Batman

Batman, Green Arrow und die Fesseln der Hypnose

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DC Comics

Titel: Batman & Green Arrow: Shackles of the Mind

Autor/Zeichner: Cary Burkett/Jim Aparo

Erschienen: 1980 (The Brave and the Bold #168), enthalten in: Batman: The Brave and the Bold – The Bronze Age Omnibus Vol. 3 (2021)


Batman wird zu einem Juwelendiebstahl gerufen. Der Dieb hat das beste Sicherheitssystem überwunden. Doch sonst fehlt jede Spur.

Dann taucht Green Arrow bei Bruce Wayne zu Hause auf und bittet ihn um einen Gefallen. Ein junger Freund von ihm, Samson Citadel, versucht sich nach einer gescheiterten Einbrecherkarriere nun als Entfesselungskünstler. Green Arrow will, dass Batman zu der Show erscheint und ihm ein bisschen Starthilfe in Sachen Publicity gibt. Bruce zögert. Er hat zwar ähnlichen Unsinn schon mal gemacht, aber dann eingesehen, dass das seiner Reputation schadet, um Gauner das Fürchten zu lehren. Doch Green Arrow hat Batman bereits angekündigt – und so sagt Bruce zu.

Weil Green Arrow ihn in dieser Zeit in Gotham vertreten soll, nimmt Batman ihn mit auf Patrouille, zum Eingewöhnen. Da erwischen sie zwei Diebe, einer davon entkommt dem Handschellenpfeil – und stellt sich dann als Samson heraus.

Batman folgt der Spur zum Magician’s Club, wo er sofort von einem hypnotisierten Muskelberg überwältigt wird. Der arbeitet für den Hypnosekünstler Rhinehart, welcher herausgefunden hat, wie man Menschen dazu bringt, Verbrechen für ihn zu begehen – darunter auch Samson. Batman wird eingepackt, gefesselt und in einer Kiste in einem Piranhabecken versenkt. Rhinehart hat eine Schwäche fürs Theatralische, auch wenn er der Vorstellung leider nicht beiwohnen kann.

Batman als Houdini

Während Batman also selbst den Houdini macht, muss Green Arrow versuchen, seinen Kumpel Samson wieder zur Vernunft zu bringen. Doch am Ende schaut der Held in den Lauf einer Pistole … Wie mag es wohl ausgehen? (Trommelwirbel) Ich will nichts spoilern – ihr könnt es euch denken.

Viel interessanter ist die Frage, wie Batman aus der Todesfalle rausgekommen ist. Das will ich euch nicht vorenthalten, falls ihr mal selbst in so eine Verlegenheit kommt: Handschellen lösen (easy), mit dem gezackten Ende den Stoff zerreißen, dann die Gewichte, mit denen die Kiste beschwert ist, ans Fußende verlagern, die Kiste treibt mit dem Kopfende nach oben, dann ein bisschen Muckis einsetzen (Workout!) und schon entsteigt man der Kiste ganz ohne Bisswunden.

Aber wie auch mit der Arrow-Line gilt: Bitte nicht zu Hause nachmachen.

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Ein Pfeil für alle Fälle

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DC Comics

Titel: Batman & Green Arrow: The Arrow of Eternity

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1978 (The Brave and the Bold #144)


Kaum kommt Bruce Wayne ins Büro, sieht er einen Pfeil auf den Kopf seiner Sekretärin zufliegen. Zum Glück trifft der Pfeil nur den Apfel auf dem Kopf der Frau. Hinter dem Wilhelm-Tell-Trick kann nur einer stecken: Oliver Queen alias Green Arrow. Bruce so: Was soll der Scheiß? (Sinngemäß.) Oliver so: „You know I never miss, Bruce — especially with a target like Gwen!“ Er will sie dafür zum Essen ausführen. Und schon erscheint der Pfeil wie ein Symbol für etwas anderes …

Erst Recht wird die Sache pikanter, als Oliver Bruce verrät, was er eigentlich von ihm will: den legendären Pfeil von Agincourt, von Merlin persönlich verzaubert. Er hat in einem alten Buch davon gelesen. „That arrow had the ability to penetrate anything … Follow the archers will and go anywhere!“ Ein Pfeil, der jedes Ziel trifft und alles durchdringt? Geht es hier wirklich nur um eine Waffe, ein Sammlerstück oder eher um den Wunschtraums eines Weiberhelden?

