Robin

Ra’s brennt für Batman

Titel: The Lazarus Affair

Autor/Zeichner: Marv Wolfman/Irv Novick

Erschienen: 1980-1981 (Batman #330-335)


Lucius Fox wird von einer Gang angegriffen, der sein eigener Sohn angehört. Bruce Waynes Sekretärin stiehlt Geschäftsdokumente. Ein Konkurrent namens Gregorian Falstaff unterbietet Wayne bei mehreren Aufträgen, um ihn in den Ruin zu treiben. Was geht hier vor? Spätestens als Talia al Ghul unangekündigt in der Bathöhle auftaucht und Batman um Unterschlupf bittet, dürfte die Sache klar sein, aber Batman stellt sich dumm und spielt das Spiel mit.

Robin ist davon nicht begeistert. Während Batman mit Talia nach Asien reist und sich mit einer Horde Mutanten prügelt, ermittelt Robin mit Catwoman auf eigene Faust. Die Teams treffen sich auf Infinity Island, wo es zum Showdown mit dem mysteriösen Strippenzieher kommt. Wie gesagt: Wer das ist, liegt auf der Hand. Aber Marv Wolfman zieht die Auflösung so künstlich in die Länge, dass es fast schon komisch ist.

(Noch absurder: Batman trägt auf der Reise nach China einen Rucksack voller Tischtennisbälle mit sich, die er beim Grenzübertritt in einen Anzug steckt und so auf dem Wasser einen treibenden Körper simuliert. Damit schlägt er die Chinesen sozusagen mit ihren eigenen Waffen.)

Natürlich – ACHTUNG: SPOILER!!! – steckt hinter all dem Ra’s al Ghul. Wieder mal ist das ganze Theater nur ein Versuch, Batman auf seine Seite zu ziehen, indem er alles an sich reißt, was Bruce Wayne besitzt. Eigenartigerweise scheint der Schurke mehr Zeit in Bekehrungsversuche zu stecken als in sein eigentliches Projekt: die Welt von der Menschheit zu befreien. Batman muss sich entscheiden, ob seine Freunde getötet werden sollen oder er zu Ra’s Verbündeten wird. Er tut so, als würde er überlaufen. Robin und Catwoman werden daraufhin zum Steineklopfen ins Bergwerk geschickt.

Das Prinzip ist das altbekannte: Talia führt Batman in die Falle, dann betrügt sie ihren Vater. Das Neue: Wir erfahren, dass Talia selbst nicht mehr so jung ist, wie es scheint, dass sie schnell nachaltert und immer wieder durch Handauflegen von ihrem Vater verjüngt wird. Im Gefecht wird sie getötet und in der Lazarusgrube wiederauferweckt. Ra’s al Ghul landet schließlich selbst darin, springt brennend wieder heraus und als er noch einmal darin landet, explodiert die ganze (vulkanische) Insel und versinkt im Meer.

Das Pikante an der Story: Selina Kyle hat kürzlich erst mit Bruce Wayne Schluss gemacht. Dass er jetzt wieder von Talia becirct wird, gefällt ihr natürlich nicht so sehr. Aber Bruce bleibt eisern: Nach den gescheiterten Romanzen der letzten Zeit ist er für Talia nicht bereit. Schließlich behält Robin recht: Talia ist nicht zu trauen und Bruce muss verrückt sein, sich immer wieder auf sie einzulassen. Aber er kann einfach nicht anders.

(Hinweis: Offiziell erstreckt sich The Lazarus Affair nur über vier Ausgaben (Batman #332-335), die Handlung beginnt allerdings schon in Ausgabe #330.)

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

Weihnachten mit Batmans Doppelgänger

DC Comics

Titel: A Parole for Christmas

Autor/Zeichner: Bill Finger/Charles Paris

Erschienen: 1948 (Batman #45)


Der Sträfling Ed Rogers darf wegen guter Führung für Weihnachten raus aus dem Knast. Er will seine Frau und seinen kleinen Bruder besuchen. Doch auf dem Weg dorthin versuchen zwei Ganoven, ihn umzubringen. Als Batman und Robin das verhindern stellen sie fest: Rogers sieht aus wie Bruce Wayne!

