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Neue Batman-Comics: September bis Dezember 2015

DC Comics

Batman #40 (DC Comics)

Hier kommt eine neue Checkliste für alle Batman-Junkies, die heiß auf neuen Stoff aus den Staaten sind. Dies sind die Neuerscheinungen bis Ende 2015:

September:

  • Hush Noir Edition (Schwarz-weiß-Fassung des Klassikers von Jeph Loeb und Jim Lee)
  • Batman Beyond 2.0 Vol. 3: Mark of the Phantasm
  • Batman Year One Book & DVD Set (Comic und Animationsfilm in einem)
  • Batman Black and White Vol. 1 Book & DVD Set (Zum Comic wird der Anthologie-Film Gotham Knight beigelegt)

Oktober:

  • Batman Vol. 7: Endgame (Teil zwei des Joker-Epos von Scott Snyder und Greg Capullo!)
  • Batman Eternal Vol. 3
  • The Dark Knight Returns 30th Anniversary Deluxe Edition (beide Teile in einem Band, Teil 3 kommt im Herbst)
  • Year 100: Deluxe Edition (Elseworlds-Mini-Serie von Paul Pope)
  • Road to No Man’s Land (Prequel zum Niemandsland)
  • Showcase Presents: Batman Vol. 6 (Batman #229-244, Storys aus Detective Comics #408-426).

November:

  • Legends of the Dark Knight Vol. 5 (Anthologie mit Kurzgeschichten)
  • Absolute Batman The Court of Owls (enthält das gesamte Eulen-Epos, Batman #1-11)
  • Batman Arkham: Two-Face (Anthologie)
  • The Batman Adventures Vol. 3
  • Batman and Robin Vol. 7: Robin Rises
  • War Games Vol. 1 (Neuauflage, Prolog War Drums und Act One von War Games, 464 Seiten)

Dezember:

  • Batman vs Superman (160 Seiten, „some of the most incredible and memorable clashes“)
  • Batman/Superman Vol. 4
  • The Doom That Came to Gotham (Reprint der Elseworlds-Story von Mike Mignola)
  • Batman ’66 Vol. 4

The Joke Was On Me

Nachdem bei der San Diego Comic-Con die ersten Filmausschnitte aus Suicide Squad zu sehen waren und das Material sofort geleakt wurde, hat Warner Bros. den Teaser offiziell herausgebracht – und dabei gleich mitgeteilt, was der Konzern von solchen Leaks hält. Zu sehen sind drei Minuten bewegte Bilder, die nicht viel mehr über die Handlung verraten, als man sich hätte denken können: Die Suicide Squad ist eine Eingreiftruppe aus Superschurken – Harley Quinn, Killer Croc, Deadshot und so weiter.

Die Joker-Braut Harley Quinn in einem doppelten Käfig herumbaumeln zu sehen, erinnert an Hannibal Lecter. Und kaum hat man das gedacht, sieht man, wie Killer Croc in Zwangsjacke und Hockeymaske hereingefahren wird. Auch Batman wird kurz gezeigt – auf dem Auto des Jokers. Der Höhepunkt aber ist natürlich der Auftritt des Jokers am Ende: „I’m not gonna kill you“, sagt er zu einem Adressaten, der nicht zu sehen ist. „I’m just gonna hurt you really, really bad.“ Und weil im Hintergrund schon die Phrase „the joke was on me“ zu hören war und ein ähnlicher Satz schon im Batman v Superman-Trailer aufgetaucht ist, könnte das ein Hinweis sein, dass vielleicht Robin dran glauben muss. Damit wäre Suicide Squad ein Prequel. Vielleicht ist das aber auch nur eine falsche Fährte. Jared Leto macht jedenfalls eine gute Figur als sadistischer Marilyn-Manson-Verschnitt. Auf den ersten Blick. Für ein Urteil über seine Rolle ist es allerdings noch ein wenig zu früh.

Ich bin weiterhin skeptisch, ob ein Film über einen Haufen neuer Superschurken funktionieren kann.

