Was Sie schon immer über Batman wissen wollten, aber nie zu fragen wagten

Hier kommt ein Video, an dem sich zeigt, wer ein Hardcore-Batman-Fan ist: 20 Fakten über den Dunklen Ritter, die nur die Wenigsten, die absoluten Comic-Nerds kennen. Es sind lauter Fun Facts, das unnützeste Wissen, aber eines, das doch ein paar Überraschungen bietet. Wer weiß schon, dass auf dem Polizeidach immer ein Zivilist das Batsignal anwerfen muss? Oder dass der Batarang nicht von Bruce Wayne erfunden wurde? Ja, wer hätte das gedacht? Und nur wen’s interessiert, ist ein wohl ein wahrer Fan.

Das erste Bündnis zwischen Joker und Pinguin habe ich bereits vorgestellt, aber ich habe selbst nicht gewusst, dass es das erste Bündnis zweier Batman-Schurken gewesen ist. Auch das notgedrungene Team-Up zwischen Batman und Joe Chill wurde hier bereits besprochen. Und dann gibt es noch die harten Fakten, die echt kein Mensch braucht: Das Jahr auf dem Riesenpenny in der Bathöhle ist 1947; die Zeit, zu der Bruce Waynes Eltern starben ist 10:47 Uhr (was zugleich der Zugangscode zur Bathöhle ist). Batman beherrscht 127 Kampfkünste und schenkt Gordon jedes Weihnachten eine Dose Pfeifentabak. Oder besser gesagt: schenkte. Denn ob der gesundheitsbewusste Batman einen seiner besten Freunde weiterhin mit Gift beliefert, darf bezweifelt werden. (Da fällt mir ein: Gordon mit Lungenkrebs – das wäre doch mal eine dramatische Geschichte …)

Justice League Action: Drei neue Videos

Am 27. November startet die neue Zeichentrickserie Justice League Action auf Cartoon Network. Die ersten Trailer zeigten bereits, dass es sich um eine sehr kindgerechte Serie handeln wird. Die drei neuen Clips bestätigen den Eindruck. Batman und Joker werden erneut von Kevin Conroy und Mark Hamill gesprochen, den Veteranen von Batman: The Animated Series.

Kampf der Formwandler

DC Comics

DC Comics

Titel: The Great Clayface–Joker Feud

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #159)


„Clayface will rue the day he tried to compete with the Joker!“

Eigentlich war Clayface erledigt, nachdem Batman ihm den Zugang zu seinem Wundermittel versperrt hat. Jetzt ist wieder da, mit selbstgebrautem Formwandler-Serum. Das beeindruckt die Unterwelt so sehr, dass es heißt, er sei der größte Kriminelle des Landes. Als der Joker das hört, kann er es nicht auf sich beruhen lassen.

Es beginnt ein Wettstreit der Schurken: Zunächst fordert Clayface Joker heraus, indem er ihn imitiert, dann revanchiert sich der Joker, indem er bei einem Kunstraub mehrere Kostüme übereinander legt und vor Batman und Robin eins nach dem anderen ablegt. So wird aus dem Clown ein afrikanischer Krieger, dann ein Igel oder vielmehr ein Stachelschwein, schließlich eine Libelle – er entkommt auf Flügeln.

Clayface hat es satt: er entführt Batman und Joker. Letzterer schlägt eine Allianz vor, man einigt sich. Doch als Clayface versucht, Batman zu demaskieren, nimmt die Story eine unerwartete Wendung. Mal wieder hat sich Batman als Joker verkleidet … (das scheint zur Gewohnheit zu werden)

Unterstützt werden Batman und Robin nicht nur von einem täuschend echten Batman-Roboter, sondern auch von der Presse, die freiwillig Falschmeldungen in die Welt setzt, damit Batman seinen genialen Plan umsetzen kann. Glaubwürdigkeit der Medien spielte damals wohl noch keine große Rolle. Auch Batwoman und Batgirl mischen mit, zunächst nur als Jungfern in Nöten, aber dann erweisen sie sich auf Fluggeräten namens Whirly-Bats als ziemlich nützlich – wenigstens hinter den Kulissen. Am Ende dürfen sie das Dynamische Duo nach dem aufregenden Abenteuer beruhigen. Als Batwoman mit Batman flirtet, bleibt dem sonst so souveränen Dunklen Ritter die Luft weg.

