Comic

Schlechtes Karma für Batman

DC Comics

Titel: On the Outside

Autor/Zeichner: Bryan Hill/Miguel Mendonca

Erschienen: 2018 (Detective Comics #982-987), Paperback 2018 (Detective Comics Vol. 8)


„… they make me weaker“ (Bruce Wayne)

Es geht auch anders. Batman muss zum Beispiel kein Einzelkämpfer sein. War er in 80 Jahren sogar nur selten. Egal, ob Robin, ein Polizist wie James Gordon oder Alfred – Batman hatte fast immer irgendwie Hilfe. Deshalb gibt er den Teamgedanken auch nicht auf, nachdem seine Batman-Familie auseinandergefallen ist (siehe Fall of the Batmen/Batmen Eternal). Er will ein neues Team zusammenstellen. Und dafür sucht er sich Hilfe bei Black Lightning.

Es ist nicht schwer zu erraten, wie das Team heißen wird: The Outsiders. Die Superheldengruppe hat es bereits 1983 und dann immer wieder in neuen Zusammensetzungen gegeben. Black Lightning, der als Jefferson Pierce als Lehrer arbeitet, soll zunächst Babysitter für Cassandra Cain, Barbara Gordon und Duke Thomas spielen, und sie von einem neuen Schurken fernhalten: Karma.

Der kann nicht nur Gedanken lesen, sondern ist auch ein ruchloser Mörder: zuerst muss ein Viewtube-Star daran glauben, dann eine Moderatorin, schließlich entführt er eine ganze Schulklasse. Batman stellt zwar ein Team zusammen, aber will es trotzdem alleine mit Karma aufnehmen. Seine Begründung: Seine Gefährten machen ihn schwächer. Eine bittere Erkenntnis. Klar, dass der Plan an beiden Seiten nicht aufgeht.

Nach sieben ermüdenden Detective-Comics-Bänden ist auch On the Outside keine Pflichtlektüre geworden, aber der neue Autor Bryan Hill zeigt hier trotzdem, dass es auch anders gehen kann. Weniger Text, weniger Nebenschauplätze, ein sympathischer Gaststar (Black Lightning) und ein Gegner, der Batman dazu bringt, sich selbst zu hinterfragen und herauszufordern. In einer Sequenz sehen wir auch einen neuen Aspekt von Bruce Wayne: Um nachzudenken rast er einfach mal in zivil im Sportwagen durch die Gegend und hält, als ihm ein Geistesblitz kommt, mit quietschenden Reifen an einem Abhang. Life on the edge …

Die Mischung stimmt und auch dank des klaren Zeichenstils und knalliger Farben ist diese Vorbereitung zu der neuen Outsiders-Serie (erscheint nächstes Jahr als Paperback) ein spannendes wie kurzweiliges Vergnügen und macht Lust auf mehr.

Zum Schluss gibt es noch kurzes, aber prächtig düster von Sebastian Fiumara gezeichnetes Wiedersehen mit Deacon Blackfire aus der großartigen Mini-Serie The Cult. Auch dieser Schurke konfrontiert ihn mit einem fundamentalen Vorwurf: Batman kämpft einen vergeblichen Kampf gegen Gothams Fluch. Allerdings fällt die Antwort darauf oberflächlich aus.

>> Batman 2011-2019

Clayface wird zu Killer Karlo

DC Comics

Titel: Not Just Another Pretty Face

Autor/Zeichner: John Layman/Cliff Richards

Erschienen: 2013 (Batman: The Dark Knight #23.3), Paperback 2017 (Batman Arkham: Clayface)


Während das Crime Syndicate die Justice League scheinbar auslöscht und die Welt erobert (siehe Forever Evil), übernehmen auch andere Schurken die Macht. Clayface will sich dieser Secret Society anschließen. Weil sich keiner um ihn bemüht, startet er ein Bewerbungsverfahren, indem er eine geheime Basis von Widerstandskämpfern aushebt. Doch der Plan geht nach hinten los.

