Der unbesiegbare Gegner

batman beyond joker

Humor ist ein ernstes Geschäft.

Titel: Batman Beyond – Return of the Joker (dt. Batman of the Future – Der Joker kommt zurück)

Regie/Drehbuch: Curt Geda/Paul Dini

Erschienen: 2000 (Direct-to-Video)


„It’s funny. I know about all your other major enemies, but you never mentioned him.“ (Terry McGinnis)

„I thought the Joker always wanted to make Batman laugh!“ (Terry McGinnis)

Batman ohne Joker? Das geht gar nicht. Auch wenn die Geschichten von Batman Beyond in ferner Zukunft spielen, auch wenn Bruce Wayne nur noch die graue Eminenz ist, auch wenn ein Jungspund im Kostüm steckt. In der Serie hat es bisher nur die Jokers, eine nichtsnutzige Bande von Chaoten gegeben. Im Batman Beyond-Spielfilm machen Paul Dini und Co. endlich wahr, was niemand für wahrscheinlich gehalten hat: sie bringen den Joker zurück. Während für Fans ein Traum wahr wird, macht die Batman-Familie einen Albtraum durch.

[ACHTUNG SPOILER!]

Denn die Macher fahren für einen angeblichen Kinderfilm schwere Geschütze auf. Der Joker wurde animiert noch nie so skrupellos und gruselig inszeniert, es fließt Blut, es sterben Menschen. Gleich zu Beginn knallt der Joker einen seiner Schergen ab, in einer Rückblende muss er selbst dran glauben. Weil die Szenen für das junge Publikum zu krass waren, wurden sie zunächst zensiert und durch eine mildere Version ersetzt. Die Urfassung findet sich auf der Blu-ray.

batman beyond joker

Es geht also doch: Bruce Wayne lernt das Lachen.

Es geht hart zur Sache: Der Joker foltert Robin (Tim Drake), erfährt dadurch Batmans Geheimidentität, er führt bei Robin eine Gehirnwäsche durch und formt ihn nach seinem Bilde, daraufhin erschießt ihn Robin. Tim Drake ist traumatisiert fürs Leben, zieht sich zurück – und wird dann wieder für die Zwecke des zurückgekehrten Schurken instrumentalisiert. Abgesehen von der schwachen Erklärung für die Wiederkehr des Jokers hat die Story all das Drama, das eine gute Batman-Geschichte ausmacht. Damit reiht sich der Film ein in die großen Batman-Traumata: als der Joker Jason Todd (Robin II) ermordete und Barbara Gordon (Batgirl) verkrüppelte. Bislang waren der (Kinder-)Serie solche grausigen Momente erspart geblieben oder wurden als Illusionen aufgelöst.

Batman Beyond: Joker und Tim Drake

Der Joker foltert Robin.

Doch es bleibt nicht nur beim Sensationsgeheische, es wird auch dem Joker-Mythos eine neue Komponente hinzugefügt: „The real reason you kept coming back was you never got a laugh out of the old man“, sagt Terry McGinnis zum Joker. „Get a clue, clowny! He’s got no sense of humor! He wouldn’t know a good joke if it bit him in the cape… not that you ever had a good joke.“ Der Joker erscheint als lächerliche Figur, deren Tragik darin besteht, sich vergeblich an seinem renitentesten Zuschauer abzuarbeiten. Batman ist sein Fluch. Und so wird der Joker zu seinem.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

Gefällt dir dieser Beitrag? Was ist er dir wert? Lass es mich wissen und hilf mir, die Kosten für diese Seite zu decken (8 Euro im Monat, 96 Euro pro Jahr). Vielen Dank.

€1,00

Legends of the Dark Knight: Gothic

DC Comics

DC Comics

Titel: Gothic (dt. Der Mann ohne Schatten)

Autor/Zeichner: Grant Morrison/Klaus Janson

Erschienen: 1990 (Legends of the Dark Knight #6-10), dt. Carlsen 1991, Panini 2014


„Gotham City is hell. We are in hell. And I am the king of hell!“ (Batman)

„The kingdom of hell is within us.“ (The abbot)

Bruce Waynes ehemaliger Schulleiter, der ein Faible für Lyrik hat, dezimiert die Bosse in Gothams Unterwelt, weil er sich für einen missglückten Mordversuch rächen will. Dieser Mr. Whisper ist zudem ein über 300 Jahre alter ehemaliger Mönch, der nicht sterben kann, weil er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Nun will er das Haltbarkeitsdatum seiner Seele verlängern, indem er Gothams Einwohner mit der Pest tötet und ihre Seelen mithilfe einer gotischen Kirche einfängt. Batman reist mit dem Bat-Flugzeug nach Österreich, lässt sich Legenden von einem Mönch erzählen, und findet heraus, was das alles mit seinen Alpträumen zu tun hat, die ihn verfolgen.

