Robin

Robins Weiße Weihnacht

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Coverausschnitt aus Batman Family #4 (DC Comics)

Titel: Robin’s White (Very) Christmas

Autor/Zeichner: Bob Rozakis/Jose Delbo

Erschienen: 1976 (Batman Family #4), enthalten in Robin: The Bronze Age Omnibus (2020)


Weiße Weihnachten sind nicht immer wünschenswert. Dick Grayson will über Weihnachten nach Gotham, doch ein Schneesturm könnte den Abflug verhindern. Unterwegs mit einem Kleinbus liest er mit seiner Freundin Lori einen Weihnachtsmann auf, der sich als Frank McDonald, Sicherheitschef der Hudson University, herausstellt. Sie bringen ihn zum Studentencenter, von wo aus Lehrende und Lernende gemeinsam Geschenke an die Bedürftigen verteilen.

Dick sammelt mit Lori und Frank später Spenden ein, bis ihm plötzlich ein Bad Santa ins Gesicht schlägt und sich mit den Spenden auf einem Pferdeschlitten davonmacht. Statt ihm sofort hinterherzulaufen, zieht sich Dick erst mal zum Robin um, obwohl die kurzen Unterhosen etwas unvorteilhaft im Schnee sind. Aber um sich aufzuwärmen, rennt er los und folgt der Spur ins Studentencenter, wo der falsche Weihnachtsmann mit zwei Komplizen die Spenden zum eigenen Wohl einsacken will.

Robin verteilt dann Prügel unter Mistelzweigen, wirft mit Säcken voller Zuckerstangen und Geschenken um sich, schließlich bekommt Bad Santa den grünen Elfenschuh ins Gesicht. Weihnachtlicher kann man Schurken nicht erledigen.

Zurück als Dick Grayson bemerkt niemand den Zufall, dass ausgerechnet er weg war. Er habe nach einem Weg nach Gotham gesucht, sagt er, aber die Straßen sind zugeschneit. Also wird’s nix mit Driving Home for Christmas … Als Dick gerade Bruce anrufen will, um ihm die traurige Nachricht mitzuteilen, schneit Bruce mit Alfred und Tante Harriet herein.

Man singt Jingle Bells und alles ist gut. – Ach, da fällt mir was ein …

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Der unsichtbare Batman

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Detective Comics #199 (DC Comics)

Titel: The Invisible Batman

Autor/Zeichner: William Woolfolk, Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1953/1959 (Detective Comics #199/Batman #124)


Batman kann bekanntlich alles – auch sich unsichtbar machen. Nicht von ungefähr trägt er Schwarz: So kann er in der Dunkelheit der Nacht für das Auge verschwinden und sich verstecken, um dann umso überraschender angreifen zu können. So lehrt man die feigen und abergläubischen Verbrecher das Fürchten.

Doch das war nicht immer so. Nach seinen düsteren Anfängen wurde Batmans schwarzes Kostüm zunehmend blauer und heller. Nacht und Schatten verloren an Bedeutung, furchterregend war der bunte und fröhliche Batman nur noch selten. In den 50ern wurde dann Batman wirklich unsichtbar – und das gleich zweimal.

Radioaktive Farbe

In der ersten Geschichte (Detective Comics #199, 1953) bekommt Batman bei einem Einsatz in einem Chemiewerk eine Ladung radioaktive Farbe ab, als er eine Bande davon abhalten will, selbige zu stehlen. Ein ganzer Tank geht auf ihm nieder – aber zum Glück wird zumindest nichts gestohlen, auch wenn der Schaden durch den Unfall noch größer sein dürfte.

Daraufhin wird Batman unsichtbar, was große Vorteile dabei hat, wenn man Gauner vermöbeln will, denn nun kommen die Prügel aus dem Nichts. Batman fällt sogar nicht mal auf einen Trick mit einer Lampe herein, als ihn ein Bösewicht so erkennbar machen will.

Nachteile hat die Sache aber, als Batman vor Gericht gegen den Obergauner Big Jack Baker aussagen soll, der seinetwegen im Knast sitzt. Bakers Anwalt Verne, der die Geschäfte übernommen hat, soll bis dahin Batmans Geheimdentität ausfindig machen. Nach einigen Stunden Recherche ist klar: Es kommen nur fünf Playboys in Frage, darunter ist auch Bruce Wayne. Alle fünf sind zu einer Pferdeshow eingeladen. Und wenn einer von denen unsichtbar ist, dürfte der Gesuchte als einziger nicht erscheinen. Doch auch Bruce erscheint, eingepackt in Mantel, Handschuhe und eine Gummimaske. Er lässt sich warme Orangenlimo servieren (die gegen seine angebliche Erkältung helfen soll) …

Vor Gericht hat es der unsichtbare Batman aber schwer, zu beweisen, dass er wirklich Batman ist. Abgesehen von der Tatsache, dass man ohnehin nicht feststellen kann, wer unter der Maske steckt, hat man es hier auch noch mit einem sprechenden Geist zu tun. Batman muss eine Handschriftenprobe abgeben, die wird angezweifelt, schließlich beweist ein Röntgenbild seine Identität und er kann aussagen.

Gauneranwalt Verne versucht dann in seiner Verzweiflung, Robin als Geisel zu nehmen, aber Batman beendet die Sache schnell. Die Lösung für sein Problem bringt dann eine Dusche aus Orangenlimonade – Citronensäure ist das Gegenmittel, wie er bereits beim Trinken herausgefunden hat. Hätte ihm das nicht früher einfallen können?

