Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Doppeldate mit Lois und Clark

DC Comics

Titel: Rules of Engagement (Batman Vol. 5)

Autor/Zeichner: Tom King/Joelle Jones, Michael Lark, Clay Mann

Erschienen: 2018 (Batman #33-37, Batman Annual #2), Paperback 2018 (Batman Vol. 5)


„I’ll always be second to a child’s idiotic fantasy.“ (Selina Kyle)

Kaum sind Batman und Catwoman verlobt, erleben sie ihr erstes gemeinsames Abenteuer als Paar. In der Wüste von Khadym treffen sie auf Talia al Ghul, wo sie sich Schwertkämpfe mit ihr liefern, wobei Selina länger durchhält als Bruce. Nebenbei erfahren die drei Robins und Duke Thomas erst von Alfred von der Verlobung und fragen sich, wieso Bruce ihnen so etwas vorenthält …

Dann kommt es zum Doppeldate zwischen Bruce, Selina, Superman und Lois Lane. Ein Kapitel lang geht es um die Frage, wer wen anrufen soll, um ein Treffen vorzuschlagen. Ein Kapitel lang sehen wir die vier auf einem Jahrmarkt. Weil das Motto Superhelden lautet, tauschen die beiden Herren und Damen ihre Kostüme: Batman wird zu Superman und umgekehrt. Lois Lane wird zu Catwoman und Catwoman zu Selina Kyle in Lois‘ Kleid. Und so plaudert man über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede und die Ehe.

Schließlich ist da noch ein sentimentales Schlusskapitel, in dem eine Episode aus der Anfangszeit von Batman und Catwoman erzählt wird, verbunden mit einer Zukunftsepisode über die letzten Tage des alten Paares.

Der fünfte Band von Tom Kings Batman-Serie ist der bisher ruhigste und nachdenklichste, aber auch der heiterste und emotionalste, aber obwohl ein Spannungsbogen fehlt, unterhält er besser als die meisten vorherigen. Da ist zum einen der Humor, der die Geschichten mit Ironie durchzieht, da sind zum anderen Highlights wie Batman und Superman beim Baseball. Man mag das lächerlich finden, aber Tom King bekommt es gut hin, dass es Spaß macht, ohne weh zu tun.

Und natürlich sind die Zeichungen von vorn bis hinten erstklassig: Mit Joelle Jones darf erstmals eine Frau an Batman ran und man fragt sich, warum das erst jetzt passiert, da mit Selina Kyle auch eine Frau dauerhaft in Batmans Leben tritt. Jetzt müsste man sie nur noch Batman schreiben lassen, aber so weit ist man bei DC wohl noch nicht …

Mehr Batman von Tom King:

The Death of Superman: Der erste Trailer

Im Sommer 2018 erscheint die Zeichentrick-Adaption von The Death of Superman, auf Blu-ray, DVD und VoD. Der erste Trailer zeigt die Justice League im Kampf mit Doomsday und wir bekommen Lex Luthor zu sehen. Unterschied zu den Comics: Im Film kämpft die „wahre“ Justice League, während im Comic nur eine C-Besetzung zu sehen war. Und es gibt auch einen optischen Unterschied: Superman trägt ein Kostüm, das mehr an die The New 52-Version von 2011 erinnert – mit Kragen und ohne rote Unterhose.

Ein genaues Erscheinungsdatum steht noch nicht fest.

Supermans Aufstieg, Luthors Fall

DC Comics

Titel: Superman – Up, Up and Away (dt. Auf, auf und davon!)

Autor/Zeichner: Kurt Busiek, Geoff Johns/Pete Woods, Renato Guedes

Erschienen: 2006 (Superman #650-653, Action Comics #837-840), Paperback 2006; dt. Panini 2007


„You’re the worm in the apple, Superman …“ (Lex Luthor)

Ein Jahr nach der Infinite Crisis: Superman hat keine Kräfte mehr, lebt nur noch als Clark Kent. Wenn’s Ärger gibt, ruft er Supergirl. Lex Luthor hat seine politische Karriere hinter sich und ist von der Justiz freigesprochen worden. Doch seine Firma will ihn nicht mehr wieder, sein guter Ruf ist endgültig ruiniert. Jetzt will er Rache: Er schnappt sich den Sunstone von Krypton, entführt den Kryptonite Man, klaut alles Kryptonit zusammen und will Metropolis vernichten.