Clayface ist nach seinen acht Varianten mit dem Reboot von The New 52 wieder der Schauspieler Basil Karlo und der braune Formwandler, wie man ihn von Matt Hagen her kennt. Die kanonische Form ist also die aus Batman: The Animated Series (Feat of Clay). Seiner Ursprungsgeschichte erfährt man hier noch nicht (die wurde später in Batman: The Dark Knight – Clay nachgereicht). Doch dieser Basil Karlo ist ein Choleriker, der gerne mal zuschlägt, wenn er wütend wird. Schon damals am Set kriegte das ein Regisseur zu spüren, später müssen viele Ganoven dran glauben. Clayface erscheint hier bloß als stumpfer Killer, der ausrastet, wenn man ihn dumm nennt. Zweimal tötet er jeden um sich herum und randaliert. Mehrschichtiger wird er später in Fall of the Batmen. Aber hier ist er als Charakter unterentwickelt.

Mit dieser schwachen Kurzgeschichte endet ein auch sonst schwacher Band Batman Arkham: Clayface, der leider nur aus Origins und verstümmelten Geschichten besteht.

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Clayface 5 und 6: Clay-Thing

Titel: Chasing Clay

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones, J.H. Williams III

Erschienen: 1998 (Batman #550), Paperback 2017 (Batman Arkham: Clayface), dt. Dino 1999 (Batman Special 8)


Cassius „Clay“ Payne, das Kind von Clayface 3 und Lady Clay, ist sehr schnell groß geworden. Da die Eltern in Arkham hocken, experimentieren Wissenschaftler des Departments of Extranormal Operations (DEO) an ihrem Sohn herum. Doch kaum hat Dr. Peter Malley eine Probe des Körpers entnommen, macht sich diese selbständig, ergreift Besitz von dem Doktor und wird zu Clay-Thing, dem fünften oder gar sechsten Clayface. Der kann Menschen und Dinge durch bloßes Ansehen dahinschmelzen lassen. Buchstäblich.

Die erste Erfahrung damit macht ein Agent, dessen Waffe mit seiner Hand verschmilzt – der ganze Arm muss daraufin amputiert werden. Clay-Thing macht sich auf den Weg nach Gotham, um seine Eltern zu besuchen, und hinterlässt eine Spur des Todes und der Zerstörung.

Die DEO-Agentin Cameron Chase wird beauftragt, sich um das Problem zu kümmern. Notgedrungen muss sie mit Batman zusammenarbeiten, obwohl sie für Superhelden und -schurken nicht viel übrig hat. In Arkham lässt Clay-Thing eine Mauer schmelzen und befreit Amygdala, später schmilzt er beim Anblick von Cameron Chase selbst dahin. Die Erklärung: Wahrscheinlich hat die Frau selbst irgendwelche Superkräfte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hier zeigt sich, dass der Gestaltenwandler Clayface immer noch keine definitive Form angenommen hat, sondern sich weiterentwickelt. Clayface ist keine Figur, sondern eine Art Fluch, der von Person zu Person weitergegeben wird und sich immer wieder anders manifestiert. Der Mensch dahinter ist so austauschbar wie die Kräfte variieren. Der Schurke wird immer wieder gesteigert: Vom Mörder zum Monster.

Die Story rekapituliert zu Beginn noch einmal die Geschichte aller bisherigen Clayface-Figuren. Was sicher hilfreich ist für neue Leser, wirkt ermüdend, wenn man die Story in einem Band liest, der voller Clayface-Origins ist, wie Batman Arkham: Clayface.

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Die Rache der Schlammgesichter

DC Comics

Titel: The Mud Pack

Autor/Zeichner: Alan Grant/Norm Breyfogle

Erschienen: 1989 (Detective Comics #604-607), Hardcover 2015 (Legends of the Dark Knight: Norm Breyfogle Vol. 1)


Im Jahr 1989 gibt es vier Mal Clayface: Basil Karlo, den Schauspieler, Matt Hagen, den ersten Gestaltenwandler, Preston Payne, der im Schutzanzug und Sondra Fuller alias Lady Clay. In The Mud Pack bringt Basil Karlo, der gerade aus dem Knast entlassen wurde, alle Clayfaces zusammen. Warum? Um reich zu werden und Rache an Batman zu nehmen.

