Superman

Unentschieden nach Revanche

Batman v Superman, Teil 31: The Bewitched Batman (1960)

DC Comics

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Titel: The Bewitched Batman

Autor/Zeichner: Jerry Coleman/Curt Swan

Erschienen: 1960 (World’s Finest #109)


„I must fight and overpower the world’s strongest man!“ (Batman)

„It’s like an unmovable object is meeting an irresistable force! Neither of us can make any progress!“ (Superman)

Batman dreht durch. Nachdem er eine Höhle erforscht hat (fragt nicht warum), ist er besessen davon, den Willen eines mittelalterlichen Zauberers zu erfüllen. Zunächst verlangt es ihn danach, einen Drachen zu besiegen. Robin ruft Superman herbei, der keine Mühe scheut, dem Freund den Wunsch zu erfüllen. Superman tut das, was wahrscheinlich jeder mit einem Irren machen würde: er stattet ihn mit Superkräften aus. Dann grast er mal eben ein paar Sonnensysteme nach einem Wesen ab, das einem Drachen ähnlich sieht (und sogar Feuer speit), und als er es findet, bringt er es blitzschnell zur Erde. Da das Vieh wie durch ein Wunder den Trip durchs All auch ohne Raumschiff überstanden hat, kann sich Batman nach Herzenslust an ihm auslassen. Ein Fausthieb und der Pseudo-Drache ist hin. Bevor sich der Tierschutz beschweren kann, bringt Superman das Alien wieder zurück.

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Doch für Batman ist das erst der Anfang. Daraufhin setzt er sich eine Narrenkappe auf und erfüllt in der Stadt jedem seine Wünsche. Natürlich nutzen das Gangster aus. Batman zerstört ein Rathaus, reißt ein Loch in eine Straße und plappert fast die Geheimidentitäten von sich, Robin und Superman aus – doch da greift Superman ein. Schließlich muss Batman noch eine dritte Aufgabe erfüllen: Den stärksten Mann der Welt besiegen. Also kommt es zur zweiten Keilerei zwischen Batman und Superman. Letzterer hat eigentlich keine Lust drauf, erst recht nicht, weil er lieber Menschen vor einem Waldbrand retten würde. Doch dabei stört ihn Batman, der zunächst mit Granit nach ihm wirft und ihn dann mit einem Baum angreift (das hat er schon beim ersten Kampf gemacht). Da Superman einsieht, dass der Kampf zu nichts führt, weil beide gleich stark sind, lässt er sich von Batman wegschleudern, im Glauben, dass dann Batman wieder zur Besinnung kommt.

Batman gegen Superman: Der zweite Kampf. (DC Comics)

Batman gegen Superman: Der zweite Kampf. (DC Comics)

Und so kommt es auch. Batman löscht selbst den Brand. Und weil keine weiteren bescheuerten Aufgaben mehr auf der Liste des Zauberers standen, ist der Bann endlich gelöst. Am Ende wird der Hintergrund dieser ganzen Affäre halbwegs logisch erklärt, aber das muss uns nicht kümmern. Wir halten bloß fest: auch der zweite Kampf der World’s Finest endet unentschieden. Denn Kämpfen zwischen Superfreunden, das gehört sich einfach nicht.

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman

Materialschlacht auf dem Schrottplatz

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Titel: Batman Beyond Vol. 1 – Brave New Worlds (dt. Batman of the Future)

Autor/Zeichner: Dan Jurgens/Bernard Chang

Erschienen: 2015 (Batman Beyond Sneak Peek, Batman Beyond #1-6), Paperback 2016, dt. Panini 2016 (Paperback)


„The Lodge is home. The Lodge is happiness. The Lodge is all.“

„War. That’s what this is. Pure and simple.“ (Tim Drake)

Der Batman der Zukunft ist tot – es lebe der neue Batman Beyond. Kaum wurde Terry McGinnis in Future’s End in die DC Haupt-Continuity aufgenommen, ist er gestorben. Seinen Platz in der Zukunft hat Ex-Red Robin Tim Drake eingenommen. Als Batman muss er gegen die böse künstliche Intelligenz Brother Eye kämpfen, der mit seiner Cyborg-Armee (darunter auch umgepolte Robo-Zombie-Superhelden) eine postapokalyptische Welt beherrscht und es zuletzt auf Gotham abgesehen hat und auch den Rest der Menschen zu Zombies machen will. Mit der Hilfe von Barbara Gordon, der Schurkin Inque und dem Superhelden Micron tut Tim sein Bestes, um die Welt zu retten. Dabei muss Batman selbst zum Roboter werden, um den Roboter zu besiegen …

