Erschienen: 1995 (One-shot), Paperback 2016 (The Batman Adventures Vol. 4)
„One of these years I’m going to beat him to the check.“ (James Gordon)
Batgirl gegen Clayface im Kaufhaus, Harley Quinn und Poison Ivy auf Shoppingtour mit Bruce Wayne, Silvester mit dem Joker. Das Batman Adventures Holiday Special versammelt fünf humorvolle Episoden rund um Weihnachten und Silvester. Abgesehen von den herausragenden Zeichnungen von Bruce Timm (Mad Love) leben sie von lauter schönen Einfällen: Bullock als Undercover-Weihnachtsmann, Montoya als sein Elf und am Ende treffen sich Batman und James Gordon an Neujahr zu einer Tasse Kaffee – eine Tradition, die im Rahmen einer größeren steht: Batman kippt den Kaffee eilig runter, zahlt und verschwindet wieder, während Gordon mal kurz wegguckt.
Neujahrstradition: Batman und Gordon in Holiday Knights
Das Special wurde 1997 unter dem Titel „Holiday Knights“ für The New Batman Adventures verfilmt. Auch wenn die Serienfolge sehr nah an der Vorlage ist, fehlt die Episode, auf die das Heftcover verweist: In „White Christmas“ bricht Mr. Freeze am Weihnachtsabend aus Arkham aus und hinterlässt eine kalte Spur bis zum Friedhof, nur um seiner toten Frau Nora ein weißes Weihnachten zu bescheren. Sentimental, aber wohl etwas zu traurig für den sonst launigen Ton der übrigen Storys.
DC Comics hat für den 14. Dezember ein Weihnachtscomic angekündigt: das DC Rebirth Holiday Special. Auf 96 Seiten gibt es unter anderem eine Chanukkah-Krise für Huntress, eine Familienweihnachtsfeier mit Flash und Wonder Woman trifft auf Constantine. Paul Dini trägt eine Harley Quinn-Story bei, mit der alle Einzelgeschichten verknüpft werden sollen („in the weirdest way possible“). Die anderen Geschichten stammen von James Tynion IV, Steve Orlando, Vita Ayala, Cullen Bunn, Tim Seeley , James Asmus, Heath Corson, Gustavo Duarte, Dustin Nguyen und anderen.
Was der One-shot kosten soll, ist bislang nicht bekannt.
Am 17. September 2016 ist wieder Batman-Tag: Der Panini-Verlag spendiert ein Gratis-Comic mit einer kompletten Batman- und Harley Quinn-Story (wahrscheinlich wieder, dem Cover nach zu urteilen, aus der Serie Legends of the Dark Knight). Außerdem wird darin ein Vorgeschmack auf das Event Robin War gegeben. Als Gimmicks werden alberne Papiermasken und coole Poster verschenkt. An dem Tag wird auch eine Variant-Cover-Edition von Batman: Der letzte Kreuzzug (Dark Knight: The Last Crusade) herausgebracht.
Auch DC Comics feiert den Batman-Tag. Als Gratis-Comic wird Batman #1 (Rebirth) neu aufgelegt – mit dem Variant Cover von Howard Porter.
DC kündigt das erste Großevent nach dem Neustart von DC Rebirth an: Die Justice League tritt gegen die Suicide Squad an. Zwei Monate (Dezember bis Januar) lang soll eine sechsteilige, wöchentlich herauskommende Miniserie erscheinen. Tie-ins werden Suicide Squad #8-10 und Justice League #12-13 sein. Geschrieben werden die Ausgaben von Justice League vs. Suicide Squad von Joshua Williamson (The Flash), gezeichnet von Jason Fabok (Batman, Justice League) und Tony S. Daniel (Batman).
Die Story: Die Justice League entdeckt Amanda Wallers Task Force X, aber bevor sie die Bande auflösen können, müssen Helden und Schurken einen gemeinsamen Feind bekämpfen. Daher sieht man auf dem Cover auch Batman und Harley Quinn Seite an Seite: Batman hält ein Schwert, Harley Wonder Womans Lasso, während der Rest am Boden liegt. „And by the end of the story, both teams may discover that they have more in common than they thought, whether they like it or not“, sagt Autor Williamson.
