The New 52

Ohne Worte

DC Comics

DC Comics

Titel: Voiceless/Angel of Darkness (dt. Sprachlos/Engel der Finsternis)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Alberto Ponticelli

Erschienen: 2014 (Batman: The Dark Knight #26-27, Paperback 2014: Clay)


„…………………….“

Einfach mal eine Batman-Geschichte ohne Worte. Einfach so. Funktioniert prächtig. Zuerst ein Sozialdrama: Mutter und Tochter, bettelarm, lassen sich von Schleppern in die USA bringen, wo sie getrennt und als Fabrikarbeiter ausgebeutet werden. Die Tochter ist krank, der Mutter steht wohl schlimmeres bevor. Doch dann kommt ein Engel der Finsternis ins Spiel. Der macht kurzen Prozess mit den Bad Guys, ein dunkler Schatten legt sich über den Strippenzieher, am Ende springt Bruce Wayne ein, um die Familie einzubürgern, ihnen eine Wohnung und Geschenke unterm Weihnachtsbaum zu bescheren.

Ein Märchen also. Aber ein so düsteres, so ausdrucksstarkes, so reduziertes, dass es ein kurzweiliges Vergnügen ist. Batman als Mann der Tat statt Mann der Worte. Der Rächer der Entrechteten. Für die, die keine Stimme haben. Pathos mit Sozialanspruch. Grant Morrison würde stöhnen, dem wäre das zu nah an der Realität. Aber hey, warum mal nicht? Dafür sind solche Geschichten da: in der realen Welt gibt es solche Enden selten.

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Schmierentheater mit Clayface

DC Comics

DC Comics

Titel: Clay (Batman: The Dark Knight Vol. 4)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Alex Maleev

Erschienen: 2013-2014 (Batman: The Dark Knight #22-25) Paperback 2014


„Ignoriert zu werden … ist wie tot sein …“ (Clayface)

Die Geschichte beginnt stark: James Gordon beendet eine Geiselnahme, indem er über Leichen geht. Doch das scheint nur so, in Wirklichkeit steckt der Verwandlungskünstler Clayface dahinter. Der wahre Commissioner ist in Gefangenschaft – und während Batman nach ihm sucht, weiß der sich zu helfen …

Nachdem Autor Gregg Hurwitz uns Scarecrow und den Mad Hatter nähergebracht hat, widmet er sich in seiner dritten Geschichte Basil Karlo alias Clayface. Wir bekommen die obligatorische Entstehungsgeschichte nachgereicht, in der wieder einmal ein Außenseiter auf Abwege gerät, weil er ignoriert wird und um Beachtung kämpft. Statt der Wissenschaft ist dieses Mal ein mystischer Wunderschlamm von Indianern für die Mutation zum Erd-Monster verantwortlich – und der Pinguin ist der Auslöser.

Bis auf diese Episode hat die vierteilige Story keine großen Höhepunkte. Schnell ist Clayface gefasst, ebenso schnell wieder draußen und dann wieder schnell gefasst. So recht weiß Hurwitz auch nicht, was er mit der Figur machen soll. Die Entführung des Commissioner dient keinem Zweck, am Ende will der arme Clayface nur wieder die Anerkennung des Publikums zurückgewinnen. Aber das Mitleid hält sich in Grenzen. Die Tragik besteht darin, dass diese Vorstellung nach dem Lesen schnell in Vergessenheit geraten wird.

Immerhin sorgt Zeichner Alex Maleev für eine düstere Stimmung in weitgehend monochrom gehaltenen Panels. Eine willkommene Abwechslung, aber die dünne Story rettet die Grafik nicht. Nach den ersten beiden Stories von Hurwitz, die durchaus ansehnlich geraten sind, ist diese eine erste Enttäuschung.

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Schatten und Nebel

DC Comics

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Titel: Once Upon a Midnight Dreary (dt. Einst, um eine Mitternacht graulich)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Szymon Kudranski

Erschienen: 2013 (Batman: The Dark Knight Annual #1, dt. Batman: The Dark Knight #22)


 „Ich glaub‘, das nennt man Ironie.“ (Pinguin)

Am Halloweenabend kommen der Mad Hatter, Pinguin und Scarecrow in die Arkham Erziehungsanstalt für Jugendliche. Jeder von ihnen hat eine anonyme Einladung bekommen, die denken, es sei Batman gewesen und vermuten einen Hinterhalt. Da die Anstalt bei Nacht ein gruseliger Ort ist, brechen die drei in Panik aus, versuchen zu fliehen und werden schließlich mit ihren persönlichen Dämonen konfrontiert.