Ein Wasserspeier als Schurke

Für alle, die finden, dass die schmutzige Phantasie mit mir durchgeht, kehren wir zurück zur Handlung: Batman wirft Green Arrow über Frankreich ab, dann verschwindet das alte Buch plötzlich. Batman geht der Sache nach, sucht Green Arrow und findet sich plötzlich im 15. Jahrhundert wieder, wo er von drei französischen Rittern niedergestreckt wird. Die haben gerade Beef (oder eher boef?) mit den Engländern. Angeführt werden die Franzosen vom Schurken Gargoyle, der schon mit den Teen Titans zu tun hatte.

Green Arrow trifft zufällig Merlin und bekommt von ihm den Zauberpfeil zugesteckt, mit dem er später Gargoyle trifft und in Stein verwandelt. Doch dieser Merlin war bereits Gargoyle und alles diente nur dazu, in die Gegenwart zurückzukehren. Das tun Batman und Green Arrow dann auch, als die Ritter aufeinander losgehen. Sie kehren einfach auf demselben Weg zurück (Anomalie, ihr wisst schon). Dann schnappen sie sich den Schurken in einem alten Nazi-Bunker.

Und was sollte das alles? Gargoyle war im Mittelalter gefangen und hat von dort aus Green Arrow das Buch untergejubelt, damit der den Pfeil sucht, ihn damit „tötet“ und so in die Gegenwart zurückkehren lässt. Logisch, oder? Nein? Überhaupt nicht? Doch Batman versichert uns: „It’s the only possible explanation for what happened!“ Na, dann wollen wir ihm einfach mal glauben …

Übrigens: Einen Pfeil, der alles penetriert, braucht Green Arrow eigentlich gar nicht – er ist ja immer noch an Black Canary vergeben.

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Batman und die Stadt des Lichts

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DC Comics

Titel: Batman: City of Light

Autor/Zeichner: The Pander Brothers, Mark Paniccia/The Pander Brothers

Erschienen: 2003-2004 (Miniserie #1-8), kein Paperback


„To become the man you must first become the beast.“

Bei einem Einsatz gegen Kleinganoven bringt Batman eine Feuertreppe zum Einsturz, sodass ein unschuldiger Junge lebensgefährlich verletzt wird und im Koma landet. Batman macht sich schwere Vorwürfe, pausiert und lässt sich von einem Maler porträtieren. Batgirl (Cassandra Cain) macht gegen seinen Willen für ihn weiter.

Derweil entscheidet Bruce Wayne mit darüber, wie das Gotham von morgen aussehen soll. Der Architekt Evan Slate will mittels einer neuen Technologie eine weiß leuchtende Stadt ohne Schatten errichten, damit sich das Verbrechen nicht mehr im Dunkeln verstecken kann. Klingt einfältig, ist aber so. Praktischerweise jagt dann ein neuer Schurke namens Purge den Altbestand in die Luft. Er trägt einen leuchtenden Anzug, wie ihn Slate besitzt, aber in dem Kostüm scheint ein anderer zu stecken …

Batman wird zum Tier

Batman ist hier mal wieder ein großer Selbstzweifler: „I have become part of the sickness that I had set out to vanquish.“ Er spürt ein Monster in sich wüten, das er eigentlich zerstören wollte. Er fühlt sich nutzlos, hat Angst, dass seine Zeit als Batman vorbei ist. Der Künstler, der ihn malt, gibt ihm einen Rat: Um ein Mensch zu werden, müsse er zuerst zum Tier werden. Also suhlt sich Batman im Dreck und gibt befremdliche Grunzgeräusche von sich („GRRMBLL“).

So interessant die Prämisse daherkommt, ist City of Light etwas seltsam gewichtet: Das Finale füllt vier von acht Ausgaben. Es gibt unnötige Subplots mit Künstlern, Polizei und Batgirl, die einen nicht weiter zu interessieren brauchen. Und Batmans Benehmen befremdet zuweilen etwas („Paint me“), genauso wie die naive Vision des Architekten. Der Zeichenstil besticht eher durch Action-Sequenzen als durch Mimik, die Gesichter wirken zuweilen cartoonhaft. Dennoch gehört die Miniserie dank des starken Erzähltons und dynamischer Kämpfe zu den unterhaltsameren und hätte eine Neuauflage in Form eines Sammelbandes verdient.