Vom Killing Joke zum Robin-Overkill

Ein neuer Batman-v-Superman-Trailer, The Dark Knight III und noch haufenweise mehr. Zur laufenden San Diego Comic-Con überschlagen sich die Nachrichten  zu Batman und Co. – und es sind einige interessante dabei, die Comics und Film betreffen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten News:

  • The Killing Joke wird verfilmtlaut DC soll der Klassiker von Alan Moore und Brian Bolland 2016 als Direct-to-Video-Animationsfilm erscheinen. Damit setzt Warner den Trend fort, der mit Year One und The Dark Knight Returns begonnen wurde – solide, aber ohne großen Mehrwert. Daher ist vielleicht die folgende News interessanter:
  • Es wurden zwei weitere Animationsfilme angekündigt: Bad Blood soll eine Original-Story sein, mit der Batwoman ins DC Animated Universe eingeführt werden soll. Beim zweiten Film, Justice League vs. Titans, spricht der Titel für sich.
  • Im Oktober beginnt eine neue wöchentliche Comicserie: Batman & Robin Eternal. Nach dem Ende von Batman Eternal soll die Serie im Oktober starten und ein halbes Jahr lang laufen. Als Autoren beteiligt werden wieder Scott Snyder und James Tynion IV sein. Wie auf dem ersten Cover zu sehen ist, werden alle bisherigen Robins eine Rolle spielen. Bis auf Damian, so scheint es. Der ist anderweitig beschäftigt.
  • Im Dezember startet Robin War, ein Crossover aus Robin: Son of Batman, We Are Robin und Gotham Academy. In der ersten Serie geht es um Damian Wayne, in der zweiten um Jugendliche, die im Geiste des Wunderknaben auf eigene Faust Verbrechen bekämpfen, in der dritten ebenfalls um Jugendliche, die Abenteuer in Gotham erleben.
  • Grant Morrison hat eine neue Batman: Black and White-Serie angekündigt. Die soll etwas mit seiner Multiversity zu tun haben. Klingt sehr verwirrend – ob der Meister da selbst noch durchsteigt? Jedenfalls sagte Morrison, diese Serie sei „my final word on Batman, probably„. Nächstes Jahr wird er erst einmal seine Earth One-Version von Wonder Woman herausbringen.
  • Apropos Earth One: J. Michael Straczynski, der bereits drei Bände Superman auf Erde eins geschrieben hat, wird auch den Flash alias Barry Allen in dem alternativen Universum neu erfinden. Francis Manapul wird für Aquaman: Earth One verantwortlich sein.
  • Das Green Lantern Corps bekommt im Jahr 2020 einen eigenen Live-Action-Kinofilm. Das passiert anstelle eines Green Lantern Solo-Film-Reboots nachdem der erste ein Flop war.
  • Tiefpunkt der Woche: Batman trifft auf die Teenage Mutant Ninja Turtles. Im November beginnt eine sechsteilige Mini-Serie. Damit fehlt nur noch ein Crossover mit Micky Maus, Barbie und Ken sowie den Teletubbies.
  • Vielversprechender ist ein neuer Zugang zu Batmans Kumpel: Die Mini-Serie Superman: Alien American  erzählt in sieben Teilen Episoden aus Clark Kents Jugend. Und es sieht aus, als wäre er ein Angry Young Man gewesen. Die Cover machen neugierig.
  • Apropos Superman: Nach dem Gipfeltreffen, dem Spielfilm Batman v Superman im März (den neuen Trailer gibt’s hier, den Teaser hier), soll ein neuer Batman-Kinofilm kommen. Das Gerücht, dass Hauptdarsteller Ben Affleck Regie führen soll, hat sich offenbar bestätigt. Am Drehbuch wird er wohl auch beteiligt sein – zusammen mit DC-Autor Geoff Johns, der unter vielem anderen Batman: Earth One geschrieben hat. Ein Starttermin ist noch unklar, ebenso wenig der Titel. Bisher kursierte The Batman. Nicht gerade einfallsreich, aber okay für einen Neubeginn.