Autor Gregg Hurwitz erweist sich mal wieder als Meister der kleinen Form, Zeichner Szymon Kudranski als Meister von Schatten und Nebel. So wird die Geschichte zu einem schaurig-schönen Nachtstück mit einer guten Portion Ironie. So darf jeder der Schurken mal über Batmans schlechte Angewohnheiten ablästern. „Es gibt vermutlich in ganz Gotham kein Fenster, durch das er noch nicht gesprungen ist“, sagt der Mad Hatter. „Ha! Das wäre doch mal ’ne Idee …“, sagt der Pinguin. „Wir machen ’nen Fensterreparaturservice auf. Wir wären reich.“

Am Ende kommt natürlich alles anders als gedacht – und alles wird gut.

(Die Story ist im Paperback Batman: The Dark Knight Vol. 3 – Mad (dt. Liebe und Wahn) enthalten.)

Alter Hut passt gut

DC Comics

DC Comics

Titel: Mad (Batman: The Dark Knight Vol. 3) (dt. Liebe und Wahn)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Ethan van Sciver, Szymon Kudranski

Erschienen: 2013 (Batman: The Dark Knight #16-21)


 „… es gibt gewisse Standards, die man einhalten muss. Es gibt keine Abkürzungen. Man kann nicht tricksen, sonst taugt das Produkt am Ende nichts. Und das ist ausgeschlossen.“ (Mad Hatter)

Woher kommt die Redensart ‚verrückt wie ein Hutmacher‘? Früher wurden Hüte mit Kupfernitrat behandelt und von den giftigen Dämpfen bekamen die Hutmacher Krankheiten und Halluzinationen. Das erfährt man in Gregg Hurwitz‘ zweiter Dark-Knight-Story. Wie schon zuvor bei Scarecrow bekommt nun auch Jervis Tetch eine neue Vorgeschichte verpasst. Die hat zwar auch mit einer Alice und einer Affinität zum Wunderland zu tun, ist aber noch ein Stück drastischer. Der Hauptunterschied: Die Vorgeschichte erklärt mehr, als dass sie Empathie für den späteren Schurken weckt. Denn der Mad Hatter ist ein skrupelloser Massenmörder, dem ein Menschenleben nichts bedeutet.

Darin liegt der Horror dieser Story. Menschen werden zur Wegwerfware degradiert, Tetch und seine Schergen erschießen oder ertränken jeden, der nicht ins Konzept passt. Tetch, der auch um einiges hässlicher ist als zuvor, drückt Leuten die Augen ein oder dreht ihnen den Hals um. Der Bodycount dürfte höher als beim Joker liegen.

Menschlich hingegen geht es bei Batman zu. Bruce Wayne und seine Natalya trennen sich, weil sie die üblichen Spielchen satt hat. Dann offenbart er ihr seine Geheimidentität und erwägt, Batman aufzugeben. Doch wie auch bei James Bond sind solche edlen Vorhaben nie von Dauer. (Und das ist auch gut so, wo kämen wir sonst hin?) Kurz darauf rächt sich der Vertrauensbeweis: Natalya wird vom Mad Hatter entführt … Batman wird zum Rächer in eigener Sache und vergisst dabei fast seine selbstgesetzten Grenzen.

Schwarzer Humor und Selbstironie

Gregg Hurwitz ist mit Mad die bisher beste Story der Serie gelungen. Es ist vielleicht nicht innovativ, was er erzählt, eigentlich eine schon fast konservative Geschichte, (man könnte auch sagen ein alter Hut) aber sie ist gut ausgewogen zwischen Action und Ruhepausen, menschenverachtender Drastik und intimer Menschlichkeit. Im Gegensatz zu David Finch lässt sich Hurwitz Zeit für sein Personal, ohne die Story mit Figuren zu überfrachten. Außerdem versteht er es, die Story mit schwarzem Humor und Selbstironie zu würzen. Schon zum zweiten Mal spielt er mit dem obligatorischen Gespräch zwischen Batman und Gordon, indem er das übliche plötzliche Verschwinden Batmans variiert.

Selbst die Bildsprache geht über das übliche Niveau hinaus: Da gibt es zum Beispiel Seiten, die einen Dialog zwischen Bruce und Natalya zeigen und die Panels sind wie Klaviertasten angeordnet. Die neuen Zeichner der Serie, Ethan van Sciver und Szymon Kudranski, so unterschiedlich ihre Ansätze sein mögen, beweisen mehr Feingefühl in ihren Bildern als es Finch zuvor getan hat. Während van Sciver den feinen Strich mit vielen Details bevorzugt, bleibt bei Kudranski vieles abstrakt und flächig, lebt aber von einer besonderen Atmosphäre. Bedauerlich ist jedoch, dass durch den Zeichnerwechsel innerhalb der Geschichte die Einheitlichkeit verloren geht; das gleiche gilt für den Autorenwechsel, denn Hurwitz geht auf vieles nicht ein, was Finch angefangen hat. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Zurück bleibt ein erfreulicher Eindruck und das Bewusstsein, dass auch in einer Batman-Nebenserie noch starke Storys erzählt werden können.

