Catwoman

Catwoman lässt die Tiger los

Catwoman mit zwei Goldmiezen

Titel: The Purr-fect Crime/Better Luck Next Time

Drehbuch: Stanley Ralph Ross, Lee Orgel

Erschienen: 1966 (Batman S01E19-20)


„Catwoman! You are not a nice person!“ (Robin)

Eine goldene Katze wird aus einem Museum gestohlen. Da es zwei davon gibt, ist abzusehen, was mit der anderen passieren wird. Damit es dabei auch nicht den geringsten Zweifel gibt, schickt Catwoman einen Hinweis an die Polizei: Ein Kätzchen mit einem Zeitungsausschnitt, der beide Katzen zeigt, eine davon durchgestrichen.

Batman, der schlau genug ist, Robin beim Raumschach zu besiegen, fällt auf die Finte aber nicht herein. Er versieht die Katze mit einer leicht radioaktiven Markierung und folgt Catwoman in ihr Versteck. Während die Schurkin ein miauendes Katzentelefon und eine miauende Uhr hat, tragen ihre Komplizen eine kuriose Kombination aus Tigerjacken und schwarzen Uschankas.

Und die Kleidung erweist sich als böses Omen: Batman tappt in eine Todesfalle, in der er gegen einen Tiger kämpfen muss. Dabei erweisen sich zwei neue Gadgets, die Bat-Klauen und Bat-Ohrstöpsel als hilfreich. Batman klettert die Wand hoch und sendet aus seinem Gürtel einen hohen Ton aus, der den Tiger ablenkt. Doch dann soll Robin gleich zwei Tigern zum Fraß vorgeworfen werden. Natürlich nicht sofort, sondern nach sadistischer Schurkenmanier und gleichzeitiger Fairness, die Gelegenheit gibt, sich rechtzeitig zu befreien. Robin liegt auf einem Brett, an dessen Ende eine Sanduhr für ihn abläuft.

Schließlich dienen die beiden Katzen nur dazu, einen alten Schatz auszugraben. Das hätte Catwoman auch ohne Störung tun können, wenn sie nicht den Umweg über die Todesfallen genommen hätte. So aber gerät sie selbst in eine: Sie springt über eine Schlucht, schafft es nicht, kann sich nur noch an der Klippe festhalten. Doch statt ihren Schatz aufzugeben und sich zu retten, fällt sie in die Tiefe. Später wird sie ohne Erklärung wieder auftauchen. Die Erklärung gibt Batman schon mal präventiv: Eine Katze hat neun Leben. Na dann ist ja alles klar …

Gordon richtet sich mit Glückwünschen an die Zuschauer

Bemerkenswert ist noch ein kurzer, fast unscheinbarer Moment: Gordon durchbricht die vierte Wand. „Good luck“, sagt er am Telefon zu Robin, schaut dann in die Kamera und sagt: „To all of us.“ Wir Zuschauer ist plötzlich nicht nur Adressaten, sondern auch Betroffene des Geschehens.

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Die eine Regel des Jokers

Titel: The Dark Prince Charming – Book 2 (dt. Der Dunkle Prinz)

Autor/Zeichner: Enrico Marini

Erschienen: 2018, dt. Panini 2018


Was bisher geschah: Der Joker hat ein Mädchen namens Alina entführt, das Bruce Waynes Tochter sein soll. Er plant ein Geburtstagsgeschenk für Harley Quinn (siehe Batman: The Dark Prince Charming 1). Im zweiten Teil erfahren wir, was es ist: Der Blue Cat-Diamant. Der Joker erpresst Bruce Wayne, ihm den Diamanten bei einer Auktion zu besorgen. Doch dann wird Bruce von Selina Kyle abgelenkt und Catwoman krallt sich den Stein …

Mit dem zweiten Teil bringt Enrico Marini seinen Dunklen Prinzen zu einem würdigen Ende. Der Joker kehrt hier in gewisser Weise zu seinen Ursprüngen als Juwelendieb (und skrupelloser Mörder) zurück, inklusive eines Abgangs ins Wasser, der gerade im Golden Age typisch für ihn war. Das Neue an diesem Joker ist – neben seinem punkigen Look und seine Vorliebe für Rachmaninow – sein Verhältnis zu dem Kind. Der Spannungsbogen besteht darin, ob der Joker bereit ist, dem Kind etwas anzutun. (Und, keine Sorge, ich werde nicht verraten, was er tut.)

Was hier nicht überzeugt, ist das Verhältnis zwischen Selina und Bruce. Einerseits schlafen sie miteinander, andererseits wissen sie offenbar nicht von ihre Doppelidentitäten und so kommt Catwoman Batman in die Quere. Warum Selina aber den Stein vor Bruces Augen stiehlt, bleibt in der Motivation unklar, außer dass es den Plot voranbringt.

Enrico Marini erzählt eine schlichte Story, die kurzweilig mit einigen Überraschungen, schwarzem Humor und pointierten Dialogen unterhält, vor allem aber visuell beeindruckt, denn als Künstler inszeniert er Gotham in stimmungsvollen Schatten und Farben, seine Figuren wirken lebendig und ausdrucksstark. Auch die Gefährte werden regelrecht zelebriert, das Batmobil erinnert an die jüngste Filmversion, inklusive Maschinengewehren, was nicht unbedingt die beste Referenz ist.

Apropos Fan-Service: In einer Sequenz liegt Harley Quinn nackt und nur mit Sushi bedeckt auf einem Tisch. Was der Joker mit ihr anstellt, müsst ihr schon selbst lesen.

Big in Japan

Joker und Batman im Duell. (Warner Bros.)

Titel: Batman Ninja

Regie/Drehbuch: Junpei Mizusaki/ Kazuki Nakashima, Leo Chu

Erschienen: 2018 (Direct-to-Video)


Kaum stört Batman Gorilla Grodd bei einem Experiment in Arkham, landet er zusammen mit seinen Erzfeinden und Verbündeten im alten Japan. Zusammen mit Catwoman, Nightwing, Red Robin, Robin und Alfred geht es gegen Grodd, Joker, Harley Quinn, Two-Face, Pinguin, Poison Ivy, Bane und Deathstroke. Die Schurken haben – trotz Sprachbarriere – innerhalb von zwei Jahren Japan unter sich aufgeteilt, der Joker will das Reich beherrschen und hat ihm dafür einen technologischen Sprung nach vorne beschert.

Berittener Batman mit Gefolgschaft (Warner Bros.)

Zum Glück hat Batman nicht nur Alfred bei sich, der ihm schwarzen Tee zubereitet, sondern auch das Batmobil. Als das im Einsatz gegen Jokers Riesenroboter geschrottet wird, wird ein Batplane daraus, als das geschrottet wird, wird ein Batpod daraus und dann verwandelt es sich in eine Bat-Rüstung … Doch das ist nur ein Vorgeschmack darauf, was am Ende kommt, denn es fährt nicht nur jeder Schurke einen Transformer auf (der vom Palast zum Roboter wird), sie vereinen sich sogar zu einem Mega-Roboter. Und der kämpft dann gegen einen Riesen-Affen, der sich aus Millionen (!) von kleinen Affen zusammensetzt. Und wenn man meint, dass es bescheuerter nicht mehr geht, kommt eine Schar von Fledermäusen, die einen Riesen-Batman bilden …

Riesen-Roboter vs. Riesen-Affe

Nein, das ist kein Witz. Das passiert wirklich im Anime Batman Ninja. Zwischendrin fragt man sich, worin eigentlich der Sinn besteht, die Handlung im alten Japan spielen zu lassen, wenn man es auf hanebüchene Science Fiction anlegt. Aber sei’s drum. Vielleicht entspricht das ja dem japanischen Publikumsgeschmack. Genauso wie das kleine süße Äffchen, das Robin begleitet …

Riesen-Roboter gegen Riesen-Batman

Abgesehen von diesem peinlichen Quatsch macht Batman Ninja in großen Teilen Spaß. Die Story ist zwar nicht gerade innovativ oder überraschend, aber kurzweilig, die Charaktere erfüllen ihren Zweck, aber sind ohne Tiefe. Allein Batman bekommt Gelenheit, sich mal wieder selbst in Frage zu stellen und sich unabhängig von seinen Gadgets zu machen (dafür umso abhängiger von Affen und Fledermäusen). Der Joker ist so überdreht, dass sein Gelächter einem auf die Nerven fallen kann. Dafür gibt es atemberaubende Action-Szenen und ein paar Lacher, wie etwa Bruce Waynes Verkleidung als Mönch – mit Fledermaus-Tonsur.

Batman mit Familie.

Was aber wirklich beeindruckt ist die Animation. Die ist so aufwendig und detailreich, so vielfältig und künstlerisch ambitioniert, dass allein das Anschauen viel Freude bereitet – wenn man der flotten Action überhaupt folgen kann. Besonders eindrucksvoll gemacht ist eine Szene im Mittelteil, in der Red Hood (der einen sehr hohen roten Hut trägt) einen Bauern mit seiner Frau verdächtigt, Joker und Harley zu sein. Die Szene unterscheidet sich im Zeichenstil ganz vom Rest und verursacht nicht nur bei Batman ein Gefühl der Verunsicherung, wenn Red Hood auf die Unschuldigen losgeht. Solche Experimente, so viel Mut würde man auch manchen US-Produktionen wünschen.

Doppeldate mit Lois und Clark

DC Comics

Titel: Rules of Engagement (Batman Vol. 5)

Autor/Zeichner: Tom King/Joelle Jones, Michael Lark, Clay Mann

Erschienen: 2018 (Batman #33-37, Batman Annual #2), Paperback 2018 (Batman Vol. 5)


„I’ll always be second to a child’s idiotic fantasy.“ (Selina Kyle)

Kaum sind Batman und Catwoman verlobt, erleben sie ihr erstes gemeinsames Abenteuer als Paar. In der Wüste von Khadym treffen sie auf Talia al Ghul, wo sie sich Schwertkämpfe mit ihr liefern, wobei Selina länger durchhält als Bruce. Nebenbei erfahren die drei Robins und Duke Thomas erst von Alfred von der Verlobung und fragen sich, wieso Bruce ihnen so etwas vorenthält …

Dann kommt es zum Doppeldate zwischen Bruce, Selina, Superman und Lois Lane. Ein Kapitel lang geht es um die Frage, wer wen anrufen soll, um ein Treffen vorzuschlagen. Ein Kapitel lang sehen wir die vier auf einem Jahrmarkt. Weil das Motto Superhelden lautet, tauschen die beiden Herren und Damen ihre Kostüme: Batman wird zu Superman und umgekehrt. Lois Lane wird zu Catwoman und Catwoman zu Selina Kyle in Lois‘ Kleid. Und so plaudert man über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede und die Ehe.

Schließlich ist da noch ein sentimentales Schlusskapitel, in dem eine Episode aus der Anfangszeit von Batman und Catwoman erzählt wird, verbunden mit einer Zukunftsepisode über die letzten Tage des alten Paares.

Der fünfte Band von Tom Kings Batman-Serie ist der bisher ruhigste und nachdenklichste, aber auch der heiterste und emotionalste, aber obwohl ein Spannungsbogen fehlt, unterhält er besser als die meisten vorherigen. Da ist zum einen der Humor, der die Geschichten mit Ironie durchzieht, da sind zum anderen Highlights wie Batman und Superman beim Baseball. Man mag das lächerlich finden, aber Tom King bekommt es gut hin, dass es Spaß macht, ohne weh zu tun.

Und natürlich sind die Zeichungen von vorn bis hinten erstklassig: Mit Joelle Jones darf erstmals eine Frau an Batman ran und man fragt sich, warum das erst jetzt passiert, da mit Selina Kyle auch eine Frau dauerhaft in Batmans Leben tritt. Jetzt müsste man sie nur noch Batman schreiben lassen, aber so weit ist man bei DC wohl noch nicht …

Mehr Batman von Tom King:

Batman heiratet und trifft Black Lightning

DC Comics

Im Sommer wird es soweit sein: Batman und Catwoman heiraten in Batman #50. In den beiden Ausgaben zuvor wird es in der Story The Best Man darum gehen, dass der Joker versucht, das zu verhindern, indem er Batman entführt. Im Mai und Juni werden zudem fünf One-Shots erscheinen, die das Prelude to the Wedding bilden: Robin Vs. Ra’s al Ghul, Nightwing Vs. Hush, Batgirl Vs. The Riddler, Red Hood Vs. Anarky, Harley Quinn Vs. The Joker.

Alle Ausgaben werden verfasst von Tim Seeley und gezeichnet von jeweils verschiedenen Künstlern. Die fünf Cover werden aber von Rafael Albuquerque stammen und zusammen eine Einheit bilden.

DC Comics

Außerdem gibt es neues von der Serie Detective Comics zu vermelden: Autor James Tynion IV wechselt zu Justice League: No Justice, ab Ausgabe 982 übernimmt Bryan Hill (Postal, Cyberforce) die Serie. Im Juni beginnt die fünfteilige Story „On the Outside“, in der Batman auf Black Lightning trifft. Der Superheld erlebt gerade mit der gleichnamigen TV-Serie (bei uns auf Netflix) ein umjubeltes Comeback. 1983 war er bereits in Batmans Team The Outsiders.

Von James Tynion IV erscheinen in diesem Jahr noch die Bände A Lonely Place of Living (April), Fall of the Batmen (Juni) sowie im Herbst der wahrscheinlich letzte, noch unbenannte Teil.

Geburtstagsgeschenk für Harley Quinn

DC Comics

Titel: The Dark Prince Charming (dt. Der Dunkle Prinz)

Autor/Zeichner: Enrico Marini

Erschienen: 2017 (Teil 1 von 2, Hardcover), dt. Panini 2018


„I’m no monster, after all.“ (Joker)

Bruce Wayne bekommt Besuch von einer Frau mit einem achtjährigen Mädchen. Sie behauptet, das sei seine Tochter und verlangt zehn Millionen Dollar. Als die angebliche Vaterschaft in die Medien kommt, entführt der Joker das Mädchen, um Harley Quinn ein Geburtstagsgeschenk zu machen. Batman macht sich auf die Suche.

DC Comics

Enrico Marini (Batman Europa) ist ein Meister. Er inszeniert ein wahnsinnig detailliertes wie stimmungsvolles Gotham, neblig, aber in warmen Farben. Seine Figuren strotzen vor Lebendigkeit, sein Batman, der sehr an Ben Affleck erinnert, changiert irgendwo zwischen realistisch und ikonenhaft. Der Joker ist ein ultragrausamer Schurke, der seinen Handlangern keinen Patzer durchgehen lässt und auch einfach seine ganze Gang niedermetzelt, wenn ihm danach ist. Aber er ist auch ein Schurke mit einer schwierigen Kindheit, wenn man seinen Gedächtnislücken Glauben schenken darf … Das erinnert zwar stark an den Film The Dark Knight, aber seine Fürsorge für das entführte Kind verleiht ihm auch eine neue, nämlich menschliche Komponente.

Die Story nimmt sich alle Freiheiten, die sie braucht, denn sie spielt abseits der Continuity: Bruce Wayne hat eine Beziehung mit Selina Kyle (Catwoman), die offenbar immer noch Juwelen stiehlt, James Gordon raucht erstmals E-Zigarette und Batman trifft mal wieder auf einen Killer Croc, der keine Ratten in der Kanalisation frisst, sondern eine eigene Gang unterhält. Im vorläufigen Finale verprügelt ihn Batman verprügelt auf der Suche nach Antworten, aber muss eingestehen, dass er nur ans Ende seiner Möglichkeiten gekommen ist …

The Dark Prince Charming ist der furiose Auftakt einer packend erzählten Geschichte und macht große Lust auf Teil 2. Der soll allerdings erst im Frühling 2018 erscheinen.

>> Batman 2011-2019

Schnitzeljagd mit vier falschen Batmen

Catwoman im Golden Age (Teil 4)

DC Comics

Titel: The Princess of Plunder

Autor/Zeichner: Jack Schiff/Jerry Robinson

Erschienen: 1942 (Batman #10), Hardcover 2016 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 2)


„She … er … she got away … slipped through my fingers …“ (Batman)

In ihrem vierten Abenteuer trägt Catwoman erstmals eine Kombination aus Violett und Schwarz und stiehlt nicht selbst, sondern lässt ihre Handlanger für sich arbeiten. Und das läuft so: Die wohlhabende Marguerite Tone veranstaltet eine Party, bei der sich die Gäste die Zeit mit einer Schnitzeljagd vertreiben sollen: Jeder Gast ist dazu angehalten, bestimmte Gegenstände zu besorgen. Wie gut, dass Bruce Wayne und Dick Grayson bei diesem öden Unsinn nicht mitmachen und lieber eine Runde als Batman und Robin drehen. Eine günstige Fügung, denn Catwoman macht sich das Spiel zunutze, um ihre Handlanger andere, wertvolle Dinge aus Häusern holen zu lassen.

DC Comics

Batman erwischt zwei Einbrecher, durchschaut die Masche, aber lässt sie vorerst laufen. Bei der nächsten Party sollen sich alle Gäste verkleiden – fünf kommen als Batman, ausgerechnet vier davon sind wieder Einbrecher. Der wahre Batman kann sie mit Leichtigkeit überwältigen, doch die Anführerin kommt davon, weil man ihr nichts beweisen kann. (Ihre Männer werden seltsamerweise nicht vernommen.)

So versucht es Catwoman ein drittes Mal, diesmal mit falschen Butlern und tatsächlich klappt es, weil ein Messer in einem Sack Mehl landet. Wie bitte? Ja, wenn man ein Messer in einen Sack Mehl wirft, gibt das eine so große Staubwolke, dass das Dynamische Duo nichts mehr sehen kann und die Verbrecher entkommen können. Jedenfalls im Comic ist das so. Aber warum? Weil die Geschichte nunmal 13 Seiten hat und man sie deshalb nicht schon auf Seite 12 enden lassen kann.

DC Comics

Doch die Story nimmt eine seltsame Wendung. Statt das Diebesgut auf dem Schwarzmarkt zu verhökern, versucht Catwoman, sie wieder ihren Besitzern zu verkaufen – und schaltet eine Anzeige in der Zeitung. Das hat nichts mehr mit Verbrechergenie zu tun. Das kann nur als verkappte Einladung an Batman verstanden werden. Der platzt auch gleich zur Tür rein, schlägt die Komplizen zusammen und rettet der Anführerin das Leben, als sich einer gegen sie wendet. Dafür gibt’s dann endlich einen Kuss zur Belohnung. Batman ist daraufhin so erstarrt, dass er die Katze wieder davonkommen lässt. Oder jedenfalls tut er so … Robin bleibt skeptisch. Zurecht. Eine seltsame Beziehung.

Mehr zum Thema:

Der Kuss der Katzenfrau

Catwoman im Golden Age (Teil 3)

DC Comics

Titel: The Batman vs. the Cat-Woman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Batman #3)


„I suppose that’s more or less a call for you to go into action.“ (Dick Grayson)

In ihren ersten beiden Auftritten spielte Catwoman noch eine Nebenrolle. Im ersten Fall trat sie erst sehr spät in Erscheinung und damit auch nur sehr kurz. Erfahren hat man kaum etwas über sie, nicht einmal ihren echten Namen. Ähnlich im zweiten Fall: da stahl ihr der Joker die Show. Ein richtiges Kostüm hatte sie noch nicht. Erst beim dritten Mal bekam sie eine Katzenmaske und ein Verhalten, das ihrer Rolle gerecht wird.

Wie schon zuvor geht es um Edelsteine. Catwoman, diesmal mit Katzenkopf, rotem Cape und orangefarbenem Kleid, raubt einen Mann aus, daraufhin wird sie von der Polizei gejagt. Kaum kriegt Batman das mit, wirft er sich gleich in Schale, um sich selbst auf die Suche zu machen – ohne Robin. Der bleibt wie selbstverständlich zu Hause, als wäre es eine Sache zwischen Erwachsenen.

DC Comics

Wieder verkleidet sich „Cat“, wie sie sich selbst immer noch nennt, um an die Juwelen zu kommen, diesmal gibt sie sich als Model bei einer Modenschau aus. Am Ende stellt sich heraus, dass sie nur im Auftrag zweier Männer gehandelt hat, aber dann selbst betrogen wurde. Batman befreit sie – und bekommt dafür zum Dank einen Kuss. Doch kurz darauf stößt ihn Catwoman weg und haut wieder ab. Wie schon beim ersten Fluchtversuch will Robin hinterher und Batman hält ihn zurück. Er hätte es ohnehin nicht geschafft, sagt er. Aber obwohl Robin ihm zu glauben scheint – es wirkt wieder wie eine faule Ausrede. Vor allem, als Batman schwärmt: „It’s too bad she has to be a crook!“ Und auch Catwoman wünscht sich, mit ihm weggefahren zu sein. „That would be sort of … of … nice!!!“

Es ist erst der Beginn einer langen Jagd …

Catwoman im Golden Age:

 

Traue niemals einer Ziege

DC Comics

Titel: The Widening Gyre (dt. Der Teufelskreis)

Autor/Zeichner: Kevin Smith/Walt Flanagan

Erschienen: 2009/2010 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2010), dt. Panini 2011


Bei einem Einsatz in Arkham Asylum wird Batman fast vom Dämon Etrigan getötet – da hilft ihm im letzten Moment ein Unbekannter mit Ziegenmaske. Baphomet, wie er sich später nennt, ist ein neuer Vigilant, der Batman erklärtermaßen helfen will. Immer wieder springt er ihm in der Folge als Deus ex machina bei. Der Held hat einiges drauf, Batman vertraut ihm, obwohl ihn schon der Name skeptisch macht. Aber eine rührselige Hintergrundgeschichte und das Ablegen der Maske reichen, um den besten Detektiv der Welt zu überzeugen.