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Mann aus Stahl, Comic aus Blei

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman – American Alien

Autor/Zeichner: Max Landis/Ryan Sook, Jae Lee, Jock, Francis Manapul u.a.

Erschienen: 2016 (Mini-Serie #1-7), Hardcover 2016; dt. Panini 2016 (Paperback)


„… whatever happened to the man of tomorrow?“ (Lex Luthor)

Superman ist lahm. Als Figur ist er eine Ikone, aber kein interessanter Charakter. Auch seine Entstehungsgeschichte war noch nie besonders spannend. Zwar hat er, wie Batman, seine Eltern verloren – aber es war kein traumatisches Erlebnis. Superman ist zwar die Geschichte eines Außenseiters, aber keines Normalos, sondern eines Überfliegers in jeglicher Hinsicht. Es ist nicht leicht, sich in jemanden hineinzuversetzen, der in allem super ist und dessen einziges Problem ist, zu gut für diese Welt zu sein.

Und trotzdem wird immer wieder versucht, Supermans Origin neu zu erzählen. Nach John Byrnes Man of Steel von 1986, der den modernen Superman definierte, aber heute lachhaft erscheint, kam Ende der 90er die Idylle Superman for All Seasons, im neuen Jahrtausend Birthright, Secret Origin, Earth One und Grant Morrisons Reboot von The New 52 – ganz zu schweigen von der TV-Serie Smallville, die zehn Staffeln lang die Vorgeschichte als Teenager-Seifenoper ausbreitete. Superheldengeschichten sind Geschichten einer Entwicklung – die Anfänge, das Entdecken der Kräfte, waren schon immer die reizvollsten Aspekte dieser modernen Mythen.

Clark Kent als Bruce Wayne

Und jetzt noch einmal: American Alien. Erzählt wird wieder alles von vorn. Als gäbe es da noch etwas Neues zu erzählen. Max Landis erzählt es eben ein bisschen anders, aber doch in alter Gewohnheit. In sieben Episoden, von der Kindheit bis Supermans Anfängen, jedes Kapitel hat einen anderen Zeichner. Clark Kent lernt fliegen. Clark Kent überwältigt einen Geiselnehmer. Und es wird viel geredet. Nach sehr viel Nabelschau beginnt ein wenig Handlung: Clark Kent kommt durch Zufall auf Bruce Waynes Yacht, gibt sich als Wayne aus, macht Party und hat Sex.

Doch die Handlung kommt nicht in Gang. Eigentlich wird nur geredet, was meist schwafeln bedeutet. Auch als Clark in Metropolis ankommt, landet er in einer Bleiwüste aus Sprechblasen. Lange Dialoge mit Lois Lane, ein ewiger, selbstgefälliger Monolog von Lex Luthor, ein altkluges Gespräch mit Dick Grayson, der ihm die Idee dazu gibt, dass Batman einen Gegenpol brauche (wtf?), schließlich ein Treffen mit Batman. Zugegeben: das ist stark, wie Batman zum Gruß Clarks Gesicht auf den Schreibtisch knallt und dann von ihm selbst gegen die Wand gedrückt wird. Da helfen auch weder Elektroschocker noch Pfeffersprays. Eine Sequenz zum Schmunzeln. Aber das war’s auch schon mit dem Spaß.

Superman: American Alien #4 (Jae Lee Variant)

DC Comics

Am Ende des Kampfes trägt Clark Batmans zerfetzten Umhang. Wie schon zuvor, als ihm als Kind ein zerfetztes T-Shirt zum Cape wurde. Lex Luthor bringt ihn auf die Idee, sein S-Symbol auf der Brust zu tragen. Das Buch ist voll von solchen Andeutungen mit dem Holzhammer. Dieser Fanservice nervt, denn er trägt mehr zur Mythenbildung als zum Charakter Clark Kent bei – obwohl das Buch doch eigentlich genau letzteres will.

Superman beginnt seine Karriere also mit Batmans Cape, Fliegermütze und einem selbstbemaltem schwarzen T-Shirt. (Denn die Variante mit T-Shirt und Arbeiterstiefeln hatten wir schon bei Morrison.) Doch kaum kommt mal mit dem Parasiten ein wenig Action in diese lahme Angelegenheit, endet der Kampf ganz schnell wieder, um mal wieder ein paar Leute Vorträge halten zu lassen: Lois Lanes pathetisch, Lex Luthor arrogant – der Leser gelangweilt. Und so geht das immer weiter, auch Pete Ross darf lang und breit seinen Senf abgeben. Nebenbei erfahren wir, dass Supermans das S-Symbol auch auf der Brust trägt, weil er hofft, dadurch von seinesgleichen gefunden zu werden.