Up, up and away ist eine Story, die in zweifacher Hinsicht den Status quo wiederherstellt: Superman bekommt allmählich seine Kräfte wieder (einfach so), er kann zunächst nur springen, bevor er fliegen kann. Er wächst mit seinen Aufgaben. Und Lex Luthor ist kein gewiefter Unternehmer, sondern mehr der Mad Scientist, der sein Genie nur dazu benutzt, alles in Schutt und Asche zu legen, um sein Ego zu pampern. Wir sehen zu, wie der eine wieder aufsteigt und der andere noch tiefer sind.

Luthors Feldzug ist persönlich. Eigentlich wollte er Krebs heilen und den Welthunger bekämpfen, aber er gibt Superman die Schuld dafür, dass daraus nichts geworden ist. Am Ende kommt es zu einem Faustkampf … Und dann noch zu einem unnötig langen Epilog. Aber schließlich ist die Story eine im Großen und Ganzen runde Sache. Es gibt ein gutes Gleichgewicht zwischen Action und Zwischenmenschlichem, man kommt auch ohne Vorkenntnisse gut rein und findet raus, ohne unbedingt weiterlesen zu müssen. Als Extra gibt es Gastauftritte einiger anderer Superhelden.

Up, up and away ist eine solide wie altmodische Superhelden-Story, nur im neuen Gewand. Leider überzeugen die Zeichnungen nicht ganz, was Ausdruck und Einfallsreichtum angeht. Aber alles erfüllt hier ganz seinen bescheidenen Zweck.

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Poison Ivy küsst zurück

DC Comics

Titel: A Touch of Poison Ivy

Autor/Zeichner: Robert Kanigher/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1966 (Batman #183)


Batman steht noch immer sehr unter dem Eindruck von Poison Ivy. Egal, mit welcher Frau Bruce Wayne anbandelt, ihm erscheint jedes Mal die in Blattgrün gekleidete Schurkin, die ihn mit einem Kuss in ihren Bann gezogen hat. Robin versucht, mit kleinen Kämpfen gegen das Verbrechen Batmans Kopf wieder klarzukriegen. Aber so ganz klappt das nicht. Ivy lässt nicht locker. Zunächst tut sie so, als wäre sie im Gefängnis geläutert und schickt Batman zum Dank ein Geschenk: einen Handspiegel. Doch der ist vergiftet, und so fällt Batman wieder dem Bann der Frau zum Opfer – davor schützen ihn auch nicht die Handschuhe.

Batman hilft ihr dabei, aus dem Knast zu entkommen und wird dadurch selbst zu ihrem Gefangenen. Tagelang liegt er gefesselt auf einem Sofa, ohne dass Ivy auch nur versucht, ihn zumindest seiner Maske zu entledigen, und widersteht der Versuchung, etwas zu essen. Als er zwangsernährt werden soll, dreht Poison Ivys Haustier, ein Panther, plötzlich durch und greift sie an. Batman rettet sie, Robin eilt herbei, und während es wieder zum Kuss kommt, beweist Batman, dass er immun gegen sie geworden ist. Zumindest vorläufig …

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Tim Drake gegen sich selbst

DC Comics

Titel: A Lonely Place of Living

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Eddy Barrows, Alvaro Martinez

Erschienen: 2017 (Detective Comics #963-968), Paperback 2018 (Detective Comics Vol. 5)


Red Robin (Tim Drake) ist scheinbar tot. Aber wir wissen es besser: Er ist nur gefangen an einem mysteriösen Ort. Sein Entführer stellt sich heraus als ein alter Bekannter aus Supermans Vergangenheit. Tim befreit sich aus dem Gefängnis, aber nicht von der Frage, warum er hier ist. Er bekommt bloß kryptische Antworten, damit es für die Leser länger spannend bleibt. Und noch bevor man sich fragen kann, was das alles soll, taucht plötzlich Batman auf. Ein Batman, der sich als der Tim Drake der Zukunft herausstellt. Und dieser geht mit Schusswaffen über Leichen: Er will Batwoman töten, um eine schlimme Entwicklung aufzuhalten. Der junge Tim Drake kämpft gegen sein älteres Gegenstück.

Und wieder sind sie alle dabei: Alle ehemaligen und amtierenden Robins (Nightwing, Red Hood, Damian Wayne), die Frauen Batwoman und Orphan sowie drei Außenseiter Batwing, Azrael und Clayface. Heillos überladen mit Figuren für eine dünne und auch schnell abgefertigte Handlung. Später gibt es noch ein kurzes Nachspiel mit Spoiler, Bluebird und Anarky. Letzterer will eine neue Gesellschaft in Gothams Untergrund aufbauen. Gleichzeitig dreht Clayface durch – er war doch keine besonders gute Wahl für die Batman-Familie.

