Comic

Ist Batman ein Superheld?

Neulich habe ich mal wieder ein Nicht-Batman-Comic gelesen, das sehr gelungene Freaks von Frank Schmolke (basierend auf dem Drehbuch von Marc O. Seng zum Netflix-Film). Doch auch da wurde ich mit Batman konfrontiert. Ein kleiner Junge trägt sein Kostüm. Und dann sagt eine andere Figur zu ihm: „Batman? Das ist aber kein Superheld, sondern nur ein reicher Schnösel. Superkräfte hat der keine.“

Das Argument habe ich schon oft gehört und gelesen: Batman ist eigentlich kein (echter) Superheld, da er keine Superkräfte hat. – Aber stimmt das?

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Poison Ivy und der Weltfrieden durch Hanf

DC Comics

Im Jahr 1996 hatte Poison Ivy gleich zwei größere Auftritte in Batman-Comics. In „Systemic Shock/Violent Reactions“ (Detective Comics #693-694, von Chuck Dixon und Staz Johnson) versprüht ein Pollenallergiker Entlaubungs- und Pflanzenvernichtungsmittel in Gotham. Naturgemäß hat Poison Ivy etwas dagegen, denn sie mag nur natürliche Gifte, die von Pflanzen produziert werden. Also bereitet sie für die Arkham-Ärzte einen Salat mit Tollkirschen, die sind naiv genug, den zu essen, und so bricht sie aus, um den Pflanzenfeind aufzuhalten.

Muss ich darüber noch mehr sagen? Ich denke nicht, daher gehen wir mal zur zweiten Geschichte aus dem Jahr 1996 über – die ist auch viel interessanter.

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Batman und das Reptil

DC Comics

Titel: Batman Reptilian (dt. Das Reptil)

Autor/Zeichner:  Garth Ennis/Liam Sharp

Erschienen: 2021 (Miniserie #1-6), Hardcover 2022


Ein Monster läuft in Gotham frei herum. Ein Schwergewichtsboxer, der beschuldigt wird, eine Frau geschlagen und vergewaltigt zu haben, wurde freigesprochen. Batman taucht vor dem Gerichtsgebäude auf und nennt ihn einen Feigling. Der Boxer langt zu, Batman nimmt das zum Anlass für Notwehr. Dann aber werden Tote aufgewunden, bestialisch abgeschlachtet von einer ganz anderen Bestie. Nach und nach müssen auch Batman’s Erzschurken dran glauben. Als letztes bleiben Joker und Killer Croc übrig. Doch Croc selbst ist nicht das Monster – er hat es aber selbst hervorgebracht …

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The Killing Joke: Seiten 34-46 – Finale

Batmans Ankunft mit dem Batmobil. (DC Comics)

Batman trifft mit dem Batmobil auf dem Rummelplatz ein. Zum ersten Mal sehen wir das Auto in voller Größe und ein Splash Panel räumt ihm den gebührenden Platz ein. Die Freaks – ob dünn oder dick – fliehen ängstlich, während im Hintergrund weiter der tote Makler auf dem rosa Elefanten schaukelt. Batman springt, theatralisch das Cape hebend, aus dem Auto und baut sich vor dem Joker auf. Eine wort- und geräuschlose Sequenz – doch dann, im letzten Panel, das Batmans Kopf als schwarze Silhouette mit weißen Augenschlitzen zeigt, wird sein Eingangsmonolog zitiert: „Hello. I came to talk …“

Während vom Todeskampf die Rede ist, stürzt sich Batman auf den Joker. Die schlimmste Befürchtung scheint einzutreffen. Zwischen den beiden Kämpfenden hockt James Gordon nackt im Käfig, was bereits in der Eingangssequenz in Arkham angedeutet wurde, als Gordon ebenfalls hinter Gittern zu sehen war. Auch dass sich Batman auf den Joker stürzt, erinnert an die erste Szene. Hier werden die ersten fünf Seiten auf zwei Seiten zusammengefasst.