Zwischendrin schauen auch mal ein paar Promis vorbei: Oliver Queen (Green Arrow) zum Beispiel, oder zwei Green Lanterns als Deus ex machina, die Clark den Arsch retten, als er zum ersten Mal ins Weltall fliegt. Die Lanterns teilen ihm mit, dass er von Krypton komme, und später sagt Lobo Superman, dass dieser der letzte seiner Art sei. Mit anderen Worten: wieder ein Vortrag. Wie ermüdend.

Ein wenig entschädigt wird man durch die Zeichnungen von Jae Lee (Batman/Superman), Francis Manapul (Detective Comics) und auch Jock (The Black Mirror), die anderen Zeichner können, was Ausdruck angeht, da nicht mithalten – das zieht die Qualität insgesamt stark runter. Herrlich anzusehen sind auch die einfallsreichen Cover von Ryan Sook, von denen leider die ersten beiden falsche Erwartungen wecken: Auf dem ersten sehen wir einen jungen Clark mit rotglühenden Augen im Maisfeld stehen – das wirkt bedrohlich, hat aber nichts mit der Handlung zu tun. Gleiches gilt für das zweite, das einen Mugshot von Clark zeigt, das ihn als jugendlichen Delinquenten darstellt – obwohl er in dem Kapitel kein Verbrechen begeht, sondern eines verhindert.

Aber auch die besten Zeichner können American Alien nicht vor der Belanglosigkeit bewahren. Wer sich tiefer mit dem Wesen von Superman beschäftigen will, sollte lieber den Comic-Essay It’s a Bird … lesen – das ist immer noch das Eichmaß der Superman-Kritik. Von American Alien ist jedoch jedem abzuraten, der nicht vor Langeweile sterben will.

Vorfreude aufs Klötzchenspiel mit Batman

Noch vor Wonder Woman und Justice League kommt ein nächstes Jahr neuer Batman-Film in die Kinos: The Lego Batman Movie! Der mittlerweile vierte Trailer zeigt, dass der Computer-Animationsfilm das Potenzial hat, der beste Batman-Film seit langem zu werden, auf jeden Fall die beste Batman-Komödie seit Adam Wests Auftritt in den 60ern. Unter anderem bekommen wir endlich den Joker zu sehen und erfahren, dass Batman sich am liebsten mit Superman kloppt – obwohl der bekanntlich kein Schurke ist.

In der deutschen Filmfassung wird Batman die Synchronstimme von Christian Bale haben (siehe Video unten). Geplanter Kinostart ist der 9. Februar 2017.

Superman: Olle Kamellen auf neuer Erde

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman Earth One Vol. 1

Autor/Zeichner: J. Michael Straczynski/Shane Davis

Erschienen: 2010 (One-shot), dt. Panini 2012


„That you can do it doesn’t mean it’s right for you.“ (Martha Kent)

Nach Birthright und Secret Origin kommt mit Earth One der dritte Versuch innerhalb weniger Jahre, Supermans Ursprungsgeschichte neu zu erzählen (Grant Morrison machte ein Jahr später einen vierten). J. Michael Straczynski beginnt mit der Ankunft des jungen Clark Kent in Metropolis. Ein nachdenklicher junger Mann, der lieber mit dem Zug fährt obwohl er fliegen könnte und der nicht weiß, was er mit seinem Leben und vor allem mit seinen Fähigkeiten machen soll. Also probiert er vieles aus und erweist sich als Wunderkind in allen Disziplinen: vom Sport zur Wissenschaft. Doch er schlägt alle Angebote, reich und berühmt zu werden, aus. Schließlich wird er Reporter – und das obwohl er gerade da nur Durchschnitt zu sein scheint.

So viel zum Menschlichen. Den größten Teil des ersten Bandes macht jedoch eine Invasion aus: Böse Aliens von Kryptons verfeindetem Nachbarplaneten fallen über Erde eins her, um den letzten Kryptonier zu vernichten. Inspiriert vom Reporter-Mut von Jimmy Olson und Lois Lane steigt Clark in das Kostüm, das ihm seine Ziehmutter aus kryptonischem Stoff genäht hat, und rettet als Superman erstmals die Welt.