A Lonely Place of Living ist eine Hommage an A Lonely Place of Dying, die Storyline, in der Tim Drake als Robin eingeführt wurde. Damals ging es um Batmans Nachfolger nach dem Tod von Jason Todd, jetzt kehrt einfach Tim selbst von den Toten zurück. Zugleich stellt die Story – wie auch die zuvor und wie es überhaupt seit drei Jahrzehnten Mode ist – Batman und seine Methoden infrage. Batman wird immer wieder zum Auslaufmodell erklärt und gleichzeitig doch immer wieder neu in den Comics etabliert. Warum eigentlich? Wegen der Tradition. Batman legitimiert sich aus sich selbst heraus, aus seiner 80-jährigen Geschichte, den Traditionen und seinem Status in der Popkultur. Daher stützen sich viele moderne Batman-Comics immer wieder auf ältere Comics. Batman steckt, wie andere Superhelden auch, im Leerlauf einer Retroschleife.

Aber es gibt ja auch die visuelle Komponente: Die Zeichnungen sind grandios, Eddy Barrows gehört zu den besten Batman-Zeichnern der Gegenwart. Das hält bei Laune wie die billigen Tricks, zu denen etwa ein Gastauftritt von Doomsday gehört. Die Story unterhält auf einem durchschnittlichen Niveau, wie immer wird zu viel geschwätzt. Aber dieser Band unterhält dennoch etwas besser als die letzten drei. Und langsam fügen sich die bisher erschienen Teile der Detective-Serie zu einem größeren Plot zusammen, der in den nächsten Ausgaben (hoffentlich) aufgelöst wird. Eins ist klar: Die Batman-Familie wird zerfallen. Ich freue mich schon drauf. Dann ist auch Zeit für einen Autorenwechsel.

Bisher erschienen:

 

Die letzte Superman-Geschichte

Titel: Whatever Happened to the Man of Tomorrow? (dt. Was wurde aus dem Mann von morgen?)

Autor/Zeichner: Alan Moore/Curt Swan

Erschienen: 1986 (Superman #423, Action Comics #583), Paperback 1997, 2006 (DC Universe: The Stories by Alan Moore), 2009 (Whatever Happened to the Man of Tomorrow?); dt. Panini 2010 (Paperback)


„I think I’m going to die, and there’s so much in my life I have to get straight …“ (Superman)

Nachdem die Crisis on Infitite Earths das DC-Universum auf Null gesetzt hat, wurde es Zeit, von Superman Abschied zu nehmen, wie man ihn kannte. Also erschien in den Serien Superman und Action Comics die letzte Story über den Helden – vor dem Reboot (Man of Steel). Doch dabei handelte es sich auch nur um eine „Imaginary Story“, eine „Was wäre wenn“-Geschichte nach der Tradition des Silver Age.

Im Jahr 1997 ist Superman seit zehn Jahren tot. Lois Lane, die geheiratet hat, gibt einem Reporter ein Interview darüber, wie es zum Ende des Helden gekommen ist. Viele Schurken waren bereits erledigt, als eine Kette von Ereignissen in Gang kam: Bizarro begeht Suizid, nachdem er Amok läuft. Toyman und Prankster enthüllen öffentlich, dass Superman Clark Kent ist. Brainiac ergreift Besitz von Lex Luthors Körper. Eine Bande Metallos stürmt den Daily Planet und greift Clark Kents Freunde an. Superman rettet sie in die Festung der Einsamkeit. Brainiac folgt ihm dorthin zum letzten Gefecht.

Niemand kann behaupten, Batman hätte es nicht versucht.

Es kommen noch viele andere Helden und Schurken wie der Kryptonite Man. Doch die meisten Helden können Superman nicht helfen, weil sie von einem Energiefeld abgeschirmt werden (selbst Batman kommt nicht rein, obwohl er mit einem Holzknüppel dagegen schlägt). Viele sterben – selbst Krypto, der Hund mit dem Cape. Am Ende ist der schuld, der bisher gefehlt hat: Mr. Mxyzptlk, der Quälgeist aus der fünften Dimension. Superman tötet ihn. Aber weil Superman nicht töten darf, bringt er sich daraufhin selbst um. Er läuft durch ein Lager mit Goldenem Kryptonit, wodurch er seine Kräfte verliert, und erfriert daraufhin im arktischen Eis.

