Joker

The Killing Joke: Seiten 10-11 – Batman in der Batcave

Im Zeichen des Jokers: Batman in der Bathöhle. (DC Comics)

Zwei Seiten zeigen Batman in der Bathöhle. Zunächst fällt auf, dass der Aufbau von Seite 10 dem von Seite 6 gleicht: Die aufgeräumte Bathöhle dient auf den ersten Blick als Gegenstück zu Jokers verfallenem Rummelplatz, gleichzeitig haben die Stalaktiken und Fledermäuse sowie Schatten einen eigenen morbiden Charme.

Wir sehen die typischen Attribute: den Riesen-T-Rex bis hin zum Riesenpenny, auch ein Whirly-Bat, ein Pinguin mit Zylinder und Batarangs sind zu sehen. Nur die riesige Joker-Karte fehlt. Dafür gibt es eine andere, nämlich die, die Batman aus Arkham mitgebracht hat. Durch die Nahaufnahme im ersten Panel wirkt sie umso prominenter – riesig zumindest für die Leser. (Die große Joker-Karte taucht bereits sehr früh, nämlich zum ersten Mal 1945 auf, 1948 erstmals in der Batcave als Trophäe.)

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The Killing Joke: Seiten 6-9 – Rummelplatz/Erste Rückblende

Joker auf dem Rummelplatz (alte und neuer Kolorierung). (DC Comics)

Ortswechsel. Der Joker auf dem Rummelplatz. Wie bei Batman sehen wir auch ihn erst nach und nach, Stück für Stück, wenn auch deutlich eher. Das erste Panel zeigt nur seine Hand im Handschuh an einem Gehstock, im Hintergrund der Makler und die Stadt. Im zweiten Panel sehen wir den verlassenen Vergnügungspark mit den Fahrgeschäften: Riesenrad und ein Helter Skelter, eine spiralförmige Rutschbahn, der Paul McCartney später in einem Beatles-Song verewigte, was wiederum durch Charles Manson traurige Berühmtheit erlangte. (Das Wort „Helter“ erscheint auch auf dem Cover von Watchmen #3, da von der Aufschrift „Shelter“ das S verdeckt ist.)

Wir sehen den Joker nur von hinten, bevor er erst im dritten Panel sich umdreht und sich nicht nur dem Makler, sondern auch uns zuwendet: Zum ersten Mal erscheint sein wahres Gesicht und zwar in Übergröße, sodass es die Panelgrenzen überragt und der Joker sich sogar bis an den Seitenrand erstreckt.

Das strenge Neunerraster der ersten Seiten ist damit völlig aufgebrochen und wird erst wieder auf der letzten Seite wiederkehren.

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The Killing Joke: Seiten 1-5 – Batman in Arkham

The Killing Joke, Seite 1: Schwarzweiß, alte und neue Kolorierung. (DC Comics)

The Killing Joke beginnt mit einer Ankunft. Batman kommt in der Nervenheilanstalt Arkham Asylum an und trifft den (falschen) Joker. So geht es auch uns: Wir kommen mit ihm an. Doch wir sind schon etwas vor ihm da, wir warten bereits auf ihn – wie Commissioner James Gordon und der Polizist, der am Eingang bei ihm steht.

Die Seite ist eingeteilt in ein klassisches Neuner-Raster. Das haben auch Will Eisner in The Spirit (vor allem am Anfang) und Steve Ditko (Spider-Man, Doctor Strange) oft benutzt. Moore verwendete es ebenfalls in Watchmen, wo es ähnlich mit einem kreisförmigen Detail auf der Straße beginnt und dann allmählich hinauszoomt (der Smiley-Button des Comedian). Hier spiegelt die strenge Gitterstruktur die Gitterstäbe in und um Arkham. Gleichzeitig stehen die drei Dreierreihen für die drei Männer, um die es hier geht: Batman, Joker, Gordon. Die symmetrische Ordnung steht allerdings im Widerspruch zum weiteren Verlauf der Geschichte. Der Joker bricht sie auf.

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The Killing Joke: Das Cover

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Ikonisches Cover, oft zitiert: The Killing Joke. (DC Comics)

Bereits Brian Bollands Cover zu The Killing Joke erzählt eine Geschichte: Es zeigt eine Nahaufnahme des grinsenden Joker, jedoch halb verdeckt von einer Kamera, die er sich vors Gesicht hält. Der Joker sagt „Smile!“ Die Lichtreflexionen auf der Linse zeichnen ebenfalls ein schiefes Lächeln, ähnlich dem Smiley aus Watchmen. Es entsteht eine ungewohnte Nähe. Wir sehen jede Falte, jedes Haar, jeden Zahn. Der Joker rückt uns geradezu auf die Pelle. Da der Joker nach vorne schaut, spricht er direkt den Betrachter an – und er fotografiert damit auch uns.