Viel mehr zu erzählen gibt es nicht, denn so simpel ist die Geschichte. Und leider bietet sie auch nicht viel mehr. So grüblerisch sie das Sensibelchen Clark Kent einführt, so oberflächlich handelt sie den Action-Teil ab. Der noch unerfahrene Superman tut sich nicht allzuschwer mit der riesigen Übermacht. Vor diesem Hintergrund erscheint alle Mühe, Clark Kent menschlich darzustellen, vergeblich, wenn er schließlich doch nur der Übermensch ist. Dazu passen dann auch die sauberen und sehr glatten Zeichnungen von Shane Davis. Der größere Reiz des Bandes mag im Visuellen liegen, einen tieferen Eindruck hinterlässt es jedoch auch nicht.

Einzige nennenswerte Neuerung im Origin: Krypton wurde nicht durch eine Naturkatastrophe vernichtet, sondern von Feinden mutwillig zerstört. Und hinter den Feinden stecken noch ganz andere, unbekannte Schurken … Supermans Aufgabe ist fortan also nicht nur, das Gute auf Erden zu tun, sondern auch seine alte Heimat zu rächen. Fortsetzung folgt. Zur Verteidigung kann man sagen: das ist bloß der Auftakt gewesen. Steigerungsfähig.

Superman Earth One erinnert zuweilen sehr an den zwei Jahre später erschienenen Film Man of Steel. Und es hinterlässt auch ein ähnlich zwiespältiges Gefühl.

>> Zu Batman: Earth One

Wonder Woman: Der zweite Trailer

Mehr Amazonen, mehr Erster Weltkrieg: der zweite Wonder Woman-Trailer verspricht einen Film, der hoffentlich wahr wird.

Zur Erinnerung: hier ist der erste Trailer.

Batman und Joker tauschen Körper

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman – Clown of Crime

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #85), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Batman (…) you’re the new Joker of Gotham City!“

Das Batmobil ist nicht nur ein Auto, es ist eines von Batmans Erkennungszeichen. Wenn es kommt, wissen alle Bescheid. Dass der Joker ein Jokermobil hat, erweist sich allerdings nicht gerade als beste Idee – vor allem, wenn man damit gerade vor einem Tatort parkt. Es gleicht geradezu einer Einladung, erwischt zu werden. So geschieht es, nachdem der Joker – mal wieder – aus dem Knast entlassen wurde. (Das Thema hatten wir beim letzten Mal.) Der Schurke will Radium aus einem Labor stehlen, vermutet das dicke Geld. Als Batman angerannt kommt, ist der Clown erfreut: „Nothing gives me as much fun as playing cat-and-mouse with Batman!“ Die ewige Jagd ist ein Spiel, das um seiner selbst betrieben wird.

Doch dann werden die beiden Kontrahenden von irgendwelchen Strahlen getroffen – und ihre Identitäten sind vertauscht. Der dauerlachende Batman haut ab und treibt Schabernack, indem er Chaos stiftet: er lässt einen Swimmingpool zufrieren, schießt mit einem mannsgroßen Füllfederhalter und bietet für eine Million Dollar an, Batmans Geheimidentität zu lüften. Bei dem ganzen Spaß vergisst der Joker allerdings, selbst unter die Maske zu spähen. Oder aber schon damals interessierte ihn das Geheimnis nicht wirklich (vgl. Death of the Family).

Das Finale findet auf einem Dach eines Lupenherstellers statt. Denn der hat, wie bei Lupenherstellern offenbar üblich, eine gigantische Lupe auf dem Dach stehen. Damit will der Joker ganz Gotham Batmans wahres Gesicht zeigen. Wie löst man so ein Problem? Auf die Lösung wäre wohl niemand gekommen außer Batman in Gestalt des Jokers: mit einer Milchflasche. Nicht nur, dass dadurch die Linse unbrauchbar wird, die Idee beeindruckt Joker-Batman so sehr, dass er vor lauter Überraschung umfällt.

Der Rest ist einfach: Handschellen, Strahlentherapie und – zackfeddich – Status quo.

