The Standells singen Batman

Heute gibt’s mal wieder was auf die Ohren: Die Batman-Serie der 60er mit Adam West hat auch in der Popmusik Spuren hinterlassen. Neal Heftis Main Theme, mit ihrer eingängigen Melodie und ihrem Ein-Wort-Text, wurde bereits früh oft gecovert. Hier eine Version der Standells.

Batman auf dem Mond

DC Comics

DC Comics

Titel: Public Luna-Tic Number One

Autor/Zeichner: John Broome/Bob Brown, Joe Giella

Erschienen: 1969 (Detective Comics #388)


„Maybe there’s an idea behind my lunacy!“ (Joker)

„That was to be his greatest — and ghastliest jest!“ (Batman)

Warum begeht der Joker in jüngster Zeit Verbrechen bei Vollmond? Was macht er im Planetarium? Warum stiehlt er eine Maschine, die die Gravitation aufhebt, um die Kassen im Hauptbahnhof zu plündern? Alles ist Bestandteil eines größeren Plans. Der Joker nennt sich „Public Luna-Tic Number One“. Für alle, die das Wortspiel nicht kapieren, gibt es einen Erklärkasten: Luna = Mond. Das liegt nahe für eine Story aus dem Jahr 1969, dem Jahr der ersten Mondlandung. Also muss auch Batman auf den Mond. – Auf Teufel komm raus.

Kurz nachdem das Dynamische Duo von Jokers Handlangern überwältigt wurde, findet es sich plötzlich auf dem Mond wieder. Sie tragen Raumanzüge mit Batman- und Robin-Logo. Und plötzlich erscheint ihnen auch das Gesicht des Jokers, das ihnen klarzumachen versucht, sie seien wirklich im Weltall. Robin ist skeptisch, aber es bleibt nicht viel Zeit für Detektivarbeit, weil sich der Schatten der Erde über den Mond zieht und die beiden Helden angeblich vom Kältetod bedroht werden. Es müssen wohl ziemlich miese Raumanzüge sein, in die der Joker sie gesteckt hat. Doch dann findet Batman heraus, dass die Kulisse Fake ist: denn auf dem Mond gibt es keine Stalagmiten …

Scharf geschlossen – wie immer, Batman. Aber das erklärt noch immer nicht, was das ganze Theater soll. Auch dafür hat Batman am Ende eine Erklärung: „The Joker tried to frighten us to death!“ Wie teuflisch! Wie ausgebufft! Welch Ausdruck von Wahnsinn! Und von hanebüchener Einfallslosigkeit. Kein Wunder, dass der Joker für die nächsten vier Jahre ausrangiert wurde.

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Batman und der Mann ohne Augenlider

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman by Ed Brubaker Vol. 1

Autor/Zeichner: Ed Brubaker/Scott McDaniel

Erschienen: 2000-2002 (Batman #582-586, #591-597, Batman: Our Worlds at War #1), Paperback 2016


„… the bat will always surprise you. That’s just his nature. He’s a nature of determination.“

Die Story dieses Comics zusammenzufassen, ist gar nicht so leicht. Ich versuche es mal so: Ein neuer Schurke erscheint in Gotham: Zeiss, ein Killer mit technisch verbessertem Gehirn. Weil er Batmans Kampftechnik gespeichert hat, kann er dessen Bewegungen vorhersehen und abwehren. Sein Markenzeichen ist eine Brille mit Kamerablenden, die ihm die Augenlider ersetzen. Das ist natürlich noch keine Story. Aber das Problem ist, dass Zeiss zwar der rote Faden ist, aber der Band episodenhaft erzählt ist und dadurch mal mehr und mal weniger mit ihm zu tun hat.

Auf den ersten Blick ist der erste Ed Brubaker-Band eine lose Story-Sammlung: mal geht es um einen ehemaligen Wayne-Mitarbeiter auf Abwegen, mal um zwei Leute, die eine Batman-Doku drehen. Mal geht es um einen Rechtsstreit zwischen Pinguin und Bruce Wayne, mal um eine Fehde zwischen verfeindeten Gangsterfamilien, der Auftragskiller Deadshot tritt auf. Von der Batman-Family haben Robin, Nightwing, Batgirl und Huntress kleine Gastauftritte.

