söldner ist auf Geheimmission im mittelamerikanischen Dschungel, unter lauter Machos ist eine taffe Frau, obwohl alle dicke Waffen haben, werden sie nacheinander von Aliens abgeschlachtet, so dass am Ende nur die Frau übrig bleibt. Nur dass diesmal auch Batman dabei ist. Er ist wie immer Herr der Lage, weil er klüger ist als der Rest. Also alles wie gedacht.

So routiniert die Sache abläuft, so muss man dem Zweiteiler lassen, dass hier vor allem dank der Zeichnungen von Bernie Wrightson eine schaurige Atmosphäre aufkommt, die einen beim Lesen fesselt. So abwegig die Kombination Batman-Aliens erscheinen mag, so sehr ergibt sie visuell Sinn: Beide düstere Kreaturen ergänzen einander. Hier Batmans Maske mit den spitzen Ohren, die das halbe Gesicht verdeckt, dort die augenlosen Aliens mit ihren langgezogenen Köpfen, hier Batmans Umhang, dort die knochigen Körper der Aliens – zusammen verbinden sie sich zu Antipoden, die sich doch sehr ähnlich sind. Gerade vor einer Kulisse von Dschungel und alten Tempeln ist der Kampf ein echter Hingucker.

Auch wenn die Story kaum Überraschungen bietet und sich auch nicht die Mühe gibt, viel zu erklären, ist sie doch reiner Fan-Service, der kurzweilig genau das bietet, was man erwartet. Und das ist bei einer so fragwürdigen Prämisse auch schon viel wert.

Der zweite Teil ist deutlich kreativer: Die Gefahr sitzt mitten in Gotham. Bei Bauarbeiten wird ein bunkerartiges Geheimlabor freigelegt, die Aliens entkommen von dort und machen die Stadt zur gemischten Schlachtplatte. Zum Höhepunkt kommt es, als die Aliens in Arkham einfallen und die Insassen zu Alien-Hybriden mutieren …

Staz Johnsons gefälliger Zeichenstil und die knallige Kolorierung machen diesen Dreiteiler zu einem noch kurzweiligeren Action-Spektakel, das sehr auf Schauwerte und große Panels setzt. Es ist ein großer Unfug, der viel Spaß macht.

Für alle Klugscheißer, die fragen könnten, warum Batman nicht einfach Superman zu Hilfe holt, wird Superman im zweiten Teil für tot erklärt. Aber im dritten Teil arbeiten die World’s Finest tatsächlich zusammen – und zwar nicht nur gegen Aliens, sondern auch gegen die Predators. Letztere haben es sich seit der Eiszeit in Peru gemütlich gemacht, zusammen mit ein paar Aliens, die sie züchten, um sich mit ihnen zu messen. (Die Idee stammt aus dem Film Alien vs. Predator von 2004, der 2007 fortgesetzt wurde.) Da aber in der Nähe ein Vulkan auszubrechen und die Zivilisation auszulöschen droht, suchen die Predators weltweit nach einem neuen Lebensraum – natürlich mit tödlichen Nebenwirkungen.

Batman und Superman wollen ihnen helfen, sie zurück ins All zu schicken, damit sie sich einen anderen Planeten suchen. Aber dabei gibt es drei Probleme: Die Predators erweisen sich nicht als sehr dankbare Gäste, die Menschen wollen den Ort in die Luft jagen und Superman besteht darauf, auch die Aliens zu retten – weil es auch Lebewesen sind. Klar, dass das Ärger bedeutet. Superman ist dabei allerdings nicht sehr konsequent: Statt lebende Aliens mitzunehmen, rettet er nur ein paar Eier.

Batman trägt eine coole Rüstung. Superman schleppt dafür seine Festung der Einsamkeit herbei. Und natürlich darf auch Lois Lane als Jungfer in Nöten nicht fehlen. Mit Aliens hat die Handlung aber nicht viel zu tun, sie sind eher schmückendes Beiwerk.

Ungewöhnlich sind die Illustrationen von Ariel Olivetti: Seine gemalten Figuren, die an Alex Ross‘ Stil erinnern, wirken sehr glatt, seine sparsamen Hintergründe oft steril. Es ist ein ungewöhnlicher Look, der aber seinen Reiz entfalten kann, wenn man sich daran gewöhnt.

Zum Schluss des Bandes ist noch ein Crossover mit den WildCATS enthalten, was uns hier aber nicht kümmern muss. Insgesamt ist die Sammlung eine empfehlenswerte Lektüre für alle Horror- und SciFi-Fans, die ohne große Ansprüche unterhalten werden wollen.

>> Liste der Batman-Crossover

Lemire und Sorrentino machen „Joker – Killer Smile“

2019 ist das Jahr des Jokers. Zum Kinofilm mit Joaquin Phoenix erscheinen mehrere neue Titel mit dem Schurken (wie etwa Joker/Harley: Criminal Sanity) und eine neue Anthologie. Außerdem warten wir immer noch auf einen Termin für Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok. Bis dahin kann man sich die Zeit mit einem anderen Dreiteiler vertreiben, der bei DCs Black Label erscheint: Joker: Killer Smile von Jeff Lemire und Andrea Sorrentino. Der erste Band erscheint am 30. Oktober 2019 und die beiden folgenden sollen im Abstand von zwei Monaten herauskommen.

Die Story: Nachdem der Joker jahrelang Gotham terrorisiert hat und gegen Batman angetreten ist, hat er einen neuen Gegner gefunden: einen Arzt, der ihn in Arkham behandelt. Der Joker dringt immer tiefer in den Verstand seines Opfers ein und setzt damit eine Kettenreaktion in Gang, die Gotham City ins Chaos zu stürzen droht.

Lemire und Sorrentino sind ein Dream-Team der Comics. Zusammen haben sie Green Arrow, Old Man Logan und zuletzt die Horror-Serie Gideon Falls gemacht. Sorrentino ist bekannt für seine sehr düsteren, schattenlastigen Zeichnungen und aufwendigen Layouts, mit denen er die Möglichkeiten des Comics immer wieder neu ausreizt. Mit Joker: Killer Smile verspricht er, neue Höhen zu erreichen.

Lemire, von dem auch das Crossover Justice League/Black Hammer stammt, wird außerdem eine The Question-Miniserie fürs Black Label schreiben: The Question: The Deaths of Vic Sage. Für die Zeichnungen sind die Altmeister Denys Cowan und Bill Sienkiewicz zuständig. Die erste Ausgabe des Vierteilers erscheint am 20. November 2019.

Angekündigt ist ein „philosophical mystery“, die an die Question-Comics von Dennis O’Neil und Denys Cowan anknüpfen: Die Geschichte beginnt im Wilden Westen und erstreckt sich in die gesetzlosen 1930er und soll von einem ungelösten Fall handeln, der zum Tod von The Question geführt hat. Nun, da sich die Geschichte zu wiederholen droht, muss der Gesichtslose versuchen, sich aus dieser Falle zu befreien.

Joker Carpenter

DC Comics

UPDATE: Horror-Filmemacher John Carpenter (Halloween, The Thing) wird den One-Shot The Joker: Year of the Villain #1 mit Anthony Burch schreiben. Zeichnungen stammen von Philip Tan und Marc Deering. Das Heft erscheint am 9. Oktober, umfasst 40 Seiten und kostet 4,99 US-Dollar.