Sie bringen den bewusstlosen Doppelgänger in die Bathöhle und Bruce Wayne besucht als Rogers dessen Familie. Niemand schöpft Verdacht. Rogers hatte seiner Frau erzählt, dass er an einem geheimen Navy-Projekt arbeite. Doch als plötzlich die Polizei vorbeikommt, weil sie ihn für einen Überfall verdächtigt, kommt die Wahrheit raus, dass er ein Häftling ist.

Es geht zurück in den Knast. Robin bürgt für ihn, es geht wieder raus. Als Batman noch einen Anschlag vereiteln muss, lässt sich Bruce Wayne als Rogers einbuchten, um herauszufinden, wer dahintersteckt. Er muss einen Ausbruch verhindern. Dank eines zusammenfaltbaren Kostüms kann er als Batman auftreten.

Am Ende schlägt er die Gauner mit den Waffen des Festes: Ein brennender Weihnachtsbaum versperrt den Flüchtigen den Weg, eine Weihnachtskugel landet im Gesicht des Anführers. So viel Zerstörung muss sein, damit der echte Ed Rogers wieder zurück zu seiner Familie kann. Seine Bewährung wird verlängert – und auch seine Lüge ist vergeben.

>> Batman zu Weihnachten

Weihnachten mit Catwoman

Titel: A Christmas Tale

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1947 (Batman #39)


Diesmal reiten Batman und Robin auf der Katze und grüßen Santa Claus, der mit seinem Schlitten in die andere Richtung fliegt. Aber auch wenn sie in der Geschichte tatsächlich über Catwoman triumphieren (wie immer), bleibt ihr Batman sein Leben schuldig. Aber der Reihe nach.

Kurz vor Weihnachten entführt Catwoman (die hier wieder blond ist) drei Katzen. Der Grund ist nicht klar: Weder sind die Katzen besonders (einer fehlt sogar der Schwanz), noch sind ihre Besitzer reich. Aber ein Blick in die Zeitung verrät, dass Catwoman wahrscheinlich hinter den Juwelen her ist, die in einer Katzenmumie aus dem Museum stecken. So berechenbar ist es dann auch.

Catwoman benutzt die schwanzlose Katze, um ihr einen falschen Schwanz mit einem Betäubungsgas ankleben zu können, damit überwältigt sie die Wachen. Im Museum bringt Catwoman sogar Batman und Robin zu Fall, indem sie einen Säbelzahltiger auf sie stößt. Als einer ihrer Komplizen die Knarre zückt, wehrt sie ihn mit der Peitsche ab – und rettet Batman so das Leben. Sie sagt zwar, dass sie keine Mordanklage riskieren will, aber insgeheim fragt sie sich: „Why did I save him? Maybe I am soft … oh … I’m all confused!“

Um die anderen beiden Katzen zu kriegen, verkleiden sich Batman und Robin als Santa Claus und Elf und ziehen weiße Schnee-Kostüme an (die sie bereits in World’s Finest #7 getragen haben). Wieder einmal verrät eine Katze Catwoman, sie wird gefasst und die Katzen kehren zu ihren Besitzern zurück.

Am Ende wird die Schurkin wieder sentimental: Unter einem Mistelzweig will Catwoman Batman küssen, aber als er darauf nicht reagiert, macht sie ihm ein noch dreisteres Angebot: Batman soll sich ihr anschließen, zusammen könnten sie die Unterwelt beherrschen und „king and queen of crime“ sein. Batman bleibt hart, Catwoman will ihm daraufhin die Augen auskratzen – ach ja, das Fest der Liebe …

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Batman aus dem Computer

DC Comics

Titel: Digital Justice (dt. Im Netz des Jokers)

Autor/Zeichner: Pepe Moreno

Erschienen: 1990 (One-Shot), dt. Carlsen 1991


Als es das Internet gerade losging und Pixar mit den ersten computeranimierten Filmen begann, kamen auch die ersten digital gezeichneten Comics auf den Markt. Darunter auch Batman: Digital Justice. „Computer generated“ steht auf dem Cover und im Vorwort wird das Buch als Zeichen für den technischen Fortschritt gewertet. Zugleich heißt es darin auch, dass „state of the art“ heutzutage schnell veraltet sei. Das gilt vor allem für dieses Comic-Experiment.