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Batman und Aquaman am Kap der Angst

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DC Comics

Titel: Batman vs. Aquaman: Enigma of the Death-Ship

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1978 (The Brave and the Bold #142)


Auf der Suche nach einem Drogendealer führt die Spur Batman zu einem gesunkenen Schiffswrack vor Cape Fear. Als er versucht, das Logbuch zu bergen, muss er Fische und bewaffnete Taucher abwehren und schließlich auch Aquaman.

(Das waren nur zwei Sätze, doch bis dahin sind zehn von 17 Seiten vergangen.)

Damit ist das Schema erfüllt: Wirklich jedes Mal, wenn Batman in The Brave and the Bold auf Aquaman trifft, kommt es erst einmal zum Kampf – und jedes Mal ohne Erklärung. Auch hier wird Aquaman zuerst handgreiflich und warnt Batman, sich vom Wrack fernzuhalten. Statt sich vor seinem alten Mitstreiter zu erklären, lässt er Mera eine Kugel aus hartem Wasser um Batman bilden.

Aquamans Stunde der Wahrheit

Während Aquaman weiter gegen die schurkischen Froschmänner kämpft, befreit sich Batman und birgt das Logbuch. Das führt zum zweiten Kampf mit Aquaman – unter Wasser, auf dem Boot und an Land. Auf dem Trockenen behält Batman dann die Oberhand, ein Kinnhaken und Aquaman gibt nach. Batman liest das Buch und erfährt, dass sein gesuchter Verdächtiger das Schiff versenkt hat – und nicht Aquamans Vater, der ehemalige Leuchtturmwärter.

Darum ging es also: Aquaman wollte die Erinnerung an seinen Vater rein halten, deshalb wollte er nicht zulassen, dass jemand die mögliche Wahrheit erfährt. All der Ärger also nur wegen Stolz und Sturheit, wie Batman feststellt. Und so ein Feigling nennt sich Held? Und so ein Realitätsverweigerer war mal König von Atlantis? Oje … Langsam verstehe ich, warum Aquaman nie ein besonders populärer Charakter war.

Immerhin wurden nicht alle Klischees erfüllt. Diesmal gab’s keinen Pottwal und Riesenkraken. Dafür einen Hammerhai und kleine Tintenfische. Und Batman hat von den Viechern gelernt: Den Hammerhai verjagt er mit Tinte. Vielleicht sollte er das mal bei Aquaman versuchen – aber der scheint schon verblendet genug zu sein.

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Batman und Aquaman gegen Nazis

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DC Comics

Titel: Batman & Aquaman: What Lurks Below Buoy 13

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1976 (The Brave and the Bold #126)


„Yes, nations, like men who live in mistrust and fear, end up destroying each other!“

Eigentlich ist Batman gerade auf dem Meer unterwegs, um Waffenschmuggler zu jagen, da wird sein Boot von einem U-Boot umgehauen. Als er seinen Fahrer rettet, entdeckt er unter Wasser eine seltsame Kugel umherschwimmen. Dann taucht auch noch ein Zerstörer der Navy auf und versenkt Batmans Boot. Was ist denn da los?

Der Kalte Krieg droht, zu einem heißen zu werden, erklärt ihm ein US-Offizier. Die Navy war hinter der Kugel her, einem Unterwasser-Satelliten, der angeblich von feindlicher Seite kommt und U-Boote aufspüren kann. Doch die andere Seite denkt, der Satellit wäre eine US-Erfindung. Warum druckse ich herum und sage nicht einfach: Russen oder Sowjets? Weil diese Wörter hier seltsamerweise auch kein einziges Mal fallen. Das Pendant zum Weißen Haus erinnert bestenfalls entfernt an den Kreml – so als traute man sich nicht einmal, in einem Comic die andere Weltmacht beim Namen zu nennen, als könnte die kleinste Provokation das Pulverfass zur Explosion bringen.

