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Cool, cooler, Freeze

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: Batman & Mr. Freeze: SubZero (dt. Eiszeit)

Regie/Drehbuch: Boyd Kirkland/Boyd Kirkland, Randy Rogel

Erschienen: 1998 (Direct-to-video)


„Come on, people! A guy in a weird suit with two polar bears can’t be too hard to spot!“ (James Gordon)

Mister Freeze in „Heart of Ice“

Victor Fries ist wohl einer der tragischsten Charaktere im Batman-Universum. Eigentlich will er nur seine kranke Frau vor dem Tod bewahren – und wird dabei zu einem emotionslosen, rücksichtslosen Killer. Wenn Liebe wahnsinnig macht … Die Geschichte von Mr. Freeze könnte man im Animated-Universum zu einem zweieinhalbstündigen Film zusammenfassen. Vier Serien-Episoden und der Langfilm SubZero gehören eng zusammen, daher werden sie auch zusammen besprochen.

Heart of Ice (S01E14) ist eine herausragende Folge. Der Emmy-Gewinner (geschrieben von Paul Dini) beginnt bereits ungewöhnlich. Nicht mit einer typischen Actionszene, sondern mit Mr. Freeze, der eine Schneekugel mit einer Tänzerin-Figur festhält und sich dabei an seine „geliebte Nora“ erinnert. Später geht es um Rache an GothCorp, weil der Chef der Firma Nora umgebracht und Victor in einen Eisklotz verwandelt hat. Batman löst den Fall mit Hühnersuppe, dem besten Mittel gegen Erkältung. Am Ende sehen wir einen todtraurigen Victor in seiner Tiefkühlzelle in Arkham sitzen. Offenbar hat er sich trotz seines Wahnsinns noch die Menschlichkeit bewahrt.

Zurück zu alten Gewohnheiten

Titlecard zu „Deep Freeze“

In Deep Freeze (S02E19) wird der Schurke von einem anderen Wahnsinnigen, Grant Walker, entführt, der sich ebenfalls der Prozedur unterziehen will, die Victor unterkühlt, weil sie ihn auch nahezu unterblich macht. Und nicht nur das: Der Milliardär hat eine utopische Stadt aufgebaut, in der er eine Gesellschaft von Auserwählten retten will, nachdem er den Rest der Welt mit einer Eiskanone eingefroren hat. Das geht selbst für Mr. Freeze zu weit, doch er muss mitspielen, weil Walker dessen Frau vor dem Tod bewahrt und – diesmal tatsächlich in einer Art Schneekugel – „eingelegt“ hat. Aber zum Glück gibt’s Unterstützung von Batman und Robin … (Und ganz nebenbei ein Wiedersehen mit Bat-Mite, Krypto und der Superkatze!)

Zum Schluss ist Freeze mit seiner Frau im Eis eingeschlossen. Das Endzeit-Szenario schießt etwas übers Ziel hinaus, aber vernachlässigt nicht seinen Hauptcharakter. Aber von Autor Paul Dini ist man solche Qualität gewohnt.

Eingeschlossen im Eis: Nora und Vicotr Fries.

Hier schließt SubZero („Eiszeit“) an, der zweite Langfilm des Animated Universe. Victor Fries hängt mit einem Inuit-Jungen am Nordpol rum und hält seine Nora gut gekühlt, in der Hoffnung sie einmal heilen zu können. Doch dann bricht ein U-Boot zufällig in die Höhle, der Kühltank zerbricht und Fries muss mal wieder zu alten schlechten Gewohnheiten zurückkehren. Nachdem er die U-Boot-Mannschaft eingefroren hat, zwingt er einen Arzt, ihm bei der Heilung seiner Frau zu helfen, dann entführt er Barbara Gordon, damit sie ihm als Organspenderin dient. Während Batman und Robin (der übrigens was mit Barbara am laufen hat) Freeze nachjagen, weiß sich das Batgirl in zivil zu helfen. Es kommt zum Showdown auf einer stillgelegten Bohrinsel.

Der Film setzt die Tragödie um Fries und seiner Frau konsequent fort. Dabei gelingt es ihm, ein gutes Gleichgewicht zwischen Drama und Action zu schaffen. Ärgerlich sind nur die computergenerierten Sequenzen, die mit dem gezeichneten Stil brechen.

Ewig dem Eis verhaftet

Der neue Freeze – mit Komplizinnen.

In der letzten Staffel der Serie (wegen des veränderten Designs neu benannt in The New Batman Adventures) sehen wir, was mit Fries und Nora passiert (Cold Comfort, S01E03). Während sie gesund wird und ihren Arzt heiratet, verfällt Freeze endgültig der Verbitterung und dem Wahnsinn. Er zieht nur noch durch die Gegend, um mit seiner Eiskanone den Menschen das wegzunehmen, was sie am meisten lieben. Auch Bruce Wayne bleibt nicht verschont. Ein schlechter Verlierer, dieser Mr. Freeze. Aber wenn von einem nur noch der Kopf übrig ist, bekommt man vielleicht eine andere Sicht auf die Dinge … Durch das neue Design wirkt der Schurke jedenfalls … ähem … noch viel cooler.

Spider-Freeze

Ein letztes Wiedersehen mit Fries gibt es in Batman Beyond (Batman of the Future). In Meltdown (S01E07) bekommt er von Wayne-Powers einen neuen Körper verpasst und damit auch seine Neigung zur Kälte ausgetrieben. Doch wie man sich denken kann, ist das Glück nicht von Dauer. Wieder einmal wird er für sinistre Zwecke missbraucht. Freeze legt sich einen Anzug zu, in dem er noch furchteinflößender aussieht, doch er bleibt eine mitleiderregende Figur. Die Tragik besteht darin, dass er es gut meint – und dabei vom rechten Weg abgebracht wird, weil ihm das Gute einfach nicht vergönnt ist. Schlecht für ihn, gut für den Zuschauer.

Mr Freeze in Batman Beyond (Episode „Meltdown“)

Mehr zum Thema:

Die Geburt der Fledermaus aus dem Geist toter Eltern

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Titel: Batman: Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom)

Regie/Drehbuch: Eric Radomski, Bruce Timm/Alan Burnett, Paul Dini, Martin Pasko, Michael Reaves

Erschienen: 1993


„I didn’t count on being happy.“ (Bruce Wayne)

Bevor man mit The Animated Series beginnt, sollte man sich den Kinofilm Mask of the Phantasm schauen. Hier wird die Entstehung von Batman nachgetragen, eine Art Year One des Animated Universe. In Rückblenden sehen wir Bruce Wayne beim Training und als maskierter Vigilant gegen Verbrecher antreten – allerdings noch ohne richtiges Kostüm. Die Eingebung dazu kommt ihm nicht durch die Fledermaus, die durch sein Fenster bricht, sondern durch einen Fledermausschwarm, der aus einer Höhle geflogen kommt, als Bruce gerade mit seiner Freundin kuschelt. Womit wir schon bei der Rahmenhandlung wären.

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Der Mythos ist Teil des Konzepts

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Titel: Legends of the Dark Knight (dt. Die Legende lebt)

Regie/Drehbuch: Dan Riba/Robert Goodman, Bruce Timm

Erschienen: 1998 (The New Batman Adventures S01E19)


„Die Geschichte ist doch faul.“

Wer oder was ist Batman? Ein Mensch oder ein Flugsaurier? Ist er etwa schon alt und ist Robin ein Mädchen? Mit diesen Fragen setzt sich Legends of the Dark Knight auseinander. In dieser Episode der New Batman Adventures diskutieren drei Kinder über Batman. Zwei von ihnen erzählen eine Geschichte, die sie über Batman gehört haben: Eine entspricht im Stil dem farbenfrohen Golden Age, in dem Batman und Robin noch lächelnd eine Spaßmacher-Version des Jokers mit spielerischer Leichtigkeit in einem Setting von überdimensionalen Musikinstrumenten bekämpfen. Die andere ist eine Dystopie, in der Batman mit einem Panzer gegen die Mutantenbande vorgeht und sich dann in einem Schlammloch mit ihrem Anführer prügelt. Diese Szene stammt aus Frank Millers The Dark Knight Returns – sogar die Sprüche sind aus dem Comic übernommen. Am Ende werden die Kinder mit dem Batman ihrer Gegenwart konfrontiert, der Firefly zur Strecke bringt.

Diese Hommage an die vielen Batman-Inkarnationen zeigt nicht nur, dass jeder eine andere Vorstellung von diesem Helden hat und sich seine Lieblingsversion aus einer langen Tradition aussuchen kann, sondern auch, dass zum Konzept des Dunklen Ritters auch die Mythenbildung gehört. Batman ist ein Mysterium – und als solches profitiert er auch davon, dass die Leute ihn nicht kennen, sodass sie ihn entweder bewundern oder fürchten. Geschichten verselbständigen sich zu Legenden, das Konzept Batman wächst über Maske, Kostüm und Logo hinaus. Auch als Pop-Ikone ist Batman keine feste Größe, sondern der Mode (und auch dem Markt) unterworfen, er macht viele Veränderungen durch, wird immer wieder neu erfunden und der Zeit angepasst. Diese bescheidene Serien-Episode macht das deutlicher als alle bisherigen. Man muss den Machern der Serie hoch anrechnen, dass sie sich auch immer wieder selbstreflexiv mit ihrem Helden auseinandergesetzt haben.

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>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

Batmans schlimmster Albtraum

Batman: Over the Edge

Titel: Over the Edge

Regie/Drehbuch: Yuichiro Yano/Paul Dini

Erschienen: 1998 (The New Batman Adventures, Episode 12)


Es ist ein Szenario wie aus einer Elseworlds-Geschichte: Die Polizei stürmt die Bathöhle, das Batmobil wird zerstört, Batman und Robin werden gehetzt und können knapp entkommen. Was ist passiert? Batgirl ist tot, nachdem sie von Scarecrow vom Dach gestürzt wurde, James Gordon entdeckte, dass sie seine Tochter war und nun gibt er Batman die Schuld und sinnt auf Rache. Dabei verbündet er sich sogar mit Bane …

Was wie ein Albtraum klingt, wird mit skrupelloser Brutalität durchexerziert. Mit Abstand ist dies die düsterste Episode der Serie. Aber dafür auch die beste der letzten Staffel. Denn mehr Drama und Tragik steckt in keiner anderen Folge. Zurück bleibt ein mulmiges Gefühl: Das darf doch nicht wahr sein?, fragt man sich. Das Ende soll nicht verraten werden, aber man kann es sich denken, dass es nicht so schlimm sein kann, wie es aussieht. Dennoch nimmt es der Folge nicht die Spannung.

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Zwei Kurze zum Geburtstag

Das Batman-Jubiläumsjahr geht zuneige und es wurde viel geboten: Eine dicke Ausgabe von Detective Comics #27, die wöchentliche Serie Batman Eternal (Rezensionen folgen), einen neuen Batman-Origin in epischer Breite namens Zero Year sowie zwei neue animierte Spielfilme (Son of Batman, Assault on Arkham). Zum 75. Geburtstag hat Warner Bros. den Fans auch zwei Kurzfilme spendiert. Der eine, von Altmeister Bruce Timm in Schwarzweiß inszeniert, greift die Urgeschichte von Dr. Strange und den Monster Men auf. Der andere stammt von Darwyn Cooke und zeigt einen Kampf von Batman Beyond-Terry McGinnis gegen Robo-Batmen im Retro-Style. Bei beiden Clips handelt es sich um schöne Liebeserklärungen an die Fledermaus, die wieder Lust auf die animierten Originalserien machen.

Nah dran ist auch vorbei

Batman: Almost Got'im

Titel: Almost Got ’Im (dt. Fast erwischt)

Regie/Autor: Eric Radomski/Paul Dini

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series, S01E46)


 „Einer von uns hätte ihn inzwischen erledigen müssen.“ (Killer Croc)

Eine Pokerrunde unter Schurken: Joker, Two-Face, Pinguin, Killer Croc – allesamt auf der Flucht vor dem Gesetz und Batman. Man tauscht Theorien über den gemeinsamen Erzfeind aus. Two-Face glaubt, es gebe mehr als einen Batman, Killer Croc geht von einem Roboter aus etc. Als Poison Ivy hinzukommt, prahlt jeder damit, Batman beinahe erledigt zu haben. Jeder will am dichtesten dran gewesen sein. Und so erzählt jeder seine Geschichte.

Batman: Almost Got'im

Egal, wer die beste Story erzählt, die Folge ist auf jeden Fall eine der besten der Serie: Das Schurkenaufgebot sorgt für Abwechslung und Humor, am Ende gibt es eine überraschende Wendung. Mehr kann man nicht erwarten. (Nebenbei erfährt man übrigens, wie Batman zu seinem Riesen-Penny gekommen ist.)

Inspiriert wurde die Episode von dem Vierteiler Where Were You On The Night Batman Was Killed? (Batman #291-294, 1977).

>> Batman: The Animated Series

Zieh dich aus, Fledermaus!

Batman: The Cape and Cowl Conspiracy

Titel: The Cape and Cowl Conspiracy (dt. Die Verschwörung)

Regie/Autor: Frank Paur/Elliot S. Maggin

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series, S01E31)


Das geht gar nicht: Da kommt man zu einer Spendengala und wird vor aller Augen von Batman gedemütigt und entführt. So geschieht es Baron Jozek, einer zwielichtigen Gestalt. Nachdem Batman ihn verhört, will sich Jozek an seinem Peiniger rächen und beauftragt einen Kerl, Batman in eine Falle zu locken, um ihm Umhang und Maske abzunehmen. Das klappt natürlich nicht beim ersten Mal, denn Batman wehrt sich sehr ausgebufft gegen die Verschwörung. Aber es kommt schließlich zum Äußersten und das Ende ist so überraschend, dass es nicht verraten werden soll. Es macht die Episode jedenfalls zu einer der besten.

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>> Batman: The Animated Series

Strange Apparitions: Kein Patent für Joker

Batman: Strange Apparitions

Titel: Strange Apparitions

Autor/Zeichner: Steve Englehart, Len Wein/Marshall Rogers, Walt Simonson

Erschienen: 1977/1978 (Detective Comics #469-479), Paperback 1999; dt. Panini 2012 (Batman Collection: Marshall Rogers), Eaglemoss Collection 2015 (Im Zeichen des Jokers)


„But the fish share my unique face! If colonel what’s-his-name can have chickens, when they don’t even have mustaches –!“ (Joker)

Obwohl die Geschichte unter einem Titel zusammengefasst wurde und ein linearer Zusammenhang besteht, ist es schwer, hier von einer Story zu sprechen. Im Grunde sind es sechs Geschichten, die aufeinander folgen. Batman begegnet einem radioaktiven Glühwürmchen namens Dr. Phosphorus, dann Hugo Strange, dem Pinguin, Deadshot, Joker und Clayface. Den roten Faden bilden Nebenhandlungen mit Rupert Thorne, der Batman aus der Stadt haben will, sowie Bruce Waynes Liebschaft mit Silver St. Cloud. Aber ein Spannungsbogen ergibt sich nicht.

Die meisten dieser Geschichten mögen für die späten 70er vielleicht was hergegeben haben, aus heutiger Sicht sind sie altbackene Standardware. Vor allem die Erzählung, in der der Joker, Fische zum Lächeln bringt (The Laughing Fish), um sie patentieren zu lassen, hat zwar einen ungewöhnlichen Ausgangspunkt, ist aber sonst ziemlich schwach, vor allem, weil sie sich zu sehr bei der ersten Joker-Story in Batman #1 bedient.

Die interessanteste Geschichte ist die um Hugo Strange. Der kommt nämlich zufällig hinter Batmans Geheimidentität, nimmt dessen Position als Bruce Wayne ein, um ihn auszunehmen und zu ruinieren, und veranstaltet eine Auktion, bei der er den Namen an den meistbietenden Schurken zu versteigern versucht. Wie man sich denken kann, wird das Schlimmste verhindert. Dafür gibt es aber eine Frau, Silver St. Cloud, die ebenfalls eins und eins zusammenzählt und herausfindet, dass der Mann den sie liebt, nachts gerne Verbrecher verprügelt. Die Schlussfolgerung daraus kann nur eine Tragische sein: Die Beziehung zerfällt.