Aber natürlich ist das eine Lüge: Superman lebt mit Lois Lane als Jordan Elliott (abgeleitet von Jor-El) und hat mit ihr ein Kind, das mit bloßen Händen Kohlenstücke in Diamanten verwandeln kann. Das bedeutet aber auch, dass Superman offenbar nicht darunter zu leiden scheint, seinen Widersacher getötet zu haben.

Eine seltsame Geschichte. Hier geht es darum, vieles zu einem Abschluss zu bringen, aber ohne kanonischen Anspruch. Das heißt, dass wir sehen nur ein mögliches Szenario, das zugleich als Hommage an die Comics aus den 50ern und 60ern dient. Trotz der abgehetzten Handlung findet sich Raum für Komtemplation: Superman geht davon aus, dass er sterben wird, und will noch einiges zum Abschluss bringen, wie etwa Lois seine Liebe gestehen.

23 Jahre später, als Batman starb, erschienen nach diesem Vorbild zwei „letzte“ Batman-Ausgaben: Whatever Happened to the Caped Crusader? von Neil Gaiman und Andy Kubert.

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Poison Ivys erster Kuss

DC Comics

Titel: Beware of — Poison Ivy

Autor/Zeichner: Robert Kanigher/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1966 (Batman #181), Paperback 2017 (Batman Arkham: Poison Ivy)


„I hate to put such a beautiful doll behind bars!“ (Batman)

Wer ist die größte, die meistgesuchte Verbrecherin? Ist es Dragon Fly, Silken Spider oder Tiger Moth? Keine der drei, findet die junge Frau mit den roten Haaren und dem grünen Anzug, die plötzlich im Gotham Art Museum auftritt und große Töne spuckt: Sie selbst sei es, Poison Ivy. Sie behauptet, so gut zu sein, dass ihre Verbrechen nicht einmal auffallen. Den Beweis bleibt sie zunächst schuldig, fordert aber die drei genannten Schurkinnen heraus. Natürlich ist das eine Falle. Aber auch Batman und Bruce Wayne sind eingeladen, weil Ivy auf beide steht und sich erst im Direktvergleich für einen von beiden entscheiden will.

Als Batman und Robin mit ihren Fallschirmen vorbeikommen, ist bereits eine Schlägerei der drei Vebrecherbanden in vollem Gange. Die drei Anführerinnen erleiden einen Elektroschock, als sie sich gleichzeitig auf eine Krone stürzen, die ihnen Ivy überreicht.

Ivy versucht, Batman dazu zu überreden, sich ihr anzuschließen – mit einem Kuss. Robin durchschaut, dass Chemie im Spiel ist und reißt Batman los. Die Schöne ist jedoch davon überzeugt, dass sie auch ohne das Hilfsmittel bekommen hätte, was sie will. Und tatsächlich: Batman schwirrt danach ganz schön der Kopf.

Und da sie sich nicht besonders geschickt anstellt, wird sie auch schnell aufgehalten. Aber die Begegnung wirkt bei Batman nach. Er wirkt betört von der jungen Frau in Grün. Es wird klar, dass das nur der Anfang einer langen Beziehung sein kann.

Auffallend an diesem ersten Auftritt von Poison Ivy ist: Sie kommt aus dem Nichts. Es gibt keine Erklärung, warum sie Verbrechen begeht und warum sie ein Pflanzenkostüm trägt; mit Pflanzen hat sie nichts zu tun. Sie hat keinen Namen, nur ein Pseudonym. Typisch ist, dass es (nach Catwoman) wieder eine Frau ist, die Batman und Robin entzweit. Schon auf dem Cover wird sie als mögliche Ursache für einen Konflikt des Dynamischen Duos eingeführt, noch bevor man etwas über sie weiß.

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Knightfall #13: Vengeance of Bane II – The Redemption

DC Comics

Die Knightfall-Reihe endet so, wie sie beginnt: mit Bane. Der sitzt seit seiner Niederlage gegen den neuen Batman (Jean Paul Valley) in Blackgate Prison ein. Noch immer plagen ihn Alpträume von einem großen, bösen Fledermausmonster, nur dass es sich diesmal in Batman verwandelt. Am Ende des Traums hilft ihm Osoito, sein alter Teddybär aus Kindheitstagen. Bane ist aus der Form geraten, bekommt psychologische Hilfe, ihn plagen Entzugserscheinungen von der Droge Venom. Seine Anwältin, will ihn wegen Unzurechnungsfähigkeit raushauen, aber Bane lehnt ab – er will auf schuldig plädieren. Das Knastleben ist er gewohnt.

