Neuauflage für „Batman: The Cult“

DC Comics

Wenn vom Batman der späten 80er die Rede ist, dem Beginn von Batmans Moderne, dann ist immer wieder nur von vier Klassikern die Rede: The Dark Knight Returns, Year One, Arkham Asylum und A Death in the Family. Doch ein fünfter Comic wird dabei meist vergessen: The Cult von Jim Starlin und Bernie Wrightson (1988). Darin geht es um den Prediger Deacon Blackfire, der eine Armee von Obdachlosen um sich schart und eine Schreckensherrschaft in Gotham errichtet. Batman wird an die Grenzen seiner Psyche getrieben.

Diese Story ist in vielerlei Hinsicht so viel stärker und interessanter als die von Jason Todds Tod, dass man sich wundern muss, warum sie seit einem Paperback von 1991 nicht erneut aufgelegt worden ist. Eine erste deutsche Ausgabe erschien 1989 im Norbert-Hethke-Verlag, 2022 brachte Panini eine Deluxe Edition heraus, aber während DC all seine anderen Klassiker immer wieder neu auflegt und auch viel minderwertiges Material nachdruckt, ignorierte der Verlag The Cult mehr als 30 Jahre lang völlig. Nun aber die frohe Botschaft: Im Oktober soll endlich das Original in einer Deluxe Edition erscheinen. Preis: 39,99 US-Dollar. Jauchzet und frohlocket! Jeder Batman-Fan sollte dieses Buch gelesen haben.

Leider wird aber anscheinend nur die vierteilige Miniserie enthalten sein. Dabei könnte man bei der Gelegenheit auch zwei weitere Batman-Comics von Bernie Wrightson einfügen: Swamp Thing #7 (1973) und die Solomon-Grundy-Story „Splash“ aus Hidden Treasures (2010). Vielleicht mal in 30 Jahren. Wer sich nicht gedulden mag, Geld und Platz sparen will, kann sich die vier Cult-Ausgaben auch günstig digital kaufen.

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Generation Joker: Künstliche Intelligenz als Vaterersatz

DC Comics/Panini

Titel: Batman White Knight Presents Generation Joker

Autoren/Zeichnerin: Sean Murphy, Katana Collins, Clay McCormack/Mirka Andolfo

Erschienen: 2023 (Miniserie #1-6), Hardcover 2024; dt. Panini 2024


Was bisher geschah, könnt ihr in White Knight, Curse of the White Knight und Beyond the White Knight nachlesen – ich setze hier mal voraus, dass ihr eure Hausaufgaben gemacht habt, also bitte keine Spoiler-Panik.

In Generation Joker geht es mal wieder um Harley Quinn und ihre beiden Kinder, Bryce und Jackie, die sie einst mit dem Joker bzw. Jack Napier gezeugt hat. Jack ist tot, die Kinder vermissen ihren Vater, würden ihn gern kennenlernen. Da kriegen sie ein Gerät in die Finger, das ihn wiederauferstehen lässt, als künstliche Intelligenz in Hologrammform. Der Vater löst sich allerdings langsam auf, daher büxt er mit ihnen und dem Batmobil aus, um ihnen die Orte seiner Vergangenheit zu zeigen und eine Lösung für das Problem zu finden. Harley versucht daraufhin, sie wieder einzufangen.

Doch dann taucht das FBI auf, vertreten durch Agent Prince (Wonder Woman) und John Stewart (Green Lantern, aber ohne Ring) und sie wollen an das Gerät. Dann kommt noch die andere (Ex-)Harley Quinn dazu, Marian Drews alias Neo Joker, alias „Nenn-mich-nicht-so“, also bekommt sie hier den Namen Riot verpasst (was im Deutschen so unnötig wie schief mit „Krawall“ übersetzt wird). Es gibt auch Wiedersehen mit Batman Bruce und einigen anderen Schurken wie Poison Ivy, Mister Freeze und Two-Face …

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Legends of the Dark Knight: Criminals

DC Comics

Autor/Zeichner: Steven Grant/Mike Zeck

Erschienen: 1995 (Legends of the Dark Knight #69-70)


Im letzten Jahrhundert, bevor es digitale Konten gab, bekamen Angestellte ihre Lohntüte, bezahlt in Bar, aus einem Safe. Einen solchen will eine Bande in einer Gießerei ausrauben. Batman greift ein, wird fast vom Anführer erschossen, doch einer der Gauner rettet dem Dunklen Ritter das Leben. Die Bande kommt in den Knast. Zehn Monate später wird ein Mann ermordet und der überlebende Sohn identifiziert den Mörder als einen ehemaligen Häftling, der eigentlich längst hingerichtet wurde. Zuvor wurde ein Mann überfahren, an dem ebenfalls die Todesstrafe vollstreckt worden ist. James Gordon schickt Batman undercover in den Knast, um den Fall aufzuklären. Hier darf sich Batman sogleich für den Gefallen, dem man ihm getan hat, revanchieren …