Die Ankündigung wäre vielleicht etwas aufregender, wenn nicht noch dieser schlechte Beigeschmack vom Suicide Squad-Film wäre. So haftet diesem Event der Gestank von Marketing an. Denn passend dazu wird die nächste Batman-Story von Tom King davon handeln, wie Batman seine eigene Suicide Squad zusammenstellt: I Am Suicide. Langsam reicht’s mit dem Selbstmordkommando.
Batman und seine Suicide Squad (DC Comics)
Ein deutscher Start-Termin für diese Comics steht noch nicht fest.
Lieber mal wieder ein gutes Buch lesen. (Warner Bros.)
Titel: Suicide Squad
Regie/Drehbuch: David Ayer
Erschienen: 2016
Ist Suicide Squad wirklich so mies, wie die Kritiker behaupten?
Eigentlich wollte ich eine ausführliche Kritik schreiben, aber nach zwei gescheiterten Anläufen merkte ich: mir fehlt die Lust. Deshalb in aller Kürze: Ja, der Film ist reine Zeitverschwendung. Da funktioniert gar nichts. Ein Film wie von Zwölfjährigen für Zwölfjährige. Ein dummes wie ermüdendes Geballer.
Ein austauschbarer Standard-Plot um einen nichtssagenden Schurken, oberflächliche Charakterzeichnung, schwache Einführung der Hauptfiguren, flache und nicht zündende Witze, spannungslose Action, chaotische Erzählweise. Harley Quinn nervt, der Joker enttäuscht, Batman ist bloß Statist. Den Rest kann man vergessen.
DC baut damit sein Extended Universe auf drei kaputten Säulen auf: Nach der hohlen Zerstörungsorgie in Man of Steel, der überladenen Selbstdemontage zweier Helden in Batman v Superman ist Suicide Squad buchstäblich das Selbstmordkommando, das sich entbehrlich macht. Nach drei solchen kapitalen Fehlschlägen besteht kaum noch Hoffnung auf Rettung dieses Filmuniversums. (Ganz zu schweigen von den zuvor erschienenen Reinfällen Catwoman, Superman Returns und Green Lantern.) Auch wenn die Wonder Woman– und Justice League Trailer vielversprechend anmuten und Ben Affleck den nächsten Batman-Film selbst dreht – der Vertrauensvorschuss für diese Filme ist verspielt. Die Vorfreude ist dahin. Kinobesuche werden zu einem Pflichtprogramm, das man über sich ergehen lässt. Es muss sich dringend etwas ändern. Sonst vernichtet DC auf lange Sicht sein Erbe im Film.
Passend zum deutschen Kinostart von Suicide Squad bringt DC einen Trailer zum Game Injustice 2heraus, in dem die neue Harley Quinn und Deadshot präsentiert werden. Harley sieht – Überraschung – aus wie im Film und hat neuerdings – wie im Comic – ihre zwei Hyänen dabei, die sich auf ihre Gegner stürzen, während sie mit dem Hammer ausholt. Ach ja, das wird bestimmt ein Spaß. Wahrscheinlich ein größerer als der Film. Aber dazu später mehr.
Harley Quinns erster Auftritt in Batman TAS (1992) (Warner Bros.)
Die junge Blondine trägt eine Polizei-Uniform. Aber zusammen mit dem Joker hat sie gerade eine Bombe bei einer Polizeiveranstaltung gelegt. Als Batman sie stellt, hat er leichtes Spiel mit ihr: „Ich weiß, was Sie denken“, sagt sie. „So ein Jammer. Wie konnte so ein junges unschuldiges Ding wie Sie nur in so schlechte Gesellschaft geraten?“ Kurz darauf greift sie zu einem Messer, doch da packt Batman auch schon ihre Hand und sie lässt das Messer fallen. Als sie dann allein in Handschellen dasitzt sagt sie zu sich: „Oje! Hätte vielleicht doch lieber auf die Kosmetikschule gehen sollen.“
Beruf verfehlt: Harley Quinn 1992 (Warner Bros.)