Auch wenn das Szenario an die Terminator– und Matrix-Filme erinnert (Killer-Roboter gegen Menschen): Mit dieser Dystopie wird der Welt von Batman Beyond neues Leben eingehaucht. Einst war Neo-Gotham ein eher utopischer Ort, in dem es ständig taghell war und das Verbrechen eher eine Nebenerscheinung als das dominierende Element. Mit der verwüsteten Welt und der versklavten Menschheit wird es zum ersten Mal ernst in dieser Erzählwelt. Und das hatte sie auch bitter nötig. Denn die Comics um Terry McGinnis schafften nur mäßig, an die Zeichentrickserie anzuknüpfen und damit auch Bögen zur Haupt-Continuity zu schaffen (etwa mit Hush Beyond). Das Konzept ging kaum über eine Superhelden Soap Opera hinaus und entwickelte sich kaum weiter; es fehlte ein übergreifender Spannungsbogen.

Braucht es Batman Beyond?

Man konnte sich schon fragen, ob man einen Batman Beyond überhaupt noch brauchte. Immerhin kam die Animations-Serie zuerst im Jahr 1999 heraus, also kurz vor dem Jahrtausendwechsel, als die Zukunft noch glorreich und voller technischer Wunder erschien. Mittlerweile ist der Batman der Gegenwart aber so hochtechnisiert, verfügt über so viele Gadgets und war zuletzt sogar in einem Roboter-Kampfanzug unterwegs, dass ein expliziter Batman der Zukunft verzichtbar wirkte. Doch als Dystopie bekommt die Zukunft wieder eine Brisanz und damit auch Relevanz: die Welt ist verwüstet, die alten Helden sind tot, jetzt muss Batman wieder ran – fast allein. Und es ist eine gute Möglichkeit, endlich Tim Drake, den ewigen (Red) Robin ins Kostüm seines Mentors steigen zu lassen. Dass er sogar den „Bunny-Suit“ benutzt und damit einen Bogen in die parallel laufende Batman-Serie schlägt, verleiht der Story eine pseudo-nostalgische Ironie.

Auch visuell hebt die neue Serie das bislang schwankende Niveau. Zeichner Bernard Chang bildet die Figuren nicht nur sehr dynamisch ab, er setzt auch mit rot eingefärbten Panels ein paar künstlerische Akzente. Das alles macht Batman Beyond immer noch nicht zu einer Pflichtlektüre (zu sehr gleicht die Story einer Materialschlacht auf dem Schrottplatz), aber für eine interessante Lektüre reicht es allemal.

(P.S.: Vom Cover sollte man sich nicht irritieren lassen; die meisten dort gezeigten Helden kommen nicht im Heft vor.)

Tell me, do you have insurance?

Wie Batman v Superman: Dawn of Justice hätte werden sollen, dazu gibt es viele Ideen, die sich auf einen Nenner bringen lassen können: besser. Wie der Film hätte enden können, ist in diesem HISHE-Video zu sehen – und dazu gibt es wie immer mehrere Vorschläge: Batman hätte Doomsday töten können, dann wäre uns Supermans Tod erspart geblieben. Die beiden hätten vielleicht zuerst miteinander reden sollen statt sich gleich zu bekriegen. Oder Flash hätte Bruce Wayne einfach vor den miesen Kritiken warnen können.

Die Leute von HISHE decken in gewohnt witziger Manier die vielen Plot Holes auf, aber mit über 8 Minuten Länge überziehen sie (gerade mit der Diner-Szene) etwas dieses sonst sehr kurzweilige Video. Zum Schluss wird es übertrieben albern. Für eine Parodie mag das in Ordnung sein. Erst recht wenn sie unterhaltsamer ist als die Vorlage.

