Comic

„Robin Lives“: Batman #428 als „Faux-simile Edition“

Tod oder Leben? Zwei Alternativen von Batman #428 (DC Comics)

Im Jahr 1988 durften die Fans entscheiden, ob Robin II (Jason Todd) einen Angriff des Jokers überlebt oder nicht. Das Votum per Telefon fiel knapp aus, 5,343 gegen 5,271 Stimmen entschied sich für Tod, was dann auch in Batman #428 wahr wurde. Die Storyline A Death in the Family (dt. Ein Tod in der Familie) schrieb Comicgeschichte, auch weil Batman den ersten Tod eines Robins nur schwer verkraftete und er sich lange selbst die Schuld dafür gab.

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Doch für alle Fälle gab es auch eine alternative Version, die Jim Starlin schrieb und Jim Aparo zeichnete, auch wenn der Titel der Geschichte dann nicht mehr viel Sinn ergeben hätte. Eine Seite daraus wurde bereits in Batman Annual #25 (2006) publiziert, als Jason Todd von den Toten zurückkehrte und man erklärte, was zuvor geschah (siehe Under the Red Hood). Einige weitere alternative Seiten (bzw. Entwürfe) in Schwarzweiß wurden in der „New Edition“ von A Death in the Family (2011) veröffentlicht.

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Nun hat DC angekündigt, die gesamte alternative Geschichte herauszubringen. Am 12. Dezember 2023 soll eine „Faux-simile Edition“ von Batman #428 erscheinen, abweichend von den „Facsimile Editions“ anderer historischer Ausgaben.

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Ein einfacher Plan zur Weltrettung

DC Comics

Titel: Do the Wrong Thing

Autor/Zeichner: Scott Peterson/Tim Levins

Erschienen: 2000 (Batman Gotham Adventures #23)


„Sometimes we have to stop someone from doing the wrong thing for the right reasons.“ (Batman)

Vier Geschäftspartner von Waynecorp verschwinden spurlos. Einer von ihnen hat plötzlich alles verkauft, was er besaß, und sich nach Südfrankreich zurückgezogen. Nach einigen fruchtlosen Befragungen fliegt Batman also da hin, bricht in eine Villa ein, überwältigt die Bodyguards und lässt sich bestätigen, was er ohnehin schon ahnt: Dahinter steckt Ra’s al Ghul. Dieser besitzt damit nicht nur Holdings in Immobilien und IT, sondern auch ein Viertel des weltweiten Ölvorkommens.

Also ab nach Wales, wo sich Ra’s auf einer Insel in einer Burg verschanzt hat. Nach dem obligatorischen Ausschalten der Wachen (insgesamt dreimal in dieser Story!), gibt es den obligatorischen Schwertkampf mit dem Oberguru, bei dem der große Plan erklärt wird, denn man kann sich ja nicht einfach zivilisiert unterhalten. Jedenfalls wäre das im Comic ziemlich langweilig.

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Gotham City: Wie alles begann

DC Comics

Titel: Gotham City: Year One

Autor/Zeichner: Tom King/Phil Hester

Erschienen: 2022-2023 (Miniserie #1-6), Hardcover 2023


Das Jahr: 1961. Gotham City ist eine blühende und sichere Stadt, kaum Morde, sogar weniger als in Metropolis. Privatdetektiv Slam Bradley bekommt Besuch von einer jungen schwarzen Frau namens Sue, die einen Brief für Richard und Constance Wayne hat (die Großeltern von Bruce Wayne). Kaum haben sie den Inhalt des Briefs gelesen, lassen sie Slam (eigentlich Sam) im Keller foltern, denn ihre Tochter wurde entführt und er gilt als Hauptverdächtiger. 100.000 Dollar Lösegeld verlangt der Kidnapper, der mit einem Fledermaus-Symbol unterzeichnet und fortan „Bat-Man“ genannt wird. Kurz darauf wird auch noch Slams Partner erschossen aufgefunden – und dann traktiert ihn die Polizei mit Prügeln …

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DC Elseworlds-Comics kehren zurück

DC Comics

Man hätte hellhörig werden müssen, als James Gunn bei der Ankündigung des neuen DC-Filmuniversums all die Ausnahmen wie The Batman und Joker als „Elseworlds“ bezeichnete. Auch wenn der Begriff unter Fans bekannt ist, hat DC das Label seit fast zwei Jahrzehnten aufgegeben (auch wenn immer wieder Storys in der Tradition erschienen).