Digital Justice mag für 1990 Avantgarde gewesen sein, aber es reicht nur ein Blick auf die Seiten, um zu verstehen, warum es bei einem Batman-Comic dieser Art geblieben ist. Aus heutiger Sicht sind die Bilder lächerlich primitiv: Häuser, Autos und Gegenstände wirken billig wie in den ersten Computerspielen, allein die Gesichter wirken halbwegs glaubhaft, allerdings auch maskenhaft steif, und überall sieht man ausgefranste Pixel-Kanten.

Das alles mag gut gemeint sein, aber es ist leider furchtbar schlecht gemacht. Das Bisschen Story, was sich der Künstler Pepe Moreno dazu überlegt hat, geht in der toten Atmosphäre der Grafik unter: Im digitalisierten Gotham der Zukunft (Megatropolis) herrscht ein böser Virus über die Menschen – der Joker. Fliegende Polizeiroboter laufen Amok, schießen immer wieder grundlos Menschen tot. Der Polizist Jim Gordon, Enkel des ehemaligen Commissioners, geht der Sache nach. Aber als er als Polizist scheitert, lässt er sich von einer Statue dazu inspieren, zum neuen Batman zu werden.

Die Hälfte der rund 100 Seiten muss man darauf warten. Dann geht alles recht flott: Er bekommt einen Robin, kommt in die alte Bathöhle, erfährt, dass der alte Batman noch als Programm weiterexistiert, während Alfred ein Roboter ist. Zusammen besiegen sie den digitalen Joker in einem digitalen Krieg, der so abstrakt ist, dass nicht annähernd nachvollziehbar, geschweige denn spannend ist, was da eigentlich passiert.

DC Comics

Das Aussehen des Joker ist auf das Wesentliche reduziert, sein Gesicht aus einigen simplen geometrischen Formen zusammengesetzt. Warum, sieht man beim Gesicht des digitalen Batman: Das soll zwar realistischer sein, ist aber so unbeholfen gezeichnet, dass man sich fragt, wie man jemals so eine Grafik bei DC hat durchgehen lassen.

Nein, es ist nicht einmal aus nostalgischer Sicht dem Comic etwas abzugewinnen. Es wirkt alles so leblos wie eben von einer toten Maschine erdacht und gemacht. Bestimmt war das damals „state of the art“, aber man wird den Eindruck nicht los, dass dieses Buch mehr sein will, als es sein kann. Als DC 17 Jahre später das Experiment mit dem Digitalen erneut wagte (The Clown at Midnight, Batman #663, 2007), sah das Resultat nicht wirklich überzeugender aus – auch wenn die Technik deutlich weiter war. Es zeigt sich: Computergenerierte Comics werden noch lange Science Fiction bleiben. Das ist auch völlig okay so, denn Papier und Bleistift reichen völlig aus. Auch wenn mittlerweile viel am Rechner passiert, braucht es immer noch den „Human Touch“.

>> Batman 1990-1999

Batmans Angstgegner

Scarecrow, Version 1

Warum nicht einfach „Vogelscheuche“? Das war dem deutschen Übersetzer wohl nicht furchteinflößend genug, als er den Namen „Scarecrow“ übertrug. Daher wurde „Panikmacher“ draus, zumindest in den ersten Folgen. Der Name ist reißerisch, wirkt aber bemüht – und wird aber der Sache nicht ganz gerecht. Denn Panik ist etwas anderes als Angst.

Nothing to Fear

Scarecrow bekommt in Batman: The Animated Series vier ganze Folgen gewidmet. Anders als bei Two-Face, Clayface und Ra’s al Ghul hat er keine Doppelfolge, in der sein Werdegang ausführlich geschildert wird. Gleich in der dritten Episode (Nothing to Fear, dt. Kein Grund zur Panik, S01E03) der ersten Staffel hat Scarecrow seinen ersten Auftritt. Er ist ein Außenseiter, der sich mit Angstgas-Angriffen an der Universität rächen will, ausgestoßen worden zu sein. Seine Vorgeschichte, die in einer kurzen Rückblende erzählt wird, entspricht größtenteils der Comicvorlage: Jonathan Crane ist schon als Kind besessen davon gewesen, anderen Angst einzujagen und hat als Psychologie-Professor seine Experimente an der Uni übertrieben, als er Menschen zum Beispiel mit Ratten einsperrte.

Wie Scarecrow Batman sieht.