Beschützen und beherrschen

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Titel: Batman Beyond 2.0 – Justice Lords Beyond

Autor/Zeichner: Kyle Higgins, Christos Gage/Thony Silas, Dexter Soy, Mateo Guerrero

Erschienen: 2014 (Batman Beyond Universe #9-12), Paperback 2015


„There must never be a Batman.“ (Lord Superman)

Auf Superheldencomics ist Verlass, was Wiedersehen  angeht. Mit alten Bekannten. Und mit altbekannten Ideen. Wie etwa bösen Ebenbildern von Helden aus einem Paralleluniversum. In diesem Fall bilden die Justice Lords den tyrannischen Gegenpol zur Justice League der Zukunft. Lord Superman und seinesgleichen herrschen mit eiserner Hand über ihre Welt (vgl. Earth Two, Red Son & Injustice), jetzt greifen sie auch nach der Welt, die wir kennen (wie schon in der Folge „A Better World“ der Animationsserie Justice League S02E37-38 von 2003). Terry McGinnis wird ins Paralleluniversum geschickt, um Lord Batman zu finden, der im Gegensatz zum Rest einer von den Guten sein soll. Aber daraus wird nix, denn Batman ist tot. Terry trifft auf seinen Doppelgänger „T.“, der ein Mitglied der Jokers ist. Dann kommen die Justice Lords in die normale Welt und kloppen sich mit der Justice League. Höhepunkt dieser allzu ausschweifenden Prügelorgien ist, wenn Terry in ein cooles Kostüm von Lord Batman steigt, das später noch mit Kryptonit gepimpt ist und sich einen finalen Kampf mit dem bösen Superman liefert.

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So simpel die Story klingt, so aufwendig ist die Backstory. In vielen Rückblenden wird erklärt, was bisher geschah. Das ist zwar eine sehr dramatische Geschichte mit einer tragischen Liaison zwischen Wonder Woman und Superman, damit zwar gut zu wissen für Leser, die keine Ahnung haben, aber ermüdet in der Menge sehr. Dadurch ist Justice Lords Beyond keine echte Batman Beyond-, sondern eigentlich eine Justice League-Story. Erst recht zum Schluss wird das deutlich, wenn der Epilog kein Ende zu nehmen scheint und die letzten 15 Seiten einnimmt, damit auch der nebensächlichsten Figur Genüge getan wird. Man sollte sich zuvor die beiden Justice League-Folgen ansehen, wenn man sich hier nicht verlieren will. Aber insgesamt wirkt es so, als sei die Backstory die Geschichte, die man lieber ausführlicher erzählt gehabt hätte.

Batman als Monument der Abschreckung.

Batman als Monument der Abschreckung. (DC Comics)

Dark Knight III: Zur Halbzeit ist die Luft raus

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Titel: Dark Knight III – The Master Race: Book 4

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2016


„It’s you and me against the world, Boss.“ (Carrie Kelley)

Kaum hat Batman Superman aus dem Eis befreit, schon erweist sich der angebliche Mann aus Stahl als völlig unbrauchbare Memme. Widerstandslos lässt er sich von seiner Tochter Supergirl vermöbeln. Dabei gehen in Washington D.C. einige Wahrzeichen zu Bruch. Seine Tochter prügelt ihn bis zum Nordpol, wo er von den bösen Kandorianern in schwarze Materie gehüllt, geröstet und begraben wird. (Ähnlich geschunden wurde übrigens schon Carrie Kelley in Heft 1.)

Also muss Batman wieder ran. Der alte, sehr alte Bruce Wayne, der mehr Narben am Körper hat, als man zählen kann, der nur mit Schmerzmitteln überhaupt in der Lage ist zu stehen. Am Ende von Heft 3 gab er sich mit seinem „Go to hell“ kämpferisch und siegessicher, als hätten er und Superman einen Plan, um die Bösen zu erledigen. Jetzt ist er wieder nur passiver Zuschauer. Die Kandorianer fordern die Stadt Gotham auf, ihn auszuliefern. Batman lässt sich Zeit – warum auch immer. Erst am Ende der Episode zieht er das Kostüm wieder an und verbündet sich mit der trinkfreudigen Commissioner Yindel.

Allmählich ist der anfängliche Zauber dieser Mini-Serie dahin. Nicht nur, dass die Autoren die Geduld ihrer Leser damit strapazieren, dass sie ihre Veröffentlichungstermine nicht einhalten, sie bieten auch viel zu wenig Story, um über die Durststrecken hinweg zu helfen. Man hat den Eindruck, dass die Seiten bloß mit sinnfreier Action gestreckt werden, um über die dünne Handlung hinweg zu täuschen. Zwischendrin füllen die Gastauftritte anderer Superhelden die Panels und zögern alles noch mehr hinaus: Eine Seite für Wonder Woman, zwei für Atom, dreieinhalb für Flash, fünf für Aquaman. Doch keine dieser Figuren bereichert die Story, es wirkt so planlos wie das unselige The Dark Knight Strikes Again. Wonder Woman hat keine Lust mehr, Atom haben wir schon fast vergessen, Flash werden die Beine gebrochen so wie einst Green Lantern der Arm abgehackt wurde (warum stellen sich die Helden so jämmerlich an?), Aquaman spielt Deus ex machina für das neue Batgirl in Nöten, wobei er ein undefinierbares Ding reitet (keine Ahnung, was das für ein Tier darstellen soll).

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Womit wir beim Batgirl-Mini-Comic wären. Und Frank Millers Zeichnungen. Ihre Qualität hat nicht nur stark nachgelassen, im Mini-Comic sind sie eine Unverschämtheit. Abgesehen davon, dass hier auch nichts passiert außer einer Klopperei, sind alle Figuren so unbeholfen, so dilettantisch oder auch einfach lieblos gezeichnet, dass man sich als Leser betrogen fühlt. Betrogen um die Erwartung, dass hier erstklassige Künstler ihr Bestes geben, und die Hoffnung, dass Miller mit DK III alte Fehler wieder gutmacht.

Die Hälfte der achtteiligen Mini-Serie ist hiermit geschafft. Man muss sich fragen, warum es nötig war, diese Geschichte zu erzählen. Warum man diesen alten Bruce Wayne nicht einfach ruhen oder sterben lassen konnte, denn es gibt bisher nichts, was diese zweite Fortsetzung rechtfertigt.

(Wohl aus einem schlechten Gewissen heraus hat DC ein paar Seiten mit Bleistiftzeichnungen von Andy Kubert drangehängt. Immerhin die sind hübsch anzusehen.)

Titanen beim Hahnenkampf

Batman versus Superman, Teil 30: Battle of the Super-Heroes (1958)

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Titel: Battle of the Super-Heroes

Autor/Zeichner: Dave Wood/Dick Sprang

Erschienen: World’s Finest #95 (1958), Hardcover: World’s Finest Comics Archives Vol. 2 (2001), Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 1 (2016)


„And if anybody puts you out, it’ll be me!“ (Superman zu Batman)

Antipoden waren Batman und Superman schon immer. Am Anfang ihrer Bekanntschaft waren sie Konkurrenten, als Helden und in der Gunst von Lois Lane (Superman #76/World’s Finest #71). Doch danach arbeiteten sie gerne zusammen. Als Kumpels durch dick und dünn. Zusammen mit Robin bildeten sie das Dynamische Trio. Die World’s Finest gegen die größten Schurken wie Lex Luthor und Joker. Doch vier Jahre später, 1958, war plötzlich Schluss damit. Batman und Superman konnten einander nicht mehr ausstehen. Die Rivalen wurden zu Kontrahenten – es kam zum ersten Kampf der Titanen.

Es beginnt alles damit, dass Batman aus heiterem Himmel (buchstäblich!) Superkräfte bekommt und damit offenbar auch ein größeres Ego. Denn statt zu hinterfragen, was mit ihm passiert ist, wird er sogleich übermütig. Als Superman bei einem Hausbrand helfen will, kommt ihm Batman in die Quere: Er schafft erst mal eine Menge Stahl heran, formt daraus ein riesiges Sägeblatt und trennt damit das brennende Gebäude von der benachbarten Bank. Seltsame Priorität: Statt den Brand zu löschen oder die Bewohner zu retten, bringt er zunächst das Geld in Sicherheit. Superman stellt sich aber auch nicht rücksichtsvoller an. Er löscht zwar den Brand, aber statt Superpuste zu verwenden, fliegt er mit dem Haus in die Stratosphäre, damit dem Feuer die Luft wegbleibt. Dass auch Menschen atmen müssen, daran denkt er nicht. Vielmehr scheint ihn zu wurmen, dass Batman so mächtig ist wie er. So lässt er sich auf den Hahnenkampf ein.

Die Stimmung ist gereizt. Die beiden dissen sich gegenseitig und drohen an, den anderen gerne vermöbeln zu wollen. Nach zwei weiteren Rettungsaktionen bei denen sich die beiden ihr Revier streitig machen, kommt es schließlich zum Kampf: Superman prügelt Batman durch eine Wand, Batman revanchiert sich mit einem Laternenmast, Superman wirft mit Felsbrocken, Batman schlägt sie mit einem Baumstammm zurück. Das Ganze gipfelt darin, dass sich beide wie Rammböcke eine Kopfnuss verpassen.

