Batman gegen Aliens

batman/aliens

DC Comics

Titel: DC Comics/Dark Horse: Aliens

Autor/Zeichner: Ron Marz, Ian Edgington, Mark Schultz/Bernie Wrightson, Staz Johnson, Ariel Olivetti

Erschienen: 1997, 2002, 2007 (Batman/Aliens #1-2, Batman/Aliens II #1-3, Superman/Batman vs. Aliens/Predator #1-2, WildC.A.T.S./Aliens #1), Paperback 2016


Batman kann alles. Er wird mit jedem Gegner fertig. Sogar mit denen, die weit über seiner Liga liegen. Sogar mit den Aliens der Alien-Filme. Aber was damals Ripley geschafft hat, ist für Batman ein Kinderspiel. Das beweist er gleich drei Mal.

Die erste Batman/Aliens-Story liest sich wie ein typischer Alien-Film: Ein Haufen Söldner ist auf Geheimmission im mittelamerikanischen Dschungel, unter lauter Machos ist eine taffe Frau, obwohl alle dicke Waffen haben, werden sie nacheinander von Aliens abgeschlachtet, so dass am Ende nur die Frau übrig bleibt. Nur dass diesmal auch Batman dabei ist. Er ist wie immer Herr der Lage, weil er klüger ist als der Rest. Also alles wie gedacht.

So routiniert die Sache abläuft, so muss man dem Zweiteiler lassen, dass hier vor allem dank der Zeichnungen von Bernie Wrightson eine schaurige Atmosphäre aufkommt, die einen beim Lesen fesselt. So abwegig die Kombination Batman-Aliens erscheinen mag, so sehr ergibt sie visuell Sinn: Beide düstere Kreaturen ergänzen einander. Hier Batmans Maske mit den spitzen Ohren, die das halbe Gesicht verdeckt, dort die augenlosen Aliens mit ihren langgezogenen Köpfen, hier Batmans Umhang, dort die knochigen Körper der Aliens – zusammen verbinden sie sich zu Antipoden, die sich doch sehr ähnlich sind. Gerade vor einer Kulisse von Dschungel und alten Tempeln ist der Kampf ein echter Hingucker.

Auch wenn die Story kaum Überraschungen bietet und sich auch nicht die Mühe gibt, viel zu erklären, ist sie doch reiner Fan-Service, der kurzweilig genau das bietet, was man erwartet. Und das ist bei einer so fragwürdigen Prämisse auch schon viel wert.

Der zweite Teil ist deutlich kreativer: Die Gefahr sitzt mitten in Gotham. Bei Bauarbeiten wird ein bunkerartiges Geheimlabor freigelegt, die Aliens entkommen von dort und machen die Stadt zur gemischten Schlachtplatte. Zum Höhepunkt kommt es, als die Aliens in Arkham einfallen und die Insassen zu Alien-Hybriden mutiert werden …

Staz Johnsons gefälliger Zeichenstil und die knallige Kolorierung machen diesen Dreiteiler zu einem noch kurzweiligeren Action-Spektakel, das sehr auf Schauwerte und große Panels setzt. Es ist ein großer Unfug, der viel Spaß macht.

Für alle Klugscheißer, die fragen könnten, warum Batman nicht einfach Superman zu Hilfe holt, wird Superman im zweiten Teil für tot erklärt. Aber im dritten Teil arbeiten die World’s Finest tatsächlich zusammen – und zwar nicht nur gegen Aliens, sondern auch gegen die Predators. Letztere haben es sich seit der Eiszeit in Peru gemütlich gemacht, zusammen mit ein paar Aliens, die sie züchten, um sich mit ihnen zu messen. (Die Idee stammt aus dem Film Alien vs. Predator von 2004, der 2007 fortgesetzt wurde.) Da aber in der Nähe ein Vulkan auszubrechen und die Zivilisation auszulöschen droht, suchen die Predators weltweit nach einem neuen Lebensraum – natürlich mit tödlichen Nebenwirkungen.

Batman und Superman wollen ihnen helfen, sie zurück ins All zu schicken, damit sie sich einen anderen Planeten suchen. Aber dabei gibt es drei Probleme: Die Predators erweisen sich nicht als sehr dankbare Gäste, die Menschen wollen den Ort in die Luft jagen und Superman besteht darauf, auch die Aliens zu retten – weil es auch Lebewesen sind. Klar, dass das Ärger bedeutet. Superman ist dabei allerdings nicht sehr konsequent: Statt lebende Aliens mitzunehmen, rettet er nur ein paar Eier.

Batman trägt eine coole Rüstung. Superman schleppt dafür seine Festung der Einsamkeit herbei. Und natürlich darf auch Lois Lane als Jungfer in Nöten nicht fehlen. Mit Aliens hat die Handlung aber nicht viel zu tun, sie sind eher schmückendes Beiwerk.

Ungewöhnlich sind die Illustrationen von Ariel Olivetti: Seine gemalen Figuren, die an Alex Ross’s Stil erinnern, wirken sehr glatt, seine sparsamen Hintergründe oft steril. Es ist ein ungewöhnlicher Look, der aber seinen Reiz entfalten kann, wenn man sich daran gewöhnt.

Zum Schluss des Bandes ist noch ein Crossover mit den WildCATS enthalten, was uns hier aber nicht kümmern muss. Insgesamt ist die Sammlung eine empfehlenswerte Lektüre für alle Horror- und SciFi-Fans, die ohne große Ansprüche unterhalten werden wollen.

>> Liste der Batman-Crossover

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