Parallel dazu taucht Bruce Waynes alte Flamme Silver St. Cloud auf und erneuert ihre Liebschaft mit ihm. Das macht sogar Catwoman eifersüchtig. Wir sehen dabei zu, wie Batman sich nachts durch die gesamte (!) Rogues Gallery arbeitet und sich tagsüber mit seiner Freundin am Strand vergnügt, in Rückblenden lässt er Episoden seiner Vergangenheit mit Robin Revue passieren. Zwischendurch schaut Aquaman vorbei, um Bruce aufzuziehen.

Wären nicht die humoristischen Einschübe, wäre The Widening Gyre kaum zu ertragen. Denn bei dem episodenhaften Erzählstil fehlen ein Spannungsbogen, ein klares Problem und eine glaubhafte Entwicklung. Stattdessen fallen Batman und Bruce ständig aus der Rolle, etwa mit einem überstürzten Heiratsantrag und einer verantwortungslos-naiven Demaskierung. Dass die Story eine Fortsetzung von Cacophony ist, merkt man kaum. Aber wenn man es weiß, ahnt man schnell, auf welche Offenbarung es am Ende hinausläuft. Das letzte Panel setzt auf maximalen Schock-Effekt, aber es ist keine Überraschung. Dreist daran ist vor allem, dass die Geschichte bislang nicht zu Ende erzählt wurde. Eine sechsteilige Fortsetzung ist seit Jahren angekündigt, aber nie umgesetzt worden.

>> Batman 2000-2011

Wiedersehen mit Catwoman und Joker

Catwoman im Golden Age (Teil 2)

DC Comics

Titel: Joker Meets Cat-Woman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Batman #2)


„We’ve met before, haven’t we?“ (Batman)

Breaking News! Der Joker ist gar nicht tot, nach seiner letzten Begegnung mit Batman (siehe Batman #1) wird er im Krankenhaus gesund gepflegt. Kaum hat Batman die Nachricht gelesen, bricht er auf, um den Joker zu entführen und ihn einer Gehirnoperation zu unterziehen, auf dass der Geisteskranke endlich geheilt werde. Doch die Gang Crime Syndicate Inc. hat eigene Pläne: Sie überfällt das Krankenhaus und zwingt die Ärzte, den Joker schnell wieder zusammenzuflicken.

Da taucht Batman auf – und liefert sich eine wilde Verfolgsjagd mit der Polizei. Seltsam, dass er so gewalttätig ist, denkt sich Commissioner Gordon, bei dem man sich fragen muss, warum er Batman überhaupt verfolgt, aber egal: Batman wird erschossen und es stellt sich heraus – das war gar nicht der echte Batman, sondern nur ein Ablenkungsmanöver der Bad Guys.

Zufällig hat die Diebin „The Cat“ alles beobachtet, weil sie gerade als alte Kaugummiverkäuferin verkleidet vor dem Krankenhaus stand. Was sie in dem Aufzug dort wollte, erfahren wir leider nicht. Aus dem Nichts taucht Batman auf, hocherfreut sie zu sehen, trägt er sie auf Händen zu seinem Auto. Zur Polizei bringt er sie wieder nicht: Nachdem sie ihm gesagt hat, was sie über den Joker weiß, darf sie gehen.

Was Batman nicht weiß: der Joker und Cat-Woman haben es auf die Juwelen des Pharao abgesehen. In einem Schloss kommt es zum Showdown: Robin gegen den Joker, Batman schwingt sich zum Schwertkampf herein. Am Ende geht alles in Flammen auf, der Joker bleibt zurück und Catwoman rettet sich einem Sprung ins Wasser. (Normalerweise ist das Jokers Abgang.) Zum Glück aber hat Batman die Juwelen an sich genommen.

Es ist das erste Mal, dass die Diebin, die bisher nur „The Cat“ genannt wurde, jetzt Catwoman genannt wird. Aber noch sieht sie nicht wie eine aus, stattdessen trägt sie ein gelbes Cape mit Kapuze und ein grünes Kleid. Beim nächsten Mal wird sich das Kostüm deutlich verändert haben …

Catwoman im Golden Age: