Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Vorfreude aufs Klötzchenspiel mit Batman

Noch vor Wonder Woman und Justice League kommt ein nächstes Jahr neuer Batman-Film in die Kinos: The Lego Batman Movie! Der mittlerweile vierte Trailer zeigt, dass der Computer-Animationsfilm das Potenzial hat, der beste Batman-Film seit langem zu werden, auf jeden Fall die beste Batman-Komödie seit Adam Wests Auftritt in den 60ern. Unter anderem bekommen wir endlich den Joker zu sehen und erfahren, dass Batman sich am liebsten mit Superman kloppt – obwohl der bekanntlich kein Schurke ist.

In der deutschen Filmfassung wird Batman die Synchronstimme von Christian Bale haben (siehe Video unten). Geplanter Kinostart ist der 9. Februar 2017.

Superman: Olle Kamellen auf neuer Erde

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman Earth One Vol. 1

Autor/Zeichner: J. Michael Straczynski/Shane Davis

Erschienen: 2010 (One-shot), dt. Panini 2012


„That you can do it doesn’t mean it’s right for you.“ (Martha Kent)

Nach Birthright und Secret Origin kommt mit Earth One der dritte Versuch innerhalb weniger Jahre, Supermans Ursprungsgeschichte neu zu erzählen (Grant Morrison machte ein Jahr später einen vierten). J. Michael Straczynski beginnt mit der Ankunft des jungen Clark Kent in Metropolis. Ein nachdenklicher junger Mann, der lieber mit dem Zug fährt obwohl er fliegen könnte und der nicht weiß, was er mit seinem Leben und vor allem mit seinen Fähigkeiten machen soll. Also probiert er vieles aus und erweist sich als Wunderkind in allen Disziplinen: vom Sport zur Wissenschaft. Doch er schlägt alle Angebote, reich und berühmt zu werden, aus. Schließlich wird er Reporter – und das obwohl er gerade da nur Durchschnitt zu sein scheint.

So viel zum Menschlichen. Den größten Teil des ersten Bandes macht jedoch eine Invasion aus: Böse Aliens von Kryptons verfeindetem Nachbarplaneten fallen über Erde eins her, um den letzten Kryptonier zu vernichten. Inspiriert vom Reporter-Mut von Jimmy Olson und Lois Lane steigt Clark in das Kostüm, das ihm seine Ziehmutter aus kryptonischem Stoff genäht hat, und rettet als Superman erstmals die Welt.

Viel mehr zu erzählen gibt es nicht, denn so simpel ist die Geschichte. Und leider bietet sie auch nicht viel mehr. So grüblerisch sie das Sensibelchen Clark Kent einführt, so oberflächlich handelt sie den Action-Teil ab. Der noch unerfahrene Superman tut sich nicht allzuschwer mit der riesigen Übermacht. Vor diesem Hintergrund erscheint alle Mühe, Clark Kent menschlich darzustellen, vergeblich, wenn er schließlich doch nur der Übermensch ist. Dazu passen dann auch die sauberen und sehr glatten Zeichnungen von Shane Davis. Der größere Reiz des Bandes mag im Visuellen liegen, einen tieferen Eindruck hinterlässt es jedoch auch nicht.

Einzige nennenswerte Neuerung im Origin: Krypton wurde nicht durch eine Naturkatastrophe vernichtet, sondern von Feinden mutwillig zerstört. Und hinter den Feinden stecken noch ganz andere, unbekannte Schurken … Supermans Aufgabe ist fortan also nicht nur, das Gute auf Erden zu tun, sondern auch seine alte Heimat zu rächen. Fortsetzung folgt. Zur Verteidigung kann man sagen: das ist bloß der Auftakt gewesen. Steigerungsfähig.

Superman Earth One erinnert zuweilen sehr an den zwei Jahre später erschienenen Film Man of Steel. Und es hinterlässt auch ein ähnlich zwiespältiges Gefühl.

>> Zu Batman: Earth One

Wonder Woman: Der zweite Trailer

Mehr Amazonen, mehr Erster Weltkrieg: der zweite Wonder Woman-Trailer verspricht einen Film, der hoffentlich wahr wird.

Zur Erinnerung: hier ist der erste Trailer.

Batman und Joker tauschen Körper

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman – Clown of Crime

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #85), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Batman (…) you’re the new Joker of Gotham City!“

Das Batmobil ist nicht nur ein Auto, es ist eines von Batmans Erkennungszeichen. Wenn es kommt, wissen alle Bescheid. Dass der Joker ein Jokermobil hat, erweist sich allerdings nicht gerade als beste Idee – vor allem, wenn man damit gerade vor einem Tatort parkt. Es gleicht geradezu einer Einladung, erwischt zu werden. So geschieht es, nachdem der Joker – mal wieder – aus dem Knast entlassen wurde. (Das Thema hatten wir beim letzten Mal.) Der Schurke will Radium aus einem Labor stehlen, vermutet das dicke Geld. Als Batman angerannt kommt, ist der Clown erfreut: „Nothing gives me as much fun as playing cat-and-mouse with Batman!“ Die ewige Jagd ist ein Spiel, das um seiner selbst betrieben wird.

Doch dann werden die beiden Kontrahenden von irgendwelchen Strahlen getroffen – und ihre Identitäten sind vertauscht. Der dauerlachende Batman haut ab und treibt Schabernack, indem er Chaos stiftet: er lässt einen Swimmingpool zufrieren, schießt mit einem mannsgroßen Füllfederhalter und bietet für eine Million Dollar an, Batmans Geheimidentität zu lüften. Bei dem ganzen Spaß vergisst der Joker allerdings, selbst unter die Maske zu spähen. Oder aber schon damals interessierte ihn das Geheimnis nicht wirklich (vgl. Death of the Family).

Das Finale findet auf einem Dach eines Lupenherstellers statt. Denn der hat, wie bei Lupenherstellern offenbar üblich, eine gigantische Lupe auf dem Dach stehen. Damit will der Joker ganz Gotham Batmans wahres Gesicht zeigen. Wie löst man so ein Problem? Auf die Lösung wäre wohl niemand gekommen außer Batman in Gestalt des Jokers: mit einer Milchflasche. Nicht nur, dass dadurch die Linse unbrauchbar wird, die Idee beeindruckt Joker-Batman so sehr, dass er vor lauter Überraschung umfällt.

Der Rest ist einfach: Handschellen, Strahlentherapie und – zackfeddich – Status quo.

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Robins Rückkehr mit Superkräften

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman and Robin Vol. 7 – Robin Rises

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Patrick Gleason

Erschienen: 2014-2015 (Batman and Robin #35-40, Robin Rises: Alpha #1, Batman and Robin Annual #3, Secret Origins #4), Paperback 2016; dt. Panini 2015 (Sonderband)


„… he’s an al Ghul. Dying is hard.“

Als Hellbat gerüstet kommt Batman nach Apokolips, um die Leiche seines Sohnes Damian wiederzuholen und wiederzubeleben. Der Rest der Bat-Familie (Red Hood, Red Robin, Batgirl) folgt ihm nach – allesamt im Robin-Kostüm. Das Weitere ist schnell erzählt: Batman vermöbelt alles, was sich ihm in den Weg stellt: Paradämonen, Kalibak, schließlich auch Darkseid selbst. Er schnappt sich Damians Sarkophag, rammt den mächtigen Chaos-Kristall rein – und Damian erlebt seine wundersame Auferstehung. Allerdings ist der Junge danach stärker als zuvor: er hat Kräfte wie Superman.

DC Comics

DC Comics

In der zweiten Hälfte geht es ruhiger zu. Batman muss dabei zusehen, wie Damian – ungestüm wie immer – mit seinen Superkräften überheblicher wird und mit den Gegnern rabiat umgeht. Batman versucht, ihn zu zähmen. Man geht sogar fischen, aber vergeblich. Damian verliert seine neuen Fähigkeit erst mit einem inszenierten Einsatz mit der Justice League. Etwas enttäuschend: Statt Auftakt für ein neues Dynamisches Duo zu sein, werden Robins Superkräfte nur zu einem kurzen Zwischenspiel.

Am Ende des Bandes findet sich nichts mehr von Wert: Batman und Robin erleben ein kleines und belangloses Abenteuer auf dem Mond – in der Kapsel der ersten Mondlandung. Schließlich bekommen wir alles, was wir über Damians Robin-Werdung längst wussten, noch einmal in Kurzfassung erzählt. Entbehrlich.