Sichtbar mit Mehl

Sechs Jahre später wird Batman aber wieder unsichtbar. Unter dem gleichen Titel, als wäre das noch nie zuvor passiert. Diesmal gerät er unter einen mysteriösen Strahl im Laboratorium einer Glühlampenfabrik. Wieder kommt der Held auch als Bruce in Bedrängnis. Einer Besucherin gegenüber lässt er sich in heiße Tücher wickeln, um so zu tun, als würde er sich von Alfred rasieren lassen.

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The Invisible Batman, Batman #124 (DC Comics)

Dann wird eine Bäckerei überfallen. Warum gerade die? Weil es dort Mehl gibt – und man damit bekanntlich Unsichtbare gut sichtbar machen kann, sowohl mit Fußspuren als auch mit einem riesigen Saugblaser. Wie gut, dass Robin mit einem Ventilator zur Stelle ist, bevor sie Batman als Bruce Wayne enttarnen können. Robin hatte schon befürchtet, neben einem unsichtbaren Mentor überflüssig zu sein.

Bruce und Dick fahren dann zu einem Wohltätigkeitsdinner. Bruce pinselt sich mit Schminke ein Gesicht, fängt dann aber an zu schwitzen und wischt sich die Schminke ab. Doch da ist die Wirkung des ominösen Strahls bereits abgeklungen. Einfach so. Ja, so geht’s manchmal auch, wenn man nur acht Seiten für eine Geschichte zur Verfügung hat.

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Robin als Weihnachtsgeschenk

Star Spangled Comics #77 (Cover & Page 1)

DC Comics

Titel: The Boy Who Wanted Robin for Christmas

Zeichner: Jim Mooney

Erschienen: 1948 (Star Spangled Comics #77)


Was schenkt man einem Jungen, der alles hat? Der Millionärsbengel Bert Beem hat bereits zwei Roadster und eine Yacht – da wird es schwierig, sich ein Weihnachtsgeschenk für ihn auszudenken. Alles, was ihm fehlt, sind seine Eltern, die sind gestorben. Alles, was er sich wünscht, ist ein Treffen mit Robin, seinem Idol. Denn Bert wäre gern auch mal Detektiv.

Der Vormund, Coombs, fragt Commissioner Gordon, der fragt Robin und dieser erklärt sich bereit, einen Fall zu inszenieren, um Bert die Flausen mit dem Detektivspielen auszutreiben. Er engagiert Schauspieler. Ein falscher Weihnachtsmann kommt bei Bert vorbei und tut so, als würde er ihn ausrauben. Da kommt Robin herbeigeeilt, Santa kann fliehen. Weil er aber Fichtennadeln fallengelassen hat, können die kleinen Detektive seiner Spur folgen und finden Santa mit seinen Little Helper. Die überwältigen die Bengel und fesseln sie auf einen Schlitten, den sie einen Abhang hinunterjagen. Das war gar nicht so geplant. Die Schauspieler stellen sich als wahre Verbrecher heraus.

Zum Glück sind Kinder gut im Rodeln und können so können auch unsere beiden Helden den Schlitten ablenken, sodass sie nicht sterben. Wer aber steckt hinter dem Santa-Kostüm? Man versucht sich an einer Ohrenanalyse, denn darin ist Bert Experte. Eigentlich kommen nur zwei Verdächtige in Frage: Butler Jervis und Coombs, der Vormund des Jungen.

Beim Finale im Haus trickst das Duo die Banditen aus, mit einem Robin-Mannequin und einem Spiegeltrick, dann lassen sie einen Stapel Bücher auf Bad Santa fallen. Und wer steckt hinter dem falschen Bart? Natürlich: der Butler. Bert stellt fest, dass er nicht das Zeug zum Detektiv hat. Robin empfiehlt ihm eher, beim Geschäftlichen zu bleiben.

>> Batman zu Weihnachten

Catwoman grillt Batman

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Catwoman (Julie Newmar) mit Katzenbetäubungspistolen.

Titel: Hot Off the Griddle/The Cat and the Fiddle (dt. Frisch vom Grill)

Drehbuch: Stanley Ralph Ross

Erschienen: 1966 (Batman S02E03-04)


Ein Katalog wird gestohlen. Dann ein Modell eines Katamarans. Schließlich drei Fäustlinge. Catalog, catamaran und „mittens from three kittens“ – dahinter kann nur eine stecken: Catwoman! Denn das einzige Gesetz, an das sich Gesetzlose in Gotham halten, ist, dass jedes Verbrechen zum Thema ihres Kostüms passen muss. Doch der ganze Aufwand ist nur die Vorstufe zu einem weitaus größeren Plan.

Wie der aussieht? Batman und Robin haben keine Ahnung. Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Sie locken Catwoman in eine Falle. Oder versuchen es wenigstens. Sie lassen einen Klatschreporter eine falsche Fährte in seiner nächten Kolumne einbauen und vertrauen darauf, dass Catwoman diese auch liest. Aber das muss sie gar nicht, denn der Reporter (der in der Telefonzelle einer Drogerie arbeitet) warnt Catwoman über sein „gossip phone“, sodass sie vorbereitet zum Tatort im Museum eintrifft. Batman und Robin werden mit Gift betäubt und aus dem Fenster geworfen. Zum Glück ist aber unten ein Netz gespannt.

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Tante Harriet tanzt den „Catuzzi“.

Auf die nächste Spur bringt die beiden planlosen Helden Tante Harriet. Die alte Dame tanzt nämlich den Catuzzi, den neuesten Modetanz, der zu einer Art Katzenmusik gespielt wird. Der Batusi hat offenbar ausgedient. Jetzt heißt es, Krallen zeigen. Tante Harriet weiß auch, dass der Trend aus dem Lokal „The Pink Sandbox“ stammt. Kein Wunder, dass die beiden Spießer noch nie was davon gehört haben. Wer würde schon freiwillig in einen Laden gehen, der sich Katzenklo nennt?

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Tanzen im Katzenklo: The Pink Sandbox.

Dort sind alle passend gekleidet, von der Go-Go-Tänzerin bis hin zur Kellnerin. Auf der Speisekarte stehen: „Catburgers with catsup, Chicken Cat-atore, and various cuts of meat from choice Kansas City cattle.“ Hier wurde offenbar wieder mal das Wörterbuch geplündert.

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Die Qual der Wahl: Batman und Robin mit Katzenmenü.

Batman und Robin landen dann selbst in der Pfanne – und zwar buchstäblich. Zuerst werden sie in einen Raum gesperrt, dessen Boden so heiß wird, dass man Spiegeleier drauf braten kann (was Catwoman auch demonstriert). Dann landen sie auf zwei Grillrosten auf dem Dach, wo riesige Brenngläser über ihnen angebracht werden. Wozu der Aufwand? Um diesen literarischen Witz zu machen: „bat on a hot tin roof“.

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Auf der Speisekarte: Fledermaus auf dem heißen Blechdach.

Findet Batman gar nicht lustig. Aber für Humor war er ohnehin noch nie bekannt, wie Catwoman ernüchtert feststellt. Fragt sich nur, was sie dann an dem Langweiler findet. Wie dem auch sei: Zum Glück findet just in dem Moment eine Sonnenfinsternis statt, die den beiden Helden Zeit verschafft, sich zu befreien.

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Volle Kraft voraus: Batjets schießen Batman in die Höhe.

Beim Finale in einem Hochhaus kommt eine Rakete zum Einsatz, mit der Batman einen defekten Fahrstuhl wieder in Betrieb nehmen kann. Dort oben hat Catwoman eine Rakete für die Flucht bereit, die aber nicht starten will, während sich die anderen prügeln. Am Ende rettet Batman ihr das Leben mit dem Bat-Seil und stürzt dabei selbst fast ab. Doch dann kann Robin sie gemeinsam wieder hochziehen. Kräfte wie Superman muss dieser schmächtige Wunderknabe haben.

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Catwomans Fluchtrakete.

Apropos: Tatsächlich findet sich in dieser Folge eine Anspielung auf den Mann aus Stahl. Als die Polizei von der Straße aus Catwomans Bande auf dem Hochhaus sieht, fragt Chief O’Hara: „Are they birds?“Und Gordon fragt: „Are they planes?“ – „No“, sagt Batman. „They’re cat burglars!“ Schade, dass Superman es nie persönlich in die Serie geschafft hat.

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Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, nur Einbrecher.

Außerdem lernen wir zweierlei. Erstens: Nie direkt in die Sonne schauen. Und zweitens erfahren wir etwas über englische Grammatik: „You can’t get away from Batman that easy!“, sagt Robin. – „Easily“, korrigiert Batman. „Good grammar is essential.“

Wunderbar.

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Neue Robin-Serien im November

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DC Comics

DC hat den November 2021 zum Robin-Monat erklärt. Am 9.11. startet zunächst der Dreiteiler Robin & Batman von Jeff Lemire (Joker: Killer Smile, Green Arrow) und Dustin Nguyen (Streets of Gotham). Die beiden haben bereits an ihren Science-Fiction Serien Descender/Ascender zusammengearbeitet. Nun erkunden sie den Beginn von Dick Graysons Karriere. Jede Ausgabe wird 40 Seiten umfassen.

Eine Woche später, am 16.11., startet die sechsteilige Miniserie Robins, in der Autor Tim Seeley und Zeichner Baldemar Rivas die bisherigen Namensträger zusammentrommeln: Dick Grayson, Jason Todd, Tim Drake, Stephanie Brown und Damian Wayne diskutieren miteinander, ob das mit Robin eine gute Idee war. Für die Action sorgt eine Angreiferin, die behauptet, die erste Robin gewesen zu sein.

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Batman verlässt die Bathöhle

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DC Comics

Titel: One Bullet Too Many

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Irv Novick

Erschienen: 1969 (Batman #217)


Ende 1969 beginnt für Batman ein neues Zeitalter: das Bronze Age. Dick Grayson wird erwachsen, er zieht aus, geht aufs College. Das nimmt der wehmütige Bruce Wayne zum Anlass, ebenfalls von vorn anzufangen, denn er fühlt sich unzeitgemäß.

„We’re in grave danger of becoming — outmoded! Obsoluete Dodos of the mod world outside!“, sagt Bruce zu Alfred. „Our best chance is to — close up shop here! (…) The Batcave is destined to join all the caves of history housing the extinct past!“

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Das Penthouse auf dem Dach der Wayne Foundation (DC Comics)

Die Bathöhle ist damit als Geheimversteck erledigt. Bruce verlässt Wayne Manor, zieht in ein schickes Penthouse auf dem Dach der Wayne Foundation. Als Batman fängt er von vorn an, macht sein Unternehmen schlanker, beseitigt all den Ballast der Vergangenheit und kehrt zurück zu seinem Ursprung, um wieder Verbrecher das Fürchten zu lehren. Daher zieht er ins Stadtzentrum, um am Puls der Zeit zu sein.