(mehr …)

Legends of the Dark Knight: Shaman

DC Comics/Panini Comics

DC Comics/Panini Comics

Titel: Shaman (dt. Der Schamane)

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Ed Hannigan

Erschienen: 1989-90 (Legends of the Dark Knight #1-5, Paperback 1993), dt. Carlsen 1991, Panini 2014


 „Aber du kannst nicht wirklich glauben, dass Geschichten und Masken wirklich Heilkräfte innewohnen.“ (Bruce Wayne)

„Du musst zur Maske werden.“

Bruce Wayne wurde nicht zu Batman, nur weil eine Fledermaus durchs Fenster flog. Die Fledermaus erinnerte ihn an ein Erlebnis in Alaska, als er im Sterben lag und ein Schamane ihn mit einer Geschichte über eine Fledermaus und einer passenden Maske heilte. Davon erzählt Dennis O’Neil in seiner Story Shaman. Die erste Storyline der Serie Legends of the Dark Knight spielt in Batmans erstem Jahr und erzänzt Frank Millers Origin um einen neuen Sub-Plot.

Dieser ist allerdings ziemlich wirr und wenig einnehmend. Es geht um Ritualmorde, die irgendwas mit Drogengeschäften zu tun haben, um einen Banker und um einen mysteriösen Mörder, der die Fledermausmaske eines Schamanen trägt. Der frischgebackene Batman spielt Detektiv, kommt schnell zu den richtigen Schlüssen und wie er dazu kam, wird in Gedankenboxen nachgereicht. Zwei Mal darf er noch nach Alaska reisen, wo er sich einbildet, die Tochter des Schamanen abschleppen zu können. Aber das Glück mit den Frauen ist ihm eben nicht vergönnt.

Ganz nebenbei sehen wir, wie Batman sein von Alfred genähtes Kostüm zum ersten Mal anzieht und wie er beginnt, die Höhle unter dem Anwesen zu seinem neuen Arbeitszimmer zu machen. Bruce erzählt Alfred bei der Besichtigung der Höhle, wie er einmal als Kind hineingefallen ist. Batmans Maske bekommt heilende und schützende Kräfte zugesprochen, sodass der Batman-Mythos mit einem mystischen Hintergrund aufgeladen wird.

Die Zeichnungen von Ed Hannigan sind ziemlich schwach, die Figuren wirken steif und ihre Mimik ausdruckslos, nur Batman bekommt einige ansehnliche Panels. Ansonsten sind die Farben – nun ja – wie die Farben Ende der 90er nun mal waren. Shaman ist also weder ein großes Lesevergnügen noch eine Augenweide, aber immerhin eine Ergänzung für Freunde von Batmans Anfangszeit.

>> Batman: Legends of the Dark Knight

Batman Beyond: Wachablösung für Bruce Wayne

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Titel: Rebirth (Part 1 & 2)

Regie/Drehbuch: Curt Geda/Alan Burnett, Paul Dini, Stan Berkowitz

Erschienen: 1999 (Batman Beyond, S01E01-02, dt. Batman of the Future)


„Das war’s. Nie wieder.“ (Bruce Wayne)

Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist. Aber für jemanden, der so besessen von seiner selbstgewählten Aufgabe ist wie Batman, gilt diese Weisheit nicht. Ein gealterter Bruce Wayne in einem hochtechnisierten Kostüm vergeigt einen Routineeinsatz, bekommt einen Herzinfarkt und greift in seiner Not zu einer Schusswaffe. Obwohl er nicht abdrückt, nimmt er die Verzweiflungstat zum Anlass, sich zur Ruhe zu setzen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

