Comic

Vorschau auf Detective Comics #1000

DC Comics

Am 27. März 2019 erscheint Detective Comics #1000. 96 Seiten Batman zum Preis von 9,99 US-Dollar. Schon jetzt kann man sich einen Eindruck davon machen. DC hat die Kurzgeschichte „I Know“ von Brian Michael Bendis und Alex Maleev ins Netz gestellt. Ein alter Oswald Cobblepot sucht einen alten Bruce Wayne auf, um ihm zu sagen, dass er schon lange weiß, dass Bruce Batman sei. Er erklärt ihm, warum er ihn verschont habe. Eine gelungene, besonders visuell herausragende Geschichte. Das Bild oben erinnert stark an Tim Burtons Film Batman Returns (1992).

Insgesamt wird das Heft elf Storys enthalten:

  • Medieval (Peter J. Tomasi and Doug Mahnke): Erster Auftritt des Arkham Knight
  • Batman’s Longest Case (Scott Snyder & Greg Capullo)
  • Manufacture for Use (Kevin Smith & Jim Lee)
  • The Legend of Knute Brody (Paul Dini & Dustin Nguyen)
  • The Batman’s Design (Warren Ellis & Becky Cloonan)
  • Return to Crime Alley (Denny O’Neil & Steve Epting): Sequel zu „There’s No Hope in Crime Alley“ (Detective Comics #457, 1976)
  • Heretic (Christopher Priest & Neal Adams)
  • I Know (Brian Michael Bendis & Alex Maleev)
  • The Last Crime in Gotham (Geoff Johns & Kelley Jones)
  • The Precedent (James Tynion IV & Alvaro Martinez)
  • Batman’s Greatest Case (Tom King, Tony Daniel & Joëlle Jones)

Eine ausführliche Beschreibung ist bei Previews World zu finden. Außerdem wird das Heft Zeichnungen von Mikel Janín und Amanda Conner enthalten, sowie eine Doppelseite von Jason Fabok, der den aktuellen Stand des Batman-Universums mit seinen Helden und Schurken darstellt.

Eine deutsche Veröffentlichung ist noch nicht angekündigt. Hoffentlich bringt der Panini-Verlag das Heft nicht, wie gerade bei Action Comics #1000 geschehen, ein Jahr verspätet heraus …

Batman Last Knight und DCeased erscheinen im Mai

DC Comics

Ein junger Bruce Wayne, der niemals Batman war, erwacht in Arkham Asylum. So beginnt Batman: Last Knight on Earth, die dreiteilige Mini-Serie von Scott Snyder und Greg Capullo. In den USA soll sie am 29. Mai 2019 beginnen. Batman läuft darin durch eine postapokalyptische Landschaft und hält den abgetrennten, aber sprechenden Kopf des Jokers fest. Während er versucht herauszufinden, wie es zur Zerstörung seiner Welt gekommen ist, trifft er auf viele weitere bekannte Gesichter.

Snyder und Capullo sind für die Batman-Serie von 2011 bis 2016 (The New 52) verantwortlich, zu denen große Storylines wie Court of Owls (Rat der Eulen), Death of the Family (Tod der Familie) und Zero Year (Das Jahr Null) gehören. Zuletzt haben beide an dem Event Dark Nights: Metal zusammengearbeitet, in dem die Batman-Mythologie kosmische Ausmaße annahm und aus dem Snyders derzeit erscheinende sechsteilige Mini-Serie The Batman Who Laughs hervorging. Last Knight on Earth soll das letzte Wort des Teams zu Batman sein.

Das erste Heft erscheint unter DCs Black Label im Prestige Format mit 56 Seiten, die folgenden sollen alle zwei Monate erscheinen. Ein Heft wird 5,99 US-Dollar kosten.

Bereits am 1. Mai erscheint die erste Ausgabe der Mini-Serie DCeased von Tom Taylor (Injustice). Darin wird die Welt von einem Techno-Virus heimgesucht, 600 Millionen Menschen verwandeln sich in Zombies. Gezeichnet wird es von Trevor Hairsine, Stefano Gaudino und James Harren. Die erste Ausgabe wird 32 Seiten umfassen und 3,99 US-Dollar kosten.