Erst nach und nach kristallisiert sich Zeiss als zentrales Element heraus, aber als Antagonist taugt er nur wenig, weil er nur Handlanger von Gangstern ist – mit Batman verbindet ihn nichts. Überhaupt mäandert die Handlung zu sehr und franst in unnötige Nebenhandlungen aus, wie etwa das Erscheinen eines gestrandeten Aliens, das Batman kurz beschäftigt, aber nichts mit der eigentlichen Story zu tun hat.

Unnötiger Einschub

Nichts hat auch der One-shot Batman: Our Worlds at War mit dem Rest zu tun, der ebenfalls in den Band integriert wurde, da er auch von Brubaker geschrieben wurde. Wer nicht vor hat, dieses Crossover weiterzulesen, sollte auch diese Episode lassen. Überflüssigerweise wurde sie mitten in den Band geschoben, wo sie die Leser von der Haupt-Story ablenkt.

Die meisten Zeichnungen stammen von Scott McDaniel – ein Künstler, der viel zu lange an Batman herangelassen wurde. Er hat einen furchtbar übertriebenen und unübersichtlichen Stil, der die Panels überfrachtet und die Gesichter wie Grimassen erscheinen lässt. Ein zu oft verwendetes Stilmittel: Wenn Batman durch die Luft fliegt, folgt ihm stets ein Schwarm von Fledermäusen.

Insgesamt ist Batman by Ed Brubaker zwar solide geschrieben, aber zu wenig einnehmend erzählt. Durchschnittsware, die bloß deshalb als Paperback neu aufgelegt wurde, damit sich Hardcore-Fans ein weiteres Buch ins Regal stellen können. Lesen muss man es nicht.

>> Batman 2000-2011

Neue Batman-US-Comics: Vorschau auf 2017

Im Jahr 2017 kommen endlich die Paperbacks zu DC Rebirth. Besonders erfreulich für Sparfüchse ist, dass der Verlag seine Veröffentlichungspolitik geändert hat und zuerst die Softcover herausbringt, dann beide Bände zusammen als Hardcover (Marvel macht das schon lange so). Eine Ausnahme wird das Event Night of the Monster Men sein, das erscheint zuerst als Hardcover. (In der Liste sind Rebirth-Titel kursiv geschrieben.)

Weiteres Highlight: Scott Snyders All-Star Batman, in der Two-Face eine tragende Rolle spielt. (Das wird  ebenfalls zunächst als Hardcover herauskommen.) Passend dazu erscheint die Neuauflage der älteren Storyline Face the Face.

Januar

Februar

  • Detective Comics Vol. 1: The Rise of the Batmen (Softcover)
  • Batman Beyond Vol. 3: Wired for Death (Softcover)
  • Batman & the Outsiders Vol. 1
  • Robin: Son of Batman Vol. 2: Dawn of the Demons (Softcover)
  • Superman/Batman Vol. 5
  • Batman: The Golden Age Vol. 2 (Softcover)
  • Justice League: Gods and Monsters
  • Batgirl: A Celebration of 50 Years

März

April

Mai

  • Detective Comics Vol. 2: The Victim Syndicate (Softcover)
  • New Gotham (enthält Detective Comics #742-753)
  • Batman Arkham: Mister Freeze
  • Shadow of the Bat Vol. 2
  • DC Universe by Mike Mignola (enthält u.a. Batman: Legends of the Dark Knight #54 und Batman: Gotham Knights #36)
  • JLA: The Nail/Another Nail Deluxe Edition

Juni

  • The Art of The Dark Knight III: The Master Race
  • Batman: Zero Hour
  • DC Comics/Dark Horse: Batman vs. Predator
  • Trinity Vol. 1 (Hardcover)

Juli

  • Batman The Caped Crusader Vol. 1 (enthält die Reaper-Storylines Year Two und Full Circle)
  • Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles Adventures (Softcover)
  • Batman Noir: Dark Victory
  • Batman Beyond Vol. 1: The Return

