Dark Knight zum Dritten

DC Comics

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Es wird blutig werden: Frank Millers Dunkler Ritter muss – trotz seines hohen Alters – noch einmal antreten. Und wahrscheinlich wird er Superman erneut eine Abreibung verpassen. So viel kann man dem Ankündigungs-Bild entnehmen, das DC und Miller jüngst veröffentlicht haben. Der Altmeister lässt sich dabei von Autor-Superstar Brian Azzarello (Joker) unterstützen. Und auch wenn nicht – wie gerüchteweise zu lesen war – das Jung-Genie Scott Snyder beteiligt ist, macht das Autorenteam Hoffnung: Denn wie sich die Fangemeinde bei der Fortsetzung des Klassikers The Dark Knight Returns von 1986 überzeugen durfte, scheinen beim guten alten Frank ein paar Sicherungen durchgeknallt zu sein. Ein Eindruck, der mit seinem All-Star Batman nur bestätigt wurde (wenn auch auf viel amüsantere Weise). The Dark Knight Strikes Again war ein übles Machwerk, das alle Qualitäten seines Vorgängers vermissen ließ – vor allem den Titelhelden. Stattdessen wurde eine wirre Geschichte um Dutzende Charaktere erzählt, ohne dass auch nur im Ansatz Spannung oder Anteilnahme aufkam. Die Story war ein Beleg dafür, dass man Klassiker besser unangetastet lässt, sonst läuft man Gefahr, sie zu zerstören (vgl. Star Wars). Azzarello könnte als Stimme der Vernunft dafür sorgen, dass im dritten Teil endlich wieder eine erzählerische Disziplin einkehrt.

Warum brauchen wir also einen dritten Teil? Wir brauchen ihn nicht. Eigentlich steht noch der Abschluss von Millers All-Star Batman aus, aber da sich an dieser Front seit Jahren nichts tut, haben die Fans das Warten längst aufgegeben. Stattdessen versucht man, noch einmal an den Erfolg von 1986 anzuknüpfen – obwohl eigentlich schon damals alles gesagt war und das Ende völlig genügte. Vielleicht will man retten, was man 2001 verbockt hat, vielleicht will man einfach nur schnöde Kasse machen. Vielleicht nutzt man aber auch die Gunst der Stunde, dass gerade ein Batman v Superman-Film in der Mache ist und man diesen Topos noch einmal in einem prominenten Comic inszenieren will. Der Hype um Film und Comic dürfte dafür sorgen, dass sich beide gegenseitig kommerziell befördern. Marketingtechnisch ein guter Schachzug. Aber künstlerisch eine Wiederholung, die von Einfallslosigkeit zeugt. Outlaw Batman hat den vaterlandstreuen Superman (dank Rüstung und Kryptonit) vermöbelt, aber ist dabei an einem Herzinfarkt gestorben, allerdings nur vorgetäuscht. Im zweiten Teil kämpften sie gemeinsam gegen die Tyrannen dieser Welt. Im dritten Teil muss es dann zu einem wohl finalen Kampf gegeneinander kommen. Und hoffentlich bleibt es dabei – und den beiden wird in diesem Universum endlich Ruhe gegönnt. Für Superman sieht’s nicht gut aus, Frank Miller lässt ihn offenbar gerne bluten. Damit dürfte sich Batmans jetzt schon legendäre Frage aus dem Film-Trailer erübrigt haben …

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