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Nahaufnahme: Joker auf dem Cover zu „The Killing Joke“. (DC Comics)

Der Joker hat zwar einen Hut aufgesetzt, aber er erscheint hier in einen violetten Trenchcoat, den passenden Handschuhen und einer grünen Schleife um den Hals. Damit entspricht er dem klassischen Design, besonders erinnert der Aufzug an The Laughing Fish von Steve Englehart und Marshall Rogers (1978).  Zudem kann man eine winzige Joker-Karte auf einem (Manschetten?)Knopf erkennen. Die Karte deutet zurück auf den Namensgeber, auf die Fabrik, in der der Joker entsteht. Außerdem hat auch Batman eine solche Karte in der Batcave.

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The Killing Joke: Eine Einführung

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DC Comics

The Killing Joke (dt. Lächeln bitte/Ein tödlicher Witz), erschienen 1988, gilt als einer der wichtigsten modernen Batman- und Joker-Comics. Alan Moore und Brian Bolland erzählen darin zum einen die Entstehungsgeschichte des Jokers aus The Man Behind the Red Hood (Detective Comics #168, 1951) nach und reichern sie mit einigen persönlichen Tragödien an: Der Joker schießt Barbara Gordon an und versucht, ihren Vater, Commissioner James Gordon in den Wahnsinn zu treiben. Seine These: Ein schlechter Tag kann einen ganzen Menschen ruinieren, wie auch bei ihm. Schließlich behandelt der Comic das grundsätzliche Verhältnis zwischen Batman und seinem Erzschurken.

The Killing Joke ist neben Frank Millers The Dark Knight Returns und Batman: Year One sowie Grant Morrisons Arkham Asylum einer der prägendsten Batman-Comics aus den 80er-Jahren. Die Nachwirkungen kann man bereits in Tim Burtons erstem Batman-Film von 1989 sehen, in der Entwicklung der Figur Barbara Gordon von Batgirl zu Oracle, aber auch in modernen Weitererzählungen wie Three Jokers. Dieses Werk wird geradezu totzitiert.

Der 46-seitige Comic ist eine der ersten „Graphic Novels“, also alleinstehenden, an Erwachsene gerichteten Batman-Comics. Anders als The Dark Knight Returns oder Year One ist es nicht zuvor als Serie erschienen. Es geht weiter in der drastischen Darstellung von Gewalt, aber auch in die Tiefe der Charaktere, vor allem des Jokers. Außerdem ist es eine von wenigen Batman-Storys von Alan Moore und eines der wenigen Hefte, die Brian Bolland selbst gezeichnet hat (danach war er meist als Cover-Zeichner tätig).

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Das Vorbild für den Joker: „The Man Who Laughs“

DC Comics/Universal Pictures

Der Joker mag als Figur eine rätselhafte Gestalt mit unbekannten Ursprüngen sein, doch aus dem Nichts kommt sie nicht. Jerry Robinson hat ihn sich wahrscheinlich ausgedacht und sich von einer Spielkarte inspirieren lassen, Bob Kane hingegen behauptet, der Film The Man Who Laughs (1928, dt. Der Mann, der lacht) habe ihn inspiriert. Robinson sagt aber, weder er noch Kane hätten den Film damals gekannt, erst hinterher habe Bill Finger ihnen ein Foto des deutschen Schauspielers Conrad Veidt in der Rolle der dauergrinsende Hauptfigur Gwynplaine gezeigt.

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Victor Hugo (bzw. dt. „Der lachende Mann“, 1869) spielt im Jahr 1690. Ein Edelmann namens Clancharlie beleidigt König James II. und wird zum Tode durch die Eiserne Jungfrau verurteilt. Außerdem lässt der König den Mund des Kindes Gwynplaine zu einem Grinsen umoperieren, um dadurch ein Leben lang den toten Vater zu verspotten.

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Hush Returns (Teil 4): Payback

DC Comics

Titel: Payback

Autor/Zeichner: A.J. Liebermann/Diego Olmos

Erschienen: 2006 (Gotham Knights #73-74)


Die Geschichte von Hush und Joker begann einst damit, dass der Joker Tommy Elliot scheinbar erschoss (siehe Hush). Dann kam es zu einer Revanche der beiden in Pushback (Gotham Knights #50-55), womit die Hush-Returns-Saga begann. Dann gab es (nach War Games) Intermezzi mit Poison Ivy und Clayface mit lauter Verwicklungen, bei denen Hush immer irgendwie mitgemischt hat, aber ohne dass es zum Charakter beigetragen oder die Handlung aufgebaut hat. Nun also das Finale: Hush bekommt seine Revanche gegen Joker.