Ein interessanter Charakter ist Crane dadurch nicht. Eher ein typischer Irrer, der lauthals lacht, wenn er Rache nimmt. Etwas einfallslos und unmotiviert. Interessant aber ist Batmans Reaktion auf das Angstgas. Ihm erscheint sein Vater, Thomas Wayne, der den Sohn eine Enttäuschung nennt. Obwohl hier Gelegenheit gewesen wäre, Batmans Kindheitstrauma erstmals nachzuerzählen, wird es nur angedeutet.

Thomas Wayne als Albtraum

In einer dramatischen Szene auf einem Luftschiff befreit sich Batman von seiner größten Angst – der Versagensangst – und sagt den legendären Satz: „I am vengeance. I am the night. I am Batman!“ Auf Deutsch klingt das allerdings nur halb so cool …

Scarecrow, Version 2

Batman ist in der ersten Scarecrow-Folge allein unterwegs. In Fear of Victory (dt. Nur ein Narr kennt keine Furcht, S01E24) ist allerdings Robin dabei – und diesmal ist er es, der sich seinen Ängsten stellen muss. Wieder schlägt Scarecrow an der Uni zu, diesmal aber bei den Sportlern. Es handelt sich nicht um einen weiteren Racheversuch, sondern um schnödes Gewinnstreben. Crane braucht Geld für seine Experimente, also wettet er auf Sport-Ereignisse, die er mittels Angstgas beeinflusst. Diese Motivation ist seltsam angesichts der Tatsache, dass er noch in der ersten Folge einen Haufen Geld abgefackelt hat. Offenbar ist ihm der Idealismus abhanden gekommen.

Dick Graysons Mitbewohner ist von dem Gas betroffen, dann auch Dick selbst. Das Finale findet in einem Stadion statt. Scarecrow will ein Fläschchen mit seiner Substanz auf das Publikum fallen lassen, um Batman mit einer Panik abzulenken. Doch dazu kommt es nicht, weil Robin seine Ängste überwindet.

Batman mit Zwangsjacke in Arkham

Beim dritten Mal denkt Scarecrow wieder im größeren Maßstab. In Dreams in Darkness (dt. Das Experiment mit der Angst, S01E28) will er Gothams Trinkwasser mit dem Angst-Serum kontaminieren, um eine Massenpanik auszulösen. Doch die Folge beginnt nicht mit dem Schurken, sondern mit Batman – als Patienten in Arkham. Batman trägt eine Zwangsjacke und wird für verrückt gehalten. In Rückblenden rekapituliert er, wie es dazu kommen konnte. Die Episode bedient sich bei der Comic-Story The Last Arkham.

Thomas und Martha Wayne

Dabei wird Batman wieder mit seiner Vergangenheit konfrontiert: Wir sehen Bruce Waynes Eltern in eine dunkle Gasse gehen. Batman will sie davon abhalten, aber es gelingt nicht, sie verschwinden. Dann wird aus der Gasse ein Pistolenlauf und der feuert ihm entgegen. Eine starke Szene. Am Ende gibt es einen weiteren Höhepunkt, wenn Batman seinen schlimmsten Feinde halluziniert. Schließlich aber fällt Scarecrow wieder seinem eigenen Gas zum Opfer und landet somit selbst in Arkham.

Scarecrow, Version 3

Nachdem es in Staffel zwei keine Scarecrow-Folge gibt, kehrt er in der dritten wieder auf (The New Batman Adventures). Der Schurke sieht hier nun ganz anders aus: deutlich düsterer. Sein Gesicht liegt im Schatten, er trägt einen flachen Hut und einen langen Mantel, um seinen Hals ist eine Schlinge eines Galgens gewickelt. Es ist nicht die erste Verwandlung, die er in der Serie durchmacht. Bereits in der zweiten Folge wurde er umdesignt: mit Haaren, schiefen Zähnen und stechenden Augen, die aus dunklen Löchern starren. Scarecrow ist aber in der dritten Staffel so düster, dass er selbst erwachsenen Zuschauern Angst einjagen kann – ein Wagnis für eine Kinderserie.

In Never Fear (dt. Keine Angst, Episode 6) geht Scarecrow (der endlich „Vogelscheuche“ genannt wird) auch andere Wege: Statt Menschen in Angst zu versetzen, hat er ein Gas entwickelt, das ihnen die Angst nimmt. Ganz normale Leute schwingen sich plötzlich wie Wahnsinnige durch Gothams Straßenschluchten oder begehren gegen ihre Arbeitgeber auf.