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Robins Rückkehr mit Superkräften

DC Comics

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Titel: Batman and Robin Vol. 7 – Robin Rises

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Patrick Gleason

Erschienen: 2014-2015 (Batman and Robin #35-40, Robin Rises: Alpha #1, Batman and Robin Annual #3, Secret Origins #4), Paperback 2016; dt. Panini 2015 (Sonderband)


„… he’s an al Ghul. Dying is hard.“

Als Hellbat gerüstet kommt Batman nach Apokolips, um die Leiche seines Sohnes Damian wiederzuholen und wiederzubeleben. Der Rest der Bat-Familie (Red Hood, Red Robin, Batgirl) folgt ihm nach – allesamt im Robin-Kostüm. Das Weitere ist schnell erzählt: Batman vermöbelt alles, was sich ihm in den Weg stellt: Paradämonen, Kalibak, schließlich auch Darkseid selbst. Er schnappt sich Damians Sarkophag, rammt den mächtigen Chaos-Kristall rein – und Damian erlebt seine wundersame Auferstehung. Allerdings ist der Junge danach stärker als zuvor: er hat Kräfte wie Superman.

DC Comics

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In der zweiten Hälfte geht es ruhiger zu. Batman muss dabei zusehen, wie Damian – ungestüm wie immer – mit seinen Superkräften überheblicher wird und mit den Gegnern rabiat umgeht. Batman versucht, ihn zu zähmen. Man geht sogar fischen, aber vergeblich. Damian verliert seine neuen Fähigkeit erst mit einem inszenierten Einsatz mit der Justice League. Etwas enttäuschend: Statt Auftakt für ein neues Dynamisches Duo zu sein, werden Robins Superkräfte nur zu einem kurzen Zwischenspiel.

Am Ende des Bandes findet sich nichts mehr von Wert: Batman und Robin erleben ein kleines und belangloses Abenteuer auf dem Mond – in der Kapsel der ersten Mondlandung. Schließlich bekommen wir alles, was wir über Damians Robin-Werdung längst wussten, noch einmal in Kurzfassung erzählt. Entbehrlich.

Die Serie Batman and Robin endet knallbunt und actionreich, kurzweilig und grafisch herausragend, aber ohne Überraschungen. Als Abschluss kann man auch den letzten Band mit Spaß lesen.

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Christopher Reeve zurück im Comic

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman – Secret Origin

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2009-2010 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2010), dt. Panini 2012 (Paperback)


„I don’t want to be different. I want to be Clark Kent.“

Wie fühlt es sich an, wenn man beim Heranwachsen entdeckt, dass man Superkräfte hat? Dass man damit nicht nur Menschen helfen, sondern ihnen auch wehtun kann? Dass man auf Sport mit Freunden verzichten muss, um keine Gefahr für sie darzustellen? Es muss ein schreckliches Gefühl sein. Dieser Konflikt ist der Ausgangspunkt für Supermans Secret Origin, einer Neuinterpretation der Entstehungsgeschichte von Geoff Johns. Und mit Zeichner Gary Frank findet die Story auch auf visueller Ebene die nötige Sensibilität: mit feinem Strich und lebensnah-dynamischen Figuren wird der Comic geradezu veredelt.

Inspirieren lässt sich Johns von der TV-Serie Smallville, in der Clark Kent bereits seit der Jugend Lex Luthor kennt (was aber streng genommen keine große Rolle spielt), Frank wiederum lässt mit seiner Superman-Interpretation den Schauspieler Christopher Reeve auferstehen, der 2004 gestorben ist. Im zweiten Kapitel bricht das Niveau jedoch gegenüber dem starken Auftakt ein: Clark Kent wird von seiner Mutter in das spätere blau-rote Kostüm gesteckt und agiert zunächst als Superboy, bis er kurz darauf Besuch von der Legion of the Superheroes aus der Zukunft bekommt. Sie nehmen ihn mit in ihre Zeit und zeigen ihm, wie toll es ist, ein Superheld zu sein, aber die Episode wirkt wie ein Fremdkörper in dieser sonst linear verlaufenden Geschichte. Zu allem Überfluss kommt noch der Superhund Krypto hinzu, was aber nur angedeutet wird, er ist nie im Bild zu sehen.

In Kapitel drei gibt es einen Zeitsprung: Clark fängt beim Daily Planet an und darf sich schon am ersten Tag mit Lois Lane auf eine Lex Luthor-Pressekonferenz einschleichen. Es kommt zu einem Unfall, Lois stürzt in die Tiefe, Superman rettet sie – und hat ein paar Freunde und mit Lex einen Feind gewonnen. Es folgen Begegnungen mit dem Parasiten und Metallo. Das ist alles nichts Neues, aber sehr frisch erzählt, sodass man auch kein Superman-Fan sein muss, um sich davon unterhalten zu lassen.