20 Jahre später trifft Bruce Wayne auf den jungen Terry McGinnis, als dieser vor Wayne Manor gerade von einer Bande Jokerz angegriffen wird. Der Alte vermöbelt die Taugenichtse und überanstrengt sich dabei, Terry hilft ihm nach Hause. Dabei entdeckt der Junge die Bathöhle inklusive der Anzüge der Bat-Familie. Nachdem er von Wayne vertrieben wird, muss Terry feststellen, dass sein Vater auf Befehl des Industriellen Derek Powers ermordet wurde. Damit soll verdeckt werden, dass der Konzern Wayne/Powers Nervengas als Waffe herstellt und an Menschen testet. Terry ersucht Wayne um Hilfe, doch der weigert sich, den alten Anzug wieder anzuziehen. Als Terry sich dann selbst bedient, wird Wayne sauer und sabotiert zunächst den Anzug per Fernsteuerung, doch schließlich kann der neue Batman seine erste Aufgabe meistern und bekommt sogar eine Festanstellung bei Wayne …

(mehr …)

JLA Earth 2: Auf der anderen Seite des Spiegels

DC Comics

Titel: JLA: Earth 2 (dt. JLA: Erde 2)

Autor/Zeichner: Grant Morrison/Frank Quitely

Erschienen: 2000 (One-shot); dt. Dino 2000, Panini 2014


„No one tries too hard to make the world better. You can never shout too loudly in the name of freedom.“ (Batman)

Das Antimaterie-Universum ist eine Welt, in der stets das Böse triumphiert. Die Superwesen sind zumeist keine Helden, sondern Schurken. Es gibt Typen wie Ultraman, Owlman und Superwoman, die an Superman, Batman und Wonder Woman erinnern, aber sie bilden nicht die Justice League, sondern das Crime Syndicate. Von ihrer Mondstation aus beherrschen sie die Welt, die der Gewalt, dem Verbrechen und der Korruption anheim gefallen ist. In dieser Welt ist es Alexander Luthor, der in einer grün-violetten Rüstung allein gegen die Bösen antritt. Auf der Suche nach Verstärkung tritt er ins Materie-Universum ein und bittet die Justice League um Hilfe. Doch obwohl der Plan ausgeklügelt ist und zunächst funktioniert, hat der gute Luthor nicht damit gerechnet, dass er einen großen Haken übersehen hat …

Kurz und knackig erzählt Großmeister Grant Morrison eine Story über eine Parallelwelt, die ihre eigenen Grundgesetze hat. Das zeigt sich vor allem in Gotham: Dort herrscht Boss Gordon, während Comissioner Thomas Wayne versucht, das Übel einzudämmen und sein Sohn als Owl Man einen auf kostümierter Superverbrecher macht. Nachdem Gotham befreit ist, errichtet Wayne einen Polizeistaat. In einer Welt des Bösen wird das Böse immer triumphieren.

Die Geschichte hat zwei Schwächen: Abgesehen davon, dass sich die Justice League zu schnell auf das Abenteuer einlässt, ohne groß nachzufragen oder über ihre Taten zu reflektieren, nimmt sich Morrison zu wenig Zeit, um die Parallelwelt darzustellen. Stattdessen macht er es sich einfach, indem er ihre Verkommenheit nur behauptet und am drastischsten darin zeigt, dass ein Mann einen Hund tritt (der anschließend überfahren wird). Ansonsten ist Earth 2 ein netter, kurzweiliger Ausflug ins Was-wäre-wenn mit Rückfahrkarte.

Hinweis: Besonders empfehlenswert ist die Deluxe Edition (siehe Bild), in der auf vielen Extra-Seiten Frank Quitelys Skizzen und Grant Morrisons Skript dokumentiert werden.

Mehr zum Thema:

Einsamer, grausamer Vogel

DC Comics

DC Comics

Titel: Penguin: Pain and Prejudice (dt. Schmerz und Vorurteil)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Szymon Kundranski

Erschienen: 2012 (Mini-Serie #1-5, Paperback 2012, dt. Panini Sonderband 2012)


„People hate what is ugly. What is weak. It is a mirror of their own worst fears.“ (Penguin)

