Batman: The Dark Knight

Ausgelutscht

DC Comics

DC Comics

Titel: Corporate Rider/In the Shadow

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Ethan Van Sciver

Erschienen: 2014 (Batman: The Dark Knight #28-29)


„You know as long as I sit behind that desk, I’m bound by the law. You, on the other hand, you’re a vigilante. So… start vigilante-ing.“ (James Gordon)

Mit der zweiteiligen Man-Bat-Story endet die Serie The Dark Knight nach 29 Ausgaben. Wir werden sie nicht vermissen. Obwohl sich ihre Qualität mit dem Autorenwechsel verbessert hat, erweckte sie nie den Eindruck, dass die Leute bei DC wussten, wohin sie diese Serie steuern sollten. Da wurden Handlungsstränge angefangen und nicht fortgesetzt, neue Figuren eingeführt und nicht wieder aufgegriffen. Und auch wenn Gregg Hurwitz die interessanteren Geschichten erzählte, wurden die Vorgeschichten der Schurken allzu formelhaft abgespult: schlimme Kindheit schafft böse Männer. Besonders bei Clayface wurde es ermüdend. Immerhin das Annual und die wortlose Geschichte Voiceless boten ein paar interessante Ansätze, die über den Durchschnitt hinausreichten.

(mehr …)

Advertisements

Ohne Worte

DC Comics

DC Comics

Titel: Voiceless/Angel of Darkness (dt. Sprachlos/Engel der Finsternis)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Alberto Ponticelli

Erschienen: 2014 (Batman: The Dark Knight #26-27, Paperback 2014: Clay)


„…………………….“

Einfach mal eine Batman-Geschichte ohne Worte. Einfach so. Funktioniert prächtig. Zuerst ein Sozialdrama: Mutter und Tochter, bettelarm, lassen sich von Schleppern in die USA bringen, wo sie getrennt und als Fabrikarbeiter ausgebeutet werden. Die Tochter ist krank, der Mutter steht wohl schlimmeres bevor. Doch dann kommt ein Engel der Finsternis ins Spiel. Der macht kurzen Prozess mit den Bad Guys, ein dunkler Schatten legt sich über den Strippenzieher, am Ende springt Bruce Wayne ein, um die Familie einzubürgern, ihnen eine Wohnung und Geschenke unterm Weihnachtsbaum zu bescheren.

Ein Märchen also. Aber ein so düsteres, so ausdrucksstarkes, so reduziertes, dass es ein kurzweiliges Vergnügen ist. Batman als Mann der Tat statt Mann der Worte. Der Rächer der Entrechteten. Für die, die keine Stimme haben. Pathos mit Sozialanspruch. Grant Morrison würde stöhnen, dem wäre das zu nah an der Realität. Aber hey, warum mal nicht? Dafür sind solche Geschichten da: in der realen Welt gibt es solche Enden selten.

Schmierentheater

DC Comics

DC Comics

Titel: Clay (Batman: The Dark Knight Vol. 4)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Alex Maleev

Erschienen: 2013-2014 (Batman: The Dark Knight #22-25, Paperback 2014)


„Ignoriert zu werden … ist wie tot sein …“ (Clayface)

Die Geschichte beginnt stark: James Gordon beendet eine Geiselnahme, indem er über Leichen geht. Doch das scheint nur so, in Wirklichkeit steckt der Verwandlungskünstler Clayface dahinter. Der wahre Commissioner ist in Gefangenschaft – und während Batman nach ihm sucht, weiß der sich zu helfen … (mehr …)

Schatten und Nebel

DC Comics

DC Comics

Titel: Once Upon a Midnight Dreary (dt. Einst, um eine Mitternacht graulich)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Szymon Kudranski

Erschienen: 2013 (Batman: The Dark Knight Annual #1, dt. Batman: The Dark Knight #22)


 „Ich glaub‘, das nennt man Ironie.“ (Pinguin)

Am Halloweenabend kommen der Mad Hatter, Pinguin und Scarecrow in die Arkham Erziehungsanstalt für Jugendliche. Jeder von ihnen hat eine anonyme Einladung bekommen, die denken, es sei Batman gewesen und vermuten einen Hinterhalt. Da die Anstalt bei Nacht ein gruseliger Ort ist, brechen die drei in Panik aus, versuchen zu fliehen und werden schließlich mit ihren persönlichen Dämonen konfrontiert.

Autor Gregg Hurwitz erweist sich mal wieder als Meister der kleinen Form, Zeichner Szymon Kudranski als Meister von Schatten und Nebel. So wird die Geschichte zu einem schaurig-schönen Nachtstück mit einer guten Portion Ironie. So darf jeder der Schurken mal über Batmans schlechte Angewohnheiten ablästern. „Es gibt vermutlich in ganz Gotham kein Fenster, durch das er noch nicht gesprungen ist“, sagt der Mad Hatter. „Ha! Das wäre doch mal ’ne Idee …“, sagt der Pinguin. „Wir machen ’nen Fensterreparaturservice auf. Wir wären reich.“

Am Ende kommt natürlich alles anders als gedacht – und alles wird gut.

(Die Story ist im Paperback Batman: The Dark Knight Vol. 3 – Mad (dt. Liebe und Wahn) enthalten.)

Alter Hut passt gut

DC Comics

DC Comics

Titel: Mad (Batman: The Dark Knight Vol. 3) (dt. Liebe und Wahn)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Ethan van Sciver, Szymon Kudranski

Erschienen: 2013 (Batman: The Dark Knight #16-21)


 „… es gibt gewisse Standards, die man einhalten muss. Es gibt keine Abkürzungen. Man kann nicht tricksen, sonst taugt das Produkt am Ende nichts. Und das ist ausgeschlossen.“ (Mad Hatter)

Woher kommt die Redensart ‚verrückt wie ein Hutmacher‘? Früher wurden Hüte mit Kupfernitrat behandelt und von den giftigen Dämpfen bekamen die Hutmacher Krankheiten und Halluzinationen. Das erfährt man in Gregg Hurwitz‘ zweiter Dark-Knight-Story. Wie schon zuvor bei Scarecrow bekommt nun auch Jervis Tetch eine neue Vorgeschichte verpasst. Die hat zwar auch mit einer Alice und einer Affinität zum Wunderland zu tun, ist aber noch ein Stück drastischer. Der Hauptunterschied: Die Vorgeschichte erklärt mehr, als dass sie Empathie für den späteren Schurken weckt. Denn der Mad Hatter ist ein skrupelloser Massenmörder, dem ein Menschenleben nichts bedeutet.

(mehr …)

Auf der Couch von Doktor Crane

DC Comics

DC Comics

Titel: Cycle of Violence (Batman: The Dark Knight Vol. 2) (dt. Angst über Gotham)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/David Finch u.a.

Erschienen: 2012 (Batman: The Dark Knight #10-15)


„Gott, diese Stadt — sie hält einem ständig den Zerrspiegel vor und zeigt uns unsere schlimmsten Ängste.“ (Gordon)

„Das ist Vigilanten-Kriminalität. Wenn du mich verklagen willst … lass mich vorladen.“ (Batman)

„Was wenn ich gar kein Mensch sein will?“ (Bruce Wayne)

Hat einer der Leser den britischen Film Peeping Tom (1960) gesehen? Da spielt Karlheinz Böhm (alias Carl Boehm) einen psychopatischen Voyeur und Frauenmörder, der seine Geisteskrankheit seinem Vater verdankt. Dieser hat seinen Sohn als Versuchskaninchen für Angstexperimente missbraucht. Der Film war damals etwa so provokant wie Hitchcocks Psycho (ebenfalls 1960), fiel bei der Kritik aber wegen seiner Drastik durch und brachte Böhm einen Karriereknick ein.

Wie dem auch sei: Die gleiche Idee hat Gregg Hurwitz für seine erste Dark Knight-Story verwendet. Dort entführt Scarecrow Mädchen, um ihnen die Angst mit Angst auszutreiben – und wiederholt damit Experimente, derer sein Vater ihn einst aussetzte. Wir lernen dabei aber nicht nur Cranes mitleiderregende Vorgeschichte kennen (und was wären Comichelden ohne?), sondern Hurwitz lässt Crane auch in Batmans psychische Abgründe absteigen. So wird der Irre zu Batmans Psychiater.