Besonders kritisch wird es, als Batman selbst dem Gas ausgesetzt wird. Zwar behauptet er, sich im Griff zu haben, aber Robins Eindruck ist ein anderer: Batman fliegt nicht nur tollkühn, sondern schreckt auch vor Mord nicht mehr zurück. Als er einen Gangster mit der üblichen Kopfüber-Methode ausquetscht, schneidet er das Seil los und lässt ihn von einem Hochhaus fallen. Erst Robin muss ihn auffangen. Auch wenn der Gangster überlebt: Vom Vorsatz her hat Batman Mord begangen. Robin begehrt gegen seinen Meister auf: Er fesselt Batman, nimmt ihm den Gürtel ab und macht sich allein auf, Scarecrow aufzuhalten. Doch als beide Absichten scheitern, muss Batman wieder eingreifen.

Scarecrow in Over the Edge

Die Folge ist zwar keine besonders spektakuläre und der Schurke ist selten zu sehen, dafür aber darf er später noch einmal auftrumpfen, mit seinem letzten und zwar kleinen, aber ganz besonderen Auftritt. In Over the Edge ist er für Barbara Gordons Alptraum verantwortlich, der sich durch die gesamte Episode zieht. Batgirl stirbt, Gordon macht Batman dafür verantwortlich und jagt ihn. Scarecrow ist hier nur eine Randerscheinung, aber sein Gas bewirkt die schlimmste seiner Visionen.

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Batgirls Feuertaufe

DC Comics

Titel: Batgirl – Year One (dt. Batgirl: Das erste Jahr)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Scott Beatty/Marcos Martin

Erschienen: 2003 (Mini-Serie #1-9) Paperback 2003/2013 (Batgirl/Robin Year One); dt. Panini 2004, Eaglemoss 2015


36 Jahre nach dem ersten Auftritt von Barbara Gordon als Batgirl gab es sie nicht mehr. Nach dem Angriff des Joker war sie nur noch als Orakel aktiv – vom Rollstuhl aus versorgte sie Batman und andere Helden mit Informationen. Weil damit eigentlich eine beliebte Figur verschwendet wurde, erzählte man ihre Entstehungsgeschichte noch einmal und zwar ausführlich.

Das Team von Robin: Year One verwendet dabei Elemente aus den frühesten Storys aus dem Jahr 1967. Wieder näht sich Batgirl ihr Kostüm zu einem Maskenball der Polizei und trifft auf Killer Moth. Allerdings wird sie nicht auf dem Weg dorthin aufgehalten, sondern kommt dort an und muss feststellen, dass nicht Bruce Wayne, sondern ihr Vater James Gordon entführt werden soll.

Barbara Gordon wird zur Heldin wider Willen – und findet Gefallen daran. Batman ist natürlich gar nicht begeistert. Trotzdem führt er sie (mit Augenbinde) in die Bathöhle (ebenfalls schon in den 60ern vorgekommen) und lässt ihr über Robin trotzdem einige Gadgets und ein Motorrad geben. Allerdings nur, damit sie endlich zur Vernunft kommt und das Ganze wieder sein lässt. Das ist eine seltsame Methode, denn man kann sich leicht denken, dass eine professionelle Ausrüstung erst recht die Lust bei ihr weckt, als Vigilantin weiterzumachen.

DC Comics

Wir sehen Barbara bei den ersten Gehversuchen als Superheldin zu. Und was bei Batman und Robin funktioniert hat, bewährt sich auch hier. Barbaras Fehler und Naivität lassen sie menschlich und sympathisch erscheinen. Ihr Charakter erinnert an die Darstellung aus Batman: The Animated Series. Die Story mit Killer Moth bildet den roten Faden der Handlung. Er erpresst hier keine Reichen, sondern bietet Gangstern Schutz vor Batman an. Dabei verbündet er sich mit dem Pyromanen Firefly, einer abgründig-fiesen Figur. Batgirl sucht Hilfe bei Black Canary.

Einen großen Anteil daran, dass der Comic funktioniert, ist Marcos Martin (The Private Eye, Barrier) zu verdanken. Er hat einen dynamischen und klaren Stil, bei dem kein Strich zu viel ist. Zuweilen erinnert er an den Animated-Style, wie er in den Comics adaptiert wurde. Starker Ausdruck und ungewöhnliche Perspektiven, dazu knallige Farben machen Batgirl: Year One zu einem Fest fürs Auge. Aber auch sonst ist der Band jedem zu empfehlen, der kein Batgirl-Fan ist. (Allerdings nur im Original, die deutsche Übersetzung ist zum Teil furchtbar.)