Neues zu „Dark Knight III: The Master Race“

The Dark Knight III: The Master Race (DC Comics)

DC Comics

Da ist es: Das erste Bild von The Dark Knight III. Tiefschwarz, noiresk, wunderbar. Ein klobiger Batman, der aus dem Schatten auftaucht und zugleich mit ihm verschmilzt, nur einige angedeutete Konturen – nicht mehr als nötig. So soll es sein, so mögen es die Fans des Klassikers von 1986. Mit dem Bild hat DC Comics auch ein paar Details zu der Fortsetzung zu The Dark Knight Returns und The Dark Knight Strikes Again herausgerückt: Andy Kubert und Klaus Janson sollen die Story zeichnen, die von Frank Miller und Brian Azzarello geschrieben wurde. Eine hervorragende Wahl, wie auch das Bild beweist. Janson hat schon die Tusche zum ersten Teil beigetragen, Kubert ist ebenfalls Batman-bewährt. Vor allem ist es gut, dass Frank Miller nicht selbst zeichnet – er hat über die Jahre ziemlich nachgelassen.

Bei dieser Starbesetzung scheint es naheliegend, dass die achtteilige Mini-Serie den Untertitel The Master Race tragen wird, was man mit einfältig mit „Meisterrennen“ übersetzen könnte. Eher wahrscheinlich ist aber die Bedeutung „Herrenrasse“. Klingt nach einem Spiel auf dem weiten Minenfeld der Nazi-Terminologie, nach Nietzsches Erben und Übermensch – Frank Miller provoziert eben gerne. Doch der Titel leuchtet ein, nicht nur weil Millers Batman (vor allem sein All-Star Batman) durchaus faschistoide Züge aufweist, sondern auch weil das erste Promo-Bild angedeutet hat, dass es erneut zu einem Kampf mit Superman (dem Übermenschen schlechthin) kommen wird. Allerdings könnte das blutige Superman-Logo darauf hinweisen, dass der Kampf dieses Mal anders ausgehen wird – und vielleicht sogar definitiv. Die Reihe, die im späten Herbst (also wohl kurz vor Weihnachten) beginnen soll, kommt gerade recht zu dem Kampf, den Batman v Superman auf der Kinoleinwand austragen werden und der ebenfalls an Millers Dark Knight angelegt ist. Dazu erscheint im Dezember auch noch eine Comic-Anthologie, in der bisherige Kloppereien zwischen dem Dunklen Ritter und dem Mann aus Stahl gesammelt werden. Perfektes Timing, perfektes Marketing: die Fans werden regelrecht verwöhnt, die Kassen klingeln.

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Die Irre, das Kind und der Roboter

Titel: Justice League Gods and Monsters Chronicles

Regie/Drehbuch: Bruce Timm/Alan Burnett

Erschienen: 2015 (Machinima/YouTube)


 „Am I gonna need a save word?“ (Steve Trevor)

Ein blutbeflecktes Schlachthaus mit Beilen, Sägen und Hämmern, menschliche Leichenteile im Kühlschrank. Harley Quinn, die mit ihrer Schminke selbst an Frankensteins Monster erinnert, hat sich eine Familie mit ausgestopften Leichen gebastelt, die Gesichter mit Klammern zum Grinsen gebracht, Fliegen schwirren um die Toten herum. Batman, ein Vampir mit roter Brille, rächt sich auf seine Weise …

Twisted, das erste Video, das einen Vorgeschmack auf den Langfilm Justice League Gods and Monsters gibt, verstärkt den Eindruck des Trailers, dass diese alternativen Versionen der bekannten Superhelden keine Unterhaltung für Kinder ist. Die Batman-Szene ist düsterer als für Zeichentrickfilme üblich und überschreitet die Grenze zum Horrorfilm. Aber auch die anderen beiden Kurzfilme der Chronicles sind sehenswert.