UPDATE: Es sind sechs Ausgaben geplant und die Geschichte spielt abseits der Continuity des DC-Universums. „We can tell a story without holding back. No one you love is safe. Even the icons can fall“, sagt Tom Taylor gegenüber IGN.com, das auch einen ersten Einblick zeigt. So viel sei verraten: Es geht sehr drastisch zur Sache.

Das erste Cover stammt von Greg Capullo. Dazu soll es zwei Variant Cover von Francesco Mattina und Yasmine Putri geben, letztere zitiert das Filmplakat des Es-Remakes von 2017.

Wie Tim Drake zu Robin wurde

DC Comics

Titel: Robin Vol. 1: Reborn

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Alan Grant/Norm Breyfogle, Tom Lyle

Erschienen: 1990 (Detective Comics #618-621, Batman #455-457, Robin #1-5), Paperback 2015


„I’m not sure I have what it takes. I’m not street tough.“ (Tim Drake)

Tim Drake hat bereits in A Lonely Place of Dying (genauer: Batman #442, 1989) das Robin-Kostüm getragen. Allerdings noch ohne Batmans Segen. Bis es offiziell wird, muss er noch ein Jahr warten. Wie es dazu kommt, davon erzählt die erste Hälfte des ersten Robin-Paperbacks Reborn.

Damit Robin komplett ist, braucht er aber nicht nur Training und ein Kostüm, sondern auch Drama, um nicht zu sagen: eine Tragödie. Die tritt ein, als der Voodoo-Priester Obeah Man seine Eltern nach Haiti entführen lässt. Obwohl Batman die Mühe nicht scheut, der Spur in die Karibik zu folgen, kann er nicht verhindern, dass [ACHTUNG: SPOILER!!!] ein Elternteil stirbt und der andere im Rollstuhl landet. Allerdings passiert diese Tragödie völlig unnötig und beiläufig, als das Schlimmste schon vorbei zu sein scheint …

Parallel dazu beweist sich Tim Drake erneut als Computer-Crack, indem er Anarky ausfindig macht und im Zweikampf besiegt. Doch zu Robin wird er erst, als kurz vor Weihnachten beliebige Menschen in Gotham Totenkopfmasken anziehen und Amok laufen. Dahinter steckt Scarecrow. Batman begibt sich in eine Todesfalle und Robin muss sich über Batmans Befehl hinwegsetzen, ihm nicht zu folgen. Das ist das eigentliche Initiationsritual. Batman erteilt Robin Hausarrest und Robin rettet ihm den Hintern, weil er ungehorsam ist. Eine alte Tradition.

Es sind typische Batman-Geschichten im Stil der Zeit. Solide erzählt und gezeichnet, mit ausreichend Platz (bzw. Zeit) für den Ausbau der Figurenkonflikte. Sie erfüllen ihren Zweck, aber sind nichts Besonderes, was im Gedächtnis bleibt. Das Beste ist daran, dass sie Robins Erscheinung bis zuletzt aufspart, das hält die Spannung aufrecht. Tim verdient sich seine Sporen ohne das Kostüm – und das macht ihn erst würdig, das Erbe als Robin III anzutreten.

Im zweiten Teil des Paperbacks ist die erste Robin-Mini-Serie enthalten. Tim Drake fliegt nach Paris, um sich von einem alten Meister in Kampfkunst ausbilden zu lassen. Doch schon nach drei Wochen wird er abgelenkt durch einen Vorfall: Über eine junge Frau gerät er an eine Straßengang, er wird zu Robin und entdeckt, dass dahinter ein Schurke namens Sir Edmund Dorrance steckt, der Hong Kong mit der Pest verseuchen will. Robins Ausbildung geht von Training direkt zum Praxistest des Ernstfalls über.

Robin verbündet sich mit Shiva und einem ehemaligen DEA-Agenten, die beide Rache an Dorrance nehmen wollen. Es beginnt eine Verfolgungsjagd um die halbe Welt, zwischendurch bekommt Robin in kleinen Trainingseinheiten von seinen Kollegen den Hintern versohlt. Robin wählt im Laufe der Reise Steinschleuder und Stab als seine Waffen und schwört explizit dem Töten ab.