Aber er bekommt keine Ruhe: Der jüngst von Batman besiegte KGBEast bringt Bane auf die Krankenstation. Sein Therapeut schenkt ihm einen neuen Teddy. Kaum ist er raus, wird er deshalb von einem Insassen provoziert, was Bane mit einem spontanen Mord bestraft. Dafür gibt’s sechs Monate Isolationshaft. Statt einzugehen, bringt sich Bane wieder in Form und plant seine Flucht. Als er raus ist, revanchiert er sich zunächst bei KGBeast, dann lässt er sich beim Ausbruch von ihm helfen – zusammen mit Galvan und dem Ratcatcher.

Und wozu das Ganze? Bane will Rache. Diesmal soll es die Richtigen treffen: die Leute, die ihn für ihre Venom-Experimente missbraucht haben. Bane wird also als Rächer zu einer Art Superheld. Und da tritt auch Batman auf. Zusammen kämpfen sie gegen die Bösen, die bereits neue Handlanger mit der Droge vollpumpen. Doch als das Werk vollbracht ist und Batman Bane zurück in den Knast schicken will, weigert sich Bane. Plötzlich findet er sich nämlich unschuldig. Er ist nur ein Opfer des Systems, der Droge Venom und seines Hasses. Batman sieht das nicht ein. Und auch der Leser wird es ihm kaum abkaufen.

Bane bleibt frei – aber ein Gefangener in seiner Seele, heißt es in allerschönstem Pathos am Ende, als Bane auf einer Brücke steht und nach seinem Vater ruft. Denn der soll noch leben. Der zweite Teil von Vengeance of Bane bildet mit dem ersten eine gelungene Klammer. Sehr psychologisch, sehr konzentriert auf seinen Charakter. Man muss Bane nicht mögen oder verstehen, aber man bekommt einen weiteren tiefen Einblick in seine geplagte Seele. Dank der Zeichnungen von Graham Nolan schaut man auch gerne in die tiefste Abgründe.

Seine Geschichte geht weiter in der vierteiligen Serie Bane of the Demon, wo er auf Ra’s al Ghul trifft, und in Legacy (dt. Der Fluch), wo es wieder zum Kampf mit Batman kommt. Aber auch am Ende von No Man’s Land (dt. Niemandsland) bekommt Bane wieder einen großen Auftritt.

Hinweis: Vengeance of Bane II ist in Batman: Knightfall Omnibus Vol. 3 und im Paperback Troika (2019) erschienen. (Dieser Artikel wurde am 27.1.2019 aktualisiert.)

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80 Jahre Superman auf 80 Seiten

DC Comics

Da ist sie endlich: 80 Jahre nach dem ersten Heft ist die 1000. Ausgabe von Action Comics erschienen. 80 Seiten lang ist sie geworden. In zehn Kurzgeschichten wird Superman abgefeiert. Hier geht es um nichts anderes als Heldenverehrung, Mythenbeschwörung, Nostalgie und Retrospektive. Wie bei einer großen Geburtstagsparty sind alle sind eingeladen, um dem Geburtstagskind die Ehre zu erweisen: alle Freunde und Schurken, sowie berühmte Autoren und Zeichner, die in Erinnerungen schwelgen und die Höhepunkte einer Karriere rekapitulieren.

Wir sehen alte Superman-Veteranen wie Dan Jurgens, der bei einer Gedenkfeier Menschen davon erzählen lässt, wie toll sie Superman finden. Der kann den Fame zwar nicht richtig genießen, weil er unruhig wegen einer möglichen Alien-Invasion ist, aber seine Helden-Freunde helfen ihm dabei aus, damit er sich feiern lassen kann. In anderen Storys darf Superman Alltagsheld spielen: Er verhindert zwei Geiselnahmen, bewahrt zwei Züge vor dem Entgleisen und spielt den Müllmann für Weltraumschrott.

Peter Tomasi und Patrick Gleason nutzen ihre rudimentäre Rahmenhandlung dazu, Superman im Wandel der Zeit darzustellen. Es ist bloß eine Aneinanderreihung von Splash-Pages, die auf vergangene Zeiten anspielen, allerdings sieht man eher Hommagen an vergangene Zeiten und eher abseitige Momente als die üblichen Greatest Hits. Und am Ende gibt es eine große Geburtstagstorte. Schön gemacht.