Doch schon mit Matt Hagen scheitert es. Karlo kratzt zwar alles an Zauberschlamm zusammen, den er finden kann, aber auch mit Wasser will ihm sein Golem nicht zum Leben erwachen. Den Rest der Story verbringen Matts Überreste als traurige Schlammskulpur, die von einem Löffel gestützt wird.

Wie der Zufall es will, bricht zur gleichen Zeit Preston Payne aus Arkham aus. Lady Clay erwartet ihn schon und bringt ihn zu Karlo. Sie hat die Form und die Kräfte der Superheldin Looker (von den Outsiders) angenommen. Natürlich verschanzt man sich in einem stillgelegten Kino, dem natürlichen Lebensraum des alten Schauspielers, wo alte Horrorplakate an den Wänden hängen.

Man raubt also eine Bank aus. Und Lady Clay tritt als Batman auf. Beim nächsten Überfall geht es Batman gegen Batman – und der echte sieht Robin wieder, den toten Jason Todd. Schließlich wird er entführt und im Kino mit allen anderen Traumata konfrontiert.

Am Ende stellt sich heraus, dass Basil Karlo den ganzen Aufwand nur betreibt, um sein eigenes Leben zu retten und zum ultimativen Clayface zu werden. Mit den Blutproben von Clayface III und IV lässt er sich zum Monster machen.

Eine starke Story, wäre da nicht der Auftritt der echten Looker. Ihr Name ist so dämlich wie ihr Kostüm. Aber sie kann so ziemlich alles, was die Handlung voranbringt. Deshalb darf sie Batman retten und ihm im Kampf gegen den Schurken helfen. Clayface III und IV verlieben sich Hals über Kopf, was nicht einmal der Autor ernst nimmt. In Knightfall: The Crusade werden sie eine Familie gründen, aber das ist ein anderes Thema … Schade ist nur, dass die Story nicht ihr Potenzial ausschöpft und auch Clayface II handeln lässt.

>> Liste der Clayface-Comics

Clayface IV: Lady Clay

Titel: Strike Force Kobra

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1987 (The Outsiders #21), Paperback 2017 (Batman Arkham: Clayface)


Der Clayface, wie wir ihn heute kennen, brauchte lange, um das zu werden, was er heute ist. Es gab drei Clayfaces: Den Schauspieler Basil Karlo, den Abenteurer Matt Hagen und den Wissenschaftler Preston Payne. Der heutige Clayface ist eine Fusion aus den dreien.

Weil aber drei Clayfaces offenbar nicht genug waren, erdachte man bei DC in den 80ern noch eine vierte: Lady Clay. Sie ist eine Schurkin, die für den Oberschurken Lord Kobra arbeitet und im Grunde die gleichen Formwandlerkräfte hat wie Matt Hagen, mit dem Unterschied, dass sie auch Superkräfte übernehmen kann. In einer Story der Outsiders übernimmt sie die Identität von Looker, einer total bescheuert aussehenden Superheldin, die eine pinke Leggings mit nur einem Hosenbein und einer großen Schleife trägt. Drei Seiten später fliegt die Betrügerin auf, sie verwandelt sich in Katana, die Outsiders bekämpfen sie usw. Das Ganze dient als Ablenkung, damit die Strike Force Kobra Stagg Enterprises überfallen kann, die Geburtsstätte des Helden Metamorpho.

Es wird nicht klar, inwiefern die Aktion die Outsiders ablenken sollte, wenn sie nicht gemerkt hätten, dass Lady Clay unter ihnen ist. Später taucht sie dann, obwohl in Gewahrsam der Outsiders, bei der Strike Force auf. Aber das ist natürlich nur die halbe Geschichte. Ich würde euch gerne die ganze erzählen, aber leider hat DC nur die erste Hälfte in den Band Batman Arkham: Clayface gesteckt. Das ist leider kein Einzelfall, auch beim Pinguin ist das passiert. Es scheint ein Prinzip dahinterzustecken. Vielleicht ist die Geschichte nicht gut genug, dass es sich lohnt, sie zu Ende zu erzählen. Dann kann man sich aber auch den ersten Teil sparen.

Lady Clay taucht später in der Story The Mud-Pack auf, zusammen im Verbund mit ihren drei Vorgängern. In Knightquest: The Crusade gründet sie mit Preston Payne eine Familie. Ihr Kind nennen sie – Achtung: Kalauer – Cassius „Clay“ Payne, benannt nach Muhammad Ali.

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Weihnachten mit Batmans Doppelgänger

DC Comics

Titel: A Parole for Christmas

Autor/Zeichner: Bill Finger/Charles Paris

Erschienen: 1948 (Batman #45)


Der Sträfling Ed Rogers darf wegen guter Führung für Weihnachten raus aus dem Knast. Er will seine Frau und seinen kleinen Bruder besuchen. Doch auf dem Weg dorthin versuchen zwei Ganoven, ihn umzubringen. Als Batman und Robin das verhindern stellen sie fest: Rogers sieht aus wie Bruce Wayne!

Sie bringen den bewusstlosen Doppelgänger in die Bathöhle und Bruce Wayne besucht als Rogers dessen Familie. Niemand schöpft Verdacht. Rogers hatte seiner Frau erzählt, dass er an einem geheimen Navy-Projekt arbeite. Doch als plötzlich die Polizei vorbeikommt, weil sie ihn für einen Überfall verdächtigt, kommt die Wahrheit raus, dass er ein Häftling ist.

Es geht zurück in den Knast. Robin bürgt für ihn, es geht wieder raus. Als Batman noch einen Anschlag vereiteln muss, lässt sich Bruce Wayne als Rogers einbuchten, um herauszufinden, wer dahintersteckt. Er muss einen Ausbruch verhindern. Dank eines zusammenfaltbaren Kostüms kann er als Batman auftreten.

Am Ende schlägt er die Gauner mit den Waffen des Festes: Ein brennender Weihnachtsbaum versperrt den Flüchtigen den Weg, eine Weihnachtskugel landet im Gesicht des Anführers. So viel Zerstörung muss sein, damit der echte Ed Rogers wieder zurück zu seiner Familie kann. Seine Bewährung wird verlängert – und auch seine Lüge ist vergeben.

>> Batman zu Weihnachten

Guter Pinguin, böser Pinguin

DC Comics

Titel: He Who Laughs Last

Autor/Zeichner: Jason Aaron/Jason Pearson

Erschienen: 2008 (Joker’s Asylum: Penguin #1), Paperback 2012 (Penguin: Pain and Prejudice), 2018 (Batman Arkham: Penguin)


Warum ist der Pinguin so geworden, wie er ist? Die Antwort ist dieselbe wie bei den meisten anderen: schwere Kindheit. Nicht nur, dass er eine tyrannische Mutter hatte, die ihn dazu zwang, einen Regenschirm zu tragen, wenn die Sonne schien, er wurde in der Schule auch wegen seines Äußeren gehänselt. Ein Mädchen, dem er Blumen bringt, lacht ihn aus. Das prägt fürs Leben.

Deswegen ist der Pinguin ein Schurke. Aber nicht ganz ein Unmensch. Als er ein paar Frauen von Menschenhändlern in einem Käfig eingesperrt sieht, befreit er zumindest eine davon und nimmt sie bei sich auf. Aus reiner Nächstenliebe und ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Sie liebt ihn, er liebt sie, alles scheint gut. Aber als er einmal einen Koch lachen sieht, scheinbar über ihn, kann er sich nicht halten und ruiniert dessen Leben. Die Sache kommt raus, seine Geliebte sieht das Monster in ihm und der Pinguin ist bitter enttäuscht von ihr – und ebenso bitter endet diese kleine, ausdrucksstark und düster gezeichnete und äußerst schaurige Geschichte …

>> Liste der Pinguin-Comics

Todesfalle unter Freunden

DC Comics

Titel: Night of Penguin

Autor/Zeichner: Paul Dini/Don Kramer

Erschienen: 2006 (Detective Comics #824), Paperback 2007 (Batman: Detective), 2018 (Batman Arkham: Penguin)


Nachdem Batman mal wieder einer von Pinguins Todesfallen entkommt (er hängt über einem Becken voller hungriger Seehunde), wird er zur großen Neueröffnung der Iceberg Lounge eingeladen. Der Pinguin will ihm beweisen, dass er ein ehrlicher Geschäftsmann geworden ist. (Warum dann die Todesfalle? Nur ein kleiner Spaß unter Freunden, wohl der alten Zeiten wegen.) Batman geht als Bruce Wayne hin, begleiten lässt er sich von einer oberflächlichen Frau, eine bessere Gesellschaft leistet ihm Lois Lane.

Der Pinguin offenbart sich als nicht ganz ehrlicher Geschäftsmann, indem er 38 Dollar für Iceberg-Lounge-Shirts verlangt. Schluss mit lustig ist aber, als mal wieder ein Mann in seinem Casino zu viel Geld gewinnt. Mr. ZZZ, ein Ganove, der es trotz Narkolepsie fertig bringt, Poker zu spielen. Batman findet heraus, dass dahinter ein Trick und eine Entführung steckt und beschafft dem Pinguin die Kohle wieder.

Schön und sauber gezeichnet, ein paar kleine Schmunzler – ein enette Lektüre für zwischendrin, mehr ist Paul Dinis kleine Episode leider nicht. Nach dem ungewöhnlichen Auftakt sackt die Story leider ins Anekdotisch-Banale ab. Batman rettet Pinguins Geld? Das muss wirklich niemanden interessieren.

>> Liste der Pinguin-Comics

Batman trifft Spawn

Titel: Spawn – Batman/Batman – Spawn: War Devil

Autor/Zeichner: Frank Miller/Todd McFarlane – Doug Moench, Chuck Dixon, Alan Grant/Klaus Janson

Erschienen: 1994


Was wäre, wenn … Batman auf Spawn treffen würde? Dann würde genau das passieren, was sonst auch passiert: Zuerst würden sie gegeneinander kämpfen und dann miteinander. Das Schema ist immer dasselbe bei den Crossovern zwischen den Superhelden verschiedener Comic-Verlage. Und so ist es auch mit Batman und Spawn. Und doch ist es viel mehr als das.

Denn die beiden prügeln sich nicht nur, sie bekämpfen sich vor allem mit Worten, werfen sich ständig Beleidigungen an den Kopf. Batman nennt Spawn penetrant „punk“, Spawn nennt ihn „idiot“, Batman nennt ihn „stupid“ und „dumber than Clark“, Spawn meint: „You’re talking trash“. Und dann ist da noch das Drohgebaren, die ständige Angeberei, wer wen fertig machen wird, bis am Ende beide völlig außer Atem am Boden liegen.

Mit einem Wort: Es ist herrlich. Frank Miller hat diesen wunderbaren Gaga-Dialog geschrieben, Spawn-Schöpfer Todd McFarlane wunderbar detailreiche Bilder dazu gezeichnet, in denen vor allem die Capes beider Helden gefeiert werden und sich mit Längenrekorden ins Absurde überbieten. „Nobody touches my cape“, sagt Batman noch nebenbei, während er eine Bombe reitet. Auch wenn am Ende die Kooperation siegt, scheint Miller eindeutig Team Batman zu sein, denn er kriegt die besseren Sprüche und das letzte Wort bis hin zu einer denkwürdigen Pointe.

Worum es eigentlich geht? Nichts Geringeres als die Rettung der Welt vor dem nuklearen Holocaust. Ist aber nicht so wichtig, denn es geht vor allem darum, zwei Helden zu feiern, einen Klassiker und einen damals ganz frischen, aber ungemein populären Antihelden, der in Batmans Tradition steht. Das passiert weniger in der Story als in den vielen Splash-Pages, die keinen anderen Sinn haben, als beide sehr cool aussehen zu lassen. Am Ende bleiben sogar noch vier Seiten übrig, von denen drei mit solchen Pin-ups gefüllt werden. Wer den Ernst beiseite lässt, kann hier viel Spaß haben.

In der Fortsetzung War Devil ist leider alles, was im ersten Teil erreicht wurde, wieder vergessen. Wörtlich. Denn Batman und Spawn verhalten sich so, als wären sie sich nie begegnet. Und statt Spaß gibt es Story. Und zwar eine so formelhafte Story, dass ich mich wundere, warum es dafür drei Autoren – das Neunziger-Dreigespann Moench, Grant, Dixon – brauchte, um sie zu ersinnen. Ein böser Dämon lässt Gotham brennen und die Toten auferstehen, um das Tor zur Hölle … ach, vergesst es einfach. Wieder gibt es ein obligatorisches Duell zwischen Batman und Spawn, aber leider läuft alles bierernst ab. Nach einer langen Exposition wird das Finale hektisch abgehandelt.

An War Devil ist leider nichts erinnerungswürdig. Nicht einmal Klaus Jansons typisch klobigen Zeichnungen. Es fehlt die Eleganz eines Todd McFarlane, um diesen beiden Figuren gerecht zu werden.

>> Liste der Batman-Crossover

Weihnachten mit Catwoman

Titel: A Christmas Tale

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1947 (Batman #39)


Diesmal reiten Batman und Robin auf der Katze und grüßen Santa Claus, der mit seinem Schlitten in die andere Richtung fliegt. Aber auch wenn sie in der Geschichte tatsächlich über Catwoman triumphieren (wie immer), bleibt ihr Batman sein Leben schuldig. Aber der Reihe nach.

Kurz vor Weihnachten entführt Catwoman (die hier wieder blond ist) drei Katzen. Der Grund ist nicht klar: Weder sind die Katzen besonders (einer fehlt sogar der Schwanz), noch sind ihre Besitzer reich. Aber ein Blick in die Zeitung verrät, dass Catwoman wahrscheinlich hinter den Juwelen her ist, die in einer Katzenmumie aus dem Museum stecken. So berechenbar ist es dann auch.

Catwoman benutzt die schwanzlose Katze, um ihr einen falschen Schwanz mit einem Betäubungsgas ankleben zu können, damit überwältigt sie die Wachen. Im Museum bringt Catwoman sogar Batman und Robin zu Fall, indem sie einen Säbelzahltiger auf sie stößt. Als einer ihrer Komplizen die Knarre zückt, wehrt sie ihn mit der Peitsche ab – und rettet Batman so das Leben. Sie sagt zwar, dass sie keine Mordanklage riskieren will, aber insgeheim fragt sie sich: „Why did I save him? Maybe I am soft … oh … I’m all confused!“

Um die anderen beiden Katzen zu kriegen, verkleiden sich Batman und Robin als Santa Claus und Elf und ziehen weiße Schnee-Kostüme an (die sie bereits in World’s Finest #7 getragen haben). Wieder einmal verrät eine Katze Catwoman, sie wird gefasst und die Katzen kehren zu ihren Besitzern zurück.

Am Ende wird die Schurkin wieder sentimental: Unter einem Mistelzweig will Catwoman Batman küssen, aber als er darauf nicht reagiert, macht sie ihm ein noch dreisteres Angebot: Batman soll sich ihr anschließen, zusammen könnten sie die Unterwelt beherrschen und „king and queen of crime“ sein. Batman bleibt hart, Catwoman will ihm daraufhin die Augen auskratzen – ach ja, das Fest der Liebe …

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