Inkarnation des Wahnsinns

Batman: Nosferatu

DC Comics

Titel: Batman: Nosferatu

Autor/Zeichner: Randy & Jean-Marc Lofficier/Ted McKeever

Erschienen: 1999 (One-Shot)


 „I am — the Nosferatu! I am madness incarnate!“

Batman und Vampire – das ist eine Verbindung, die sich geradezu aufdrängt. Nicht nur, wegen der Nähe zu Fledermäusen, sondern auch weil der Held seine Entstehung unter anderem Bela Lugosis Dracula verdankt. Aber was wäre naheliegender, als noch einen Schritt zurück zum Ursprung des Vampir-Mythos zu gehen? Batman als Nosferatu klingt erst mal sehr vielversprechend.

Angelegt ist die Geschichte als Sequel zu Superman’s Metropolis, das ebenfalls an einen Stummfilm der 20er angelehnt ist. Die Handlung spielt in der utopischen Stadt, nachdem sie Superman vom Schurken Lutor befreit hat. Doch anders als der Titel Nosferatu verspricht, hat die Story nicht viel mit dem Film zu tun, sondern erscheint zunächst als Verschnitt von Das Cabinet des Doktor Caligari, allerdings ist es hier ein gewisser Doktor Arkham mit seiner Irrenanstalt. Statt eines Somnambulen führt er den Laughing Man vor, eine Art Joker, der Tod weissagt und selbst dafür sorgt, dass seine Prophezeiungen in Erfüllung gehen. So sterben Gord-Son und Gray-Son durch brutale Morde eines Irren mit langen Klauen. Und weil Superman gerade mit seinem Einsatz für das Proletariat beschäftigt ist, muss eben Bruss Wayne-Son (was sind das eigentlich für bescheuerte Namen?) für Gerechtigkeit sorgen – in Gestalt des Nosferatu, einer selbsternannten Inkarnation des Wahnsinns. Am Ende kommt es sogar zum Gipfeltreffen und Kampf mit Superman …

Wie schon Superman’s Metropolis profitiert auch die Fortsetzung von dem expressionistischen Malereien Ted McKeevers. Mit groben Strichen, abstrakten Darstellungen und verzerrten Schemen inszeniert er ein wunderbar schauriges, abgründiges und von Wahnsinn geprägtes Szenario. Der Nosferatu erscheint genauso schrecklich wie Caligari und der Laughing Man – und er schreckt auch vor Brutalität nicht zurück. Leider ist die Geschichte ebenso dröge geschrieben wie der erste Teil. Hölzerne Dialoge und eine pathetische Erzählstimme machen das Buch nicht gerade zu einem Lesevergnügen. Die etwas dünne Story ist wegen des Horror-Faktors aber allemal spannender als der lahme Metropolis-Neuaufguss. Gleiches gilt nämlich auch für die Vorlagen. Im Gegensatz zum Film Metropolis kann man Caligari und Nosferatu wiederholt anschauen – und zwar mit Genuss.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Superman als Held des Proletariats

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman’s Metropolis

Autor/Zeichner: R.J.M. Lofficier, Roy Thomas/Ted McKeever

Erschienen: 1996 (One-shot)


„Between the brain that plans and the hands that build there must be a mediator – a Super-Man!“

Die Idee liegt so nahe, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis man sie realisierte: Superman in Fritz Langs Metropolis. Und was anderes soll er darin sein, als der Held der unterdrückten Arbeiter? Wie erwartet, kommt es auch. Die Geschichte entspricht in der ersten Hälfte ziemlich genau der Vorlage, dann entdeckt der Held seine wahre, außerirdische Herkunft und kämpft gegen den weiblichen Roboter, der die Arbeiter aufhetzt, sowie den verrückten Wissenschaftler Lutor (!), der die Arbeiter vernichten will.

Leider wird hier deutlich, dass Metropolis eine ziemlich lahme Handlung hat, die mit noch lahmeren, voll Pathos triefenden Dialogen und einer banal-idealistischen Botschaft durchsetzt ist. Daran kränkelt auch das Comic. Statt sich eine neue, zeitgemäßere Geschichte im gleichen Setting zu überlegen, halten sich die Autoren sklavisch an die Vorlage, wodurch das Buch am wohlwollendsten noch als gut gemeinte Hommage an den Stummfilm durchgehen kann. So wie dieser lebt auch Superman’s Metropolis von seinen Schauwerten: Beeindruckend sind hier nur die expressionistischen Malereien, besonders gelungen in der Figur des bösen Lutor, der dank der Abstraktheit der Darstellung noch finsterer erscheint.

Die Geschichte dient als Auftakt zu einer Trilogie, die als Hommage an das frühe, expressionistische deutsche Kino angelegt ist. Teil 2, Batman: Nosferatu, adaptiert den Vampirfilm von 1922 und vor allem Das Cabinet des Dr. Caligari, Teil 3, Wonder Woman: The Blue Amazon, adaptiert Der Blaue Engel.

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DC Comics

DC Comics

Titel: Legends of the Dark Knight Vol. 3

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2013-2014 (Legends of the Dark Knight #11-13, Legends of the Dark Knight 100-Page Super Spectacular #1)


„If this is the best you can do … m-maybe it’s time you hung up that stupid costume and retired.“

„If there is a god … I think he abandoned Gotham a long time ago.“ (Batman)

„We don’t have choices. We’re slaves to our natures.“ (Two Face)

Da gibt es den schwer gepanzerten Bat-Suit, eher ein Kampfanzug als ein Kostüm, den Bat-Wing-Gleiter mit dem Bat Disruptor-Kraftfeld, das Kugeln ablenkt, die Netze, mit denen Schurken im freien Fall an Wände geheftet werden können, den Bat Tracer zum Aufspüren von Flüchtigen, und die computergesteuerten Bat Discs, die Wurfgeschosse, die ihr Ziel verfolgen – fehlt eigentlich nur noch das Anti-Hai-Spray. Doch als all der technische Schnickschnack bei einem Einsatz gegen Ra’s al Ghul versagt und Batman zudem einsehen muss, dass ihn seine Hilfsmittel ein Vermögen kosten und seine Firma in den Ruin treiben, besinnt er sich auf die guten alten Tugenden der Handarbeit. Doch dabei zeigt sich, dass Batman aus der Form geraten ist …

Davon handelt Return of Batman, die stärkste Geschichte von Legends of the Dark Knight Vol. 3. Sie steht in gewisser Weise der Tendenz der vergangenen Jahre entgegen, dass der Held, der sich einst mit Seilen von Haus zu Haus schwang, immer mehr Iron Man gleicht – und dabei etwas von seinem ursprünglichen Reiz einbüßt. Wir sehen einen dekadent gewordenen Batman, der sich erst wieder an Batarangs und Nahkampf gewöhnen muss und dabei wie ein Anfänger den Arsch versohlt kriegt. Ein Opfer, das er bei der Rettung verletzt, legt ihm sogar nahe, in Rente zu gehen (siehe oben).

Doch auch darüber hinaus ist der dritte Legends-Band deutlich besser als sein direkter Vorgänger, was auch daran liegt, dass zwei Storys besonders lang geraten sind und in ihnen mehr Raum zum Erzählen bleibt. Wie etwa bei Without Sin. Hier kommt Batman mal wieder mit der Kirche in Kontakt – eine seltene Gelegenheit. Ein Pfarrer wird ermordet. Weil die eine Gesichtshälfte der Leiche zerstört ist, ist Two-Face der Hautpverdächtige. Doch der Schurke hat neuerdings zu Gott gefunden und der Kirche Geld gespendet – wie passt das zusammen? Batman geht der Sache nach und die Geschichte liest sich wie eine bessere Tatort-Folge, aber am interessantesten sind die Gespräche zwischen Batman und einem Pfarrer, die von Gott und der Welt und eben von der Frage nach der Schuld handeln. Wir erfahren nebenbei, dass Batman nicht religiös ist, aber seine Bibel kennt. Auch Two-Face bekommt eine neue Facette verliehen.

In drei weiteren Geschichten wird eher mäßiges Amusement geboten: What Happened Was … ist eine Rashomon-Variation um den Calendar Man mit einem allzu vorhersehbarem Verlauf. Unlucky Thirteen ist eine Kurzgeschichte über Glück, Pech und anderen Aberglauben, bei der Batman noch einmal den amerikanischen Urglauben bezeugen darf, dass jeder für sein Schicksal selbst verantwortlich ist. Und in Dr. Quinns Diagnosis darf Harley Quinn Batmans Psychiaterin spielen – allerdings ist das nicht besonders ergiebig, weil Batman nicht sehr auskunftsfreudig ist und außerdem nervt die Frau mit ihrer dämlichen Hampelei wie eh und je.

Grafisch herausragend ist allein die Kurzgeschichte Adaptation von Rafael Albuquerque, der in gewohnter Qualität verstörende, ausdrucksstarke Bilder zeichnet. Ein gealterter Bruce Wayne wird von seinen Dämonen in Alpträumen geplagt, in der Realität fühlt er sich nutzlos. Also beschließt er, einen alten Erzfeind wiederauferstehen zu lassen. Eine drastische Horror-Story, wie sie beinahe in Black and White stehen könnte (abgesehen von zwei Seiten Überlänge und den Farben). Bitte mehr davon.

>> Batman 2011-2019

The Joke Was On Me

Nachdem bei der San Diego Comic-Con die ersten Filmausschnitte aus Suicide Squad zu sehen waren und das Material sofort geleakt wurde, hat Warner Bros. den Teaser offiziell herausgebracht – und dabei gleich mitgeteilt, was der Konzern von solchen Leaks hält. Zu sehen sind drei Minuten bewegte Bilder, die nicht viel mehr über die Handlung verraten, als man sich hätte denken können: Die Suicide Squad ist eine Eingreiftruppe aus Superschurken – Harley Quinn, Killer Croc, Deadshot und so weiter.

Die Joker-Braut Harley Quinn in einem doppelten Käfig herumbaumeln zu sehen, erinnert an Hannibal Lecter. Und kaum hat man das gedacht, sieht man, wie Killer Croc in Zwangsjacke und Hockeymaske hereingefahren wird. Auch Batman wird kurz gezeigt – auf dem Auto des Jokers. Der Höhepunkt aber ist natürlich der Auftritt des Jokers am Ende: „I’m not gonna kill you“, sagt er zu einem Adressaten, der nicht zu sehen ist. „I’m just gonna hurt you really, really bad.“ Und weil im Hintergrund schon die Phrase „the joke was on me“ zu hören war und ein ähnlicher Satz schon im Batman v Superman-Trailer aufgetaucht ist, könnte das ein Hinweis sein, dass vielleicht Robin dran glauben muss. Damit wäre Suicide Squad ein Prequel. Vielleicht ist das aber auch nur eine falsche Fährte. Jared Leto macht jedenfalls eine gute Figur als sadistischer Marilyn-Manson-Verschnitt. Auf den ersten Blick. Für ein Urteil über seine Rolle ist es allerdings noch ein wenig zu früh.

Ich bin weiterhin skeptisch, ob ein Film über einen Haufen neuer Superschurken funktionieren kann.

Wonder Womans Bewusstseinserweiterung

Justice League: Gods and Monsters - Wonder Woman

DC Comics

Titel: Justice League: Gods and Monsters – Wonder Woman

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis, Bruce Timm/Rick Leonardi

Erschienen: 2015 (Mini-Serie #1-3, digital)


„I quickly see that this — is no paradise.“ (Bekka)

In den Justice League: Gods and Monsters Chronicles war es Wonder Woman, die am meisten überraschte: mit Coolness, Witz und Leidenschaft lieferte sie in der Reihe mit Batman und Superman die beste Vorstellung ab. Im Comic wird ihre Vorgeschichte erzählt, sie beginnt 1962 in Indien: Eine Schallröhre öffnet sich, eine weißgekleidete Kriegerin kommt heraus, ein Monster hinterher, sie kämpft dagegen und kickt es wieder zurück in die Röhre – und bricht dann zusammen. So kommt Bekka in die Welt, einst ein Mitglied der New Gods. Bekka ist eine Figur, die es im DC-Universum schon seit 1984 gibt, in Justice League: Gods and Monsters wird sie zur Wonder Woman, allerdings wird sie hier noch nicht so genannt. Diese neue Superheldin ist eine sanftmütige Frau, die nach Frieden sucht. Schnell stellt sie fest, dass die Erde während des Kalten Kriegs auch nicht der ideale Ort dafür ist.

Nach einer Weltreise schließt sie sich in den USA einer Hippie-Kommune an. Auch dort ist kein Paradies zu finden: Die Frauen kochen, putzen und bereiten den Männern Freude, während ein Typ namens Doctor Psycho (eine Reinkarnation des klassischen Wonder Woman-Schurken) im Keller neue Drogen zusammenbraut, um das Bewusstsein der Mitbewohner zu erweitern. Leider, so muss Bekka feststellen, dass einige auf ihren Trips hängengeblieben sind und nur noch als Quasi-Zombies dahinvegetieren. Doctor Psycho gelobt, dass er sie heilen wolle. Doch schließlich verfällt auch er der Wahnvorstellung, seine Opfer zu Übermenschen machen zu können. Schließlich muss Bekka gegen Gestalten kämpfen, die den Paradämonen von Apokolips sehr ähnlich sind.

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Superman: Badass im Ledermantel

DC Comics

DC Comics

Titel: Justice League Gods and Monsters – Superman

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis, Bruce Timm/Moritat

Erschienen: 2015 (Mini-Serie #1-3, digital)


„I see glimmers of light in these people, but there’s always a darkness that overwhelms it.“ (Hernan Guerra)

Hernan Guerra ist ein Angry Young Man. Er ist die Verkörperung des gescheiterten amerikanischen Traums: Sohn mexikanischer Einwanderer, ausgebeuteter Feldarbeiter, chancenloser Außenseiter. Doch Hernan hat besondere Fähigkeiten: schon als Kind ist er superstark, kann fliegen und ist unverwundbar. Niemand kann ihm was anhaben, doch seine Eltern raten ihm dazu, seine Kräfte – die sie für eine Gottesgabe halten – zu verbergen. Das führt zu moralischen Konflikten, denn der junge Hernan leidet einerseits unter der Ungerechtigkeit und merkt andererseits, dass seine Kräfte auch großen Schaden anrichten können. Als junger Mann verlässt er seine Familie, zieht um die Welt und entdeckt erst am Ende seine Bestimmung: die Welt zu verändern – und zwar mit Gewalt. „I know that it can be a dark world“, sagt seine Schwester, „and perhaps it takes a man who understands its darkness — to make it a better one.“

Das ist die Vorgeschichte des neuen Superman, wie sie in Justice League Gods and Monsters erzählt wird. Woher er ursprünglich kommt, wie er sich sein Pseudonym und sein cooles Kostüm mit Ledermantel zulegt, erfahren wir in diesem Prequel nicht. Nach einer ausführlichen Jugendgeschichte im Kreis der Familie wird der weitere Verlauf schnell abgehandelt, zum Schluss ist Superman fertig. Das ist ein wenig schade, denn bei Batman haben sich die Autoren mehr Zeit gelassen, er bekommt sein Kostüm erst später. Trotzdem tut auch hier der Neuansatz gut. Im Grunde liest sich die Story wie ein Anti-For All Seasons, auch grafisch. Statt Farmer-Idylle der weißen Mittelschicht wird die beinharte Realität mexikanischer Erntehelfer dargestellt, die mit Pestiziden verseucht werden. So wird aus dem Mann mit besonderen Fähigkeiten kein Strahlemann und Oberpfadfinder, sondern ein abgebrühter Hardliner, der die Drecksarbeit erledigt. Superman – ein echter Badass. Es ist eine Erlösung: endlich wirkt der Held zeitgemäß, auch wenn von seinen ursprünglichen Wesen nicht viel übrig ist.

Vom Killing Joke zum Robin-Overkill

Ein neuer Batman-v-Superman-Trailer, The Dark Knight III und noch haufenweise mehr. Zur laufenden San Diego Comic-Con überschlagen sich die Nachrichten  zu Batman und Co. – und es sind einige interessante dabei, die Comics und Film betreffen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten News:

  • The Killing Joke wird verfilmtlaut DC soll der Klassiker von Alan Moore und Brian Bolland 2016 als Direct-to-Video-Animationsfilm erscheinen. Damit setzt Warner den Trend fort, der mit Year One und The Dark Knight Returns begonnen wurde – solide, aber ohne großen Mehrwert. Daher ist vielleicht die folgende News interessanter:
  • Es wurden zwei weitere Animationsfilme angekündigt: Bad Blood soll eine Original-Story sein, mit der Batwoman ins DC Animated Universe eingeführt werden soll. Beim zweiten Film, Justice League vs. Titans, spricht der Titel für sich.
  • Im Oktober beginnt eine neue wöchentliche Comicserie: Batman & Robin Eternal. Nach dem Ende von Batman Eternal soll die Serie im Oktober starten und ein halbes Jahr lang laufen. Als Autoren beteiligt werden wieder Scott Snyder und James Tynion IV sein. Wie auf dem ersten Cover zu sehen ist, werden alle bisherigen Robins eine Rolle spielen. Bis auf Damian, so scheint es. Der ist anderweitig beschäftigt.
  • Im Dezember startet Robin War, ein Crossover aus Robin: Son of Batman, We Are Robin und Gotham Academy. In der ersten Serie geht es um Damian Wayne, in der zweiten um Jugendliche, die im Geiste des Wunderknaben auf eigene Faust Verbrechen bekämpfen, in der dritten ebenfalls um Jugendliche, die Abenteuer in Gotham erleben.
  • Grant Morrison hat eine neue Batman: Black and White-Serie angekündigt. Die soll etwas mit seiner Multiversity zu tun haben. Klingt sehr verwirrend – ob der Meister da selbst noch durchsteigt? Jedenfalls sagte Morrison, diese Serie sei „my final word on Batman, probably„. Nächstes Jahr wird er erst einmal seine Earth One-Version von Wonder Woman herausbringen.
  • Apropos Earth One: J. Michael Straczynski, der bereits drei Bände Superman auf Erde eins geschrieben hat, wird auch den Flash alias Barry Allen in dem alternativen Universum neu erfinden. Francis Manapul wird für Aquaman: Earth One verantwortlich sein.
  • Das Green Lantern Corps bekommt im Jahr 2020 einen eigenen Live-Action-Kinofilm. Das passiert anstelle eines Green Lantern Solo-Film-Reboots nachdem der erste ein Flop war.
  • Tiefpunkt der Woche: Batman trifft auf die Teenage Mutant Ninja Turtles. Im November beginnt eine sechsteilige Mini-Serie. Damit fehlt nur noch ein Crossover mit Micky Maus, Barbie und Ken sowie den Teletubbies.
  • Vielversprechender ist ein neuer Zugang zu Batmans Kumpel: Die Mini-Serie Superman: Alien American  erzählt in sieben Teilen Episoden aus Clark Kents Jugend. Und es sieht aus, als wäre er ein Angry Young Man gewesen. Die Cover machen neugierig.
  • Apropos Superman: Nach dem Gipfeltreffen, dem Spielfilm Batman v Superman im März (den neuen Trailer gibt’s hier, den Teaser hier), soll ein neuer Batman-Kinofilm kommen. Das Gerücht, dass Hauptdarsteller Ben Affleck Regie führen soll, hat sich offenbar bestätigt. Am Drehbuch wird er wohl auch beteiligt sein – zusammen mit DC-Autor Geoff Johns, der unter vielem anderen Batman: Earth One geschrieben hat. Ein Starttermin ist noch unklar, ebenso wenig der Titel. Bisher kursierte The Batman. Nicht gerade einfallsreich, aber okay für einen Neubeginn.

Neues zu „Dark Knight III: The Master Race“

The Dark Knight III: The Master Race (DC Comics)

DC Comics

Da ist es: Das erste Bild von The Dark Knight III. Tiefschwarz, noiresk, wunderbar. Ein klobiger Batman, der aus dem Schatten auftaucht und zugleich mit ihm verschmilzt, nur einige angedeutete Konturen – nicht mehr als nötig. So soll es sein, so mögen es die Fans des Klassikers von 1986. Mit dem Bild hat DC Comics auch ein paar Details zu der Fortsetzung zu The Dark Knight Returns und The Dark Knight Strikes Again herausgerückt: Andy Kubert und Klaus Janson sollen die Story zeichnen, die von Frank Miller und Brian Azzarello geschrieben wurde. Eine hervorragende Wahl, wie auch das Bild beweist. Janson hat schon die Tusche zum ersten Teil beigetragen, Kubert ist ebenfalls Batman-bewährt. Vor allem ist es gut, dass Frank Miller nicht selbst zeichnet – er hat über die Jahre ziemlich nachgelassen.

Bei dieser Starbesetzung scheint es naheliegend, dass die achtteilige Mini-Serie den Untertitel The Master Race tragen wird, was man mit einfältig mit „Meisterrennen“ übersetzen könnte. Eher wahrscheinlich ist aber die Bedeutung „Herrenrasse“. Klingt nach einem Spiel auf dem weiten Minenfeld der Nazi-Terminologie, nach Nietzsches Erben und Übermensch – Frank Miller provoziert eben gerne. Doch der Titel leuchtet ein, nicht nur weil Millers Batman (vor allem sein All-Star Batman) durchaus faschistoide Züge aufweist, sondern auch weil das erste Promo-Bild angedeutet hat, dass es erneut zu einem Kampf mit Superman (dem Übermenschen schlechthin) kommen wird. Allerdings könnte das blutige Superman-Logo darauf hinweisen, dass der Kampf dieses Mal anders ausgehen wird – und vielleicht sogar definitiv. Die Reihe, die im späten Herbst (also wohl kurz vor Weihnachten) beginnen soll, kommt gerade recht zu dem Kampf, den Batman v Superman auf der Kinoleinwand austragen werden und der ebenfalls an Millers Dark Knight angelegt ist. Dazu erscheint im Dezember auch noch eine Comic-Anthologie, in der bisherige Kloppereien zwischen dem Dunklen Ritter und dem Mann aus Stahl gesammelt werden. Perfektes Timing, perfektes Marketing: die Fans werden regelrecht verwöhnt, die Kassen klingeln.

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Korrektiv gegen Superman

Superman, der gefürchtete Übermensch, das unerwünschte Alien, das sich für seine Zerstörungsorgie verantworten muss. Bruce Wayne, der ziemlich angepisste Milliardär, dem Superman ein Hochhaus kaputtgemacht hat. Und Wayne Manor – eine Bruchbude? Batman kehrt aus dem Ruhestand zurück? Clark Kent wird von Perry White auf den Vigilanten angesetzt? Das alles und noch viel mehr hat der brandneue Batman v Superman Comic-Con-Trailer zu bieten. Epische dreieinhalb Minuten, die zusammen mit dem ersten Teaser den Eindruck erwecken, man hätte bereits den halben Film gesehen.

Endlich lässt sich auch mal Wonder Woman blicken, in zivil und im Kostüm. Und auch Lex Luthor – mit Haaren. Und in der Bathöhle wird doch tatsächlich ein Robin-Kostüm gezeigt (so dunkel, das man es kaum erkennt), verziert mit der gelben Aufschrift: „Ha Ha Joke’s on You Batman“ – der Joker lässt grüßen und er hat offenbar schon ein Rotkehlchen auf dem Gewissen. (Wir werden ihn aber wohl erst in Suicide Squad sehen.) Schließlich sehen wir Batman im Krieg gegen irgendwelche Superman-Soldaten kämpfen – ein Alptraum, eine alternative Realität, eine Zukunftsvision oder ein Outtake aus Sucker Punch?

Man weiß es nicht. Nur eins ist klar: Allmählich wird der Film interessant. Er wirkt ambitioniert, vielleicht am Ende auch überladen. Aber die Konflikte, die hier aufgetan werden, die sich aus dem ersten Teil ergeben, und die Tatsache, dass hier kein neuer, sondern ein reifer Batman mit einer langen Vergangenheit als Korrektiv gegen Superman auftritt, wirkt auf den ersten Blick schlüssig und einnehmend. Mehr denn je haben wir Grund zur Vorfreude.

Batman v Superman

Warner Bros.

Gordons verhinderte Ferien

James Gordon (Teil 6)

Batman: Room Full of Strangers

DC Comics

Titel: Room Full of Strangers

Autor/Zeichner: Scott Morse

Erschienen: 2004 (One-shot)


„Somehow you never let me leave.“ (James Gordon)

Das ist mit Abstand eines der ungewöhnlichsten Batman-Comics, die ich gelesen habe. Oder besser gesagt: Gordon-Comics. Graphisch wie narrativ ist es eine Ausnahme-Erscheinung. Scott Morse zeichnet in einem cartoonhaften Stil, irgendwo zwischen Familie Feuerstein und Ren & Stimpy, seine pastellhaften Farben erwecken einen surrealen Eindruck, wie in einem seltsamen Traum. Und genauso erscheint auch die Story, die nicht ganz ernst gemeint ist.

Ein pensionierter James Gordon macht Urlaub. Er steigt in einem Strandhotel ab. Kaum ist er angekommen, purzelt schon die erste Leiche die Treppe runter und Gordon muss wieder Polizist spielen. Dabei hilft ihm ein Junge, der nicht nur Batman-Fan ist, sondern seinem Idol auch nacheifert. Das ist so liebevoll erzählt, dass es ein kurzweiliges Vergnügen ist. Allein die Anfangssequenz, in der ein Hotelgast versucht, eine Angestellte zu bestechen, ein Zimmer mit Meerblick zu bekommen, macht viel Spaß.

Die Moral von der Geschicht‘: Gordon im Ruhestand – das geht gar nicht. Und mit dieser Erkenntnis beschließen wir unsere Themen-Woche.