Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Batmans neue Super-Freunde

DC Comics

DC Comics

Titel: I Am Gotham (Batman Vol. 1) (dt. Ich bin Gotham)

Autor/Zeichner: Tom King/David Finch, Mikel Janin, Ivan Reis u.a.

Erschienen: 2016 (Batman #1-6, Batman Rebirth #1), Paperback 2017, dt. Panini 2017 (Paperback)


„Who’s going to catch you in Gotham?!“

Jede Stadt hat ihre Beschützer: Metropolis hat Superman, Gotham hat Batman – aber was, wenn über Gotham plötzlich ein Flugzeug abgeschossen wird, es auf die Stadt zurast und kein Superman helfen kann? Dann ist Batman ziemlich aufgeschmissen. Mit technischen Tricks kann er vielleicht das Schlimmste verhindern, aber nicht mehr sich selbst retten. Doch in so einer Situation tauchen aus dem Nichts zwei fliegende Superhelden auf und gehen Batman zur Hand: sie nennen sich „Gotham“ und „Gotham Girl“ und tragen diamantförmige Symbole mit einem G in Frakturschrift auf der Brust.

Nicht gerade einfallsreich, zugegeben. Und der beste Detektiv der Welt kommt auch schnell hinter die Masken der beiden Neulinge und stattet ihren Eltern als Matches Malone einen Besuch ab. Wie dem auch sei: die Geschwister Gotham haben die nobelsten Absichten – und Batman vertraut ihnen auch ohne große Erklärungen über ihre Herkunft und Beweggründe. Er verlässt sich wohl auf seinen Instinkt. Und so arbeitet das Dynamische Trio zusammen mit dem Azubi-Robin Duke Thomas, der noch Dauerdienst in der Bathöhle schieben muss, bevor er ins gelbe Kostüm steigen darf. (Wer Duke ist, erfährt man im Prolog von Batman Rebirth #1, mit dem der Band beginnt, der aber auch in Batman Vol. 10: Epilogue und Detective Comics Vol. 9: Gordon at War enthalten ist.)

Passend zum Zeitgeist der Realität haben die Helden vor allem mit Terrorismusbekämpfung zu tun: in Gotham sind Selbstmordattentäter mit Bomben unterwegs und verbreiten die Botschaft der Furcht. Auch Solomon Grundy darf mal wieder beim Chaos mithelfen. Dahinter stecken aber Hugo Strange und der Psycho Pirate (siehe Crisis on Infinite Earths) – aber was Strange vorhat, das wird hier noch nicht geklärt.

Der neue Batman-Autor Tom King (der neben Grayson auch die grandiose Irak-Kriegs-Serie Sheriff of Babylon geschrieben hat) legt mit I Am Gotham einen furiosen Start hin: einfallsreich und voller Humor, die Tradition im Blick, aber auch stets ironisierend. Damit erweist er sich als würdiger Nachfolger von Scott Snyder. Allein das erste Kapitel, in dem Batman das Flugzeug umzulenken versucht, ist auch dann äußerst spannend, wenn man weiß, worauf es hinausläuft. Weitere Highlights: Alfred im Batman-Kostüm und eine Reihe geschrotteter Batmobile. Zeichner David Finch (Batman: The Dark Knight und Forever Evil) liefert eine solide Arbeit mit typisch klaren Linien und einigen prachtvollen Splash-Pages hin, auch wenn die Mimik seiner kraftstrotzenden Figuren nicht immer überzeugt. Er ist kein so einfallsreicher Künstler wie sein Vorgänger Greg Capullo.

Allerdings ist die Story etwas zu sprunghaft, ein paar Seiten mehr hätten ihr gut getan, dafür endet sie im Grunde schon nach fünf von sechs Kapiteln, der Schluss ist bloß ein etwas sentimentaler Epilog, der für die Trauerbewältigung von Gotham Girl verschenkt wurde. Und vor allem liest sich I Am Gotham nicht so sehr wie eine abgeschlossene Geschichte, sondern bloß wie ein Auftakt zu Größerem: Darin angelegt sind bereits das Crossover Night of the Monster Men sowie die Fortsetzungen I Am Suicide und I Am Bane. Wie gut die Stücke zusammenpassen, werden wir später beurteilen müssen.

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Injustice 2: „The Lines Are Redrawn“

Am 16. Mai 2017 erscheint das Game Injustice 2. In diesem Trailer wird weniger auf Kämpfe gesetzt (worauf es natürlich im Wesentlichen ankommen wird), sondern erzählt, was bisher geschah. Außerdem kämpft Batman gegen Robin und wir sehen Darkseid.

Joker verkleidet sich als Clown

DC Comics

DC Comics

Titel: The Case of the Joker’s Crime Circus

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Batman #4)


„Odd, how that clown reminds me of someone.“ (Bruce Wayne)

Diese Idee liegt nahe: Der Joker veranstaltet ein paar Zirkusvorstellungen in den Häusern der Reichen und verkleidet sich selbst  – wer hätte das gedacht – als Clown. Kurz darauf sind die Reichen etwas ärmer. So geht das ein paar Mal – und keiner kommt auf die Idee, dass das etwas mit diesem seltsamen Zirkus zu tun hat, der durch die Häuser zieht.

Da muss erst Batman in seiner zivilen Verkleidung als Bruce Wayne kommen, um der Sache nachzugehen. Dieser Clown der Truppe kommt unserem Helden auch sehr bekannt vor, aber beim besten Willen: Er kommt einfach nicht drauf, wer das sein könnte. Es mag wohl daran liegen, dass der Joker, der ohnehin so ein Allerweltsgesicht hat, seine lange Nase rot gefärbt hat. Sie wirkt anscheinend so täuschend und ablenkend wie Clark Kents Brille. Man ändert nur eine Sache an seinem Gesicht – und schon wird man nicht mehr erkannt.

Okay, der beste Detektiv der Welt ist hier nicht in Höchstform. Aber am Ende reicht es trotzdem, um die Bande zu erwischen. Zugegeben: Batman ist davon ausgegangen, dass der Joker tot ist. Der Schurke spielt damit, indem er als falsches Gespenst Verwirrung stiftet. Letztendlich stürzt er doch wieder in einen Abgrund, in dem ihn das Wasser auffängt bis zur nächsten Geschichte. War wohl doch keine so gute Idee mit dem Zirkus …

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Alter schützt vor Torheit nicht

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight Dynasty

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Scott Hampton, Gary Frank, Scott McDaniel

Erschienen: 1997 (One-shot)


„I win again. But then, I always do.“ (Vandal Savage)

2300 Jahre Waynes, drei Generationen von Batmen: als Kreuzritter im Mittelalter, als Dunkler Ritter in der Gegenwart, als High-Tech-Kriegerin in ferner Zukunft. Und alle drei müssen sich mit Vandal Savage rumschlagen, jenem unsterblichen Schurken, der einem mysteriösen Meteorit nachjagt. Dafür tötet er sogar Bruce Waynes Eltern. Wozu der ganze Ärger, das erfährt man erst am Ende: auch der Böse hat einfach nur das grundmenschliche Bedürfnis zu wissen, was ihn zu dem gemacht hat, das er ist. Der Aufwand wirkt dann doch etwas übertrieben, vor allem gegen Ende, wenn er einen ganzen Kult um sich begründet. Gastauftritte haben eine Art Catwoman des Mittelalters und eine weibliche Scarecrow, Scarecrown genannt.

Dass sein hohes Alter Vandal Savage aber nicht unbedingt weiser macht, zeigt auch ein Plot-Element, das immer wiederkehrt: In jedem der drei Kapitel lässt er den Helden in einer Todesfalle zurück und lässt ihm damit jedesmal die Gelegenheit zur Flucht – im zweiten Kapitel sogar zweimal. Okay, das ist nicht unbedingt ein Klischee mehr, es ist einfach ein Topos von Heldengeschichten. Aber gleich viermal den gleichen Fehler zu begehen, lässt dann doch am Verstand des angeblich superschlauen Superschurken zweifeln und wird zum Running Gag, der die Story unfreiwilligen komisch macht. Noch lächerlicher ist nur noch ein Affe, der in der Zukunft zu Robin wird (warum nur, warum?).

Visuell macht Dark Knight Dynasty wenigstens zu zwei Dritteln etwas her: Die gemalten Seiten von Scott Hampton (Night Cries) im Mittelalter-Teil und die von Gary Franks (Batman: Earth One, Superman: Secret Origin) Gegenwarts-Teil sind wahre Hingucker. Dagegen ist das Finale von Scott McDaniel und Bill Sienkiewicz nicht nur sperrig gezeichnet, sondern lässt auch schwer der Handlung folgen.

Insgesamt ist Dark Knight Dynasty zwar episch angelegt, aber kann seinen Anspruch nicht ganz erfüllen, weil es dann doch bloß in Banalitäten abdriftet.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Batman, Flash und der Button des Comedian

DC Comics

DC Comics

In DC Universe Rebirth #1 fand eine unerhörte Begebenheit statt: Batman fand in der Bathöhle den blutigen Smiley-Button des Comedian aus Watchmen. Jetzt geht die Geschichte um die Verschmelzung zweier bislang getrennter Comic-Universen weiter. DC Comics hat eine vierteilige Storyline namens „The Button“ angekündigt, die sich über die US-Ausgaben von Batman und Flash #21 und #22 erstrecken soll. Die Hefte erscheinen im April und Mai. Die Batman-Ausgaben werden von Autor Tom King und Zeichner Jason Fabok stammen, die Flash-Ausgaben von Autor Joshua Williamson und Zeichner Howard Porter.

Zur Story ist nicht viel bekannt, nur so viel: Was wie eine einfache Ermittlung beginnt, entwickelt sich zu einer tödlichen Angelegenheit, als sich jemand Drittes in die Angelegenheit einmischt. DC verspricht, dass es jemand völlig unerwartetes sei.

DC Comics

DC Comics

Der Stellvertreter und der Schwächling

DC Comics

DC Comics

Titel: Truth Hurts (Batman/Superman Vol. 5) (dt. Fremde Freunde)

Autor/Zeichner: Greg Pak/Ardian Syaf

Erschienen: 2015-2016 (DC Sneak Peak Batman/Superman #1, Batman/Superman #21-27), Paperback 2016; dt. Panini 2016 (Batman/Superman Bd. 6, enthält #21-24)


Batman und Superman sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Batman ist eigentlich James Gordon in einer Robo-Rüstung (siehe Superheavy/Bloom), Superman ist zwar immer noch Clark Kent, nur dass es jetzt jeder weiß, aber er hat den Großteil seiner Kräfte verloren. Jetzt rennt er herum im T-Shirt und schützt seine Knöchel mit den Fetzen seines Capes.

In dieser Ausnahmesituation treffen die beiden Helden aufeinander. Beide werfen einander vor, nicht das zu sein, was sie vorgeben zu sein. So kommt es erstmal zum Kräftemessen. Oder anders gesagt: Clark bekommt mächtig Keile von Robo-Bat. Man vertraut einander nicht, aber man arbeitet trotzdem zusammen. Was cool ist: Clark leiht sich Bruces Bat-Motorrad, sprüht es aber kurzerhand rot an. Aber sonst ist Superman eben alles andere als super.

Ach so, da ist ja noch Handlung: Der Untergrundherrscher Ukur will eine Miniatursonne stehlen, die er als Energiequelle nutzen will, aber die genauso gut als Massenvernichtungswaffe genutzt werden kann. Superman steigt hinab in die Unterwelt, legt sich mit Monstern an, trifft auf Aquaman und am Ende rettet er gemeinsam mit Aushilfs-Robocop-Batman die Welt. Das heißt: eigentlich nicht, denn am Ende klauen einfach andere Schurken die Bombe.

Auch dieser Batman/Superman-Band bietet die Bewährte Mischung aus 08/15-Dramaturgie und ganz soliden Zeichnungen.

>> Batman & Superman in World’s Finest

Kein Batman beim Gratis Comic Tag 2017

Panini Comics

Panini Comics

Eine schlechte Nachricht für Batman-Fans: Beim nächsten Gratis-Comic-Tag, am 13. Mai 2017, wird es kein Batman-Comic geben. Damit bricht Panini eine Tradition. Stattdessen wird ein Heft erscheinen, das mit Harley Quinn, Superman und Wonder Woman für DC Rebirth werben wird. Wonder Woman soll sogar eine komplette Story bekommen – passend zum anstehenden Kinofilm, der am 15. Juni erscheinen wird. Und Harley Quinn ist ohnehin schon ein Publikumsliebling. Superman muss wohl noch stärker beworben werden. Aber Batman scheint es nicht nötig zu haben. Für den zahlen die Leser offenbar schon genug.

R.E.M. singen Batman

Auch von R.E.M. gibt es eine Coverversion der Batman Theme. Allerdings verbirgt sie sich hinter dem umschreibenden Titel „Winged Mammal Theme“ (1992, B-Seite der Single „Drive“). Zunächst erkennt man die Vorlage nicht, erst wenn Michael Stipe „Batman“ haucht, wird klar, um welches geflügelte Säugetier es sich handelt.

Affenzirkus mit Joker

DC Comics

DC Comics

Titel: Time to Monkey Shine

Autor/Zeichner: Andy Kubert/Andy Clarke

Erschienen: 2013 (Batman #23.1: The Joker)


Zum Event Forever Evil brachte DC den Villain’s Month: einige Sonderausgaben der regulären Serien wurden jeweils einem Schurken gewidmet. Batman #23.1 gehörte dem Joker. Erzählt werden zwei Geschichten. Die eine ist eine rührselige Vorgeschichte, die andere eine schräge Story um einen Affen. Welche soll ich zuerst erzählen? Die erste erzählt von Jokers schwieriger Kindheit. Großgezogen von einer tyrannischen Tante wurde der kleine Junge mit Bleiche gebürstet. In der zweiten Story erinnert der Joker sich an damals und beschließt es besser zu machen. Weil er kein Kind hat, entführt er ein Gorillajunges aus dem Zoo und zieht es groß … Muss ich noch mehr sagen?

Andy Kubert ist ein toller Zeichner, aber seine Schreibkunst taugt hier nichts. Jokers Vorgeschichte ist ein Klischee, das er nicht braucht, die Affen-Story ist so bescheuert, dass wir sie nicht brauchen. Immerhin die Zeichnungen von Andy Clarke sind stark, vor allem in den Rückblenden, wenn er seinen nüchternen, klaren Stil gegen einen expressionistischen eintauscht.

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>> Mehr über den Joker

Dark Knight III: Das verflixte siebte Heft

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III: The Master Race – Book 7

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2016


„Batman is dead? Oh sure … How many times have we heard that before, boss?“ (Batgirl)

Batmans Tod – ja, ein alter Hut. Ein Running Gag. Aber hier lahmt er. Denn abgesehen davon, dass Batman natürlich nicht sterben kann (wir brauchen unseren Helden noch), findet Superman schnell eine Lösung für dieses gravierende Problem: Wie gut, dass die nächste Lazarusgrube nie zu weit weg ist. Immerhin wird die Rettungsszene dramatisch eingeführt mit einer schönen Variation des alten Bird-Plane-Superman-Motivs. Superman sieht sich am Rande seiner Möglichkeiten – und dann geht es doch ganz einfach.

Warum ist das so? Weil Frank Miller und Brian Azzarello sich nicht genug Zeit lassen für ihre Geschichte. Probleme tauchen hier schnell auf – und ebenso schnell werden sie wieder gelöst. Nach einer kurzen Badekur ist Bruce wieder da. Neues Problem: Der Schurke Quar will sich an Supermans Sohn Jonathan rächen, doch als Lara das Baby von der Paradiesinsel holen will, stellen ihr sich Mutter Wonder Woman und ihre Amazonen in den Weg. Man wird nicht so recht schlau aus dieser Lara, warum sie so handelt, wie sie es tut.

Im Mini-Comic holt Hal Jordan sich seine abgetrennte Hand wieder, um wieder Green Lantern zu sein – und wird von zwei Hawkmen gerettet. Frank Miller gibt sein Bestes, diese Episode wenigstens ansehnlich zu gestalten. Packend wird sie dennoch nicht.

Zum Schluss sei noch erwähnt: Die Autoren erlauben sich einen weiteren Seitenhieb auf Donald Trump. Der twittert, dass die Kryptonier für den Wiederaufbau Gothams bezahlen müssten. Ein billiger Gag, der nicht funktioniert, weil der Vergleich mit Trumps ursprünglicher Aussage, eine Mauer nach Mexiko zu bauen, stark hinkt. Nicht jeder Zeitbezug ist ein passender Kommentar zur politischen Lage.

Noch zwei Ausgaben stehen bevor. Teil acht soll am 29. März 2017 erscheinen … – wenn es denn klappt. Schade, dass man das Ende nicht deshalb herbeisehnt, weil man wissen will, wie es weitergeht, sondern damit das Trauerspiel endlich abgeschlossen wird.

Die Dark Knight-Saga:

>> Batman 2011-2019