Die Serie Batman and Robin endet knallbunt und actionreich, kurzweilig und grafisch herausragend, aber ohne Überraschungen. Als Abschluss kann man auch den letzten Band mit Spaß lesen.

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Christopher Reeve zurück im Comic

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman – Secret Origin

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2009-2010 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2010), dt. Panini 2012 (Paperback)


„I don’t want to be different. I want to be Clark Kent.“

Wie fühlt es sich an, wenn man beim Heranwachsen entdeckt, dass man Superkräfte hat? Dass man damit nicht nur Menschen helfen, sondern ihnen auch wehtun kann? Dass man auf Sport mit Freunden verzichten muss, um keine Gefahr für sie darzustellen? Es muss ein schreckliches Gefühl sein. Dieser Konflikt ist der Ausgangspunkt für Supermans Secret Origin, einer Neuinterpretation der Entstehungsgeschichte von Geoff Johns. Und mit Zeichner Gary Frank findet die Story auch auf visueller Ebene die nötige Sensibilität: mit feinem Strich und lebensnah-dynamischen Figuren wird der Comic geradezu veredelt.

Inspirieren lässt sich Johns von der TV-Serie Smallville, in der Clark Kent bereits seit der Jugend Lex Luthor kennt (was aber streng genommen keine große Rolle spielt), Frank wiederum lässt mit seiner Superman-Interpretation den Schauspieler Christopher Reeve auferstehen, der 2004 gestorben ist. Im zweiten Kapitel bricht das Niveau jedoch gegenüber dem starken Auftakt ein: Clark Kent wird von seiner Mutter in das spätere blau-rote Kostüm gesteckt und agiert zunächst als Superboy, bis er kurz darauf Besuch von der Legion of the Superheroes aus der Zukunft bekommt. Sie nehmen ihn mit in ihre Zeit und zeigen ihm, wie toll es ist, ein Superheld zu sein, aber die Episode wirkt wie ein Fremdkörper in dieser sonst linear verlaufenden Geschichte. Zu allem Überfluss kommt noch der Superhund Krypto hinzu, was aber nur angedeutet wird, er ist nie im Bild zu sehen.

In Kapitel drei gibt es einen Zeitsprung: Clark fängt beim Daily Planet an und darf sich schon am ersten Tag mit Lois Lane auf eine Lex Luthor-Pressekonferenz einschleichen. Es kommt zu einem Unfall, Lois stürzt in die Tiefe, Superman rettet sie – und hat ein paar Freunde und mit Lex einen Feind gewonnen. Es folgen Begegnungen mit dem Parasiten und Metallo. Das ist alles nichts Neues, aber sehr frisch erzählt, sodass man auch kein Superman-Fan sein muss, um sich davon unterhalten zu lassen.

Batman stiehlt Joker die Show

DC Comics

DC Comics

Titel: The Crimes of Batman

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1952 (World’s Finest Comics #61), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Look! It’s Batman and some clowns! Ha-ha! This must be a special act!“

Batman, der Verbrecher! Gleich drei Schandtaten begeht er hintereinander: er betrügt, stiehlt, tötet sogar! Wirklich? Natürlich nicht. Aber so hätte es der Joker gerne. Nachdem der Joker einmal unfreiwillig Batman dazu verholfen hat, eine Gangsterbande hochzunehmen, will sich der Schurke rächen und den Helden richtig in die Scheiße reiten.

Es beginnt damit, dass der Joker mal wieder aus dem Knast entlassen wurde. Schon wieder? Nach so kurzer Zeit? Angesichts des rigiden US-Justizsystems ist das eine beachtliche Leistung, für einen unverbesserlichen Räuber ständig wieder auf freien Fuß gesetzt zu werden. Ganz zu schweigen von den Morden im Golden Age … aber die scheinen in den 50ern bereits vergessen zu sein.

Aber ich schweife ab. Der Joker nimmt Robin als Geisel und verlangt von Batman, drei Verbrechen zu begehen: Betrug, Diebstahl und Mord. Aber Batman wäre nicht Batman, wenn er für das Problem nicht eine ausgefuchste Lösung parat hätte. Nein, nicht was ihr denkt: Ja, heute würde Batman einfach über den Joker und seine Handlanger herfallen und ein paar gebrochene Knochen später wäre Robin wieder frei. Aber wir sind hier im Silver Age, da lässt sich Batman auf solche Spielchen ein.