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Auf der Couch von Doktor Crane

DC Comics

DC Comics

Titel: Cycle of Violence (Batman: The Dark Knight Vol. 2) (dt. Angst über Gotham)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/David Finch u.a.

Erschienen: 2012 (Batman: The Dark Knight #10-15)


„Gott, diese Stadt — sie hält einem ständig den Zerrspiegel vor und zeigt uns unsere schlimmsten Ängste.“ (Gordon)

„Das ist Vigilanten-Kriminalität. Wenn du mich verklagen willst … lass mich vorladen.“ (Batman)

„Was wenn ich gar kein Mensch sein will?“ (Bruce Wayne)

Hat einer der Leser den britischen Film Peeping Tom (dt. Augen der Angst, 1960) gesehen? Da spielt Karlheinz Böhm (alias Carl Boehm) einen psychopatischen Voyeur und Frauenmörder, der seine Geisteskrankheit seinem Vater verdankt. Dieser hat seinen Sohn als Versuchskaninchen für Angstexperimente missbraucht. Der Film war damals etwa so provokant wie Hitchcocks Psycho (ebenfalls 1960), fiel bei der Kritik aber wegen seiner Drastik durch und brachte Böhm einen Karriereknick ein.

Wie dem auch sei: Die gleiche Idee hat Gregg Hurwitz für seine erste Dark Knight-Story verwendet. Dort entführt Scarecrow Mädchen, um ihnen die Angst mit Angst auszutreiben – und wiederholt damit Experimente, derer sein Vater ihn einst aussetzte. Wir lernen dabei aber nicht nur Cranes mitleiderregende Vorgeschichte kennen (und was wären Comichelden ohne?), sondern Hurwitz lässt Crane auch in Batmans psychische Abgründe absteigen. So wird der Irre zu Batmans Psychiater.

Durch seine Ermittlungen bei den Kindesentführungen kommt erst Gordon, dann Batman in Scarecrows Gefangenschaft. Batman wird gefesselt, dem Angstgas ausgesetzt (die Maske kriegt der Schurke natürlich nicht ab) und mit unangenehmen Fragen konfrontiert. War seine Entscheidung für die Dunkelheit wirklich unausweichlich? Oder war sie einfach nur der Angst geschuldet? „Was du wirklich fürchtest, ist das Licht“, sagt Scarecrow. Batman oder vielmehr Bruce Wayne wird als ein Mann dargestellt, der Angst vor Nähe und Bindungen hat, weil er fürchtet, erneut jemanden zu verlieren – wie einst seine Eltern. „Batman zu sein ist nicht heldenhaft, es ist eine Krücke“, sagt Scarecrow. „Die Rüstung schützt deine dünne Haut, dein zartes Gemüt.“

Das Niveau steigt

Diese Szenen, eingefangen in albtraumhafte Bilder von David Finch, gehören zu den stärksten dieser Geschichte. Hurwitz lässt sich Zeit, die Charaktere der Figuren auszubauen. Bruce Wayne bekommt mal wieder ein Privatleben, in dem auch eine Frau eine Rolle spielen darf (das war seit dem Reboot von Detective Comics nicht mehr der Fall) und er darf mal wieder als Kind in den Abgrund der Angst stürzen. Dafür schwächelt die Geschichte an anderen Stellen: Dass ein Satz wie „aktiviere Handgelenk-Laser“ ausreicht, um einen entkleideten Batman von Stahlketten zu befreien, nur weil seine Rüstung im gleichen Raum liegt – da hinkt die Glaubwürdigkeit gewaltig. Und dass am Ende Batman die Stadt vor dem Angstgas rettet, indem er sein eigenes Blut (wegen der Antikörper) über den Vergifteten versprüht – auch das ist weit hergeholt.

Dennoch geht mit dem Autorenwechsel auch eine Qualitätssteigerung einher. Nachdem dem Autor/Zeichner David Finch zunächst ein Co-Autor zur Seite gestellt wurde, darf er nur noch zeichnen. Dadurch, dass er auch noch die Tusche selbst erledigen muss, wirken die Zeichnungen wilder als bisher – was die Scarecrows Schrecken gerecht wird. Cycle of Violence ist eine klassische Batman-Story ohne unnötigen Figuren-Ballast mit außerordentlich viel Tiefe. Bisher die beste Leistung in der jungen Serie.

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Wiedersehen mit Joe Chill

Batman: The Dark Knight #0

Titel: Chill in the Air (dt. Schuld in der Luft)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Tom DeFalco

Erschienen: 2012 (Batman: The Dark Knight #0), Paperback 2013 (Batman: The Dark Knight Vol. 2)


„Wir wissen, wo es anfängt … aber wissen wir, wo es endet?“

Bruce Wayne sucht den Mörder seiner Eltern. Er glaubt an einen geheimen Sinn dahinter, eine Verschwörung von Feinden der Familie Wayne, an den Rat der Eulen – doch am Ende ist es nur ein armer Säufer, Joe Chill, der nur die Perlenkette von Martha Wayne haben wollte, um sich eine Flasche Schnaps zu kaufen.