Die derzeitigen Branchen-Stars Scott Snyder und Tom King enttäuschen eher mit ihren nachdenklich-sentimentalen Storys, auch Altmeister Paul Dini kann mit seiner Superman-Freizeitpark-Idee und Mr. Mxyzptlk nicht überzeugen.

DC Comics

Höhepunkt des Heftes ist „The Car“, in der Geoff Johns und Richard Donner (das Team von Last Son) erzählen, was aus dem Auto wurde, das auf dem Cover von Action Comics #1 zu sehen ist. Der Fahrer bringt es ihn die Werkstatt und versucht dem Mechaniker klarzumachen, was damit passiert ist. Dann taucht Superman selbst auf – in seinem allerersten Kostüm – und sagt dem Ganoven, dass er sein Leben ändern solle. Abgesehen von diesem typischen Moralisieren ist die Idee sehr sympathisch und auch grafisch beeindruckend umgesetzt.

Zum Schluss bringt uns Brian Michael Bendis wieder in die Gegenwart. Superman wird von einem neuen Schurken durch Metropolis geprügelt: Rogol Zaar. Er behauptet, Krypton vernichtet zu haben und nun sein Werk mit Superman beenden zu wollen. Kryptonier seien nämlich eine Plage. Doch das ist nur ein erstes Teasing auf das, was da mit The Man of Steel kommen wird, der sechsteiligen Mini-Serie, mit der Bendis seine Superman-Storyline fortsetzt.

Action Comics #1000 liefert, was Superman-Fans mögen und erwarten, also keine großen Überraschungen. Überwiegend bekommt man hier, was man kennt und sich bereits gedacht hat. Schade eigentlich für so ein Geburtstagsgeschenk.

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Knightfall #12: Nightwing – Alfred’s Return

DC Comics

In Gotham ist wieder alles beim Alten: Bruce Wayne ist wieder Batman, Dick Grayson ist wieder Nightwing. Nur Alfred Pennyworth fehlt in Wayne Manor. Der treue Butler hat hingeschmissen. Er hatte keine Lust mehr, seinem Arbeitgeber bei seinem selbstzerstörerischem Feldzug zu helfen. Aber er muss natürlich irgendwann zurückkehren. Dieser Rückkehr wurde 1995 ein 54-seitiger One-Shot gewidmet.

Alfred ist – nach Abstechern auf die Bahamas und in die Antarktis – wieder nach England gereist, wo er seine alte Flamme wiedersieht: eine Schauspielerin namens Joanna. Sie hatte er einst heiraten wollen, bis er vor dem Traualtar von ihrem Liebhaber erfuhr, dass sie ihn betrogen hatte. Alfred und Joanna bandeln wieder miteinander an und er lernt ihren Sohn kennen. Der hat hohe Spielschulden in einem zwielichten Casino. Nachdem Alfred erfährt, dass er sein Sohn sein soll, will er ihm helfen, doch das funktioniert nicht. Und so erfährt er, dass dahinter eine Verschwörung steckt. Ein paar Generäle planen, den Eurotunnel zu sprengen und aus diesem inszenierten Terrorakt einen Putsch machen zu können.

Wie gut, dass Nightwing vorbeischaut. Er hat nämlich Alfred aufgespürt, auch wenn dieser seine Spuren gut zu verwischen wusste. Nightwing und Alfred verhindern das Schlimmste, aber nicht ohne dass ein Opfer gebracht werden muss.

Klingt hanebüchen und entbehrlich? Ist es auch. Zwar ist es zur Abwechslung interessant, etwas über Alfreds Vergangenheit und Innenleben zu erfahren, zwar zeichnet Dick Giordano einen wunderbar dynamischen Nightwing in Aktion, aber es bleibt nur eine durchschnittliche Anekdote für Leser, deren Neugier auch die kleinste Lücke des übergreifenden Plots nicht im Dunkeln lassen kann.

Alfred kehrt übrigens erst in Batman #521 (1995) offiziell nach Wayne Manor zurück.

Hinweis: Nightwing – Alfred’s Return ist im Paperback Nightwing: Ties that Bind erschienen, wurde in Knightfall Omnibus Vol. 3 neu aufgelegt, sowie in der Paperback-Ausgabe von Troika (2019), ist aber auch digital bei Comixology verfügbar. (Der Artikel wurde am 27.1.2019 aktualisiert)

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