So verläuft die erste Begegnung zwischen Batman und Harley Quinn, der Freundin und dem Sidekick des Jokers. Das war 1992 in der The Animated Series-Episode „Joker’s Favor“ (S01E22). Harley wird nicht erklärt, sie ist einfach da: In ihrem schwarz-roten Narrenkostüm, ihrem Herren loyal ergeben, lacht sie über seine schlechten Witze. Eine Szene hat sie in dieser Gestalt, eine andere als falsche Polizistin. Doch sie soll noch einige Auftritte in der Serie bekommen. Wer sie wirklich ist, erfährt man erst zwei Jahre später.
Mad Love (1. Auflage) (DC Comics)
Mad Love (2. Auflage) (DC Comics)
Nachdem sie 1993 auch in der Comic-Serie Batman Adventures eingeführt wurde, bekommt Harley Quinn im Jahr 1994 eine Vorgeschichte: Mad Love. Darin ist Harleen Frances Quinzel zunächst eine Psychiaterin, die sich ihren Weg nach oben geschlafen hat, bis sie in Arkham Asylum auf den Joker trifft. Sie fällt auf seinen Charme und seine Lügengeschichten über seine schlimme Kindheit herein (dieses Multiple-Choice-Prinzip wurde im Film The Dark Knight aufgegriffen) und verbündet sich mit ihm, indem sie sich ein Clownskostüm und sich die neue Persönlichkeit, Harley Quinn, zulegt. Die Psychiaterin verfällt dem Psycho.
Aber dieses Comic ist mehr als nur ein Origin. Denn interessant wird es erst, als ein Dritter die Beziehung auf die Probe stellt: Batman. Mad Love beschreibt eine gestörte Dreiecksbeziehung. Harley gibt sich Joker bedingungslos hin, in masochistischer Selbstaufgabe, aber der Joker interessiert sich nur dafür, wie er Batman möglichst spektakulär und witzig inszeniert umbringen kann. Das wiederum macht Harley eifersüchtig und sie beschließt, Batman zu beseitigen, um ihren Mr. J. wieder ganz für sich zu haben. Aber dabei unterschätzt sie die Eitelkeit ihres Geliebten – und seinen Wahnsinn.
Die Story ist von Paul Dini und Bruce Timm so mustergültig erzählt (in Wort und Bild), so witzig, einfallsreich und dynamisch, dass sie bis heute als eine der besten Batman- und Joker-Storys gilt. Nicht von ungefähr wurde sie mit dem Eisner- und Harvey-Award ausgezeichnet. Ein unerreichter Klassiker. Im Jahr 1999 wurde der Comic sehr werkgetreu, wenn auch leicht entschärft, für eine Episode der New Batman Adventures adaptiert (S01E21).
Batman: Harley Quinn #1 (1999, DC Comics))
Harley Quinn war so beliebt, dass DC im gleichen Jahr die Figur auch in die Haupt-Continuity der Batman-Comics aufnahm, während Gotham gerade im No Man’s Land (dt. Niemandsland) in Trümmern lag. Die Figur bekam einen neuen Origin – der im Wesentlichen der alte blieb. Mit dem Unterschied, dass sie von Poison Ivy Superkräfte bekam. Die Story, die in Batman: Harley Quinn #1 von ihrem Erfinder Paul Dini erzählt wird, hat nicht annähernd den Charme und die Qualität von Mad Love. Man kann nicht einmal sagen, es wäre das Gleiche, nur ein wenig anders. Die Geschichte ist lieblos wie eine Pflichtarbeit runtererzählt, als wäre sie für ein Publikum, das die Figur bereits kennt, und nicht mehr große Erklärungen braucht. Nicht nur die Charaktere beeindrucken, auch der Plot drumherum bleibt kaum im Gedächtnis. Ganz zu schweigen von der uninspirierten visuellen Inszenierung. Allein das Cover von Alex Ross verdient es, eingerahmt zu werden.