Wir sehen den jungen Bruce zornig, besessen auf ein Ziel hin arbeitend, seine ganze Ausbildung durchläuft er, um sich am Mörder seiner Eltern zu rächen, er ist zum Mord bereit. Schließlich aber hat er Mitleid und zieht Erbarmen aus dem Anblick der Erbärmlichkeit.

Die Kurzgeschichte ist eine solide Ergänzung zum Batman-Origin und Bindeglied zwischen Rat der Eulen/Stadt der Eulen sowie dem Jahr Null. Besonders gelungen sind die ersten Seiten, auf denen die herabfallenden Perlen zu Regentropfen werden und der junge Bruce vor den leeren Kleidern seiner Eltern auf dem Boden kniet. Man hat die Szene ähnlich schon (zu) oft gesehen, so eindrücklich aber selten.

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Quer durch die Personalabteilung

DC Comics

DC Comics

Titel: Knight Terrors (Batman: The Dark Knight Vol. 1) (dt. Das Höllenserum)

Autor/Zeichner: David Finch/David Finch, Paul Jenkins

Erschienen: 2011/2012 (Batman: The Dark Knight #1-9)


„Du bist der Vater deiner Angst.“ (Batman)

Man darf sich ruhig fragen, wie sinnvoll es ist, eine neue Batman-Serie zu starten kurz bevor man alle Serien wieder von vorn beginnen lässt. So folgt nach Batman: The Dark Knight #5 wieder eine #1. Aber vergleicht man die beiden Stories, wirkt es so, als gäbe es keinen Unterschied bis auf das Logo auf Batmans Brust, das nicht mehr gelb leuchtet (wie blöd ist das denn?), sondern nur noch klassisch schwarz auf grau daherkommt. Erinnern wir uns: Zu Beginn von Golden Dawn war Killer Croc auf einem Venom-Verschnitt drauf. Spielte keine große Rolle, denn es ging eigentlich um Übersinnliches. Nach dem Neustart wird das Drogen-Thema wieder aufgegriffen, als hätte es nie ein Reboot gegeben macht Autor David Finch weiter, wo er aufgehört hat. Ein Unbekannter hat die Arkham-Insassen mit dem Gift vollgepumpt, daher ist in der Anstalt mal wieder die Hölle los, großer Aufstand etc.

Two-Face sieht aus wie Bane, furchtlos und kommt sich erleuchtet vor. „Furcht verhindert, dass wir wirklich leben“, sagt er, während er Batman vermöbelt. Und damit ist nicht nur das eigentliche Thema der Geschichte benannt, sondern auch einer der beiden Schurken, die für das Ganze verantwortlich sind: Scarecrow. Er analysiert Batman noch weiter als er es ohnehin mit sich selbst tut: „Dein Heldentum soll dich vor der Angst schützen“, sagt er. „Leben zu retten ist deine Sucht.“

Superman: Ein faschistoider Kontrollfreak

Die Story ist geradlinig und schlicht: Über sieben Ausgaben hinweg lassen die Autoren Batman einmal durch die Personalabteilung laufen: Neben Two-Face und Scarecrow treten Joker, Clayface, Poison Ivy und Bane auf, dazu eine leichtbekleidete Frau namens White Rabbit, die sicher nicht zufällig an ein Playboy-Bunny erinnert. Als wäre das nicht genug, schauen auch mal Flash, Wonder Woman und Superman vorbei, allerdings ohne für die Handlung von großem Nutzen zu sein. Flash ist gerade mal ein paar Panels lang dabei, da ist er schon vergiftet und muss wie blöde ein paar Mal um die Erde laufen, damit er das überlebt. Dann gibt es noch einen kurzen Kampf zwischen Batman und Superman – und jetzt dürfen die Leser mal raten, wer gewinnt. Immerhin darf Batman dem Stählernen mal die Meinung geigen: „Du bist ein in die US-Flagge gehüllter Außenseiter. Ein faschistoider Kontrollfreak.“

Zu den Stärken gehören die Sequenzen, die Gordon gewidmet sind. Der muss sich mit einem internen Ermittler rumschlagen, der ihm auf die Pelle rückt (übrigens auch ein Element aus Golden Dawn). Dass sich Batman in den Konflikt einmischt, macht es nicht besser. Gordon ist mal wieder der einsame Wolf, der seinen Frust im Schnaps ertränkt. Immerhin das hat Potenzial für weitere Konflikte – im Gegensatz zu dem bemühten Flirt zwischen Bruce Wayne und einer Frau namens Jaina Hudson …

Die Auflösung der Geschichte dürfte keinen vom Hocker hauen. Bleibt nur die Frage, was diese White Rabbit-Braut soll. Aber wenn man sie so sieht, in ihrem knappen Kostüm, das mehr zeigt, als es verbirgt, dann erübrigt sich die Frage. Hier geht es um reine Schauwerte. Leider überzeugen David Finchs Zeichnungen nicht durchgehend, besonders bei der Mimik versagen seine ansonsten soliden Fähigkeiten. Auch wenn der Auftakt der Serie eher durchschnittlich geraten ist und es an Phantasie vermissen lässt, liest sich The Dark Knight unterhaltsamer als Detective Comics.