Nazis planen Comeback

Batman sucht Aquaman auf und bittet ihn um Hilfe. Es stellt sich heraus: Der Satellit ist eine Erfindung aus Atlantis, um Fische zu orten. Die Vereinten Nationen sollen entscheiden, was damit passieren soll. Doch nachdem ein UN-Vertreter namens Baron Mannheim das Ding von den Helden abholt, stellt sich heraus: Mannheim gehört nicht zur UNO, sondern ist ein international gesuchter Verbrecher, ein Nazi, der nach Südamerika geflohen ist.

Batman steht da wie ein Idiot. Doch er macht es wieder gut, indem er schneller als Interpol Mannheims Versteck findet – einfach nur, indem er eine Karte aufschlägt. Der Baron unterhält nämlich eine Schiffswerft mit U-Boot, Waffen, Besatzung und unübersehbaren Hakenkreuzen. Die Nazis sehen ihren großen Tag der Wiederkehr hereingebrochen.

Es kommt zum obligatorischen Duell unter Wasser. Wieder wird Batman die Luftzufuhr geraubt, wieder kommt Aquaman mit zwei Delfinen und zum Schluss mit einem Pottwal (vgl. The Brave and the Bold #114), der das alte und rostige Nazi-U-Boot zerlegt. Der Schurke stirbt dabei, doch keiner verliert ein Wort darüber. Hauptsache die olle Kugel ist sicher in der „Aquacave“. So bleibt der Weltfrieden gewahrt. Jetzt wissen wir, warum. Nur warum das Ding den Frieden gefährdet hat, das bleibt ein Rätsel.

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Gordon jagt den Joker

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DC Comics

Titel: The Joker Vol. 1

Autor/Zeichner: James Tynion IV, Matthew Rosenberg/Guillem March, Francesco Francavilla

Erschienen: 2021 (The Joker #1-5), Hardcover 2021


„…there’s the law and there’s evil, Jim. And when you see evil, you aim for the head.“

Nach dem Joker War und dem Anschlag auf Arkham, bei dem alle Insassen und auch Bane ums Leben gekommen sind (siehe Batman: The Cowardly Lot) ist der Joker auf der Flucht. James Gordon, Commissioner im Ruhestand, bekommt von einer mystiösen unbekannten Schönen gesagt, der Schurke halte sich in Belize auf (Breaking-Bad-Gucker wissen Bescheid). Gordon soll ihn finden und töten. Es gibt 25 Millionen Dollar plus Spesen. Warum gerade er? Gordon hat eine lange Vergangenheit mit dem Joker, er kennt ihn fast am besten – und er hat mit ihm auch etliche Rechnungen offen, erst recht seit The Killing Joke.

Gordon akzeptiert. Doch bringt er es fertig, den Joker zu töten? Könnte sein, dass er das gar nicht muss, denn nicht nur er sucht den Joker, sondern auch ein neuer, weiblicher Bane, eine Kannibalen-Familie aus Texas und dann gibt es noch den Rat der Eulen (Court of Owls).

Hardboiled-Krimi- und Horror-Mix

Ich bin bis dato kein Fan von Autor James Tynion IV gewesen. Ich mochte weder seine Detective Comics noch seinen Batman, aber hier legt er das erste Werk vor, das ich wirklich gerne gelesen habe. Und das, obwohl ich nichts Großartiges erwartet habe. Eine Joker-Serie gab es zuletzt in den 70ern, und die war eher albern. Der Joker als Held, das funktioniert nur ganz selten. Aber das hier ist zum Glück keine Joker-Story, sondern eine Gordon-Story.

Tynion lässt es nach dem Schema des Hardboiled-Detektiv-Romans ablaufen. Wir verfolgen Gordons abgründige Gedanken wie schon zu Frank Millers besten Zeiten mit Batman: Year One. Tynion lässt eine Rückblende sogar in dieser Zeit spielen (wunderbar illustriert von Francesco Francavilla, der David Mazzucchelli alle Ehre macht). Wir sehen einen Mann, der sein ganzes Leben und seine Ehe dem Kampf gegen das Verbrechen geopftert hat. Gordon ist ein Besessener, der trotz allem nicht auf das Niveau seiner Gegner abgerutscht ist. Der Joker steht für das ultimative Böse, das ihn verführt, zum Mörder zu werden. Er will Gordon beweisen, dass dessen Kampf sinnlos ist.