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Pinguins spektakuläre Rückkehr – in den Knast

Batman #155

DC Comics

Titel: The Return of the Penguin

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #155)


Sieben Jahre war der Pinguin von der Bildfläche verschwunden – wie Catwoman und Two-Face endete seine Karriere mit dem Golden Age. Als er wieder auftaucht, erfährt man, dass er sich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Aber als er hörte, dass er in der Unterwelt nur als Eintagsfliege bekannt ist, beschloss er, seinen Ruf wiederherzustellen und zu beweisen, dass Batman der Versager ist.

Zunächst lockt er Batman und Robin mit einem chinesischen Bat-Signal nach Chinatown, wo er eine Drachenstatue Feuer speien lässt, dann jagt er ein paar Adler auf sie und entkommt auf einem Strauß. Doch das ist nur das Vorspiel; danach fährt er schwerere Geschütze auf: Ein Pinguin-Luftschiff und mechanische Riesenvögel. Der Pinguin trickst Batman aus, indem er ein Ballon-Double von sich schweben lässt. Bruce Wayne und andere Freunde von in Gotham bekommen Pinguine geschickt und am Ende springt der Pinguin aus einem riesigen Kuchen, begleitet von einem Schwarm Krähen.

Der Pinguin versucht, wertvolle Vogelbilder zu stehlen, aber am Ende trickst ihn Robin mit einem Batman-Cape an einem Kleiderhaken aus, jagt ihm Angst ein, treibt ihn in die Enge. Pinguins Rückkehr endet leider sehr schnell wieder im Knast …

>> Liste der Pinguin-Comics

Der Batchelor von Gotham

DC Comics

Titel: Batmans Marriage Trap

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Irv Novick

Erschienen: 1969 (Batman #214)


„You can lead a batchelor to the altar–but you can’t make him say I do!“ (Batman)

Bei einem Schönheitswettbewerb ist Batman der Hauptgewinn. Während er mit der Schönheitskönigin tanzt, nutzt eine Bande Ganoven die Gunst der Stunde, um Gotham zu plündern. Doch das ist nur der Anfang. Ihr Anführer hat eine Idee: Er will Batman in die Ehe bringen, damit der Held zuhause bleibt und das Verbrechen seine Ruhe hat. Dazu lässt er seine schöne Komplizin Cleo eine Kampagne starten, um für Batmans Vermählung zu werben. Das Argument: Weil Batman der begehrteste Junggesselle Gothams ist, haben es die anderen Männer schwer, eine Frau zu finden.

Obwohl das Problem noch nie zuvor zur Sprache kam und auch niemand weiß, ob Batman nicht doch eine Frau hat, ist die Kampagne ein Erfolg: Schon bald protestiert auf der Straße ein Mob wütender Furien, die alle Mrs. Batman werden wollen. Selbst Batgirl schließt sich dem Haufen an (aber nur, um zu ermitteln). Cleo spielt die Retterin in der Not, um Batman für sich zu gewinnen.

Aber als Batman schließlich in eine Falle der Gauner gerät, um ermordet zu werden, schlägt sich Cleo wirklich auf seine Seite und gesteht ihm ihre Liebe. Und auch Batman gibt zu, dass er sich Hoffnungen gemacht habe, mit ihr eine gemeinsame Zukunft zu haben. Daraus wird leider nichts. Batman bleibt Batchelor.

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Die eigenwillige Katze

Titel: Catch as Catscan/The Last Laugh

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Alan Davis

Erschienen: 1986-1987 (Detective Comics #569-570), Hardcover 2013/2018 (Legends of the Dark Knight: Alan Davis/Batman: The Dark Knight Detective Vol. 1)


Eine Katze lässt sich nicht dressieren. Der Joker versucht es trotzdem. Zunächst versucht eine Bande von Typen in gelben Katzenkostümen einen Helm zu stehlen, mit dem man Gedanken manipulieren kann. Batman und Robin vereiteln den Diebstahl, Catwoman hilft ihnen dabei. Denn Catwoman will Batman davon überzeugen, dass sie ihre Laufbahn als Verbrecherin hinter sich gelassen hat. Batman ist skeptisch, sie will das lieber bei sich zuhause ausdiskutieren.

Als ein gelangweilter Joker sieht, dass seine Feinde jetzt zu dritt sind, führt er das Dynamische Trio in eine Falle, nimmt Catwoman gefangen und versucht, sie wieder zum Verbrechen zu bekehren. Sie schlägt sich zunächst auf seine Seite, es kommt zu einem Kampf gegen Batman auf dem Jokermobil, aber als sie töten soll, ist Schluss mit lustig.

Für den Leser ist die Story aber ein großer Spaß – wenn er ein Fan des Golden Age sein sollte. Denn obwohl die Geschichte nach dem großen Reboot des DC-Universums erschienen ist (Stichwort: Crisis), ist sie doch nichts als eine Reminiszenz an die gute alte Zeit. Batman und Robin machen ihre Kalauer, der Joker ist ein Chaot und Catwoman sieht mit ihrem Kleid aus wie aus der Zeit gefallen. Alan Davis (The Nail) inszeniert das Ganze mit seinen feinen Strichen und einem eleganten Schwung, alles strotzt nur so vor Dynamik und Ausdruck.

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Mit dem Gesetz nix am Hut

Jervis Tetch alias Mad Hatter

Titel: The Thirteenth Hat/Batman Stands Pat (dt. Der 13. Hut)

Drehbuch: Charles Hoffman

Erschienen: 1966 (Batman S01E13-14)


„Fighting crime deserves no gratitude.“ (Batman)

„Clues are always helpful.“ (Robin)

Kaum ist der verrückte Hutmacher auf Bewährung aus dem Knast, klaut er Menschen die Hüte vom Kopf, hypnotisiert ihre Träger mit Strahlen, die aus seinem Zylinder kommen und entführt sie. Insgesamt kommen so zwölf Entführungsopfer zusammen. Was kommt in Zwölfen?, fragen sich Batman und Robin. Da sie beim Brainstorming nicht weiterkommen, muss der Bat-Computer helfen, erst er spuckt das Offensichtliche aus: zwölf Geschworene! Jawohl, Jervis Tetch stellt eine Jury zusammen, nämlich die, die ihn verurteilt hat. Als Lösegeld will er eine Sammlung von Präsidenten-Hüten erpressen.

Mad Hatters Geschworene

Der Mad Hatter trägt hier wie im Comic rote Haare, schwarze Augenbrauen und einen großen braunen Schnurrbart. In seinem Geheimversteck hat er ein Fließband zur Hutherstellung aufgebaut, das so beschriftet ist wie die Geräte in der Bathöhle, nur dass es weitaus tödlicher ist. Hier soll der sinistre Racheplan an Batman seine Vollendung finden: Weil Batman einst gegen ihn ausgesagt hat, will er sich an ihm rächen, indem er seine Kutte stiehlt und ihn zu einem Hut verarbeitet.

Mad Hatters mörderische Hutfabrik

Während Commissioner Gordon bereut, dass es so etwas wie Bewährung gibt, hofft Batman weiterhin auf Resozialisierung. Der verschlungene Pfad des Verbrechens führt Batman zum Bildhauer Octave Marbot. Batman hat ihm Modell gesessen für eine Statue. Sie soll im Gefängnis ausgestellt werden, um die Häftlinge zur Resozialisierung zu inspirieren. Das ist in etwa so, als wollte man einen Stier mit einem roten Tuch zähmen. Robin hält das aber für eine großartige Idee.

Mad Hatter als Bildhauer

Der Mad Hatter legt Marbot lahm und gibt sich als selbst als der Künstler aus. Er tarnt sich etwa so gut wie Clark Kent, mit Brille, schwarzem Ziegenbart und Baskenmütze. Als Batman eintrifft, bittet er ihn, für die Statue seine Maske abzulegen. Batman durchschaut das falsche Spiel, aber nach einer Prügelei, bei der das halbe Atelier verwüstet wird, gerät er in eine Todesfalle: schnell trocknender Gips. Wie kommt Batman raus? Ganz einfach: Er hält die Luft an, bis er freigemeißelt wird. Und Robin so: „Holy frogman!“

Gimmick der Folge: Die Anti-Diebstahl-Vorrichtung im Batmobil ist nichts als eine Tafel, die einen Knopf falsch beschriftet. Wenn die Gauner ihn drücken, geht ein Feuerwerk los.

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