Badass im Ledermantel

DC Comics

DC Comics

Titel: Justice League Gods and Monsters – Superman

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis, Bruce Timm/Moritat

Erschienen: 2015 (Mini-Serie #1-3, digital)


„I see glimmers of light in these people, but there’s always a darkness that overwhelms it.“ (Hernan Guerra)

Hernan Guerra ist ein Angry Young Man. Er ist die Verkörperung des gescheiterten amerikanischen Traums: Sohn mexikanischer Einwanderer, ausgebeuteter Feldarbeiter, chancenloser Außenseiter. Doch Hernan hat besondere Fähigkeiten: schon als Kind ist er superstark, kann fliegen und ist unverwundbar. Niemand kann ihm was anhaben, doch seine Eltern raten ihm dazu, seine Kräfte – die sie für eine Gottesgabe halten – zu verbergen. Das führt zu moralischen Konflikten, denn der junge Hernan leidet einerseits unter der Ungerechtigkeit und merkt andererseits, dass seine Kräfte auch großen Schaden anrichten können. Als junger Mann verlässt er seine Familie, zieht um die Welt und entdeckt erst am Ende seine Bestimmung: die Welt zu verändern – und zwar mit Gewalt. „I know that it can be a dark world“, sagt seine Schwester, „and perhaps it takes a man who understands its darkness — to make it a better one.“

Das ist die Vorgeschichte des neuen Superman, wie sie in Justice League Gods and Monsters erzählt wird. Woher er ursprünglich kommt, wie er sich sein Pseudonym und sein cooles Kostüm mit Ledermantel zulegt, erfahren wir in diesem Prequel nicht. Nach einer ausführlichen Jugendgeschichte im Kreis der Familie wird der weitere Verlauf schnell abgehandelt, zum Schluss ist Superman fertig. Das ist ein wenig schade, denn bei Batman haben sich die Autoren mehr Zeit gelassen, er bekommt sein Kostüm erst später. Trotzdem tut auch hier der Neuansatz gut. Im Grunde liest sich die Story wie ein Anti-For All Seasons, auch grafisch. Statt Farmer-Idylle der weißen Mittelschicht wird die beinharte Realität mexikanischer Erntehelfer dargestellt, die mit Pestiziden verseucht werden. So wird aus dem Mann mit besonderen Fähigkeiten kein Strahlemann und Oberpfadfinder, sondern ein abgebrühter Hardliner, der die Drecksarbeit erledigt. Superman – ein echter Badass. Es ist eine Erlösung: endlich wirkt der Held zeitgemäß, auch wenn von seinen ursprünglichen Wesen nicht viel übrig ist.

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