Comic

Als DC gegen Marvel kämpfte

DC/Marvel

Titel: DC versus Marvel (dt. DC gegen Marvel: Der Kampf des Jahrhunderts)

Autor/Zeichner: Ron Marz, Peter David/Dan Jurgens, Claudio Castellini

Erschienen: 1996 (Miniserie #1-4), Paperback 1996; dt. Dino 1996 (DC gegen Marvel #1-3, 7, Paperback 1998)


Es war wohl das Comic-Event der Neunziger: DC gegen Marvel. Das erklärt sich von selbst. Es gab schon Superman gegen Spider-Man, Batman gegen Hulk, Teen Titans gegen X-Men, aber dann, nachdem JLA/Avengers (vorerst) gescheitert war, herrschte ein Jahrzehnt Flaute, bis man das Konzept in einer Art Battle Royale wiederbelebte.

Die Rahmenhandlung ist – wie immer bei solchen Crossover-Events und Paarungsfilmen – völlig nebensächlich, denn es geht ja nur um die Begegnungen. Die Welten von DC und Marvel verschmelzen zu einer. Hintergrund: Zwei kosmische gottgleiche Brüder lassen eine Auswahl der Superwesen ihrer jeweiligen Universen gegeneinander antreten, um zu entscheiden, welches Universum besteht. Ohne viele Erklärungen und ohne Zeit damit zu vertrödeln, eine andere Lösung für das Problem zu finden, sodass nicht Milliarden von Menschen und Welten sterben müssen, wird drauflosgeprügelt. Seltsamerweise nimmt man dabei Rücksicht auf die Leben der Kontrahenten, denn es reicht, den anderen nur außer Gefecht zu setzen.

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Poison Ivy plant die Apokalypse

DC Comics

Titel: The Green Ghosts of Gotham/Brambles

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton, Gene Colan

Erschienen: 1984 (Batman #367/Detective Comics #534)


Poison Ivy schickt die Sporen los: Ein paar fallen ins Wasser und gebären Pflanzenungeheuer, die an Swamp Thing erinnern, aber keinen Verstand haben. Ivy hat sie mit dem Wissenschaftler Lignier erschaffen. Nun machen sie Gotham unsicher – als „green ghosts“. Parallel dazu lädt Ivy Vorstandsmitglieder der Wayne Foundation zu sich nach Hause ein, in ihr grünes Refugium „Exotica“, damit sie sich dort erholen und sich ihrem Willen ergeben können. Ivy erscheint als Eva in diesem neuen Paradies.

Batman und Jason Todd (der hier in einem neuen Kostüm nicht als Robin unterwegs ist) müssen gegen grüne Monster kämpfen, Jason wird fast von Ivy vergiftet und am Ende setzt sie auf der Flucht ihre Pflanzen in Flammen, sodass auch ihre neuesten Kreationen verbrennen.

Poison Ivy fantasiert von Gothams Untergang. (DC Comics)

Aber wozu das Ganze? Einerseits will sich Ivy an der Wayne Foundation für ihren letzten gescheiterten Coup rächen und wieder Geld zu stehlen. Andererseits wird der Plan schnell vereitelt, da Lucius Fox vorgesorgt hat. Dann werden die Green Ghosts mit dem Bewusstsein der Vorstandsmitglieder gespeist, allerdings auch nur, um willenlos Ivy zu gehorchen.

Doch eigentlich will Ivy mit ihren Monstern Pflanzen erschaffen, die ohne Licht auskommen und stattdessen alle Nahrung aus der Erde beziehen. So soll die Erde nach und nach ausgehöhlt werden, um unterirdische Gärten zu erschaffen. Die Pflanzen sollen Häuser zum Einsturz bringen und die Straßen fluten, damit sie die Stadt plündern kann. Weit hergeholt? Schierer Wahnsinn, findet auch Batman. Doch Ivy gibt ihm dafür die Schuld.

Der fragwürdige Plan scheitert daran, dass Batman die Pflanzenmonster niederschlägt und Jason Ivy mit einem Fingerdrucktrick bewusstlos macht. Und wieder mal stellt sich die Frage: Wozu der ganze Aufwand? Wozu eine Stadt vernichten, wenn man es nur auf Geld abgesehen hat? Mit der Technologie, die dafür entwickelt wurde, hätte man locker reich werden können.

