Comic

Neues Batman-Event: „Fear State“

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DC Comics

Kein Jahr ohne Weltuntergang. Zumindest einmal pro Jahr muss Gotham zur Hölle fahren – jedenfalls beinahe, denn zum Glück kann Batman stets das Schlimmste verhindern oder zumindest rückgängig machen. Wie halten das nur die Bewohner von Gotham aus?

Das nächste dicke Ding heißt Fear State. Darin versucht Scarecrow (im 80. Jahr seines Bestehens) in Gotham buchstäblich seine Schreckensherrschaft zu errichten.

Das Event wird sich von Batman #112 bis 117 hinziehen und im September 2021 beginnen. Aber ein Event wäre kein Event, wenn es nicht einen langen Vorlauf hätte. Begonnen hat alles bereits in DC Future State und Infinite Frontier (Rezensionen folgen im Juni), im August geht es weiter in I Am Batman #0, Catwoman #34, Harley Quinn #6 und Batman: Fear State Alpha #1.

Scarecrows neues Design mit Gasmaske und Spritzen an den Händen sieht nicht nur furchterregend aus, es wirkt auch wie die Personifikation der Pandemie. Außerdem erwarten uns Auftritte von Schurken wie Peacekeeper-01, anti-Oracle und die Rückkehr von Poison Ivy. Als Autoren dienen unter anderen John Ridley und James Tynion IV, als Zeichner Travel Foreman, Riccardo Federici und Jorge Molina.

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Neue Animationsserie: „Batman – Caped Crusader“

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DC Comics

DC hat eine neue Batman-Animationsserie angekündigt: Batman – Caped Crusader soll auf HBO Max erscheinen. Produziert wird sie von Bruce Timm (Batman: The Animated Series), J.J. Abrams (LostStar Trek, Star Wars VII & IX) und Matt Reeves (The Batman).

Ein Startdatum ist nicht angegeben, aber dafür das Versprechen, dass die Serie im Geiste von Batman TAS inszeniert sein soll: Batman und seine Schurken sollen neu erfunden werden mit anspruchsvollem Storytelling, ausgefeilten Charakteren und intensiver Action in einer visuell beeindruckenden Welt.

Detective Comics #31

DC Comics

Bilder aus der Serie oder Filmmaterial gibt es leider noch nicht zu sehen, lediglich ein Promobild, das einen Batman mit langen, teufelsgleichen Ohren über Gotham zeigt – ganz wie auf dem Cover zu Detective Comics #31. Dieser Retrostil könnte eine Rückkehr zu den Wurzeln andeuten, und tatsächlich ist der offiziellen Ankündigung von „noir roots“ die Rede.

Außerdem wurde zeitgleich eine neue Superman-Serie angekündigt: My Adventures With Superman, eine Coming-of-Age-Story im Anime-Stil.

Und da wir schon von Animation sprechen: Der zweite Trailer zum Zweiteiler The Long Halloween ist raus. Viel Spaß dabei.

Kein Herz für Outsider

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DC Comics

Titel: Batman and the Outsiders Vol. 3: The Demon’s Fire

Autor/Zeichner: Bryan Hill/Dexter Soy u.a.

Erschienen: 2020 (Batman and the Outsiders #13-17), Paperback 2021


„The failed experiment of ‚The Outsiders‘ is over.“ (Shiva)

In Superheldencomics, die kein Ende haben, kehrt notgedrungen alles wieder. So auch Batman & the Outsiders. 1983, 2008 und 2019 war dies der Fall. Und Jedes Mal war schnell wieder Schluss. Jedenfalls mit Batmans Beteiligung. Der neueste Versuch endet nach 17 Ausgaben.

Ra’s al Ghul will noch immer die Welt von allem Übel reinigen. Ohne neue Argumente, dafür mit neuer Waffe. Ein Teil der Outsiders will ihn sofort ausschalten, Batman hält sie zurück, er hat angeblich einen Plan, den er mit Black Lightning ausführt. Die anderen lassen sich natürlich nicht in ihre Schranken weisen, was aber keine große Rolle spielt. Denn so ausgeklügelt ist der Plan ohnehin nicht. Am Ende, nach vielem Gerede, geht alles sehr schnell: Während Orphan sich stumm mit Handlangern prügelt, beendet Black Lightning alles mit einem einzigen Blitz.