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Batman-Zeichner Tim Sale ist tot

Batman: Haunted Knight, The Long Halloween, Dark Victory (DC Comics)

Der Zeichner Tim Sale ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Das teilt seine Familie auf Twitter mit. Sale ist einer der bedeutendsten und prägendsten Batman-Zeichner, am bekanntesten für seine Zusammenarbeit mit Jeph Loeb an den Klassikern Haunted Knight, The Long Halloween, Dark Victory sowie Catwoman: When in Rome. Sein letztes Batman-Werk war eine kurze Fortsetzung dieser Saga: The Long Halloween Special (2021).

Sale hatte einen sehr düsteren Stil, der von vielen harten Schatten und starken Hell-Dunkel-Kontrasten geprägt war. Zugleich hatten seine Figuren, vor allem die Schurken, etwas surreal Überzeichnetes: hagere lange Gliedmaßen, riesige Zähne (Joker), extravagante Hüte (Scarecrow). Sein Batman hatte lange spitze Ohren und einen riesigen wallenden Umhang – eine wahrhafte Kreatur der Nacht.

Superman For All Seasons & Kryptonite (DC Comics)

Mit Loeb arbeitete er auch an dem Vierteiler Superman For All Seasons (1998) zusammen, der das genaue Gegenteil seiner Baman-Comics war: ruhig, nachdenklich und in viel Licht und malerische Farben getaucht. Später illustrierte er Kryptonite (2007-2008) von Darwyn Cooke.

Seine Zusammenarbeit mit Loeb begann er 1991 mit der Miniserie Challengers of the Unknown, in der er Jack Kirbys Heldenteam aus den 50ern neu interpretierte. Für Marvel machten Loeb und Sale die Miniserie Wolverine & Gambit (1995) sowie die grandiose „Farben-Reihe“ Daredevil: Yellow (2001-2002), Spider-Man: Blue (2003-2004), Hulk: Gray (2003-2004) und Captain America: White (2008-2015). Diese vier Miniserien gehören neben seinen Batman-Comics zu seinem Hauptwerk.

Außerdem zeichnete Tim Sale auch Grendel und Deathblow.

Batman-Variants von Tim Sale (DC Comics)

Batman blieb Sale aber über die Jahre treu – mit Kurzgeschichten, aber auch als Cover-Zeichner für die Serien Detective Comics und Batman. Einige Storys sind im Band Tales of the Batman: Tim Sale (2007) versammelt. Mit Sale stirbt nach Neal Adams in diesem Jahr eine weitere Legende des Dunklen Ritters.

Mehr von Tim Sale:

Superman trifft Spider-Man (Teil 2)

DC Comics/Marvel

Titel: Superman and Spider-Man

Autor/Zeichner: Jim Shooter/John Buscema

Erschienen: 1981 (Marvel Treasury Edition #28), Nachdruck 1995


Fünf Jahre nach dem ersten Aufeinandertreffen von DC und Marvel gab es ein weiteres: Diesmal hieß es nicht Superman VS. Spider-Man sondern Superman AND Spider-Man, was deutlich weniger Dramatik verspricht – und selbst diese niedrige Erwartung noch unterbietet.

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The Killing Joke: Seiten 29-32 – Vierte Rückblende (Jokers Origin)

Detective Comics #168 (1951) (DC Comics)

Der Joker war lange Zeit ein Paradoxon: der bekannteste Batman-Schurke, aber zugleich der große Unbekannte, denn man wusste nichts über seine Ursprünge. Das ist nicht ungewöhnlich. Catwoman bekam ihren Origin immerhin nach zehn Jahren (1950), der Pinguin erst 1981. Doch auch wenn Bill Finger 1951 erklärte, wie der Joker entstand, war noch immer nicht viel über ihn bekannt. Nicht mal ein Name.

Die Leser wussten allerdings zunächst nicht, was sie in The Man Behind the Red Hood (Detective Comics #168) erwartete. Wer hinter der roten Haube steckte, war das Rätsel, an dessen Lösung sie sich selbst beteiligen konnten. Batman erzählt in einem Uni-Kurs für Kriminologie von einem ungelösten Fall, den er vor zehn Jahren hatte: Ein Verbrecher namens Red Hood machte die Stadt unsicher. Batman konnte ihn nicht schnappen, bis er schließlich bei einem Raubzug in ein Becken mit Chemieabwasser sprang und seitdem verschwand. Da nie eine Leiche gefunden wurde, ist sich Batman unsicher, ob er starb.