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Zum Geburtstag viel Glück

DC Comics

DC Comics

Titel: Detective Comics Vol. 5 – Gothtopia (dt. Gothtopia/Chaos-Theorie)

Autor/Zeichner: John Layman/Jason Fabok, Aaron Lopresti

Erschienen: 2014 (Detective Comics #25-29), Hardcover 2015; dt. Panini 2014 (Gothtopia #1-2), Paperbacks 2015 (Gothtopia), Batman Sonderband #45 (Chaos-Theorie, enthält Detective #27 u. Annual #3)


„Something is very wrong here.“ (Bruce Wayne)

„I’m always ready.“ (Batman)

Es hat sich gut gefügt, dass ausgerechnet im 75. Jahr von Batman die 27. Ausgabe von Detective Comics (der zweiten Reihe) herauskam. Eine magische Zahl, da im Jahr 1939 der Dunkle Ritter seinen ersten Auftritt in ebendieser Nummer hatte. Und so wurde zum Geburtstag eine dicke Jubiläumsausgabe gemacht, bei der eine Reihe namhafter Autoren und Zeichner ein paar Kurzgeschichten beisteuern durfte. Und es sind tolle Geschichten geworden.

Bemerkenswert ist, dass die erste Batman Story „The Case of the Chemical Syndicate“ neu erzählt wurde. Brad Meltzer (Identity Crisis) behält die Essenz bei, reduziert sie aber auf das Wesentliche und tut das, was längst nahe lag: er verbindet sie mit einem Joker-Origin. Interessant sind allerdings der Auszug aus Batmans Tagebuch, in dem er darüber sinniert, warum er das alles tut – und dabei tun sich Abgründe auf: „Why do I do this? I do it because I’m good at it. (…) I do it because I’m insane. (…) I do it because I can’t go to the movies anymore. (…) I do it because life doesn’t make sense.“

Was-wäre-wenn-Szenarios

In „Old School“ schicken Autor Gregg Hurwitz und Zeichner-Legende Neal Adams Batman und Robin mit einem Parforceritt durch ihre eigene Historie: Vom Golden Age über Frank Millers Dark Knight bis heute. Die Hommage ist zugleich voller Ironie auf die seltsamen Eigenarten früherer Comics, etwa dass Batman und Robin ständig laut ihre Pläne aussprechen und sich damit angreifbar machen, oder dass sie durch hanebüchene Lösungen ihre Probleme meistern. Das dynamische Duo muss sich mehrfach neu erfinden – buchstäblich häuten -, um im Laufe der Zeit zu bestehen. (Ein ausführlicher Essay zu dieser Beobachtung findet sich hier.)

Drei Stories imaginieren Was-wäre-wenn-Szenarios: „Better Days“ handelt von Bruce Waynes 75. Geburtstag mit der ganzen Bat-Familie. Selbstverständlich kommt Autor Peter J. Tomasi zu dem Schluss, dass sich der Held auch im hohen Alter nicht in Ruhestand schicken lassen würde. In „The Sacrifice“ zeigt der Phantom Stranger Batman, wie dessen Leben und Gotham aussehen könnte, wenn die Waynes den Raubüberfall überlebt hätten. Zwar kommen die Waynes zu einigem Familienglück, aber dafür geht die Welt vor die Hunde. Moral: „Sometimes a sacrifice is necessary.“ Zum Schluss stellt sich Scott Snyder in „Twenty Seven“ vor, wie die Tradition der Batmen in den nächsten 200 Jahren fortgeführt werden könnte – mit Klonen. Die Geschichte lebt von Sean Murphys Zeichnungen, der in epischen Panels apokalyptische Kriege inszeniert.

Utopie als Illusion

Diese Stories allein sind die Anschaffung des fünften Sammelbandes von Detective Comics wert. Sie haben eine Qualität, die man sonst nur von der Black and White-Reihe kennt. Titelgebend ist die Storyline Gothtopia, die in Detective Comics #27 beginnt und sich über zwei weitere Hefte erstreckt. Die Geschichte ist ebenfalls als Jubiläumsfeier gedacht – und im Gegensatz zu den meisten bisherigen Stories der neu gestarteten Serie sogar halbwegs gelungen.

