Hush Returns (Teil 1): Pushback

DC Comics

Titel: Pushback (Hush Returns)

Autor/Zeichner: A.J. Lieberman/Al Barrionuevo

Erschienen: 2004 (Gotham Knights #50-55), Paperback 2006 (Hush Returns)


„God, it’s good to be back.“ (Hush)

Batman Hush (2003) von Jeph Loeb und Jim Lee gilt als eine der besten Storylines dieses Jahrhunderts, auch wenn Loeb darin nur das Erfolgsrezept aus The Long Halloween und Dark Victory aufwärmt, in einer Detektivstory alle möglichen Schurken aufzuführen. Doch in Hush kommt noch eine Verschwörung gegen Batman hinzu. Bruce Waynes Jugendfreund Thomas Elliot will als Hush (mit bandagiertem Gesicht) Rache nehmen – mit einem ausgefeilten, superkomplizierten Plan. Damit wurde ein neuer Trend für Batman-Storys begründet.

Riddlers Deal mit dem Joker

Bereits ein Jahr später wurde die Geschichte zum ersten Mal fortgesetzt. Nach altem Brauch bahnt sich Hushs Rückkehr langsam an, wie es sich für einen dramatischen Schurkenauftritt gehört. Batman eine Frau, die Vesper Fairchild ähnlich sieht, vor einem Laster. Dann lässt Hush Edward Nygma (Riddler) im Knast mitteilen, dass er nur noch drei Tage zu leben hat. Der Riddler bittet den Joker um Hilfe, mit dem Hinweis, er wisse eine Antwort auf ein zwölf Jahre altes Rätsel. Der Joker lässt seinen Einfluss spielen, um den Riddler verlegen zu lassen. Doch dann ballert Hush auf den Transport, schnappt sich den Riddler auf der Flucht und wirft ihn vom Dach. Der fällt viele Meter tief, kracht durch eine Glaskuppel, stürzt auf einen Tisch und überlebt auf wundersame Weise.

Bevor Hush ihm den Rest geben kann, greift der Joker mit seiner Bande ein. Und obwohl er ihr einen Mordbefehl erteilt, lassen sie Hush leben, nachdem sie ihn verprügelt haben. Dann sucht sich Hush Verstärkung und verbündet sich mit Prometheus, den Schurken, der einst fast die JLA besiegt hat …

DC Comics

Der Joker ist hier ein ganz anderer, als wir ihn kennen. Kein verrückter Killerclown, sondern ein Gangsterboss, der Machtansprüche auf die Stadt erhebt und Gefallen erwidert. Warum? Weil der Riddler den Namen des Mannes kennt, der einst die Frau des Jokers getötet hat. Gemeint ist die Frau aus The Killing Joke, die darin noch keinen Namen hatte, hier aber Jeannie genannt wird. Damals hieß es, sie sei durch einen Unfall (eine kaputte Gasleitung) gestorben, hier wird ein Mordanschlag daraus und der Mörder ist ein korrupter Polizist namens Oliver Hammet, der den Auftrag für die Red Hood Gang erledigt, damit der Joker (der damals noch nicht der Joker ist) in die Kartenfabrik einbricht.

Ansonsten ist Pushback weniger eine Story als der Auftakt zu einer größeren Storyline. Viel passiert eigentlich nicht in diesen sechs Ausgaben, stattdessen kann man wunderbar beobachten, was Seitenschinderei bedeutet. Schön für die klaren Zeichnungen von Al Barrionuevo, gut für alle, die ungern lesen oder es beim Lesen eilig haben, doch unbefriedigend für alle, die eine einnehmende Geschichte erwarten. Mit dem Werk von Loeb und Lee kann sich das hier nicht messen.

Green Arrow gegen Prometheus

Dafür sieht man ein Kapitel lang, wie Green Arrow auf Prometheus schießt, Hush ihn wieder zusammenflickt und wie sich dann Green Arrow mit Batman streitet (handfest). Dann gibt es eine Neuerzählung von The Killing Joke, nach der niemand gefragt hat und die niemand braucht. [ACHTUNG SPOILER!] Im Finale kommt es zur Revanche zwischen Hush und Joker. Prometheus erschießt Jokers Gang, lässt aber den Joker am Leben. Als Batman endlich eingreift (viel zu tun hat er sonst nicht), kommen ihm alle drei Schurken davon, weil sie – wie er – plötzlich die Fähigkeit entwickelt haben, spurlos vom Erdboden zu verschwinden.

Kein Wunder ist, dass Hush Returns kein Bestseller geworden ist und nach dem ersten Paperback nicht mehr neu aufgelegt wurde. Aber die Geschichte ist ja noch nicht zu Ende. Mal sehen, wie sie – verstreut über die nächsten Ausgaben von Gotham Knights – fortgesetzt wird.

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4 Kommentare

  1. Okay…krass, war mir gar nicht bekannt, das alles. Heißt das, dass man sich hier jetzt doch direkt auf „The Killing Joke“ bezieht und die Story somit offizieller „canon“ ist?!?

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    1. Das mit dem „Canon“ würde ich nicht überbewerten, der ändert sich bei DC jedes Jahr und dürfte spätesens mit The New 52 (2011) überholt sein. Im Grunde gilt heutzutage ohnehin: „It all happened.“ (Irgendwie.)

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