Immer wieder beweist Tim jedoch, dass er vor allem genug Grips hat, um den Job zu erfüllen. Mit pfiffigen Tricks schafft er es, seine Gegner zu besiegen, während andere scheitern. Seine Ausbildung dauert zwar nur kurz, aber dafür sehen wir Tim beim Reifen zu. Er will sich beweisen, sich für würdig erweisen, aber immer wieder plagen ihn Selbstzweifel. Nur mit der Trauer scheint er es nicht so zu haben. Der Tod seiner Mutter scheint relativ schnell verkraftet zu sein. Vielleicht liegt es ja an der Robin-Therapie – die war schon immer gut dafür, über tragische Ereignisse hinwegzukommen.

Auch dieser zweite Teil macht den Band nicht wirklich zu einem Muss, vieles läuft nach Schema F, aber das immerhin kurzweilig. Wer sich für die Figur interessiert, macht hier nichts verkehrt, denn auch die durchgehend klaren Zeichnungen von Tom Lyle dürften niemanden verschrecken.

>> Liste der Robin-Comics

Batman im Dschungel

DC Comics

Titel: The Jungle Batman

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1952 (Batman #72)


Batman und Robin nehmen die „Sinister 8“ fest, eine international besetzte Verbrecherbande. Nun müssen sie sie per Schiff auf eine Insel bringen. Kurz darauf werden sie von Verbrecherfreunden torpediert und das Dynamische Duo erleidet Schiffbruch. Sie ziehen sich bis auf das Nötigste aus (also bis auf die Unterhosen und Masken) und schwimmen zu einer verlassenen Insel.

Es beginnen die Abenteuer des Dschungel-Batman: Kaum da, muss er Robin vor einem Panther retten. Das kommt günstig, denn kurz darauf kann er sich aus dem Fell des Tieres eine schicke Dschungelkluft machen, Robin bekommt eine Leoparden-Unterhose – so viel Stilbewusstsein muss sein. Erst dann kann sich das Duo um die bösen Buben kümmern, die mit ihnen auf der Insel gestrandet sind. (Die Schurken kriegen natürlich keine Dschungelkleidung. Sie konnten offenbar auch mit Keidung gut schwimmen.)

Obwohl Batman und Robin keine Standard-Ausrüstung haben, wissen sie sich immer zu helfen, mit dem, was gerade zur Hand ist: Sie schwingen sich mit Lianen durch den Urwald, reiten auf Elefanten, essen Kokosnüsse und machen Rauchbomben daraus, am Ende bekämpft Batman einen Riesen-Kraken mit einer Flasche. Wer so gut mit dem Nötigsten klarkommt, für den ist Verbrechensbekämpfung ein Kinderspiel, das fast nebenbei erledigt wird.

Zum Schluss passiert das Unglaubliche: Kaum haben Batman und Robin ein Schiff übernommen, mit dem sie nach Hause fahren können, treibt das Meer ihre Kostüme wieder an – frisch gewaschen trieben sie die ganze Zeit umher. Die Elemente meinen es gut mit den Guten.

Zwei Jahre später wird Batman erneut zum Dschungel-Helden wider Willen: In The Jungle Cat Queen (Detective Comics #211, 1954) – Catwomans letztem Auftritt im Golden Age.

>> Batman in den 50ern

(Fast) Gratis Comic Tag: DC verkündet sein Jahr der Schurken

Am 1. Mai 2019 will DC sein „Year of the Villain“ einläuten. Drei Tage vor dem Free Comic Book Day erscheint ein 32-seitiges Heft, das den Grundstein für weitere Storys legt. Es soll nur 25 Cent kosten. Mit dabei sind Lex Luthor, Cheetah, Bane und The Batman Who Laughs (Dark Nights: Metal). Verfasst wird das Comic von Scott Snyder, James Tynion IV und Brian Michael Bendis, gezeichnet von Maleev, Jim Cheung und Francis Manapul, das Cover stammt von Greg Capullo.

In dem Heft werden die Ereignisse mehrerer Serien zusammenlaufen: Aus Action Comics, Justice League, aber auch aus der The Batman Who Laughs-Miniserie, die derzeit erscheint. Im Sommer soll dieser Anti-Batman eine eigene fortlaufende Comicserie bekommen. Und ebenfalls im Sommer soll Bane erneut (nach I Am Bane) gegen Batman antreten, in der Storyline City of Bane. Das Heft erscheint mit drei Variant Covern (siehe oben).

