Animation

Batman The Animated Series: Endlich digital auf Deutsch

Warner Bros.

Warner Bros.

Von Batman gibt es so gut wie alles auf DVD oder sogar Blu-ray, zuletzt sogar die 66er-Serie mit Adam West. Aber eine Komplett-Box von Batman: The Animated Series wurde bisher noch nicht veröffentlicht. Die Staffeln kann man nur einzeln als Import mit englischer Tonspur kaufen, eine deutsche Fassung fehlt.

Nun hat Amazon alle Folgen der legendären Zeichentrickserie der 90er digital verfügbar gemacht – nicht nur Batman, sondern auch das Superman-Pendant. Für die üblichen 2,49 Euro pro Folge oder 24,99 Euro pro Staffel. Bei vier Staffeln kommt man da auf stolze 100 Euro – ohne Originalversion wohlgemerkt. Auch wenn jetzt manche in Jubel ausbrechen – das ist dreist teuer für eine mehr als 20 Jahre alte Serie.

Sparfüchse werden noch warten müssen, bis die Serien im Prime-Abo enthalten sind, wie es für Justice League Unlimited bereits der Fall ist. Und wer sich lieber Silberscheibchen ins Regal steht, der wird sich ohnehin noch eine Weile gedulden müssen.

Der Ritt auf dem Phallus

Roxy Rocket kommt Batman davon.

Roxy Rocket kommt Batman davon.

Titel: The Ultimate Thrill (dt. Der letzte Kick)

Drehbuch: Hilary J. Bader

Erschienen: 1998 (The New Batman Adventures S01E11)


„Oh baby, you’re the best! The ultimate thrill! The final stunt! Me and you! Yeah! Yeah! Yeeeah!“ (Roxy Rocket)

Heute möchte ich euch eine meiner Lieblingsepisoden von Batman TAS vorstellen. Seltsam, dass ich nicht schon früher darauf gekommen bin, aber jetzt ist wohl die Zeit reif dafür. Die Rede ist von einer Folge aus der dritten Staffel, die ohnehin genial ist, allein schon visuell, wegen ihres kantigeren Stils, aber auch wegen einiger ausgefeilter Storys (z.B. Over the Edge). In der Folge „The Ultimate Thrill“ bekommt Batman es mit einer neuen Schurkin zu tun, der Diebin Roxy Rocket, einer ehemaligen Stuntfrau. Und wie so oft ist die rothaarige Schurkin nicht irgendeine Frau, sondern eine mit Feuer, deren Charme man nur schwer widerstehen kann. (Ihren ersten Auftritt hatte sie in Batman Adventures Annual #1, 1994.)

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Das Feuer ist wörtlich gemeint: Denn sie reitet, wie der Name schon sagt, auf einer Rakete. Klingt albern? Mag sein. Aber der Verstand setzt hier schnell aus und weicht der reinen Freude am Zuschauen. Denn Roxy ist nicht nur fit im Raketenflug, sondern auch eine gewitzte Person, die Batman immer wieder abhängt und mit einem lockeren Spruch dumm dastehen lässt. Es ist eine Lust, diese pfiffige und rasante Episode zu sehen.

Apropos Lust: Es geht beim „letzten Kick“ um nichts anderes. Und das ist mehr als nur Subtext, es braucht wirklich nicht viel Fantasie, um sexuelle Erregung darin zu sehen. Wie sich Roxy in ihrem Todesmut jedes Mal einen abstöhnt, wenn sie durch die Luft fliegt, das ist schon fast nichts mehr für Kinder. Gerade im Finale, wenn sie mit Batman auf der Rakete sitzend auf eine Felswand zurast (und sich dabei sogar auszieht!), scheint sie buchstäblich einen Orgasmus zu erleben. (Man sollte sich allein die Tonspur anhören.)

Nicht ohne Grund reitet Roxy auf einem großen Phallussymbol und sagt solche Dinge wie: „Ich mag Männer mit Durchhaltevermögen.“ Sagen wir’s frei heraus: Es geht um eine Frau, die für eine Riesenerektion die Beine breit macht. Und wie geht Batman darauf ein? Ach, ihr kennt doch den alten Miesepeter …

P.S.: Selbst Co-Creator Bruce Timm hat zugegeben, dass „The Ultimate Thrill“ eine der frivolsten Episoden der Zeichentrickserie ist.

