Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Batman im Spiegel

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DC Comics

Titel: Road to Ruin

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Brad Walker u.a.

Erschienen: 2021 (Detective Comics #1028-1033), Hardcover 2021 (Detective Comics Vol. 6)


Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich würde einen Band von Detective Comics nicht unbedingt „Road to Ruin“ nennen. Seit zehn Jahren hat sich diese Serie selten mit Ruhm bekleckert (das letzte Mal war The Black Mirror). Nun bringt Peter J. Tomasi seinen bisher unbeeindruckenden Run zu Ende und der Titel verheißt schon mal nichts Gutes.

Aber der bezieht sich ja auf die Handlung. Wir sehen, wie Gotham dem Future State entgegenschlittert. Der Ex-Cop Nakano, der in Detective Comics #1027 ein Auge verloren hat, will Bürgermeister werden, um alle „Masks“, also Vigilanten und Schurken, abzuschaffen. Passend dazu taucht ein neuer Schurke auf, der sich Mirror nennt und genau dasselbe will. Dieser Mirror trägt zwar auch eine Maske, eine reflektierende Folie am ganzen Körper, aber nur, um anderen den Spiegel vorzuhalten: Jeder kann Mirror sein.

Abgesehen davon, dass die Figur zu sehr an den Charakter Looking Glass aus der TV-Serie Watchmen erinnert (der ironisch auch „Mirror Guy“ genannt wurde), erweist sich diese Figur als Rohrkrepierer: Kaum eingeführt, verpufft sie buchstäblich wieder. Das Problem löst sich in Wohlgefallen auf, zurück bleibt aber eine maskenfeindliche Stimmung, die Nakano den Wahlsieg beschert. Hätte es dafür wirklich so eine Eintagsfliege wie Mirror gebraucht? Nein.

Stattdessen mündet die Handlung in eine Episode mit Hush. Der entführt im Handgemenge mit dem Pöbel die Bat-Family, um sie aufzuschneiden und ihre Organe zu verkaufen. Erstens weil er Chirurg ist, zweitens weil es Bruce Wayne weiter in den Ruin treibt (siehe Titel!). Damian, der als Robin aufgehört hat und nun versucht, die offenen Fälle aus dem Black Casebook zu lösen, hilft Batman dabei, die Familie vor der Ausweidung zu retten. Wie üblich endet hier alles mit einer Prügelei.

Sonst noch was? Ach ja: Batman jagt einen Cop-Killer auf einem Pferd.

Damit endet dieses Kapitel Detective Comics. Als nächstes ist Mariko Tamaki dran. Ja, eine Frau, die erste bei Batman, seit Devin Grayson Gotham Knights verantworten durfte. Das ist DC sogar eine neue Nummer 1 bei den Sammelbänden wert – die dritte innerhalb von sechs Jahren. Hoffentlich bringt sie endlich neuen Schwung in die Serie, mit der einst alles begann.

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Batman als Gott der Furcht

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DC Comics

Titel: Wonder Woman: Gods of Gotham

Autor/Zeichner: Phil Jimenez

Erschienen: 2001 (Wonder Woman #164-167), Paperback (Paradise Lost)


„Life has no meaning. Except for what we bring to it.“ (Batman)

Drei griechische Götter suchen eine Kirche in Gotham heim: die Ares-Kinder Phobos, Deimos und Eris (Furcht, Schrecken, Zwietracht). Weil sie nicht direkt auf Erden wirken dürfen, haben sie die Körper von Joker, Scarecrow und Poison Ivy übernommen. So wollen sie Kriegsgott Ares heraufbeschwören. Das ganze schreit nach Wonder Woman, aber Batman lehnt – wie üblich – zunächst ihre Hilfe ab, bis er sie dann doch annimmt. Mit dabei ist die ganze Mischpoke: Nightwing, Donna Troy, Huntress, Artemis, Oracle, Robin und Wonder Girl.

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Phobos-Batman gegen Wonder Woman. (DC Comics)

Überfrachtet ist der Vierteiler nicht nur mit Personal, sondern auch mit Worten. Viel wird geredet, erklärt und geschwafelt. Aber die Handlung tritt meist auf der Stelle – bis dann Phobos von Batman Besitz ergreift und dieser zum ultimativen Gott der Furcht mutiert. Doch dann wird wieder vor allem mit Worten gekämpft. Wonder Woman hält eine Ansprache vor Ares, dann vor Phobos-Batman: „You’re more than a dark knight of fear.“ Er glaube an Mitgefühl, Respekt und ehrliche Kameradschaft. Furcht sei nicht alles, sie sei nur ein Werkzeug.