Es beginnt mit einer Mordserie: Drei Menschen, die nichts miteinander zu tun haben, sterben durch ihre Herzschrittmacher. Alle Geräte stammen von Waynetech. Batman hat sofort Hush im Verdacht (weil dieser Arzt ist) und vermöbelt ihn aufs Geratwohl. Hush aber bestreitet die Schuld.

Joker trainiert Tauben

Der wahre Mörder ist der Joker, der in seiner Freizeit gelernt hat, Tauben zu trainieren und aus irgendeinem Grund Herzschrittmacher beeinflussen. Was das soll? Reine Willkür. Hush hat jedenfalls die Schnauze voll von dem Clown und will ihn erledigen, da erklärt ihm der Joker, dass er Hush auch einen Schrittmacher verpasst hat, ihn aber noch nicht töten wolle, denn: „I’ll kill you when I want to kill you.“ Tut er aber nicht, denn das wäre ja zu einfach und die Geschichte wäre zu schnell vorbei.

Schnell vorbei geht sie trotzdem. Die Ereignisse überschlagen sich zum Schluss: Hush bittet Bruce darum, den Schrittmacher zu entfernen. Bruce willigt ein, wenn sich Hush in Arkham einweisen lässt. Nach der OP (die ein kundiger Arzt durchführt) haut Hush aber ab und will sich am Joker rächen, Batman fängt ihn vorher ab und dann kommt der obligatorische Disput über Töten und nicht Töten, was das kleinere Übel ist und ob Batman Schuld an den Opfern trägt usw. Man kennt das ja, tausendmal gehört, tausendmal ist nichts passiert.

Offenes Ende

Dann lässt Batman schließlich Hush gehen und deutet an, er habe den Schrittmacher dringelassen. Der Joker taucht aus dem Nichts auf und es endet offen, ob Batman Hush dem Joker überlässt. „What do I do now?“, fragt sich Batman, doch wir werden es nie erfahren. Die Frage ist eher: Warum all dieses unnötige Spielchen? Warum nimmt Batman den Schurken nicht einfach fest, wenn er die Chance dazu hat?

Nach einer Storyline, die sich mehr oder weniger über 20 Ausgaben zog und das gesamte letzte Drittel der Serie Gotham Knights bestimmte, wird hier ein Finale in zwei Heften durchgepeitscht, das weder Spannung aufbaut, noch einen tieferen Sinn hat, noch ein befriedigendes Ende. Offenbar wollte die eingestellte Serie irgendwie zum Abschluss bringen. Vielleicht hätte man in #72 nicht ein Heft mit der Frage vertrödeln sollen, ob Thomas Wayne fremdgegangen ist. Aber auch zuvor hatte sich nicht angedeutet, dass es je einen großer Masterplan gegeben hätte.

Wie es mit Tommy Elliot weitergeht, erfährt man in Heart of Hush.

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Hush Returns (Teil 1): Pushback

DC Comics

Titel: Pushback (Hush Returns)

Autor/Zeichner: A.J. Lieberman/Al Barrionuevo

Erschienen: 2004 (Gotham Knights #50-55), Paperback 2006 (Hush Returns)


„God, it’s good to be back.“ (Hush)

Batman Hush (2003) von Jeph Loeb und Jim Lee gilt als eine der besten Storylines dieses Jahrhunderts, auch wenn Loeb darin nur das Erfolgsrezept aus The Long Halloween und Dark Victory aufwärmt, in einer Detektivstory alle möglichen Schurken aufzuführen. Doch in Hush kommt noch eine Verschwörung gegen Batman hinzu. Bruce Waynes Jugendfreund Thomas Elliot will als Hush (mit bandagiertem Gesicht) Rache nehmen – mit einem ausgefeilten, superkomplizierten Plan. Damit wurde ein neuer Trend für Batman-Storys begründet.

