Comic

Der Pinguin und der Falke

Titel: The Penguin Returns – Burning Faces/The Egyptian Falcon (dt. Die Rückkehr des Pinguin: Brennende Gesichter/Der ägyptische Falke)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1997 (Batman #548-549), Paperback 2018 (Batman Arkham: Penguin), dt. Dino 1999 (Batman Special #8)


„Too long since I last gave wing to my bird compulsion.“ (Pinguin)

Seit der Pinguin seine Iceberg Lounge betreibt und so tut, als wäre er ein ehrlicher Geschäftsmann (Detective Comics #683-684, 1995), langweilt er sich. Andere verrichten für ihn die Drecksarbeit, aber leider ist auf die Handlanger kein Verlass. Als mal wieder was schief geht, weil die False Face Society (Black Mask) und Batman einen Coup vereiteln, sagt sich der Chef: Alles muss man selber machen, er nimmt seinen Regenschirm und zieht alleine los. Wie in alten Zeiten.

Der Pinguin fängt klein an: Bei einem kleinen Überfall auf einen Juwelier klaut er nur einen kleinen Diamanten und hinterlässt ein Pinguin-Ei, später klaut er im Museum eine altägyptische Falkenstatue und tauscht sie gegen ein Ei, das explodiert. Als ihn Batman konfrontiert, wird er zwar schnell mit seinem Erzfeind fertig, aber er erkennt im Kampf an, wie schnell und wendig der kleine dicke Mann mit seinem Schirm ist. Nebenbei erfahren wir, woher der Pinguin seine Schirm-Manie hat: Seine tyrannische Mutter ließ ihn als Kind nicht ohne aus dem Haus gehen, auch wenn die Sonne schien – man könne nie wissen, wann es als nächstes regnet. Deswegen wurde der kleine Oswald gehänselt.

Der Pinguin hat Batman zwar nicht viel entgegenzusetzen, aber dafür kluge Worte: Batman kann ihn auch nicht mit einer Tonaufzeichnung hinter Gitter bringen, denn da er selbst anonym bleibt und vor Gericht nicht aussagen kann, ist das Beweismittel nichts wert. Trotzdem: Den Falken kriegt der Pinguin nicht. Immerhin da trickst Batman ihn aus …

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Pinguins neue Geschäftsidee

Titel: Odds Against/Darkest Day

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Graham Nolan

Erschienen: 1995 (Detective Comics #683-684)


Nach der Knightfall-Saga beginnt – ganz nebenbei – eine neue Ära für den Pinguin: Er wird vom Vogelganoven zum Gangster, der andere die Drecksarbeit erledigen lässt. Seine Fassade: die Iceberg Lounge, ein Casino, das ihm als Hauptquartier dient und ihn als Geschäftsmann erscheinen lässt. Die Lounge wird leider nicht groß eingeführt, sie ist einfach da.

Ein Casino-Gast, der beim Blackjack zu viel gewinnt, fällt auf: Actuary, ein Kartenzähler, der gerne Wahrscheinlichkeiten berechnet. Statt ihn umlegen zu lassen, macht sich der Pinguin ihn zu nutze. Während seine Leute ständig bei ihren Coups von Batman hochgenommen werden, soll Actuary dabei helfen, bessere Pläne auszuhecken. Actuary lässt Batmans bevorzugte Aufenthaltsorte herausfinden und dann dort zuschlagen, wo Batman am wenigsten wahrscheinlich auftauchen wird.

Das klappt allerdings nicht wirklich. Und dann kommt die zündende Idee, bei der man sich fragt, warum das nicht schon längst einer ausprobiert hat: ein Überfall am helllichten Tag! Der Plan: Bei einer Blumenausstellung springen die Gangster aus einem riesigen Pinguin aus Blumen. Na ja … Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass auch das in die Hose geht. Batman ist eben auf Zack. Der Pinguin beherrscht aber eine ganz andere Kunst: trotz allem dem Knast fern zu bleiben – und zwar die nächsten über 20 Jahre.