Am eigentlichen Free Comic Book Day, am 4. Mai, will DC seine neuen Reihen für junge Leser vorstellen: DC Ink und DC Zoom. Darin werden erste Einblicke in Under the Moon: A Catwoman Tale und Dear Justice League gewährt.

Panini Comics

Zum deutschen Gratis Comic Tag, am 11. Mai, bringt Panini ein Comic-Heft heraus, das auf das Event Heroes in Crisis (von Tom King und Clay Mann) und dem Watchmen-DC-Crossover Doomsday Clock (von Geoff Johns und Gary Frank) einstimmt, sowie eine abgeschlossene Batman-Story bietet – welche das sein wird, ist noch unklar.

Doomsday Clock erscheint bei Panini als vierteilige Miniserie und beginnt am 2. April 2019. Das erste Heft wird die ersten drei US-Ausgaben enthalten (108 Seiten). Bis die Serie komplett ist, kann es sich hinziehen. In den USA erscheinen die Hefte mit zwei Monaten Abstand und Ausgabe 9 von 12 kommt erst am 6. März 2019 heraus. Das bedeutet: Das Finale wird erst zum Jahresende eintreffen.

Anarky: Idealist in der Krise

DC Comics

Titel: Anarky – The Complete Series

Autor/Zeichner: Alan Grant/Norm Breyfogle

Erschienen: 1999 (Anarky #1-8), Paperback 2018


Nach dem großen Beben von Gotham jagt Batman Anarky (Lonnie Machin) aus der Stadt. Sechs Monate später hat er sich in Washington D.C., direkt unter dem Washington Monument, eine neue Zentrale aufgebaut und nebenher entdeckt, dass die Naturgesetze in Gefahr sind. Anarky trommelt die JLA zusammen, die ist skeptisch. Nachdem er einen Green Lantern-Ring findet, nimmt er den Kampf gegen das Wesen, das die Existenz bedroht, selbst auf. Der echte Green Lantern (Kyle Rayner) hilft ihm dabei.

So beginnt die Serie Anarky, die es im Jahr 1999 auf nur acht Ausgaben gebracht hat und erst nach zwei Jahrzehnten als Paperback erschienen ist. Die erste Anarky-Miniserie ist eine der interessantesten Batman-Storylines der 90er Jahre. Leider hält ihre Nachfolgerin dieses Niveau nicht. Das liegt auch daran, dass der einst radikale Lonnie Machin aus seinen Fehlern gelernt hat, die Menschen ändern zu wollen. Das nimmt der Figur viel von ihrer Brisanz. Allerdings bleibt er ein Idealist in der Krise, der am Zustand der Welt verzweifelt.

Nach der Raum-Zeit-Krise zu Beginn, die in psychedelische Willkür ausartet, will Anarky die Korruption bekämpfen. Doch dann bekommt er es mit Ra’s al Ghul zu tun, der einen Dritten Weltkrieg beginnen will, um die Menschheit auszumerzen. Sozialkritik klingt zwar an, aber bleibt nur Beiwerk, ein Dialog mit Ra’s al Ghul über die Motive und Vorgehen endet nach einem kurzen und oberflächlichen Austausch. Anarkys Triumph stellt sich allzu abrupt ein.

In Heft 7 wird es mit einem Tie-in zum Crossover „Judgement Day“ ziemlich verrückt: US-Soldaten aller Epochen steigen aus ihren Gräbern, zusammen mit den Gründervätern der USA und führen Krieg. Das Ganze läuft auf Nichts hinaus. Und zum Schluss kommt Anarky nach Arkham, um herauszufinden, ob der Joker sein Vater ist, aber auch das bleibt ohne Antwort oder Konsequenzen. Stattdessen sehen wir einem planlosen Fluchtversuch von Joker, Two-Face, Killer Croc und dem Bauchredner beim Scheitern zu.

Was Anarky bietet, ist kurzweilige Unterhaltung mit reichlich Action – und das auch noch stark gezeichnet. Norm Breyfogle liefert eine seiner besten Arbeiten ab. Seine Figuren bestechen durch klaren Strich, starken Ausdruck und Dynamik. Knallige Farben machen die Seiten zu einem bunten Hingucker. Aber nach acht Kapiteln bleibt nur das Gefühl von Leere. Auch wenn hin und wieder ein interessanter Gedanke in den Captions zu finden ist, wird die Serie nicht ihrem Potenzial gerecht. Eine entbehrliche Lektüre.