August

  • Batman Vol. 3: I Am Bane
  • Batman Vol. 1 & 2 Deluxe Edition (Rebirth)
  • Batman Arkham: Clayface
  • Batman/TMNT (Softcover)
  • Batman: Dark Night – A True Batman Story (Softcover)

(Quelle: Amazon.de/Amazon.com)

Justice League Dark: Der erste Trailer

Eigentlich kommt die Justice League Dark auch gut ohne Batman aus. In den Comics. Aber einem Zeichentrickfilm traut Warner Bros. offenbar nicht zu, genug Interesse zu wecken, wenn nicht der Dunkle Ritter eine Hauptrolle spielt. Daher wird er auch im neuen Animationsfilm prominent vertreten sein – neben John Constantine, Swamp Thing, Deadman und anderen Helden, die sich mit Magie auskennen.

In den USA soll der Film am 24. Januar 2017 als Digital Download erscheinen, am 7. Februar als Blu-ray. Einen deutschen Veröffentlichungstermin gibt es nicht.

Warner Bros.

Warner Bros.

Batman bei Panini: Vorschau auf 2017

Im Februar 2017 beginnt Panini in seinen Heftserien mit DC Rebirth, dann wird das Auftakt-Special dazu auf Deutsch erscheinen. Bereits im Januar wird die Vorgeschichte erzählt: Titans Hunt, Superman – Lois und Clark (Zweiteiler), Die letzten Tage von Superman und Justice League 57. Im April starten fünf neue Heftserien, darunter Batman und Detective Comics. Weil diese in den USA seit Rebirth alle zwei Wochen erscheinen, kann Panini seine Doppelhefte mit den jeweiligen Original-Serien füllen, ohne dabei auf eine Zweitserie zurückgreifen zu müssen. Die Serie All-Star Batman soll von Sommer an in Sonderband-Form erscheinen.

Als Paperback kommen in der ersten Jahreshälfte außerdem die letzten Storys der New 52-Nummerierung heraus. Aber auch Klassiker: Eine überarbeitete (neu übersetzte) Neuauflage von The Killing Joke und zwei Bände Road to No Man’s Land, was bisher vor Jahren im Dino-Verlag erschienen ist.

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

  • Batman – Detective Comics 9
  • Batman Megaband 3
  • Batman of the Future 3

Die grinsenden Geschworenen

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker Jury!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1964 (Batman #163), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„This is insane! It’s like a scene out of ‚Alice in Wonderland‘!“ (Batman)

Es wird nicht ganz klar, warum sich Batman und Robin vor drei überdimensionalen Springteufeln mit Joker-Köpfen fürchten, aber diese Story basiert ohnehin nicht auf dem gesunden Menschenverstand. Jedenfalls lockt der Joker unsere Helden in eine Falle und stellt Batman vor Gericht: der Richter ist der Joker selbst, Ankläger und Geschworene sehen aus wie er. Die Anklage: Batman beschneidet das Recht von Individuen, Verbrechen zu begehen. Das klingt zunächst absurd, aber trifft einen wahren Kern. Denn der Joker spricht von der menschlichen Freiheit, sich entscheiden zu dürfen, ob er gegen das Gesetz verstößt oder nicht. Aber so tief gehen weder Anklage noch Plädoyers, Batman kommt nicht zu Wort und wird sofort verurteilt und verknackt. (Zusammen mit Robin, der eigentlich nicht angeklagt wurde, aber sei’s drum.)

Das groteske Schauspiel dauert nur zwei Seiten lang, die übrigen elf sind einer nicht minder absurden Verbrechensreihe gewidmet. Der Joker richtet sich thematisch nach der Zuständigkeit von Behörden aus. Zunächst kippt er einen Laster des Bau-Amtes aus, dann bedient er sich eines riesigen Staubsaugers, um Juwelen zu stehlen, dann geht es um Straßenbau, Grünflächen und am Ende um Gesundheit. Man könnte sagen: der Joker unterwandert das System und stiftet Chaos mit den Mitteln der Gemeinde.