Die rote Haube ohne Augenschlitze sollte dazu dienen, die Identität des Verbrechers zu verschleiern (außerdem enthielt sie eine Gasmaske). Wozu er aber auch noch ein rotes Cape und eine Fliege trägt, bleibt unklar.

Als die Studenten beschließen, den Fall zu lösen, taucht Red Hood auf dem Campus auf, um Gehälter zu rauben. Am Ende stellt sich heraus, dass der Joker hinter der Maske steckte. Einst war er ein Laborant, der beschloss, eine Million Dollar zu stehlen und sich zur Ruhe zu setzen. Warum er aber nach zehn Jahren wieder zum Red Hood wurde, erklärt er nicht.

The Killing Joke orientiert sich zwar an dieser Story, indem es die Entstehung über den Red Hood adaptiert, geht aber mit der Hintergrundgeschichte und dem Gordon-Plot weit darüber hinaus. Hier ist der junge Mann, der zum Joker wird, zunächst ein Laborant, der sein Glück in der Comedy versucht, aber versagt und schließlich, nach dem tragischen Tod seiner Frau und seines ungeborenen Kindes, zum Verbrecher wird.

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The Killing Joke: Seiten 26-28 – Batmans Ermittlung/Joker und Gordon

Gordon leidet, Batman ermittelt. (DC Comics)

Auf die Fratze des Jokers folgt die grinsende Fratze auf einer Doppeltür, durch die Gordon fährt. Es folgen noch sechs weitere: eine Art Teufels- oder Dämonsfigur, ein Leopard und dann weitere raubtierhafte bis monströse Gestalten mit Reißzähnen und bösen Blicken. Gordon dringt in der Geisterbahn in immer neue Räume ein, ohne dass wir sehen, was er zu sehen bekommt. Nur eins dürfte klar sein: Nachdem er im nackten Zustand Bilder seiner nackten, verletzten Tochter gezeigt bekam und damit Inzest angedeutet wurde, erscheint das siebenmalige Eindringen in die Doppeltüren (jedesmal auch mit dem Geräusch „bdump“ verdeutlicht) wie ein forcierter Geschlechtakt.

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The Dark Knight Returns: Ein Cover wird versteigert

Es ist wohl das Batman-Cover schlechthin. Nach den ikonischen Covern des Golden Age wie Detective Comics #27 und Batman #1 ist es das Cover von The Dark Knight Returns #1, das jeder Comicfan kennt. Genauso wie den Comic selbst. So revolutionär der Vierteiler von Frank Miller von 1986 war, so auch dieses Titelbild: eine schwarze Silhouette eines springenden Batman vor einem Blitz, der sich von oben nach unten zieht, ein aufflackerndes Dunkelblau am Nachthimmel – Minimalismus pur, reduziert auf den maximalen Effekt.

Am 16. Juni 2022 wird das Originalgemälde von Frank Miller und Lynn Varley bei Heritage Auctions versteigert, zusammen mit anderen Originalwerken von Miller. Schon jetzt liegt der Preis bei über einer Million US-Dollar. Wer auch immer den Zuschlag kriegt, wird im Besitz eines Stückes Comicgeschichte sein. Eigentlich gehört so etwas ins Museum, damit es alle sehen können.

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Superman trifft Spider-Man (Teil 1)

DC Comics/Marvel

Titel: Superman vs The Amazing Spider-Man: The Battle of the Century

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Ross Andru

Erschienen: 1976, Neuauflage 1995; dt. Dino 1999


Vor 60 Jahren erschien erstmals Spider-Man, in Amazing Fantasy #15. 16 Jahre später traf er auf Superman. Dieser 92-seitige „Battle of the Century“ war das erste offizielle Crossover zwischen zwei Superhelden von DC und Marvel, auf das noch viele folgen sollten.

Die Story verläuft formelhaft nach dem Schema: Zwei Schurken schließen sich zusammen, die Helden kämpfen zunächst gegeneinander, dann miteinander und besiegen die Schurken. Doch mehr haben die Fans von damals wohl nicht erwartet und Fans von heute können daran noch genauso ihren Spaß haben.

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