Damit streift der Charakter alles ab, was sich in 30 Jahren an unnötigem Ballast angehäuft hat, vor allem aber sein albernes Image, das mit der TV-Serie mit Adam West ins kulturelle Gedächtnis eingegangen ist. Aber die Welt hat sich weitergedreht, die Jugend wird ernster und erwartet auch von Comics, ernst genommen zu werden. Die Konkurrenz von Marvel macht es seit Jahren vor, dass es anders geht. Einen ersten Ansatz in diese Richtung gab es für Batman bereits 1964 (Detective Comics #327), jetzt geht man diesen Weg wieder konsequent weiter.

Opfer als VIPs

Indem Bruce sich auf seine Ursprünge zurückbesinnt, fokussiert er sich auf das, was ihn antreibt. Deshalb will er den Opfern von Verbrechen helfen und gründet das Victims, Inc. Program, kurz V.I.P. – die Unschuldigen rücken in den Mittelpunkt. Als erstes klärt er den Mord an Dr. Jonah Fielding auf, der mit seiner Frau eine Praxis betrieben hat. Statt als Batman bei der Witwe Susan Fielding aufzutauchen, erscheint er als Bruce Wayne. Leider stellt er sich nicht sofort vor (und die Frau gibt ihm auch keine Gelegenheit dazu), daher fängt er sich zunächst eine Backpfeife ein. Dann aber besänftigt er die Frau mit einem zinslosen Kredit.

Der Täter scheint skrupellos vorgegangen zu sein: Er kam mit einer Schusswunde in die Praxis und tötete seinen Arzt. Bruce hat nur die Kugel, die Jonah Fielding zuvor aus dem Täter herausgeholt hat. Also setzt er Susan Fielding als Köder ein, indem er in der Stadt verbreitet, sie könne den Täter identifizieren. Es funktioniert. Ein Gauner mit Knarre taucht in der Praxis auf, doch statt ihn zu fangen, fängt sich Batman eine weitere Kugel ein – sie gleicht der ersten. So kann er zusammen mit der Polizei dem Täter auf die Spur kommen.

Auch damit kehrt Batman zu seinen Wurzeln zurück: als Detektiv. Und zwar ganz ohne die dämlichen Rätsel von Superschurken lösen zu müssen.

>> Batman 1960-1969

Die Abenteuer gehen weiter – im Halbformat

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DC Comics

Titel: Batman: The Adventures Continue

Autor/Zeichner: Alan Burnett, Paul Dini/Ty Templeton

Erschienen: 2020 (Batman: The Adventures Continue #1-8), Paperback 2021 (Season One)


Seien wir ehrlich: So maßgeblich und einflussreich Batman: The Animated Series auch war, sogar auf die DC-Hauptcontinuity (siehe Mr. Freeze, Harley Quinn), die Comic-Serie dazu, Batman Adventures (später Batman & Robin Adventures, Gotham Adventures), konnte da nicht mithalten. Bis auf das Special Mad Love, das eigene Maßstäbe setzte, indem es über die kindgerechte TV-Serie hinausging, blieb der Rest bloß Begleitmaterial – bestenfalls: nett.

So war die Botschaft, dass das Universum mit einer neuen Comicserie fortgesetzt wird, zwar eine erfreuliche, aber auch eine, von der man nicht zu viel erwarten sollte. Das Resultat, das nach seinem digitalen Ersterscheinen auch als Paperback erhältlich ist, bleibt aber sogar hinter niedrigen Erwartungen zurück.

Es beginnt mit Batman gegen Lex Luthor und einen Riesenroboter, dann werden neue Charaktere aus der Mainstream-Continuity eingeführt: Deathstroke, Azrael und sogar die Wonderland Gang, die es wirklich nicht gebraucht hätte. Azrael wird als alter Kampfgefährte eingeführt, der nur spontan in eine Art Bat-Rüstung umsteigt, um vor dem Pinguin einen guten Eindruck als Verbündeter zu machen (anscheinend ist so eine Rüstung schnell gemacht). Wirklich motiviert werden die ganzen neuen alten Figuren nicht, es wirkt eher so, als wollte man möglichst viele von ihnen in den Kurzgeschichten unterbringen, doch zusammen mit Bane, Clayface, Mr. Freeze, Catwoman und Joker wirken sie überfüllt.

Jason Todd im BTAS-Universum

Die Handlung ist episodenhaft, als roter Faden dient das Auftauchen von Red Hood, der im Schatten lauert. Das ist seltsam, denn weder im Zeichentrick noch im Comic gab es jemals einen Jason Todd, der vom Joker mit einer Brechstange traktiert wurde. Das hat man dann nachträglich hinzugedichtet, wenn auch stark verändert – und am Ende auch unglaubwürdig, da in dem Universum nie von solchen dramatischen Ereignissen die Rede war.

Jason Todd ist hier zunächst Mitglied einer Jugendbande namens Wolves, die zur Initiation ihre „Cubs“ als Rotkäppchen verkleidet losschicken. Nachdem Jasons Bruder dabei umkommt, rächt sich Jason und wird später von Batman aufgenommen. Der Rest ist typisch Jason Todd (post Crisis): ein Robin, der es mit der Gewalt übertreibt, bereit ist zu töten und nicht auf Batman hört. Er wird gefeuert und nimmt es daraufhin mit dem Joker auf. Der Joker nimmt ihn gefangen, bringt ihn fast um und als Batman auftaucht und alles in die Luft fliegt, rettet er den Joker, während Jason totgeglaubt endet. Jahre später kehrt diser als Red Hood wieder, um sich am Joker zu rächen. Es kommt zum dramatischen Finale, in der Batman eine schwierige Entscheidung treffen muss.

Viele Figuren, viel Action

Bis auf diesen dramatischen Dreiteiler, der vieles sogar besser macht als A Death in the Family und sogar Under the (Red) Hood, aber dennoch unnötig bleibt, sind die Geschichten kaum der Rede wert, sie bieten bloß Action am laufenden Band, ohne einmal durchzuschnaufen und zu reflektieren. Auch die Red-Hood-Story wirkt abgehetzt.

Auch visuell macht der Comic nicht viel her. Ty Templetons Zeichnungen beschwören nicht die Nostalgie des eleganten Animated-Stils herauf, sondern wirken naiv bis infantil. Kaum ein Panel, das Eindruck macht mit einer interessanten Perspektive oder auch nur Stimmung, es gibt kaum Schatten in diesem kunterbunten Spektakel, und weil alles zunächst aufs digitale Querformat angelegt war, bestehen die Heftseiten eigentlich aus zwei halben, sodass es nicht einmal dramatische Splash Pages gibt, ganz zu schweigen mit Spielereien mit dem Layout.

The Adventures Continue ist kein Comic für die, die in den 90ern oder Nullerjahren Kinder waren und die Serie geschaut haben und heute immer noch die Qualität schätzen, es ist ein Comic für Kinder, wobei selbst dafür der Anspruch extrem heruntergeschraubt ist. Sowohl die Zeichentrickserie als auch die Comicserien waren für Kinder – aber nicht so unterfordernd wie dieser Neuaufguss.

>> Batman 2020-2021

Robin in der Todesfalle

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DC Comics

Titel: Batman Adventures – Robin, The Boy Wonder

Autor/Zeichner: Ty Templeton, Scott Peterson, Chuck Dixon/Rick Burchett, Joe Staton u.a.

Erschienen: 1998-2004 (Gotham Adventures #7, 19, 29, 42, 54; Batman Adventures #9), Paperback 2020


Batman und Robin hängen mal wieder in einem Schlamassel fest, einer Todesfalle. Aber nur die Ruhe, Batman hat schon Schlimmeres erlebt. Alligatorenwrestling mit Killer Croc, Maschinengewehrfeuer von Pinguin aus einem Flugzeug heraus, mit Jokergas aufgeblasene Clowns in einem Jokermobil, einen tödlichen Hut des verrückten Hutmachers – und Scarecrows Spukhaus fand Batman sogar ganz unterhaltsam. So kreativ …

Doch dann stellt Robin die alles entscheidende Frage, die jedem vernünftigen Leser aus der Seele sprechen dürfte: Wie kommen die Schurken zu den ganzen Todesfallen? Zuerst müssen sie das Geld heranschaffen, das klauen sie meistens, dann müssen sie die Kosten planen, die Falle bauen (lassen) und schließlich Batman hineinlocken, nur um dann wieder nach Arkham zurückgebracht zu werden. Ist das nicht ziemlich verrückt? – Klar, sagt Batman, es sind ja auch mental unausgeglichene Kriminelle. Und dann erzählt er noch ein paar Anekdoten.

Robin als Retter und Bedrohung

Diese schöne Grundsatzdebatte ist das Highlight des Robin-Sammelbandes der Gotham– und Batman Adventures. Wieder im Kleinformat für Kinder (wie schon Nightwing und Batgirl) und nur mit sechs Kurzgeschichten, nicht immer steht Robin (Tim Drake) im Mittelpunkt. In einer Story muss sich Batman allein mit einer Krimiautorin herumschlagen, in einer anderen rettet das Dynamische Duo Menschen aus brennenden Häusern, in einer dritten muss Robin einen vergifteten Batman retten und wendet sich dabei an Poison Ivy und Harley Quinn.

Das alles ist bestenfalls nett, schwächelt aber an der schwankenden Qualität der Zeichnungen. Da lobt man sich einen Veteranen wie Rick Burchett, der den Animated-Stil perfekt beherrscht: Bei einem Wiedersehen Dagger Dixon (siehe Dagger’s Tale) wird Robin zur Bedrohung, denn seinetweg fliegt beinahe Batmans Geheimidenität auf – der Pinguin wird hellhörig.

Und Tim Levins zeichnet sehr dynamisch eine weitere schräge Story: Robin ist frustriert von seiner Aufgabe und würde lieber kostümierte Schurken statt Waffennarren bekämpfen. Nightwing und Batgirl tun ihm dann den Gefallen, indem sie selbst in absurde Schurkenkostüme steigen. Doch Robin ist nicht so kindlich-naiv, wie er aussieht …

Das alles bietet keine Sensationen, ist aber als schöne Gutenachtlektüre für Junggebliebene zu empfehlen.