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Im Land der ewigen Jugend

DC Comics

Titel: The Brave and the Bold: Batman and Wonder Woman

Autor/Zeichner: Liam Sharp

Erschienen: 2018 (Mini-Serie #1-6), Hardcover 2018


Batman und Wonder Woman – das bedeutet meistens ein Ausflug in das Reich der Magie. In diesem Fall ist es sogar das Reich der Fantasy, genauer gesagt: das Reich der irisch-keltischen Mythologie. Während in der Anderswelt Tír na nÓg (Land der ewigen Jugend) Unruhe herrscht, werden die Bewohner des irischen Viertels in Gotham von einem mysteriösen Bann in einer Starre gehalten. Das gehörnte Fabelwesen Cernunnos holt Wonder Woman herbei, um Frieden zu stiften. Doch als der König des Reiches scheinbar ermordet wird, soll Batman das Verbrechen aufklären, damit nicht alles noch schlimmer wird.

Was an dieser Mini-Serie am meisten beeindruckt, sind die Zeichnungen von Liam Sharp. Er ist nicht nur außerordentlich detailliert und lebendig, sondern auch sehr verspielt. In seinen Splash Pages wimmelt es nur so vor Einzelheiten, die man beim genauen Hinsehen entdecken und bewundern kann. Jede Figur, jede Landschaft ist so sehr mit Hingabe gestaltet, dass sie einzigartig und glaubwürdig wirkt.

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Doch leider ist da auch der Text. Zugegeben: Ich bin kein großer Fan von Fantasy (mit Ausnahme von Herr der Ringe und Harry Potter, aber nur als Filme), aber Batman hat noch nie wirklich in diese Welten gepasst, er wirkt wie ein Fremdkörper und hat nicht viel Handlungsspielraum. Hier aber gestaltet sich die Handlung zäh durch zu viele Erklärungen und Nacherzählungen. Das Problem ist, dass man anders keinen Begriff dieser eigenen Welt bekommt.

Nach der langen Einführung gibt es zwar eine überraschende Wendung, dann aber geht das Finale plötzlich sehr schnell und viel zu einfach vorbei. Doch am Ende wird klar: Das war nur der erste Teil. Die Fortsetzung werde ich allerdings nicht lesen. Da helfen auch die prächtigsten Zeichnungen nichts.

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Luthor, der moderne Prometheus

DC Comics

Titel: The Superman Monster

Autor/Zeichner: Dan Abnett, Andy Lanning/Anthony Williams

Erschienen: 1999 (One-Shot)


Vor 200 Jahren erschien Mary Shelleys Roman Frankenstein, vor 80 Jahren Action Comics #1, vor 19 Jahren kam ein Comic heraus, das beide Mythen verband: The Superman Monster. Die Story spielt 1988 in der Schweiz. Victor Frankenstein ist hier Vicktor Luthor, ein übereifriger Student der Naturphilosophie, der sich an der Uni unbeliebt mit seinen Experimenten macht. Er sieht sich als moderner Prometheus. Auch in seinem künftigen Schwiegervater findet er keinen Freund, denn Luthor macht keinen Hehl daraus, dass er seine Eloise vor allem wegen der Mitgift heiraten will.

Eines Nachts entdeckt er Kal-Els Rakete, doch das Baby an Bord ist tot. Mithilfe einer Projektion von Jor-El und einigen Leichenteilen erweckt er das namenlose Monster. Superman trägt schwarz und ein silbernes Symbol auf der Brust – also passenderweise das Kostüm nach dessen Tod und Auferstehung in den Comics der regulären Serien. Luthor ist beim Anblick erschüttert, er denkt, dass das Monster ihn töten will, aber tatsächlich rettet es ihn aus seinem Labor, das in Flammen aufgeht. Ähnlich ergeht es Superman später: Obwohl er Menschen rettet, verabscheuen sie ihn.