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Batman vs Narcosis

Shadow of the Bat: Narcosis

Titel: 50th Issue Villain Special/The Nightmare Man/Safe as Milk

Autor/Zeichner: Alan Grant/Dave Taylor

Erschienen: 1996 (Shadow of the Bat #50-52), dt. Dino 1998 (Batman #14-16, Time Warp I)


Es gibt eine Tradition bei Comics: Kaum hat eine Serie 50 Ausgaben erreicht, nimmt man es zum Anlass für ein kleines Jubiläum. (Früher brauchte man noch 100 Ausgaben, heute ist die Lebenszeit von Serien kürzer.) Idealerweise bietet man treuen Fans und neuen Lesern gleichermaßen ein Fest. Und so ist auch die 50. Ausgabe von Shadow of the Bat etwas Besonderes, nämlich ein Heft voller Schurken. Doch nicht etwa die üblichen Verdächtigen wie Joker, Pinguin und Co, sondern die der letzten Jahre, nämlich die, die Autor Alan Grant selbst geschaffen hat. Und er fügt dem noch einen neuen hinzu: Narcosis.

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Batman und der Idiot von Rio

DC Comics

Titel: The Idiot Root

Autor/Zeichner: Peter Milligan/Norm Breyfogle, Jim Aparo

Erschienen: 1991 (Batman #472, Detective Comics #639, Batman #473, Detective Comics #640), Paperback 2020 (Batman: The Caped Crusader Vol. 5)


Schon wieder Herzen! Zuerst kochte sie Cornelius Stirk, dann machte Abattoir Jagd auf sie, nun reist eine gewisse Queen of Hearts nach Rio de Janeiro, um dort Herzen zu sammeln, allerdings nicht auf die romantische Art. Nein, sie reißt sie den Leuten aus dem lebendigem Leib, erfreut sich an ihrem Zucken und steckt sie in kleine Wiegen. Ziemlich krank? Stimmt, daher reist Batman hinterher, um sie aufzuhalten.

Seltsam ist, dass die Schurkin, die sich anscheinend – wie so viele – von Alice im Wunderland hat inspirieren lassen, so sehr an Herzen hängt, wo doch ihr Vorbild es eher mit abgetrennten Köpfen hatte. Aber dazu kommen wir noch. Denn in den Straßen Rio wird auch eine neue Droge verkauft, die Menschen (vor allem Kinder) zu Zombies werden lässt. Gewonnen wird das Zeug aus der „Idiot Root“, einer Wurzel, die eigentlich für spirituelle Rituale dient, hier aber in konzentrierter Form missbraucht wird. Außerdem verschafft der Rausch Zugang zur „Idiot Zone“, in der ein gewisser „Idiot“ regiert, der aus dem verschmolzenen Geist vierer Geisteskranker entstanden ist. Dieser raubt anderen den Verstand, damit er sich in der wahren Welt materialisieren und weitere Köpfe leersaugen kann.

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Alter Batman gegen neuen Batman

DC Comics

Titel: Grounded

Autorin/Zeichner: Hilary J. Bader/Craig Rousseau

Erschienen: 1999 (Batman Beyond Vol. 2 #1),  Paperback 2024 (Batman Beyond: The Animated Series Classics Compendium – 25th Anniversary Edition)


„Nie wieder“, versprach sich einst der gealterte Bruce Wayne zu Beginn von Batman Beyond, was sein Ende als Batman bedeutete. Nun aber schlüpft der Greis doch wieder ins alte Kostüm und legt sich mit seinem Nachfolger (Terry McGinnis) an, es kommt zum Kampf auf einem Hochhaus. Terry ist in seinem High-Tech-Anzug stärker, doch Bruce hat mehr Geschick und Erfahrung. Aber wie konnte es dazu kommen?

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Neue Batman-Comics: „Robin Lives“ und „Joker: The World“

DC Comics

Was wäre, wenn Jason Todd den Anschlag des Jokers überlebt hätte? Dann hätte es keinen Death in the Family gegeben, oder jedenfalls eins mit etwas anderem Ausgang. Nachlesen konnte man das im vergangenen Jahr in der „Faux-Simile Edition“ von Batman #428 (1988), als die bislang unveröffentlichen Alternativ-Seiten von Jim Starlin und Jim Aparo herausgegeben wurden. Nun hat DC eine vierteilige Miniserie angekündigt, die diese Story weitererzählt: From the DC Vault: Death in the Family: Robin Lives ist ein Vierteiler, geschrieben von J.M. DeMatteis und gezeichnet von Rick Leonardi. Das erste Variant Cover stammt von Mike Mignola, der auch die Cover der ursprünglichen Story gezeichnet hat. Hier vereint er die vier Motive zu einem. Die Miniserie startet am 10. Juli 2024. Eine Vorschau auf die ersten Seiten gibt es bei The Beat.

J.M. DeMatteis ist ein Veteran, der Batman-Storys wie Going Sane und Absolution geschrieben hat, aber auch die Crossover Spider-Man and Batman und Batman/Spider-Man sowie die Elseworlds-Story Speeding Bulletts. Mit Rick Leonardi wirkte er an Justice League: Gods and Monsters – Wonder Woman mit. Leonardi zeichnete auch einige Ausgaben von Batman Beyond.

