Inkarnation des Wahnsinns

Batman: Nosferatu

DC Comics

Titel: Batman: Nosferatu

Autor/Zeichner: Randy & Jean-Marc Lofficier/Ted McKeever

Erschienen: 1999 (One-Shot)


 „I am — the Nosferatu! I am madness incarnate!“

Batman und Vampire – das ist eine Verbindung, die sich geradezu aufdrängt. Nicht nur, wegen der Nähe zu Fledermäusen, sondern auch weil der Held seine Entstehung unter anderem Bela Lugosis Dracula verdankt. Aber was wäre naheliegender, als noch einen Schritt zurück zum Ursprung des Vampir-Mythos zu gehen? Batman als Nosferatu klingt erst mal sehr vielversprechend.

Angelegt ist die Geschichte als Sequel zu Superman’s Metropolis, das ebenfalls an einen Stummfilm der 20er angelehnt ist. Die Handlung spielt in der utopischen Stadt, nachdem sie Superman vom Schurken Lutor befreit hat. Doch anders als der Titel Nosferatu verspricht, hat die Story nicht viel mit dem Film zu tun, sondern erscheint zunächst als Verschnitt von Das Cabinet des Doktor Caligari, allerdings ist es hier ein gewisser Doktor Arkham mit seiner Irrenanstalt. Statt eines Somnambulen führt er den Laughing Man vor, eine Art Joker, der Tod weissagt und selbst dafür sorgt, dass seine Prophezeiungen in Erfüllung gehen. So sterben Gord-Son und Gray-Son durch brutale Morde eines Irren mit langen Klauen. Und weil Superman gerade mit seinem Einsatz für das Proletariat beschäftigt ist, muss eben Bruss Wayne-Son (was sind das eigentlich für bescheuerte Namen?) für Gerechtigkeit sorgen – in Gestalt des Nosferatu, einer selbsternannten Inkarnation des Wahnsinns. Am Ende kommt es sogar zum Gipfeltreffen und Kampf mit Superman …

Wie schon Superman’s Metropolis profitiert auch die Fortsetzung von dem expressionistischen Malereien Ted McKeevers. Mit groben Strichen, abstrakten Darstellungen und verzerrten Schemen inszeniert er ein wunderbar schauriges, abgründiges und von Wahnsinn geprägtes Szenario. Der Nosferatu erscheint genauso schrecklich wie Caligari und der Laughing Man – und er schreckt auch vor Brutalität nicht zurück. Leider ist die Geschichte ebenso dröge geschrieben wie der erste Teil. Hölzerne Dialoge und eine pathetische Erzählstimme machen das Buch nicht gerade zu einem Lesevergnügen. Die etwas dünne Story ist wegen des Horror-Faktors aber allemal spannender als der lahme Metropolis-Neuaufguss. Gleiches gilt nämlich auch für die Vorlagen. Im Gegensatz zum Film Metropolis kann man Caligari und Nosferatu wiederholt anschauen – und zwar mit Genuss.

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