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Zocker mit Zivilcourage

Das Batman-Video der Woche ist wohl der Trailer zum Arkham Knight-Game. Das Besondere daran ist nicht nur, dass es mit echten Darstellern gedreht ist, sondern auch eine ernsthafte Botschaft hat. Ein Mann wird in einer dunklen Gasse von Schlägern bedroht, ein anderer sieht in der U-Bahn dabei zu, wie ein Mann bedrängt wird, ein Feuerwehrmann sieht einen Menschen in einem brennenden Haus. „Be selfless“, heißt es dann, „be determined“, „be courageous“, „be feared“ und dann – „be the Batman“. Die Macher beweisen damit nicht nur Einfallsreichtum, indem sie anpreisen, die Rolle eines coolen Comichelden einnehmen zu können, sondern auch mit der doppelten Lesart, denn genauso gut könnte der Clip auch als Aufruf zur Zivilcourage verstanden werden. Von wegen Computerspiele sind nur Eskapismus für Stubenhocker. Jeder kann Batman sein – auch im echten Leben.

(Kleiner Wermutstropfen: Wie der Basketballspieler, der trotz seiner Handverletzung spielt, in diese Reihe der Alltagshelden passt, erschließt sich mir nicht. Gamer, die es mit dem Zocken übertreiben, sollten vielleicht lieber zum Arzt gehen, bevor es noch schlimmer wird. Batman ist da vielleicht ein schlechtes Vorbild.)

Düstere Dreifaltigkeit

Batman ist ein Vampir. Superman hat einen Bart und ist der Sohn von General Zod. Und Wonder Woman … trägt ein weißes Kostüm mit ganz tiefem Ausschnitt. „Justice is redefined“, lautet die Devise im neuen Zeichentrick-Film, der in den USA am 28. Juli erscheinen soll: Justice League: Gods and Monsters wird er heißen, geschrieben vom Animated-Dreamteam Alan Burnett und Bruce Timm. Der Trailer verheißt ein düsteres Spektakel, in der die Welt und die Helden anders dargestellt werden, als man es sonst aus den Filmen kennt. Es beginnt mit einem Massaker, verbrannten Leichen, man schiebt die Schuld Superman zu, Helden werden gefürchtet und gejagt, Lex Luthor betreibt seine Hetze: „Man kann der Justice League nicht trauen.“ Die klassische Dreifaltigkeit aus Superman, Batman und Wonder Woman muss sich gegen die Menschen wehren, die sie beschützen wollen. Ob man den Planeten rettet oder ihn beherrscht, ist nicht mehr klar zu unterscheiden. Batman hat wie immer die beste Lösung parat: „We can get a lawyer – or we can beat the hell out of them.“

Dem Trailer nach zu urteilen erwartet uns ein vielversprechendes Werk. Wochen vor dem Erscheinen sollen in einer dreiteiligen Web-Serie die Hauptcharaktere eingeführt werden: Justice League: Gods and Monsters Chronicles. Sie soll über die Online-Plattform Machinima verbreitet werden. Außerdem sollen mit dem Film auch Prequel-Comics erscheinen, die zuerst digital herauskommen. Von den Sammlerfiguren ganz zu schweigen …

Die Promo-Maschine für Batman v Superman: Dawn of Justice läuft. Wir freuen uns natürlich trotzdem, dass uns die Wartezeit verkürzt wird.

Dark Knight zum Dritten

DC Comics

DC Comics

Es wird blutig werden: Frank Millers Dunkler Ritter muss – trotz seines hohen Alters – noch einmal antreten. Und wahrscheinlich wird er Superman erneut eine Abreibung verpassen. So viel kann man dem Ankündigungs-Bild entnehmen, das DC und Miller jüngst veröffentlicht haben. Der Altmeister lässt sich dabei von Autor-Superstar Brian Azzarello (Joker) unterstützen. Und auch wenn nicht – wie gerüchteweise zu lesen war – das Jung-Genie Scott Snyder beteiligt ist, macht das Autorenteam Hoffnung: Denn wie sich die Fangemeinde bei der Fortsetzung des Klassikers The Dark Knight Returns von 1986 überzeugen durfte, scheinen beim guten alten Frank ein paar Sicherungen durchgeknallt zu sein. Ein Eindruck, der mit seinem All-Star Batman nur bestätigt wurde (wenn auch auf viel amüsantere Weise). The Dark Knight Strikes Again war ein übles Machwerk, das alle Qualitäten seines Vorgängers vermissen ließ – vor allem den Titelhelden. Stattdessen wurde eine wirre Geschichte um Dutzende Charaktere erzählt, ohne dass auch nur im Ansatz Spannung oder Anteilnahme aufkam. Die Story war ein Beleg dafür, dass man Klassiker besser unangetastet lässt, sonst läuft man Gefahr, sie zu zerstören (vgl. Star Wars). Azzarello könnte als Stimme der Vernunft dafür sorgen, dass im dritten Teil endlich wieder eine erzählerische Disziplin einkehrt.