Poison Ivy braucht – abgesehen von Logik – ein besseres Motiv als Gier, nämlich Idealismus. Den kriegt sie erst nach der Crisis.

Hinweis: Der zweite Teil der Geschichte ist enthalten in Tales of the Batman: Gene Colan Vol. 2. Aber eben nur der zweite Teil – was auch auf andere Storys in dem Band zutrifft.

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Neue Detective Comics und „White Knight: Red Hood“

DC Comics

Kaum wurde die erste Autorin für Detective Comics eingeführt, verabschiedet Mariko Tamaki sich auch schon wieder. Im Juli, mit Detective Comics #1062, übernimmt Autor Ram V (Catwoman, Swamp Thing, Justice League Dark) die älteste Batman-Serie zusammen mit Zeichner Rafael Albuquerque, der bereits mehrere Batman-Storys und Cover zeichnen durfte, darunter vor allem All-Star Batman Vol. 3 The First Ally. Zu seinen weiteren Werken zählen Huck und Prodigy von Mark Millar sowie sein selbstgeschriebenes Ei8ht.

DC Comics

Zum Auftakt verspricht DC eine „high Gothic story“: Gotham Nocturne. Es geht opernhaft zur Sache, Teil 1 trägt den Titel „Overture“. Es geht um eine seltsame Melodie, die Gotham plagt und ihre Bürger in „etwas anderes“ verwandelt, während Bruce Wayne sich mit eigenen Dämonen herumschlägt.

Außerdem wird es Back-up-Storys von Si Spurrier (John Constantine: Hellblazer, Suicide Squad: Blaze) und Dani (Arkham City: Order of the World) geben. Zunächst soll es um Jim Gordon als Privatdetektiv gehen.

Mariko Tamaki, die mit Detective Comics #1034 begann, ist für die große Storyline Batman: Shadows of the Bat: House of Gotham (#1047-1058) verantwortlich, die im März beendet wurde und im Dezember als Hardcover erscheinen soll.

Neues vom White Knight

DC Comics

Am 27. Juli erweitert Sean Murphy sein White-Knight-Universum mit Batman: White Knight Presents: Red Hood #1. Sean Murphy schreibt den Zweiteiler mit Clay McCormack (Bloody Hel), die Zeichnungen kommen von Simone Di Meo (Future State: Harley Quinn). Beleuchtet wird darin Jason Todds Vergangenheit als Robin, bevor er zu Red Hood wurde. Zuletzt tauchte er in Batman: White Knight Presents Harley Quinn auf, derzeit erscheint der Achtteiler Beyond the White Knight, in dem er ebenfalls eine wichtige Rolle spielen soll.

Das Jüdische bei Batman

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Batman, Robin und Superman gegen Hitler und Co: Batman #18 und World’s Finest #9 (DC Comics)

Letztes Mal habe ich ausgeführt, inwiefern Superman, als Erfindung von zwei Juden, selbst unterschwellig Merkmale jüdischer Kultur in sich trägt. Im Laufe der Zeit wurden die jedoch zunehmend weißgewaschen, d.h. christianisiert. Doch was ist mit Batman? Auch er wurde von zwei Juden erfunden (Bob Kane und Bill Finger). Inwiefern findet sich also das Jüdische auch bei ihm?

Harry Brods Befund (in seinem Buch Superman is Jewish?) ist klar: gar nicht. In jüdischer Ikonographie wäre Bruce Wayne ein Schurke. Während Clark Kent ehrlich für sein Geld arbeitet (als Journalist), ist der reiche Playboy der typische WASP (White Anglo-Saxon Protestant), der Albtraum jüdischer Eltern der absoluten Assimilation.

In seiner Anfangszeit setzt sich Superman für die Hilflosen und Unterdrückten ein: Er rettet einen unschuldigen Mann vor einem Lynchmob, findet den echten Mörder, rettet eine Frau vor ihrem gewalttätigen Mann, deckt Korruption auf, geht gegen Ausbeutung vor usw. Batman hingegen kämpft gegen normale Ganoven und andere kostümierte Schurken wie den Joker. (Wie andere auch sagen: Er bestraft Abweichler von der Norm.) Während Superman Menschen oder sogar die Menschheit rettet, rettet Batman eher Luxusbesitz wie Juwelen der Elite, zu der auch Bruce Wayne gehört.