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Batman lernt fliegen

The Flying Batman: Detective Comics #257, Batman #120, Detective Comics #153 (DC Comics)

Wir haben uns alle daran gewöhnt, dass Batman so ist, wie er ist: ein Mann im Fledermauskostüm. Aber stimmt das? Nicht, wenn man genau hinsieht: Die kleinen spitzen Ohren erinnern mehr an Teufelshörner als an große Fledermauslauscher. Sein Kostüm hat mehr etwas von einem Strongman oder Ringer als von einer Fledermaus. Sein Cape soll an Flügel erinnern, aber fliegen kann er damit nicht. Es ist seltsam, dass ein Mann, der sich an einem fliegenden Tier orientiert, selbst nicht fliegen kann. Zumindest nicht aus eigener Kraft.

Mit Batman Beyond wurde das anders: Da fliegt der Held dank eines High-Tech-Anzugs mit Düsen in den Absätzen. Und in Filmen wie etwa Batman Begins kann Christian Bale das Cape zu einem Paraglider ausbreiten, sodass er sich zumindest vom Wind tragen lassen kann. Damit entspricht er einem seiner Ursprünge: Bob Kane hat sich bei Batman auch von einem Entwurf für ein Fluggerät von Leonardo da Vinci inspirieren lassen, daher wirkte Batmans Cape anfangs noch etwas steif. Aber meistens beschränkt sich Batmans „Flug“ darauf, sich mit einem Seil von Haus zu Haus zu schwingen. Manchmal sieht man ihn auch waghalsige Sprünge machen, die ihn zumindest für den Moment des Panels fliegen zu lassen scheinen.

 

Batgyro und Baterang
Batgyro und Baterang (Detective Comics #31, 1939)

 

Doch auch in den Comics gab es schon früh Versuche, Batman tatsächlich fliegen zu lassen. Das Batgyro von 1939 war sein erstes Fluggerät, das sogar einen Fledermauskopf hatte, bereits 1940 wurde daraus das Batplane und 1950 kam das Upgrade Batplane II (Batman #61). 1949 aber gab es erstmals einen richtigen „Flying Batman“.

Batman bekommt Fledermausflügel

In Detective Comics #153 besuchen Bruce Wayne und Dick Grayson einen Vortrag von Professor Carl Wilde. Der ist nicht nur Experte für Fledermäuse, er hat auch Fledermausflügel gebaut, mit denen Menschen fliegen können. Im Publikum sitzt auch der Gauner Slits Danton, der aus dem Knast ausgebrochen ist, um sich an Batman zu rächen. Kaum haben ihn Bruce und Dick vom Balkon aus im Saal erkannt, schlüpfen sie in ihre Kostüme und schwingen sich auf ihn zu. Da zerschießt Danton Batmans Seil, sodass dieser in die Tiefe stürzt. (Auf Batman zu zielen, wäre einfacher gewesen, aber egal.)

 

Batman fliegt als Fledermaus aus der Bathöhle. (DC Comics)

 

Nachdem der Held sich erholt hat, lässt er sich vom Professor die Flügel geben, damit ihm das nicht mehr passieren und er sich Danton schnappen kann. Doch er hätte das neue Gadget nicht in der Presse verkünden sollen, denn so kann sich der Schurke darauf einstellen: Er lässt drei Kondore auf ihn los, Batman muss sich mit ihnen in der Luft herumschlagen. Dann entführt Danton Robin und fesselt ihn in einer Scheune. Batman muss – wie eine echte Fledermaus – im Dunkeln durch ein Labyrinth aus Seilen navigieren, um Robin zu befreien, bevor eine Bombe hochgeht. Zum Glück hat er ein Ultraschallgerät am Gürtel. Wie er die Frequenzen hören kann, bzw. wann er gelernt hat, damit zu navigieren, bleibt ein Rätsel. Und erst recht muss man nicht verstehen, warum Danton nicht einfach die Bombe hochgehen lässt, als seine beiden Erzfeinde in der Scheune stecken – immerhin hatte er doch Rache geschworen …

Beim dritten Versuch geht Danton dann auch weniger subtil vor und versucht Batman mit schweren Geschützen vom Himmel zu ballern. Das gelingt auch, Batman stürzt vom Himmel – scheinbar. Denn es ist nur eine Puppe. Der echte Batman fliegt ins Bild, kreist Danton ein und wirft ihn ins Wasser. Doch dann erwacht Batman wieder im Saal beim Professor und es stellt sich heraus: Es war alles nur ein Traum! Die Flügel sind noch gar nicht betriebsbereit. Was für eine Enttäuschung, denkt sich Batman. Aber wer weiß, eines Tages vielleicht lernt er doch noch fliegen …

Flügel als Implantate

Und dieser Tag kommt fünf Jahre später tatsächlich. Wieder heißt die Story The Flying Batman (Batman #82, 1954). Ein engelgleich geflügelter Mann entführt das Dynamische Duo ins Lost Valley of the Bird-Men, einen Ort, in dem die Menschen dank des Alpha-Serums Flügel bekommen haben. Jedenfalls bis der böse Baron Gravio das Serum an sich gerissen hat, um für seine Familie ein Monopol und eine Schreckensherrschaft aufzubauen. Nun wurden Batman und Robin hergeholt, um die Bande aufzuhalten.