Auch sie beginnt mit einem Elseworlds-Szenario: Gotham City ist nazu befreit von Verbrechen. Batman, der ein graues Kostüm trägt, ist tagsüber unterwegs und hilft zusammen mit Catbird (Selina Kyle, seiner Frau) den Ordnungskräften bei Unfällen und Bränden. Oswald Cobblepot ist Bürgermeister und Black-Mask-Anführer Sionis ist Police Commissioner. Aber Batman ahnt sehr schnell, dass hier etwas nicht stimmt und findet heraus, dass die Utopie nur eine Illusion ist.

Gute Idee, schwach realisiert

Bevor jetzt Leser „Spoiler!“ schreien, sei entwarnt: man erfährt es früh. Zu früh. Wieder mal schafft es Autor Jason Fabok nicht, Spannung zu erzeugen und Batman ein bisschen länger Detektiv spielen zu lassen. Nein, der Held hat alles sofort geblickt und lässt die Blase platzen. Das ist schade, man hätte mehr mit dem Verwischen von Phantasie und Wirklichkeit spielen können. Aber dafür interessiert sich Fabok nicht. Stattdessen schickt er Batman nach Arkham, wo wir ihn zwar (schon wieder) in Zwangsjacke sehen, aber immer noch mit Maske und Kostüm (Erklärung: um die Geheimidentität schert sich keiner). Ärgerlich ist auch, dass ein paar potenzielle Actionszenen ausgespart werden und die Erzählung – wie in den Ausgaben zuvor – unnötig hin- und herspringt. Außerdem kommt Zeichner Aaron Lopresti nicht an das Niveau von John Layman heran, zu plump und cartoonhaft wirken seine Figuren (vor allem bei Scarecrows Maske). Entschädigt wird der Leser durch ein großes Schurkenaufgebot und immerhin eine interessante Grundidee.

Ansonsten bietet der Band noch zweierlei: einen enttäuschend schwachen Abschluss der Man-Bat-Story, die in früheren Ausgaben breitgewalzt wurde, sowie ein nachgereichtes Kapitel der Storyline Zero Year. In letzterer geht es um Gordons Kampf gegen die Korruption bei der Polizei. Das ist ganz ordentlich geraten und funktioniert gut als Ergänzung zu Batmans Entstehungsgeschichte. Endlich mal ein Detective Comics-Band, der Zeit und Geld wert ist.

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Der Zorn des Lesers

DC Comics

DC Comics

Titel: The Wrath (Detective Comics Vol. 4), (dt. Der Anti-Batman)

Autor/Zeichner: John Layman/Jason Fabok, Andy Clarke u.a.

Erschienen: 2014 (Detective Comics #19-24, Detective Comics Annual #2), dt. Panini 2014 (Batman #21-22, #24-25), Paperback 2015 (enthält Detective Comics #21-24)


 „What is it about this town and cutting off faces anyway?“ (Bullock)

Ernsthaft? Da müssen wir sechs Hefte lang mitansehen, wie ein gewisser Ogilvy, irgendein dahergelaufener Niemand, ein Handlanger, den Pinguin ausbootet und dessen Imperium übernimmt (und sich schwachsinnigerweise „Emperor Penguin“ nennt) und dann ist nach einer kurzen Prügelei mit Batman – zwei Hefte später – wieder Schluss mit der Geschichte? Der Pinguin kommt frei, weil er mal eben einen Richter bedroht, und er rettet zufälligerweise Batman das Leben. Der gute alte Deus ex machina darf mal wieder aushelfen, wenn dem Autor keine originelle Lösung eines Problems einfällt. Blöd nur, dass Batman durch den Glücksfall als unfähig dargestellt wird.

Ach ja, und vorher entfesselt Ogilvy eine Seuche mit dem Man-Bat-Virus, Zsasz wird zum Man-Bat, aber das ist Autor John Layman nur eine Ausgabe von Detective Comics wert. Dieses Problem ist schneller abgehandelt, als es aufgebaut wurde: Langstrom nimmt das Mittel selbst und fertig. Wie es mit Man-Bat weitergeht, wird jeweils an den Heft-Enden in kleinen Episoden nachgereicht. Bemerkenswerter Weise sind sie es, die den interessantesten Teil des vierten Detective-Comics-Bandes bilden. Langstroms Frau nimmt nämlich ebenfalls das Man-Bat-Serum und wird zur Mörderin, es kommt zum Kampf – und zu einer unerhörten Auflösung, was es mit der Beziehung zwischen den beiden auf sich hat.

Es ist ein befremdliches Erzählverfahren, das Layman seinen Lesern zumutet. Ohne richtig einzuführen – weder in Charaktere noch Themen – sind die Fälle immer schon da und werden viel zu schnell erledigt. Negativ fällt das vor allem in Titelgeschichte – The Wrath – auf. Der Schurke erscheint gleich zu Beginn in seiner Metallrüstung, sagt, was er will – nämlich Polizisten zu töten, und schon setzt er seinen Plan auch um. Geheimnis und Spannung? Völlig überschätzt!