Superman und Batman sind daher von Anfang an Antipoden: Hier der Himmelsgott in leuchtenden Primärfarben, da der düstere Rächer der Nacht. Es macht mehr Sinn, dass sie gegeneinander kämpfen, als dass sie Freunde sind.

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Supermans jüdisches Erbe

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Hitlerschreck: Superman ist kein „Übermensch“. (Superman #17, DC Comics)

Seit ihren Anfängen nehmen es Superhelden mit Nazis auf. In den 40ern war das noch ein Ausdruck von Patriotismus: Man kämpft gegen die Deutschen, weil sie die Kriegsfeinde sind, genauso wie Japan. In den Krieg selbst mischen sich die Superhelden nicht ein (höchstens auf den Covern). Comic-Nazis sind bei Batman, Superman und Wonder Woman zunächst Spione, Saboteure, Mörder im eigenen Land. Aber von einem Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus ist in den frühen Comics nicht die Rede. Jedenfalls nicht direkt.

Doch Superhelden und Antisemitismus vertragen sich grundsätzlich nicht. Zum einen, weil diese Haltung ohnehin nichts mit Heldentum zu tun hat und jedem halbwegs anständigen und vernünftigen Menschen abgehen sollte. Zum anderen, weil die Schöpfer der ersten Superhelden Juden bzw. jüdischer Herkunft waren – und zwar sehr viele von ihnen: Jerry Siegel und Joe Shuster, Bob Kane (Robert Kahn) und Bill Finger; Joe Simon, Jack Kirby und Stan Lee, sowie natürlich auch Will Eisner, um noch einen Pionier zu nennen. Auch die Verleger von DC und Marvel waren Juden. Kurzum: Genauso wie Hollywood-Filme sind Comichefte ohne Juden undenkbar.

Clark Kent, der jüdische Nerd

Aber spiegelt sich das auch in den Comic selbst wieder? Auf den ersten Blick nicht. Superman, Batman und Co. erscheinen wie die Inbegriffe des Ur-Amerikanischen im „weißen“ Sinne. Superman scheint fast eine leibhaftige US-Flagge zu sein – er steht für truth, justice and the American way – und wem das nicht reicht, für den gibt es immer noch Captain America, ebenfalls eine jüdische Erfindung (von Joe Simon und Jack Kirby). Bestenfalls steht Superman für das Ideal einer allumfassenden amerikanischen Gesellschaft, die niemanden ausschließt, sondern für alle steht.

Superman ist kein Jude – jedenfalls nicht im religiösen Sinn. Doch wie Harry Brod in seinem Buch Is Superman Jewish? darlegt, ist Superman jüdisch in einem kulturellen Sinn.

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Hush Returns (Teil 4): Payback

DC Comics

Titel: Payback

Autor/Zeichner: A.J. Liebermann/Diego Olmos

Erschienen: 2006 (Gotham Knights #73-74)


Die Geschichte von Hush und Joker begann einst damit, dass der Joker Tommy Elliot scheinbar erschoss (siehe Hush). Dann kam es zu einer Revanche der beiden in Pushback (Gotham Knights #50-55), womit die Hush-Returns-Saga begann. Dann gab es (nach War Games) Intermezzi mit Poison Ivy und Clayface mit lauter Verwicklungen, bei denen Hush immer irgendwie mitgemischt hat, aber ohne dass es zum Charakter beigetragen oder die Handlung aufgebaut hat. Nun also das Finale: Hush bekommt seine Revanche gegen Joker.

Es beginnt mit einer Mordserie: Drei Menschen, die nichts miteinander zu tun haben, sterben durch ihre Herzschrittmacher. Alle Geräte stammen von Waynetech. Batman hat sofort Hush im Verdacht (weil dieser Arzt ist) und vermöbelt ihn aufs Geratwohl. Hush aber bestreitet die Schuld.