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Joker: Verjüngt mit 75

David Ayer/Twitter

David Ayer/Twitter

Das ist er: Der neue Joker. Gut gehalten hat er sich für seine 75 Jahre. Aber ein bisschen schräger ist er geworden. Tätowiert, silberne Zähne, kurze Haare. Der Mund? Nun, er wirkt immer noch übergroß, aber nicht mehr entstellt. So sieht jedenfalls Regisseur David Ayer Batmans größten Widersacher, so stellt ihn Jared Leto im kommenden Suicide Squad-Film (2016) dar. Es war klar, dass sich eine Performance wie sie Heath Ledger in The Dark Knight gebracht hat, nicht wiederholen ließe, ohne es wie einen bemühten Abklatsch wirken zu lassen. Daher versucht Ayer einen anderen Ansatz. Mit den vielen Tattoos hat er allerdings den Bogen überspannt: Lauter „Hahahas“ auf dem Körper und „damaged“ auf der Stirn sind nicht gerade Ausdruck von Subtilität. Auch erschließt sich der Mehrwert nicht, dem Joker ein breites Grinsen und einen Totenkopf-Narren auf den Köprer zu zeichnen …

Einen tätowierten Joker hat die Comicgemeinde bereits in Frank Millers umstrittenen All-Star Batman gesehen. Die kurzen Haare gab es schon mal in Batman Beyond: Return of the Joker und in Endgame, der jüngsten Snyder-Capullo-Story trägt er sie wieder. Dieser Joker wirkt trotzdem anders, gewöhnungsbedürftig und verstörend – aber das ist schon immer Programm bei dieser Figur. Insofern reiht sich diese Inkarnation gut in die Tradition ein. Dass Jared Leto ein fähiger Darsteller ist, der seine Sache gut machen wird, steht zweifellos fest. Hoffentlich wird er nur nicht zu überdreht, denn man kann es mit dem Irrsinn auch übertreiben. Dieser Marilyn-Manson-Joker wirkt jedenfalls comichafter als Ledgers dunkler Clown mit entstelltem Gesicht. Ich habe meine Zweifel, ob ein Schurkenfilm funktioniert, wenn es zuvor keine Helden gegeben hat. Vor allem aber muss dieser Joker ein würdiger Gegner für den kommenden Batman sein. Der Erwartungsdruck ist hoch.

Der Joker ist 75 Jahre alt geworden – und wie Batman hat er nichts von seiner Faszination eingebüßt. DC hat schon im vergangenen Jahr eine 400-Seiten-Anthologie seiner besten Storys herausgegeben: A Celebration of 75 Years. In einem kleinen Film wurden die angeblich besten Momente der Joker-Comicgeschichte zusammengetragen:

Hier ist meine Bestenliste:

1. Mad Love: Keine Story ist dynamischer, witziger und pfiffiger als diese. Joker ist besessen vom perfekten Mord an Batman, doch Harley Quinn gelingt die Tat. Ein Meisterwerk im Animated-Stil.

2. The Dark Knight Returns: Ein alter Batman tut, was er schon längst hätte tun sollen: Er tötet den Joker. Im Liebestunnel. Wie romantisch. Wie passend.

3. Arkham Asylum: Der Joker führt Batman durch das Arkham Asylum. Nie hat der Schurke drastischer und schrecklicher ausgesehen als hier.

4. Joker: Der Joker wird aus Arkham entlassen und zieht eine blutige Spur hinter sich her. Furchtbar, grausam, sinnlos. Der Joker ist eine Krankheit – dagegen hilft nur Batman. Großartig auf seine eigene Weise.