Batman spielt nur am Rande eine Rolle, dafür umso mehr Barbara Gordon als Oracle, die ihrem Vater als Sidekick aus der Ferne hilft. Daneben bedient sich Tynion noch großzügig bei Tobe Hoopers The Texas Chainsaw Massacre (1974), was die Story noch mit Horror würzt und zeigt, dass der Joker für das ultimative Böse kein Monopol hat. Man kann nur hoffen, dass das Rezept dieser wilden Mischung am Ende auch aufgeht. Der Auftakt macht jedenfalls Lust auf mehr.

Einzig die Ausstattung des Bandes lässt zu wünschen übrig: Für stolze 25 Dollar bietet DC nur magere fünf Ausgaben plus Füllmaterial aus Batman #100 (das schon in The Joker War abgedruckt war) und Batman: The Joker War Zone – und das auch noch lieblos nachgeschoben, obwohl chronologisch früher einzuordnen. Man darf sich von DC immer mehr ausgenommen fühlen.

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Batman und Aquaman retten Gotham

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DC Comics

Titel: Batman & Aquaman: Last Jet To Gotham

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1974 (The Brave and the Bold #114)


Batman und Gordon erwarten am Flughafen das Eintreffen eines bestimmten Flugzeugs. An Bord ist der flüchtige Mafioso Joe Angel. Seine Leute wollen verhindern, dass die Polizei ihn kriegt, damit er nicht gegen sie aussagen kann. Doch dann stürzt das Flugzeug ins Meer. Batman fliegt hinaus zur Absturzstelle und fragt seinen Kumpel Aquaman, ob der was weiß. Klar, sagt der, ich hab den Absturz selbst verursacht. – Keine weitere Erklärung.

Batman taucht ab, findet das Flugzeug intakt, die Passagiere an Bord atmen in einer großen Luftblase. Da greifen ihn zwei Taucher mit Messern an. Ein Orca hilft ihm. Batman will schon den Mafioso retten, da erscheint Aquaman, hält ihn davon ab und nimmt ihm auch noch das Atemgerät weg. Was zur Hölle ist denn mit dem los?

Drogenbarone mit Wasserstoffbombe

An Bord von Aquamans U-Boot erklärt Arthur: Das Flugzeug hat eine Wasserstoffbombe dabei, die hochgeht, sobald es in Gotham landet, also wenn ein bestimmter Luftdruck herrscht. Die Drogenbarone von Karatolia wollen den USA einen Denkzettel verpassen, damit die sich nicht mehr in ihre Angelegenheiten einmischen. Merke: 1971 hat Nixon den „war on drugs“ erklärt. Das nimmt man hier wohl wörtlich. Aber die Maßnahme erscheint doch etwas drastisch, da man sich immerhin einen großen Markt ruinieren dürfte (ganz abgesehen von der unvorstellbaren Vergeltung).

Wie dem auch sei: Die Navy holt das Flugzeug aus dem Wasser und zieht es Richtung Gotham – Batman und Aquaman versuchen zu verhindern, dass es sein Ziel erreicht, und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Mafioso ankommt, denn der wird von seinen Leuten gejagt.

Na ja, was soll ich noch sagen? Am Ende gibt’s wieder einen Riesenkraken. Und einen Pottwal. Und alles geht gut. Auch wenn die Kiste mit der Bombe ständigem Wellengang ausgesetzt ist und eigentlich irgendwann hochgehen müsste. Tut sie aber nicht. Klugscheißermodus aus. Doch warum hat sich Aquaman so seltsam benommen? Egal. Batman ist am Ende voll des Lobes für seinen Fischfreund: „He’s … beautiful!“

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Doppelter Ärger für Batman und Green Arrow

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DC Comics

Titel: Batman & Green Arrow: The Senator’s Been Shot

Autor/Zeichner: Bob Haney/Neal Adams

Erschienen: 1969 (The Brave and the Bold #85), enthalten in: Batman by Neal Adams Book OneBatman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1


Wenn man über Comics spricht, geht es meistens um den Inhalt, die Story, selten um das Wie. Meist ist nur von Zeichenstilen die Rede, aber nicht davon, was Comics vor allem ausmacht, nämlich wie mit Bildern erzählt wird. Nun haben Comics – insbesondere Superheldencomics – bis in die 70er oder 80er nicht gerade den Ruf, formal bemerkenswert zu sein. Aber es gibt immer wieder Ausnahmen. Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

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„The Senator’s Been Shot“: Neal Adams zelebriert Comickunst auf drei Seiten. (DC Comics)

Auf den ersten zwei Seiten wird von einem Attentat auf einen Politiker erzählt. Wir wissen nicht, auf wen, wir kennen nicht die Umstände, sondern werden direkt in die Handlung geworfen. Fünf kleine Panels erzählen alles, was wir wissen müssen: Ein roter Lautsprecherwagen mit der Aufschrift VOTE fährt durch die Straße. Zwei gefaltete Hände eines Mannes im Anzug erheben sich zwischen Konfetti und Luftschlangen. Wir sehen die Lautsprecher aus der Nähe, dann die Mikrofone des Rednerpults, an die der Mann tritt, aber ohne sein Gesicht erkennen zu können, nur die Krawatte ist zu sehen. Dann ragt ein Gewehrlauf aus dem Wagen und schießt. Schließlich das große Panel: Bruce Wayne hält den angeschossenen Mann fest, der in die Knie sinkt und ruft „The senator’s been shot!“ – die Buchstaben sind rot und so riesig, dass sie nicht in die Sprechblase passen, denn sie bilden auch den Titel der Geschichte.

Das ist ein sehr dramatischer und auch ungewöhnlicher Beginn. Atemlos geht es auf Seite zwei weiter: Bruce Wayne stürzt die Treppen hinauf und zieht sein Jackett aus, das trapezförmige Panel zeichnet die nach oben verlaufende Schräge nach. Die vier darunterliegenden Panels sind alle verschieden polygon geformt – und zwar jeweils so, wie es für das Bild gerade nötig ist: Batman springt von oben in die Tiefe, unten sieht man den Lastwagen fahren. Batman schwingt sich drauf. Batman reißt die Lautsprecher vom Dach, dann wird er von einer Brücke oder einem Dach aufgehalten. Über den Lautsprecher hört er die Stimme des Senators, der verspricht, seine letzten Lebensjahre dem Kampf gegen das Verbrechen zu widmen. „What kind of vermin would shoot a man like that …“, fragt sich Batman. Doch die Antwort dürfte klar sein.

Zeichner Neal Adams liefert hier ein kleines Kunstwerk ab. Natürlich kann man sich fragen, warum Batman zunächst die Treppen eines Hochhauses erstürmt, statt sich in einer Gasse umzuziehen und von der Straße aus dem Wagen zu folgen. Doch visuell macht das alles Sinn: Damit er sich mit bauschendem Cape hinunterstürzen kann. Der Weg geht von unten nach oben, von oben nach unten und schließlich liegt Batman ganz am Boden – analog zu dem Senator im Krankenhausbett im nächsten Panel. Das ist ziemlich grandios gemacht.

Doppeltes Dilemma

Nach diesem furiosen Start ist die Geschichte dahinter fast schon egal. Aber auch die legt gut vor mit einem doppelten Dilemma: Bruce Wayne wird gebeten, Senator zu werden. Doch er lehnt ab, weil er denkt, als Batman nützlicher zu sein. Parallel will Oliver Queen als Green Arrow aufhören, um mit seinem Geld Gutes zu tun, hier etwa ein Bauprojekt zu realisieren – und zwar bevor ihm ein Gauner namens Miklos Minotaur zuvorkommt.

Doch kaum steigt er ins Green-Arrow-Kostüm, wirft ihm jemand eine Handgranate ins Büro. In dieser Sekunde schießt der Held den Granaten-wieder-zurückschieß-Pfeil ab und befördert das Ding wieder nach draußen – und wieder eine grandiose Seite mit kühnen Perspektiven, zersplitterten Panels und einer wahnsinnigen Dynamik. Wir schauen von oben, wie der Pfeil zum Fenster rausfliegt, wir sehen den Attentäter auf der Hebebühne nach unten fahren. Dann die Explosion in einem sich nach unten verjüngendem Panel – es wird eng für den Attentäter. Schließlich schaut Green Arrow ihm beim Weglaufen zu, ohne hinterherzurennen oder noch einen Gimmickpfeil zu verschießen. Aber die Hand in Nahaufnahme sieht einfach cool aus.

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Green Arrow in Action. (DC Comics)

Okay, genug der Tiefenanalyse. Danach wird es ohnehin vergleichsweise gewöhnlich. Bruce und Oliver verraten dem Sohn des Senators, Edmond, ihre Geheimidentitäten. Edmond wird entführt. Bruce lässt sich als Senator vereidigen, während Oliver als Green Arrow der Spur nach Europa folgt. (Jeder schlüpft also in die jeweils ungeliebte Rolle.) Dann: Kampf gegen wilde Tiere in einer Höhle, eine Fledermaus wird als Echolot missbraucht. Green Arrow verschießt einen Pfeil, der mehrfach abprallt wie eine Billardkugel und wir erfahren: „It goes with the costume!“ Und er hat natürlich Recht. Wir glauben diesen Unsinn und erwarten ihn sogar, weil sich das in Geschichten, in denen Helden sich wie Fledermäuse und Robin Hood verkleiden, so gehört.

Genauso wie brenzlige Situationen und Lösungen in letzter Sekunde. Batman düst nach Washington zur Abstimmung des wichtigen Gesetzes, um das sich alles dreht, zieht sich im Senat um gibt seine entscheidene Stimme als Bruce Wayne ab. – Habt ihr’s gemerkt? Wie die Verwandlung vom Anfang, nur umgekehrt. Damit schließt sich der Kreis.

Gut gemacht. Richtig gut.

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Das Lange Halloween geht in die Verlängerung

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DC Comics

Titel: Batman: The Long Halloween Special („Nightmares“)

Autor/Zeichner: Jeph Loeb/Tim Sale

Erschienen: 2021 (One-shot)


Lange Zeit gehörte Calendar Man (Julian Day) zu den schrägsten Schurken in Batmans Kuriositätenkabinett. Im Laufe der Zeit nahm er verschiedene Formen an, je nach seinem Schema: Jahreszeiten, Wochentage, Feiertage. Als im Klassiker The Long Halloween von Jeph Loeb und Tim Sale der Holiday-Killer ebenfalls an Feiertagen mordet, ist der Calendar Man unschuldig, da er in Arkham einsitzt.

Batman und Gordon suchen ihn auf, um ihnen bei dem Fall zu helfen – ähnlich wie bei Hannibal Lecter. Ähnlich gruselig ist seine neue Erscheinung: ein dicker, kahler Mann in einem langen weißen Kittel, der Boden seiner gläsernen Zelle voller Kalenderblätter. Seine Antworten fallen ähnlich kryptisch aus: Mal spricht er von einer Sie, mal von einem Er als Mörder. Dann zählt er eine Reihe von Feiertagen auf – in Vorausahnung, was noch kommen mag. In der Fortsetzung Dark Victory rächt er sich an Alberto Falcone aus Eitelkeit: „The Calendar Man is being forgotten. And that is unacceptable.“ Dabei wird er dann selbst fast umgebracht.

Calendar Man rekrutiert Two-Face

25 Jahre nach dem Beginn von The Long Halloween haben Loeb und Sale eine weitere Fortsetzung gemacht – und diesmal steht der Calendar Man im Vordergrund. Er hat eine Bande von Jüngern nach seinem Bilde geschaffen, die Einbrüche für ihn begehen. Jeder hat einen anderen Monat auf den Kopf geschrieben. Sie versammeln sich in einer Kirche, wo sie den Kalender verehren. Und sie stehlen Edelsteine – denn jeder steht für einen Monat.

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Kalender-Kult: Calendar Man in seiner Kirche (DC Comics)

Dann entführt der Calendar Man Gilda Dent, Ehefrau von Harvey Dent alias Two-Face. Er will, dass sich Two-Face ihm anschließt und die Doppelrolle von Mai und Juni übernimmt (zwei Handlanger, die er vorher erschossen hat). Tatsächlich ist der Schurke immer noch sauer, dass ihm jemand seine Masche gestohlen hat. Two-Face bittet dann Batman um Hilfe.