Parallel muss Bruce Wayne sich buchstäblich mit dem Industriellen Caldwell rumschlagen, weil dieser Waynes Firma übernehmen will. Und weil ein Karatekampf langweilig ist, prügeln sich beide eben in einem Ring, der einem Balkon ohne Brüstung gleicht. (Als ob Batman sich nicht schon oft genug nachts in Lebensgefahr begeben hätte.) Der eigentliche Kampf Batman gegen Wrath ist ein High-Tech-Krieg, bei dem sich zunächst beide in ihren spacigen Gleitern durch Gotham jagen und am Ende als zwei Iron-Men miteinander kloppen. Und weil das wieder alles sehr schnell vorbei geht, gibt’s im Epilog noch einen Ausblick auf eine Kooperation zwischen Caldwell und Ogilvy im Knast …

Zwei Einzelstorys bilden abgeschlossene Geschichten: In einer taucht die in Detective Comics Annual #1 eingeführte Mio (eine alte Bekanntschaft aus Asien) wieder als Attentäterin auf und verschwindet wieder – das alles übrigens nur, um Ra’s al Ghul mal eben kurz als Mann im Schatten einzuführen. In der zweiten Story geht es um einen Mörder, der die Persönlichkeit seiner Opfer annimmt. Hier darf sich Harvey Bullock mal kurz verlieben, aber kaum ist die Beziehung zu einer Psychiaterin eingeführt, ist sie auch schon wieder vergangen. Bullocks Frage, was diese Stadt es nur mit dem Abschneiden von Gesichtern hat – eine Anspielung auf Detective Comics #1, wo dem Joker ebendies widerfährt – liest sich wie ein Eingeständnis der Planlosigkeit der Autoren.

Leider macht Detective Comics nach vier Bänden immer noch keinen Spaß, John Layman schafft es nicht, gegenüber dem ebenfalls schwachen Tony Daniel das Niveau zu heben. Die Stories sind zu sprunghaft, zu verworren, zu sehr ineinander geschachtelt – und vor allem ohne nennenswerte neue Ideen. Von Detektivarbeit ist ebenfalls nicht viel zu sehen. Ganz abgesehen von Bruce Waynes Privatleben: Zu Beginn des Reboots hatte er noch eine Freundin, doch schon lange hat er weder einen Gedanken noch eine SMS an sie verschwendet – oder sich mit einer anderen getröstet.

Eine Chance geben wir der Serie noch. Und vielleicht noch eine, denn in Band 6 darf wieder mal ein neues Kreativ-Team dran. Offenbar hält es die Künstler nicht lange bei DCs Hauptserie. Und das ist kein gutes Zeichen.

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Zero Year: Noch mal von Null an

DC Comics

Titel: Zero Year – Secret City/(Savage City)/Dark City (dt. Jahr Null – Die geheime Stadt/Die dunkle Stadt)

Autor/Zeichner: Scott Snyder/Greg Capullo u.a.

Erschienen: 2013-2014 (Batman #21-24, #25-27, #29-33 (The New 52)); dt. Panini (Batman #27-34), Paperbacks 2015/2016


 „The city lets me be anyone I want.“ (Bruce Wayne)

Besser spät als nie: Nach dem Reboot des DC-Universums musste auch Batman eine neue Entstehungsgeschichte bekommen. Autor Scott Snyder hat sich Zeit gelassen, erst mal ein Mega-Epos wie Court/City of Owls hingelegt, dann eine solide Joker-Story erzählt und erst für die dritte große Geschichte seinen Batman-Origin aufgespart. Zero Year heißt sie – und der Name ist nicht nur eine Reminiszenz an Millers Year One, sondern steht auch für eine neue Zeitrechnung für Gotham.

Red Hood von Greg Capullo (DC Comics)

Snyder hat einen anderen Ansatz als Miller. Er lässt Wayne als Verbrechensbekämpfer nicht klein anfangen, sondern geht gleich in die Vollen: Zu Beginn sehen wir einen Mann der vielen Masken, der gegen die Red Hood Gang kämpft. Diese hat es in sich, hat – ähnlich wie der Rat der Eulen – die Stadtgesellschaft infiltriert und erpresst normale Menschen dazu, als Verbrecher zu arbeiten. Gleichzeitig weiß der Leser, dass der Anführer der Gang später – nach einem Bad in Chemikalien – als Joker wiederkehren wird.