Superman findet Asyl bei Familie Kant, bekommt den Namen Klaus und macht sich auf dem Acker nützlich. Luthor setzt ein Kopfgeld auf ihn aus, findet ihn, tötet seine Zieheltern und Superman rächt sich auf der Hochzeit mit der schlimmstmöglichen Wendung: Über den Umweg des Todes wird aus Eloise Frankensteins Braut …

Wie schon mit Two Faces, in dem Batman als Dr. Jekyll und Mr. Hyde kombiniert wurde, legen die Autoren Dan Abnett und Andy Lanning eine weitere solide und kurzweilige Adaption eines Literaturklassikers hin. Eine ähnliche Elseworlds-Story hat es bereits 1994 mit Batman gegeben (Castle of the Bat), damals wirkte es äußerst bemüht, Batman zu Frankensteins Monster zu machen. Mit Superman funktioniert es, weil Luthor ohnehin den perfekten Mad Scientist abgibt und er auch sonst Superman als Monster verachtet. Überraschungen gibt es zwar keine, außer der Tatsache, wie gut sich die beiden Geschichten ineinander fügen. Ansonsten bekommt man, was man erwartet, und dazu noch ausdrucksstarke Zeichungen.

Kritisieren könnte man höchstens, was häufig das Problem von Elseworlds-Storys ist: 48 Seiten sind auch hier zu kurz, um in die Tiefe zu gehen. Man hätte mehr draus machen können. Aber als Hommage reicht das Format völlig aus.

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Batman aus dem Computer

DC Comics

Titel: Digital Justice (dt. Im Netz des Jokers)

Autor/Zeichner: Pepe Moreno

Erschienen: 1990 (One-Shot), dt. Carlsen 1991


Als es das Internet gerade losging und Pixar mit den ersten computeranimierten Filmen begann, kamen auch die ersten digital gezeichneten Comics auf den Markt. Darunter auch Batman: Digital Justice. „Computer generated“ steht auf dem Cover und im Vorwort wird das Buch als Zeichen für den technischen Fortschritt gewertet. Zugleich heißt es darin auch, dass „state of the art“ heutzutage schnell veraltet sei. Das gilt vor allem für dieses Comic-Experiment.

Digital Justice mag für 1990 Avantgarde gewesen sein, aber es reicht nur ein Blick auf die Seiten, um zu verstehen, warum es bei einem Batman-Comic dieser Art geblieben ist. Aus heutiger Sicht sind die Bilder lächerlich primitiv: Häuser, Autos und Gegenstände wirken billig wie in den ersten Computerspielen, allein die Gesichter wirken halbwegs glaubhaft, allerdings auch maskenhaft steif, und überall sieht man ausgefranste Pixel-Kanten.

Das alles mag gut gemeint sein, aber es ist leider furchtbar schlecht gemacht. Das Bisschen Story, was sich der Künstler Pepe Moreno dazu überlegt hat, geht in der toten Atmosphäre der Grafik unter: Im digitalisierten Gotham der Zukunft (Megatropolis) herrscht ein böser Virus über die Menschen – der Joker. Fliegende Polizeiroboter laufen Amok, schießen immer wieder grundlos Menschen tot. Der Polizist Jim Gordon, Enkel des ehemaligen Commissioners, geht der Sache nach. Aber als er als Polizist scheitert, lässt er sich von einer Statue dazu inspieren, zum neuen Batman zu werden.

Die Hälfte der rund 100 Seiten muss man darauf warten. Dann geht alles recht flott: Er bekommt einen Robin, kommt in die alte Bathöhle, erfährt, dass der alte Batman noch als Programm weiterexistiert, während Alfred ein Roboter ist. Zusammen besiegen sie den digitalen Joker in einem digitalen Krieg, der so abstrakt ist, dass nicht annähernd nachvollziehbar, geschweige denn spannend ist, was da eigentlich passiert.

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Das Aussehen des Joker ist auf das Wesentliche reduziert, sein Gesicht aus einigen simplen geometrischen Formen zusammengesetzt. Warum, sieht man beim Gesicht des digitalen Batman: Das soll zwar realistischer sein, ist aber so unbeholfen gezeichnet, dass man sich fragt, wie man jemals so eine Grafik bei DC hat durchgehen lassen.