Die filigranen Zeichnungen von Marshall Rogers entschädigen für die Kritzeleien eines Walt Simonson und das insgesamt mäßige Storytelling. Aber vielleicht muss man diese 70er-Jahre-Geschichten auch mit anderen Augen sehen. Immerhin gelten sie als einflussreiche Klassiker. (In den 80ern diente Strange Apparitions zunächst als Vorlage für das Drehbuch des geplanten Batman-Films, der erst 1989 von Tim Burton realisiert wurde – allerdings mit einem ganz anderem Script.)

Zwei der Storys wurden für Episoden der Animated Series wiederverwendet. Die Grundidee der Hugo Strange-Story wurde in „The Strange Secret of Bruce Wayne“ (S01E37) aufgegriffen; dort bieten Joker, Two-Face und Pinguin um ein Videoband, auf dem Strange Bruce’s Trauma aufgezeichnet hat.

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In „The Laughing Fish“ (S01E34) erzählt Paul Dini die Joker-Story neu, wobei er sich zwar überwiegend an die Vorlage hält (zum Teil sogar wörtlich), er aber ein wesentlich spannenderes Finale mit einem Haifisch-Kampf erzählt (der ist „The Joker’s Five-Way-Revenge“ entlehnt). Vor dem Hintergrund der lachenden Fische allerdings erscheint die später in Mad Love zum Tragen kommende Idee mit den grinsenden Pyranhas wie ein Abklatsch … (wenn auch ein guter!)

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(Dieser Artikel wurde am 6.11.2017 überarbeitet und aktualisiert.)

>> Batman 1970-1979

Sauberer Bulle, dreckige Stadt

Gotham

Gotham ist eine Batman-Serie ohne Batman. Im Mittelpunkt steht die Anfangszeit des Polizisten James Gordon, der versucht, den Mord an der Familie Wayne aufzuklären. Nebenbei erfährt man die Entstehungsgeschichten von Batmans Schurken. Das ist reißerisch, unterhaltsam, aber nicht zwingend sehenswert.

Die Vorgeschichte ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen ist es hilfreich, eine zu erzählen, wenn man den Charakteren Tiefe verleihen will. Doch während man die Motive erklärt, läuft man Gefahr, in küchenpsychologische Klischees zu verfallen: schlimme Kindheit – böse Taten etc. Zum anderen erlaubt das Erzählen von Vorgeschichten, die Abenteuer beliebter Figuren fortzusetzen, aber dabei läuft man Gefahr, sich auf den Vorläufern auszuruhen und nichts anderes zu bieten, als das, was man erwartet. Und jeder weiß, dass es interessanter ist, zu erzählen „Darth Vader ist Anakin Skywalker“ als „Anakin Skywalker wird Darth Vader“.

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Batman ist ein anderer

perchance to dream

Titel: Perchance to Dream (dt. Der Alptraum)

Regie/Autor: Boyd Kirkland/Laren Bright, Michael Reaves, Joe R. Lansdale

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series, S01E30)


Seltsam: Eben noch ist Batman in eine wilde Verfolgungsjagd verwickelt, am nächsten Morgen wacht er auf und weiß nicht mehr, wie er hergekommen ist. Das eigentliche Problem ist aber: Niemand weiß, dass er Batman ist. Alfred hat noch nie etwas von Robin gehört, auch fehlt der Eingang zur Bathöhle. Bruce Wayne ist mit Selina Kyle verlobt und seine Eltern leben. Eigentlich müsste damit alles gut sein, aber Bruce Wayne wird die Überzeugung nicht los, dass hier einiges nicht stimmt. Denn Batman gibt es zwar – aber er ist ein anderer. Es kommt zwangsläufig zu einer aufschlussreichen Konfrontation.

Bruce Wayne versus Batman

Bruce Wayne versus Batman

Was sich liest, wie eine Elseworlds-Geschichte ist in Wirklichkeit eine Art künstlicher Traum, mit der Batman vom Mad Hatter ruhig gestellt worden ist. Die Story ist nicht nur wegen ihrer albtraumhaften Stimmung interessant, sondern auch weil sie Filme wie Matrix und Inception vorwegnimmt.

Perchance to Dream ist inspiriert von Identity Crisis (Detective Comics #633, 1991).

>> Liste der Batman-TAS-Episoden