Anders als der Titel vermuten lässt, hat dieses Buch nicht viel mit Jane Austen zu tun. Vielmehr sind Schmerz und Vorurteil die beiden Komponenten, aus denen der Pinguin hervorgegangen ist. Erzählt wird die Vorgeschichte des Schurken mit der üblichen monokausalen Erklärung und küchenpsychologischen Klamottenkiste: hässlich geboren, gehasst vom Vater, gemobbt von den Brüdern – aber geliebt von der Mutter. Wir erfahren, dass Oswald Cobblepot als Junge das Morden gelernt hat. In der Gegenwart sehen wir, wie er sich um seine alte Mutter kümmert und sogar morden lässt, um ihr Schmuck zu besorgen. Dann verliert er sie und findet Trost bei einer blinden Frau, die ihn für seine inneren Werte schätzt. Doch weil der Pinguin immer noch mit Widerständen zu kämpfen hat, schickt er einen Schwarm mordender Vögel auf die Kinder Gothams los – Hitchcock lässt grüßen.

Das klingt nicht gerade einfallsreich, um nicht zu sagen: klischeebehaftet. Doch Gregg Hurwitz erzählt seine Geschichte einfühlsam und Szymon Kudranski (der neben Lee Bermejo und Alex Ross zu den größten Künstlern unter den Comic-Zeichnern gehört) findet ausdrucksstarke wie stimmungsvolle Bilder mit vielen Schatten. Eine der besten und rührendsten Sequenzen zeigt, wie der Pinguin am Sterbebett seiner Mutter kauert und immer wieder eine Schneekugel schüttelt. Von solchen Momenten lebt die Geschichte. Doch verharmlost wird die Figur dadurch nicht: Denn zugleich wird der Pinguin auch als grausamer Herrscher dargestellt, der Menschen wegen der kleinsten Unachtsamkeit bestraft, indem er ihre Leben zerstört. Bei aller Tragik und Drastik gibt es allerdings auch ein paar witzige Stellen.

Batman hat in diesem Buch nur eine Nebenrolle. In den ersten zwei Kapiteln ist er kaum zu sehen, nicht einmal sein Gesicht wird gezeigt. Trotzdem vermisst man ihn nicht. Oswald Cobblepot macht als Protagonist eine gute Figur.

Mehr zum Thema:

Die ewige Katzenjagd

Titel: Chase Me

Regie/Drehbuch: Curt Geda/Paul Dini, Alan Burnett

Erschienen: 2003


Alle Frauen wollen mit Bruce Wayne tanzen, der arme Playboy kann sich kaum noch vor Zuspruch retten. Doch als er Catwoman beim Diebstahl erwischt, ist es er, der als Batman einer Frau hinterherrennt – und nicht nur irgendeiner. Chase Me, ein Kurzfilm als Zugabe zu Mystery of the Batwoman (2003), erzählt in sechs Minuten von einer Verfolgungsjagd zwischen Batman und Catwoman durch Gotham – und zwar ganz ohne Worte. Es ist wohl kein Zufall, dass dabei eine Menge – ähem – Milch fließt. Am Ende landen die beiden im Zoo bei den wilden Tieren und es endet sogar mit einem Kuss und Fesselspielchen. Batman bleibt dennoch der Alte – und Bruce Wayne der ewige einsame Playboy, der mit anderen Frauen vorlieb nehmen muss.

Trotz Frauenquote keine Führungsposition

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: Batman: Mystery of the Batwoman (dt. Rätsel um Batwoman)

Regie/Autor: Curt Geda/Michael Reaves, Alan Burnett

Erschienen: 2003 (Direct-to-video)


 „Herrje, was kommt denn als nächstes? Ein Bat-Hund?“ (Harvey Bullock)

Ursprünglich wurde Batwoman erfunden, um den Vorwurf auszuräumen, Batman und Robin seien ein schwules Pärchen. Das war 1956, zwei Jahre nachdem Fredric Wertham diese steile These aufgestellt hat. Später schlossen sich auch Batgirl, Bat-Mite und Bat-Hound der Familie an. 1964 war dann für eine Weile Schluss mit dem Quatsch, doch irgendwann kamen sie alle in der einen oder anderen Form wieder. Auch Batwoman – als Lesbe und sogar mit einer eigenen Serie.

Neuer Look in grau und pink: Batwoman.