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

Bat-Robot gegen Godzilla Croc

Der Blödsinn der Woche ist eindeutig dieser Trailer zu einer weiteren freudlosen Episode von Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants lautet der Untertitel dieses Zeichentrickfilms – und damit ist auch schon alles gesagt. Killer Croc, Bane und Clayface wachsen zu Riesen heran, Batman und Green Arrow steigen in riesiger Roboter-Kampfanzüge und prügeln sich mit ihnen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es ist eigentlich nur ein billiger Abklatsch des Hochglanz-Trash-Films Pacific Rim, der wiederum ein mieser Abklatsch alter Godzilla-Filme ist, die wiederum ihren Ursprung bei King Kong haben usw. Für die Animationsfilmreihe ist es eine logische Weiterentwicklung, nachdem Batman in Monster Mayhem (dt. Monster Chaos) auf einem Roboter-T-Rex geritten ist.

Kurz gesagt: Schon wieder ein Film, der nur dazu dient, Kindern Spielzeug zu verkaufen und das, was Batman eigentlich ausmacht, völlig vergessen zu machen.

Wer sich gut mit Batman-Comics auskennt oder dieses Blog schon länger verfolgt, wird sich vielleicht erinnern, dass diese Idee aber gar nicht mal so weit hergeholt ist: sie wurde schon einmal durchgespielt, nämlich in Gotham After Midnight. In Kapitel vier der zwölfteiligen Mini-Serie nimmt es Batman in einer ähnlichen Riesen-Rüstung mit Clayface auf. Völlig bescheuert? Nein, mir hat der Comic sehr gefallen – gerade wegen solcher absurder Szenen. Oft ist das, was gezeigt wird, gar nicht so entscheidend wie das Wie. Aber die Erfahrung mit Animal Instincts lehrt, dass man auf die Batman Unlimited-Filme verzichten kann, wenn man älter ist als zwölf Jahre.

Detective 941 (DC Comics)

Detective 941 (DC Comics)

Wie der Zufall will, scheint eine ähnliche Idee auch wieder in den Comics aufgegriffen zu werden: Im September beginnt das erste Batman-Crossover nach Rebirth: Night of the Monster Men. Batman und Co. müssen gegen Riesenviecher kämpfen. Das kann ja heiter werden …

>>> Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants feiert Premiere am 24. Juli bei der San Diego Comic-Con, erscheint am 30. August in den USA zunächst digital und am 13. September auf DVD. Ein Termin für Deutschland steht noch nicht fest.

The Killing Joke – ein Comic, viele Versionen

Am 4. August 2016 erscheint die animierte Adaption von The Killing Joke auf DVD und Blu-ray. Jetzt hat DC einen weiteren Auszug aus dem Film veröffentlicht: er zeigt die Eröffnungsszene des Comics. (Im Video oben beginnt der Clip erst bei 3:57.) Mittlerweile hat ein Fan eine überarbeitete Version des Trailers erstellt, die sich stärker an der Optik der Comic-Vorlage orientiert: mehr Schatten wurden hinzugefügt und die Farben lehnen sich an der Original-Kolorierung an (die heutige Comic-Fassung hat weniger grelle Farben).

Hier gibt es einen Bild-für-Bild-Vergleich zwischen Original, dem Trailer und der Neufassung:

Selbstverständlich kommt auch der „Redrawn Trailer“ nicht an das Original heran. Zu detailreich sind dafür Bollands Zeichnungen. Aber dennoch wirkt die Ästhetik des Fan-Trailers viel stärker als das vergleichsweise blasse Original.

Wer es ganz puristisch mag, dem sei Batman Noir: The Killing Joke empfohlen, das im August erscheint und ganz auf Farbe verzichtet. Panini veröffentlicht im September eine Deluxe-Version „in sorgfältiger Neuübersetzung, mit Bonusmaterial und in prächtiger Ausstattung“, so die Verlagsankündigung. Exklusiv bei Amazon werden ab 4. August zwei Sondereditionen verkauft: eine Hardcover-Ausgabe inklusive der Blu-ray des Films und eine Blu-ray mit Joker-Figur.

Damit scheint es von The Killing Joke mehr Versionen zu geben als vom Joker selbst.

Und dann gibt es noch die übliche US-Version des Comics von Alan Moore und Brian Bolland: Ohne Schnickschnack, 64 Seiten lang, beste Unterhaltung in der Originalsprache. In der Regel reicht das, aber ein Bonus würde dem Werk gut tun, nämlich ein Reprint seiner Vorlage „The Man Behind the Red Hood“ (Detective Comics #168, 1951). Auf so eine Ausgabe wird man wohl noch warten müssen.

Ein Trailer zu Batman: The Killing Joke

Die Film-Adaption von The Killing Joke feiert am 28. Juli in den USA Premiere und soll am 4. August in Deutschland auf Blu-ray erscheinen. Bei Amazon bekommt man eine Joker-Figur dazu. Hier schon mal ein Vorgeschmack mit dem ersten offiziellen Trailer. Eine Art Making-of gibt es hier.