5. Arkham Asylum: Madness: In gewisser Weise die Fortsetzung von Arkham Asylum. Der Joker wird in vielen Stilen dargestellt, wodurch er noch irrer und ungreifbarer als sonst wirkt. Und er ist mal wieder der Hofnarr, der die Wahrheit spricht und den Menschen den Spiegel vorhält. Achtung: Batman-Story ohne Batman.

6. The Man Who Laughs: Wie alles begann – modern erzählt. Eine gelungene Adaption der ersten Joker-Story aus Batman #1 (1940).

7. The Killing Joke: Der totzitierte Klassiker. Tolle Zeichnungen, kunstvoll erzählt, einige drastische Momente – aber die tragische Vorgeschichte ist nach Heath Ledgers anonymen Joker nicht mehr zeitgemäß. Manchmal ist es besser, nicht alles zu wissen.

8. Death of the Family: Nachdem sich der Joker das Gesicht hat abschneiden lassen, holt er es sich zurück, tackert es sich wieder an und beginnt seine große Rache an Batman und dessen Familie. Sehr drastisch und düster. Leider verliert sich die ambitionierte und spannend erzählte Story in zu vielen Zitaten.

9. Joker – Devil’s Advocate: Der Joker will sein Porträt auf einer Briefmarke haben. Dann sterben Leute, die an Briefmarken lecken. Joker wird angeklagt – aber er beteuert seine Unschuld. Sehr unterhaltsam.

10. Going Sane: Nach dem Tod von Batman wird Joker wieder normal und fängt ein bürgerliches Leben an. Doch sobald Batman wieder zurück ist, wird der Schurke rückfällig.

FLOP: A Death In the Family: Noch so ein totzitierter Klassiker. Aber zu Unrecht. Der Joker erschlägt Robin II (Jason Todd) mit einer Brechstange. Sehr schlimm. Große Trauer. Doch darüber hinaus ist die Geschichte hanebüchener Mist.

>> Weitere Beiträge zum Thema Joker findet ihr hier.

 

Neue Animationsfilme und endlich ein Trailer

Am 15. Mai soll er endlich kommen: der langersehnte erste offizielle Trailer zu Batman v Superman: Dawn of Justice. Im vergangenen Jahr war das Privileg, einen ersten Teaser zu sehen, nur einer kleinen Schar auserwählter auf der Comic-Con San Diego vorbehalten. Jetzt sollen endlich alle Fans in den Genuss erster bewegter Bilder kommen, und zwar zum Kinostart des neuen Mad Max-Films. Bislang wurden wir bloß mit Promo-Bildern von Batman, Superman, Wonder Woman, Aquaman und Lex Luthor abgespeist. Aber so macht man heute eben Marketing: Kleckern statt Klotzen. Deshalb werden jetzt schon Trailer-Premieren angekündigt …

Außerdem wurde bekannt gegeben, dass ein neuer Batman-Animationsfilm geplant sei. In welchem Stil und worum soll es gehen? Die Besetzung sagt bereits alles: Adam West und Burt Ward. Zum 50-jährigen Jubiläum der trashigen Batman-TV-Serie der 60er soll der Film herauskommen. Vor kurzem erst ist die gesamte Serie auf DVD und Blu-ray erschienen, seit 2013 gibt es sogar eine Comic-Adaption namens Batman ’66, die es bisher auf 20 Ausgaben gebracht hat (weitere sind geplant). Die Hefte sollen gar nicht übel sein. Ob ein Zeichentrickfilm den Charme der Serie einfängt, ist zu bezweifeln. Nötig ist das jedenfalls nicht.

Bereits am 12. Mai erscheint in den USA der Direct-to-Video-Animationsfilm Batman Unlimited: Animal Instincts. In dem Streifen soll Batman unter anderem mit Flash und Green Arrow gegen Schurken kämpfen, die Tieren nahestehen: Pinguin, Killer Croc, Man-Bat, Cheetah etc. Besprechung folgt.

Zum Abschluss noch ein amüsantes Netzfilmchen: Was wäre, wenn Superman von den Waynes adoptiert worden wäre? Viel Spaß.