Ein Anti-Year One

Auffälligster Unterschied zu allen bisherigen Origins ist der Stil. Snyder schreibt im Vorwort zu seinem Script (das im ersten Band vielmehr ein Nachwort ist), dass er etwas eigenes, ein Anti-Year One habe machen wollen: „heller, dynamischer, bombastischer, mit Action, Abenteuer und einem Hauch Science-Fiction“. Und tatsächlich spielen viele Szenen bei Tageslicht, sogar mit blauem Himmel und Flauschewolken. Der junge Bruce Wayne ist ein noch größerer Draufgänger als etwa bei The Court of Owls, er flucht ständig und zeigt sogar einmal den Stinkefinger (was leider von den spießigen Amis plump zensiert wird). Wir erfahren, dass er offenbar schon als Kind gerne ausgebüchst ist, um die Stadt unsicher zu machen. Die Vorgeschichte ist allerdings nur stark zerstückelt eingestreut. Waynes erste Initiationsszene, der Mord an seinen Eltern, wird dankenswerterweise spät nachgereicht, seine Ausbildung ausgespart und in mehreren kleinen Einzelepisoden in andere Hefte ausgelagert. (Am Ende von Secret City gibt es einen „Director’s Cut“ mit drei Kurzgeschichten.)

Ansonsten tut Snyder, was er schon bei Death of the Family getan hat: er bedient sich bei der Tradition. Batmans erster Auftritt ist angelehnt an das Cover von Detective Comics #27, das Kostüm mit den lila Handschuhen erinnert an Bob Kanes ersten Entwurf, Synder zitiert auch Frank Millers Dark Knight bis hin zum „Goddamn Batman“ (eine Stelle, die im Original leider zensiert ist). Wie schon bei Miller muss Wayne auch hier als Verbrechensbekämpfer zunächst einen herben Rückschlag erleiden, bevor er auf die Idee kommt, einen anderen Ansatz in Betracht zu ziehen. Und ebenfalls wie bei Miller spricht er die heiligen Worte im Angesicht der Büste von Thomas Wayne: „Yes, father. I shall become a bat.“ Auch der Sturz des jungen Bruce in die spätere Bathöhle inklusive einer traumatisierenden Begegnung mit ihren Bewohnern ist altes Traditionsgut (vgl. Shaman). Allerdings bemüht sich Snyder nicht so akribisch darum, die Herkunft des Kostüms und der Gadgets zu erklären. Der Schwerpunkt der Story liegt auf der Herausforderung, der sich Batman stellen muss.

Gotham wird zum Niemandsland

Denn die Episode mit der Red Hood Gang ist nur der Auftakt. Snyder hat den Riddler zu Batmans erstem klassischen Oberschurken ausgewählt – und das ist kühn, weil dieser bisher nur eine Nervensäge aus der zweiten Reihe gewesen war. Die Zeit dürfte vorbei sein: Edward Nygma ist ein größenwahnsinniger Klugscheißer, der die ganze Stadt terrorisiert und schließlich auch von der Außenwelt abschottet und in ein dystopisches Niemandsland verwandelt (kommt das jemandem bekannt vor?) – es beginnt das Jahr Null für Gotham. Batman muss sich mit Gordon und Lucius Fox verbünden, um dieses auch technisch begabte Genie zu bekämpfen und die Stadt zurückzuerobern. Endlich kommt der Riddler zu seinem Recht als ernstzunehmender Gegner. Und ganz nebenbei belebt Snyder auch Doctor Death als Handlanger wieder – einen der ersten Batman-Schurken aus Detective Comics #29, hier allerdings in einer monströsen Erscheinung.

Das Ganze ist ein dicker Brocken für eine „erste“ Batman-Story. Snyder kann offenbar keine Geschichten in kleinerem Maßstab mehr denken, alles muss den Helden immer an den Rand des Äußersten führen. Das Problem an diesem Verfahren ist, dass es sich schnell verbrauchen wird, weil das Extreme schwer zu überbieten ist. Aber Snyder muss – wie schon zuvor – sowohl neue als auch alte Leser bei Laune halten. Daher versucht er einen Spagat zwischen Tradition und Innovation, bietet aber statt Spektakel meist nur viel Getöse.

Die Jagd nach dem Riddler gestaltet sich zu abstrakt, zu technisch, zu theoretisch; es ist zu schwierig für den Leser, die einzelnen Probleme nachzuvollziehen, warum der Riddler so schwer aufzuspüren ist. Hier zählt vor allem die Action. Aber die lässt leider die Raffinesse der Eulen-Story vermissen. Was den Riddler motiviert, bleibt bis zum Schluss offen. Dass er schließlich so leicht zu besiegen ist und es selbst seine Roboter besser wissen, ist alles andere als überzeugend. Und dafür, dass Gotham für ein paar Monate vor die Hunde geht, wird die Zeit zu schnell abgehandelt. Das alles macht Zero Year zwar kurzweilig unterhaltsam, aber zu keinem neuen Klassiker.

Das Konzept von Snyders Stories, vielleicht von Batman-Stories überhaupt, bringt einmal Alfred auf den Punkt, als er über Batmans Rolle für die Menschen (und damit auch für die Leser) spricht:

„They want to be transported, Bruce. Transported to a world where bigger truths are at work, and anything — anything — can happen. A world where the impossible is possible. Batman can be something like that for them, Bruce. (…) Someone who defies every damn rule of logic that governs their lives.“

>> Batman 2011-2019


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