Nein, es ist nicht einmal aus nostalgischer Sicht dem Comic etwas abzugewinnen. Es wirkt alles so leblos wie eben von einer toten Maschine erdacht und gemacht. Bestimmt war das damals „state of the art“, aber man wird den Eindruck nicht los, dass dieses Buch mehr sein will, als es sein kann. Als DC 17 Jahre später das Experiment mit dem Digitalen erneut wagte (The Clown at Midnight, Batman #663, 2007), sah das Resultat nicht wirklich überzeugender aus – auch wenn die Technik deutlich weiter war. Es zeigt sich: Computergenerierte Comics werden noch lange Science Fiction bleiben. Das ist auch völlig okay so, denn Papier und Bleistift reichen völlig aus. Auch wenn mittlerweile viel am Rechner passiert, braucht es immer noch den „Human Touch“.

>> Batman 1990-1999

Das Ego des Pinguins

DC Comics

Titel: Penguin Trimphant

Autor/Zeichner: John Ostrander/Joe Staton

Erschienen: 1992 (One-shot)


Der Pinguin verkündet, dem Verbrechen abzuschwören und kommt aus dem Knast. Aber natürlich ist das nur eine Masche für ein neues Verbrechen: Er findet einen Weg, Aktienkurse zu manipulieren und zwingt einen ehemaligen Schulkameraden, den Unternehmer Randall Holmes, dazu, für ihn krumme Geschäfte zu machen. Außerdem soll er ihn in die High Society einführen.

In einer Rückblende wird erzählt, wie der Pinguin als Kind von Holmes gemobbt wurde und wie er sich dafür mit einem angespitzten Regenschirm dafür rächte. Später erfahren wir, dass der Pinguin als Jugendlicher das schönste Mädchen der Schule, Bethany Wilcox, dafür bezahlt hat, mit ihm zu einem Ball zu gehen. Dieses Mädchen ist jetzt eine Frau, die reich geworden ist, indem sie die richtigen Männer geheiratet hat. Obwohl sie Geld wie Heu hat, lässt sie sich vom Pinguin bezahlen, wieder seine Begleitung zu sein – bei einer Party bei Bruce Wayne.

Der Pinguin will Wayne Manor kaufen. Bruce lehnt ab, Pinguin droht ihm, daraufhin lässt Bruce ihn bei sich wohnen. Wahrscheinlich nach dem Motto „keep your enemies closer“. Bethany spioniert Pinguins Passwort für Holmes aus, Holmes will Pinguin ermorden lassen, aber da kommt ihm Batman in die Quere.

Auch wenn der Protagonist der Story der Pinguin ist und wir etwas über seine Ursprünge und Sehnsüchte erfahren, bleibt er so unsympathisch wie der Rest der Geschichte. Batmans Motivation leuchtet nicht wirklich ein. Der Schurke ist kein missverstandenes Wesen, sondern ein zutiefst durchtriebener und ruchloser Charakter. Er will keine Liebe, sondern sich nur beweisen. Batman gesteht zumindest Robin gegenüber ein, dass sein Feind klüger sei als er. Am Ende jedoch wird er sentimental, als er feststellt, dass der Pinguin wahrscheinlich nirgendwo richtig hingehöre. Aber der Pinguin scheint in seiner Gefängniszelle nicht zu leiden, sondern träumt sich nur in Fantasien weg, in denen er ein gutaussehender und charmanter Gauner im alten England ist …

>> Liste der Pinguin-Comics

Supermans langer Abschied

DC Comics

Titel: All-Star Superman

Autor/Zeichner: Grant Morrison/Frank Quitely

Erschienen: 2005-2008 (Mini-Serie #1-12), Paperback 2011; dt. Panini 2011


“ If I want to die happy, it’s time to get serious about killing Superman.“ (Lex Luthor)

Nach einem Einsatz in der Sonne überlädt sich Superman mit Sonnenenergie und setzt damit einen Verfallsprozess seiner Zellen in Gang: Superman stirbt. Und Lex Luthor lacht sich ins Fäustchen, denn er hat Supermans Tod vom Gefängnis aus orchestriert, um über Superman zu triumphieren. Seine letzten Tage nutzt Superman, um einiges nachzuholen. Wie Herkules muss er zwölf Aufgaben bewältigen. So nimmt Superman Abschied von der Welt.

Bis auf die Rahmenhandlung hat All-Star Superman keinen Spannungsbogen. In zwölf Episoden wird erzählt, wie der sterbende Held sich Lois offenbart, sie für einen Tag zu Superwoman macht und wie er seine alten Freunde und Feinde wieder trifft: Jimmy wird zu Doomsday, der Parasit greift Luthor an, Superman strandet auf einem Bizarro-Planeten, muss sich gegen despotische Kryptonier behaupten und mit seinen Nachfolger aus der Zukunft ein zeitfressendes Monster in Smallville bekämpfen.

Beim ersten Mal fand ich All-Star Superman langweilig. Selten habe ich mich durch ein Superman-Comic so hindurchgequält. Beim zweiten Mal, als ich wusste, was mich erwartete, konnte ich mich etwas besser darauf einlassen. Man muss sich klarmachen, dass hier keine typische Superman-Story mit gewohnt moderner Action geboten wird. Es ist lediglich eine Hommage an den Superman des Silver Age, Morrison bedient sich bei bekannten Versatzstücken, wie den Geschichten, in denen Luthor tatsächlich Superman tötet (The Death of Superman, Superman #149, 1961) oder Superman sein Testament macht (The Last Days of Superman (Superman #156, 1962). Grant Morrison reichert diese Stücke mit eigenen Mythen an, wie etwa der bösen Sonne Solaris und dem Superman des 853. Jahrhunderts (bekannt aus dem Event One Million). Wer die Comics aus den 50er und 60er Jahren kennt, weiß auch Variationen dieser Ideen wie Zibarro, den einzig klugen Bewohner des Bizarro-Planeten, zu schätzen.

Superman wird von seiner menschlichsten Seite gezeigt: Er wird demütig gegenüber seiner eigenen Vergänglichkeit, er muss mit dem Verlust seines Vaters umgehen, gegenüber Schurken erweist er sich gnädig. Bei einem Gefängnisaufstand bewahrt er als Clark Kent sogar Luthor vor dem Tod, allerdings ohne dass dieser das merkt. Das Kapitel zählt zu den Höhepunkten des Bandes – nicht zuletzt wegen des Humors.

Allerdings: Das Comic bleibt episodisch, die einzelnen Plots plätschern mehr vor sich hin, als dass sie echtes Drama zu bieten hätten, Neues hat uns Morrison nicht über den Vater aller Superhelden zu sagen und selbst Luthor gibt zu, dass sein Verhältnis zu Superman ein ziemlich banales ist. All-Star Superman ist nichts anderes als die Liebeserklärung eines Fans und es bedient eine emotionale Ebene, vor allem aber ist es ein nostalgisches Erlebnis.

Frank Quitelys Stil ist gewöhnungsbedürftig. Einerseits ist er sehr klar und seine detaillierten Figuren wirken lebendig, andererseits kann er auch keinen Menschen zeichnen, ohne ihn verrunzelt aussehen zu lassen. Weil er sich aber selten die Mühe macht, detaillierte Hintergründe zu zeichnen, scheinen sich die Figuren im luftleeren Raum zu bewegen, was die Panels oft steril wirken lässt.

Wem das nichts ausmacht und sich auf eine Story abseits gewohnter Superhelden-Prinzipien einlassen kann, der wird an All-Star Superman seine Freude haben. Aber wer darauf verzichtet, hat auch nichts verpasst. Meine Meinung dürfte damit eine unpopuläre sein: Die Mini-Serie wurde mit Lob und Preisen (darunter auch Eisner-Awards) überschüttet. 2010 folgte eine Zeichentrick-Adaption. Im Dezember 2018 erscheint eine neue Ausgabe unter DCs neuem „Black Label“.

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80 Jahre Batman: Details zu Detective Comics #1000

Im März 2019 feiert DC Comics nicht nur 80 Jahre Batman, sondern auch die 1000. Ausgabe von Detective Comics. Wie schon in diesem Jahr mit Superman und Action Comics erscheint die Jubiläumsausgabe in Überlänge mit mehreren Geschichten sowie ein Hardcover, der auf die Highlights der Serie zurückblickt. DC hat nun Details bekanntgegeben: Detective Comics #1000 wird 96 Seiten umfassen und eine Story von Peter J. Tomasi und Doug Mahnke enthalten, die die Serie bereits mit Ausgabe #994 übernehmen. Weitere Geschichten werden von Geoff Johns, Brian Michael Bendis, Paul Dini, Christopher Priest, Denny O’Neil, Neal Adams, Kelley Jones, Dustin Nguyen und Alex Maleev stammen.

Der Sonderband Detective Comics: 80 Years of Batman – Deluxe Edition wird die ersten Auftritte folgender Figuren enthalten:

Darüber hinaus werden die ersten Auftritte der Figuren Slam Bradley (#1), Air Wave (#60), the Boy Commandos (#64) und Martian Manhunter (#255) versammelt sein. Eine neue Story stammt von Paul Levitz und Denys Cowan, Essays wird es von unter anderem von Neil Gaiman und Denny O’Neil geben.

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Die ursprünglich für März Ausgabe der Detective Comics Before Batman hat DC mittlerweile wieder abgesagt. Die zwei Bände sollten die ersten 26 Ausgaben der Serie versammeln. Ein Grund hierfür könnte sein, dass sich die Neuauflage der alten Special-Interest-Comics nicht rechnet. Bereits in der Ankündigung warnte DC, dass nur direkte Scans der Erstausgaben abgedruckt werden sollen, während andere Omnibus-Ausgaben (Batman, Superman etc.) restaurierte Seiten mit neuer Kolorierung bieten – schon das wäre eine  Sparmaßnahme gewesen.

Bleedingcool.com vermutet, es könnten auch Bedenken wegen Rassismus eine Rolle spielen. Asiaten werden in den Comics der 30er (und auch 40er) diffamierend dargestellt. DC könnte Angst vor seiner eigenen Vergangenheit haben. Angesichts der Penis-Debatte um Batman: Damned #1 scheint die Annahme nicht weit hergeholt zu sein.

(Hinweis: In einer früheren Version des Posts war noch die Rede davon, dass Detective Comics Before Batman im März erscheint. Das habe ich korrigiert.)

Pinguin fliegt zum Südpol

Titel: Pieces of Penguin/C-C-Cold!

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton

Erschienen: 1984 (Batman #374, Detective Comics #541), Paperback 2018 (Batman: Arkham – Penguin, nur Teil 1!)


Der Pinguin schlägt wieder zu: Mit einem explodierenden Roboter-Pinguin lässt er die Schaufenster eines Juweliers zerspringen und bedient sich selbst. Doch er hat noch größeres vor. Dann sucht er Vicky Vale auf. Die Reporterin soll Fotos von ihm machen, die ihn in einem besseren Licht darstellen, als es seinem öffentlichen Image entspricht.

Wieder bricht sein übergroßes Ego durch: Auch wenn bisher Batman immer gewonnen hat, hält sich der Pinguin für einen besseren Verbrecher als den Joker und andere, denn immerhin seien ihm vor seinen Festnahmen stets zwei bis drei brillante Raubzüge gelungen. Doch Vicky weigert sich – nicht ohne heimlich ein Foto von ihm zu schießen, aller Gefahr zum Trotz.

Der Piguin lässt noch einmal Juwelen rauben, ohne dass ihm Batman und Robin etwas anhängen können. Dann entführt er einen Reporter, um Regierungsgeheimnisse aus ihm herauszubekommen. Mit denen fliegt er dann in die Antarktis, um sie an die Russen zu verhökern. Warum die weite Reise? Klar, weil es die Heimat der Pinguine ist. Batman fliegt hinterher. Kaum ist er da, schießt der Pinguin dessen Flugzeug mit einer Rakete ab.

Im Eis zeigt sich, wie schlecht Batman ausgestattet ist: Trotz dreifacher Thermokleidung friert er, während dem Pinguin im Frack kein bisschen kalt ist, sogar ein Sturz in eiskaltes Wasser (das kurioserweise nicht gefroren ist) macht ihm nichts aus, während Batman beinahe draufgeht. Der Pinguin scheint so etwas wie Superkräfte zu haben, ohne jegliche Erklärung. Als würde allein sein Name und seine Vorliebe für Vögel ausreichen, um ihn gegen Kälte immun zu machen. Vielleicht wärmt ihn auch nur sein großes Selbstvertraue, wer weiß.