Eingeführt wurde es offiziell 1991 für Comics, die außerhalb der Haupt-Continuity standen, angefangen bei Holy Terror. Allerdings wurde das nicht immer konsequent gehandhabt. Manche Crossover galten als Elseworlds, andere nicht, schließlich ließ man es mit der Kategorie bleiben, weil im Grunde jeder One-Shot und jede Miniserie, die für sich standen, eine Art Elseworld im Multiversum bildete – im Grunde wird ständig eine neue eröffnet.

Nun aber hat DC offiziell die Rückkehr der Elseworlds für das Jahr 2024 angekündigt. Es wird eine zwölfteilige Fortsetzung des Klassikers Gotham by Gaslight (1989, von Brian Augustyn und Mike Mignola) geben, des ersten inoffiziellen Elseworlds-Batman-Comics, die Batman in einem Gotham City von 1889 nach Jack the Ripper jagen lässt. Eine Fortsetzung gab es bereits mit Master of the Future, nun folgt der Zwölfteiler The Kryptonian Age von Andy Diggle und Leandro Fernandez, die in dieser Welt eine Justice League des 19. Jahrhunderts etablieren.

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Greg Smallwood (Moon Knight, The Human Target) dagegen führt uns mit dem Sechsteiler Batman the Barbarian in eine Art Mittelalter-Szenario. Und apropos Mittelalter: Dark Knights of Steel (von Tom Taylor, Rezension folgt) bekommt eine Fortsetzung von Jay Kristoff und Tirso Cons mit dem Titel Allwinter, in dem Deathstroke sich durch eine Schneelandschaft kämpft. Auch das wird wieder eine sechsteilige Miniserie, ebenso wie Batman: Nightfire von Clay und Seth Mann, wo es heiß hergehen soll. Wenn ich das richtig verstanden habe, reist Bruce Wayne in die Vergangenheit, um Gotham City vor einer Katastrophe zu bewahren.

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Und der Vollständigkeit halber seien noch zwei weitere Titel erwähnt: Green Lantern Dark von Tate Brombal und Werther Dell’Edera, die ihre Heldin durch ein post-apokalyptisches Fantasy-Szenario gegen Monster antreten lassen, sowie DC vs. Vampires: World War V, eine zwölfteilige Fortsetzung von DC vs. Vampires, wieder geschrieben von Matthew Rosenberg und gezeichnet von Otto Schmidt.

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Batman in der Zeitschleife

Panini Comics

Titel: Batman/Fortnite: Zero Point (dt. Nullpunkt)

Autor/Zeichner: Christos Gage, Donald Mustard/Reilly Brown, Christian Duce

Erschienen: 2021 (Miniserie #1-6), dt. Panini 2021


Riskant, einen Comic „Zero Point“ bzw. „Nullpunkt“ zu nennen. Man könnte meinen, damit würde man die Leser auf das narrative Niveau vorbereiten, das einen hier erwartet. Tatsächlich ist die Erwartung nicht hoch bei einem Crossover mit einem Computerspiel.

Es beginnt mal wieder mit einem Dimensionsriss in Gotham. Batman untersucht ihn, wird reingestoßen und landet auf einer Insel, in der er von Unbekannten angegriffen wird. Jeder sieht anders aus, trägt Masken, bunte Kostüme oder ist schlicht irgendeine Art Monster. Einer ist ein rosa Bärchen, ein anderer ein Wikinger, einer trägt eine Tomate auf dem Kopf. Dann taucht Catwoman auf und kämpft mit. Doch Batman kann weder mit ihr sprechen noch sich an sie erinnern. Nach 22 Minuten ist Schluss – und alles geht von vorn los, wieder ohne Erinnerung. Batman steckt in einer Zeitschleife.

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Superman in der Nostalgie-Falle

DC Comics

Titel: Superman ’78

Autor/Zeichner: Robert Venditti/Wilfredo Torres

Erschienen: 2021-2022 (Miniserie #1-6), Hardcover 2022; dt. Panini 2022


Für viele ist Christopher Reeve nach wie vor der Film-Superman schlechthin. Und wahrscheinlich ist er auch nach wie vor das Beste dieser Filme, die zwar ihren Charme und ihren Platz in der Geschichte haben, aber doch ziemlich in die Jahre gekommen sind. Charmant sind allerdings nur die ersten beiden zu nennen, denn in gewisser Weise ereilte die Reihe ein ähnliches Schicksal wie später die Batman-Filme: Nach zwei guten Filmen wurde es alberner und liebloser bis zum totalen Reinfall.