Erste Filmbilder aus The Killing Joke

The Killing Joke ist neben Frank Millers Epen das wichtigste Batman-Comic der 80er. Nach The Dark Knight Returns und Year One bekommt nun auch der Klassiker von Alan Moore und Brian Bolland eine Adaption als Animationsfilm. Im Juli 2016 soll er bei der San Diego Comic Con Premiere feiern. Jetzt gibt es erste Bilder daraus: In einem Video, das halb Trailer und halb Making-of ist, erklären die Macher wie Bruce Timm, welche Herausforderungen bei der Verfilmung zu bewältigen waren und wie man die Geschichte um Batgirl erweitert hat. Ein verständlicher Schritt, da in der Story Barbara Gordon vom Joker angeschossen wird und damit ihre Karriere als Superheldin endet. Außerdem sieht man die Synchronsprecher, die schon bei The Animated Series der 90er dabei waren, wieder bei der Arbeit: Kevin Conroy als Batman und Mark Hamill als Joker. Ein guter Grund, sich die Originalversion anzusehen.

Klar wird, dass die Filmbilder nicht an die Kraft von Brian Bollands ausdrucksstarkem Stil heranreichen – und wohl auch nicht heranreichen können. Für die Animation sind Vereinfachungen nötig, dadurch geht aber viel von dem Reiz des Comics verloren. Die Macher beteuern aber, dass inhaltlich keine Kompromisse gemacht werden sollen und der Film so drastisch sein soll wie seine Vorlage. Also wieder ein Batman-Zeichentrickfilm, der nichts für Kinder sein dürfte.

Treffer auch beim zweiten Mal

Der Lego-Batman ist so cool, dass er gleich zwei Trailer in einer Woche bekommt. (Den ersten gibt es hier.) Und auch beim zweiten Mal macht das Großmaul aus Plastikklötzchen Lust auf mehr. Das Video zeigt uns Batman als einsamen Irren, der – in Anbetracht seiner langen Geschichte – sehr gut gealtert ist. Alfred Pennyworth wird übrigens gesprochen von Ralph Fiennes, der Joker von Zach Galifianakis (Hangover). The Lego Batman Movie startet am 10. Februar 2017 in den USA.

Treffer beim ersten Versuch

Beim Lego Movie (2014) war Batman der eigentliche Held: Ein sympathischer Angeber und Frauenheld, der sich durch seine Abenteuer stümpert. Bereits 2013 hat der Lego-Batman einen Direct-to-Video-Film bekommen, 2017 soll der neue Lego Batman Movie im Kino erscheinen. Der erste Trailer macht jedenfalls mehr Lust darauf als auf Zack Snyders nächsten Brachialfilm Justice League, mit dem er zum dritten Mal versuchen wird, den größten DC-Helden gerecht zu werden. Als Lego-Parodie scheint es jedenfalls einfacher zu klappen. Ein wenig mehr Humor könnte vielleicht auch den ernstgemeinten Real-Filmen aus der Misere helfen.

Verjüngt dank Superman

Batman versus Superman, Teil 22: The Demon Reborn (1999)

Superman und Batman: Ein gutes Team.

Superman und Batman: Ein gutes Team.

Titel: The Demon Reborn (dt. Verbündet gegen den Dämon)

Regie/Drehbuch: Dan Riba/Rich Fogel

Erschienen: 1999 (Superman: The Animated Series S03E11)


„There might be something to this partnership business after all.“ (Superman zu Batman)

Ein drittes Mal kommen Superman und Batman in der Animations-Serie zusammen, als es um Ra’s al Ghul geht. Dieser überfällt einen Zug, um an einen indianischen Zauberstab zu kommen. Damit will er Superman seiner Kräfte berauben, um so wieder verjüngt zu werden. Der Rest der Story ist simpel: Batman greift ein, um seinen Kumpel zu retten. Von den drei Begegnungen der beiden Helden in der Superman-Serie ist dies zwar die schwächste, da es an bemerkenswerten Situationen oder Dialogen fehlt, aber immer noch handelt es sich um eine sehenswerte Folge.

Am Ende können die beiden Helden endlich ein wenig Sympathie füreinander aufbringen.