In der Animated-Serie wuchs die Batman-Familie zwar stetig an, doch Batwoman kam darin nicht vor. Das Konzept haben die Macher erst für den dritten und letzten Film ausgekramt. Immerhin verpassten sie Batwoman aber auch einen neuen Touch. Die Figur tritt zunächst als Mysterium auf: als eine Unbekannte in grauem Kostüm und High-Tech-Gleiter, die beim Hochnehmen böser Buben auch nicht vor drastischen Mitteln zurückschreckt. Batman gefällt das natürlich gar nicht. Barbara Gordon hat damit nichts zu tun, dafür kommen drei andere Frauen infrage: eine Gangster-Tochter, eine Polizistin und eine Wissenschaftlerin. Wer ist sie? Und warum hat sie es auf den Pinguin und Rupert Thorne abgesehen?

Batwoman und Robin kämpfen zusammen.

Trotz hoher Frauenquote belegt der Film leider keine Führungsposition. Auch wenn es Spaß macht, nach der Serie Batman mal wieder in diesem kantigen Animated-Stil zu sehen, ist Mystery of the Batwoman der schwächste der drei Langfilme geworden. Das Drehbuch ist nicht frei von witzigen Dialogzeilen, aber bleibt in Sachen Action und Dramaturgie eher durchschnittlich interessant. Leider hat man auch bei der Filmmusik an der falschen Stelle gespart, die kalten Klänge sorgen für eine sterile Atmosphäre.

Batwoman trifft Pinguin, Bane und Thorne.

>> Batman: The Animated Series

Batman Earth One: Mit dem Kopf durch die Wand

DC Comics

DC Comics

Titel: Earth One (dt. Erde eins)

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2012 (One-shot)


„Wir sind in Gotham. Hier gibt’s nur böse Cops.“ (Bullock)

Die Aktion ist dumm gelaufen: Zuerst versagt die Hakenpistole, dann verschätzt sich Batman mit dem Sprung von Dach zu Dach und fällt in einen Haufen Müll. Die Räuber, die an ihm vorbeilaufen, verfolgt er gar nicht erst. Die Moral ist am Boden. Als er dann eine Obdachlose in einer Gasse kauern sieht, reicht er ihr immerhin ein paar Dollar bevor er in seinen Wagen steigt und davonbraust. So hat er wenigstens etwas Gutes in dieser Situation bewirkt.

(mehr …)

Batman schlechthin

Wortlos, schriftlos, ikonisch: Batman im Intro der Animated Series.

Mehr als 20 Jahre ist Batman: The Animated Series (BTAS) schon alt, aber man merkt es ihr nicht an. Noch immer wirkt sie so frisch wie ehemals – und ihre Darstellung von Batman, Gotham City und seiner Bewohner ist eine der maßgeblichen Inkarnationen des Universums, um nicht zu sagen: das ist Batman schlechthin. Hätte man nur eine Minute Zeit, jemandem zu erklären, wer Batman ist, es reichte, ihm den Vorspann zu zeigen.

Wie beliebt die Serie ist, zeigt sich auch aktuell. Auf nerdist.com hat Autor Kyle Anderson ein Jahr lang jede einzelne Folge besprochen und daraufhin eine Top-Ten-Liste der besten Episoden erstellt. (Die Nummer eins ist übrigens Heart of Ice mit Mr. Freeze, gefolgt von Almost Got ‚Im.) Leider hat er sich nur auf die „Original“-Serie beschränkt und nicht die 24 Folgen der New Batman Adventures mitberücksichtigt. Ich halte diese Unterscheidung für falsch, da diese Nachfolgeserie in derselben Kontinuität spielt und einige der besten Folgen enthält. Allein den neuen Namen und das leicht veränderte Design zum Anlass für eine solche strikte Trennung zu nehmen, halte ich für schwache Gründe.

Nun berichtet die Seite von einem Podcast, indem sich Comedian Justin Michael, ein wahrer BTAS-Fanatiker, über jede Episode auslässt. Von Anfang an gehörte dieser bei iTunes zu den populärsten Beiträgen. Im Interview mit Nerdist erzählt Michael, was den Reiz der Serie ausmacht. Zum Teil liege es daran, dass die vermeintliche Kinderserie sehr erwachsene Szenarios durchspiele, etwa in der Doppelfolge (!) Two-Face (ebenfalls und zu Recht in Andersons Top-Ten). Das ist nicht nur interessant zu lesen, sondern macht auch Lust, BTAS wieder zu schauen. Zweifellos wurden in der Serie einige der besten Batman-Storys erzählt (einige davon wurden hier bereits besprochen).

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden