Zweimal Flash, zweimal Batman, einmal Supergirl, einmal General Zod: Das ist das Rezept von The Flash, dem Film, der am 15. Juni 2023 in die Kinos kommt. Der zweite Trailer zeigt mehr von Michael Keaton, aber auch Ben Affleck. Erzählt wird eine Art Flashpoint-Story, in der Flash in die Vergangenheit reist, um den Mord an seiner Mutter zu verhindern, und dadurch seine Welt ins Chaos stürzt. Allerdings war Flashpoint ein Event von Justice-League-Ausmaßen, mit einem Krieg zwischen Wonder Woman und Aquaman, hier gibt es nur eine Sparversion davon.
Nach diesem Sommer-Blockbuster folgen in diesem noch zwei DC-Filme: im August Blue Beetle und im Dezember Aquaman and The Lost Kingdom. Damit endet die alte Ära des DC Extended Universe, bevor die neue DC-Phase unter der Führung von James Gunn beginnt.
Die Richterin Caroline Donovan entdeckt bei sich im Büro eine Bombe mit Fernzünder. Sie kommt mit dem Schrecken davon, Batman holt die Bombe raus. Daraufhin nimmt Bruce Wayne Anteil an ihr, besucht sie im Krankenhaus – bald darauf datet er sie. Aber wer weiß, wie so was in der Regel läuft, weiß, dass es nicht von Dauer sein wird.
Bald darauf findet Batman die Schuldige – und sie stellt sich ihm ganz ohne Gegenwehr. Dann bricht ein tödliches grünes Gas in der Bank of Gotham aus. Der Tatverdächtige bringt sich daraufhin um. Dahinter steckt der Riddler, der neuerdings eine eigene Livesendung hat. Es folgen weitere Straftaten, die von Unschuldigen begangen werden. Doch die sind nur scheinbar unschuldig …
Der Pinguin macht Jagd auf die Reichen. Also eigentlich nur die, die nichts für ihre Millionen getan haben als zu erben. (Er hält sich selbst für einen Selfmademan.) Bruce Wayne ist kein Ziel, denn er ist ja seit einer Weile mittellos, aber als Batman fühlt er sich dann doch verpflichtet, dem Geldadel zu helfen, denn Reich oder nicht: Mord wird nicht geduldet. Schließlich landet der Pinguin im Krankenhaus, vergiftet sich selbst und lässt es so aussehen, als ob Batman ihn ermordet hätte.
Kurz darauf taucht ein Roboter mit spitzen Ohren auf, um Batman umzubringen. Sein Name: Failsafe, eine Erfindung, die Batman Einhalt gebieten soll, für den Fall, er schlägt über die Stränge. (In dem Fall: Er tötet scheinbar.) Gebaut hat ihn der Batman von Zur-En-Arrh, Batmans mentales Notfallprogramm aus dem Unterbewusstsein. Das Notfallprogramm hat also ein eigenes Notfallprogramm – ein Paranoiker wie Batman geht also stets auf Nummer extrasicher. Allerdings hat er dem Killer-Roboter, der alle Tricks beherrscht, weder kritisches Bewusstsein noch Detektivgespür noch höhere Moral eingebaut, denn Failsafe urteilt nur auf Verdacht hin und errrichtet in Gotham eine Schreckensherrschaft.
Batman und Barry Allen (Flash II) – das haben wir jetzt rauf und runter gehabt. Aber mit dem ersten Flash, Jay Garrick, hatte Batman bisher kaum was zu tun gehabt. Zwar sind beide Golden-Age-Veteranen, aber anfangs noch in verschiedenen Verlagen (Detectice Comics und All American Publications) und Jays Abenteuer wurden 1951 eingestellt, bevor er 1956 von Barry Allen ersetzt wurde. Außerdem waren Crossover im Golden Age (zumindest bei DC) nicht üblich. Erst 2008 wurde das nachgeholt, in einer Neuauflage der Team-up-Serie The Brave and the Bold.
Ra’s al Ghul ist der Schurke der Stunde. Es gibt keinen von Batmans Gegnern, der die drängendsten Probleme dieser Welt so radikal angeht. Er ist daher auch kein richtiger Schurke, sondern eine Art Antiheld: Er tötet, aber für einen guten Zweck, das Überleben des Ökosystems Erde. Während sich in der Realität Leute über harmlose „Klimakleber“ aufregen, macht Ra’s Nägel mit Köpfen. Das ist kein Aktivismus mehr, das ist eine Rettungsmission. Was nicht heißt, dass seine Methoden gutzuheißen sind, aber es steckt eine Brisanz darin, der man sich nicht entziehen kann.
Ra’s al Ghul hat schon vor über 50 Jahren die Welt retten wollen. Damals wollte er noch die Menschheit dezimieren. Da das mehrmals nicht geklappt hat, hat er sich weiterentwickelt. Statt Völkermord ist es nur noch Serienmord: Er will die 27 größten Umweltsünder eliminieren, um sie durch Menschen zu ersetzen, die ihre Firmen umweltfreundlich führen. Alles ist perfekt geplant und wird auch elegant und fast spurlos durchgeführt, aber eben nur fast. Denn die ganzen Todesfälle von Firmenchefs und Milliardären fallen ziemlich auf, sodass Batman dem Einhalt zu gebieten versucht.
Erschienen: 1983 (The Brave and the Bold #194), Hardcover 2021 (Batman in The Brave and the Bold Omnibus Vol. 2)
Zwei drittklassige Versagerschurken werden auf eine karibische Insel eingeladen: Doctor Double X und Rainbow Raider. Ersterer hat zweimal gegen Batman verloren (1958 und 1963), letzterer gegen Flash (1980 und 1981). Nun will ihnen eine junge Frau namens Andrea Wye (angeblich Professorin) weismachen, das habe alles mit einem falschen Mindset zu tun gehabt. Erst das negative Denken, das bereits vom Scheitern ausging, habe zum Scheitern geführt. Professorin Wye hat eine Methode entwickelt, wie man diese Einstellung überwindet und sein wahres Potenzial freisetzt: „Be all the person you can be!“, lautet der Titel ihres Buches. Und so trichtert sie den beiden Losern ein, dass sie endlich an sich glauben sollen.
Nach einem Joker-Massaker in der „Fool’s Night“ sind viele Menschen in Gotham gestorben, darunter auch Batman. Selina Kyle (Catwoman) kam ins Gefängnis. Zehn Jahre später wird sie freigelassen. Sie ist mittellos und sucht Arbeit. Doch Gotham macht es ihr nicht leicht. Bürgermeister Harvey Dent (Two-Face) führt einen harten Polizeistaat mit einer Null-Toleranz-Politik gegenüber dem Verbrechen und Vigilanten, Polizisten mit Batman-Helmen gängeln die Bürger wegen Nichtigkeiten, und rassistisch ist das System auch. Arme Menschen werden vertrieben, während für die Reichen teurer Wohnraum gebaut wird. Barbara Gordon tritt bei der Wahl als Dents Gegenkandidatin an, um die Stadt wieder humaner zu machen.
Die alte Selina, die nicht mehr die Fitteste ist, schart Verbündete um sich wie Killer Croc und Edward Nygma (Riddler) und Poison Ivy, um in die schwer bewachte und geschützte Bathöhle einzubrechen und ein letztes Geheimnis zu lüften, nämlich Batmans letzte Worte: Wer oder was ist Orpheus?
Erschienen: 1979 (The Brave and the Bold #151), erschienen in Batman: The Brave and the Bold: The Bronze Age Omnibus Vol. 2
Zwei junge Frauen sind auf unerklärte Weise gestorben, nachdem sie die Disco verlassen haben. Batman bestellt Barry Allen und seine Frau Iris West nach Gotham ein. Sie schmeißen sich in Schale und mischen sich unters Tanzvolk im Stardust. Bruce Wayne trägt nicht nur einen stilechten weißen Anzug mit Schlaghose, sondern macht auch auf dem Dancefloor einen auf John Travolta, während so passender- wie makabererweise „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees aus den Lautsprechern plärrt.
Im Volk tummeln sich auch einige kurios kostümierte Gestalten, darunter einer, der wie das Phantom der Oper aussieht und dann stellt sich heraus, dass die Frau, mit der er getanzt hat, kurz darauf ins Koma fällt. Und tatsächlich verfolgt die schaurige Gestalt das Ziel, Frauen in den Tod zu tanzen.
Er war schon immer das Gelbe an Batman: sein Gürtel. Später kam noch ein gelbes Oval auf der Brust dazu, das die Fledermaus rahmte, dann verschwand es wieder – doch der gelbe Gürtel blieb. Jedenfalls im Comic. Denn so ein Gürtel ist praktisch. Nicht unbedingt, damit die schwarze Unterhose nicht verruscht, sondern um Gadgets reinzutun, die sonst nicht in das hautenge Kostüm passen. Praktische Dinge, wie in eine Handtasche oder das Allzeit-Bereit-Päckchen der Pfadfinder, nur eben elegant am Gürtel.
Treuer Begleiter von Anfang an: Batmans Gürtel (Montage). (DC Comics)
Begegnungen zwischen Captain Marvel/Shazam und Superman gibt es viele. Klar, die beiden sind von Anfang an Konkurrenten gewesen, zumindest auf dem Comicmarkt, dann im Gerichtssaal, bestand doch der Vorwurf, der „Big Red Cheese“ sei nur ein Abklatsch von „Big Blue“. Und als DC die Rechte an Cap kaufte, wurden ab den 70ern Konfrontationen zwischen den Helden zu einem beliebten Motiv – erst recht, wenn sie kämpften.
Doch bei Batman und Shazam verhält es sich anders. Ich habe lange suchen müssen und im Grunde nur zwei Storys gefunden: Abgesehen von Gruppentreffen wie der Justice League und anderen Crossovern gab es bloß ein Team-up in der Zeichentrickserie The Brave and the Bold (S02E10, 2010) und nur eines in einem Comic, das erst 2020 erschien. Das war’s. Sollte ich mich irren und jemand weiß mehr, dann freue ich mich über jeden Hinweis.
Shazam und Scarecrow
In dieser Story stellt Billy Batson fest, dass er nur zwei ernstzunehmende Schurken hat: Doctor Sivana und Black Adam. Superman hat mehr – und erst recht Batman. Also fliegt er noch Gotham, um sich mit einem von ihnen anzulegen. Er hat Glück: Zufällig treibt Scarecrow sein Unwesen mit Angstgas in einem Chemiewerk. Shazam hat leichtes Spiel gegen den Schwächling, doch nur bis er eine Dosis Angstgas einatmet. Dann wird er mit seinen inneren Dämonen konfrontiert: Versagensängste, Hochstaplersyndrom. Was, wenn Leute seinetwegen sterben
Da taucht auch schon Batman auf, um ihn davon zu befreien. Wie immer hilft das Gutzureden: Überwinde deine Angst, indem du sie nutzt, werde mutiger als die Angst etc. Das klappt dann auch sehr gut und sehr schnell, denn wir haben ja nur eine Heftlänge Zeit. Daher bleibt es auch ohne Konsequenz, dass Batman seine Gasmaske verliert und Gift von Scarecrow gespritzt bekommt. Kaum hat Billy seine Angst überwunden, setzt es einen letzten gemeinsamen Schlag gegen den Schurken und die Sache ist erledigt. Zum Schluss muss sich Billy noch eine Standpauke anhören. Kleinmütig rechtfertigt dieser sich, er sei ja nur ein Kind, daher der Unsinn …
War das jetzt eigentlich ein Team-up? Nein, sagt der arrogante Batman. Doch, sagt Billy, auf jeden Fall. Und da es bisher kein echtes Team-up im Comic gab, wollen wir das mal gelten lassen. Gerne mehr davon. Dieses war nur ein spaßiges Zwischenspiel. Das nächste Mal darf es etwas ausführlicher und gehaltvoller sein.
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