Das Finale endet banal: Der Pinguin hat keine Regierungsgeheimnisse verraten, er ist nämlich trotz allem Patriot, sondern hat die Russen reingelegt. Die wahren Aufnahmen wollte er dem Pentagon verkaufen. (Wie sich das mit Patriotismus verträgt, erklärt er nicht.) Die beiden werden wieder in den Permafrost zurückgeschickt, dann erbarmen sich die Russen ihrer doch und rufen für sie Hilfe. Batman revanchiert sich beim Pinguin trotz Schwäche mit einer Faust ins Gesicht.

(Eine Schlussbemerkung: Leser der Anthologie Batman Arkham: Penguin (2018) bekommen unerklärlicherweise nur die erste Hälfte der Geschichte geboten. Das ist einfach nur dreist. Vielleicht haben sich die DC-Redakteure zu sehr vom Pinguin inspirieren lassen.)

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Batgirls Feuertaufe

DC Comics

Titel: Batgirl – Year One (dt. Batgirl: Das erste Jahr)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Scott Beatty/Marcos Martin

Erschienen: 2003 (Mini-Serie #1-9) Paperback 2003/2013 (Batgirl/Robin Year One); dt. Panini 2004, Eaglemoss 2015


36 Jahre nach dem ersten Auftritt von Barbara Gordon als Batgirl gab es sie nicht mehr. Nach dem Angriff des Joker war sie nur noch als Orakel aktiv – vom Rollstuhl aus versorgte sie Batman und andere Helden mit Informationen. Weil damit eigentlich eine beliebte Figur verschwendet wurde, erzählte man ihre Entstehungsgeschichte noch einmal und zwar ausführlich.

Das Team von Robin: Year One verwendet dabei Elemente aus den frühesten Storys aus dem Jahr 1967. Wieder näht sich Batgirl ihr Kostüm zu einem Maskenball der Polizei und trifft auf Killer Moth. Allerdings wird sie nicht auf dem Weg dorthin aufgehalten, sondern kommt dort an und muss feststellen, dass nicht Bruce Wayne, sondern ihr Vater James Gordon entführt werden soll.

Barbara Gordon wird zur Heldin wider Willen – und findet Gefallen daran. Batman ist natürlich gar nicht begeistert. Trotzdem führt er sie (mit Augenbinde) in die Bathöhle (ebenfalls schon in den 60ern vorgekommen) und lässt ihr über Robin trotzdem einige Gadgets und ein Motorrad geben. Allerdings nur, damit sie endlich zur Vernunft kommt und das Ganze wieder sein lässt. Das ist eine seltsame Methode, denn man kann sich leicht denken, dass eine professionelle Ausrüstung erst recht die Lust bei ihr weckt, als Vigilantin weiterzumachen.

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Wir sehen Barbara bei den ersten Gehversuchen als Superheldin zu. Und was bei Batman und Robin funktioniert hat, bewährt sich auch hier. Barbaras Fehler und Naivität lassen sie menschlich und sympathisch erscheinen. Ihr Charakter erinnert an die Darstellung aus Batman: The Animated Series. Die Story mit Killer Moth bildet den roten Faden der Handlung. Er erpresst hier keine Reichen, sondern bietet Gangstern Schutz vor Batman an. Dabei verbündet er sich mit dem Pyromanen Firefly, einer abgründig-fiesen Figur. Batgirl sucht Hilfe bei Black Canary.

Einen großen Anteil daran, dass der Comic funktioniert, ist Marcos Martin (The Private Eye, Barrier) zu verdanken. Er hat einen dynamischen und klaren Stil, bei dem kein Strich zu viel ist. Zuweilen erinnert er an den Animated-Style, wie er in den Comics adaptiert wurde. Starker Ausdruck und ungewöhnliche Perspektiven, dazu knallige Farben machen Batgirl: Year One zu einem Fest fürs Auge. Aber auch sonst ist der Band jedem zu empfehlen, der kein Batgirl-Fan ist. (Allerdings nur im Original, die deutsche Übersetzung ist zum Teil furchtbar.)

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