Riddlers Deal mit dem Joker

Bereits ein Jahr später wurde die Geschichte zum ersten Mal fortgesetzt. Nach altem Brauch bahnt sich Hushs Rückkehr langsam an, wie es sich für einen dramatischen Schurkenauftritt gehört. Batman eine Frau, die Vesper Fairchild ähnlich sieht, vor einem Laster. Dann lässt Hush Edward Nygma (Riddler) im Knast mitteilen, dass er nur noch drei Tage zu leben hat. Der Riddler bittet den Joker um Hilfe, mit dem Hinweis, er wisse eine Antwort auf ein zwölf Jahre altes Rätsel. Der Joker lässt seinen Einfluss spielen, um den Riddler verlegen zu lassen. Doch dann ballert Hush auf den Transport, schnappt sich den Riddler auf der Flucht und wirft ihn vom Dach. Der fällt viele Meter tief, kracht durch eine Glaskuppel, stürzt auf einen Tisch und überlebt auf wundersame Weise.

Bevor Hush ihm den Rest geben kann, greift der Joker mit seiner Bande ein. Und obwohl er ihr einen Mordbefehl erteilt, lassen sie Hush leben, nachdem sie ihn verprügelt haben. Dann sucht sich Hush Verstärkung und verbündet sich mit Prometheus, den Schurken, der einst fast die JLA besiegt hat …

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Matt Reeves erklärt das rätselhafte Ende von „The Batman“

Wenn das mal keine Klickbait-Überschrift ist! Ich dachte, was andere können, das kann ich auch. Worum geht’s? Um die vorletzte Szene von The Batman, in der der Riddler auf einen anderen Arkham-Insassen trifft. Wer Angst vor Spoilern hat, lese bitte erst weiter, wenn er den Film gesehen hat.

Die naheliegende Frage ist: Trifft der Riddler auf den Joker? Regisseur und Drehbuch-Co-Autor Matt Reeves stellt in einem Video von IGN klar: Ja, aber nicht ganz. Dieser unbenannte Arkham-Insasse (gespielt von Barry Keoghan, bekannt aus The Killing of a Sacred Deer, Dunkirk und Eternals) ist nur eine Vorstufe des Schurken, der aber schon als Mörder aufgetreten ist und von Batman geschnappt wurde. Ursprünglich war noch eine weitere Szene im Film, in der Batman auf ihn trifft. Die Szene wurde jedoch rausgeschnitten und soll bei anderer Gelegenheit veröffentlicht werden.

[UPDATE: Hier ist die Szene:]

Reeves erklärt, dass sein Joker an den Stummfilm The Man Who Laughs angelehnt ist, der ohnehin den Joker inspiriert hat. Conrad Veidt spielt darin einen Mann, der von Kindheit an ständig ein Grinsen im Gesicht trägt. Dieser neue Noch-nicht-Joker soll durch eine Krankheit gezeichnet sein. Aus dieser Erfahrung soll er auch seine nihilistische Weltsicht haben: „From his birth life has been a cruel joke on him and this is his response“, sagt Reeves.

Ob das bedeutet, dass der Joker im nächsten Film auftaucht, lässt Reeves offen. Er weiß angeblich noch nicht, auf wen Batman treffen wird. Geplant ist – wie üblich – eine Trilogie mit Robert Pattinson in der Hauptrolle. Auch wenn sich Reeves Mühe gibt, eine neue Sicht auf den Joker zu zeigen, täte es gut, den Schurken eine Weile ruhen zu lassen. Es gab mit Jared Leto und Joaquin Phoenix zuletzt zwei Joker kurz hintereinander und Heath Ledger ist auch noch gut in Erinnerung. Zudem gibt es noch eine Reihe anderer, die noch nie in einem Batman-Film zu sehen waren oder eine zweite Chance verdienen: Mister Freeze, Man-Bat, Mad Hatter, Killer Croc, Poison Ivy etc.

Aber ohne den Joker scheint es heutzutage nicht mehr zu gehen.

Verschwörung gegen Bruce Wayne

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DC Comics

Titel: Journey Into Knight (dt. Der Weg ins Dunkel)

Autor/Zeichner: Andrew Helfer/Tan Eng Huat

Erschienen: 2005-2006 (Miniserie #1-12), kein US-Paperback; dt. Panini 2007 (Monster Edition Bd. 3)


Kurz nach Batmans erstem Jahr soll Bruce Wayne endlich das Erbe seines Vaters antreten und Wayne Industries übernehmen, einen Konzern, der so ziemlich alles herstellt. Doch er hadert mit der Rolle, denn eigentlich will er lieber Batman sein. In seinen Träumen sagt ihm Thomas Wayne, er soll das mit der Rächerrolle lassen, denn die Eltern seien bereits gerächt und als Batman weiterzumachen lasse den Mörder bloß gewinnen.