Trotzdem setzte Harley Quinn ihre Erfolgsgeschichte fort – und emanzipierte sich vom Joker: Von 2001 bis 2003 bekam sie ihre eigene Serie. Nach dem DC-Reboot von The New 52 im Jahr 2011 wurde die Figur radikal überarbeitet: Das Harlekin-Kostüm wurde eingetauscht gegen einen wilden Punk-Look. Schwarz-rot gefärbte Haare, ein Kragen, ein Korsett, knappes Höschen, Kniestrümpfe, ein Riesenhammer als Waffe. „I’m more like a collage now“, sagt sie in Detective Comics #23.2 (2013). „A mosaic.“ So wird sie Teil der Suicide Squad, einer staatlich gelenkten Eingreiftruppe von Mördern, die gezwungen werden, dem Wohl der Menschheit zu dienen. Aus der Superschurkin ist eine Antiheldin geworden.
Detective Comics #23.2 (DC Comics)
Die neue Entstehungsgeschichte „Harley Lives„, die in Detective Comics #23.2 erzählt wird, fügt Harleen eine schwierige Jugend hinzu. Harleen muss sich als Kind von ihrer wenig aufmunternden, chaotischen Familie absetzen. Deshalb strebt sie umso mehr eine akademische Karriere an. Zunächst klappt es mit dem geordneten Leben, doch es reicht ihr nicht: sie will über das Normale hinausgehen. Als sie den Joker trifft, lässt sie wieder das Chaos ins Leben. Um die Irren zu verstehen, wird sie selbst zu einer von ihnen. Die entscheidende Änderung: um sie zu seinesgleichen zu machen, wirft der Joker sie in den Chemietank, der ihn einst selbst schuf. So bekommt sie einen dauerhaft blassen Teint.
Allerdings erklärt es nicht ihre Mordlust. Denn die ist besonders ausgeprägt. Nur um an bestimmte Kleidungsstücke heranzukommen, schlägt sie willkürlich irgendwelche Leute tot. Schließlich jagt sie Kinder in ganz Gotham mit manipulierten Spielkonsolen in die Luft. Einfach so. Es scheint ihr nicht einmal Spaß zu machen. Aus der Masochistin ist nicht nur eine Sadistin geworden, sondern auch eine Nihilistin, die ihr Mentor und Vorbild Joker längst ist. Mittlerweile gilt sie, laut New York Times, sogar als feministische Ikone, die sich als Misshandlungsopfer von ihrem Peiniger losgesagt hat. Gelobt wird ihre Komplexität und ihre subversive Sexualität, was bedeutet, dass sie eine lesbische Beziehung zu Poison Ivy pflegt. Das hat sogar DC bestätigt:
DC merkte nach einer Weile, dass sich die Suicide Squad-Hefte mit Harley auf dem Cover besser verkauften als die ohne. Die Konsequenz: 2014 bekam sie ihre zweite Solo-Serie. Und die gehört zu den größten Bestsellern des Verlages, zum Teil verkaufte sie sich besser als die traditionelle Batman-Serie Detective Comics. Im gleichen Jahr folgte ein Animationsfilm über die Suicide Squad (allerdings unter dem Titel Batman: Assault on Arkham), in dem Quinn die Hauptrolle – und sogar eine kleine Sex-Szene mit Deadshot bekam (aber die ist nicht weiter der Rede wert).
Es kamen weitere Miniserien dazu, in denen die Antiheldin mit anderen zusammenarbeitete: Harley Quinn and Power Girl (2015-2016) sowie Harley’s Little Black Book (2016). Jüngst hat sie, nach dem Neustart von DC Rebirth, ihre dritte Comicserie begonnen. Daneben ist sie noch für die Suicide Squad tätig – wie man neuerdings auch im Kino sehen kann. Die Darstellerin Margot Robbie trägt im Film auch nicht das alte Harlekin-Kostüm, sondern eine Variante von Punk-Harley, allerdings mit blonden Haaren, die sie übrigens auch in den neusten Comics hat. Auch Robbies Harley nimmt ein Bad in Chemie – allerdings springt sie freiwillig in den Tank, um wie der Joker zu sein.
Harley Quinn #1 (2016, DC Comics)
Demnächst soll Harley Quinn sogar ihren eigenen Spielfilm bekommen. Ob der realisiert wird, hängt allerdings vom Kino-Erfolg des Suicide Squad-Films ab. Die Kritiken sind verheerend, aber immerhin Robbies Darstellung wird gelobt. Und auch ein neuer Animationsfilm mit dem Titel Batman and Harley Quinn ist angekündigt. Die Figur ist längst nicht am Ende.