Interessant dabei ist, dass das Finale auf einer Batman-Wohltätigkeits-Messe stattfindet, bei der die Helden aus Pappmaché ausgestellt sind, zusammen mit einer Reihe von Batmobil- und Batplane-Modellen. Am Ende lässt Batman die Modelle per Schalter auf die Joker-Bande los. So hat der ganze Batman-Kult auch einen praktischen Nutzen.

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Nerds unter sich: Mark Hamill und Jim Lee

Joker-Sprecher Mark Hamill besucht DC Comics und trifft auf Joker-Zeichner Jim Lee. Ein Fest für Nerds. Nicht nur, dass Hamill dem Künstler bei der Arbeit zuschauen darf, er bekommt auch Einblicke in die Archive von DC, wo nichts als Schätze der Comic-Geschichte gebunkert werden – von Detective Comics #27 bis zum alternativen Ende von Death in the Family. Beim Anblick dieser Bilder geht Fans das Herz auf. Ganz nebenbei hören wir, was für ein genialer Sprecher der Mann ist, dessen Karriere als Luke Skywalker begann.

DC Comics

Joker-Zeichnung von Jim Lee für Mark Hamill

Zeitverschwendung in der Zukunft

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond Vol. 2 – City of Yesterday

Autor/Zeichner: Dan Jurgens/Bernard Chang

Erschienen: 2015-2016 (Batman Beyond #7-11), Paperback 2016; dt. Panini 2016 (Paperback)


„Batman is dead.“

Während Flüchtlinge von außerhalb nach Gotham strömen, aber nicht reingelassen werden, zieht Matt McGinnis mit Green Lanterns Arm in das zerstörte Metropolis. Batman (Tim Drake) fliegt hinterher, kämpft gegen Splicer (Halb-Mensch-Halb-Tier-Mutanten) und eine fremdgesteuerte Justice League, die wider Erwarten doch lebt.

End of story.

Nach einem vielversprechenden Auftakt im ersten Band (Brave New Worlds) bleibt die Fortsetzung banal und belanglos. Batman Beyond fühlt sich an wie eine Party, zu der man so sehr zu spät kommt, dass schon aufgeräumt wird. Acht Bände dieser Comics habe ich bereits gelesen und besprochen – oder vielmehr habe ich mich durchgekämpft. Und nachdem ich auch dem Neustart zwei Chancen gegeben habe, ist es beschlossen: Batman Beyond ist für mich erledigt. Auch wenn nächstes Mal Terry McGinnis zurückkehrt – es könnte mir nichts egaler sein. Genug Zeit in der Zukunft verschwendet.

Batman-Splitter #6: Kontrollverlust

Batman: Going Sane

Der Joker macht Batman rasend. Dabei gehen Dinge zu Bruch. (DC Comics)

Batman ist die Ruhe selbst? Ist immer Herr der Lage? Hat sich ständig unter Kontrolle? Von wegen. Batman dreht eigentlich bei jeder Gelegenheit durch, schreit herum, verprügelt irgendwelche Leute und schlägt willkürlich um sich. Dabei gehen Dinge kaputt. Vornehmlich aus Glas. Weil sie sehr leicht zu zerstören sind und dabei viele Stücke durch die Gegend fliegen. Das sieht einfach cool aus. (Deshalb springt er auch so gerne durch Fensterscheiben.)

Batman: Going Sane

Batman zerschlägt den Monitor des Batcomputers.

Besonders bringt ihn der Joker in Rage. In Going Sane zerschlägt Batman gleich dreimal Monitore seines Batcomputers.

Batman: Going Sane

Allein der Name „Joker“ macht Batman aggressiv.

Und in Lovers and Madmen zerlegt er eigenhändig den Batcomputer.

Lovers and Madmen

Lovers and Madmen: Batcomputer in Einzelteilen.

Wenn der Joker etwas besonders gut kann, dann ist es, Batman aus der Reserve zu locken. Der stoische Held wird zu einem Fall für die Aggressionsbewältigung. Wie gut, dass es Bruce Wayne nicht an Geld mangelt. Sonst wäre er bei diesem Materialverschleiß längst pleite.

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