Für Batman aber gibt es gerade viel zu tun: Eine neue Droge tötet in Gotham Menschen. Als Batman (undercover) ein Flugzeug mit der nächsten Ladung aus Kolumbien abfangen will, stellt er fest, dass es voller Leichen ist. Sämtliche Passagiere sind einem hochansteckenden und sofort tödlichen Virus zum Opfer gefallen – bis auf einen, der es eingeschleppt hat.

Immun dank Fledermäusen

Auch Batman steckt sich sofort an, überlebt aber auf wundersame Weise. Seine Erklärung: Das Virus stammt von Fledermäusen und weil er mal als Kind von Fledermäusen attackiert und gebissen wurde, hat sein Körper eine Immunität gegen das Gift von Fledermausbakterien entwickelt. Was Bakterien mit Viren zu tun haben sollen, bleibt schleierhaft. Im pandemischen Zeitalter lässt man sich mit so einem pseudowissenschaftlichen Unsinn nicht mehr für dumm verkaufen (auch wenn es Leute geben soll, die sich Entwurmungsmittel gegen Viren spritzen).

Und so jagt Batman einerseits den hochansteckenden Mann, der einst nach Kolumbien geflogen ist, um einen Schatz zu finden, und nun die Seuche in Gotham verbreitet, andererseits eine Drogendealerin. Praktischerweise finden die beiden zusammen, verlieben sich so plötzlich wie grundlos ineinander und ziehen als mordendes Duo durch die Stadt, um unliebsame Menschen loszuwerden. Ja, eigentlich sollen sogar alle sterben, damit nur noch das Paar übrig bleibt. Nur wie die Frau mit dem Mann überleben soll, wird nicht klar. Denn bisher muss er eine Atemschutzmaske tragen, um sie nicht anzustecken.

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DC Comics

Klingt bescheuert? Ist es auch. Zum Glück ist es nach sechs Ausgaben auserzählt, aber aus irgendeinem Grund meinte man damals, es sei eine gute Idee, die Geschichte auf epischen zwölf Ausgaben breitzutreten, also über 264 Seiten. Das entspricht etwa dem Format von The Long Halloween. Leider ist es nicht annähernd so unterhaltsam.

Joker gegen Bruce Wayne

Später geht es um brandstiftende Kinder und eine Verschwörung gegen Bruce Wayne, bei der ihm ein Mord angelastet wird. Hier könnte es spannend werden. Doch auch der späte Auftritt des Joker trägt nicht viel dazu bei: Er verpasst Bruce in Arkham eine Gehirnwäsche, indem er ihm versucht einzureden, dass sein Vater nichts getaugt habe. Angeblich will der Joker selbst die Vaterrolle einnehmen. Statt Spannung bekommt man hier bloß lange Monologe geboten – zwischendurch fragt man sich, warum die Aktion so lange niemandem in Arkham auffällt – bis das Finale völlig ohne Bruces Zutun im Nichts verpufft.

Journey Into Knight ist insgesamt eine öde und zähle Angelegenheit: extrem wortlastig, arm an Action, und wenn doch, dann sehen wir einen Batman, der sich an einem Seil hinter einem Zug herziehen lässt und auf einer Schiene surft oder mit einem Wasserschlauch den Wall-E macht. Einen Großteil machen Gespräche mit Nebenfiguren aus, die sich um Wayne Industries drehen – und wenn Batman-Leser eins lieben, dann ist es bekanntlich business talk. Und für alle, die etwas anderes wollen, gibt es noch Psychiatergespräche und eine bemühte Liebelei ohne Konsequenzen.

Wir sehen hier einen anderen Batman: einen netten Batman, der auch mal Gordon Kaffee mitbringt und ihm hilft, die Glühbirne im Batsignal zu wechseln, obwohl er ihm zuvor ein Handy gegeben hat. Am Ende sieht man kaum noch etwas von Batman, bis er dann als brutaler Berserker zurückkehrt. Leider hat man hier verpasst, diese Entwicklung ordentlich darzustellen.

Das ist auch deshalb schade, denn die Albtraum-Sequenzen mit dem Vater sind gelungen: Thomas Wayne desillusioniert Bruce, indem er ihm klarmacht, in der Familie sei es alles andere als rosig zugegangen. Thomas habe zu viel gearbeitet und habe zu wenig Zeit für seinen Sohn gehabt. Daraus hätte man eine interessantere Geschichte machen können.

So ist es kein Wunder, dass von dieser epischen Story bisher kein Paperback erschienen ist. Man kann sie getrost dem Vergessen anheim geben.

>> Batman 2000-2011


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