Batman betrügt, indem er seinen Tod vortäuscht. Er stiehlt, indem er der Joker-Bande einen Coup vermiest – er stiehlt also dem Joker die Show. Und am Ende erweist Batman sich als mehrfacher Mörder: er schlägt Zeit tot, haut das Publikum um und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe (im Original: „kill two birds with one stone“). Ihr seht: Batman lässt keinen, aber wirklich keinen Kalauer aus, um seinen Witz auszureizen.

Aber auch sonst ist unser Held in Topform: Zuerst schaltet Batman die Bande spielend mit Golfschläger und Football aus, dann führt er mit dem Joker Trapez-Kunststücke im Zirkus auf und schließlich verkleidet er sich sogar als Joker im Clownskostüm. Leider hat Zeichner Bob Kane letztere Szene zu bescheiden inszeniert. Aber sonst ist die Story ein mustergültiges Comic seiner Zeit: herrlich fantasievoll und schräg.

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Robin macht noch als Leiche Ärger

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman and Robin Vol. 6: The Hunt for Robin (dt. Die Jagd nach Robin)

Autor/Zeichner: Peter Tomasi/Patrick Gleason, Doug Mahnke, Andy Kubert

Erschienen: 2014 (Batman and Robin #29-34, Robin Rises: Omega #1); dt. Panini 2015 (Sonderband)


„If you try to take Damian’s body again I’m going to kill you and make sure you never come back.“ (Batman zu Ra’s al Ghul)

Damian und seine Mutter Talia sind immer noch tot, aber ihre beerdigten Körper sind verschwunden (siehe Batman Incorporated Vol. 1-2) – denn Ra’s al Ghul lässt nicht locker: er will Tochter und Enkel wiederbeleben. Obwohl Batman in einem Anfall von Wahnsinn selbst versucht hat, seinen Sohn von den Toten zurückzuholen (siehe Requiem for Damian), hat er etwas gegen die Grabschändung und versucht, die Damians Leiche wieder zurück in ihr Grab zu bringen.

Auch wenn es im Grunde um Robin geht, bleibt der sechste Band von Batman and Robin strenggenommen eine Mogelpackung. Schon in den letzten zwei Bänden kam Robin kaum bis gar nicht vor. In Teil fünf (The Big Burn) fiel das allerdings nicht auf, weil Two-Face in gewisser Weise die Rolle des Sidekicks übernahm, und hier stehen andere Helden Batman bei seiner Quest zur Seite: Zunächst Aquaman, dann Wonder Woman, dann wieder Frankenstein, schließlich andere Justice League-Mitglieder wie Lex Luthor, Shazam und Cyborg. Die Familienangelegenheit nimmt immer größere Ausmaße an.

Hellbat-Rüstung (Batman and Robin #33, DC Comics)

Hellbat-Rüstung (Batman and Robin #33, DC Comics)

Ra’s al Ghul versucht zunächst, eine Lazarusgrube auf der Paradiesinsel ausfindig zu machen – dagegen haben die Amazonen jedoch etwas. Nachdem der Versuch scheitert, nimmt er sich eine Grube unter der ehemaligen Tibet-Stadt Nanda Parbat vor, was übrigens ohne Widerstand funktioniert. Hier kann man sich fragen: Warum nicht gleich so? Aber die Antwort auf die Frage kann man sich denken: Sonst gäbe es keinen Konflikt mit den Amazonen und Wonder Woman. Weil Ra’s aber auch noch einen mysteriösen Energie-Kristall benutzt, den Darkseid haben will, wird Damians Sarkophag (nach einer Keilerei mit der Liga) nach Apokolips entführt – und Batman folgt ihnen in einem Mega-Kampfanzug als „Hellbat“. Holy Shit, sieht das cool aus! Doch plötzlich ändert sich Batmans Meinung wieder: er will Robin doch lebendig zurückbringen …