Aber ehrlich gesagt, wenn ich mir die persönliche Bemerkung erlauben darf: mir geht Harley Quinn auf die Nerven. Schon allein ihre quäkende Stimme in der Animationsserie war schwer zu ertragen, ganz zu schweigen von ihrer bemühten Art. Harley Quinn ist einfach nicht witzig. Den Transfer von der gebildeten Psychiaterin zur naiv-unterwürfigen Mörderin habe ich nie nachvollziehen können. Und auch ihr neueres, görenhaftes Auftreten macht sie mir nicht sympathischer. Was sie trotzdem so erfolgreich macht? Keine Ahnung. Aber es wird wohl nicht nur am Aussehen liegen können …
Lektüretipps für Einsteiger:
Batman: Harley Quinn (DC Comics 2015, 200-seitiges Paperback, englisch, enthält unter anderem die Origins von 1999 und 2013)
(Beide Bände enthalten nichtMad Love. Davon ist mittlerweile auch eine deutsche Neuauflage bei Panini erschienen.)
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Batman/TMNT Adventures: Im November soll eine sechtsteilige Serie beginnen, die Batman und die Teenage Mutant Ninja Turtles erneut vereint. Nach der ersten Mini-Serie (die im August gebunden erscheint) soll es nun im Stil der Animated-Serie der 90er weitergehen.
Das Spiel Injustice 2 bekommt ein Comic-Prequel – und wieder wird es Tom Taylor schreiben. Wann es erscheint, steht aber noch nicht fest, allerdings vor dem Spiel im nächsten Jahr. Hier ein Video mit Wonder Woman, Gorilla Grodd und Blue Beetle:
Night of the Monster Men, das erste Batman-Crossover nach DC Rebirth und Batman Rebirth, soll eine Horror-Story darüber werden, wie Ängste zu Monstern werden. Außerdem soll darin einer der ältesten Batman-Schurken (aus den 30ern) auftauchen (Doctor Death?). Es beginnt am 21. September in Batman #7 und erstreckt sich über die Serien Nightwing und Detective Comics. Autor Steve Orlando erzählt in diesem Video ein bisschen mehr dazu:
I Am Suicide wird das Event nach Night of the Monster Men heißen. Darin wird Batman aus Arkham-Insassen seine eigene Suicide Squad zusammenstellen. Beginn ist im November in Batman #9. Autor Tom King hat diese Storyline als Mittelstück einer Trilogie von Events angekündigt. Das erste ist die derzeit laufende I Am Gotham-Story. (Mehr bei Comicvine.)
Außerdem wurde ein neuer Animationsfilm angekündigt: Batman and Harley Quinn soll nächsten Sommer erscheinen und eine neue Story von Bruce Timm sein, der mit Paul Dini in den 90ern Harley Quinn erfunden hat.
Erinnern wir uns an die Comic Con 2015: Da wurde ein neues Batman Black and White von Grant Morrison angekündigt. Und Earth One-Versionen von Flash und Aquaman. Von diesen Projekten haben wir seitdem nichts mehr gehört – und offenbar ist dazu auch nichts während der Con 2016 verlautbart worden. Schade.
„Is this the real life? Is this just fantasy?“ (Queen)
Wirkte der erste Suicide Squad-Trailer wie ein düsterer Psychothriller, wirkt der zweite wie eine Action-Komödie: laut, schnell, schrill. Mit Queens „Bohemian Rhapsody“, der von Realitätsverzerrung und Mord handelt, haben die Macher einen perfekten Song für die Untermalung ausgewählt. „Nothing really matters to me“, heißt es darin am Ende, und tatsächlich haben wir es mit einem Haufen Nihilisten zu tun. Die Task Force der gefährlichsten Kriminellen der Welt wird lakonisch eingeführt: Der eine erschießt Leute (Deadshot), der andere isst sie auf (Killer Croc), der andere verbrennt sie (El Diablo) – und Harley Quinn ist einfach nur verrückt. Und dann gibt es da noch unter anderen den sadistischen Joker (Jared Leto), der hier nur einen Satz zu bieten hat: „I can’t wait to show you my toys.“ Man sieht ihn in einen Chemietank springen, wahrscheinlich Harley hinterher, die er anschließend aus der Brühe fischt, wahrscheinlich rührt daher auch ihr blasser Teint.