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Batman ist nicht genug

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: Bad Blood

Drehbuch: J.M. DeMatteis

Erschienen: 2016 (Direct-to-Video)


„Dressing like a bat doesn’t make you a hero. It just makes you a target.“ (Batman)

Die Batman-Familie ist eine ambige Angelegenheit. Eigentlich ist Batman ein Einzelgänger. Ein Einzelkämpfer. Aber dann kam der bunte, lachende Robin. Und damit niemand auf die abstruse Idee einer Schwulen-WG kam, stellte man ihm Batwoman zur Seite, dann Batgirl, einen Hund, einen Kobold. Aus Nightwing wurde Robin, es kamen drei bis vier Nachfolger, starben und kamen in anderen Formen wieder, ebenso wie die Batgirls. Ganz zu schweigen von den anderen Batmen, die Filialen in der ganzen Welt betreiben.

Das Gute an dieser Familie ist, dass es eine Reihe von Stellvertretern gibt, wenn Batman mal fehlt. Die Tatsache, dass es immer mehrere Aspiranten auf das Amt gibt und sich die Nachfolger schwer damit tun, spricht für sich: es kann nur einen geben – und das ist Bruce Wayne. Alle anderen sind also bloßes Beiwerk und daher auch verzichtbar. Dass sie immer in Batmans Schatten stehen werden und den Kampf eines anderen kämpfen werden, darin besteht der gemeinsame Grundkonflikt all dieser Figuren. Nun gut, weil Batman allein auch mal langweilig wird und der Rest der Familie dank der langen Tradition nun mal da ist (einige von ihnen sind zugegebenermaßen sogar interessante Charaktere), gibt es eben auch Familiengeschichten, auch wenn es zuletzt Überhand nimmt (siehe Batman Eternal).

Auch im Universum der jüngsten Animationsfilme ist Batman nie genug. Aber selbst Nightwing und Robin reichen offenbar nicht. In Bad Blood nimmt sich auch Batwoman des Verbrechens an (zuletzt war sie in Mystery of the Batwoman im Film zu sehen). Sie schlägt sich auf eigene Faust durch, gehört aber (noch) nicht zur „Familie“, Batman ist nicht erfreut, aber hilft dennoch aus, als es darum geht, eine Bande von Schurken zu erledigen. Bei dem gemeinsamen Einsatz geht Batman verloren. Als sich die Sache herumspricht, entsteht ein Machtvakuum. Dick Grayson steigt ins Batman-Kostüm und nimmt es mit Black Mask auf. Während ein neuer Schurke namens The Heretic, ein Muskelberg mit Batman-Maske, zusammen mit anderen Technologie aus Waynes Firma raubt, wird Wayne von Talia al Ghul einer Gehirnwäsche unterzogen, bei der er sein Trauma als eine Reihe von Albträumen durchlebt. Schließlich wird auch Robin (Damian Wayne) gefangengenommen. Am Ende geht es darum, die Poltiker der Welt unter Kontrolle zu bringen. Es kommt zum Kampf zwischen Batman und Nightwing …

Im Laufe der Handlung schließt sich noch Luke Fox als Batwing der Bat-Familie an. Zusammen mit Batman sind es damit fünf. Die vielen Figuren sind der größte Schwachpunkt des Films, denn dadurch wirken die einzelnen Charaktere oberflächlich. Allen voran Nightwing, der – anders als in den Comics – kaum dazu kommt, mit der angenommenen Batman-Rolle zu hadern. Dafür ist in 70 Minuten Film kaum Zeit. Am meisten Raum bekommt Batwoman (Kate Kane), sie ist die eigentliche Heldin des Films – und das sogar eine sympathische. Die Rolle der Schurkin Talia schwankt von Film zu Film: mal sorgt sie sich um ihren Sohn Damian, dann wieder nicht, schließlich erweist sie sich als plumper Machtmensch im Sinne ihres Vaters Ra’s. Ihr Ziel ist so beliebig und vage, dass es einen kaltlässt. Darüber hinaus wäre es zu wünschen, wenn nicht wieder (zum dritten Mal) die Familie al Ghul der Gegner wäre. Es gibt noch so viele Schurken, die man einsetzen und ausbauen könnte. Hier aber hat der Mad Hatter bloß einen enttäuschenden Gastauftritt als Handlanger. Alle anderen bösen Buben im Film wie Black Mask, Firefly und Killer Moth sind nicht mehr als Kanonenfutter.

Bad Blood setzt auf starke Action-Szenen und markige Sprüche. Wer nicht mehr verlangt, kommt auf seine Kosten. Die Pointen sitzen wie die Schläge. Wie schon beim Vorgänger Batman vs. Robin ersetzt der Film aber kaum das Lesevergnügen der Comics, bei denen er sich bedient: Battle for the Cowl, Long Shadows, Batwoman: Elegy und Batman Incorporated. (Besprechungen für die ausstehenden folgen.)

(Achtung Spoiler!)

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