Bereits die Dreharbeiten zu Superman II waren schwierig, Regisseur Richard Donner wurde gefeuert und durch Richard Lester ersetzt, der entfernte einige Szenen und rückte den Film mehr Richtung Komödie, was ihm nicht guttat (2006 erschien der Donner-Cut). Superman III sollte ursprünglich eine Brainiac-Story mit Supergirl und Mr. Mxyzptlk sein, aber man entschied sich für eine alberne Hacker-Story und einen gespaltenen Superman – mit vernichtenden Kritiken. Es ist schon schade, dass wir in allen Superman-Filmen bloß Lex Luthor und Zod als erstklassige Comic-Schurken hatten.

Wie in Batman 89 versuchte DC, diese verpasste Chance auch bei Superman in Comicform nachzuholen. Superman ’78 erzählt, wie dieser dritte Film hätte werden können – allerdings ohne Supergirl und nervigen Kobold. (Und wenn man die Tatsache ignoriert, dass Superman Returns eigentlich dieser dritte Film gewesen sein soll.)

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Wie Waylon Jones zum Monster und Killer wurde

DC Comics

Titel: Batman: The Audio Adventures

Autor/Zeichner: Dennis McNicholas/Anthony Marques, J. Bone u.a.

Erschienen: 2021-2023 (Batman: The Audio Adventures Special, Batman: The Audio Adventures #1-7), Paperback 2023


Es bleibt nach wie vor etwas schräg, wenn nicht gar unfreiwillig komisch, einen Comic „Audio Adventures“ zu nennen, denn zu hören gibt es hier beim besten Willen nichts, da kann man die Sprechblasen und Interjektionen noch so groß machen, wie man will. Aber in Zeiten crossmedialer Vermarktung muss es auch zu Batmans Podcast einen begleitenden Comic geben, damit die Hörer zum Lesen und die Leser zum Hören gebracht werden.

Bei aller Ironie: Beim Special von 2021 hat das wunderbar funktioniert, die Storys hatten einen erfrischenden Stil, cartoonhaft und witzig, ohne zu albern zu sein. Etwas für jedes Alter. Nun hat DC eine siebenteilige Miniserie daraus gemacht, als „Interlude“ zwischen Staffel eins und zwei.

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Batman und Robin als Roboter

DC Comics

Der Fortschritt schreitet unaufhaltsam voran – mit all seinen Vor- und Nachteilen. Die Technik soll uns das Leben erleichtern, heißt es, und in einigen Fällen erleichtert sie uns sogar vom Leben. Schon immer war die Angst da, dass Maschinen uns Jobs kosten – und bisher hat sich das zwar bestätigt, es wurden aber auch immer neue, andere Jobs geschaffen. Aber was ist mit der sich rasant entwickelnden künstlichen Intelligenz? Macht sich der Mensch mit ihr überflüssig?

Auch Batman beschäftigt diese Frage, und das bereits im Jahr 1952. Der Dunkle Ritter war schon immer angewiesen auf Technik. Um nicht zu sagen: ein Technik-Freak. Ohne Gadgets kein Batman. Sein Batmobil ist stets auf dem neuesten Stand, wenn nicht gar der Zeit voraus, ganz zu schweigen vom Batplane und anderen fantastischen Erfindungen. Doch 1952 (Batman #70) führt die Polizei einen „Robot Cop“ ein, der äußerlich kaum von einem Menschen zu unterscheiden ist, aber dafür fast alles besser kann, vor allem ist er unverwundbar.

Erfunden hat ihn ein gewisser Mr. Weir, der ihn aus der Ferne steuert. Er bietet den Androiden Commissioner Gordon an und der lässt ihn daraufhin im Wettkampf mit Batman testen. Batman ist zwar schneller, auch mit dem Batmobil, aber der Roboter bewährt sich beim Kampf gegen Ganoven und wird bald zum Polizisten erklärt. Gemeinsam mit Batman zieht er los und bildet mit ihm ein gutes Team. (Robin ist verletzt.) Seine einzige Schwäche: Magnetismus.

Doch schon bald hat er Batman den Rang abgelaufen. Die Zeitungen titeln: „Is Batman’s usefulness at an end?“ Und tatsächlich muss unser Held feststellen, dass Commissioner Gordon bereits das Batsignal einmotten lässt. Batman soll sich künftig nur noch im Archiv nützlich machen. Trostpreis: eigene Sekretärin. Aber Batman als Bürohengst? Abgelöst von einer Maschine? Die Demütigung könnte kaum größer sein!

Doch dann stellt sich bei einem Einsatz heraus, dass der Roboter noch eine Schwachstelle hat: In der Nähe von Röntgenstrahlen setzt er aus. Eine Bleiverkleidung würde ihn zu schwerfällig machen, also ist das Experiment beendet. „It will take more than a machine to replace Batman — I found that out!“, sagt Gordon, der alte Heuchler. Ein Reporter bekräftigt: „Tonight Batman proved in another way that metal can’t replace flesh and blood.“

Doch das ist erst der Anfang …

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Neue Comics: Batman trifft Santa Claus

Weihnachtsgeschichten rund um Batman gibt es viele, in diesem Jahr kommt eine besondere dazu: Batman/Santa Claus: Silent Knight wird ein vierteiliges Crossover, in dem der Nikolaus (St. Nick) nach Gotham kommt, um kurz vor Weihnachten bei einem brutalen Verbrechen zu ermitteln. Er sucht die Hilfe von Batman (seinem ehemaligen Schüler!) sowie anderen Helden (Superman, Wonder Woman). DC verspricht eine Erzählung voller Hoffnung, Wunder und Monster. Der erste Teil soll am 5. Dezember 2023 erscheinen, der vierte erst am 26. Dezember – etwas spät, wenn ihr mich fragt.

Was aber nicht heißt, dass wir in diesem Jahr auf die Tradition des jährlichen Holiday-Specials verzichten müssen. DC’s ‚Twas the Mite Before Christmas lautet der Titel der 80-seitigen Anthologie. Diesmal macht Lex Luthor Bekanntschaft mit den Dickens’schen Aspekt von Weihnachten und trifft auf Constantine, Batwoman feiert ein rätselhaftes Hanukka und Harley Quinn trifft auf Amethyst. Die insgesamt acht Geschichten sollen am 12. Dezember erscheinen und 9,99 US-Dollar kosten.

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Zum Jahresende (im November) erwartet uns sonst noch eine Fortsetzung von Batman 89, wieder von Autor Sam Hamm und Zeichner Joe Quinones. In der Storyline Echoes verschwindet Batman spurlos und die Bürger von Gotham nehmen das Gesetz in die eigene Hand. Das erste Cover verrät, dass Scarecrow eine Rolle spielen wird, im Hintergrund ist eine auffällig breit grinsende Frau zu sehen …

Ebenfalls im November startet die Miniserie Batman: Off-World. Autor Jason Aaron (The Other Side, Southern Bastards, Avengers) und Zeichner Doug Mahnke (The Man Who Laughs, Under the Red Hood, Final Crisis) konfrontieren einen jungen Batman (mal wieder, aber für ihn zum ersten Mal) mit Außerirdischen, was zu einer Reise ins All führt. Es sollen sechs Teile erscheinen.

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Swamp Thing am Ende der Welt

DC Comics

Titel: Swamp Thing: Green Hell

Autor/Zeichner: Jeff Lemire/Doug Mahnke

Erschienen: 2021-2023 (Dreiteiler), Hardcover 2023; dt. Panini 2023


Die Erde ist am Ende, von der Menschheit ist kaum noch was übrig. Die Meere sind leergefischt. Die letzten Überlebenden schlagen sich auf einer Insel mehr schlecht als recht durch, der Meeresspiegel steigt, und werden zu allen Überfluss auch noch von einer Bande ausgebeutet, die auf einer alten Bohrinsel lebt – dem Mahnmal der Umweltzerstörung.

Da beschließt die Natur, der Menschheit den Rest zu geben. Die drei Reiche – The Red, The Green und The Rot – sehen alles Leben auf der Welt bedroht und lassen das Grün ein neues Swamp Thing auferstehen (das so heißt, obwohl es aus dem Meer steigt). Dieses beginnt, mit seinen Tentakeln die Inselbewohner niederzumetzeln. Ein alter Mann und ein Mädchen holen Hilfe in einem Leuchtturm, wo John Constantine anscheinend auf einem unerschöpflichen Zigarettenvorrat hockt und nichts Besseres zu tun hat, als weiter Kette zu rauchen. Dieser wiederum holt dann das Original-Sumpfding namens Alec Holland aus dem Paradies, was dieser gar nicht lustig findet.

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