Das fünfte und letzte Kapitel des Bandes dient als Epilog, mit Betonung auf das Wort. Es wird viel geredet, ausdiskutiert und am Ende löst sich die Truppe auf. Warum? Weil offenbar zu wenig Leser das Heft gekauft haben. Verständlich. Auch ich werde die Outsiders nicht vermissen. Bis in zehn Jahren mal wieder …

>> Batman and the Outsiders

Batman/Superman: Zu zweit gegen alle

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DC Comics

Titel: Batman/Superman Vol. 2: World’s Deadliest

Autor/Zeichner: Joshua Williamson/Nick Derington u.a.

Erschienen: 2020 (Batman/Superman #7-15, Annual #1), Hardcover 2021


„Hm. Not what I was expecting.“ (Batman)

Die Flaschenstadt Kandor ist zerstört, die Einwohner sind tot. Zod will sie mit einer Lazarusgrube wiederauferstehen lassen. Ra’s al Ghul will das verhindern, denn die Welt hat schon genug größenwahnsinnige Supermenschen. Also bastelt er sich ein Schwert aus Kryptonit und zieht mit Batman und Superman los. Doch da ist es schon zu spät: Ein Schwarm winziger Kryptonier greift an …

Was vielversprechend anfängt, ist leider nach zwei Ausgaben beendet. Das ist doppelt schade, weil diese Geschichte von dem genialen Nick Derington (Batman Universe) gezeichnet wird. Aber Autor Joshua Williamson erzählt uns dafür lieber drei Hefte lang vom Atomic Skull und dem Ultra Humanite, einem Riesenaffen mit freiliegendem Gehirn, der ebenfalls Tote wiederauferstehen lässt, um … Hab ich schon vergessen. Scheint nicht so wichtig gewesen zu sein.  Jedenfalls wird Batman dann selbst kurz zum Strahlenmann …

Brainiac als Composite-Superman

In der dritten Geschichte, ebenfalls ganze drei Kapitel lang, werden Batwoman und Steel  auf die dunkle Seite des Mondes gerufen, wo Batman mit Superman gegen Brainiacs Killerroboter kämpft. Das heißt: Nicht wirklich Brainiac, sondern nur ein Computervirus von ihm, das sich mit dem Batcomputer gepaart hat und nun als Schurke ganz groß rauskommen will – als neuer Composite-Superman!

Also prügeln sich unsere vier Helden durch lauter Robos, die aussehen wie ihre größten Schurken, aber eben nur so aussehen. So kann man nach Belieben alle bekannten Gegner auftreten lassen, um sie zu zerstören, aber ohne dass irgendetwas davon Konsequenzen hätte. Diese Verschrottungsaktion kränkelt aber am Sinn: Warum das Ganze? Weil das Computervirus gerne wüsste, wie es ist, ein Schurke zu sein. Fragt sich nur, warum das uns Leser interessieren sollte. (Die klischeehaften bis dämlichen Dialoge machen es nicht besser.)

Somon Grundy im Schnee

Nach dem Sinn darf man auch nicht fragen, wenn die World’s Finest Solomon Grundy aus Arkham in seinen Heimatsumpf transportieren, um ihn vor der Explosion zu bewahren. Zuerst heißt es: Ganz vorsichtig, dann, als ein Haufen Schurken sie angreift, schmeißt ihn Batman einfach aus dem Flugzeug. Dass das irre ist, fällt dann auch Superman selbst auf. Aber eigentlich geht es in dieser Wintergeschichte nur darum, dass Bruce Wayne erschöpft ist von all der Action und außerdem nie eine Schneeballschlacht hatte … So sad.

Im Batman/Superman Annual #1 lassen dann Mr. Mxyzptlk und Bat-Mite ihre Lieblingshelden gegeneinander antreten – laut Cover jedenfalls, denn die Story habe ich mir gespart. Sagt mir Bescheid, falls ich etwas verpasst haben sollte …

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Death Metal: Alle sind Batman

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Dark Knights: Death Metal #1, 4, 7 (DC Comics)

Titel: Dark Nights: Death Metal

Autor/Zeichner: Scott Snyder/Greg Capullo

Erschienen: 2020-2021 (Miniserie #1-7), Hardcover 2021


„It all matters.“

Eigentlich wollte ich keine DC-Events mehr lesen. Das sage ich mir jedes Mal, ignoriere sie und dann kaufe ich mir doch wieder eins. Das letzte war Dark Knights: Metal. Ich war überfordert, frustriert und ich dachte mir: Nein, ich bleibe bei Batman. Das Multiversum kann mich mal. Aber als ich dann die Fortsetzung, Dark Nights: Death Metal, sah, als Hardcover in der Deluxe Edition, kaufte ich es dann doch. Weil das Cover so schön glänzte. Aber auch weil ich eine Schwäche für Greg Capullos Kunst habe. Und weil ich fürchtete, ich könnte was Tolles verpassen.

Und dann bestätigte sich gleich zu Beginn meine schlimmste Befürchtung: Wieder war ich überfordert. Was zur Hölle ist hier los? Eins ist klar: Die Hölle ist los! The Batman Who Laughs hat die Welt besiegt und unterjocht, alles dient seiner Schreckensherrschaft. Die Schurken sind weggesperrt, über sie wachen die vertrauten Helden als Zerrbilder ihrer selbst. Alle tragen Fantasy-Kostüme im Gothic- oder Heavy-/Death-Metal-Stil. Wonder Woman schwingt eine wundersame Kettensäge, Batman läuft als Untoter im Ledermantel rum, Superman trägt wieder lange Haare und wird gefangen gehalten von einer Mischung aus Batman und Darkseid, weil hier alle Schurken irgendwie eine Form von Batman sind.

Der dunkelste aller Ritter

Warum? Ja, wenn ich das wüsste … Das liegt wohl an dem Phänomen des Dunklen Multiversums, dass Batmans schlimmste Befürchtungen wahr werden lässt. Aber wenn ich alles erklären müsste, dann würde das den Rahmen des Artikels sprengen. Es reicht jedenfalls nicht, nur alle Krisen davor, Dark Knights: Metal und alle anderen Batman-Who-Laughs-Titel gelesen zu haben, die in den vergangenen Jahren herausgekommen sind, auch Doomsday Clock, die Serie Justice League und das Event Year of the Villain müssen präsent sein, denn sonst ist man auf die vielen Erklärungen angewiesen – und die könnten zu kurz kommen.

Um’s kurz zu machen: Es geht um Energie. Positive und Crisis-Energie. Und es geht um Perpetua, die Schöpferin des Multiversums, Mutter von Monitor und Anti-Monitor. Nachdem Wonder Woman den Batman, der lacht, tötet, wird dieser dank Dr. Manhattans Körper zum Darkest Knight und noch viel mächtiger. Er will Perpetua töten, weil sie das Multiversum zerstören will. Und eigentlich ist es noch viel komplizierter, aber dieser Artikel ist jetzt schon viel zu lang und eigentlich ist es auch gar nicht so wichtig, denn wer will es schon so genau wissen?

Wonder Woman wird zur Hauptheldin

Dann passiert eine Menge gleichzeitig: Drei Flashes rennen vor dem Darkest Knight davon, Lobo sammelt Alfred-Boxen, Lex Luthor taucht auf, um der Handlung eine neue Richtung zu geben und schließlich steht nicht irgendeine Energie im Mittelpunkt, sondern die Wahrheit selbst – und das ist Wonder Womans Domäne, sodass Diana zur Hauptheldin der Story wird. Sie legt sich mit Superboy Prime an und kämpft (in vergoldeter Form) das letzte Duell gegen den Oberfiesling, während die anderen, Helden und Schurken vereint, sich in die obligatorische Megamassenschlacht stürzen.

Am Ende ist wieder alles eine einzige Prügelei. Durch Zeit und Raum und Weltraum und Parallelwelten und Multiversen, aber eben nur eine große Prügelei. Was dieser Geschichte im Gegensatz zum Vorgänger fehlt, sind ein paar interessante Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Hier tauchen bloß immer nur neue Gestalten und Schurken in Batmangestalt auf, aber es kommt kein Mehrwert bei rum. Scott Snyders heillos überfrachtete Story hebt das Multiversum bloß in immer weitere Höhen, bis ein Omniversum entsteht, ein Infinite Frontier und am Ende (mal wieder) alles neu geordnet wird und eine „Elseworld“ neue Geschichten verspricht … Man sehnt sich nach Post-Crisis-Zeiten zurück.

Die Welt ist im Wandel

Was haften bleibt, ist höchstens dieser lebensanschauliche Gedanke: Alles ist im Wandel. Die beste aller möglichen Welten ist keine perfekte Wunschwelt, sondern eine, in der wir lernen, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es erinnert an Herr der Ringe, und auch an Infinite Crisis … Aber immerhin ein kluger Gedanke.

Und so beschließe ich nach dieser anstregenden und wenig entlohnenden Lektüre ein für alle mal, diese verfluchten Krisenevents sein zu lassen, mich nie wieder von irgendeinem Metall oder metallisch glänzendem Cover zum Kauf, ja nicht einmal zum Lesen verführen zu lassen. Denn Lebenszeit, liebe Leute, ist etwas, das man niemals wiederkriegt. Deshalb: Seid gewarnt!

Hinweis: Zu Death Metal erscheinen drei Begleitbände: The Darkest Knight, The Multiverse Who Laughs und War of the Multiverses.

>> Liste der DC-Events

Neue Miniserie: „Suicide Squad: Get Joker“

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DC Comics

Schon lange nichts mehr vom Joker gehört. Etwa einen Monat lang. Was macht der eigentlich? Der bekommt bald einen Dreiteiler bei DC Black Label. In Suicide Squad: Get Joker geht es um … na ja, der Titel dürfte sich von selbst erklären. Diesmal ist das Team des Selbstmordkommandos zusammengesetzt aus Red Hood, Harley Quinn, Firefly und ein paar anderen Schurken.

Geschrieben wird die Miniserie von Brian Azzarello (Broken City), der sich bereits an Joker (2008) versucht hat, gezeichnet wird sie von Alex Maleev (Daredevil), der bereits Ende der 90ern Batman zeichnen durfte (No Man’s Land) sowie einige Ausgaben in The New 52.

Eine Ausgabe im Prestige-Format wird 48 Seiten umfassen und 6,99 US-Dollar kosten. Teil eins soll am 3. August erscheinen – passend zum (erhofften Kinostart) von James Gunns The Suicide Squad am 5. August 2021.

>> Batman bei DC Black Label

Auf der Suche nach der Joker-Karte

Ich habe schon viel über den Joker geschrieben und auch über die Bathöhle und wo alles herkommt, der Dino, der Penny, nur eins fehlt noch: die große Joker-Karte. Sie bildet das dritte untrügliche Erkennungszeichen der Bathöhle. Viele andere Trophäen sind variabel, doch die Joker-Karte muss sein. Doch wo kommt sie her? Begeben wir uns auf Spurensuche.

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Joker mit Karten in Batman #1 (1940) (DC Comics)

Die Joker-Karte ist bereits im allerersten Bild zu sehen, das den Joker zeigt, nämlich in Batman #1 (1940): Der Joker selbst hält sie zwischen zwei anderen Karten, die Batman und Robin zeigen. Damit wird sofort klar, was der Figur als Inspirationsquelle diente, auch wenn der grünhaarige Mann mit dem Grinsen nicht viel mit dem Harlekin mit der Narrenkappe zu tun hat – bis auf die weiße Farbe im Gesicht.

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Joker im Dunkeln mit Maske (Batman #1, 1940)

Die Karte hinterlässt der Mörder stets am Tatort, als Markenzeichen. Bei ihm im Versteck hängt allerdings eine Maske über seinem Sessel, die eher an die griechische Komödie erinnert. Die Spielkarte bleibt aber Jokers Markenzeichen – und das in einigen Geschichten. 1950 (in Detective Comics #168) wird dann erklärt, warum: Denn der Joker hat sein Aussehen der Monarch Playing Card Company zu verdanken. In der Fabrik ist er in einen Tank voller Chemikalien gefallen. Und da er danach aussah wie ein Joker, wurde er eben selbst einer.

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Vorbild Joker-Karte (Detective Comics #168, 1950)

Wann aber taucht zum ersten Mal die überdimensionale Joker-Karte zum ersten Mal auf? Das passiert – korrigiert mich, wenn ich falsch liege – in der Story Rackety-Rax Racket (Batman #32, 1945). In seinem Geheimversteck ist sie im Hintergrund zu sehen, größer als er selbst. Daneben gibt es aber auch die Komödienmaske und eine Joker-Büste. Der selbstverliebte Joker ist also gerahmt von drei Abbildern oder Vorbildern. Außerdem tauchen Kartensymbole  auf den Möbeln auf.

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Die erste Riesen-Joker-Karte in Batman #32, 1945. (DC Comics)

Die Kartenspielästhetik kehrt immer wieder – genauso wie die große Karte, zum Beispiel in Acrostic of Crime (Detective Comics #114, 1946) und in Gamble With Doom (Batman #44, 1947).

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Joker mit Karte in Detective #114, 1946 (DC Comics)

Batman und Robin bekommen es mit der Joker-Karte erst in The Happy Victims (Batman #52, 1949) zu tun. Gefangen vom Joker, finden sie sich in einem überlebensgroßen Kartenhaus wieder. Sie lösen ein Rätsel, lassen die Karten zusammenfallen und entkommen aus der Falle. Batman hält eine Joker-Karte fest, die größer ist als er selbst.

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Eine Ausgabe später (Batman #53, 1949) führt der Joker sie in seinem Versteck zu zwei riesigen Masken – eine für die Tragödie, eine für die Komödie. Es handelt sich um Türen, nur eine von beiden kann ihr Leben retten. Am Ende stürzt zwar die Komödienmaske auf den Joker, doch Batman und Robin nehmen ein anderes Utensil als Andenken mit: eine Haarnadel.

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Komödie oder Tragödie? Nur eine Maske rettet Leben. (Batman #53, 1949)

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Wie die Joker-Karte in die Bathöhle kam, wurde bisher nicht explizit erzählt. Man kann nur feststellen, wann sie dort erschien. Schon im ersten Trophäenraum hing die Joker-Maske (Batman #12, 1942), allerdings noch keine riesige.

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Der erste Trophäenraum in Batman #12 (1942)

In The 1,001 Trophies of Batman (Detective Comics #158, 1950) sieht man sie noch einmal deutlicher, diesmal ist sie eindeutig als Joker zu identifizieren: einmal mit offenen Augen und glatt zurückgekämmten Haaren, einmal mit halbgeschlossenen Augen und wilderer Frisur.

Detective Comics #158 (1950)

The Thousand and one Trophies of Batman (DC Comics)

Ein Joker-Bild findet sich in Batman #99 (1956). Aber wie eine Spielkarte sieht es nicht aus. In Batman #108 erscheint die Joker-Maske erneut, doch von Karte immer noch keine Spur. Laut CBR taucht die große Joker-Karte erst 1969 in der Batcave auf, und zwar in Superman’s Girl Friend, Lois Lane #89 (The Bride of Batman). Das Problem daran: Es handelt sich um eine Imaginary Story, also keine, die innerhalb der Continuity spielt.

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1969: Batman zeigt Lois seine Höhle. (DC Comics)

Tatsächlich habe ich die Joker-Karte in der Bathöhle – nach langer Suche – in einem viel früheren Comic entdeckt: bereits 1948 in The 1000 Secrets of the Batcave (Batman #48). Da finden sich neben Dino und Penny gleich mehrere Joker-Utensilien: ein Jack-in-the-Box (Springteufel), ein Joker-Porträt und eine Joker-Karte!

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Joker-Karte und Joker-Porträt in der Bathöhle (Batman #48, 1948)

Diese Ausgabe erschien zwar ein Jahr vor der Geschichte mit der Riesen-Joker-Karte, aber wenn man es mit der Chronologie nicht zu genau nimmt, dann fallen die Ereignisse nah genug zusammen.

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Jack in the Box (Batman #48, 1948)

Am Ende ist die Suche aber müßig, denn wenn der Fall eins gezeigt hat, dann die Tatsache, dass die Bathöhle keine feste Größe ist. Genauso wie sie sich entwickelt hat von einer Garage, einem Labor und Trophäenraum zu dem, was wir heute kennen, so sieht auch die Dekoration jedes Mal anders aus. Der Dino verändert sich genauso oft wie der Joker-Kopf – egal, ob Maske, Bild oder Karte. Klar ist nur: Der Joker in der Höhle bleibt seitdem eine Konstante, in welcher Form auch immer. Damit es sein Gesicht die einzige der drei Trophäen, die auf einen Erzfeind verweisen. Der Joker ist für Batman auch in seinem Refugium omnipräsent.

>> Joker-Comics


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Abgesang auf Batman

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Titel: The Batman’s Grave (dt. Batmans Grab)

Autor/Zeichner: Warren Ellis/Bryan Hitch

Erschienen: 2019-2020 (The Batman’s Grave #1-12), Hardcover 2021; dt. Panini 2020/2021 (2 Bde.)


„What really worries me, Master Bruce, is that you work in a war zone, and you’re the only one who doesn’t bloody know it.“ (Alfred)

Batman rettet einen Polizisten und seine Familie vor einer Verbrecherbande. Dann findet er eine verweste Leiche ohne Gesicht. Schließlich wird ein korruper Staatsanwalt ermordet aufgefunden – scheinbar Suizid. Und jedes Mal, wenn Batman am Tatort auftaucht, versucht jemand, ihn umbringen. Die Spur führt zu Dr. Karl Helffern (einst bekannt als Dr. Death). Doch das ist nur der Auftakt in einer großen Verschwörung gegen die Polizei und die Justiz von Gotham.

Warren Ellis und Bryan Hitch präsentieren in The Batman’s Grave einen Titelhelden, der einerseits als Detektiv sich in die Opfer, aber nicht die Täter hineinversetzen kann, dann aber muss, weil er mit einem Gegner konfrontiert wird, der ihm sehr ähnlich ist: Täter und Opfer zugleich.

Brutaler, aber verletztlicher Held

Batman geht sehr brutal vor. Wir sehen einige Gliedmaßen brechen. Und er foltert mit Stromschlägen. Darüber hinaus ist er sehr von Technik abhängig, die am Ende aber nutzlos bleibt: Den Großteil der Zeit sitzt er am Computer, er verfügt über ein hochgerüstetes Batmobil, einen ferngesteuerten Panzer, Drohnen (Bat-Hounds) und einen Anzug, der jedes Mal mehr wie eine Rüstung aussieht. Kein Wunder, denn wie Alfred sagt, herrscht Krieg in den Straßen von Gotham und Batman muss erkennen, dass das keine Übertreibung, sondern durchaus wörtlich zu verstehen ist.

Alfred ist hier mehr denn je die Stimme der Vernunft, sondern ein Zyniker, der gerne mal eine Flasche Schnaps am Abend leert und keine Gelegenheit auslässt, hart gegen seinen Arbeitgeber auszuteilen. Batman muss sich Fragen gefallen lassen wie, warum er als reicher Mann arme Menschen zusammenschlägt, warum er der Polizei nicht die Arbeit überlässt, die sie auch selbst tun kann. Gordon wiederum fragt ihn, warum er jedes Mal das Batsignal einschalten muss, anstatt dass er eine Telefonnummer von Batman bekommt, unter der er ihn erreichen kann.

Diese zum Teil sehr witzigen Spitzen und Dialoge bilden das eigentliche Herzstück der Geschichte. Bruce Wayne ist hier nicht nur der Getriebene, sondern auch der Verletztliche, der viel einstecken muss und den die Ereignisse nicht kalt lassen. In einer langen Sequenz sieht man, wie ihn die jüngsten Erinnerungen zusammenbrechen lassen. So etwas sieht man selten in einem Batman-Comic.

Kommentar zu The Dark Knight Returns

Trotz aller Introspektion kommt die Action nicht zu kurz. Auch wenn die üblichen Verdächtigen aus der Schurkenriege fehlen, sorgen überraschende Schockmomente für viel Abwechslung, spektakuläre Kampfszenen können sich auch mal über ein Dutzend Seiten erstrecken. Hier kommen Bryan Hitchs detailreicher und dynamischer Zeichenstil voll zur Geltung. Allerdings fällt ein Ungleichgewicht auf. Nach einer ausführlichen Einleitung hetzt das Geschehen seinem Finale entgegen, das aber abrupt und etwas einfallslos endet. Und der Gegner bleibt bis zum Schluss leider uninteressant.

In gewisser Weise ist The Batman’s Grave auch ein Kommentar zu The Dark Knight Returns. Bis auf den Panzer, der gegen einen Mob eingesetzt wird, finden sich auch indirekte Zitate wie: „Think of me as the surgeon.“ Und Alfred malt sich ein Szenario aus, in dem Batman als alter Mann immer noch Batman aktiv ist und eine Armee von Helfern befehligt. Doch so weit kommt es nicht, denn von Anfang an ist klar, dass es hier um eine Grablegung geht. Damit wird die Geschichte zu einem Abgesang auf Batman. Nicht revolutionär, nicht perfekt, aber viel interessanter und unterhaltsamer als das, was man derzeit in den regulären Serien zu lesen bekommt.

>> Batman 2020


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Wie Batman Beyond entstanden ist

Nach dem Reboot von Batman: The Animated Series mit dem Titel The New Batman Adventures kam das jähe Ende. Eine erfolgreiche Staffel, dann war Schluss. Der Sender WB Kids wollte etwas anderes: einen jungen Batman, einen Teenager. Produzent Bruce Timm war da nicht wirklich scharf drauf, wie er erzählt. Wie soll das auch gehen, wenn Bruce Wayne erst als Erwachsener Batman wurde?

Aus der Not wurde eine Tugend: Ein neuer Batman musste her, nicht Bruce Wayne, sondern ein Teenager, der in dessen Fußstapfen tritt. Ein Batman der Zukunft. Eine Kurz-Doku von IGN erzählt, wie die Zeichentrickserie Batman Beyond zum Klassiker wurde, den niemand wollte. Bemerkenswert ist, dass das Konzept innerhalb weniger Monate fertiggestellt werden musste – samt Design und neuer Schurkenriege. Die Schurken wurden aus Zeitnot heraus zuerst gezeichnet und dann mit einer Story versehen.

Batman Beyond wurde zum Erfolg: drei Staffeln und ein Joker-Film, der es in sich hat, wurden produziert. Es gab auch Pläne für eine Live-Action-Adaption. Daraus ist zwar nichts geworden, aber dafür gibt es zahlreiche Comics, die die Geschichte von Terry McGinnis weitererzählen.

Angstmacher in einer schrecklichen Welt

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DC Comics

Titel: Dark Knight of the Scarecrow/Double Jeopardy

Autor/Zeichner: Joe Harris, Peter J. Tomasi/Juan Doe, Szymon Kudranski

Erschienen: 2008/2013 (Joker’s Asylum: Scarecrow #1/Detective Comics #23.3), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Zuerst eine Scarecrow-Story wie ein Teenie-Horror: Drei junge hübsche Freundinnen laden das Mauerblümchen Lindsay zu einer kleinen Party ein, dessen Sinn es ist, sie bloßzustellen. Obwohl Lindsay weiß, was läuft, geht sie trotzdem hin – auf Anraten ihres Psychiaters, Jonathan Crane, der aus irgendeinem Grund wieder praktizieren darf.

Doch der Plan der drei geht nach hinten los: Nach und nach konfrontiert Scarecrow sie mit ihren Ängsten, Furch vor Hässlichkeit, Höhenangst, Klaustrophobie etc. Dann trifft Batman ein und rettet den Tag. Doch für eine ist es zu spät: Lindsay selbst ist zur Nacheifererin der Vogelscheuche geworden.

Bemerkenswert ist an dieser Kurzgeschichte allein der Zeichenstil: ohne Tusche, stark abstrahiert und glatt, wie ein Cartoon, der am Computer generiert wurde. Eine ästhetische Ausnahmeerscheinung, gewöhnungsbedürftig, aber dafür zu schnell vorbei.

Stippvisite bei Schurken

Ganz anders, aber spektakulär gezeichnet ist hingegen das Forever-Evil-Tie-in zu Scarecrow. Doch das lässt mich noch ratloser zurück. Eine Story im Sinne von Handlung ist hier kaum vorhanden, aber auch in keinem anderen Sinne. Gotham City wird beherrscht von Schurken, sie haben die Stadt unter sich aufgeteilt. Scarecrow geht von Schurken zu Schurken und redet dabei mit Mr. Freeze, Riddler, Poison Ivy … Man tauscht ein paar Worte und geht weiter … Was soll das?

Ein wenig Introspektion, Selbstreflexion, Analysen und Diagnosen – doch all diese Nachdenkereien haben wenig Erkenntnismehrwert. Eine vielleicht ist erwähnenswert. Scarecrow fragt sich, was für einen Stellenwert er als Angstmacher noch in einer Welt hat, die ständig aus den Fugen gerät:

„My fear is that in a world where people are moving the moon around … well … I certainly don’t have to work too hard to get them terrified. My gifts are better suited for a world whre fear is the contrast … not where it’s the status quo.“

Man könnte auch argumentieren, gerade in einer solchen Welt ist es schwer, Menschen noch zu beeindrucken. Aber Scarecrow gibt sich eher gelangweilt von seinem Tun. Und die Leser dürften es hier auch sein.

>> Scarecrow-Comics