Nachdem sie damit Erfolg hat, hält Ares eine lange Ansprache, dann revanchiert sich Wonder Woman mit einer weiteren Ansprache. Und zum Schluss, wenn alle Zweifel beseitigt sind und sich auch die Nebenhandlungen aufgelöst haben, versichern Batman und Wonder Woman einander noch einmal wortreich, dass sie sich positiv beeinflussen und einander brauchen. „It’s your faith in your dream that makes you Wonder Woman.“

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Batman spielt Schach

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DC Comics

Titel: Batman Black and White (Vol. 5)

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2020-2021 (Black and White #1-6), Hardcover 2021


Da ist sie: die erste Batman-Corona-Story! Das Virus wird zwar nicht beim Namen genannt, es ist auch keine richtige Story, aber wenn Martha Waynes Perlenkette zu lauter kleinen Viren mutiert und Batman am Ende eine Maske über Mund und Nase aufsetzt, ist klar, worum es geht.

„…this new enemy can’t be put down with a fist or a boot. This time it’s others who fight for us in ways i cannot“, heißt es, während wir einen Rettungswagen vor der Notaufnahme sehen. „I salute them. And I wait. Something else will come. It’s inevitable. The villains I know…that I’ve faced endlessly, year after year … they’ll use this. They’ll plot. It’s just a matter of time. It always is.“ Batman erklärt den Schurken den Kampf – und indirekt auch den Coronaleugnern, Querdenkern und Verschwörungsextremisten.

J.H. Williams (Batwoman: Elegy, The Black Glove) inszeniert diese acht Seiten, indem er Batmans Geschichte Revue passieren lässt und übertrifft sich dabei selbst. Denn er imitiert dabei auch die Zeichenstile von Bob Kane, Neal Adams, Norm Breyfogle, Kelley Jones, David Mazzucchelli, Brian Bolland, Jim Aparo und sogar Jiro Kuwata – und er kriegt all das perfekt hin. (Außerdem zitiert er sich selbst aus Snow.) Ein wahrer Künstler.

Anspruchsvolle Kurzgeschichten

Mit diesem Wow ist bereits angedeutet, was die fünfte Batman Black and White-Serie leisten kann: Außerordentliches. Nach dem bewährten Prinzip von 1996 dürfen sich die besten Autoren und Künstler mit Batman so richtig austoben, und es gelten nur zwei Regeln: schwarz-weiß und exakt acht Seiten. Schon beim ersten Mal sind großartige Kurzgeschichten herausgekommen, auch diesmal sind die Resultate zum Teil schwindelerregend stark.

Bereits die erste Story ist visuell so herausfordernd, dass man gar nicht weiß, wie man sie einordnen soll. Und dann kommt etwas wie Sisyphus oder Legacy, bei denen man auch nach mehrerem Lesen gar nicht weiß, worum es hier eigentlich geht. Zwischendurch gibt es auch immer wieder klassische Kurzgeschichten aller Genres und auch mal welche, die ohne Worte auskommen, wie etwa eine typische Batman-Catwoman-Jagd.

Auch andere übliche Verdächtige sind wieder dabei: der Joker (wundervoll inszeniert von Gabrie Hardman), Man-Bat, Killer Croc, Clayface, Mad Hatter, Two-Face und Poison Ivy, die sich ein Wortgefecht mit Batman darüber liefert, wie man die Welt retten kann – Chip Zdarsky (Daredevil) schreibt hier seine erste Batman-Story. Aber auch andere meiner Lieblingskünstler dürfen sich austoben, wie Andy KubertKelley JonesGreg Smallwood und Mitch GerardsDavid Aja schreibt eine sehr herrlich-noireske Fortsetzungsstory im Zeitungsstrip-Format alten Stils und Lee Weeks widmet sich dem Batsignal, das in diesem Band mehrere Geschichten bekommt, darunter die eines Fotografen, der das perfekte Batman-Bild schießt – was zugleich Scott Snyders Loblied an den Zeichner, John Romita Jr., ist.

Multiple-Choice-Story mit Riddler

Zwei Storys handeln – wie es bei Schwarz und Weiß naheliegt – vom Schach: Die eine (von Daniel Warren Johnson) erzählt, wie Alfred Bruce das Spiel beigebracht hat und was er davon für seine Arbeit als Batman gelernt hat. In der anderen (von Meister Nick Derington) tritt Batman gegen Banden an, die sich wie Schachfiguren kleiden und dabei um einen entführten Jungen kämpfen – eine der visuell schönsten Geschichten. Dass Planung aber überbewertet ist, demonstriert humorvoll Jorge Jimenez in seiner Vater-und-Sohn-Story.

Mitspielen können die Leser in The Riddle (Kieron Gillen und Jamie McKelvie): In einem Multiple-Choice-Abenteuer mit Riddler und Killer Croc sind alle Panels durchnummeriert und je nachdem, wie man sich entscheidet, wird man zu einer anderen Wendung oder eben einem frühen Ende geleitet. So muss man ständig vor- und zurückblättern und irrt so lange, bis Batman triumphiert. Hier wird sozusagen erlebbar, wie schwierig es für den Helden ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen – der Tod lauert überall.

Auch wenn ich es gerne würde, kann ich hier nicht auf jede einzelne Story eingehen (z.B. Dual). Aber es ist auch gar nicht nötig, denn das ist etwas, das man selbst lesen und in dem seine eigenen Perlen finden muss. Batman Black and White bleibt auch im fünften Band seiner Qualität und Experimentierfreude treu. Bei all dem Mittelmaß, mit dem man derzeit geflutet wird, werde ich hier wieder daran erinnert, warum ich so gerne Batman-Comics lese. Der Band ist eine wahre Wundertüte, in der für jeden was dabei ist.

Jedenfalls für jeden, der es sich leisten kann. Rund 50 US-Dollar lässt sich DC den Spaß als Hardcover kosten. Zwar ist der Band mit 300 Seiten zwar so umfangreich wie nie (angereichert mit einigen Pin-ups), aber zum Vergleich: The Joker War Saga kostet als Hardcover ’nur‘ 40 Dollar, ähnlich umfangreich und sogar in Farbe. Dann lieber auf das Paperback warten. Aber für alle, die nicht warten können: Es ist das Geld wert.

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Wiedersehen für Batman und Wonder Woman

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Yesterday Never Dies

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Jim Aparo

Erschienen: 1980 (The Brave and the Bold #158)


Furchterregender als Scarecrow! Gefährlicher als der Joker! – Das soll der neue Schurke sein, der Batman und Wonder Woman hier erwartet, heißt es jedenfalls auf dem Cover. Aber kann die Story das halten? Schauen wir doch mal rein.

Drei maskierte Gauner versuchen, eine Diplomatenparty in New York auszurauben. Zufällig ist Bruce Wayne da, der immer sein Batman-Kostüm dabei hat und dessen eigentliche Superkraft darin besteht, sich in Windeseile umziehen zu können. Nach ein paar Schüssen, die danebengehen und einigen Faustschlägen, die ihr Ziel treffen, ist die Sache erledigt.

„Deja vu“ und Flashback

Batman zieht sich wieder seinen Smoking an und wen sieht er da wieder? Diana Prince, die mittlerweile sein Geheimnis kennt. Doch da taucht ein weiterer Maskierter auf: ein neuer Schurke mit einer Blasenpistole. Diesmal zieht sich Diana um. Kaum platzen die Blasen, sieht Wonder Woman aber ihren Geliebten Steve Trevor sterben – schon wieder. (Das ist bereits in WW #180 passiert.)

Der Schurke hat es eigentlich auf einen französischen Botschafter abgesehen, der sich wegen eines Deals mit Bruce Wayne trifft. Er traumatisiert den Mann und droht, es dürfe keine Deals zwischen den USA und Frankreich geben. Dann droht er noch, die geplante Konferenz in Paris dürfe nicht stattfinden. Gezeichnet: „Deja vu!“

Der Mann stammt übrigens selbst aus Frankreich, was etwas verwundert, denn ein Franzose würde eher „Déjà-vu“ schreiben, mit Strichen nach rechts und links und einem dazwischen, aber anscheinend hat er eine Rechtschreibschwäche oder er passt sich dem Niveau der US-Leserschaft an (wobei auch Amerikaner das eigentlich richtig schreiben). Jedenfalls ist es unseren Helden egal, die nennen ihn einfach „Flashback“.

Im Finale: Faust ins Gesicht

Und fliegen trotzdem nach Paris. Während Bruce Wayne konferiert, untersucht Wonder Woman eine Chemiefabrik, zu der sie das Gas zurückverfolgt. Dort trifft sie den Schurken wieder, aber ohne ihn fassen zu können. Erst später treffen die Helden wieder auf „Flashback“, diesmal bringt er Batmans altbekanntes Trauma zurück, den Tod seiner Eltern, allerdings mit einem Clou: Batman gibt Wonder Woman die Schuld – und dafür setzt es Keile. Mit knapper Not kann sie ihn mit ihrem Lasso zurück zur Wahrheit bringen.

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Batman schlägt Wonder Woman. (DC Comics)

Derweil bringt unser Schurke weiterhin seine unerwünschten Bonbons unter die Leute. Wonder Woman wirbelt mit dem Lasse das Gas weg, der Schurke ist eingenebelt und kann nichts sehen, da verpasst ihm Batman eine und knockt ihn so aus. Darin besteht hier das wahre Déjà-vu für die Leser, hunderte Male haben wir es schon gesehen: Meistens endet eine Geschichte damit, dass Batman einem ins Gesicht schlägt. Aber dazu besteht oft gar kein Anlass. Monsieur Flashback ist wehrlos, sogar orientierungslos. So jemanden schlägt man nicht einfach, sondern fesselt ihn und führt ihn ab. So würde es jedenfalls die Polizei machen. Alles andere wäre unrechtmäßige Polizeigewalt. Aber Batman ist eben Batman. Batman schlägt gern Leute. Er darf das. Er muss es sogar tun, sonst wär’s ja öde.

Und so ist die Standpauke, die ihm Diana am Ende hält, keine Rüge, sondern eine Motivationsrede: Wie der Schurke sei zwar auch er von Hass auf Kriminelle getrieben, aber er (Bruce) rettet immerhin Leben. Oft gehört, aber Bruce ist dankbar für die Erinnerung. Déjà-vus haben also auch ihren Wert. Na dann bis zum nächsten Wiedersehen!

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Batmans Stadt der Feiglinge

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DC Comics

Titel: The Cowardly Lot

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Jorge Jimenez

Erschienen: 2021 (Infinite Frontier #0, Batman #106-111), Hardcover 2021 (Batman Vol. 4)


„This world makes cowards of us all.“ (Miracle Molly)

„Without fear there is no hope of evolution.“ (Scarecrow)

Angriff auf Arkham: Joker-Gas tötet Mitarbeiter und Insassen, auch Bane stirbt (scheinbar) mit einem Grisen im Gesicht. Dann geht das Gebäude in Flammen auf. (Schon wieder, siehe Batman Eternal Vol. 2.) Dahinter stecken Scarecrow und der Industrielle Simon Saint. Letzterer will Bürgermeister Nakano davon überzeugen, dass es eine Spezialeinheit von Polizisten braucht, den Magistrate, um dem Verbrechen in Gotham endlich Einhalt zu gebieten. Nakano will Batman und alle anderen Superhelden endlich loswerden, weil er sie als Teil des Problems ansieht.

Zugleich geht eine neue Bande auf Raubzug: Das Unsane Collective (angeführt von Master Wyze) raubt Kunstwerke von den Reichen, um das System zu ändern. Mit dabei ist Miracle Molly, eine junge Frau im schrillen Cyberpunk-Look, die Kapitalismuskritik betreibt: Menschen schuften sich zu Tode, aus Angst und in der Hoffnung auf Wohlstand, während in Wahrheit die Reichen alles für sich behalten und reicher werden. Das Unsane Collective will sich jenseits von Kategorien wie Wahnsinn und Vernunft selbst verbessern, und zwar mit Technologie. Implantate und Waffen als schöne neue Welt? Ein fragwürdiger Gegenentwurf.

Vorgeschichte zu Fear State und Future State

Batman wird verfolgt von der Polizei und kämpft mit reduzierten Mitteln gegen Schurken wie Peacekeeper-01, wobei das bedeutet, dass sein Batmobil keinen Autopiloten, sondern nur eine Fernsteuerung hat. Solche Probleme hätte ich auch gern. Trotzdem gelingt es ihm, während des Kampfes mit der geschickten Platzierung von Bomben einen Morsecode zu senden … Und dann ist da noch der neue Sidekick Ghost-Maker, der hier nicht sympathischer wird, wenn er Harley Quinn durch sein Hauptquartier führt und dabei angibt, dass sein Deko-Dino größer sei als der in der Bathöhle. Seine größte Sorge ist, ob sein Auto schneller ist das Batmobil. Solche Albernheiten machen es schwer, die Figur ernst zu nehmen. Wen’s interessiert, kann seine Abenteuer im hinteren Heftteil verfolgen.

The Cowardly Lot bildet den Auftakt zum nächsten Event, Fear State (dem letzten von Autor James Tynion IV), das wiederum zu Future State führen wird, das wir bereits kennen (siehe auch Future State: Dark Detective). Dass DC hier das Pferd von hinten aufzäumt, ist das Hauptproblem an der Geschichte: Wir wissen, worauf sie hinauslaufen wird. Hier erfahren wir bloß das Wie, aber die Spannung fehlt. Zudem sehen wir immer wieder Batman in naher Zukunft in den Fängen von Scarecrow, sodass die Haupthandlung aus lauter Rückblenden besteht. Interessant ist jedoch der Aspekt, dass Scarecrow nicht sein Angstgas verströmt, sondern sein Ziel mit reinem Terrorismus erreicht – sehr zeitgemäß, aber nur bis er am Ende doch wieder in alte Gewohnheiten zurückfällt.

Ansonsten ist Scarecrow mit Gasmaske und Spritzen an den Fingern so schaurig dargestellt wie selten. Jorge Jimenez ist ein wunderbarer Zeichner, an dem nichts auszusetzen ist, aber seine Zeichnungen sind getränkt mit einer knallbunten Kolorierung: Neonfarben in pink und giftgrün, dazu ein ständiges Glühen und Unschärfen machen allein das Hinschauen auf Dauer anstrengend. Mag sein, dass es schon vorher ähnlich war, aber hier wirkt vieles einfach wie zu viel des Guten.

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Batman und Wonder Woman mit Gorillas im Zirkus

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Dastardly Events Aboard The Hellship!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1978 (The Brave and the Bold #140)


Batman und Wonder Woman in einer Zirkusmanege, ein Dompteur mit Peitsche befielt ihnen zu brüllen und zu schnurren wie Löwen und Tiger – und die beiden Helden gehorchen aufs Wort. Dann springen sie durch brennende Reifen. Was ist denn hier los? Hat etwa die letzte Begegnung mit Catwoman (The Brave and the Bold #131) so tiefen Eindruck hinterlassen?

Nein, dieser Dompteur namens Dimitrios ist ein Schurke, der die beiden beherrscht. Batman sollte ihn für einen Industriellen finden, um dessen entführte Tochter zurückzuholen. Dimitrios ist ein Pirat, der mit Industriespionage reich geworden ist. Tochter Esmeralda soll das Geheimnis einer Solarzelle kennen, die einmal die Energiekrise lösen soll (schön wär’s!). Dimitrios will ihr das Geheimnis entlocken – mit Folter. Batman nimmt den Auftrag an, auch weil es  zur Motivation zehn Millionen Dollar Belohnung gibt, nicht für Batman sondern für eine Wohltätigkeitsorganisation seiner Wahl.

Wendungsreicher Plot

Parallel nimmt Wonder Woman die Aufgabe an, Dimitrios zu fassen. Sie arbeitet als Diana Prince jetzt für die Vereinten Nationen. Sie geht an Bord des Piratenschiffes, als zufällig gerade Batman dort in eine Falle gerät: ein Haifischbecken mit Orcas und Riesentintenfischen. WW kann ihn retten. Dann kriegen es die beiden mit dressierten Gorillas zu tun und werden mit Gas betäubt. So landen sie in der Manege des Schurken, der mit ihnen sein krankes Machtspiel treibt.

Dann folgt eine Reihe von Wendungen. Als erstes stellt sich heraus: Esmeralda und Dimitrios sind ein Paar! Sie sei freiwillig zu ihm gekommen und gedenke nicht, ihn zu verlassen, sagt sie. Aus irgendeinem Grund wirft der Schurke Batman dann die kleine Solarzelle hin, die der Held aus einem anderen unerfindlichen Grund schluckt und abhaut. Dann stellt sich heraus: Die Solarzelle ist gefälscht, Dimitrios hat den Erfinder entführt. Dann stellt sich heraus: Batman hat die Solarzelle gar nicht geschluckt, sondern nur so getan! Und überhaupt hat die Zelle nie Esmeraldas Vater gehört.

Diana als Detektivin

Batman wird wieder gefangen genommen und soll von Gorillas aufgeschlitzt werden, um die Zelle aus ihm herauszuholen. Wonder Woman befreit ihn (schon wieder). Warum aber begibt sich Batman in Gefahr, wenn doch die falsche Solarzelle in der Tasche des Erfinders steckt? Damit WW was zu tun kriegt, gibt er zu. Diana bedankt sich fürs Vertrauen. Nach einigem Hin und Her schwingt die Heldin ihr Lasso und es stellt sich heraus (Wendung Nr. 4 oder 5): Esmeralda liebt Dimitrios gar nicht! Sie hat ihn nur benutzt, um die Solarzelle zu ihrem Vater zu bringen, der wiederum alles nur inszeniert hat, um Dimitrios zu täuschen … Puh, da komme noch einer mit …

Jedenfalls wirft dann der Schurke eine Brandbombe („greek roman candle“ nennt er das) und versucht, per Helikopter zu fliehen, aber da bringt ihn Wonder Womans unsichtbares Flugzeug zum Absturz – allerdings nicht zu doll, denn der Böse muss ja noch vor Gericht gestellt werden.

Zum Schluss gibt’s Lob von Batman: „You’re quiet a detective, Diana!“ Sehr schön. Und das ganz ohne Sexismus.

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Clayface und Luthor, Gesetzeshüter

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DC Comics

Titel: Superman and Batman… Outlaws

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1965 (World’s Finest #148), Hardcover 2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 2)


Eigentlich ist das keine richtige Clayface-Story, aber ich will sie euch trotzdem nicht vorenthalten, denn sie geht einer interessanten Frage nach: Was wäre, wenn Batman und Superman Schurken wären?

Unsere World’s Finest probieren eine neue Maschine aus, von der niemand weiß, was sie tut. Dass Superman sich nicht fürchtet, überrascht nicht, aber bei Batman mutet das Experiment etwas lebensmüde an. Beide überleben zwar, finden sich aber in einer feindlichen Parallelwelt wieder, in der sie als Verbrecher gejagt werden. Nicht nur die Polizei ballert gleich los, auch Lex Luthor und Clayface tauchen sofort auf, um die beiden mit Kryptonithandschellen festzunehmen. Clayface wird zum Geparden.

Bloß weg hier! Und tatsächlich: Clayface und Luthor sind die Helden dieser Welt, während Superman und Batman als größte Gauner gelten. Natürlich hat das mit dem schlechten Einfluss zu tun: Jonathan und Martha Kent waren als eine Art Bonnie-und-Clyde-Duo unterwegs, als sie Klein-Kal-El fanden, später plünderte er Banken für sie. Thomas Wayne war ein bekannter Einbrecher, ein „cat-burglar“, der ohne erfindlichen Grund seinen Sohn zu einem Batman gemacht hat.

Als die World’s Finest auf die World’s Worst stoßen, komm es zum unvermeidlichen Duell. Die Guten ziehen den Kürzeren. Daraufhin wollen die Bösen die Maschine klauen, um in die andere Dimension zu reisen und dort Reibach zu machen. Als die Guten das verhindern wollen, werden sie selbst gefangen genommen und vor Gericht gestellt. Natürlich glaubt ihnen niemand ihre Geschichte.

Resozialisierung durch Gehirnwäsche

Während des Prozesses klauen die Bösen die Maschine, werden dabei gefilmt und dank Luthors Aussage kommen unsere Helden frei. Auf zur Bathöhle! Da ist aber niemand. Dann auf zur Festung der Einsamkeit! Clayface wird zur Rakete, bricht die Tür auf, Batman legt dem bösen Superman die Handschellen an, Superman hindert den bösen Batman, nach einer Waffe zu greifen und damit sind die Verbrecher endlich gefasst.

Zum Schluss kommt Batman eine Idee: Wie wär’s, wenn Luthor die beiden Schurken einer Gehirnwäsche unterzieht, damit sie zu anständigen Bürgern werden? Na klar: Gesagt, getan. Auch beim bösen Robin. Niemand äußert moralische oder juristische Bedenken, denn am Ende sind alle glücklich und zufrieden und winken der Menge zu. Vielleicht könnte man dasselbe mal bei Luthor und Clayface auf unserer Erde durchziehen, findet Batman. – Erschütternd.

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Batman auf Weltreise

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DC Comics

Titel: Batman – The World

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2021 (One-shot)


„Leaving Gotham from time to time is good. It can be a breath of fresh air. But sometimes the smell is the same.“ (Batman)

Vor sechs Jahren jagte Batman den Joker durch Europa, besuchte Prag, Paris, Berlin und Rom, jetzt ist er auf Weltreise unterwegs: The World heißt der Band, den DC zum Batman-Tag veröffentlicht hat, gleichzeitig in all den 14 Ländern, die Batman hier besucht, auf allen Kontinenten – außer Australien und Afrika.

Na gut, Australien ist im Grunde nur ein einziges Land (auch wenn zu dem Kontinent noch ein paar Inseln gehören, ok). Aber warum nicht Afrika? An einem Mangel an Kriminalität kann es nicht liegen. Und unter 1,3 Millionen Einwohnern dürften sich bestimmt auch geeignete Autoren und Zeichner finden. Doch anscheinend gibt es auf dem gesamten Kontinent – von Ägypten bis Südafrika – keine nennenswerte Leserschaft und von DCs Seite offenbar auch kein Interesse daran, eine aufzubauen. Aber die können auch nicht alle nur Black Panther lesen. In Grant Morrisons Batman Incorporated, als der Dunkle Ritter Filialen in aller Welt eröffnet hat, gab es noch einen afrikanischen Batwing. Diesmal wird Afrika so ignoriert wie die Antarktis.

Erster Minuspunkt, noch bevor ich gelesen habe. Was ist mit den anderen 14 Ländern?

Batman als Tourist

Wie so oft, wenn Batman um die Welt reist (z.B. in Barcelona), entsteht der Eindruck, dass es hier vor allem darum geht, Sightseeing zu betreiben. Batman wird vor verschiedene Sehenswürdigkeiten gestellt, als würde er für Urlaubsfotos posieren. Die können sich dann die jeweiligen Comicgemeinden einrahmen oder ins Album kleben, nach dem Motto: Batman war (auch) hier! Und so ziehen auch wir in The World wie japanische Touristen alle paar Seiten von Attraktion zu Attraktion, um Batman mal hier und mal da zu sehen.

Den Anfang machen Brian Azzarello und Lee Bermejo (Batman: Damed, Joker) mit den USA. In diesem Land spielen zwar bekanntlich 99 Prozent aller Batman-Storys, aber hier gibt es gar keine Story, sonndern nur eine Art Prolog, der erklären soll, warum sich Batman als Weltbürger sieht. Man kann es sich denken: weil es überall Verbrecher gibt. Dazu sehen wir ein paar Pin-ups aus der klassischen Schurkenriege. Schön gezeichnet, sonst kaum Mehrwert, da kein Wort darüber, das die USA ausmacht.

Mit Catwoman im Louvre

Ansonsten besichtigen wir wieder Prag, Rom und Paris, in Paris natürlich den Louvre samt Mona Lisa. Fast möchte man rufen: Klischee ahoi!, aber die kleine Jagd zwischen Batman und Catwoman gelingt, weil sie am Ende überrascht. In Spanien umgeht Paco Roca sämtliche Klischees, indem er Bruce Wayne einfach an einem Küstenort Urlaub machen lässt. Viele wortlose Panels lang sehen wir den überanstrengten Helden nichts tun, außer sich gehen zu lassen – und das ist herrlich erfrischend.

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Batman in Frankreich, Spanien, Tschechien. (DC Comics)

Es wird immer dann peinlich, wenn die Autoren versuchen, so etwas eine Story zu erzählen: Eine Jagd nach Bane in der Türkei muss niemanden interessieren, denn hier geht es bloß darum, das Land vorzustellen. Ebenso in Warschau, wo Bruce Wayne versucht, eine polnische Tech-Firma zu kaufen und sich zunächst Clark-Kent-mäßig mit Brille verkleidet und tatsächlich erwartet, niemand würde ihn erkennen. In Prag geht es um einen Mad Scientist, der mit Telepathen experimentiert. In Mexiko darf Batman eine Geisterfrau von ihrem Fluch erlösen und steigt dazu tief in die Frühgeschichte der Stadt hinab. Na ja …

Manches ist etwas ambitionierter, fast schon experimentell: In Rom wird die Geschichte eines doppelköpfigen Superschurken namens Janus rückwärts erzählt, bis zu einer Szene, in der Batman die Eltern eines Jungen vor einem Attentäter schützt und gerade deshalb die Schurkenkarriere inspiriert.

Sozialkritik in China und Brasilien

Nun gut, aber wäre so eine Weltreise nicht mal wert, sich den wahren Problemen und Schurken auf der Erde zu widmen? Auch das gibt’s: In Deutschland (Bayern) will der Joker zwei Umweltaktivisten für sich gewinnen und hält selbst eine flammende Ansprache gegen Erderwärmung und Umweltverschmutzung. Zusammen mit den anderen will er Bäume pflanzen und sie mit dem Blut der Klimasünder düngen. Als Batman auftaucht, um ihn zurück in die USA zu bringen, bringt Joker die tiefgründigste Äußerung des Bandes:

„Home? Come on, Batman. I’m not needed there. A mad clown has already taken a dump on the desk of the oval office, and people still love him. Whereas the Germans are so sensible and joyles. They need the Joker!“

Sozialer Probleme nimmt sich Batman ebenfalls an. In China steigt der Held in eine landesübliche historische Rüstung und wehrt sich gegen eine aggressive Gentrifizierung, die seine eigene Firma verusacht hat. Bruce Wayne übernimmt Verantwortung für seine eigenen Fehler – zusammen mit einem Sidekick namens Panda Girl.

Einen großen Sprung in Sachen Relevanz macht das Team aus Brasilien. Da beginnt es mit Straßenkriminalität und endet bei einem korrupten Politiker, der sein Volk aufhetzt. Kommt uns das bekannt vor? Natürlich: Nach Trump wird mit Bolsonaro abgerechnet. Die Moral von der Geschicht: Die wahren Helden sind die einfachen Leute, sie können wirklich was bewirken – nur wie, das verrät uns Batman leider nicht. Und wem das noch nicht banal genug ist, der liest Sätze wie „Brazil is a country of many contrasts.“ – Diese Plattitüde dürfte in so ziemlich jedem Reiseführer zu jedem Land dieser Erde stehen.

In Japan setzt sich Batman als eine Art Samurai-Krieger für die Pressefreiheit ein. Ein Künstler, der ihn für eine Zeitung gezeichnet hat, wird verfolgt und bittet Batman um Hilfe. Doch der Dunkle Ritter will das nur tun, wenn der andere aufhört, ihn zu zeichnen. So soll er sich selbst schützen und Batman nicht als Helden glorifizieren. Als der Künstler sich weigert, ändert Batman seine Meinung: „People can draw what they want, unless it’s going to harm others.“

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Batman in Korea, Japan, Russland (DC Comics)

Jetzt könnte man sich fragen, inwiefern eine Zeichnung andere verletzen kann – und wäre gleich bei der Karikaturendebatte angelangt. Würde Batman also nicht sagen: „Je Suis Charlie“? Das bleibt offen. Und so bleibt auch The World ein Band, der niemandem wehtut, sondern – wie so oft bei Anthologien – eine bunte Wundertüte bildet, mit ein paar Perlen zwischen mäßigem Füllmaterial, auch visuell ist für jeden Geschmack was dabei, sogar im Mangastil.

Mein Highlight bildet die Episode aus Russland: Ein Zeichner erzählt, wie er als in der Sowjetunion einen Batman-Stift bekommen hat und daraufhin zum Zeichner wurde, wie er nach dem Fall der Mauer Batmans Abenteuer im Fernsehen verfolgte und ihm schließlich selbst begegnet ist. Das ist mal eine ganz andere Perspektive auf den Mythos, sehr sensibel dargestellt und mit einer schönen Wendung am Ende versehen.

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Wonder Woman trifft „Bat Hombre“

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Play Now … Die Later

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1973 (The Brave and the Bold #105)


Wonder Woman trägt immer noch Weiß wie die Unschuld und auf dem Cover liegt sie ohnmächtig in Batmans Armen, der sie vor einer Harpune rettet – mit der Handlung der Geschichte hat es aber nichts zu tun.

Bruce Wayne amüsiert sich in einem spanischen Lokal in Gotham City, wo gerne Menschen aus dem Kriegsland San Sebastian verkehren. Dort trifft er die schöne Conchita und ihre Matrone. Auf der Straße werden die Frauen angegriffen, Bruce Wayne und Alfred bringen sie in Sicherheit, plötzlich ist eine Schießerei im Gange und Batman interveniert, um einen Jungen zu retten.

Entführung als Betrug?

Ein Mann namens Raoul Vasquez wird festgenommen. Er ist Revolutionär und stellt sich später als Bruder von Conchita heraus. Sie erzählen Bruce, ihr Vater sei entführt worden und sie können ihn nur gegen Lösegeld freibekommen. Bruce will das Geld auftreiben. Aber er durchschaut das falsche Spiel: Die beiden seien Betrüger, die das „spanish prisoner game“ spielen. Es gehe bloß darum, ihn abzuzocken.

Um sie zu entlarven, holt Batman Wonder Woman dazu. Sie gibt sich als neue Matrone für Conchita aus, begleitet sie zur Geldübergabe, aber die ganze Show scheint sehr überzeugend inszeniert zu sein, besonders als der Mann, der das Lösegeld entgegennimmt, erschossen wird. Nein, es ist kein Betrug, die Sache ist ernst.

Diana wird niedergeschlagen, Batman auch. Diana wird von ihrem Amazonenschutzengel gerettet (!?) und befreit dann auch Batman. Und um’s kurz zu machen: Gemeinsam befreien sie den entführten Vater von einem Schiff, Wonder Woman springt dabei durch ein Bullauge zur Rettung – und das nur, weil sie sich so schlank hält. Zum Schluss gibt es von Conchita einen Dankeskuss für „Bat Hombre“.

Habt ihr euch gerade beim Lesen gelangweilt? Ja, mir ging es ganz ähnlich …

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Die Geschichte hinter Tim Burtons „Batman“-Film

Das Startbild des Videos ist irreführend: Nein, es geht nicht um Christopher Nolans The Dark Knight, sondern um Tim Burtons Batman-Film von 1989. Genauer gesagt, es geht darum, welche Bedeutung er für die Filmgeschichte hatte, denn die Veröffentlichtung gilt hier als Geburtsstunde des modernen Blockbusters.

Tatsächlich ist der Film ein bemerkenswertes Phänomen: „It wasn’t so much about the story or the characters, it was about the event“, heißt es an einer Stelle in der Doku. Was passierte, war gar nicht so wichtig, sondern allein die Tatsache, dass hier zwei Stunden Spektakel geboten wurde – zwei Stunden Batman. Der Film löste eine zweite Batmania aus, mit Tonnen von Merchandising-Artikeln wie Spielzeug, T-Shirts und Lebensmitteln.

Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Besetzung von Michael Keaton als Bruce Wayne zunächst auf große Ablehnung stieß. Auch wenn Keaton einen guten Job gemacht hat, zeigte der Film aber: Eigentlich ist es (fast) egal, wer hinter der Maske steckt. Am meisten zählt die Maske selbst.

Das Prinzip, eine bekannte Marke zu einem Blockbuster auszubauen, hat von da an Schule gemacht. Heute ist das normal, wie man an der Flut von Superhelden-Filmen sehen kann. Hypes sind dadurch aber selten geworden.

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