World's Finest #95 (1958)

Batman v Superman: Battle of the Superheroes

Robin ist hier die Stimme der Vernunft. Er geht dazwischen und ermahnt die beiden, sich um zwei havarierte Schiffe zu kümmern. (Aus irgendeinem Grund ist ständig irgendwer in Not.) Dann wird Robin plötzlich von zwei Aliens entführt, die ihm erklären, was los ist. Sie haben bloß herausfinden wollen, wer der größere Held ist. Sie wollten sehen, ob Batman Superman besiegen würde, wenn er Superkräfte hätte. Also entführte man die Helden und manipulierte sie so, dass sie einander bekämpfen. Wie gut, dass es für alles einen Strahl gibt: Einen für Superkräfte, einen für Hass und einen für Gedächtnisverlust. Und wie gut auch, dass es für alles einen Hebel gibt, um alles wieder rückgängig zu machen. Um’s kurz zu machen (wir haben nur noch eine Comic-Seite Erzählzeit): Robin betätigt den Schalter und alles ist wieder wie früher. Freundschaft mit Entschuldigung und Handshake. Superman drückt dabei aber etwas fester zu, Batman schreit auf. Superman bittet um Verzeihung, aber so ganz kann man ihm nicht abkaufen, dass er bloß seinen Vorteil ausnutzen will, um Batman eins auszuwischen.

Und wie endet nun der Wettkampf? Unentschieden natürlich. Bei den World’s Finest gibt es keine Reihenfolge. „And so a friendship is renewed — and a feud finished forever!“, heißt es am Ende, als Batman und Superman mit Robin in der Mitte sich ihrer Idylle erfreuen. Aber später wird es in der Serie alle paar Ausgaben zu einer Keilerei zwischen ihnen kommen, fast regelmäßig (z. B. in World’s Finest #109, #132, #143, #153, #163, #176, #185). Feindschaft ist einfach reizvoller als Freundschaft.

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman

Lebendige Kugeln gegen Superman

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Titel: Batman/Superman Vol. 4 – Siege (dt. Supermans Joker)

Autor/Zeichner: Greg Pak/Ardian Syaf u.a.

Erschienen: 2015 (Batman/Superman #16-20, Annual #2, Paperback 2015), dt. Panini 2016 (Bd. 5)


„Du hast jetzt einen Joker.“ (Batman zu Superman)

Den Lesern wird aufgefallen sein, dass ich zwar ein Fan der World’s Finest bin, aber keiner der Serie Batman/Superman. Im Vergleich zum Potenzial, die in diesem Konzept steckt, bleiben die neuesten Storys stark dahinter zurück. Bei der Vorgängerserie Superman/Batman von 2003-2011 war zwar auch nicht alles Gold, aber immerhin fanden sich darunter einige Perlen. Bei Batman/Superman war erst in Band 3 ein wenig Glanz zu erkennen.

Band 4 (Band 5 in der deutschen Fassung) erzählt endlich eine einigermaßen interessante Geschichte: Ein Unbekannter verübt Attentate auf Menschen, die etwas mit Superman zu tun haben – unter anderem auf Lex Luthor und Batman. Die Kugeln sind intelligent, tödlich und kaum zurückzuverfolgen. Hector Hammond gerät unter Verdacht, dann auch Lobo. Schließlich führt die Fährte zur Flaschenstadt Kandor. Als Urheber stellt sich der Phantom King heraus, ein verrückter Wissenschaftler von Krypton, der sich an der Familie von Jor-El rächen will. Batman nennt ihn Supermans Joker – ein Irrer, der mit seinem Erzfeind grausame Spielchen treibt.

Auch wenn die Affäre am Ende allzu konventionell gelöst wird, ist der erste Teil, der eigentliche Krimi, doch ziemlich packend erzählt. Und zwar so, dass selbst der Mord an einer Randfigur – ein Mann, der sich als Superman verkleidet und Kinder im Krankenhaus aufheitert – bewegt.

Batman/Superman Bd. 5 (Panini)

Batman/Superman Bd. 5 (Panini)

Das letzte Kapitel (Siege, dt. Belagerung) bildet eine Art Epilog: der Phantom King hetzt einige Batman-Schurken wie Bane, Killer Croc und Man-Bat auf Clark Kent. Unglücklicherweise verliert er durch den Einsatz seiner neuen Superkraft, dem Sonnenstoß, vorübergehend seine Kräfte. Aber zusammen mit Batman können sie die fremdgesteuerten Mordlustigen aufhalten. Clark Kent ist eben auch ohne Kräfte super … Noch besser ist aber Batman: Er darf sogar einmal auf Killer Croc reiten.

Ein Muss ist dieser Band zwar nicht, aber eine durchaus unterhaltsame, leichte Lektüre für zwischendurch. Wenn mal gerade nichts anderes zur Hand ist.

Mehr zum Thema:

Frauentausch nach Gedächtnisverlust

DC Comics

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Titel: Batman/Superman Vol. 3: Second Chance (dt. Verlorene Helden)

Autor/Zeichner: Greg Pak, Jeff Lemire/Jae Lee u.a.

Erschienen: 2014 (Batman/Superman #10, 12-15, Paperback 2015) dt. Panini 2015 (Batman/Superman Bd. 4)


„Genau darum bleib ich in Gotham.“ (Batman)

Machen wir’s kurz: Batman und Superman verlieren ihr Gedächtnis. Batman bandelt mit Lois Lane an, Superman mit Catwoman. Bruce Wayne entdeckt die Vorzüge des Reichtums, der High Society und entwickelt Spaß am Imponiergehabe. Zusammen geht man gegen den Schurken Mangubat vor, zwischendrin sorgt auch Scarecrow für Ärger. Die Story lebt mehr von dem Frauentausch und dem Out-of-Character-Aspekt als vom Kampf.

Ein Highlight: Lois Lane wird kurz zu Batgirl. Das ergibt zwar keinen Sinn und erfüllt keine Funktion, aber als Fan Service wird der schiere Anblick schon einige Leser erfreuen. Das Gleiche gilt für die wie immer beeindruckend gezeichneten Seiten von Jae Lee.

Batman/Superman Bd. 4 (Panini)

Batman/Superman Bd. 4 (Panini)

Leider stammen nicht alle Seiten dieses Bandes von ihm. Und leider gibt es da noch mehr an Geschichten: Superman und Atom reisen in Batmans Gehirn, Superman und Batman unternehmen eine folgenlose Reise nach Erde 2, was an ihre erste Begegnung anknüpft (Batman/Superman Vol. 1), aber kaum Mehrwert hat.

Eine weitere entbehrliche Fortsetzung der Serie der Belanglosigkeit.

>> World’s Finest Comics

Eine Kreuzfahrt, die ist lustig

Batman versus Superman, Teil 29: Enemies Among Us (2006-2007)

DC Comics

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Titel: Superman/Batman Vol. 3 (Enemies Among Us/Stop Me If You’ve Heard This One/Metal Men/Nevermore)

Autor/Zeichner: Mark Verheiden, Joe Kelly/Ethan Van Sciver, Ed McGuiness u.a.

Erschienen: 2006-2007 (Superman/Batman #27-36, Superman/Batman Annual #1, Paperback 2007, Gesamtausgabe 2016), dt.


„… today’s stories need angst!“

Der dritte große Sammelband der Serie Superman/Batman enthält vier Storys. Eine erzählt das erste Mal neu, in einer anderen schlüpfen die Helden in Frauenkörper, die dritte handelt von den Metal Men, die vierte enthält einen Kampf der Titelhelden. Beginnen wir mit letzterer.

Enemies Among Us

Der Martian Manhunter greift grundlos Batman an. Dann stellt sich heraus, dass es nur ein unbekannter Formwandler war, der in verschiedenen Erscheinungen auftritt und Chaos stiftet. Schließlich wird klar, dass unbekannte Aliens die Aliens auf Erden dazu aufrufen, die Menschheit zu vernichten. Als auch Superman dem Wahn anheim fällt, will er Batman töten, Kryptonit hält ihn davon ab, aber dann ergreift die dunkle Macht auf Besitz von Batman und er greift Superman an. Es kommt zu einer handfesten Auseinandersetzung, bei der zuerst Superman einstecken muss, bevor er Batman in blutige Fetzen schlagen darf. (Batman überlebt das dank der Alien-Kraft.) Als der Dunkle Ritter wieder zur Besinnung kommt, versöhnt man sich wieder und geht gegen die wahren Schurken, Lex Luthor und Despero vor.