Leider waren auch jüngere Versuche, Anarky wiederaufleben zu lassen, nicht geglückt, wie man hier nachlesen kann:

80 Jahre Batman: Neue Chroniken angekündigt

Für das Batman-Jubiläumsjahr sind zwei neue Geschichtsbücher angekündigt: Batman: The Ultimate Visual History (Insight Editions) und eine neue Ausgabe von DC Comics Year By Year: A Visual Chronicle (DK), beide sollen im Oktober 2019 erscheinen.

Die Dc Chronik ist bereits 2001 und 2014 erschienen, die New Edition mit einem Umfang von 376 Seiten wirbt damit, „the most comprehensive, chronological history of DC Comics ever published“ zu sein. Enthalten sein sollen auch Einträge zu Events wie Rebirth, Dark Nights: Metal, Doomsday Clock und Heroes in Crisis. Neben Comics geht es auch um Film und Fernsehen, sowie darum, wie die Realität von den DC-Helden beeinflusst wurde. Der Preis ist derzeit mit 50 US-Dollar veranschlagt.

Vor fünf Jahren hat bereits Matthew K. Manning sein Buch Batman: A Visual History (DK) vorgelegt. Darin hat er 75 Jahre Batman-Geschichte auf 352 Seiten zusammengefasst. Das Buch hat damals weitgehend gute Besprechungen bekommen. Allerdings beschränkte sich die Chronik „nur“ auf die Comics. Das neue Buch, verfasst von Andrew Farago, soll zwar nur 246 Seiten umfassen, aber auch auf Cartoons, Live-Action TV-Serien und Kinofilme eingehen. In der Verlagsankündigung heißt es:

„Featuring exciting never-before-seen imagery and commentary from key writers, artists, filmmakers, and more, this book also includes a variety of removable insert items, providing a unique, immersive experience for fans. Comprehensive, compelling, and filled with previously unseen treasures.“

Das neue Buch soll 75 US-Dollar kosten, während das ältere zu Beginn 50 Dollar kostete.

Es gibt eine Reihe von Büchern, die die Geschichte von Batman erzählen. Eines der älteren, aber bewährten ist Batman: The Complete History von Les Daniels (1999). Das Buch ist zwar 20 Jahre alt, aber dafür relativ kompakt und fundiert. Wer sich ohnehin gut selbst mit der jüngeren Comic-Geschichte auskennt und sich eher tiefer über frühere Epochen informieren will, ist damit immer noch gut bedient.

Del Rey

Neun Jahre später erschien The Essential Batman Encyclopedia von Robert Greenberg. Wie der Titel schon sagt, wird hier keine chronologische Geschichte erzählt, es handelt sich um alphabetisch geordnete Biografien von Figuren und um Beschreibungen von Orten und Dingen rund um Batman. Dieses Buch gilt zwar als verlässliches Standardwerk, aber mittlerweile ist es veraltet. Im vergangenen Jahrzehnt ist viel Wichtiges mit Batman passiert: Die gesamte Grant-Morrison-Ära, die The New 52-Ära von Scott Snyder sowie die Rebirth-Zeit von Tom King – diese Entwicklungen sind nicht mehr enthalten. Es bräuchte eine aktualisierte Ausgabe.

Allerdings ist auch klar, dass ein solches Buch immer schon veraltet ist, sobald es gedruckt wird. In Comics tut sich ständig so viel, dass nur das Internet schnell genug ist, um da mitzukommen. Datenbanken wie die DC Comics Database sind häufig aktueller. Zwar haben gut recherchierte Bücher den Vorteil, verlässlicher zu sein – jedenfalls in der Theorie. Aber was die Fans in den Datenbanken leisten, kann sich durchaus sehen lassen.

Immer die passende Garderobe

DC Comics

Titel: The Strange Costumes of Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1950 (Detective Comics #165)


Batman ist nicht Superman – er hat keine Superkräfte. Und trotzdem kann er alles. Seine Superkraft ist, reich zu sein, also über die Mittel zu verfügen, seine menschliche Unzulänglichkeit zu kompensieren. Also hat er nicht nur allerlei Gerätschaften und Zubehör, sondern auch einen passenden Anzug. Doch eigentlich nicht nur einen, sondern viele verschiedene Anzüge – für jeden Anlass einen.