 

The Flying Batman (Batman #82, DC Comics)

 

Batman muss sich einer Operation unterziehen, um Fledermausflügel zu erhalten. Ohne zu zögern lässt er sich darauf ein und schwingt sich in die Schlacht. Mit Robin fängt er zwei geflügelte Gangster ein, dann schlägt er zweien die Köpfe zusammen, die versuchen, ihn mit einer Kanone vom Himmel zu schießen, und schließlich wirft er eine Rauchbombe in ein Haus. Hätte es dafür Flügel gebraucht? Oder einen Batman? Nein, nicht wirklich, aber dann gäbe es ja diese Geschichte nicht. Und zwischendrin auch keinen Batman und Robin im Riesenkäfig. Zum Schluss sind die beiden wieder in Gotham und fragen sich, ob nicht auch diese Episode nur ein Traum gewesen sei …

DC Comics

In „The 1001 Inventions of Batman“ (Batman #109, 1957) bauen Batman und Robin sich Jet-Packs mit Fledermausflügeln. Die brauchen sie, um Tauben zu fangen, die Juwelen schmuggeln. Batman verkündet, die „Human Jet-Power Units“ von nun an immer auf Patrouille zu verwenden, doch sie kommen nur in dieser Geschichte zum Einsatz – später, um ein selbstgebautes „Fliegendes Auge“ zu verfolgen. Erst viele Jahre später wird die Idee wieder aufgegriffen (siehe unten).

Die Erfindung der Whirly-Bats

In Batman’s Invincible Foe (Detective Comics #257, 1958), denkt sich Batman eine neue Flugmethode aus. Als Gotham vom zeitreisenden Dieb Karko aus der Zukunft heimgesucht wird und dieser das Batmobil mit seinem Ufo verschrottet, steigen Batman und Robin auf Whirly-Bats um, kleine Einsitz-Helikopter mit Rückenflosse. Karko folgt ihnen in einer fliegenden Blase in die Lüfte, sie wollen ihn mit einer Riesennadel pieksen, doch der Dieb verwandelt die Blase in Eisen und die Wirly-Bats zerschellen schon nach zwei Seiten.

Einige Monate später, als Batman sich die Beine bricht, steigt er wieder auf Whirly-Bats um und wird mit diesem fliegenden Rollstuhl zu The Airborne Batman (Batman #120, 1958). Diesmal hängen Vakuumschläuche daran, mit denen Batman Gauner ansaugen und durch die Luft ziehen kann.Die Whirly-Bats bleiben noch bis in die 80er im Einsatz.

 

Batman fliegt mit dem Bat-Wing – oder versucht es wenigstens. (DC Comics)

 

In derselben Ausgabe, in der Story The Curse of the Bat-Ring, unternimmt Batman beim „Batman Day“, der ihm zu Ehren veranstaltet wird, im Zirkus einen Gleitflug mit einem „Bat-Wing“, das geht aber leider schief: der Flügel bricht.

Fliegen mit Jetpack

Batman fliegt später auch mal einen Drachen oder Paraglider gegen Kite-Man. Ansonsten gibt es meist das Batplane und den Batwing aus dem Film von 1989, der auch in Batman: The Animated Series zum Einsatz kommt. Dieses Flugzeug kann auch ohne Propeller wie ein Helikopter in in der Luft stehen, damit vereint es die Eigenschaften des Bat-Gyro (nicht Gyros!).

Batman mit Jetpack

In der schönsten Flugfolge (und der frivolsten Episode überhaupt), The Ultimate Thrill, verfolgt Batman Roxy Rocket im Batwing, bis dieser in Brand gerät. Mit knapper Not schafft er es in die Bathöhle zurück, wo der Batwing aufgefangen wird von einer Reihe von Seilen. Beim zweiten Mal jagt dann Batman mit einem Jetpack hinter der Raketendame hinterher. Die Fledermausform ist nur angedeutet, Batman fliegt aber extrem schnell und agil. Am Ende, als alle Batwings nichts nützen, steigt Batman dann sogar selbst auf eine Rakete – aber das sollte man selbst gesehen haben. So schön hat man Batman wohl nie fliegen sehen …

Batman jagt Roxy Rocket.

Übrigens: Batman hat auch Leonardo Da Vinci selbst fliegen lassen. In Batman #46 (1948) reist er mit Robin ins Mailand des Jahres 1499 und hilft dem (angeblichen) Erfinder dabei, sein Fluggerät zu optimieren. Dann düst der alte Leonardo damit selbst durch die Lüfte und wird zum ersten Batman der Weltgeschichte. Im Jahr 1994 erzählte dann Doug Moench in Black Masterpiece eine Elseworlds-Story um Leonardos „Bat-Wing“, die mindestens genauso albern ist.

Batman #46 (1948)
Batman und Robin bauen Leonardos Gleitflieger. (DC Comics)

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Die Geschichte von Killer Croc und Jason Todd

DC Comics

Wie Jason Todd auf Batman traf, habe ich bereits erzählt – in Second Chances. Doch die Geschichte von 1987 lief vier Jahre zuvor, in ihrer ersten Variante, noch ganz anders ab – und war eng verknüpft mit dem ersten Auftritt von Killer Croc.

Erster Auftritt ist vielleicht zu viel gesagt, denn Croc taucht in Detectice Comics #523 (1983) zunächst als graue Eminenz auf, ein Mann mit Trenchcoat und Hut, dessen Gesicht im Schatten liegt. Er ist der Chef einer kleinen Bande von Gaunern, die Solomon Grundy dafür benutzen, Pelze zu stehlen. Dafür dass Grundy Schaufenster einwirft, bekommt er die Puppen zum spielen. Batman betrachtet Grundy trotz seines Bewusstseins nicht als Lebewesen und lockt ihn in eine Falle, in der er verbrennt. Zwar hat Batman hinterher keine Gewissensbisse, hinterfragt aber immerhin sein Tun. (Wenn ihr mich fragt, ist es kaltblütiger Mord.)