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Das Interessanteste an der Story ist, dass sie von Alfred Pennyworth erzählt wird, während er Tee trinkt. Das hebt etwas das Niveau dieser etwas verworrenen, aber doch banalen Geschichte. Das Problem an dieser Story ist das große Figurenaufgebot: Manhunter, Plastic Man, Green Lantern, Supergirl usw. Man hat eher das Gefühl, ein Justice League-Abenteuer zu verfolgen, als ein klassiches Team-up der World’s Finest. Dadurch kommen die Hauptfiguren etwas zu kurz, der uninspirierte Kampf entschädigt nur wenig dafür.

Stop Me If You’ve Heard This One … (Superman/Batman Annual #1)

In dieser Nacherzählung der ersten Begegnung von Superman und Batman (Superman #76, 1952) arbeiten Superman und Batman bereits als Team zusammen, aber kennen noch nicht ihre Geheimidentitäten. In zivil begegnen sie sich auf einem Kreuzfahrtschiff: Clark Kent und Bruce Wayne machen zufällig dort zeitgleich Urlaub. Wegen eines Buchungsfehlers müssen sie sich nicht nur (wie im Original) ein Zimmer, sondern sogar ein Bett teilen. Highlight: Bruce klaut Clark die Decke.

Superman und Batman: Deckenkampf im Bett (DC Comics)

Superman und Batman: Deckenkampf im Bett (DC Comics)

Das war’s auch schon an Höhepunkten. Denn um die etwas altbackene Story ansprechender zu machen, wurde sie aufgepimpt – und das mehr als nötig. Nicht nur, dass Deathstroke ein Attentat auf Wayne zu verüben versucht, es kommen auch noch die bösen Doppelgänger vom Crime Syndicate aus einem Paralleluniversum dazu (Dimensionsriss!). Außerdem noch ein anderer Deathstroke, der sehr an Deadpool erinnern soll (Anspielung auf das Plagiat!). Während des Vorfalls finden Clark und Bruce heraus, mit wem sie sich das Zimmer teilen. Aber so witzig, wie das sein soll ist es leider nicht. Eher eine peinliche Reihe von Kalauern und Klamauk. Dass am Ende noch Mr. Mxyzptlk für alles verantwortlich ist, macht die Sache nicht besser.

Nevermind

Superman und Batman finden sich durch Schurkeneinfluss in den Körpern von Power Girl und Huntress wieder. Bevor ihre Persönlichkeiten von denen ihrer Wirtinnen verdrängt werden, müssen sie zurück in ihre alten Körper finden. Da bleibt keine Zeit für eine umoralische Selbstbegutachtung … Der Titel sagt alles. Ein typisches Füllmaterial wie in Power Girls Brüsten, so leer wie Huntress‘ Ausschnitt. (#Aufschrei etc.)

Metal Men

Eine Story mit den Metal Men kann nur eines sein: Schrott. Die Metal Men sind ein Haufen Loser, die über ihre Minderwertigkeitskomplexe jammern und sich selbst bemitleiden – und zwar zurecht, denn abgesehen von ihren plumpen, eindimensionalen Charakteren und ihren Unzulänglichkeiten (warum stottert der eine und warum ist der andere dumm, wenn die anderen offenbar besser konstruiert sind?), haben sie eine ziemlich miese Firewall, denn sie drehen gleich bei jeder Gelegenheit durch, wenn sie mal von einem Computervirus befallen werden. In dieser Story versucht ihr Schöpfer, Dr. Magnus, sie als Sicherheitsleute bei Wayne Enterprises unterzubringen. Es dauert keine fünf Minuten, bis sie nicht mehr tun, was sie tun sollen. Brainiac sei Dank. Superman und Batman biegen natürlich alles wieder hin. Aber die Metal Men hat man danach so was von satt …

Bilanz: Verzichtbar.

Abrechnung mit Superman Returns

Erinnern wir uns, auch wenn wir es längst verdrängt haben: Vor Zack Snyders Katastrophenfilm Man of Steel gab es schon einen Versuch, Superman für das Kino des 21. Jahrhunderts neu zu erfinden: Superman Returns (2006) war nur ein halbherziges Reboot, weil es eine Fortsetzung von Superman II sein sollte – wenn auch 26 Jahre dazwischen lagen. Das Resultat war einer der ödesten, flachsten und uninspriertesten Superheldenfilme. Und dafür hat Bryan Singer seine X-Men sausen lassen … Shame on you. Der Honest Trailer entschädigt für die vertane Chance und verschwendete Zeit.