Die traurige Geschichte des Julian Day

Nach wenigen Seiten ist dieser Spaß vorbei. Ist das alles unsere Aufmerksamkeit (und unser Geld) wert? Ja und Nein. Fans der Vorgeschichten werden sich am bloßen Wiedererkennungswert erfreuen: Tim Sale erzählt das Ganze in bester Noir-Atmosphäre, als wären nicht zwei Jahrzehnte vergangen. Er ist immer noch ein bildgewaltiger Meister. Als Schauwert sehen wir ein halb zerschlagenes Bat-Signal, das entgegen jeder Physik nur auf einer Seite leuchtet (überpinseln wäre besser gewesen) und als Highlight: Robin und Batgirl gehen zum Trick-or-Treat an Halloween (obwohl es da noch kein Batgirl gibt, aber egal).

Darüber hinaus enttäuscht das allzu schnell und einfach erledigte Finale. Nach der langen Einführung hätte man sich dafür mehr Zeit lassen können. Immerhin bekommt Julian Day ein wenig Hintergrundgeschichte: Er war ein Waisenkind, das ohne Geburtstage oder Feiertage aufwachsen musste – daher der Nachholbedarf. „There were times I didn’t even know what day it was. Until I found crime. Then every day could be a holiday.“

Batmans empathische Antwort darauf: Prügel. Viele Prügel. So viele, dass die Handschuhe vor Blut nur so triefen. Moral: Eine schlimme Kindheit gibt einem nicht das Recht zu morden. Aber gibt es ihm das Recht, einen Mörder so schwer zu misshandeln? Diese Frage stellt leider niemand. Am Ende interessiert sich Batman mehr für die Dents. Er kennt jetzt ihr verstörendes Geheimnis.

Mehr von Jeph Loeb und Tim Sale:


 

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Batman bringt Aquaman zur Vernunft

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DC Comics

Titel: Batman & Aquaman: The Sleepwalker From the Sea

Autor/Zeichner: Bob Haney/Neal Adams

Erschienen: 1969 (The Brave and the Bold #82), enthalten in: Batman by Neal Adams Book OneBatman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1


Als Batman gerade einen Raubmord am Hafen verhindern will, kommt ihm Aquaman in die Quere. Batman wird angeschossen, landet im Wasser, Fische retten ihm das Leben. Batman vermutet, dass Marius Enterprises hinter all dem steckt, und ermittelt als Bruce Wayne. Dann entdeckt er bei einem Date: Seine neue Flamme Ailsa steckt da mit drin. Als er sie zur Rede stellen will, wirft sie ihn von der Dachterrasse. Zum Glück ist er Batman.

Der langen Vorrede kurzer Sinn: Hinter all dem verbirgt sich der Erzschurke Ocean Master, Orm Marius – Aquamans böser Halbbruder. Er will eine „New Marine City“ erbauen (oder hat es offenbar schon getan?), aber die dient nur als Vorwand für einen Raubzug. Außerdem hat er einen Weg gefunden, Aquaman zu kontrollieren. Zuerst hat er ihn glauben gemacht, Aquaman sei ein Mörder. Nun ist der Held ein willenloser Zombie.

Batman und Commissioner Gordon bringen ihn wieder zur Vernunft, indem sie ihm die Erscheinung seiner Frau Mera und seines Mordopfers vortäuschen. Dann überzeugen sie ihn davon, er habe niemanden umgebracht. Gemeinsam ziehen die Helden dann los, um Ocean Master aufzuhalten – und landen sofort im Haifisch- und Riesenkrakenbecken. Aquaman hält die Viecher davon ab, Batman zu fressen, dann zerschießt die Polizei das Aquarium und der Schurke macht sich in seinem U-Boot von dannen. Aquaman springt hinterher ins Wasser.

Gordon ist sauer, weil er den Schurken nicht gekriegt hat. Aber Aquaman hat darauf bestanden, seinem Bruder nichts anzutun. Nun soll Orm von seinen eigenen Leuten gerichtet werden. Ach ja, dafür will Komplizin Ailsa lieber in den Knast, als einen Deal einzugehen. Batman haut wütend ab. Schon wieder eine Liebe geplatzt.

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