(mehr …)

Die Hand am Abzug

Batman: The Dark Knight #0

Titel: Chill in the Air (dt. Schuld in der Luft)

Autor/Zeichner: Gregg Hurwitz/Tom DeFalco

Erschienen: 2012 (Batman: The Dark Knight #0; Paperback: 2013, Batman: The Dark Knight Vol. 2)


„Wir wissen, wo es anfängt … aber wissen wir, wo es endet?“

Bruce Wayne sucht den Mörder seiner Eltern. Er glaubt an einen geheimen Sinn dahinter, eine Verschwörung von Feinden der Familie Wayne, an den Rat der Eulen – doch am Ende ist es nur ein armer Säufer, Joe Chill, der nur die Perlenkette von Martha Wayne haben wollte, um sich eine Flasche Schnaps zu kaufen.

(mehr …)

Quer durch die Personalabteilung

DC Comics

DC Comics

Titel: Knight Terrors (Batman: The Dark Knight Vol. 1) (dt. Das Höllenserum)

Autor/Zeichner: David Finch/David Finch, Paul Jenkins

Erschienen: 2011/2012 (Batman: The Dark Knight #1-9)


„Du bist der Vater deiner Angst.“ (Batman)

Man darf sich ruhig fragen, wie sinnvoll es ist, eine neue Batman-Serie zu starten kurz bevor man alle Serien wieder von vorn beginnen lässt. So folgt nach Batman: The Dark Knight #5 wieder eine #1. Aber vergleicht man die beiden Stories, wirkt es so, als gäbe es keinen Unterschied bis auf das Logo auf Batmans Brust, das nicht mehr gelb leuchtet (wie blöd ist das denn?), sondern nur noch klassisch schwarz auf grau daherkommt. Erinnern wir uns: Zu Beginn von Golden Dawn war Killer Croc auf einem Venom-Verschnitt drauf. Spielte keine große Rolle, denn es ging eigentlich um Übersinnliches. Nach dem Neustart wird das Drogen-Thema wieder aufgegriffen, als hätte es nie ein Reboot gegeben macht Autor David Finch weiter, wo er aufgehört hat. Ein Unbekannter hat die Arkham-Insassen mit dem Gift vollgepumpt, daher ist in der Anstalt mal wieder die Hölle los, großer Aufstand etc.

Two-Face sieht aus wie Bane, furchtlos und kommt sich erleuchtet vor. „Furcht verhindert, dass wir wirklich leben“, sagt er, während er Batman vermöbelt. Und damit ist nicht nur das eigentliche Thema der Geschichte benannt, sondern auch einer der beiden Schurken, die für das Ganze verantwortlich sind: Scarecrow. Er analysiert Batman noch weiter als er es ohnehin mit sich selbst tut: „Dein Heldentum soll dich vor der Angst schützen“, sagt er. „Leben zu retten ist deine Sucht.“

(mehr …)

Jugendliebe, Höllenärger

DC Comics

DC Comics

Titel: The Dark Knight: Golden Dawn (dt. Dunkle Dämmerung)

Autor/Zeichner: David Finch/David Finch, Jason Fabok

Erschienen: 2011 (Batman: The Dark Knight #1-5, Vol. 1; Paperback 2012)


 „Da wo ich herkomme, Lady — kommt Macht aus einem selbst!“ (Batman)

Kurz vor dem DC-Reboot „The New 52“ wurde die Serie The Dark Knight gestartet. In den ersten fünf Ausgaben muss Batman einen Fall lösen, der ihn mal wieder mit der Hölle selbst konfrontiert. Batman sucht nach seiner verschwundenen Jugendfreundin Dawn Golden. Dabei bekommt er Ärger mit Killer Croc, der auf Entzug von einem Venom-Verschnitt ist, sowie dem Pinguin. Richtig brenzlig wird es allerdings, als noch der Dämon Etrigan, Ragman und die Höllenfürstin Blaze dazu kommen. Denn Dawns Vater hat, wie sich herausstellt, mit der Hölle zu tun gehabt …

(mehr …)