DC Comics/Panini

Und da wir schon bei neuen Comics sind: Für den 17. September hat DC auch eine neue Anthologie angekündigt – Joker: The World. Wie schon bei Batman: The World (2021) werden Autoren und Künstler aus der ganzen Welt Kurzgeschichten beitragen. Diesmal ist mit Kamerun sogar der afrikanische Kontinent vertreten. Ansonsten gibt es Beiträge aus Argentinien, Brasilien, Italien, Japan, Korea, Mexiko, Polen, Spanien, Tschechien, der Türkei – und aus Deutschland. Aus letzterem schreibt Comedian Torsten Sträter eine Story, Ingo Römling zeichnet sie. Weitere Beteiligte sind Geoff Johns, Satoshi Miyagawa, David Rubin, German Peralta, Alvaro Fong Varela und Jason Fabok, der auch das Cover zeichnet. Der Band wird 184 Seiten umfassen.

>> Joker-Comics

Batman und der künstliche Mensch

DC Comics

Titel: The Synthetic Crime King

Autor/Zeichner: unbekannt/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #87), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Der Wissenschaftler Professor Vilmer hat es vollbracht: Er hat einen synthetischen Menschen erschaffen. Nicht ganz so einfallsreich ist seine Namenswahl: Adam Newman. Er steckt ihn in ein grünes, hautenges Ganzkörperkostüm und erklärt ihm, Adam müsse regelmäßig eine gewisse Chemikalie trinken, um zu überleben. Dann schickt er ihn los, um eine Lieferung Iridium zu stehlen. Kein Problem, denn Adam hat übermenschliche Kräfte, keine Erinnerung und kein Gewissen. Batman erwischt ihn zufällig beim Diebstahl in einem fahrenden Zug, doch Adam entkommt.

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Batwoman trifft Wonder Woman

Titel: Batwoman Vol. 3 World’s Finest (dt. Monsterbrut)

Autor/Zeichner: J.H.Williams III, W. Haden Blackman/J.H.Williams III

Erschienen: 2012-2013 (Batwoman #12-17, 0), Hardcover 2013, Ombibus 2021; dt. Panini 2013


„I can’t process what I’m looking at. It’s too big.“ (Batwoman)

Auf der Suche nach den verschwundenen Kindern (siehe Hydrology und To Drown the World) findet Batwoman heraus, dass Medusa keine Verbrecherorganisation ist, sondern es sich tatsächlich um die antike Sagengestalt handelt Also sucht Batwoman die Heldin auf, die sich am besten mit griechischer Mythologie auskennt: Wonder Woman. Diese führt sie in ein altes Verlies, wo sie gegen riesige Tausendfüßler der Nachtgöttin Nyx kämpfen, dann erklärt ihnen der gefallene Halbgott Pegasus in der Wüste, dass die ganze Reise unnötig war, da Medusa ihr Unwesen in Gotham treibt, dem dunklen Herzen der Welt. Dort will sie Ceto (Keto) die Mutter aller Monster befreien …

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Joker gegen Joker

DC Comics

Titel: The Joker: The Man Who Stopped Laughing Vol. 2 (dt. Der Mann, der nicht mehr lacht)

Autor/Zeichner: Matthew Rosenberg/Carmine Di Giandomenico, Francesco Francavilla u.a.

Erschienen: 2023 (The Joker: The Man Who Stopped Laughing #7-12), Hardcover 2024; dt. Panini 2024 (enthält #6-9)


Was bisher geschah: Aus irgendeinem Grund gibt es zwei Joker, die jeweils behaupten, das Original zu sein. Während der eine sich in Gotham von etlichen Strapazen erholt, stiftet der andere Chaos in Los Angeles und jagt Polizeistationen in die Luft.

Eigentlich hat L.A. keine Superhelden, aber dann taucht doch eine auf, nennt sich Manhunter (Kate Spencer) und liefert sich ein Duell mit dem Clown, droht ihm zwar mit Mord, aber macht die Drohung nicht wahr, als sie die Gelegenheit dazu hat, während der Schurke die ganze Zeit Leute abschlachtet. Und so geht es im Grunde weiter: mit Chaos und lauter sinnloser Gewalt, was die Handlung nur unnötig in die Länge zieht. Dann kommt noch Killer Moth dazu, während in Gotham der Joker mit Killer Croc kämpft.

Showdown in Gotham City

Schließlich kommt es zum Showdown in Gotham: Beide Joker scharen je einen Haufen Handlanger bzw. Superschurken (Clayface, Ventriloquist, Zsasz, Ratcatcher) um sich und liefern sich eine Schlacht, bei der auch Red Hood mitmischt, zusammen mit Ravager, dem weiblichen Deathstroke-Abklatsch. Nichts gegen mehr Frauenfiguren, aber hier haben sie keine wirkliche Funktion, außer eine gewisse Quote zu erfüllen. Allerdings gilt das hier für fast alle Figuren, die nicht mehr als Statisten sind.

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