Ein weißes Kostüm, um im Schnee unsichtbar zu werden, ein goldfarbenes, ein zusammenfaltbares aus Zellophan, einen Weltraumanzug und einen, der im Dunkeln leuchtet (um einen besonders abergläubigen Schurken zu ängstigen, das Gegenteil vom ursprünglichen Gedanken, sich wie eine Fledermaus zu kleiden, aber mit dem selben Zweck).

Diese Story ist all den Anzügen gewidmet – und es kommen noch mehr zum Einsatz. Eine Räuberbande um Dr. Robert Darcy beschäftigt das Dynamische Duo. Dabei erweist sich zunächst der feuerfeste Standard-Anzug als nützlich, dann der Wingsuit und ein Taucheranzug (ein ähnlicher kam schon mal gegen Two-Face vor). Batman zeigt dabei auch seine besondere Fähigkeit, immer den passenden Anzug für den jeweiligen Anlass zu tragen – ein bemerkenswerter Instinkt. Der verlässt ihn leider, als er in den Kofferraum der Gangster steigt. Die entdecken seine Spuren und schießen ein paar Löcher ins Heck des Wagens. Batman überlebt schwerverletzt, schuss-sicher war der Anzug wohl nicht …

Da der Held sich ausruhen muss, steigt Robin in den mysteriösesten aller Batsuits, den absoluten Notfallplan: einen Anzug, der ihn wie Batman aussehen lässt. Überzeugt sind die Diebe nicht: Sie halten ihn für Fake. Am Ende kann der falsche Batman ihnen mit einem Laster genug Angst einjagen, dass sie sich ergeben. Warum aber sind die Gauner misstrauisch geworden? Vielleicht weil auf dem Anzug statt einer Fledermaus ein schwarzer Vogel mit roter Brust zu sehen ist? An der Tarnung muss Batman noch arbeiten …

Aber diese Kostüm-Story ist nur die erste von vielen. In den nächsten Wochen werde ich einige der kuriosesten Outfits vorstellen, die Batman in den 50ern und 60ern getragen hat. Manche davon sind auch keine Anzüge, sondern ganz neue Batman-Inkarnationen.

>> Batman in den 50ern

Grundkurs Batman

DC Comics

Titel: The Untold Legend of the Batman (dt. Die Legende von Batman)

Autor/Zeichner: Len Wein/Jim Aparo, John Byrne

Erschienen: 1980 (Mini-Serie #1-3), Paperback 1992, Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein); dt. Egmont Ehapa 1981 (Die großen Superhelden 2)


Vor Year One und Zero Year, gab es bereits eine Mini-Serie über Batmans Origin, die 40 Jahre Batman-Geschichte in drei Ausgaben zusammenfasste: The Untold Legend of the Batman.

Batman bekommt Post: ein zerrissenes Fledermauskostüm, dazu eine Drohung. Das Kostüm hat einst Bruce Waynes Vater, Thomas Wayne, bei einem Ball getragen – und war so der erste Batman. Während des Balls wurde er vom Gangster Lew Moxon enführt, der ihn daraufhin zwingen wollte, ihm eine Kugel aus dem Körper zu holen. Doch Thomas leistete Widerstand, entkam und brachte mit seiner Aussage Moxon in den Knast. Kurz darauf wurde er mit seiner Frau vom Auftragskiller Joe Chill erschossen. Der junge Bruce Wayne versuchte zunächst als Robin sein Glück als Verbrechensbekämpfer, bevor er sich zum Detektiv ausbilden lässt und zu Batman wurde. Später fliegt das Batmobil in die Luft. Batman hat keine Ahnung, wer dahinterstecken könnte, bis er darauf kommt, dass es jemand aus seiner Nähe sein muss …

Die Geschichte, die in The Untold Legend of the Batman erzählt wird, ist zum größten Teil nicht neu. Vielmehr versammelt Autor Len Wein verschiedene, darunter auch zum Teil wenig bekannte Aspekte von Batmans Vor- und Frühgeschichte, die vor allem in den 50ern näher beleuchtet wurde. Für Neuleser wird die Mini-Serie zu einer Art Grundkurs: Neben den Ursprüngen von Batman bekommt der Leser einen Abriss von Robin, Alfred, Joker, Two-Face, Commissioner Gordon und Batgirl. Und man erfährt, wer das Batmobil gebaut hat. Da einiges davon durch die Crisis annulliert worden ist, dürfte einiges davon heutigen Lesern nicht mehr präsent sein. Aber das Meiste davon ist es schon und das alles (wieder) zu lesen, ist auf Dauer etwas ermüdend, da die Handlung ständig durch Rückblenden unterbrochen wird.

Interessant ist aber vor allem die Rahmenhandlung, besonders am Ende. Die Auflösung – ACHTUNG SPOILER: Bruce Wayne selbst will Batman auslöschen, weil dieser ihn um sein bürgerliches Leben gebracht hat. Durch einen Kopfstoß bei einer Explosion wurde Batman vorübergehend in zwei Persönlichkeiten gespalten und paranoid, jetzt kämpft sein Alter Ego gegen ihn an.

Nacherzählt werden unter anderem diese Geschichten aus dem Golden und Silver Age:

>> Batman 1980-1989


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Eingeholt von der Zeit: Batmans allererster Einsatz

Titel: Batman’s First Case

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1959 (Detective Comics #265)


„Easy Robin — I’ve killed time before — but I’m not going to let time kill me!“

Im Gotham City Park wird eine neue Uhr eingeweiht, getragen von einer Batman-Statue in Übergröße. Doch kaum ist das Tuch gelüftet, ist auf dem Ziffernblatt eine Drohung zu lesen: Um 3 Uhr soll Batman zerstört werden. Kurz darauf zerbricht die Statue und der Übeltäter offenbart sich: The Clock – ein alter Bekannter.

The Clock zerstört Batmans Uhrenstatue

Batman erinnert sich an seinen allerersten Fall: Als er sich gerade das Kostüm angezogen hatte, verfolgte er einen Dieb namens Kyle, ließ sich zweimal von ihm übertölpeln, bevor er ihn in einem Glaswerk mit einem Spiegel austrickste und zur Strecke brachte. Nun holt Batman die Vergangenheit ein, denn Kyle will sich als The Clock an ihm rächen. „Because Batman made me do time in prison!“

Die Verfolgung beginnt thematisch passend in einer Uhren-Manufaktur. Dort erweist sich The Clock als besonders perfide: Weil er weiß, dass Uhrwerke empfindlich auf Säure reagieren, bewirft er sie mit – Orangenschalen. Und dann klaut dieser Unmensch noch einen Sack voll Schrauben, bevor er abhaut. Auf Profit kommt es ihm offenbar nicht wirklich an.

Als Indiz lässt er seine Armbanduhr zurück. Batman untersucht das Ding unterm Mikroskop, entdeckt Mehlspuren und Robin zieht den richtigen Schluss, dass der Gauner sich in einer alten Mühle versteckt. (Naheliegender wäre, dass Kyle vorher Kuchen gebacken hat, aber sei’s drum. Es gehört nun mal dazu, dass irgendwelche Spuren von irgendwas immer eindeutig zum Geheimversteck des Schurken führen.)

In der Mühle knockt The Clock Batman und Robin mit Mehlsäcken aus und fesselt sie unter einer Zeitbombe. Sie befreien sich (dank dem gesprungenen Glas einer Uhr) und es kommt zum Showdown auf einem Riesenuhrwerk – ganz im Stil des Zeitgeistes.

Der Uhren-Schurke wird für Batman Anlass zu einer Zeitreise: Denn in dieser Ausgabe wird auf einer Seite erneut Batmans Entstehungsgeschichte nacherzählt. Danach wird Batman als Anfänger dargestellt, der zwar Fehler macht, aber schon die nötigen Fähigkeiten hat, um den gewieften Dieb zu fassen. So eskapistisch das Silver Age scheint, geschichtsvergessen ist es nicht, denn gerade in den 50ern erfahren wir immer mehr über Batmans Vergangenheit (z.B. dass sein Vater, Thomas Wayne, der erste Batman war und Bruce als Robin anfing).

Ein ähnlicher Schurke, der Clock King, taucht auch in der Batman ’66-Serie auf (S02E11-12), unter dem gleichen Namen gibt es auch einen in Batman: The Animated Series (S01E25), allerdings sind das ganz andere Geschichten, die ich bei anderer Gelegenheit erzählen will.

>> Batman in den 50ern