Joker trainiert Tauben

Der wahre Mörder ist der Joker, der in seiner Freizeit gelernt hat, Tauben zu trainieren und aus irgendeinem Grund Herzschrittmacher beeinflussen. Was das soll? Reine Willkür. Hush hat jedenfalls die Schnauze voll von dem Clown und will ihn erledigen, da erklärt ihm der Joker, dass er Hush auch einen Schrittmacher verpasst hat, ihn aber noch nicht töten wolle, denn: „I’ll kill you when I want to kill you.“ Tut er aber nicht, denn das wäre ja zu einfach und die Geschichte wäre zu schnell vorbei.

Schnell vorbei geht sie trotzdem. Die Ereignisse überschlagen sich zum Schluss: Hush bittet Bruce darum, den Schrittmacher zu entfernen. Bruce willigt ein, wenn sich Hush in Arkham einweisen lässt. Nach der OP (die ein kundiger Arzt durchführt) haut Hush aber ab und will sich am Joker rächen, Batman fängt ihn vorher ab und dann kommt der obligatorische Disput über Töten und nicht Töten, was das kleinere Übel ist und ob Batman Schuld an den Opfern trägt usw. Man kennt das ja, tausendmal gehört, tausendmal ist nichts passiert.

Offenes Ende

Dann lässt Batman schließlich Hush gehen und deutet an, er habe den Schrittmacher dringelassen. Der Joker taucht aus dem Nichts auf und es endet offen, ob Batman Hush dem Joker überlässt. „What do I do now?“, fragt sich Batman, doch wir werden es nie erfahren. Die Frage ist eher: Warum all dieses unnötige Spielchen? Warum nimmt Batman den Schurken nicht einfach fest, wenn er die Chance dazu hat?

Nach einer Storyline, die sich mehr oder weniger über 20 Ausgaben zog und das gesamte letzte Drittel der Serie Gotham Knights bestimmte, wird hier ein Finale in zwei Heften durchgepeitscht, das weder Spannung aufbaut, noch einen tieferen Sinn hat, noch ein befriedigendes Ende. Offenbar wollte die eingestellte Serie irgendwie zum Abschluss bringen. Vielleicht hätte man in #72 nicht ein Heft mit der Frage vertrödeln sollen, ob Thomas Wayne fremdgegangen ist. Aber auch zuvor hatte sich nicht angedeutet, dass es je einen großer Masterplan gegeben hätte.

Wie es mit Tommy Elliot weitergeht, erfährt man in Heart of Hush.

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Hush Returns (Teil 3): Clayface

DC Comics

Titel: Life of Riley/The Shape of Things to Come

Autor/Zeichner: A.J. Lieberman/Al Barrionuevo

Erschienen: 2005-2006 (Gotham Knights #67-71), Paperback 2017 (Batman Arkham: Clayface, nur #68-71)


Was bisher geschah: Hush (Tommy Elliot) hat Alfred Pennyworth entführt, der ist mit Hilfe von Batman wieder freigekommen und hat vorher noch entdeckt, dass Hush scheinbar nicht Tommy Elliot ist (siehe Gotham Knights #60).

Was nun geschieht: Nachdem sich Hushs Partner-in-Crime Prometheus verabschiedet (Talia al Ghul entführt ihn in #66, einem Tie-in zum Event Villains United), muss sich Bruce Wayne mit einem Erpresser namens Riley herumschlagen, der zufällig herausgefunden hat, dass Bruce Batman ist. Riley fordert eine Milllion Dollar, Bruce lässt sich darauf ein, lässt Alfred aber ein Gegenangebot unterbreiten. Dann aber bringt Alfred Riley scheinbar um.

Wir erfahren, dass dahinter (wer sonst?) Hush steckt. Er hat einen neuen Clayface entdeckt und für seine Zwecke instrumentalisiert: Johnny Williams, einen Feuerwehrmann, der sich verändert, nachdem er bei einem Brand durch radioaktiven Abfall kontaminiert wurde. Hush bot ihm an, ihm dabei zu helfen, seine Kräfte zu loszuwerden. Doch vorher musste ihm Johnny einige Gefallen tun.

DC Comics

Johnny nahm aus rätselhaften Gründen die Gestalt von Tommy Elliot an (und auch von Jason Todd, siehe Hush). Hush probierte dann an Alfred die Clayface-DNA aus und übernahm damit zeitweise die Kontrolle über ihn, um ihn den Mord an Riley begehen zu lassen. Alfred steht unter Mordverdacht und wird sogar zur Gefahr für Batman. Außerdem will Hush die Formwandler-Fähigkeit von Clayface adaptieren. Dazu braucht Hush eine Probe von Clayface V, Cassius Clay.

Und wozu das alles? Um Erzfeind Bruce Wayne zu verletzen. Aha. Aber was sollte das mit Alfred? Hush brauchte ein Versuchskaninchen. Doch seit wann und inwiefern kann die Clayface-DNA jemanden zur Marionette machen? Dabei ist Alfred , wie sich am Ende herausstellt, gar nicht der Mörder von Riley. Trotzdem hat er Batman später die Leine durchgeschnitten …

Ach, ich geb’s auf. Wenn jemand daraus noch schlau wird, kann er es mich wissen lassen. Nächstes Mal gibt’s das Finale.

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Poison Ivy macht mächtig Moos

DC Comics

Titel: A Sweet Kiss of Poison/Monster, My Sweet

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Irv Novick

Erschienen: 1981/1982 (Batman #339/344), Paperback 2018 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 2)


Bruce Wayne hängt gerade im exklusiven Empire Club herum, da kommt eine wildfremde Brünette des Weges und drückt ihm einen Kuss auf. Oh, eine Verwechslung, sagt sie, wie peinlich, entschuldigen Sie! Würde ein Mann das bei einer Frau machen, wäre es sexuelle Belästigung, doch Bruce sagt: Keine Ursache. Allerdings ahnt er: Da ist was faul. Und er hat natürlich recht.

Den die Brünette ist eigentlich eine Rothaarige namens Poison Ivy. Warum Bruce sie nicht erkannt hat? Na ja, in einer Welt, in der eine Brille reicht, um unerkannt Superman zu sein, kann eine Perücke selbst den besten Detektiv der Welt täuschen.

Poison Ivy drückt dem ganzen Vorstand der Wayne Foundation ungefragte Schmatzer auf, um sie mit ihrem Gift gefügig zu machen und ihr das gesamte Vermögen der Stiftung zu übertragen. Sie bittet die Herrschaften auf eine Theaterbühne und lässt sie alle einen Vertrag unterschreiben, der sie reicht macht – und keiner kann was dagegen tun.

Bruce kann sich immerhin zu Batman umziehen und versuchen einzugreifen, doch Ivy setzt ihn mit Giftpfeilen und einer Kletterpflanze außer Gefecht. Wie gut, dass Batman Entlaubungsmittel in seinem Gürtel dabei hat, obwohl seine letzte Begegnung mit der Ivy 16 Jahre her ist – und da war sie noch nicht für ihren grünen Daumen bekannt.

Schon wieder ein Baummonster

Fünf Ausgaben später kriegt dann Ivy endlich ihren Scheck (besser spät als nie). Die Herren sind immer noch machtlos. Bruce versucht ihr ins Gewissen zu reden: Die Stiftung gibt Millionen für wohltätige Zwecke aus, aber Ivy lässt das kalt. Da steigt Bruce wieder ins Batmankostüm und stalkt sie durch die ganze Stadt. Er verdirbt ihr den Appetit im Restaurant und die Lust beim Shoppen. Schließlich kracht er bei ihr ins Gewächshaus. Sie hetzt ihren Chauffeur Ivor auf ihn, den sie zu einem Baummonster hat mutieren lassen (wie schon Redwood in World’s Finest Comics #251-252).

Doch im Vergleich zu einer hypnotischen Femme Fatale ist ein Baummonster für Batman ein Kinderspiel. Deshalb darf auch Robin am Ende mithelfen.

Hinweis: Im Paperback Batman Arkham: Poison Ivy (2016) ist – wie bei der 66er-Story – nur der erste Teil (Batman #339) dieser Geschichte enthalten.

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Hush Returns (Teil 2): Human Nature

DC Comics

Titel: The Games People Play/Human Nature

Autor/Zeichner: A.J. Liebermann/Al Barrionuevo

Erschienen: 2005 (Gotham Knights #60-65), kein Paperback


„I want to be normal …“ (Poison Ivy)

Alfred hält am Straßenrand an, um einer jungen Frau mit ihrem liegengebliebenen Auto zu helfen, da wird er von einer Bande von Schlägern angegriffen und entführt. Dahinter stecken die Schurken Hush und Prometheus (siehe Pushback). Sie bringen ihn auf eine Jacht. Alfred kann sich befreien, da eilt schon Batman herbei und rettet ihn – wobei er ihn fast umbringt, weil er sinnlos mit Sprengstoff um sich schmeißt. Kurz zuvor findet Alfred heraus, dass Tommy Elliot lebt und offenbar nicht Hush ist? Aber leider kann er sich daran hinterher nicht mehr erinnern.

So viel zum Vorspiel. Wir erfahren: Das alles war von Hush genauso geplant. Den entscheidenden Tipp hat Batman übrigens von Poison Ivy bekommen. Um sie geht es dann in der Hauptstory, Human Nature. Ein Jugendlicher stürzt sich vom Dach. Offenbar nur ein Suizid, aber einer von vielen, und dann stellt sich heraus, dass die anderen Opfer vergiftet wurden – mit einem Pflanzenschutzmittel. (Warum der Junge dann gesprungen ist, bleibt schleierhaft.)

Pamela Isley will nicht mehr Poison Ivy sein

Hauptverdächtige ist Poison Ivy, doch die will damit nichts zu tun haben. Die Opfer waren einst ihre Schützlinge. Nach dem Beben (als Gotham zum Niemandsland wurde) hat Ivy einst Waisen in ihrem Garten im Robinson Park aufgenommen. Die Polizei löste damals das kurzlebige Paradies auf. Danach wurde an diesen Jugendlichen herumexperimentiert, um sie zu biologischen Waffen zu machen, einige von ihnen sind nun süchtig nach Pflanzendünger und werden erpresst.

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Alan Moore über Batman und Superhelden

Alan Moore (BBC Maestro)

Es ist kein Geheimnis, dass Alan Moore nicht gut auf DC zu sprechen ist. Auch wenn er bei DC seinen internationalen Durchbruch erlebte (Swamp Thing, Watchmen, The Killing Joke), war er vom Verhalten des Verlags so enttäuscht, dass er mit ihm brach. In seiner Online-Masterclass bei BBC Maestro spricht er den Namen nicht mal aus, sondern redet nur von „the Americans“.

Obwohl er Comics als eines der großartigsten Medien bezeichnet („It can do almost anything“), rät Moore stark vom Arbeiten in der Comicbranche ab. Er bezeichnet sie als eine der gierigsten und kleptokratischen Branchen der Welt und vergleicht sie mit der Filmindustrie, wie sie im Film Barton Fink der Coen-Brüder dargestellt wird. (Wer ihn nicht gesehen hat, dem sei dringend dazu geraten, das nachzuholen – er ist einer ihrer besten.) DCs Vertigo Comics, das 1993 gegründet wurde, bezeichnet er als „middle class Alan Moore farm“, die den Lesern das „Alan-Moore-Feeling“ gab.

Dennoch hat der Comic-Autor viel Lob für das Medium übrig. Der Comic ermögliche es, gleichzeitig in zwei Medien und damit auch zwei Bahnen zu erzählen: einerseits visuell mit Bildern, andererseits mit Worten, die von etwas ganz anderem handeln können, und Moore betont, dass man als Autor von dieser Möglichkeit Gebrauch machen sollte. Das hat den Vorteil, dass man auf relativ engem Raum viele Informationen unterbringen kann. „You can do nearly anything.“ Außerdem hofft er, dass die besten Comics noch nicht geschrieben worden sind. Doch er warnt gleichzeitig: „Don’t write like I write.“ Wer Comics schreiben möchte, soll eigene Ideen und Methoden entwickeln. Wie genau das geht, erklärt er in seinem sechsstündigen Kurs, der nicht nur für angehende Comic-Autoren interessant ist.

Moore zufolge sollte man stets die Möglichkeiten seines jeweiligen Mediums ausreizen. Daher hält er nichts von Adaptionen. Für ihn sind sie meist bloß Geldmache. Bereits vor einigen Jahren hat er sich kritisch über Superhelden-Comic-Verfilmungen bei Arte geäußert. Er nannte sie eskapistisch, infantil und gefährlich.

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