Eine Ausgabe später, in Batman #357, arbeitet Croc für einen Gangsterboss, der sich The Squid nennt und einen Riesen-Kalmar als Haustier hat, den er mit unliebsamen Menschen füttert. Squid lässt den Sloan-Zirkus um Schutzgeld erpressen (10.000 Dollar pro Tag würde jeden in den Ruin treiben). In diesem Zirkus arbeiten auch die Flying Todds mit Jason als Trapezkünstler – wie damals auch die Flying Graysons. Die Geschichte von Dick Grayson scheint sich zu wiederholen. Dick lernt die Todds kennen.

Batman kommt Squid auf die Spur, landet aber im Wassertank als Kalmar-Futter (Detective Comics #524). Nachdem er entkommt, verlässt Croc seinen Chef und nennt ihn einen Loser. Als Squid ihn daraufhin packt, fällt Croc der Hut vom Kopf und wir sehen zum ersten Mal seine schuppige Haut. Beim zweiten Kampf zwischen Batman und Squid erschießt Croc seinen ehemaligen Boss aus der Ferne. Batman jagt dann den mysteriösen Killer.

Killer Crocs Vorgeschichte

Croc macht sich weiterhin in der Unterwelt einen Namen als Dieb. Schließlich findet er in seinem geheimen Apartment Batman – und ist ganz und gar nicht erfreut. Nachdem er Batman niedergeschlagen hat, sprengt Croc alles in die Luft, weil der Eindringling seine Privatsphäre ruiniert hat. (Jeder, bei dem schon mal eingebrochen wurde, kennt sicher das Gefühl.) Bei der nächsten Konfrontation in der Kanalisation kann Croc wieder entwischen. Hier erfahren wir, dass er einst ein Zirkusfreak in Florida war, wo er mit Alligatoren gerungen hat. Noch später kommt die typische Vorgeschichte einer traurigen Jugend, die im Knast endete.

Nach dem jüngsten Kampf mit Batman denkt Croc, er habe ihn getötet. Also versammelt er Gothams Unterwelt im Reptilienhaus des Zoos und ruft sich als neuer Oberboss von Gotham aus (Batman #359). Weil aber die anderen ihn daran erinnern, es gäbe da noch Tony Falco, der zwar im Knast sitzt, aber immer noch das Sagen hat. Croc bricht ins Gefängnis ein und metzelt Falco dahin. Wieder taucht Batman auf, wieder scheitert er gegen ihn. Croc scheint übermächtig zu sein.

Alle Schurken gegen Batman

In der Zwischenzeit zieht Dick Grayson die Eltern von Jason Todd in seine Suche nach Croc hinein. Sie finden ihn, werden von ihm ermordet und den Krokodilen im Zoo zum Fraß vorgeworfen. Das geschieht in Detective Comics #526, die deshalb eine extragroße Jubiläumsausgabe ist, weil Batman hier seinen 500. Auftritt in der Serie feiert. (2020 feierte man in Detective Comics #1027 den 1000. Auftritt.) In der Story All My Enemies Against Me versammelt Croc alle bekannten und einige unbekannte Schurken, um gemeinsam endlich Batman zu erledigen.

Alle gegen einen: Detective Comics #526 (DC Comics)

Catwoman und Talia al Ghul sind nicht so begeistert von der Idee. Sie büchsen aus, um ihren Geliebten zu warnen und helfen ihm gemeinsam, die Gefahr abzuwehren. Doch einen richtigen Plan scheint die Schurkenriege nicht zu haben. Riddler, Cavalier und Scarecrow sind schnell besiegt, der Mad Hatter fällt vor einen Zug und stirbt. Ähnlich geht es später weiter: Die Schurken werden jeweils in leicht verdaulichen Kleingruppen zusammengeschlagen. Am Ende bleibt nur der Joker übrig.

Jason Todd entdeckt die Bathöhle. (DC Comics)

Dick Grayson bringt den um seine Eltern besorgten Jason nach Wayne Manor, wo dieser die Bathöhle entdeckt und sich ein alternatives Robin-Kostüm anzieht. Der noch amtierende Robin und Batgirl entdecken derweil, was Croc den Todds angetan hat – Jason ahnt nichts davon. Erst am Ende, als Batman in einer Brauerei gegen Croc kämpft, erfährt er die grauenhafte Wahrheit und kann dabei helfen, den Schurken bewusstlos zu schlagen. (Zuvor rettet er auch Catwoman und Talia, die mit Batman gefangen genommen wurden.)

Jason Todd probiert sein erstes Robin-Kostüm an. (DC Comics)

Dick Grayson gibt sich die Mitschuld am Tod der Todds und will Jason adoptieren. Bruce Wayne bietet dem Waisen Trost wie einst auch Dick.

Erst in Batman #366  wird Jason Todd erstmals offiziell, wenn auch noch nicht mit dem Segen von Batman, zu Robin. Nach dem Reboot verliert er seinen Zirkus-Bezug und wird zu einem Kleinkriminellen, der nach kurzer Zeit als Robin vom Joker getötet wird (A Death in the Family). Schließlich feiert Jason seine Wiederauferstehung als Red Hood.

Hinweis: Die Geschichte von Killer Croc und Jason Todd ist nachzulesen in Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 3 (2019).

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