Abgesehen von diesen Löchern im Plot ist The Hunt for Robin eine vergnügliche und visuell ansprechende Lektüre (auch dank Andy Kubert). Der klassische Heldenreisen-Aufbau mit seinen verschiedenen Stationen und Weggefährten sorgt für viel Abwechslung und Action, und wegen der persönlichen Motive der Hauptfiguren wird die Jagd nach dem MacGuffin dramatisch aufgeladen. Seinen Höhepunkt bekommt die Story, wenn Batman Ra’s droht, ihn umzubringen, wenn er noch einmal Damian entführen sollte. Aber so weit kommt es dann doch nicht. Nein, Batman begnügt sich damit, andere anzuschreien, zu fluchen und um sich zu schlagen. Good old Batman …

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Dark Knight III: Wieder kein Sechser im Lotto

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III: The Master Race – Book 6

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2016


„Let them know how fear tastes.“ (Batman)

Erinnert sich noch jemand an diese Mini-Serie, die es einmal gab: Dark Knight III? Ja, da war mal etwas – aber das letzte Heft ist schon ewig … drei Monate her. Also für eine Serie fast nicht mehr wahr. Worum ging es nochmal? Ach ja, Batman und Superman kämpfen gegen böse Kryptonier/Kandorianer. Und genau darum geht es immer noch.

Dank eines Kryptonit-Regens geben Batman und Superman den bösen Aliens Saures. Der Anführer Quar und seine Handlanger kriegen von den World’s Finest und ihren Alliierten ordentlich aufs Maul. Und auch der böse Baal, ein Freund von Super-Wonder-Girl Lara, der gerne Köpfe zermatscht, kriegt von Batgirl Carrie Kelley mit der Zwille ein Kryptonitsteinchen ins Gesicht geschossen, was daraufhin auch zu Matsch wird.

Völlig unklar bleibt aber, warum Batman Superman nicht einfach die Bande endgültig ausschalten lässt. Stattdessen lässt er sie abziehen, um ihre Wunden zu lecken und damit sie wissen, wie Furcht schmeckt. Der Grund liegt natürlich auf der Meta-Ebene: Es müssen noch drei Ausgaben erscheinen. (Ursprünglich sollten es insgesamt acht sein, dann haben die Autoren auf neun aufgestockt.)

Superhelden-Seifenoper

Der eigentliche Höhepunkt liegt dieses Mal im beigefügten Mini-Comic: Wonder Woman kämpft gegen ihre missratene Tochter Lara, nachdem Lara bereits ihren Vater um die Welt geprügelt hat. Der Kampf verläuft wie erwartet ohne größere Blessuren und Resultate, außer dass das goldene Lasso reißt, aber nicht das Band zwischen Mutter und Tochter. Das Drama bleibt oberflächlich wie eine Seifenoper.

Doch das lange Warten hat sich wenigstens für die Optik gelohnt: Wie immer zeichnet uns Andy Kubert spektakuläre Panels im Frank Miller-Stil, wir sehen, wie der Bat-Panzer aufgerissen wird (auch wenn wir das schon aus The Dark Knight Returns kennen) und wie am Ende Batman sterbend in Supermans Armen liegt – alles sehr prächtig. Und auch Frank Miller hat die Zeit gut getan: Plötzlich wirken seine Zeichnungen im Mini-Comic nicht mehr dahingeschludert, wie etwa in Teil 5, sondern in guter alter Qualität und mit einem besonderen Augenmerk auf runde Frauenhintern. Immerhin.

Ansonsten fragt man sich, warum man diese Serie noch liest, wenn einem schon lange die Lust darauf vergangen ist und es nicht mehr besser werden kann. Warum nicht einfach abbrechen und sich das Geld sparen, statt jedes Mal wieder sechs Euro pro Heft zu verschwenden? Ganz einfach: Der Sammler will Vollständigkeit und der Leser will wissen, wie es ausgeht – auch wenn vom Finale nicht mehr viel zu erwarten ist. Comics sind eine seltsame Leidenschaft.

Die Dark Knight-Saga:

Coverwahn #19

Tim Sale, einer der besten Batman-Zeichner, hat in den 90ern so wunderbare Werke geschaffen wie Haunted Knight, The Long Halloween, Dark Victory und Catwoman: When In Rome. Seit dem Neustart der Comicserien von DC Rebirth erlebt er ein kleines Comeback: er zeichnet die Variant Cover der Serie Batman. Und der Meister beweist, dass er es immer noch drauf hat.