In dem an Filmschnipseln völlig überladenen und schnell geschnittenen Video ist nur einer nicht zu sehen: Batman. Aber auch der Feind, gegen den die Suicide Squad eingesetzt wird, kommt darin nicht vor. Das ist auch ganz okay so, es soll ja nicht alles verraten werden (im Gegensatz zum Batman v Superman-Trailer, indem die ganze Geschichte erzählt wird). Was bleibt am Ende? Die Hoffnung, dass Regisseur David Ayer (nicht gerade für seine Subtilität bekannt) es nicht zu gut meint, dass es nicht allzu überdreht und anstregend wird, dass auch mit diesem Film das Fundament für ein stimmiges und aufregendes Filmuniversum gelegt wird. Wenn die Mischung stimmt, könnte Suicide Squad ein großer Spaß werden. Viel Sinn und Tiefgang darf man bei einem Haufen Verrückter ohnehin nicht erwarten.
Erschienen: 2007 (Batman #663, Paperback Batman and Son)
„Both of us trying to find meaning in a meaningless world! Why be a disfigured outcast when I can be a notorious Crime God? Why be an orphaned boy when you can be a superhero? You can’t kill me without becoming like me. I can’t kill you without losing the only human being who can keep up with me. Isn’t it ironic?!“
Ein paar als Clowns kostümierte Handlanger des Jokers sterben bei einer Beerdigung durch Giftgas. Nachdem ein verwirrter, als Batman verkleideter Polizist dem Joker ins Gesicht geschossen hat, hat der Schurke eine Gesichtsoperation bekommen. Nachdem der Joker in Arkham den Verband entfernt hat, will er selbst das Messer an sein Gesicht setzen, doch als er sieht, dass bereits seine Narben ein neues, dauerhaftes Lächeln bilden, gibt er sich damit zufrieden. Als er sich auch noch Harley Quinn entledigen will, kommt Batman dazwischen. Joker will ihr zunächst auch ein Lächeln in die Wangen schlitzen, aber das wird verhindert. Schließlich schießt Harley Joker an.
The Clown at Midnight ist in mehrfacher Hinsicht eine ungewöhnliche Batman-Story: Zum einen, weil sie im strengen Sinne kein Comic ist, sondern eine illustrierte Prosa-Erzählung, zum zweiten, weil die Bilder computergeneriert sind. Vor allem aber handelt es sich um eine (pschologische) Studie zum Joker. Autor Grant Morrison führt damit seine Gedanken aus Arkham Asylum fort: Auch hier ist die Rede davon, dass der Joker keine Persönlichkeit hat, aber darüber hinaus noch mehr: „Maybe he is the model for 21st-century big-time multiplex man, shuffling selves like a croupier deals cards“, heißt es. Die Story handelt von Jokers nächster Metamorphose: „He’s changed again“, sagt Batman zu Harley Quinn. „You know how he changes every few years. (…) He hast no real personality, remember, only a series of ’superpersonas.'“ Zugleich wird auch erklärt, dass daher auch Jokers Amoralität kommt: „His new personality eats him alive from the inside out and he is gone, absolved of all blame for what he will do, now and forever more.“ Am Ende macht der Joker Batman deutlich, dass die beiden Antagonisten abhängig voneinander sind und daher einander nicht töten können (siehe Zitat oben).
Die Story fungiert als Übergangsstück zwischen Batman and Son, The Black Glove und Batman R.I.P. Hier werden des Jokers neue Kleider (eine Art weißer Kittel), die tödlichen Rosenblätter und die Rot-Schwarz-Metaphorik eingeführt. Auch wenn man die Experimentierfreudigkeit in der Form anerkennen muss, leidet The Clown at Midnight an Morrisons allzu blumigem Stil, der zuweilen seltsame Blüten treibt, und den unsäglichen Bildern von John Van Fleet. Die 3D-Bilder wirken wie aus einem älteren Computerspiel mit mieser Grafik: glatt, steif, leblos. Dadurch entfalten die Illustrationen nicht annähernd den Horror, den die Story eigentlich schaffen will, sondern untergraben ihn.